Zerstäubungsorgan für Aerosolzerstäuber Die Erfindung betrifft ein Zerstäubungsorgan für Aerosol- zerstäuber zur Erzeugung einer Mischzerstäubung von min destens zwei fluiden Produkten und vor allem eine zur Ver wendung als Betätigungssprühkopf für Multiproduktzerstäu ber geeignete Ausbildungsform eines solchen Organs.
Multiproduktzerstäuber sind Aerosolzerstäuber zum Zer stäuben eines im allgemeinen flüssigen, aus mehreren getrennt im Zerstäuber untergebrachten Komponenten zusammenge setzten Gesamtprodukts durch Ansaugen und Versprühen mit Hilfe eines unter Druck verflüssigten, unter Umgebungs druck jedoch gasförmigen Treibmittels, welches durch Betäti gung geeigneter, im Zerstäuber vorgesehener Ventilorgane durch den Benutzer in der Gasphase freigesetzt wird.
Zerstäubungsorgane gemäss der Erfindung sind insbeson dere zur Verwendung als Betätigungskopf in Aerosolzerstäu- bern geeignet, in welchen die Komponenten des zu zerstäu benden Gesamtprodukts in verschiedenen, voneinander ge trennten Abteilen des Produktbehälters untergebracht sind und in welchem im Innern des Zerstäubers eine besondere, das Treibmittel enthaltende Kartusche oder Patrone von einem Produktbehälter oder von den Produktbehälterabtei len umgeben ist, so dass im Zerstäuber jede der Produktkom ponenten voneinander und vom Treibmittel getrennt auf bewahrt wird.
Solche Multiproduktzerstäuber umfassen vorzugsweise eine Treibmittelpatrone, welche mit als Treibmittel dienen dem, unter Druck verflüssigtem Gas gefüllt ist, und getrennt von dieser Patrone eine Anzahl Behälter für zwei oder mehr verschiedene flüssige Produkte, wobei solche Zerstäuber mit geeigneten Ventilorganen und im allgemeinen mit einem vorzugsweise eine Venturi-Düse enthaltenden, durch Drük- ken zu betätigenden Sprühkopf ausgerüstet sind.
Drücken auf den als Zerstäuberorgan ausgebildeten Betätigungskopf betä tigt dabei das Ventilorgan, so dass Treibmittel in der gasför migen Phase aus der Patrone entweichen und beim Durch strömen der Sprühdose die zwei oder mehr vorhandenen, gemischt zu zerstäubenden Produkte über durch ein oder mehrere Ventilorgane gesteuerte Leitungen ansaugen kann.
Multiproduktzerstäuber sind besonders erwünscht bei der Anwendung von pestiziden Mitteln, die zwei oder mehr ver- schiedene biologische Aktivitäten aufweisen, also z. B. wenn ein Fungizid und ein Insektizid, deren Anwendungsformen für eine Lagerung in Mischung miteinander nicht kompatibel sind, in einer gemischten Sprühwolke angewendet werden sol len. So ist es gebräuchlich, insektizide Phosphorsäureester als Lösung in unplaren Lösungsmitteln anzuwenden, während Fungizide oft als Lösung in einem polaren Lösungsmittel an gewandt werden müssen; eine Mischung der beiden Kompo nenten in einem gemeinsamen Produktbehälter eines Aero- solzerstäubers könnte leicht Abscheidungen oder Zersetzun gen der Produkte verursachen, wie dies z.
B. in einem Ge misch von Diazinon und Dodin der Fall sein würde.
Andere wichtige Anwendungsmöglichkeiten finden solche Mischungen auf dem Gebiet der Pflanzenwuchsanregung und der Düngung. So sind z.B. Eisenchelate in Lösung nicht stabil, wenn man ihnen Ammoniumsalze, insbesondere Ni trate oder Sulfate beimischt. Bisher war es daher nötig, diese beiden Komponenten bis zum eigentlichen Gebrauch streng getrennt aufzubewahren.
Eine sehr wichtige Anwendung von Multiproduktzerstäu bergemischen, bei welchen die Abwesenheit von Zersetzungs produkten und ein genaues Einhalten der Mengenverhältnisse der Komponenten in der Mischung sichergestellt sein muss, betrifft das Färben von Haaren lebender Personen. Hierbei werden gewöhnlich ein Oxydationsfarbstoff und ein Oxydie rungsmittel, z. B. Wasserstoffperoxid, verwendet, aus denen gebrauchsfertige Aerosolmischungen natürlich erst im Augen blick der Verwendung hergestellt werden können. Das Men genverhältnis von Oxydationsfarbstoff zu Oxidierungsmittel muss dabei scharf einstellbar sein, so dass der Friseur genau die von ihm gewünschte Farbtönung des Haares erzielen kann.
