Verfahren zur Reinigung von 6X-6-Desoxy-5-oxytetracyclin
Es wurde gefunden, dass unreines 60c-6-Desoxy-5-oxy- tetracyclinsulfosalicylat durch Umkristallisieren aus methanolischer Chlorwasserstoffsäure und anschliessende Umwandlung des umkristallisierten Sulfosalicylates in äthanolischem Chlorwasserstoff mit geregelten Konzentrationen an Chlorwasserstoff und Wasser in das Hydrochlorid in das gereinigte Hydrochlorid umgewandelt werden kann.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit ein neues u.
verbessertes Verfahren zur Reinigung von 6cs-6-Desoxy- -tetracyclinen durch Umwandlung von unreinem 6,x-6- -Desoxy-5-oxytetracyclinsulfosalicylat in unerwartet hoher Ausbeute in das gereinigte Hydrochlorid.
In der USA-Patentschrift No. 3 200 149 ist unter anderem eine neue Gruppe von Tetracyclinantibiotika beschrieben, die allgemein als 6cc-6-Desoxytetracycline bezeichnet werden. Dabei werden die Bezeichnungen < (6- Epi und oc abwechselnd verwendet, um auf die identische räumliche Anordnung des 6-Methylsubstituenten Bezug zu nehmen. In der USA-Patentschrift No. 3 165 531 wird die Bezeichnung < X6-Epi im gleichen Sinn wie in der USA-Patentschrift No. 3 200 149 verwendet und entsprechend ist von 6-Desoxy-tetracyclinen die Rede, wenn auf die bekannten Isomeren Bezug genommen wird.
Die letztgenannten Verbindungen werden nun in der wissenschaftlichen Literatur als 148-6-Desoxy-tetracycline bezeichnet und in der vorliegenden Patentschrift werden die Bezeichnungen z und 4 im gleichen Sinn verwendet.
Die Herstellung con aa-6-Desoxy-5-oxytetracyclin durch katalytische Hydrierung von bestimmten 6-Methylentetracyclinen und auch durch Behandlung von verschiedenen 13-substituierten 6-Desoxytetracyclinen mit Raney-Nickel ist bekannt und in der technischen Literatur beschrieben, wozu auch die oben erwähnten Patentschriften gehören.
Diese Arbeitsweisen liefern leicht 6a-6-Desoxy-5-oxy- tetracyclin in guter Ausbeute. Jedoch sind die anfänglichen Reaktionsprodukte notwendigerweise mit verschiedenen Reagenzien oder Nebenprodukten verunreinigt, die entfernt werden müssen, bevor die Antibiotika pharmazeutische Reinheitsnormen erfüllen. Insbesondere können die rohen Reaktionsprodukte verschiedene Metallverunreinigungen in elementarer oder gebundener Form enthalten, beispielsweise Nickel, Aluminium oder verschiedene andere Katalysatorrückstände. Ausserdem liegen oft Abbauprodukte vor, wie Anhydro- und Apotetracyclinverbindungen, beispielsweise 5a,6-Anhydro -oxytetracyclin und Apo-oxytetracyclin und manchmal auch 6,3-6-Desoxy-5-oxytetracyclin. Diese müssen ebenfalls entfernt werden.
6sc-6-Desoxy-5-oxytetracyclin wird aus der Reaktionsmischung leicht in Form seines Sulfosalicylatsalzes gewonnen, wie es in den oben erwähnten Patenten bereits beschrieben ist. So wird eine Lösung des Produkts in einem reaktionsinerten Lösungsmittel, geeignetermassen Methanol, mit 5-Sulfosalicylsäure behandelt, wonach sich das feste Sulfosalicylat abscheidet und gesammelt werden kann. Dieser Schritt beseitigt jedoch gewöhnlich nicht die beschriebenen Verunreinigungen, wenn auch erwartet werden kann, dass die Konzentration von einigen davon dadurch vermindert wird.
Bei der weiteren Entfernung dieser Restverunreinigungen und bei der Umwandlung des Sulfosalicylats in das pharmazeutisch erwünschte Hydrochlorid oder in die amphotere Base treten Probleme auf. Derartige Reinigungen sind bereits durchgeführt worden, jedoch waren die Methoden, wie beispielsweise die Gegenstrom-Lösungsmittelverteilung, langwierig oder die Ausbeuten schlecht. So ergab die Umwandlung des unreinen Sulfosalicylatsalzes in das amphotere Antibiotikum und dann in ein hochreines Hydrochlorid durch herkömmliche Arbeitsweisen typischerweise eine Ausbeute in der Grössenordnung von nur etwa 10%. Die Umwandlung in das Hydrochlorid in einer herkömmlichen Mischung von Äthanol und Chlorwasserstoffsäure liefert ebenfalls keine angemessene Ausbeute an befriedigendem Produkt.
