Garnverbindung Bei der Herstellung von Textilien ist es häufig not wendig, die Enden verschiedener zu verarbeitender Gar ne zu verbinden.
Tritt beispielsweise ein Bruch im verarbeiteten Garn auf, oder eine Vorratsspule ist aufgebraucht und die nächste Spule soll an das Garn der ersten angefügt wer den, so müssen die beiden Garne zur Einhaltung der Kontinuität verbunden werden. Oft muss der Betrieb zur Herstellung der Garnverbindung unterbrochen werden, weshalb man auf eine rasche Herstellung mit geringstem Verzug drückt.
Bisher wurden Garne durch Knüpfen eines Knotens an den freien Enden der zu verbindenden Garne verbun den, wobei der Knoten entweder von Hand oder unter Benützung eines zu diesem Zweck entwickelten mechani schen Gerätes geknüpft wurde. Es gibt aber bei der Her stellung von Garnen und Textilien häufig Fälle, wo ein Knoten nicht erwünscht ist. Ein Knoten ist im Vergleich zum Garndurchmesser dick und macht so das Garn we gen seiner Dicke und seinem Mangel an guter Biegsam keit verletzbar, dass es eingefangen und/oder abgerissen werden kann, wenn es durch schmale Öffnungen wie z.B. normale Kammbreiten beim Weben läuft. Zudem kön nen Knoten im fertigen Tuch höchst unerwünscht sein, da sie Mängel an der Tuchoberfläche darstellen.
Es ist weiter eine Garnenden-Verbindung bekannt, bei der Klebemassen verwendet werden, mit denen die überlappenden freien Garnenden zwischen den mit der Masse befeuchteten Fingern gedreht werden. Diese Ver bindungsart hat ihre Nachteile, da die Masse einerseits bei der Anwendung ganz klebrig ist und andererseits eine Verzögerung wegen der Wartezeit für das Trocknen der Masse auftritt. Zudem entsteht durch das Trocknen oft eine unerwünschte, harte Garnverbindung, die diesen Garnteil am Falten in weichen Windungen um andere Garne während und/oder nach dem Weben hindert. Auch bleibt die harte getrocknete Masse oft in kleinen äsen, Kammzähnen u. dgl. hängen und verursacht einen Garnbruch.
Eine dritte Art von Garnverbindungen benützt einen Wickelfaden oder ein Garn zum gemeinsamen Umwik- keln der Garnenden. Jedoch ist diese Art von Garnver- bindungen recht aufwendig, so dass ihre Anwendbarkeit begrenzt ist. Zudem weist sie den Nachteil auf, dass die zu verbindenden Garne ihre Drehung in der Verbindung verlieren. Dieser Drehungsverlust der Garne in der Nähe der Verbindung ist sehr unerwünscht, indem eine Fehl stelle in dem gewobenen Endprodukt bzw. in dem Stoff entsteht.
Gegenstand der Erfindung ist eine Garnverbindung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Garnenden überlappt nebeneinander angeordnet und ein Wickel zwirn schraubenförmig um die Garnenden gewickelt ist, und die Garnverbindung keine freien Garnenden zeigt.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der erfin- dungsgemässen Verbindung anhand der Zeichnungen nä her beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines um die Taille einer Bedienungsperson zu tragenden Apparates beim Einführen der zu verbindenden Garne, Fig. 2 eine perspektivische Darstellung eines tragba ren Gerätes beim Eingreifen der Garnenden mit den Fin gern beider Hände und des Wickelfadens mit den Fin gern einer Hand zur Herstellung einer erfindungsgemäs- sen Garnverbindung, Fig. 3 eine Darstellung einer auf dem tragbaren Ge rät hergestellten Verbindung vor dem Abschneiden der Spitzen der Garnenden und des Wickelfadens, Fig.
4 eine Ansicht einer fertigen Verbindung, Fig. 5 eine perspektivische Darstellung eines tragba ren Gerätes mit entfernter Konsole und Gurt, teilweise geschnitten zur Darstellung einer Ausführung mit eigener Kraftquelle zum Drehen der Trommel, Fig. 6 eine Darstellung ähnlich Fig. 5 bei der Aus führung einer Garnenden-Verbindung, Fig. 7 eine perspektivische Darstellung des tragba ren Gerätes nach Fig. 5 und 6 von der entgegengesetzten Seite, Fig. 8 einen teilweisen Schnitt durch die Trommel des tragbaren Gerätes und Fig. 9 eine perspektivische Darstellung der Trom mel,
teilweise im Schnitt bei der Ausführung einer Ver bindung. Das tragbare Gerät zum Verbinden, das gesamthaft mit 10 bezeichnet ist (Fig. 1 und 2) besteht aus einem, um die Taille der Bedienungsperson gelegten Stoffgurt 12 mit einem verbreiternden Verstärkungs-Leder 14. Eine Grundplatte 16 ist mit Nieten 18 an der Verstär kung 14 und am Gurt 12 befestigt, Eine mit der Platte 16 mit Nieten 22 fest verbundene Konsole 20 steht von der Grundplatte ab und trägt an ihrem äusseren Ende ein Gehäuse 24 des Gerätes 10.