Dasselbe gilt für Haarbleichmittel, bei welchen im Augenblick der Anwendung eine Persulfatkomponente mit Wasserstoffperoxid oder einem in ähnlicher Weise auf die Persulfatkomponente reduzierend wirkenden Mittel in einem konstanten Verhältnis vermischt werden müssen.
Die oben beschriebenen Multiproduktzerstäuber arbeiten zufriedenstellend bei der Zerstäubung von zwei oder mehr Produktkomponenten, von denen eine jede gegenüber den anderen hinreichend inert ist, um ihre Vermischung schon vor dem Eintritt in eine Venturidüse bekannter Konstruktion oder auch ihr Zusammentreffen im engen Halsteil einer bei Doppelaerosolzerstäubern üblichen Venturidüse zu gestatten.
Im letzteren Fall können die Produktkomponenten, auch wenn eine Reaktion zwischen ihnen sofort beim Zusammen treffen stattfindet, doch in einem, mit dem üblichen Typ von Venturidüse ausgestatteten Multiproduktzerstäuber versprüht werden, solange keine Reaktionsprodukte gebildet werden, welche dazu neigen, den engen Halsteil der Venturidüse zu verstopfen, der üblicherweise einen konvergenten Teil der Düse, durch welchen gewöhnlich das Treibmittel einströmt, um seine Ansaugkraft zu erhöhen, mit einer divergenten Aus- stosskammer verbindet, wie sie bei Düsen jüngeren Datums für Aerosolzerstäuber gewöhnlich vorgesehen ist.
Werden jedoch unmittelbar beim Zusammentreffen zweier verschiedener Produktkomponenten Reaktionsprodukte ge bildet, die zu einer Verstopfung der Venturidüse führen kön nen, so wird ein solcher Zerstäuber auf die Dauer nicht zur vollen Zufriedenheit arbeiten.
Ausserdem leiden diejenigen Multiproduktzerstäuber, bei welchen mehrere Produktkomponenten bereits vor dem Ein tritt in die Venturidüse miteinander vermischt werden, unter dem Nachteil, dass das Mengenverhältnis der Komponenten in der Mischsprühwolke nicht konstant bleibt, sondern inner halb gewisser Grenzen schwankt. Ein ähnliches Fluktuieren wird z.B. beim gleichzeitigen Ausströmen von fliessendem heissem und kaltem Wasser aus getrennten Leitungen über z.B. aus einer Dusche oder beim Füllen einer Badewanne, beobachtet, wobei der Wasser strahl aus dem Hahn zeitweise kälter und zeitweise heisser als mit der vom Benutzer gewünschten Temperatur herausfliesst.
Die vorliegende Erfindung bezweckt daher die Schaffung eines Zerstäubungsorgans, welches als Sprühdüse in dem oben beschriebenen Typ von Multiproduktzerstäubern verwendet werden kann und welches eine Sprühwolke von konstantem Gewichtsverhältnis der darin enthaltenen Produktkomponen ten praktisch ohne Fluktuieren erzeugt.
Ein weiterer Zweck der vorliegenden Erfindung liegt in der Schaffung eines Zerstäubungsorgans, das als Sprühdüse für die Erzeugung einer Mischversprühung aus zwei oder mehr Produktkomponenten dient, von welchen mindestens zwei augenblicklich beim Zusammentreffen miteinander unter Bildung von Produkten reagieren, welche dazu neigen, eine gewöhnliche Venturidüse zu verstopfen, während das erfin- dungsgemässe Zerstäubungsorgan durch derartige Reaktions produkte nicht verstopft wird.
Diesen Zwecken dient das erfindungsgemässe, als Betäti gungskopf für einen Aerosolzerstäuber verwendbare Zer stäubungsorgan, das mit einem selbsttätig rückstellbaren Ven til zusammenwirkt und mit welchem mindestens zwei fluide Produktkomponenten durch ein gasförmiges Treibmittel zer stäubt und vermischt werden, wobei die Produktkomponen ten in eine seitliche, einen Mischraum bildende Ausnehmung des Kopfes über in letzterem vorgesehene Zuleitungen ein strömen und das dadurch gekennzeichnet ist, dass im Zer stäubungsorgan eine Verteilerkammer für das Treibmittel vorgesehen und an diese zum Ansaugen der Produktkom ponenten je eine Venturidüse angeschlossen ist und die zur Strömungsrichtung divergierenden,
mit ihren engen Öffnun gen über Hälse mit den zur Strömungsrichtung konvergieren den Einströmkanälen verbundenen Ausströmkanäle der Dü sen mit den weiten Öffnungen in den Mischraum einmünden, wobei die Längsachsen der Kanäle zur Mittelachse des Misch raumes geneigt sind und sich im Mischraum oder ausserhalb desselben unter einem Winkel von etwa 5 bis 60 schneiden.
