Verschluss mit Schliessteilen, die in der Schliessstellung sich deckende Durchtrittsöffnungen zum Durchstecken eines Splintes zwecks Absicherns der Schliessstellung aufweisen
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verschluss mit Schliessteilen, die in der Schliessstellung sich deckende Durchtrittsöffnungen zum Durchstecken eines Splintes zwecks Absicherns der Schliessstellung aufweisen.
Es sind eine Reihe von Verschlüssen, z.B. Exzenterverschlüsse bekannt, bei denen die Schliesslage durch einen Splint gesichert werden kann, der durch in der Schliesslage der Schliessteile zur Deckung gebrachte Öffnungen beider Schliessteile hindurchgesteckt wird.
Diese Splinte dienen jedoch ausschliesslich dazu, zu verhindern, dass sich der Verschluss ungewollt von selbst öffnet. Keinesfalls können sie eine Sicherheit gegen uner wünschtes Öffnen und wieder Schliessen des Verschlusses durch Unbefugte bilden. Eine solche Absicherung des Verschlusses kann aber in vielen Fällen erwünscht sein, so beispielsweise bei Sackverschlüssen, insbesondere bei Postsäcken, aber auch bei Fässern, wo der Absender dem Empfänger eine Gewähr dafür geben will, dass der Verschluss z.B. auf dem Transport unberührt blieb.
Bekannt ist zu diesem Zweck ein Verschluss der eingangs genannten Art, bei welchem der Splint als Stecker mit Verfangorgan für eine Handschliessplombe ausgebildet ist, wobei die Länge des Steckers so bemessen ist, dass nur gerade das Verfangorgan aus der Durchtritts öffnung vorragt.
Die Absicherung der Schliessstellung mittels diesem bekannten Verschluss ergibt zwar eine optimale Sicherheit gegen ein in der Folge nicht mehr feststellbares unbefugtes Öffnen der abgesicherten Teile, diese Absicherung ist aber sowohl bezüglich der für den Verschluss erforderlichen Teile als auch bezüglich der Anbringung derselben etwas aufwendig. Ausserdem besteht die Gefahr, dass die vorstehende Plombe auch bei normaler Manipulation, beispielsweise von mit solchen Verschlüssen verschlossenen Fässern oder Säcken einmal abbricht.
Ein anderer, ebenfalls bekannter Verschluss der eingangs genannten Gattung weist diesen letztgenannten Nachteil nicht auf. Bei diesem weiteren bekannten Verschluss ist der Splint ebenfalls als Stecker ausgebildet. Er ist aus einem Federblechstreifen in der Weise geformt, dass sein eines Ende um über 900 zurückgebogen eine Zunge bildet, während ein auf die andere Seite hin um über 1350 umgebogener Fortsatz dieses Streifens einen anderen Federteil bildet. Der eine Schenkel des in dieser Weise gebildeten V's ist um ca 900 abgewinkelt und bildet einen Lappen der als Anschlag an den Schliessteilen dient.
Wird ein solcher Stecker mit der Faltlinie der beiden Federteile voran durch die Durchtritts öffnungen der Schliessteile in der Schliesslage gesteckt, so können dabei die Federteile ohne weiteres durch die Schlitze treten, indem sie deren Rändern ausweichen, innerhalb der Schliessteile aber kehren sie in ihre Ruhelage zurück und bilden ein Verfangorgan das jedes Herausziehen des Steckers in der umgekehrten Richtung ohne Gewalt wirksam verhindert.
Es hat sich aber gezeigt, dass es verhältnismässig leicht möglich ist, einen Streifen oder dgl. zu einem Werkzeug zu formen mit welchem die Federteile innerhalb der Schliessteile zusammengepresst und so der Stecker in gleicher Weise wie er eingeführt wurde rückwärts unbeschädigt gelöst und zum Wiederverschluss benützt werden kann.
Die Herstellung dieses bekannten Steckers erfordert zudem relativ komplizierte Stanz- und Biegevorgänge und hochwertiges Federblech. Er ist daher nicht besonders billig und ausserdem nicht korrosionsbeständig.