Es fehlt eine praktikable Arbeitsweise zur Umwandlung von unreinem Sulfosalicylat in hochreines Hydrochlorid in hohen Ausbeuten.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, das dieses Bedürfnis erfüllt, nämlich auf ein Verfahren zur Umwandlung von unreinem Sulfosalicylat des 6cs-6-Desoxy-5-oxy-tetracyclins in das praktisch reine Hydrochlorid, wobei das Ausgangsprodukt als Verunreini gung Metalle in elementarer oder gebundener Form, Anhydro- und/oder Apotetracycline enthält. Dieses Verfahren umfasst also die Umkristallisation des Sulfosalicylates und die anschliessende direkte Umwandlung in hochreines Hydrochlorid, ohne dass dazwischen die Herstellung des amphoteren Antibiotikums erforderlich ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist gekennzeichnet durch Umkristallisieren des Sulfosalicylates aus methanolischer Chlorwasserstoffsäure, Auflösen des umkristallisierten Sulfosalicylatsalzes in trockenem äthanolischem Chlorwasserstoff, Einstellen des Chlorwasserstoffgehaltes der sich ergebenden äthanolischen Lösung auf mindestens etwa 12 Mol pro Mol gelöstes 6o;-6-Desoxy-5-oxytetra- cyclin und Einführen von Wasser zu der trockenen äthanalischen Lösung bis zu 11 Volumprozent, wobei sich das Hydrochlorid, im allgemeinen in hochreiner Form und in ausgezeichneter Ausbeute von der Lösung abgetrennt und das in der Mutterlauge zurückbleibende Produkt leicht für die Recyclisierung gewonnen werrden kann.
Das nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellte 6=,-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-hydrochlorid ist von hervorragender Qualität und löst sich leicht in Wasser unter Bildung von klaren Lösungen, die frei von der Trübung sind, die mit restlichem Sulfosalicylat verbunden ist.
In der ersten Stufe des erfindungsgemässen neuen Verfahrens wird das unreine Sulfosalicylat aus methanolischer Chlorwasserstoffsäure umkristallisiert. Dies kann durch Auflösen des unreinen Salzes in trockenem methanolischem Chlorwasserstoff und anschliessende Zugabe von Wasser und überschüssiger Sulfosalicylsäure zu der Lösung, um Kristallisation hervorzurufen, bewirkt werden.
Es wird in der Regel eine Volumenmenge an Lösungsmittel verwendet, die zumindest ausreicht, um im wesentlichen das gesamte Antibiotikum zu lösen; die erforderliche Volummenge variiert mit der Reinheit der Ausgangsverbindung. Demzufolge ist es am besten, die er forderliche Menge empirisch zu bestimmen. Gewöhnlich werden etwa 4 bis etwa 10 ml pro Gramm unreines Salz benötigt, wenn auch gegebenenfalls Volummengen von 15 ml pro Gramm verwendet werden können. Es liegt auf der Hand, dass die Verwendung von übermässigen Lösungsmittelmengen am besten vermieden wird, um eine hohe Rückgewinnung des Antibiotikums sicherzustellen.
Die zur Durchführung der Auflösung erforderliche Chlorwasserstofflconzentration variiert mit der Reinheit des Ausgangssalzes, wobei die unreineren Stoffe bei relativ niedrigen Chlorwasserstoffkonzentrationen löslich sind, während reinere Proben mehr erfordern. Im allgemeinen sind Konzentrationen von mindestens etwa 4% (Gew./Vol.) Chlorwassersstoff erforderlich. Die obere Grenze ist überhaupt nicht kritisch und Konzentrationen von 20 bis 25% oder auch höher können verwendet werden, jedoch gewöhnlich ohne zusätzlichen Vorteil. Chlor wasserstoffkonzentrationen von 8 bis 9% Gew./Vol. ergeben in den meisten Fällen ausgezeichnete Ergebnisse.
Es ist gewöhnlich vorteilhaft, Temperaturen oberhalb Raumtemperatur und bis zur Rückflusstemperatur anzuwenden, um die Auflösung mit einem Minimum Lösungsmittel zu bewirken. Dies ist besonders erwünscht, wenn Sa,6-Anhydro-oxytetracyclin als Verunreinigung vorliegt.