Das Gehäuse 24 (Fig. 5 und 7) besteht aus drei Teilen 26, 28 und 30 aus Kunststoff, wobei die Teile 26 und 30 Seitenwände aufweisen und Teil 28 eine umgekerte U- Form zur Bildung eines Hohlraumes 32 des Gehäuses aufweist.
Im Hohlraum 32 des Gehäuses 24 befindet sich eine Batterie 36 und ein Elektromotor 38, der eine Triebwelle 40 mit einem an ihrem äusseren Ende befestigten Zahn rad 42 aufweist. Das Zahnrad 42 kämmt mit einem Ke gelrad 44, das auf einer, in dem seitlichen Teil 26 dreh bar gelagerten Welle 46 befestigt ist. Auf der Welle 46 ist auch ein Gummi-Reibrad 48 angeordnet, das auf dem Gehäuse 24 ragt.
Eine Trommel 50 mit einer Umfangsfläche 52 ist drehbar im Zwischenteil 28 gelagert und ist mit einer axial sich erstreckenden Nabe 54 und mit einem Flansch 56 versehen (Fig. 7 und 8). Die Nabe 54 ist zwischen den oberen Enden der Schenkel des umgekehrten U-förmigen Teiles 28 gelagert.
Eine Leitung 60 (Fig. 5) verbindet die Batterie 36 und den Elektromotor 38. In der Leitung 60 liegt ein im oberen Teil der Seitenwand 30 untergebrachter Mikro schalter 62, der leicht für die Bedienungsperson bei der Ausführung einer Verbindung mit den Händen erreich bar ist.
Die Trommel 50 weist einen radialen Schlitz 64 auf, der auch durch die Nabe 54 und den Flansch 56 geht. Ein axial sich erstreckender erweiterter Durchgang 66 ist in der Trommel 50 vorgesehen, der mit dem Schlitz 64 verbunden ist.
Die Trommel 50 (Fig. 8 und 9) weist in der Nähe ih res Umfanges einen Hohlraum 70 auf. Eine Spule 72 mit einem Vorrat an Wickelfaden 74 ist in dem Hohlraum 70 auf einer zur Drehachse der Trommel 50 und ihres Durchganges 66 parallelen, aber radial versetzten Achse drehbar gelagert. Um eine einstellbare Spannung des Wickelfadens 74 auf der Spule 72 zu erzielen, ist eine Fe der 76 zwischen der Spule 72 und dem Boden des Hohl raumes 70 angeordnet. Eine sich durch die Spule erstrek- kende und in der Trommel einschraubbare Schraube 78 stützt die Spule gegen diese Feder. Je stärker die Schraube 78 in die Trommel 50 eingeschraubt wird, um so mehr Reibung wird auf die Spule 72 ausgeübt und hemmt ihre Drehbarkeit.
Ein Durchgang 80 ist in der Trommel 50 angeordnet, der bei 82 in den Hohlraum 70 und bei 84 an der Aus senseite der Trommel mündet. Die Mündung 84 (Fig. 8 und 9) ist ganz nahe, doch etwas von der Trommelachse versetzt, so dass der aus der Öffnung austretende Wik- kelfaden 74 um die zu verbindenden Garnenden kreist, sobald die Trommel rotiert. Dieser tangentiale Austritt des Wickelgarnes 74 um die Garnenden, in Verbindung mit dem Bremsen der Spule 72, ergibt ein hohes Dreh moment, das auf die Verbindung ausgeübt wird, selbst wenn der Wickelfaden nicht besonders stark ist.
Der Wickelfaden ist aus einem wasserlöslichen Mate rial, wie z.B. Natriumalginat, Hydroxyäthylamylose, Polyvinylalkohol u.a. hergestellt. Dadurch, dass man den Wickelfaden aus einem wasserlöslichen Material her stellt, wird die Verbindung an den Garnenden aufgelöst, wenn das gewobene Tuch eine nasse Endbehandlung er fährt. Mit anderen Worten, der Wickelfaden kann leicht aus der Verbindung während einer nachfolgenden Nass- behandlung des mit diesem Garn gewobenen Materials, z.B. während einer Entschlichtungs-Behandlung od. dgl. entfernt werden.
Der Betrieb des tragbaren Gerätes 10 kann am besten anhand der Fig. 1 bis 4 erläutert werden. Die Bedie nungsperson nimmt das eine Garnende E zwischen den Daumen und den Zeigefinger ihrer rechten Hand und das andere Garnende E' zwischen den Daumen und den Zeigefinger ihrer linken Hand. Die Enden E und E' wer den aus entgegengesetzten Richtungen parallel nebenein ander gelegt (Fig. 2) und im gleichen Moment greift die Bedienungsperson auch mit dem Daumen und dem Zei gefinger ihrer rechten Hand das Ende des aus der 'Öffnung 84 herausstehenden Wickelfadens.
