Verwendung von organischen Phosphorsäureestern als kariostatisches Zusatzmittel
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verwendung organischer Phosphorsäureester als kariostatisches Zusatzmittel, welche die Wirkung kariogener Nahrungsmittel bezüglich der Verursachung von Zahnkaries und/oder Zahnerosion verhindert. Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf die Verwendung wasserlöslicher, nicht toxischer Phosphorsäureester eines Zuckers oder eines Salzes eines derartigen Esters oder eines Gemisches eines derartigen Esters und eines Salzes als kariostatisches Zusatzmittel.
Einige Faktoren bezüglich der kariogenen Wirkung wurden in Fachkreisen allgemein anerkannt. Unter diesen Faktoren sind die wichtigsten die folgenden:
1. Bakterien, welche Säuren erzeugen (z. B. Lacto-bacillus-Arten, welche Milchsäure erzeugen) sind in den Mundhöhlen in grösserer Zahl vorhanden, wenn Karies vorherrscht.
2. Kohlenhydrate bilden ein günstiges Substrat für die Bildung von Säuren in der Mundhöhle. Die Bezeichnung kariogene Nahrungsmittel, wie sie hier verwendet wird, bedeutet Nahrungsmittel, welche aus Kohlehydrat (en) hergestellt sind oder solche enthalten.
3. Die in der Mundhöhle erzeugten Säuren greifen gewisse Bestandteile der Zähne an und lösen dieselben auf, wodurch die Zähne für Karies und Erosion anfälliger werden.
4. Lösungen, welche aufgelöstes Calcium und Phosphat enthalten, verhindern den Säureangriff und härten auch den durch Säure erweichten menschlichen Zahnschmelz, und Fluorid beschleunigt diesen Härtungsprozess.
Die kariogene Wirkung dieser Säuren tritt bei direktem und üblicherweise längerem Kontakt zwischen der Säure und der Zahnstruktur auf. Die Fachleute sind nicht ganz einig bezüglich des genauen Mechanismus der kariogenen Wirkung, doch ist es bekannt, dass im Mund sowohl wie in vitro die Säuren eine Erweichung und Erosion des Zahnschmelzes hervorrufen. Dem Erweichen oder der Zerstörung des Zahnschmelzes folgt die Zahnkaries. Es ist ferner bekannt, dass die kariogene Wirkung dieser Säuren in Gegenwart gewisser löslicher, anorganischer Phosphate, wie Natrium- oder Ammoniumphosphat, verhindert wird. Diese kariostatische Wirkung erfolgt im Mund oder in vitro, und es scheint, obwohl der Mechanismus nicht sicher bekannt ist, eine lokale Reaktion zwischen der Säure, dem Inhibitor und der Zahnstruktur stattzufinden.
Da seine Wirkung lokal ist, sollte der Phosphatinhibitor gleichzeitig und am selben Ort vorhanden sein wie das kario gene Mittel. Die kariogene Wirkung der Säuren im Mund erfolgt an der Oberfläche der Zähne, wo die Säure mit dem Zahn in Berührung kommt. Das kariostatische Mittel sollte daher an der Zahnoberfläche zugegen sein.
Im Idealfall sollte das kariostatische Mittel den Nahrungsmitteln, insbesondere den Kohlehydraten, einverleibt sein, welche dazu neigen, im Mund kariogene Mittel zu bilden.
Nur dann ist das kariostatische Mittel wirklich am richtigen Ort und zur richtigen Zeit zugegen, um das wirkungsvollste Resultat zu erzielen. Das kariostatische Mittel ist jedoch auch in Zahnpasten und anderen Trägern, welche weiter unten näher beschrieben werden, wirksam.
Die wünschbare Einverleibung des Inhibitors in Nahrungsmitteln schliesst für praktische Zwecke die meisten, wenn nicht alle der bisher bekannten kariostatischen Mittel aus.
