Fluidik-Baueiement
Die Erfindung betrifft ein Fluidik-Bauelement für Zeitverzögerungsschaltkreise zusammengesetzt aus mehreren übereinanderliegenden flachen Platten, von denen wenigstens eine Platte mit Anschlüssen für Strömungsmittelleitungen versehen ist, wobei zwei feste, parallele Wandungen Aussparungen für Haupt-, Steuerund Auffangkanäle mit Zu- und Abflussöffnungen zur Bildung eines Strömungsmittelschaltkreises begrenzen.
Es sind Fluidik-Zeitverzögerungsschaltkreise bekannt, die zur Schaltverzögerung der Schaltkreise mit abgeschlossenen Hohlräumen in Verbindung stehen. Da vielfach das Volumen von Verbindungsleitungen oder Verbindungsschläuchen für Zeitverzögerungsschaltkreise nicht ausreicht, waren besondere Behälter erforderlich, die über zusätzliche Verbindungsleitungen an die Schaltkreise angeschlossen werden mussten. Besonders bei einer grösseren Anzahl von in einem Schaltge- häuserahmen unterzubringenden Zeitverzögerungsschaltkreisen war ein erheblicher Raum zum Unterbringen der Behälter erforderlich, die mittels besonderer Halterungen am Rahmen befestigt werden mussten.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fluidik-Bauelement für Zeitverzögerungsschaltkreise vorzuschlagen, bei dem sich der Anschluss eines besonderen Behälters erübrigt, der Aufbau von grösseren Schaltkreisen auf einem wesentlich kleineren Raum weitgehend erleichtert ist und der jeweils erforderliche Zeitverzögerungswert auf einfache Weise den gegebenen Anforderungen angepasst werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das Bauelement mindestens einen von dem Strömungsmittelschaltkreis getrennten Raum aufweist und Öffnungen vorgesehen sind, die den Raum an wenigstens eine Stelle des Strömungsmittelschaltkreises anschliessen.
Eine bevorzugte Ausführungsform des Bauelementes nach der Erfindung besteht darin, dass eine Platte eine sich über einen wesentlichen Teil von ihr erstrekkende Ausnehmung enthält, die zur Schaffung eines Raumes durch wenigstens eine Zwischenplatte abgedeckt ist, und in der Zwischenplatte wenigstens zwei Öffnungen zu dem Raum vorgesehen sind, von denen wenigstens eine Öffnung mit wenigstens einem Steuerkanal des Strömungsmittelschaltkreises verbunden ist.
Dabei kann die eine Platte mit Vorteil einen die Aussparung umgrenzenden Rand aufweisen, der eine Auflagefläche für die Zwischenplatte bildet, wobei der Rand Leitungsanschlüsse aufnimmt, welche über Off- nungen in dem Rand und anschliessende Durchlässe in der Zwischenplatte mit Kanälen in der den Strömungsmittelschaltkreis aufnehmenden Platte in Verbindung stehen.
Vorteilhafterweise kann die Zwischenplatte eine der beiden festen parallelen Wandungen bilden, die den Strömungsmittelschaltkreis begrenzen.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele des Bauelementes nach der Erfindung vergrössert dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Fluidik-Bauelementes nach der Erfindung, wobei Einzelteile in auseinandergezogener Anordnung dargestellt sind;
Fig. 2 einen ersten Fluidik-Schaltverzögerungskreis zur Verwendung in dem Bauelement nach Fig. 1;
Fig. 3 einen zweiten Fluidik-Schaltverzögerungskreis zur Verwendung in dem Bauelement nach Fig. 1 und
Fig. 4 einen dritten Fluidik-Schaltverzögerungskreis zur Verwendung in dem Bauelement nach Fig. 1.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Fluidik-Bauelementes, das für einen Zeitverzögerungskreis besonders geeignet ist. Das Bauelement besteht aus einer relativ flachen, im wesentlichen rechteckigen Anschlussplatte 1, deren Oberseite eine aus Fig. 1 erkennbare sich über einen wesentlichen Teil der Platte erstreckende Ausnehmung 2 enthält, die von einem festen Rand 3 umgeben ist. An der einen Stirnseite 4 der Anschlussplatte 1 sind mehrere (im Beispielsfalle 13) Leitungsanschlüsse 6 angeordnet, die mit der Anschlussplatte fest verbunden sind. Die Leitungsanschlüsse 6 bilden Kanäle 7, die jeweils an Kanäle 8 in dem Rand 3 anschliessen. Die Kanäle 8 enden in Öffnungen 9 in dem Rand 3 der Anschlussplatte 1, so dass die Leitungsanschlüsse 6 mit den Öffnungen 9 in Verbindung stehen.