Vorzugsweise kann das Zerstäubungsorgan so ausgebildet werden, dass der Schnittpunkt der Längsachsen der Aus- strömkanäle nahe oder auf der Mittelachse des Mischraumes liegt, und die Treibmittel- und die Produktkomponenten- Zuleitungen in einer besonders bevorzugten Ausführungsform in der Bodenfläche des als Betätigungskopf dienenden Zer stäubungsorgans ausmünden.
Eine besonders vorteilhafte Ausbildung des Zerstäubungs organs ist derart, dass die Einströmkanäle mit ihren weiten Öffnungen in die Verteilerkammer und die Zuleitungen der Produktkomponenten in die Hälse, vorzugsweise über mit den Hälsen verbundene Vorkammern, einmünden.
Bei dieser Anordnung durchströmt das gasförmige Treib mittel von der Verteilerkammer aus die konvergierenden Einströmkanäle oder -kammern der verschiedenen Venturi- teildüsen in Mengen, deren Verhältnis demjenigen der Di- mensionierung der genannten konvergierenden Teildüsen kammern entspricht, und saugt in den anschliessenden Durch- lasshälsen dieser Teildüsen Mengenbeträge der dort ange schlossenen fluiden Produkte an, deren Verhältnis zueinander wiederum von der Bemessung jeder der Teildüsen abhängt.
So können die Teildüsen gleich dimensioniert sein, wodurch gleich grosse Mengenbeträge an fluiden Produkten angesaugt und in zerstäubter Form in den Mischraum des erfindungs- gemässen Zerstäubungsorgans eingeführt werden. Das Men genverhältnis der Komponenten in der Mischsprühwolke wird dann praktisch ein konstantes sein. Werden anderseits die Dimensionen der einen Teildüse einer zwei derartige Teil düsen enthaltenden Zerstäubereinheit doppelt so gross aus gelegt wie diejenigen der anderen Teildüse, so wird das Ge wichtsverhältnis der ersten Produktkomponente zur zweiten in der aus der Einheit ausgestossenen Mischsprühwolke prak tisch konstant bei 2:1 liegen.
Besonders einfach lassen sich diejenigen Zerstäuberorgane gemäss der Erfindung herstellen, welche zwei Venturidüsen enthalten, die in den gemeinsamen Mischraum einmünden. Solche Zerstäuberorgane können in einfacher Weise in zwei Hälften aus Kunstharz, z. B. nach dem Spritzgussverfahren, hergestellt und in bekannter Weise z.B. thermisch ver- schweisst oder verklebt oder in ähnlicher Weise miteinander verbunden werden, wobei die Trennfläche der beiden Hälften vorzugsweise gleich der gemeinsamen mittleren Schnittebene durch die Längsachsen der beiden Teildüsen ist.
Dabei werden die beiden Venturidüsen vorzugsweise mit ihren Achsen in einer Ebene parallel oder nahezu parallel der Grundfläche des Zerstäuberorgans angeordnet.
In dieser Grund- oder Bodenfläche befindet sich auch vor zugsweise eine Ausnehmung, von welcher aus der Durchlass oder die Durchlässe für Treibmittel zur Verteilerkammer und die verschiedenen Produktleitungen zu den entsprechenden zugehörigen Durchlasshälsen der verschiedenen Teildüsen führen. Sind drei Teildüsen vorgesehen, so werden sie vor zugsweise so angeordnet, dass ihre Längsachsen die Kanten einer dreieckigen Pyramide, vorzugsweise eines Tetraeders bilden, wobei die Verteilerkammer an der Basis der Pyramide liegt.
Es wurde gefunden, dass im Falle eines erfindungsgemäs- sen Multiventuri-Zerstäubungsorgans, welches zwei Venturi- elemente enthält, eine sehr zufriedenstellende Vermischung der feinen und feinsten Tröpfchen der beiden Produktkom ponenten erzielt wird, wenn die mittleren Achsen der aus- gestossenen Sprühkegeln aus den divergenten Kammern der beiden Venturielemente sich unter einem spitzen Winkel von etwa 5 bis 60 schneiden.
Der günstigste Schnittwinkel der beiden Achsen hängt dabei nicht nur von der Gestalt der divergierenden Düsenkammern, sondern vor allem von der Natur des verwendeten Treibmittels und von den physika- lisch-chemischen Eigenschaften der beiden zu versprühenden Produkte ab.