Die löslichen Phosphate, wie z.B. Natrium-, Ammoniumund Magnesiumphosphate, haben einen sehr starken und aufdringlichen Geschmack, welcher in wirksamen Konzentrationen den Geschmack der Nahrungsmittel beeinträchtigt.
Fluoride weisen zwar die bekannten kariostatischen Wirkungen auf, sind jedoch im allgemeinen toxisch, und ihre Verwendung in Nahrungsmitteln erfordert strenge und sorgfältige Überwachung. Die Fluoridierung des Trinkwassers, bei welcher die Konzentration unendlich klein ist, hat trotz der nachgewiesenen vermindernden Wirkung auf Zahnkaries infolge der Toxizität der Fluoride keine allgemeine Verbreitung gefunden. Die stabilen Formen des Calciumphophats sind zwar unter gewissen Bedingungen möglicherweise wirksam, weisen jedoch im allgemeinen nur eine geringe Löslichkeit auf und besitzen wie Natriumphosphat einen starken Geschmack. Beide Faktoren verhindern eine erfolgreiche Verwendung von Calciumphosphat in Nahrungsmitteln.
Es wurde nun gefunden, dass aktives kariostatisches Phosphat oder Calcium oder beide in einer löslichen organischen Verbindung erzielt werden kann, welche nicht toxisch ist und nur einen unbedeutenden Geschmack aufweist, und dass die resultierende Verbindung kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln und Getränken sowie anderen Trägern ohne wesentliche Beeinträchtigung des Geschmackes oder anderer Merkmale einverleibt werden kann und eine wesentliche kariostatische Wirkung hervorruft.
Gemäss der vorliegenden Erfindung können wasserlösliche, nicht toxische Phosphorsäureester eines Zuckers oder deren Salze oder Gemische davon und insbesondere die entsprechenden Calciumsalze in Nahrungsmitteln einverleibt werden und sind daher zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zugegen, um die kariogene Wirkung der im Mund gebildeten Säuren zu neutralisieren oder zu verhindern.
Die kariostatische Wirkung der erfindungsgemäss verwendeten Materialien scheint auf der chemischen Reaktion mit den kariogenen Mitteln zu beruhen. Diese Reaktion erfolgt im Mund. Die erfindungsgemäss verwendeten kariostatischen Mittel können daher wirkungsvoll in Zahnpasten, Mundwassern und sogar in Gewürzen oder aromagebenden Stoffen, wie z.B. Tafelsalz, verwendet werden. Obwohl die kariostatischen Mittel in Zahnpasten oder dergleichen nicht so wirkungsvoll sind wie in Nahrungsmitteln oder Getränken, sind sie infolge der vernachlässigbaren Toxizität, der Löslichkeit und der Geschmacklosigkeit geeignet, um in Lutschtabletten, Zahnpasten und Mundwassern und aromatisierenden Stoffen verwendet zu werden.
Die verwendeten Phosphatester können aus Zuckern durch partielle oder vollständige Veresterung der Hydroxylgruppen abgeleitet werden.
Gewisse dieser Phosphatester und/oder deren Derivate und/oder deren Salze können in Nahrungsmitteln und/oder Präparate für die Zahnreinigung und/oder Getränke und/ oder prophylaktische Tabletten und Lutschbonbons einverleibt werden und vermindern das Auftreten des Zahnkaries und der Zahnerosion bei den Verbrauchern.
Es wurden zahlreiche Versuche durchgeführt, um die wirkungsvollsten der oben genannten organischen Phosphat ester zu ermitteln. Hierbei wurde gefunden, dass verschiedene Verbindungen aus dieser Gruppe in verschiedenem Masse kariostatisch wirken. Die kariostatische Wirksamkeit ist auch von der verwendeten Konzentration abhängig.
Es wurde gefunden, dass das Calciumsalz des aus Saccharose hergestellten Phosphatesters aussergewöhnlich wirksam für die Herabsetzung des Auftretens der Karies in Versuchs tieren ist. Dinatrium- und Magnesiumsalze der Saccharosephosphatester sind ebenfalls kariostatisch, jedoch weniger als das Calciumsalz, und ihr Geschmack ist nicht so annehm bar.