Das Bauelement besteht weiter aus einer Strömungsleitplatte 11 von gleicher Länge und Breite wie die Anschlussplatte 1 und einer Zwischenplatte 12, die zwischen der Anschlussplatte 1 und der Strömungsleitplatte 11 angeordnet ist. Die Zwischenplatte 12 dient einerseits zum Abdecken von Haupt-, Steuer- und Auffangkanälen mit Zu- und Abflussöffnungen in der Strömungsleitplatte 11. Ausserdem ist die Zwischenplatte 12 mit dem Rand 3 der Anschlussplatte 1 verbunden, um die Ausnehmung 2 zur Schaffung eines Speicherraumes abzuschliessen. In der Zwischenplatte 12 befinden sich Zu- beziehungsweise Abflussöffnungen, die die Kanäle in der Strömungsleitplatte 11 mit den Öffnungen 9 in dem Rand 3 verbinden. Gegebenenfalls sind weitere Öffnungen zur Verbindung des Raumes 2 mit Kanälen der Strömungsleitplatte 11 vorgesehen.
Sind die Platten 1, 11 und 12 miteinander verbunden, so ist ein kompaktes Blockschaltelement geschaffen, das an der einen Stirnseite Leitungsanschlüsse 6 und an der entgegengesetzten anderen Stirnseite nicht dargestellte Stifte aufweisen kann, die die Verbindung von Blockschaltelementen erleichtern.
In Fig. 2 ist eine Strömungsleitplatte 14 dargestellt, auf deren einen Seite sich mehrere Kanäle in Form von Vertiefungen befinden, die einen Fluidik-Schaltkreis 16 bilden. Im Beispielsfalle handelt es sich um einen monostabilen Schaltkreis mit einer Hauptdüse 17, einer ersten (unteren) Steuerdüse 18, einer zweiten (oberen) Steuerdüse 19, einen ersten (unteren) Auffangkanal 21 und einen zweiten (oberen) Auffangkanal 22. Der untere Auffangkanal steht mit einer ersten Entlüftungsöffnung 23 zur Atmosphäre in Verbindung. Die Öffnung 23 erstreckt sich derart durch die Strömungsleitplatte 14, dass eine Entlüftung möglich ist. Bei der Strömungsleitplatte 11 nach Fig. 1 würde eine entsprechende Entlüftungsöffnung an ihrer Oberseite ins Freie münden.
Der Auffangkanal 22 steht ebenfalls mit einer Entlüftungsöffnung 24 in Verbindung, wobei die Entlüftungsöffnung 24 ausserdem mit der oberen Steuerdüse 19 verbunden ist, um eine monostabile Arbeitsweise zu schaffen.
Nahe dem aus der Hauptdüse ausströmenden Hauptstrahl befinden sich beidseitig Seitenwände, die ein Anhaften des Hauptstrahles aufgrund bekannter Grenzschichtwirkungen ermöglichen. Der Verbindungskanal von der einen Steuerdüse 19 zu der Entlüftungs öffnung 24 bewirkt, dass dem Hauptstrahl einseitig mitgerissene Strömung zugeführt wird. Die andere rechte Steuerdüse 18 steht nicht mit einer Entlüftungsöffnung in Verbindung, so dass nicht in gleicher Weise wie bei der Steuerdüse 19 mitgerissene Strömung vorhanden ist.
Dadurch haftet der aus der Hauptdüse 17 austretende Hauptstrahl normalerweise an der der Steuerdüse 19 gegenüberliegenden Seitenwandung und strömt entlang dieser in den Auffangkanal 21.