Mittels des erfindungsgemässen Zerstäubungsorgans kön nen Produkte zerstäubt werden, die vorzugsweise in einer flüssigen Phase vorliegen, d.h. als Lösungen, Emulsionen oder Suspensionen von Wirkstoffen, welche eine gewünschte Aktivität besitzen, oder auch als Wirkstoffe allein, soweit sie direkt in flüssiger Form verwendet werden können. Die Pro dukte können dabei nichtschäumend oder schäumend sein; in letzterem Fall kann die Schaumbildung eine Eigenschaft das oder der Produkte selbst sein oder erst durch ihre Vermi schung miteinander im Mischraum des Zerstäuberorgans ge- mäss der Erfindung erzeugt werden.
Weitere Einzelheiten einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung und ihrer Verwendung in Multiproduktzerstäu bern ergeben sich aus der folgenden Beschreibung anhand der beiliegenden Zeichnungen, in welchen: Fig. 1 ein axialer Schnitt des oberen Teils einer ersten Ausführungsform eines Multiproduktzerstäubers darstellt, wo bei der Zerstäuber mit einem in Vorderansicht und teilweise im Schnitt gezeigten Zerstäubungsorgan gemäss der Erfin dung ausgerüstet ist; alle beweglichen Teile befinden sich dabei in unbetätigter oder Lagerungs -Stellung.
Fig. 2 zeigt das erfindungsgemässe Zerstäubungsorgan in der gleichen Anordnung wie in Fig. 1, jedoch in teilweise im Schnitt ausgeführter Seitenansicht und in bezug auf das Aerosolgerät in gedrückter oder Ausgabestellung.
Fig. 3 zeigt die in Fig. 1 und 2 enthaltene Ausführungs form des Zerstäubungsorgans in horizontalem Querschnitt längs der in diesen Figuren mit III-III bezeichneten Ebene.
Fig. 4 zeigt einen anderen horizontalen Schnitt durch das erfindungsgemässe Zerstäubungsorgan, und zwar längs der unterhalb derjenigen der Fig. 3 gelegenen, in Fig. 1 und 2 mit IV-IV bezeichneten Ebene.
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt, dessen Schnittebene in Fig. 1 und 2 mit V-V bezeichnet ist.
Fig. 6 zeigt das in Fig. 1 bis 4 dargestellte Zerstäubungs organ gemäss der Erfindung, jedoch aufgesetzt auf einen Multiprodukt-Aerosolzerstäuber, dessen Konstruktion von dem des in Fig. 1 und 2 dargestellten Geräts etwas abweicht; die Figur ist teilweise im Schnitt längs der in Fig. 3 mit VI bis VI bezeichneten Ebene dargestellt.
In den in Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsformen kann das zu zerstäubende Mehrkomponentenprodukt zwei oder mehr Komponenten enthalten oder aus solchen Komponenten bestehen, welche nicht miteinander verträglich sind, sondern die unmittelbar beim Zusammentreffen miteinander unter Bildung von Produkten reagieren, welche gewöhnliche Ven- turidüsen für Aerosolzerstäuber verstopfen würden.
Der in Fig. 1 und 2 gezeigte Multiproduktzerstäuber um- fasst ein äusseres Gehäuse oder einen Mantel 1, einen auf den oberen Rand 1a des Gehäuses aufgesetzten und an ihm befestigten Deckel 2, der mit einer zentralen Öffnung 2a ver sehen ist, eine Ventileinrichtung bestehend aus dem Ventil gehäuse 3 und dem Ventilschaft 4, einen Treibmittelbehälter, z.
B. eine Patrone 5, welche an der Unterseite des Ventil gehäuses 3 befestigt ist, und schliesslich, in der in Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsform des Aerosolgeräts, zwei Produkt behälter 6 und 7, die am Ventilgehäuse 3 mittels Verbin dungsrohrstücken 8 und 9 befestigt sind und aus flexiblen, sich zusammenfaltenden bzw. zusammendrückbaren (kollap- siblen) Säcken bestehen, welche zur Aufnahme von zwei verschiedenen Produktkomponenten dienen, von denen die eine in dem ersten und die andere in dem zweiten Produkt sack untergebracht ist.