Die Calcium-, Natrium- und Magnesiumsalze von Phosphatestern, welche von anderen Zuckern abgeleitet wurden, wie beispielsweise von Glukose und Lactose, wiesen in den durchgeführten Untersuchungen ebenfalls kariostatische Aktivität auf, waren aber nicht so wirksam wie Calcium saccharosephosphat bei ähnlichen Konzentrationen.
Die Phosphatester und/oder deren Derivate und/oder deren Salze, welche aus der oben definierten Gruppe ausgewählt werden können, sollten spezifischen Anforderungen genügen, um als kariostatische Mittel nützlich zu sein.
Diese Erfordernisse begrenzen die Anzahl der aus der genannten Gruppe auswählbaren Substanzen wesentlich.
Diese Erfordernisse sind:
1. Kariostatische Wirksamkeit,
2. keine Toxizität,
3. Wasserlöslichkeit,
4. angenehmer oder kein Geschmack,
5. Verträglichkeit mit Nahrungsmitteln, insbesondere mit Kohlehydraten,
6. verhältnismässig billiger Preis.
Bei der Aufstellung dieser Erfordernisse ist es selbstverständlich, dass die unter 2. 3. 4. 5. und 6. erwähnten Faktoren sich auf Konzentrationen beziehen, welche notwendig sind, um Punkt 1 zu erfüllen.
Im folgenden sind Untersuchungen mit einigen dieser Substanzen, insbesondere (jedoch ohne Begrenzung hierauf) mit Calciumsaccharosephosphat, beschrieben.
Beispiel A
Das Calciumsalz von Saccharosephosphat (CaCj2H21014P 2H2O) (ein nicht toxisches, wasserlösliches, weisses Pulver von angenehmem Geschmack) verhinderte, wenn es einem Testmedium in vitro in einer Konzentration von 0,5% zugesetzt wurde, die korrosive Wirkung von Milchsäure auf menschlichem Zahnschmelz bei einem pH bis hinunter auf 3,8. Auf das Gewicht berechnet erwies sich Calciumsaccharosephosphat als ebenso wirksam wie Natriumphosphat (Na2HPO4) (was bedeutet, dass, auf molarer Basis berechnet, diese Verbindung dreimal wirksamer als Natriumphosphat ist) zur Verhinderung des Angriffs von Milchsäure auf Zahnschmelz.
Beispiel B
Ausgezogene menschliche Zähne, deren Schmelz durch Einwirkung von Milchsäure leicht erweicht worden war (gemessen durch Mikro-Knoop-Härtetest) wurden in einer Lösung, welche 1% Calciumsaccharosephosphat in Gegenwart von Speichel enthielt, eingetaucht. Nach sechstägigem Eintauchen war der Zahnschmelz wieder hart. Speichel in Abwesenheit des Calciumsaccharosephosphats vermochte die erweichten Zähne nicht wieder zu härten.
Beispiel C
Eine Osborne-Mendel-Rattenart, welche empfindlich auf Karies ist, wenn sie mit einer an raffinierten Kohlehydraten angereicherten Diät gefüttert wird, wurde verwendet, um die Wirksamkeit verschiedener Salze von verschiedenen organischen Phosphaten auf die Herabsetzung der Karies durch Zusatz in verschiedenen Konzentrationen zur Diät zu untersuchen. Ein Beispiel der von derartigen Untersuchungen erhaltenen Resultate ist das folgende:
Die Grunddiät aller Tiere bestand aus
Zucker (Saccharose) 59 Gew.-Teile
Magermilchpulver 27 Gew.-Teile
Vollweizenmehl 6 Gew.-Teile
Alphalpha 3 Gew.-Teile
Leberpulver 4 Gew.-Teile
Alle Bestandteile der Diät waren frei von wesentlichen Mengen an Fluorid. Wenn diese Diät an Kontrolltiere der
Osborne-Mendel-Ratten während etwa 6 Wochen verfüttert wurde, entwickelten die Tiere Karies. In jeder Versuchsreihe wurden Kontrollgruppen verwendet.