Dann führt er die beiden Enden E und E' abwärts in den Schlitz 64, bis die Enden E und E' in dem durch die Trommel 50 gehenden Durchgang 66 sind. Da der Schalter 72 zum Anlassen der Trommel 50 ganz in der Nähe des Dau mens und des Zeigefingers der linken Hand angeordnet ist, kann die Bedienungsperson diesen drücken und da mit die Trommel zum Rotieren bringen, beispielsweise in Richtung des Pfeiles A (Fig. 5 und 6). Da die Enden E und E' in dem Durchgang 66, der mit der Drehachse der Trommel<B>50</B> koaxial ist, liegen, verdrillen sie nicht mitein ander und somit wird die Zahl der Drehungen in den Garnen nicht verändert, d.h., weder vermindert noch vergrössert.
Bei dicht gegen die Garnenden E und E' aufgedrücktem Wickelfaden und bei Drehung in Pfeil richtung A kreist die Mündung 84 des Durchganges 80 für den Wickelfaden um die Garnenden E und E' und liefert Wickelfaden von der Spule. Bewegt die Bedie nungsperson die Garnenden E und E' gleichzeitig in Pfeilrichtung B (Fig. 5 und 6) wird der Wickelfaden schraubenförmig um die beiden zu verbindenden Enden E und E' zur Bildung der Verbindung S gewunden. Da der Wickelzwirn 74 aus der Mündung 84- in unmittelba rer Nähe der axial angeordneten Enden E und E' heraus kommt, wird ein grosses Drehmoment durch den Wickelfaden 74 erzeugt.
Dieses Drehmoment kann, wie bereits erwähnt, durch Einstellen des Widerstandes an der Vorratsspule 72 des Wickelfadens 74 angepasst wer den. Das vom Wickelfaden 74 ausgeübte Drehmoment ist genügend gross, um den Wickelfaden auch in sperri gen Garnen einzubetten und bei der Verbindung S die beiden Garnenden auf einen dem Einzelgarn entspre chenden Durchmesser zusammenzupressen. Durch die Länge der Bewegung der Garnenden in Richtung B kann die Bedienungsperson die Länge der Verbindung beein flussen. Die Festigkeit der Verbindung kann durch Hin und Herbewegung der Garnenden im Schlitz längs der Trommelachse, solange die Trommel rotiert, erhöht wer den.
In Fig. 3 ist eine fertige Verbindung S, unmittelbar nachdem die Garne aus der Trommel entfernt und der Wickelfaden 74 abgetrennt wurde, dargestellt. Die Enden E und E' weisen Spitzen T und T' auf, wie auch der Wickelfaden eine solche Spitze aufweist. Die Garnspit zen und die Wickelfadenspitze müssen abgeschnitten werden, so dass eine fertige Verbindung S nach Fig. 4 entsteht.
Das beschriebene Gerät zum Verbinden von Garnen in Textilbetrieben merzt das uralte Knotenzupfen aus, da keine Gewebedeformation durch den Knoten oder des sen Enden auftritt und der Wickelfaden, wenn das Garn dicht im Gewebe angeordnet ist, nicht benötigt wird, so dass es in den nachfolgenden Behandlungsschritten we gen seiner Löslichkeit in Wasser aufgelöst werden kann. Das Zupfen, mit dem die Fehler in einem Stück Stoff entfernt werden, bedeutet eine beträchtliche jährli che Ausgabe für einen Textilbetrieb. Wenn ein Knoten nicht gezupft wird, schneidet die Tuchschermaschine oft ein Loch in das Tuch. Das vorliegende Gerät, das einen wasserlöslichen Wickelzwirn verwendet, kann vollständig auf das Knotenzupfen verzichten.
Die Spulen für den Vorrat an Wickelfaden enthalten genügend Wickelzwirn, um etwa 800 Verbindungen bei einigen Garnen ausführen zu können.
Das Gerät zum Verbinden von Garnen und die damit hergestellte Verbindung kann auch anderweitig einge setzt werden. So kann das Gerät am Wickelgerät der Spinnmaschine direkt angeordnet sein oder mittels einer Fördereinrichtung in seine Stellung gebracht werden, wo es seine Funktion ausüben kann. Z.B. wird ein nicht lös licher Wickelfaden bei Strickwaren bevorzugt, während ein löslicher Faden im Falle gewobener Ware, wo das Gewebe die verbundenen Enden binden kann, gewünscht wird. Dazu kann der Wickelfaden aus verschiedenem Material bestehen, sei es aus gesponnenem Garn oder in Film-, Multifilament oder Monofilament-Form. Das Wickelmaterial kann, wie bereits erwähnt, wasserlöslich nur in Lösungsmitteln, wie z.B. Vinylazetat sein. Es kann aber auch verhältnismässig inert, z.B.
Glas sein, das für gewisse Raumfahrt-Anwendungen verlangt wird. Dazu können auch andere Kraftquellen verwendet wer den, wie beispielsweise Luftmotoren.