In diesem Fall ist es ratsam, etwa 30 bis 60 Minuten am Rückfluss zu halten, um dieses in Apo-oxytetracyclin umzuwandeln. Dies sichert aufgrund der relativ hohen Löslichkeit von Apo-oxytetracyclin in methanolischer Chlorwasserstoffsäure die wirksamste Reinigung.
An diesem Punkt ist es günstig, jedoch nicht absolut wesentlich, die Lösung mit adsorbierendem Reinigungsmaterial, wie Aktivkohle, zur zusätzlichen Reinigung zu behandeln. Diese Behandlung wird geeignetermassen in Hinblick auf die Wirksamkeit und zur Sicherung gegen vorzeitige Abscheidung des Antibiotikums bei erhöhter Temperatur durchgeführt. Im Anschluss an eine derartige Behandlung wird die Lösung noch warm filtriert und in das Filtrat wird dann vorteilhaft noch Wasser und überschüssige Sulfosalicylsäure zugefügt.
Diese Stoffe können der Lösung zusammen oder getrennt in jeder Reihenfolge zuge geben werden oder die Lösung kann zu ihnen gegeben werden. Die Reihenfolge, in der die Bestandteile vereinigt werden, ist nicht kritisch.
Pro Mol gelöstes 6z-6-Desoxy-5-oxytetracyclin sollten mindestens etwa 0,5 Mol Sulfosalicylsäure eingeführt werden. Die besten Ergebnisse werden gewöhnlich mit etwa 0,9 bis etwa 2,2 Mol erhalten, wenn auch höheres Konzentrationen, jedoch ohne wesentlichen zusätzlichen Vorteil, verwendet werden können.
Die Menge an zugesetztem Wasser beträgt vorzugsweise etwa W bis etwa 3% Vol.-Teil trockene Antibiotikalösung oder -filtrat. Etwa · Vol.-Teil ist im allgemeinen bevorzugt.
Die Lösung wird nun vorzugsweise auf Raumtemperatur oder darunter abgekühlt, wenn dies nicht bereits geschehen ist, erwünschtermassen unter Zugabe einer Spurenmenge des gewünschten Produkts, um einen Kristallisationskeim zu liefern. Wie bei jeder Kristallisation ist starkes Rühren gewöhnlich vorteilhaft. Das sich abscheidende Produkt wird durch Filtrieren oder andere Standardmittel gesammelt und vorzugsweise von der Mutterlauge freigewaschen, beispielsweise mit wässrigem Methanol. An diesem Punkt liegt das Antibiotilcum gewöhnlich in Form von Kristallen vor, die 1 Mol Sulfosalicylsäure zusammen mit 1,5 Mol Wasser und 0,5 Mol Methanol pro Mol Antibiotikum enthalten. Der Solva tationsgrad kann jedoch gelegentlich differieren.
Auch wenn das 6:c-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-sulfosalicylat in amorpher Form erhalten wird, ist es für die nächste Stufe des Verfahrens ausreichend.
In der zweiten Stufe des erfindungsgemässen neuen Verfahrens wird das umkristallisierte Sulfosalicylat direkt in hochreines Hydrochlorid des 6a-6-Desoxy-5-oxy- tetracyclins umgewandelt ohne dass die Herstellung des amphoteren Antibiotikums erforderlich ist. Dies wird erreicht, indem das umkristallisierte Salz in trockenem äthanolischem Chlorwasserstoff aufgelöst, der Chlorwasserstoffgehalt dieser Lösung auf mindestens etwa 12 Mol pro Mol gelöste Tetracyclinverbindung eingestellt und bis zu 11 Vol.- 5O Wasser in die Lösung eingeführt wird, um die Abscheidung des Hydrochlorides hervorzurufen.
Wie oben wird zweckmässig eine Lösungsmittelvolummenge gewählt, die ausreicht, um praktisch alles Sulfosalicylat aufzulösen. In den meisten Fällen erfüllen etwa 4 bis 6 ml pro Gramm des gereinigten Salzes die Erfordernisse. Es kann mehr verwendet werden, jedoch vermindern übermässige Lösungsmittelmengen die Ausbeute an Endprodukt und sollen deshalb vermieden werden.
Die Chlorwasserstoffkonzentration, die erforderlich ist, um die Auflösung zu bewirken, beträgt im allgemeinen mindestens etwa 8% Gew.-/Vol. Es gibt keine kritische obere Kenzentrationsgrenze und Konzentrationen von 33% sind erfolgreich verwendet worden.