Den Testgruppen wurde diese Grunddiät unter Zusatz verschiedener Mengen eines Salzes eines organischen Phos phatesters, das mit dem trockenen Futter gut vermischt wurde, verabreicht. Die Stärke der Zahnkaries bei den Ratten kann auf zwei Arten ausgedrückt werden:
1. die Anzahl der angegriffenen Zähne ohne Rücksicht auf die Stärke der Verletzung,
2. Anzahl und Stärke der Verletzungen.
Im folgenden sind die Resultate von zwei Testreihen (jede mit ihrer eigenen Kontrolle) angeführt, welche mit
Calciumsaccharosephosphat als Zusatz zur Nahrung in den angegebenen Mengen durchgeführt wurden: Zusatz zu Diät % Verminderung der % Verminderung der
Anzahl kariöser Stärke der Karies
Zähne im Vergleich im Vergleich zur zur Kontrolle Kontrolle 0,5 % Calciumsaccharosephosphat 40% 55% 1,0% Calcium saccharosephosphat 81% 89% 6,0% Calciumsaccharosephosphat 81% 84%
Die Vorteile der Verwendung der kariostatischen Zusatzmittel gemäss der vorliegenden Erfindung gegenüber der Verwendung anorganischer Phosphate und Fluoride zur Herabsetzung der Zahnkaries und Zahnerosion bei Zusatz zu Nahrungsmitteln beruhen auf folgenden Gründen:
1.
Gewisse Salze der oben definierten organischen Ester der Phosphorsäure bilden ein Mittel zur Erzielung einer stabilen, löslichen Form von Phosphat und Metall oder Metallen, wie Calcium, die als anorganische Phosphate nur wenig löslich sind.
2. Im Gegensatz zu anorganischen Fluoriden sind die gewählten organischen Ester und deren Salze nicht toxisch.
Einige von ihnen sind sogar wertvolle Nahrungsmittel, welche Zucker, Phosphat und Calcium oder Metalle, die menschliche und tierische Metaboliten sind, in leicht löslicher Form liefern.
3. Im Gegensatz zu anorganischem Phosphat weisen die gewählten organischen Ester und ihre Salze einen nicht unangenehmen, milden Geschmack auf und beeinträchtigen auch in stärkeren als den für die maximale kariostatische Wirkung erforderlichen Konzentrationen den Geschmack der Nahrungsmittel nicht merklich.
4. Als Folge dieser Eigenschaften können ausgewählte organische Phosphatester und deren Salze Nahrungsmitteln in einem Konzentrationsbereich (ohne den Geschmack und die Toxizität der Nahrungsmittel zu beeinträchtigen) zugesetzt werden, wo sie sehr wirksam sind zur Bekämpfung von Zahnkaries und Erosion.
5. Sie können auch Mundwaschmitteln oder Präparaten zur Zahnreinigung zugesetzt werden, wo ihre Löslichkeit, ihre Ungiftigkeit, ihr milder Geschmack und ihre Schutzwirkung auf den Zahnschmelz ihnen Vorteile gegenüber anorganischen
Phosphat oder Fluoriden verleiht.
6. Sie können auch prophylaktisch wirkenden Tabletten oder Lutschbonbons einverleibt werden, welche besonders für Reisende oder in Fällen, wo die Anwendungsmöglichkeiten der kariostatischen Mittel, wie sie unter 4. und 5. erwähnt sind, nicht vorhanden sind, nützlich sind.
Bekanntlich weisen Kohlenhydrate kariogene Wirksamkeit auf, und ein wichtiges Anwendungsgebiet der vorliegenden Erfindung ist die Einverleibung von kariostatischen organischen Phosphatestern und/oder organischen Phosphatester salzen in kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel und Getränke.