Das Ausströmen von gasförmigem Treibmittel aus der Treibmittelpatrone 5 in einen axialen Durchlass, z.B. eine Längsbohrung 10, des Ventilschafts 4, wird durch ein Hoch drucksperrorgan gesteuert, welches eine den Treibmittelfluss verhindernde bzw. freigebende ringförmige Dichtungsscheibe 11 umfasst, während der Auslass der Produktkomponenten aus den Säcken 6 und 7 in voneinander getrennte Durchlass- kanäle 12 und 13 des Ventilschafts 4 durch Niederdruck sperrorgane gesteuert wird, welche eine erste ringförmige Dichtungsscheibe 14 zur Steuerung des Flusses der einen Produktkomponente aus dem Produktsack 6 und eine zweite ringförmige Dichtungsscheibe 15 zur Steuerung des Flusses der anderen Produktkomponente aus dem Produktsack 7 umfassen.
Das Ventilgehäuse 3 besitzt einen zentralen, durchgehen den Innenhohlraum oder Durchlass 16, 17, 18 und ist mit seinem Oberteil 3a in einem an der Innenseite des Deckels 2 vorgesehenen hülsen- oder ärmelartigen Ringvorsprung 2b befestigt, wobei die mittlere Deckelöffnung 2a mit dem Innenhohlraum 16, 17, 18 des Ventilgehäuses 3 koaxial an geordnet ist. Die ringförmige Dichtungsscheibe 14 wird nun mit ihrem äusseren Randteil in einer ringförmigen Ausspa rung 2c des Ringvorsprungs 2b und mit ihrem mittleren Ringteil zwischen einer auf der Innenseite des Deckels 2 um die Deckelöffnung 2a herum ausgebildeten Ringwulst 2d einerseits und dem Rand des Oberteils 3a des Ventilgehäu ses 3 anderseits gehalten.
Der Innenhohlraum 16, 17, 18 des Ventilgehäuses 3 ist mit einer Schulter 19 und mit einer Ringrippe 30 versehen, welche unterhalb der verengerten, die Schulter 19 bildenden mittleren Zone 17 des Innenhohl raums in diesen hineinragt und einen zentralen Durchlass 30a besitzt, der die mittlere Zone 17 des Innenhohlraums mit der unteren Zone 18 desselben verbindet; die Bodenzone 18 öffnet in eine erweiterte, nach dem Treibmittelbehälter 5 zu offene Ausnehmung 31.
Die ringförmige Dichtungsscheibe 14 kontrolliert nun den Fluss der ersten Produktkomponente aus dem Sack 6 über das Verbindungsrohrstück 8, welch letzteres fest in einer ent sprechenden Bohrung 32 des Ventilgehäuses 3 sitzt, und über einen Durchlass 33 im Gehäuseinnern in die obere Zone 16 des Innenhohlraums des Ventilgehäuses 3 und von dort in die Kanäle 12 des Ventilschafts 4.
Die ringförmige Dichtungsscheibe 15 liegt im Innenhohl raum des Ventilgehäuses 3 auf der Schulter 19 auf und wird auf dieser mittels eines inneren Halteringes 34, der in die Innenraumzone 17 festsitzend eingelassen ist, festgehalten; der Haltering 34 besitzt einen in das Innere des Innenhohl raums hineinragenden Ringflansch 34a, an dessen Unterseite der mittlere Teil und der äussere Randteil der Dichtungs scheibe 15 anliegen kann.
Die Dichtungsscheibe 11, welche den Fluss von Treibmit tel aus der Patrone 5 steuert, ist in der Bodenzone 18 des Ventilgehäusehohlraums untergebracht und wird in dieser an der Unterseite der Ringrippe 30 vermittels eines äusseren Halterings 35 von annähernd der Form eines umgestülpten Pilzes festgehalten. Dieser Haltering 35 wird mit seinem aus der Bodenausnehmung 31 des Ventilgehäuses 3 herausragen den, nach aussen geschwungenen Teil 35a an der Unterseite eines die Ausnehmung 31 umgebenden ärmelartigen Ringteils 3b des Ventilgehäuses gehalten und durch ein umgebördeltes Randteil 5a des Halses der Treibmittelpatrone 5 gesichert.
Der Ventilschaft 4 ist im Innenhohlraum des Ventilgehäu ses 3 längs der mittleren Achse des Hohlraums verschieblich gelagert; er ragt mit seinem oberen Ende aus der mittleren Deckelöffnung 2a heraus und mit seinem unteren, nach dem Treibmittelbehälter 5 zugekehrten Ende, das als ein gegen über einem anschliessenden, verjüngten Schaftteil dickerer Schaftkopf 40 ausgebildet ist, aus der Öffnung der Ringrippe 30 des Ventilgehäuses in die untere Zone 18 des Innenhohl raums und gegebenenfalls in die erweiterte Ausnehmung 31 des letzteren hinein.