Sein komplizierter Aufbau schliesst seine Herstellung aus korrosionsbeständigem und billigem Kunststoff aus.
Dazu kommt weiter, dass z.B. zum Plombieren eines Rollfasses, dieser bekannte Verschluss sich nur in einer Richtung und in einer bestimmten Lage in die Durchtrittsöffnungen einführen lässt.
Die vorliegende Erfindung löst die Aufgabe, einen Verschluss der eingangs genannten Gattung zu schaffen, der unter Beibehaltung der Vorteile des zuletzt genannten Steckers, nämlich Einteiligkeit und praktisch nicht vorstehende Teile, billig aus Kunststoff hergestellt werden kann, zusätzlich aber ein unbefugtes Lösen durch Einführen eines Werkzeuges neben dem eingesetzten Splint hindurch praktisch verunmöglicht, und der von jeder Seite und wahllos in beiden um 1800 verdrehten Lagen verwendet werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäss ein Verschluss mit Schliessteilen, die in der Schliessstellung sich deckende Durchtrittsöffnungen zum Durchstecken eines Splintes zwecks Absicherns der Schliessstellung aufweisen, wobei der Splint als einteiliger Stecker ausgebildet ist, der einerends eine Schulter zum Anschlag an die Ränder einer der Durchtrittsöffnungen aufweist und längs seinem Körper federnde Verfangorgane aufweist, die sich beim Durchtritt durch die Durchtrittsöffnungen elastisch verformen und innerhalb der Schliessteile eine Ruhelage einehmen, in welcher sie ein Zurückziehen des Steckers aus den Durchtrittsöffnungen verhindern, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckerkörper als Platte ausgebildet ist, von welcher die Verfangorgane bildende, gegen die Schulter weisende, in der Plattenebene nach aussen gerichtete Arme abstehen,
von welchen einige zudem aus der Plattenebene heraus gerichtet sind.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungs- form eines erfindungsgemässen Verschlusses am Beispiel eines Rollfassverschlusses dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch die Schliessteile und den Verschluss, und
Fig. 2 eine Aufsicht auf die in Fig. 1 dargestellten Teile.
Bei Rollfässern werden Fass und Deckel durch einen Reifen zusammengehalten, der mittels eines Hebel- oder Exzenterverschlusses geschlossen wird. In der Schliessstellung kommt der Spann- oder Verschlusshebel des Reifens auf den Reifen selber zu liegen und umschliesst diesen teilweise. Werden Hebel und Reifenteil in dieser Lage miteinander verbunden, so lässt sich der Verschluss nicht mehr öffnen. Spannhebel und darunter liegender Reifenteil bilden zwei Schliessteile 1 und 2 in welchen Öffnungen 3 bzw. 4 angebracht sind, die sich in der dargestellten Schliessstellung decken und durch welche ein Splint gesteckt werden kann um den Verschluss abzusichern.
Beim dargestellten Beispiel dient als Splint ein allgemein mit 5 bezeichneter Stecker. Dieser ist einstückig aus Kunststoff hergestellt durch eine Platte 6 gebildet, die an einem Ende eine Schulterplatte 7 aufweist, welche grösser ist als die öffnung 3 im Schliessteil
1, so dass sie einen Anschlag bildet. Die Länge des durch die Platte 6 gebildeten Steckerkörpers ist so bemessen, dass, wenn der Stecker 5 bis zum Anschlag der Schulter 7 an den Rändern der Durchtrittsöffnung, wie in der Zeichnung dargestellt, eingesteckt ist, auf der Austrittsseite bei der gegenüberliegenden Öffnung des Schliessteils 1 die Platte 6 um ein kurzes Stück 8 vorragt, das als Träger für Informationen, z.B. zur Aufnahme eines Warenzeichens oder dgl., dienen kann.