Die Ester und Salze können direkt in Zucker, Mehl und Zerealien, wie Mais, Weizen, Reis, Hafer, Roggen, Soja und verschiedene Teige, wie Brot und Kuchenteige, einverleibt werden, und wenn diese Materialien zur Herstellung von Fertigprodukten, wie Brot oder Kuchen, verwendet werden, weisen die fertigen Produkte kariostatische Wirksamkeit auf, ohne wesentliche Veränderung des Geschmacks oder anderer Charakteristik. Die kariostatischen Ester und Salze können auch direkt in Brote oder Kuchen, Konfiserieartikel, Bon bons, Getränke, Sirups, Fruchtkonserven, Icecreams, Gelatine oder dergleichen einverleibt werden. Gemüse mit hohem Kohlehydratgehalt, wie z.B.
Kartoffeln, können mit den kariostatischen Estern und Salzen gekocht werden, oder diese
Ester und Salze können dem Tafelsalz oder anderen geschmackgebenden Mitteln zugesetzt und bei Tisch den Ge müsen zugesetzt werden.
Diese organischen Phosphatester und/oder ihre Derivate und/oder ihre Salze können mit den Nahrungsmitteln auf jede gewünschte Art, welche ihre gleichmässige Verteilung im Nahrungsmittel sichert, vereint werden.
Die bevorzugte Konzentration der Salze anorganischer
Phorphatester in Nahrungsmitteln für die Zwecke der vorliegenden Erfindung ist der Bereich von 0,1 bis 6,0 Gew. % des
Nahrungsmittels. Höhere Konzentrationen in Nahrungsmitteln, welche als Teil der normalen Ernährung konsumiert werden, sind nicht notwendig für den Schutz gegen Karies.
In Mundwaschmitteln und dergleichen oder in Tabletten oder Lutschbonbons, welche zu prophylaktischen Zwecken verwendet werden, können höhere Konzentrationen ver wendet werden.
Der grösste Gewinn lässt sich erzielen, wenn diese Salze organischer Phosphatester Nahrungsmitteln zugesetzt wer den, welche zur Hauptsache Kohlehydrate enthalten.
Die Salze organischer Phosphate können mit den Nahrungsmitteln oder Bestandteilen während der Verarbeitung entweder als Feststoffe oder in Lösung vermischt werden; sie können den Rohmaterialien, aus denen die Nahrungs mittel hergestellt werden, zugesetzt werden, und sie können dem fertigen Produkt zugesetzt werden.
Beispiel 1
Zucker
Zuckerkristalle wurden mit Calciumsaccharosephosphat überzogen, um ein Produkt zu ergeben, das 1 Gew. % Calciumsaccharosephosphat enthielt.
Dies wurde auf verschiedene Art ausgeführt, z.B.:
1. Aufsprühen einer Lösung von Calciumsaccharosephosphat in Wasser auf Zuckerkristalle in einer rotierenden Trockentrommel,
2. Besprühen der Kristalle mit einer wässrigen Lösung von Calciumsaccharosephosphat vor der Entnahme der Kri stalle aus den Zentrifugen im Laufe der Zuckeraufbereitung,
3. Vermischen von trockenem Zucker und trockenem Calciumsaccharosephosphat in Gegenwart fein versprühten Wassers
Beispiel 2
Mehl
In einer Mischvorrichtung für trockene Substanzen wurde ein Gew. % pulverisiertes Calciumsaccharosephosphat mit Mehl vermischt.
Beispiel 3
Cerealien
Frühstückscerealien Cornflakes wurden mit einer Lösung von Calciumsaccharosephosphat in Wasser besprüht.
Die Flocken wurden getrocknet und ergaben ein Endprodukt mit 1% Calciumsaccharosephosphat.
Beispiel 4
Brot
2 Gew. % Calciumsaccharosephosphat wurden dem Mehl während des Vermischens der Bestandteile für die Brotherstellung zugesetzt.