Strömungsmittel wird unter Druck über den Hauptkanal 26 in der Strömungsleitplatte 14 der Hauptdüse 17 zugeführt. Ein Abschnitt 27 des Hauptkanales nahe einer Längsseite der Strömungsleitplatte 14 steht über eine Öffnung in der Zwischenplatte 12 nach Fig. 1 mit einer Öffnung 9 in dem Rand 13 der Anschlussplatte 1 in Verbindung. Der zugehörige Leitungsanschluss 6 ist mit einer nicht dargestellten Strömungsmitteldruckleitung zur Zuführung der Hauptströmung verbunden. Ein Kanalende 28 in der Strömungsleitplatte 14 steht über eine weitere Öffnung in der Zwischenplatte 12 mit einer weiteren Öffnung 9 in dem Rand 3 der Verteilerplatte 1 in Verbindung. Das Kanalende 28 gehört zu einem Kanal 29 der bei 31 endet. Das Kanalende 31 ist über eine Öffnung in der Zwischenplatte 12 mit dem Raum 2 in der Anschlussplatte 1 verbunden.
In ähnlicherweise ist die Steuerdüse 18 mit einem Kanalende 32 in der Strömungsleitplatte 14 verbunden, welche über eine Öffnung in der Zwischenplatte 12 mit dem Raum 2 in der Anschlussplatte verbunden ist. Der Auffangkanal 21 des monostabilen Schaltkreises 16 ist über einen Austrittskanal 33 mit einem erweiterten Kanalende 34, 36 verbunden, das über zwei benachbarte Öffnungen in der Zwischenplatte 12 mit zwei benachbarten Anschlussöffnungen 9 in der Anschlussplatte 1 in Verbindung steht. Weiterhin ist der Anschlusskanal 22 über den Austrittskanal 37 mit einem erweiterten Kanalende 38,39 verbunden, das ebenfalls über zwei benachbarte Öffnungen in der Zwischenplatte 12 mit zwei weiteren benachbarten Anschlussöffnungen 9 in der Anschlussplatte 1 verbunden ist.
Der Grund, dass die Anschlusskanäle 21 und 22 jeweils über zwei Öffnungen 9 mit zugehörigen Leitungsanschlüssen 6 verbunden sind, ist darin zu sehen, dass ein Ausgangssignal in einem dieser Ausgangskanäle über jede der beiden Leitungsanschlüsse 6 weitergeleitet werden kann, um die Aufteilung des Ausgangssignals zu erleichtern.
Dadurch, dass ein Eingangssignal über das Kanalende 31 in den Raum 2 und von dort über das Kanalende 32 in der Steuerdüse 18 der monostabilen Schaltung zugeführt werden kann, wirkt der Raum 2 als eine Kapazität, die durch das Volumen des Raumes 2 bestimmt ist. Wird ein Druckimpuls über einen Leitungsanschluss 6 dem Kanalende 28 zugeführt, so gelangt er über den Verbindungskanal 29 in den Raum 2 der Anschlussplatte 1. Die Amplitude des Druckimpulses ist gross genug, um die Schaltung 16 umzuschalten. Das Schalten wird jedoch erst erreicht, wenn der Druck in den Raum 2 eine ausreichende Höhe erhalten hat, die ausreicht, der Steuerdüse 18 eine Strömung mit einem genügend hohen Druck zuzuführen. Der Hauptstrahl strömt normalerweise entlang der unteren Seitenwandung in Richtung zu dem Auffangkanal 21.
Das Umschalten des Hauptstrahles zu dem Auffangkanal 22 erfolgt, wenn der von der Steuerdüse abgegebene Strömungsdruck die zum Umschalten erforderliche Druckhöhe erreicht hat. Die zeitliche Verschiebung vom Eintritt des Drucksignals in den Raum 2 bis zum Umschalten des Arbeitsstrahles ist von verschiedenen Bedingungen abhängig, die nachstehend näher erläutert werden.