Die im Inneren des Ventilschafts 4 vorgesehene Längs bohrung 10 öffnet einerseits in der Mitte des oberen Ventil schaftendes und anderseits über mehrere Öffnungen 41 in der verjüngten Ventilschaftzone gerade oberhalb des Ventil- Schaftkopfes 40. In dieser verjüngten Zone des Ventilschafts 4 greift die Dichtungsscheibe 11 des Hochdrucksperrorgans so ein, dass die Öffnungen 41 in der besagten Zone bei der in Fig. 1 gezeigten Stellung des Ventilschafts 4 geschlossen sind, während in der in Fig. 2 gezeigten Betätigungsstellung des Geräts diese Öffnungen 41 von der Dichtungsscheibe 11 für den Durchfluss von Treibmittel freigegeben sind.
Ist der Ventilschaft 4 nicht infolge Betätigung des Geräts durch Drücken auf das als Betätigungskopf des letzteren die nende erfindungsgemässe Zerstäubungsorgan herabgedrückt, so wird er in der in Fig. 1 gezeigten Stellung mittels einer Feder 36 gehalten, die mit ihrem einen Ende auf dem Ring flansch 34a des Halterings 34 ruht und mit ihrem anderen Ende gegen die Unterseite eines verdickten Teils oder äusse- ren Ringflanches 42 drückt, der in der mittleren Zone des Ventilschafts 4 ausgebildet ist.
Ventilschaft 4 ist weiter mit einer Vielzahl von Produkt kanälen 12 und 13 versehen, von denen sich die letzteren im Inneren des Schafts um den axialen Durchlass 10 von diesem getrennt und parallel zu ihm erstrecken, während die Kanäle 12 sich als Nuten in der äusseren Schaftwandung getrennt durch Längsrippen 44 oberhalb des Ringflansches 42 erstrek- ken und durch die Innenwandung des Hülsenteils 21 nach aussen abgeschlossen sind.
Die Kanäle 13 öffnen dabei mit ihrem unteren Ende in einer Ringnutzone 43 des Ventil- schafts 4, in welcher die Dichtungsscheibe 15 am Schaft an greift, so dass die in dieser Zone 43 gelegenen Öffnungen der Kanäle 13 verschlossen sind, wenn sich der Ventilschaft 4 in der in Fig. 1 gezeigten Stellung befindet, während sie von der Dichtungsscheibe bei der in Fig. 2 gezeigten Stellung dessel ben für den Durchlass von Produktkomponente aus der mitt leren Zone 17 des Ventilgehäuseinnenhohlraums und dem mit dieser Zone in Verbindung stehenden Produktsack 7 in die Kanäle 13 freigegeben sind. Produktsack 7 ist dabei mit tels des in eine Bohrung 38 des Ventilgehäuses eingeführten Mündungsrohrstücks 9 am letzteren befestigt.
Die Produktkanäle 12 besitzen oberhalb des genannten Ringflansches 42 an ihrem unteren Ende Öffnungen 45, die bei der in Fig. 1 gezeigten Stellung des Ventilschafts 4 durch die Dichtungsscheibe 14 gegenüber der Zone 16 des Ge häusehohlraums abgeschlossen sind, wobei die Dichtungs scheibe 14 auf der ihr als Ventilsitz dienenden abgeschrägten Ringfläche des Ringflanches 42 aufliegt und nach oben ab gehoben wird, während sie bei der in Fig. 2 gezeigten Stel lung des Ventilschaftes nach der Zone 16 des Innenhohlraums des Ventilgehäuses 3 zu offen sind, da alsdann der abge schrägte untere Rand des Hülsenteils 21 des Zerstäubungs organs den inneren Randteil der ringförmigen Dichtung 14 herabdrückt, so dass Produktkomponente aus dem Produkt behälter 6 in die Kanäle 12 des Ventilschafts gelangen kann.
Dabei verhindert die Dichtungsscheibe 11 zu allen Zeiten den Druchtritt von Treibmittel in die Zonen 17 und 18 und den Austritt von Produkt des Sackes 7 aus Zone 17 in Zone 18 des Ventilgehäuse-Innenhohlraums; ebenso verhindert Dich tungsscheibe 15 zu allen Zeiten Durchtritt desselben Produk tes aus Zone 17 in Zone 16 und umgekehrt Durchtritt von aus Sack 6 stammendem Produkt aus Zone 16 in Zone 17 des Innenhohlraums. Schliesslich verhindert Dichtungsscheibe 14 zu allen Zeiten ein unerwünschtes Ausfliessen von Pro dukt aus Sack 6 und Zone 16 des Innenhohlraums ausserhalb der Kanäle 12 und das Einströmen von Aussenluft in den Innenhohlraum des Ventilgehäuses.