Dieser Teil 8 ist abgerundet, um ein Verfangen des eingesetzten Verschlusses beim Manipulieren mit einem damit versehenen Fass zu vermeiden. Von diesem Teil 8 des Körpers 6 ragen in der Ebene der Platte 6 beidseits je ein federnder Arm 9 ab, dessen freies Ende gegen die Schulter 7 gerichtet ist. Bei ganz eingestecktem Verschluss befinden sich die Arme 9 wie dargestellt ausserhalb der Schliessteile und decken die Austrittsöffnung ab und verhindern so wirksam das unbefugte Einführen eines Werkzeuges.
Ähnlich sind am Längsabschnitt 10 der Platte 6, welcher sich bei ganz eingestecktem Stecker zwischen den beiden Öffnungen 4 des inneren Schliessteils 2 befindet, zwei Armpaare 11 bzw. 12 vorgesehen. Diese Arme weisen ebenfalls wie die Arme 9 mit ihren freien Enden gegen die Schulterplatte 7. Das äussere Armpaar 12 verläuft in der Ebene der Platte 6 und ist in dieser Ebene federnd etwas von der Plattenmitte weggespreizt.
Demgegenüber sind die Arme des inneren Armpaares 11 in entgegengesetzten Richtungen zur Plattenebene geneigt und federn senkrecht zur Plattenebene.
Die grösste Querausdehnung des Steckerkörpers, Arme 12 bzw. 9 eingeschlossen, übersteigt etwa um den möglichen Federweg der Arme die Länge der Durchtrittsöffnungen 3, 4 der Schliessteile 1, 2.
Die Dicke der Platte 6 entspricht etwa der Breite der Durchtrittsöffnungen 3, 4.
Wird nun der dargestellte und beschriebene Stecker 5 mit seinem Ende 8 voran durch die Durchtrittsöffnungen , 4 der in Schliessstellung verbrachten Schliessteile 1, 2 eingesteckt, weichen die Arme 9, 11 und 12 jeweils beim Durchtritt durch die öffnungen 3, 4 federnd nachgiebig in der Plattenebene für die Arme 9 und 12, bzw. in die Plattenebene für die Arme 11 aus. Das Einführen des Steckers in die dargestellte Lage bietet also keine Schwierigkeiten. Herausgezogen werden kann der Stecker jedoch ohne Gewaltanwendung nicht mehr, weil die Arme 9, 11, 12 sofort nach dem Durchtritt durch die Öffnungen 3, 4 wieder in ihre Ruhelage zurückfedern und in dieser Lage beim Versuch den Stecker zurückzuziehen mit ihren freien Enden an den Randpartien der Durchtrittsöffnungen anstossen, und zwar sowohl seitlich als auch oben und unten.
Um den Stecker unbeschädigt aus dieser Lage zu befreien müsste im Innern der Schliessteile sowohl das Armpaar 12 gegen den Plattenteil 10 als auch das Armpaar 11 in die Plattenebene gedrückt werden und gleichzeitig die Arme 9 zusammengedrückt und der Stecker aus den Schliessteilen gestossen werden. Das ist praktisch ausgeschlossen, um so mehr als der neben dem Steckerkörper verbleibende freie Raum in den Durchtrittsöffnungen beispielsweise durch Verdickungen kleinstmöglich gehalten werden kann, um das Einführen eines Gegenstandes noch möglichst zu erschweren.
Der dargestellte Verschluss bietet somit trotz sehr einfachem Aufbau und Bedienung eine praktisch absolute Sicherheit gegen unbefugtes Lösen und ist dabei einfach und billig herzustellen.
In einer vereinfachten Ausführung könnten zusätzlich noch die Arme 9 weggelassen werden.
In jedem Falle muss zum Öffnen der Schliessteile der beschriebene Verschluss zerstört werden.
Bemerkenswert ist auch, dass der dargestellte Verschluss seine Funktion unabhängig davon erfüllt, ob er nun wie im dargestellten Beispiel von link nach rechts oder aber von rechts nach links eingeführt wird, und ob er die dargestellte Lage aufweist oder um 1800 um seine Längsachse verdreht. Die mit dem Verschluss hantierende Person muss also nicht auf eine bestimmte Lage des Verschlusses beim Einführen desselben durch die Durchtrittsöffnungen achten.