Der aus der Hauptdüse 17 austretende Hauptstrahl strömt so lange zu dem Auffangkanal 22, wie der Druck auf der der Steuerdüse 18 zugekehrten Seite des Strahles innerhalb eines von einer Wandungsdiskontinuität beeinflussten Grenzschichtbereiches, höher ist als der Druck auf der entgegengesetzten Seite des Strahles. Mit anderen Worten wird die Differenz der Drücke zu beiden Seiten des Strahles durch Zuführung des Steuersignals in einer Weise geändert, dass der Strahl an der der Steuerdüse 18 gegenüberliegenden Wandung zum haf ten kommt, die stromabwärts an die Wandungsdiskontinuität anschliesst.
Bekanntlich entstehen die unterschiedlichen Drücke zu beiden Seiten des Strahles durch seitlich mitgerissene Luftteilchen, die im Bereich einer Wandungsdiskontinuität eine abgeschlossene Wirbelzone bilden, stromabwärts derer der Strahl an der betreffenden seitlichen Wandung wegen des höheren Druckes auf der entgegengesetzten anderen Seite des Strahles haftet.
Bei Beendigung des über die Öffnung 28 zugeführten Steuersignals beginnt der Druck in dem Raum 2 der Anschlussplatte zu fallen. Bei einem bestimmten Druckabfall im Raum 2 ist der Druck des über die Steuerdüse 18 zugeführten Strömungssignals so weit gefallen, dass als Folge davon der Druck auf der von der Steuerdüse abgewandten Seite des Strahles wieder überwiegt und somit der Strahl in seine stabile Lage zurückgeschaltet wird, in der er in den Auffangkanal 21 eintritt.
Es zeigt sich somit, dass der Raum 2 in der Anschlussplatte 1 eine bestimmte Verzögerungszeit beim Schalten des Arbeitsstrahles von seiner stabilen in die astabile und von dieser zurück in die stabile Lage bewirkt. Verschiedene Verzögerungszeiten können weiterhin bestimmt werden durch die Wahl der Grössen bzw.
der Durchlassquerschnitte der Öffnungen 31 und 32. Ist die Öffnung 31 grösser als die Öffnung 32, dann ist die Verzögerungszeit zum Umschalten des Arbeitsstrahles aus der stabilen Lage in die astabile Lage kürzer als umgekehrt. Der Grund hierfür besteht darin, dass dann, wenn die Öffnung 31 gegenüber der Öffnung 32 gross ist, der Druckaufbau in dem Raum 2 über die weite Öffnung 31 schneller erfolgt als der Abbau des Druckes in der Kammer 2 über die engere Öffnung 32 mit einem relativ hohen Strömungswiderstand.
Sind dagegen die Öffnungen 31 und 32 im wesentlichen gleich gross, dann sind die Verzögerungszeiten zum Um- und Zurückschalten des Strahles aus bzw. in seine stabile Lage im wesentlichen gleich gross. Ist dagegen die Öffnung 32 gross gegenüber der Öffnung 31, so sind die Verhältnisse gegenüber dem Fall mit weiter Öffnung 31 und enger Öffnung 32 umgekehrt.
Fig. 3 zeigt einen Fluidik-Schaltkreis mit einer definierten Verzögerungszeit zwischen der Abgabe eines Steuerimpulses an den Schaltkreis und dem Schalten des Schaltkreises, wobei jedoch das Rückschalten normal, das heisst ohne wesentliche zeitliche Verzögerung erfolgt. Die Strömungsleitplatte 41 mit den einseitig als Vertiefungen angebrachten Strömungskanälen und Öffnungen zur Bildung des Strömungsmittelkreises enthält eine monostabile Schaltung 42 und eine bistabile Schaltung 43. Die monostabile Schaltung 42 enthält eine Arbeitsdüse 44, linke und rechte Auffangkanäle 46 und 47 und linke und rechte Steuerkanäle mit Steuerdüsen 48 und 49. Die Schaltung enthält Entlüftungsöffnungen 51 und 52 verbunden bzw. in Verbindung mit den linken und rechten Anschlusskanälen 46 und 47.