An seinem oberen Ende ist der Ventilschaft 4 vorzugs weise mit einer abgeschrägten Randfläche 46 versehen, auf welcher eine entsprechend abgeschrägte Innenfläche der Ausnehmung 22 eines Hülsenteils 21 des Zerstäubungsorgans hermetisch dichtend anliegt. Die Leitungen 13 münden am oberen Schaftende vorzugsweise in einen nach aussen offenen Ringraum 46a ein.
Nachdem nunmehr die Struktur und Funktion eines Multi- produkt-Aerosolzerstäubers bis zum eigentlichen Zerstäu bungsvorgang anhand der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Aus führungsform eines solchen eingehend beschrieben wurde, wird im folgenden das erfindungsgemässe Zerstäubungsorgan in einer bevorzugten, insbesondere zur Verwendung als Be tätigungssprühkopf geeigneten Ausführungsform für den ge nannten Zerstäuber im einzelnen insbesondere anhand der Fig. 1 bis 4 und 6 beschrieben, in welchen diese bevorzugte Ausführungsform in verschiedenen Schnitten gezeigt ist. In allen diesen Figuren bedeuten gleiche Bezugszeichen gleiche Teile.
Diese Ausführungsform des Zerstäubungsorgans besitzt, wie bereits erwähnt, einen Hülsenteil 21, der an die Grund fläche 20a des eigentlichen Betätigungskopfes 20 anschliesst und vorzugsweise aus ihr in Richtung auf den Deckel zu her ausragt. Im Inneren des Betätigungskopfes 20 ist eine Vertei lerkammer 23 vorgesehen, welche über den vorzugsweise als einzelner Durchlass ausgebildeten Treibmitteleinlasskanal 24 mit der Ausnehmung 22 des Hülsenteils 21 offen verbunden ist, wobei die Öffnung des Kanals 24 so in der Innenwandung der Ausnehmung 22 angeordnet ist, dass der Kanal 24 an die Öffnung des axialen Treibmitteldurchlasses 10 des Ventil schaftes 4 anschliesst.
An die Verteilerkammer 23 sind die konvergierenden Kammern 25a und 26a zweier Venturidüsen 25 und 26 mit ihren weiteren Endöffnungen frei verbunden angeschlossen, während die engeren, den genannten weiteren gegenüberlie genden offenen Enden der konvergierenden Kammern 25a und 26a in halsförmige Durchlässe 25b bzw. 26b übergehen und durch diese mit den engeren Endöffnungen der beiden divergierenden Kammern 25c und 26c der beiden Venturi- düsen 25 bzw. 26 in freier Verbindung stehen.
An die beiden Durchlasshälse 25b und 26b sind die Produktkammern 27 und 28 über die Produktzuleitungen 27a und 28a angeschlos sen, welche ihrerseits über Zufuhrkanäle 27b und 28b mit der Ausnehmung 22 des Hülsenteils 21 des Zerstäubungs organs in Verbindung stehen. Dabei ist in der inneren Wan dung der Ausnehmung 22 eine ringförmige Vorkammer 29 vorgesehen, in der der Zufuhrkanal 28b beginnt und die mit den Kanälen 12 im Ventilschaft in freier Verbindung steht, während die Öffnung des Zufuhrkanals 27b in der Ausneh- mung 22 so angebracht ist, dass sie mit dem Ringraum 46a am oberen Ende des Ventilschafts und dem in letzteren ein mündenden Ventilschaftkanälen 13 in freier Verbindung steht.
Die weiteren, den engeren gegenüberliegenden Öffnun gen der divergierenden Kammern 25c und 26c der Venturi- teildüsen 25 und 26 führen direkt in einen gemeinsamen Misch- und Versprühraum 50, welcher im gezeigten Ausfüh rungsbeispiel in der zur Grundfläche 20a sich im wesentlichen senkrecht erstreckenden Seitenwandung des Betätigungs kopfes 20 als Ausnehmung vorgesehen ist.
Die aus den Venturidüsen 25 und 26 zusammengesetzte Multiventuridüse funktioniert in höchst einfacher Weise wie folgt: Gasförmiges Treibmittel gelangt aus dem zentralen Durchlass 10 des Ventilschafts 4 über den Treibmitteleinlass- kanal 24 in die Verteilerkammer 23 und von hier in einem Gewichtsverhältnis entsprechend der Auslegung der konver gierenden Kammern der Teildüsen 25 und 26 in die letzteren. Dieses Verteilungsverhältnis ist 1:1, wenn, wie es in der ge zeigten Ausführungsform der Fall ist, die Ausmasse der bei den Teildüsen identisch sind.