Beispiel 5
Kuchenteig
1 Gew. % Calciumsaccharosephosphat wurde den trockenen Bestandteilen bei der Herstellung eines Kuchenteiges zugesetzt.
Beispiel 6
Flüssiger Zucker
Ein flüssiger Zucker wurde zubereitet, welcher folgende Bestandteile aufwies:
Saccharose 65,0 Gew.%
Calciumsaccharose phosphat 0,S Gew.-%
Wasser 34,5 Gew.- %
Beispiel 7
Confiseriewaren
Bei der Herstellung eines Toffee-Gemisches wurden 2 Gew.% Calciumsaccharosephosphat dem als Bestandteil verwendeten Zucker zugesetzt.
Beispiel 8
Biskuit
Bei der Herstellung eines Biskuitteiges wurden 2 Gew. % Calciumsaccharosephosphat den anderen trockenen Bestandteilen während des Vermischens zugesetzt.
Beispiel 9
Getränke
Es wurde ein Getränk aus flüssigem Zucker, in welchem 1 Gew. % Calciumsaccharosephosphat aufgelöst worden war, zubereitet.
Beispiel 10
Lutschtabletten
Es wurden Lutschtabletten hergestellt, welche neben Exzipienzen, wie Zucker, Geschmackstoffen und Bindemitteln, 10 Gew. % Calciumsaccharosephosphat enthielten.
Die erfindungsgemäss verwendeten kariostatischen Mittel sind höchst wirkungsvoll, wenn sie kohlehydrathaltigen Nahrungsmitteln zugesetzt werden, welche kariogen sind oder werden, wenn sie den üblicherweise im Mund vorhandenen Säuren und Bakterien ausgesetzt werden.
Es scheint, dass die Bildung kariogener Mittel, wie Milchsäure und die Wirkung der Milchsäure auf die Zähne eine gewisse Zeit beanspruchen. Um den optimalen Gewinn zu erzielen, sollten daher die kariostatischen Mittel zugegen sein, wenn die kariogenen Mittel (Säuren) gebildet werden, so dass die hemmende Wirkung gleichzeitig mit der kariogenen Wirkung einsetzt. Daher können die kariostatischen Verbindungen in Zahnreinigungsmitteln, Mundwasser, Lutschbonbons und dergleichen verwendet werden.
Zur Herstellung von typischen Zahnreinigungsmitteln können die gewünschten Salze (oder das Salz) der organischen Phosphatester auf jede geeignete Art dem Zahnreinigungsmittel zugesetzt werden, je nachdem, ob dieses als Pulver, Paste oder Flüssigkeit zubereitet werden soll. Zu diesem Zwecke werden geeignete oberflächenaktive Mittel, Bindemittel, Geschmackstoffe und andere zur Erzielung der gewünschten Form des Zahnreinigungsmittels erforderliche Exzipienzen zugesetzt.
Die Natur und Konzentration der Salze organischer Phosphatester hängt von der Art des herzustellenden Präparates ab. Die Löslichkeit der verschiedenen Salze organischer Phosphatester variiert stark. So ist z. B. das Calciumsalz von Saccharosephosphat sehr gut wasserlöslich, während Dicalciumsaccharose-diphosphat nur sehr wenig löslich ist.
Die verwendeten Mengen an Salzen der organischen Phosphatester sind im allgemeinen derart, dass eine bevorzugte Konzentration von nicht unter 1% des Salzes, gelöst in der Zusammensetzung, entsteht. Die Menge des in der Zusammensetzung verwendeten unlöslichen Salzes kann bis zu 100% betragen, je nach Art des Präparates und ob andere Scheuermittel verwendet werden. Es ist ersichtlich, dass diese relativen Konzentrationen von gelösten und ungelösten Salzen in gewissen Fällen in einem einzigen Salz eines organischen Phosphatesters erzielt werden können.