Die Entlüftungsöffnung 51 ist ausserdem mit der Steuerdüse 48 verbunden, um die monostabile Arbeitsweise der Schaltung 42 zu bewirken. Die bistabile Schaltung 43 enthält eine Hauptdüse 53 und Steuerdüsen 54, 56 zu beiden Seiten der Hauptdüse. Beidseitig zur Mittellinie der Schaltung 43 befinden sich Auffangkanäle 57 und 58, wobei der Auffangkanal 57 und die Steuerdüse 54 sich auf der gleichen Seite zur Mittellinie befinden. Druckmedium wird den Hauptdüsen 44 und 53 von einer Öffnung 9 über eine Öffnung in der Zwischenplatte 12 der Öffnung 59 in der Platte 41 zugeführt. An die Öffnung 59 schliessen zwei Kanäle 61,62 zu den Hauptdüsen 44, 53 an.
Der Auffangkanal 47 der monostabilen Schaltung 42 ist über einen Kanal 63 mit der Steuerdüse 56 der bistabilen Schaltung 43 verbunden, während der Auffangkanal 46 der monostabilen Schaltung 42 über eine Öffnung 64 mit dem Raum 2 in der Anschlussplatte verbunden ist. Die Steuerdüse 54 der bistabilen Schaltung 43 ist über eine Öffnung 66 ebenfalls mit dem Raum 2 verbunden. Die Auffangkanäle 57 und 58 sind bis zu Anschlussöffnungen 67 und 68 an einem Plattenrand der Strömungsleitplatte 41 geführt.
Ein Steuerimpuls kann über drei verschiedene Anschlussöffnungen 69 zur Steuerdüse 49 der monostabilen Schaltung 42 geleitet werden. Der Hauptstrahl der monostabilen Schaltung tritt normalerweise aus dem rechten Auffangkanal 47 aus und bewirkt, dass der Hauptstrahl der bistabilen Schaltung 43 in den Auffangkanal 57 abgelenkt ist und zur Anschlussöffnung 67 strömt.
Wird ein Steuerimpuls zu der Steuerdüse 49 geleitet, so schaltet der Arbeitsstrahl der monostabilen Schaltung in seine astabile Lage, wobei er über den Auffangkanal 46 und die Anschlussöffnung 64 in den Raum 2 der Anschlussplatte geleitet wird. Über den Raum 2 gelangt Strömungsmittel verzögert über die Anschlussöffnung 66 zur Steuerdüse 54 der bistabilen Schaltung 53, wenn sich in dem Raum 2 ein bestimmter Druck aufgebaut hat. Über die Steuerdüse 54 wird dann der Hauptstrahl der bistabilen Schaltung 43 in seine andere bistabile Lage geschaltet, in der er über den Auffangkanal 58 zur Anschlussöffnung 68 nahe einer Randzone der Platte 41 strömt.
Bei Beendigung des Steuersignals an der Steuerdüse 49 schaltet der Hauptstrahl der monostabilen Schaltung sofort in seine stabile Lage zurück, so dass ein Signal an die Steuerdüse 56 der bistabilen Schaltung 43 abgegeben wird. Hierbei wird der Hauptstrahl der bistabilen Schaltung in seine Ausgangslage zurückgeschaltet, wobei über den Auffangkanal 57 an die Öffnung 67 ein Signal weitergegeben wird. Dabei kann, wenn erforderlich, die Anschlussöffnung 66 eine solche Grösse aufweisen, dass sichergestellt ist, dass der Druck an der Steuerdüse 54 geringer ist als der Druck des zur Steuerdüse 56 geführten Mediums und somit ein Umschalten der bistabilen Schaltung bei dem letzteren Druck sichergestellt wird.
Es ergibt sich somit, dass der Raum 2 der Anschlussplatte eine Zeitverzögerung zwischen dem an die Schaltung abgegebenen Steuerimpuls und dem Auftreten eines Schaltimpulses an der Anschlussöffnung 68 gegenüber der Anschlussöffnung 67 bewirkt. Bei Unterbrechung des Steuerimpulses schaltet das Ausgangssignal im wesentlichen unverzögert von der Anschlussöffnung 68 zur Anschlussöffnung 67 um.