Von den konvergierenden Kammern 25a und 26a gelangen die partiellen Treibmittel ströme alsdann durch die Durchlasshälse 25b und 26b in die divergierenden Kammern 25c und<B>26e.</B> Hierbei wird in Ab hängigkeit von der Menge und Durchflussgeschwindigkeit des durch den Hals 25b strömenden Treibmittelanteils die erste Produktkomponente aus den Ventilschaftkanälen 13 über den Ringraum 46a, den Zufuhrkanal 27b, die Produktkammer 27 und die Produktzuleitung 27a angesaugt, während die zweite Produktkomponente aus den Kanälen 12 über die Vorkam mer 29, den Zufuhrkanal 28b, die Produktkammer 28 und die Produktzuleitung 28a in den Hals 26b angesaugt wird.
In der divergierenden Kammer 25c wird nun die erste Produkt komponente, in der divergierenden Kammer 26c bei der Aus legung der Teildüsen wie in der gezeigten Ausführungsform ein gleicher Durchsatz der zweiten Produktkomponente zer stäubt und die Zerstäubungswolken unter einem spitzen Win kel gleichzeitig in den Mischraum 50 eingeblasen, in welchem sie engstens vermischt und verwirbelt und als homogene Wolke aus der Mischkammer 50 herausgeschleudert werden.
Dank der Tatsache, dass sich in den gesamten Durchströ mungswegen innerhalb des Zerstäubungsorgans keine mecha nischen Hindernisse befinden oder andere den Durchfluss beeinflussende Faktoren vorliegen, welche ein Fluktuieren der Mengenverhältnisse an Treibmittel verursachen könnten, welches in die konvergierenden Kammern der Teildüsen ge langt, so bleibt das Verhältnis der Treibmittelströme durch die Hälse 25b und 26b zueinander, während einer Betäti gungsdauer des Zerstäubers konstant, auch wenn die absolute Menge an Treibmittelgas, das aus dem Treibmittelbehälter in die Verteilerkammer gelangt, absinkt.
Folglich bleibt auch das Verhältnis der Mengen zu zerstäubender Produktkom ponenten, die durch die Produktzuleitungen 27a und 28a den beiden divergierenden Kammern 27 und 28 zugeführt und zerstäubt werden, und dementsprechend auch das Verhältnis der beiden zerstäubten Produktkomponenten in der den Mischraum 50 verlassenden Mischwolke praktisch konstant. Schwankungen in der Zusammensetzung der Mischwolke, wie sie infolge diskontinuerlicher Viskosität oder ungleichmässi- ger thermischer Konvektion auftreten können, wenn zwei flüssige Produkte miteinander in einer gemeinsamen Pro duktleitung oder Produkteinlasskammer zusammenkommen, bevor ihre Atomisierung in einer gemeinsamen Venturidüse stattfindet, werden so vermieden.
In Fig. 6 ist das in den vorhergehenden Figuren darge stellte Zerstäubungsorgan auf das obere Ventilschaftende eines Zerstäubers aufgesetzt, welches einerseits einen Pro duktsack 7, wie er in Fig. 1 und 2 gezeigt ist, zur Aufnahme einer der Produktkomponenten enthält, während anderseits eine zweite Produktkomponente im Gehäuse oder Aussen behälter 1 untergebracht ist, welcher also direkt als Produkt behälter dient. In dieser Ausführungsform ist ein Tauchrohr 51 vorgesehen, welches in einer Bohrung 52 des Ventilgehäu ses 3 befestigt ist und in das im Behälter 1 vorhandene flüs sige Produkt eintaucht. Alle übrigen Teile dieses Zerstäubers sind die gleichen wie in der im Zusammenhang mit Fig. 1 und 2 beschriebenen Ausführungsform.
Das Zerstäubungsorgan gemäss der Erfindung bietet so eine einfache und wirtschaftliche Lösung des schwierigen und bisher, soweit bekannt, noch ungelösten Problems, einen Multiaerosolzerstäuber zu schaffen, welcher das Färben von Haar mit Oxydationsfarbstoffen genau in einer gewünschten Tönung auch nach längerem-Lagern ermöglicht.
Auch jede andere Anwendungsart, bei welcher verlangt wird, dass eine Vermischung zweier versprühter Produkte in konstantem Verhältnis und erst im Augenblick der Anwen- dung selbst stattfindet, kann mit Hilfe von Multiproduktzer stäubern, die mit dem erfindungsgemässen Zerstäubungs organ ausgerüstet sind, zufriedenstellend bewirkt werden.