Beispiel 11
Zahnpaste
Es wurde eine Zahnpaste von folgender Zusammensetzung hergestellt:
Calciumsaccharosephosphat 5,0 Gew. %
Tragantgummi 1,0 Gew. %
Saccharin (löslich) 0,1 Gew. %
Glycerin (B.P.) 20,0 Gew.%
Natriumlaurylsulfat 1,0 Gew. %
Methylparahydroxybenzoat 0,1 Gew. %
Geschmacks- u. Farbstoffe 1,0 Gew. %
Dibasisches Calciumphosphat 35,0 Gew. %
Wasser 36,8 Gew. %
Der pulverisierte Tragantgummi, das Methylparahydroxylbenzoat, Geschmack- und Farbstoffe wurden im Glycerin dispergiert. Saccharin, Natriumlaurylsulfat und Calciumsaccharosephosphat wurden in einem Teil des Wassers gelöst und diese wässrige Lösung der Glycerindispersion zugesetzt und kräftig gemischt.
Diesem Gemisch wurde sodann unter kräftigem Mischen das zuvor mit dem restlichen Wasser benetzte Calciumphosphat zugesetzt.
Beispiel 12
Zahnpaste
Beispiel 11 wurde wiederholt, das dibasische Calciumphosphat jedoch ganz durch Dicalciumsaccharose-diphosphat ersetzt.
Beispiel 13
Zahnpaste
Beispiel 11 wurde wiederholt, jedoch 50% des dibasischen Calciumphosphats durch Dicalciumsaccharose-diphosphat ersetzt.
Beispiel 14
Zahnpulver
Es wurde folgendes Präparat hergestellt:
Calciumsaccharosephosphat 5,0 Gew.%
Lösliches Sacchann 0,1 Gew. %
Farbstoff Spuren
Dibasisches Calciumphosphat 94,9 Gew. %
Beispiel 15
Zahnpulver
Es wurde folgendes Präparat hergestellt:
Farbstoff Spuren
Lösliches Saccharin 0,1 Gew. %
Geschmackstoff Spuren
Dicalciumsaccharosediphosphat 99,9 Gew. %
Beispiel 16
Zahnpulver
Beispiel 15 wurde wiederholt, jedoch 5,0 Gew. % Calciumsaccharosephosphat zugesetzt.
Beispiel 17
Flüssiges Zahnreinigungsmittel
Es wurde ein Präparat hergestellt, das folgende Bestandteile aufwies:.
Natriumalginat 1,5 Gew. %
Dicalciumsaccharosediphosphat 5,0 Gew. %
Natriumlaurylsulfat 1,0 Gew. %
Calciumsaccharosephosphat 5,0 Gew. %
Geschmackstoff Spuren
Farbstoff Spuren
Wasser 87,5 Gew. %
Der pH-Wert wurde auf 6,0 eingestellt.
Die Farb- und Geschmacksstoffe wurden dem Diphosphat zusammen mit dem Alginat zugesetzt und in dem das Laurylsulfat enthaltenden Wasser dispergiert. Dann wurde das Calciumsaccharosephosphat zugesetzt und die Dispersion mit Wasser auf das gewünschte Volumen verdünnt und das pH eingestellt.
Aus den obigen Beispielen ist ersichtlich, dass die vorliegende Erfindung eine unermessliche Anzahl von Zahn- und Mundreinigungsmitteln wie auch von Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelbestandteilen umfasst.
Das Zusatzmittel eignet sich in erster Linie zur Verwendung mit Kohlehydraten, z. B. in Brot, brotartigem Gebäck, Kuchen, Kartoffelgerichten und dergleichen sowie für Nahrungsmittel mit nur einem geringen Anteil an kariogenen Kohlehydraten, wie z.B. Fleischbread. Nahrungsmittel umfassen ferner auch Tafelaromastoffe, wie Salz, Zucker und Gewürze. Im Ausdruck Nahrungsmittel sind auch Getränke eingeschlossen. Ebenso sind Tabletten und Lutschbonbons eingeschlossen.