Der Schaltkreis nach Fig. 4 wird unmittelbar durch ein Steuerimpuls umgeschaltet, jedoch bei Ausbleiben des Steuerimpulses verzögert zurückgeschaltet. Der Schaltkreis setzt sich ebenfalls aus einer monostabilen Schaltung 71 (Flip-Flop) und einer bistabilen Schaltung 72 (Flop-Flop) zusammen. Ein Auffangkanal 73 der monostabilen Schaltung 71 ist mit dem Raum 2 der Anschlussplatte 1 über eine Anschlussöffnung 74 verbunden. Der andere Austrittskanal 76 der monostabilen Schaltung 71 ist mit einer Steuerdüse 77 der bistabilen Schaltung 72 verbunden. Ein Steuerkanal oder eine Steuerdüse 78 der bistabilen Schaltung 72 ist über eine relativ kleine Anschlussöffnung 79 mit dem Raum 2 der Anschlussplatte 1 verbunden.
Der Hauptstrahl der monostabilen Schaltung 71 ist normalerweise zum Austrittskanal 73 gerichtet. Über den Raum 2 der Anschlussplatte 1 gelangt dabei Strömungsmedium zu dem Steuerkanal oder der Steuerdüse 78 der bistabilen Schaltung 72. Bei Abwesenheit eines Steuersignals ist der Hauptstrom der bistabilen Schaltung 72 zum Auffangkanal mit der Anschlussöffnung 81 gerichtet. Bei Erscheinen eines Steuersignals wird dieses zu der Steuerdüse 82 der monostabilen Schaltung 71 geleitet, wodurch der Hauptstrahl der monostabilen Schaltung 71 aus seiner stabilen Lage in Richtung auf den Auffangkanal 76 und damit zum Anschluss an den Steuerkanal 77 der bistabilen Schaltung 72 umgeschaltet wird. Da die Anschlussöffnung 79 zum Raum 2 der Anschlussplatte 1 sowie die Steuerdüse bzw. der Kanal 78 der bistabilen Schaltung 72 relativ sehr schmal sind, bewirken diese einen relativ starken Druckabfall.
Demgegenüber weist die Strömung, die zur Steuerdüse 77 geführt wird, einen höheren Druck auf und vermag das Signal an der Steuerdüse 78 zu überlagern. Dadurch wird der Hauptstrahl der bistabilen Schaltung 72 unter diesen Bedingungen zum Auffangkanal mit der Anschlussöffnung 83 gerichtet. Bei Unterbrechung eines dem Schaltkreis nach Fig. 4 zugeführten Steuersignales wird der Hauptstrahl der monostabilen Schaltung 71 in die zum Auffangkanal 73 führende stabile Lage zurückgeschaltet. Dabei wird der Druck in dem Raum 2 der Anschlussplatte 1 geändert. Nach einer bestimmten Verzögerungszeit wird Strömungsmittel mit einem ausreichend hohen Druck der Steuerdüse 78 der bistabilen Schaltung 72 zugeführt, um den Hauptstrahl in Richtung des Auffangkanals mit der Anschlussöffnung 81 abzulenken.
Der Schaltkreis nach Fig. 4 weist eine hohe Ansprechempfindlichkeit aufgrund eines dem Schaltkreis zugeführten Steuersignals auf. Bei Beendigung des Steuersignals wird eine bestimmte Verzögerungszeit wirksam, die den Umschaltzeitpunkt des Schaltkreises nach Beendigung des zugeführten Steuersignales festlegt. Die Verzögerungszeit ist bestimmt durch die Grösse des Volumens des Raumes 2 der Anschlussplatte 1 und die Grösse bzw. den Durchlassquerschnitt der Anschlussöffnung 79.
Im folgenden wird ein Anwendungsbeispiel für die Schaltkreise nach den Fig. 2 bis 4 bzw. entsprechende Schaltkreise aufgezeigt. Angenommen in einer automatischen Vorschubsteuerung, beispielsweise für eine Werkzeu,omaschineo wird beim Erscheinen eines Startsignals gewünscht, ein Werkstück einzuspannen und in eine Arbeitsstellung zu bringen. Nach der Bearbeitung soll das Werkstück in eine neue Arbeitsstellung geführt und wieder freigegeben werden. Anschliessend soll der Zuführmechanismus in seine Ausgangsstellung zurückgebracht werden.
Bei einem derartigen Steuerungssystem sind Schaltkreise nach Fig. 3 und 4 verwendbar. Bei der Einspannsteuerung liesse sich das unverzögerte Einschalten und verzögerte Abschalten nach Fig. 4 und bei der Vorschubsteuerung das verzögerte Einschalten sowie das normale Abschalten nach Fig. 3 verwenden. Im besonderen würde in gleicher Weise zur Steuerung der Steuerdüse 49 der monostabilen Schaltung nach Fig. 3 und der Steuerdüse 82 der monostabilen Schaltung nach Fig. 4 ein Start bzw. ein hoher Druckimpuls geeignet sein. Der Schaltkreis nach Fig. 4 würde am Ausgang 83 mit üblicher Verzögerung eine Einspannoperation anzeigen. Im Anschluss an eine bestimmte Zeit würde ein Vorschubsignal am Ausgang 68 in Fig. 3 erscheinen, um mit einer Vorschuboperation zu beginnen.
Nach Beendigung des Arbeitszyklus würde das den Düsen 49 und 82 zugeführte Drucksignal beendet und ein Signal würde nach normaler Verzögerung am Ausgang 67 zum Einleiten einer weiteren Vorschubbewegung abgegeben. Zu einer späteren Zeit würde ein Signal am Ausgang 81 von Fig. 4 erscheinen, um das Werkstück freizugeben.
Wenn das Werkstück nach Beendigung der Operation von Hand entfernt wird, dann kann der Schaltkreis nach Fig. 2 zur Steuerung des Vorschubes und der Rückführbewegung verwendet werden (anders bei der vorher angeführten zweifachen Vorschub- und selbstätigen Rückführbewegung). Der Festspann- und Ent spannz3rklus liesse sich schaltungstechnisch ohne Verzögerung durchführen, wobei die Vor- und Rückführbewegung relativ zur Festspann- und zur Entspannoperation verzögert erfolgen würde.
PATENTANSPRÜCHE
Fluidik-Bauelement für Zeitverzögerungsschaltkreise, zusammengesetzt aus mehreren übereinanderliegenden flachen Platten, von denen wenigstens eine Platte mit Anschlüssen für Strömungsmitteilungen versehen ist, wobei zwei feste parallele Wandungen Aussparungen für Haupt-, Steuer- und Auffangkanäle mit Zu- und Abflussöffnungen zur Schaffung eines Strömungsmittelschaltkreises begrenzen, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauelement (1, 11, 12) mindestens einen von dem Strömungsmittelschaltkreis (14, 41, 71 und 72) getrennten Raum (2) aufweist und Öffnungen vorgesehen sind, die den Raum an mindestens eine Stelle des Strömungsmittelschaltkreises anschliessen.
UNTERANSPRÜCHE
1. Fluidik-Bauelement nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Platte (1) eine sich über einen wesentlichen Teil von ihr erstreckende Ausnehmung enthält, die zur Schaffung eines Raumes (2) durch wenigstens eine Zwischenplatte (12) abgedeckt ist, und in der Zwischenplatte (12) wenigstens zwei Öffnungen zu dem Raum (2) vorgesehen sind, von denen wenigstens eine Öffnung mit wenigstens einem Steuerkanal (66, 79) des Strömungsmittelschaltkreises (14, 41, 71 und 72) verbunden ist.
2. Fluidik-Bauelement nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Platte (1) einen die Aussparung umgrenzenden Rand (3) aufweist, der eine Auflagefläche für die Zwischenplatte (12) bildet, und der Rand (3) Leitungsanschlüsse (6) aufweist, welche über Öffnungen (9) in dem Rand und anschliessende Durchlässe in der Zwischenplatte (12) mit Kanälen in der anderen Platte (11, 14, 41) in Verbindung stehen.
3. Fluidik-Bauelement nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenplatte (12) die eine der beiden festen parallelen Wandungen zur Begrenzung des Strömungsmittelschaltkreises bildet.
4. Fluidik-Bauelement nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
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