Wie in der ersten Stufe ist es gewöhnlich zu bevorzugen, das Tetracyclin in dem Lösungsmittel bei erhöhter Temperatur bis zu Rückflusstemperatur aufzulösen, um den Lösungsmittelbedarf minimal zu halten und dadurch eine hohe Rückgewinnung zu fördern. Heissfiltrieren der äthanolischen Antibiotikumlösung, vorzugsweise nach Zugabe des Antikohleadsorbens, ist von Nutzen, um etwaige ungelöste oder adsorbierbare Verunreinigungen zu beseitigen, ist jedoch nicht kritisch.
Die sich ergebende Lösung oder das sich ergebende Filtrat ist nun bereit für die Einstellung von Chlorwasserstoff und Wasser. Derartige Einstellungen können gleichzeitig oder getrennt in jeder Reihenfolge durchgeführt werden. Es müssen mindestens etwa 12 Mol Chlorwasserstoff pro Mol der Tetracyclinverbindung anwesend sein, um sicherzustellen, dass das 6cs-6-Desoxy-5-oxyte- tracyclin nicht wieder in Form des Sulfosalicylats kristallisiert. Für die Chlorwasserstoffkonzentration gibt es keine kritische obere Grenze, jedoch ergeben etwa 15 bis 20 Mol pro Mol des Tetracyclins ausgezeichnete Ergebnisse.
Es ist natürlich klar, dass der in dem Lösungsmittel, das der zweiten Stufe zugeführt wird, bereits vorhandene Chlorwasserstoff das erforderliche Minimum erfüllen kann, so dass in diesem Fall die Einführung von weiterem Chlorwasserstoff in der letzteren Stufe unnötig ist.
Der in der vorliegenden Anmeldung verwendete Ausdruck Einstellung des Chlorwasserstoffgehaltes soll auch diese spezielle Situation einschliessen. Häufiger sind jedoch anfänglich weniger als 12 Mol pro Mol vorhanden und es ist notwendig, in der vorliegenden Stufe mehr einzuführen.
Der anfängliche Wassergehalt der trockenen Äthanol lösung des umkristallisierten Sulfosalicylats liegt in der Nähe von Null, wobei die einzige Wasserquelle die 1,5 Mol Hydratwasser sind, die pro Mol Sulfosalicylat eingeführt werden. Demzufolge ist es notwendig, zusätzliches Wasser zuzugeben, um die gewünschte Abscheidung des Produkts zu bewirken. Die erreichte Wasserkonzentration soll 11 Vol.-% nicht überschreiten, da höhere Konzentrationen bewirken können, dass das Antibiotikum wieder in der Form des Salicylats kristallisiert. Beste Ergebnisse werden mit einer Konzentration von mindestens etwa 3 Vol.-% Wasser und insbesondere im Bereich von 4 bis 10% erreicht.
Die oben diskutierten Zugaben von Chlorwasserstoff und Wasser können oft gleichzeitig durchgeführt werden, d.h., durch Zugabe von wässriger Chlorwasserstoffsäure mit geeigneter Konzentration und geeigneten Volumen.
Gewöhnlich ist die Verwendung von etwa 0,125 bis 0,75 ml konzentrierter Chlorwasserstoffsäure pro Gramm in die zweite Stufe eingeführtes umkristallisiertes Sulfosalicylat geeignet. Es soll deshalb klar sein, dass der Ausdruck Einführung von Wasser , wie er in bezug auf die zweite Stufe verwendet wird, eine derartige Zugabe in Form von wässriger Chlorwasserstoffsäure mitumfasst.
Die Lösung kann nun gegebenenfalls auf Raumtemperatur oder darunter abgekühlt werden, vorzugsweise mit Zugabe einer Spurenmenge des gewünschten Hydrochloridprodukts als Kristallisationskeim. Es scheidet sich hochreines 6x-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-hydrochlorid ab und die Aufschlämmung wird, wenn die Kristallisation vollständig ist, filtriert oder anderen Standardmethoden unterworfen, um das Festprodukt zu gewinnen. Letzteres wird dann in geeigneter Weise von der Mutterlauge freigewaschen, beispielsweise mit äthanolischem Chlorwasserstoff, Äthanol und Aceton, und dann getrocknet. Das Produkt enthält 1 Mol Chlorwasserstoff pro Mol Antibiotikum, gewöhnlich in Kombination mit je einem halben Mol Wasser und Äthanol, wenn auch der Solvatationsgrad in Hinblick auf die beiden letzten manchmal differieren kann.
Das erhaltene Produkt ist von extrem hoher Qualität, es löst sich leicht in Wasser zu einer klaren Lösung, was anzeigt, dass es von dem stark unlöslichen Sulfosalicylat frei ist. Gegebenenfalls kann das Produkt durch Neutralisieren in einem reaktionsinerten Lösungsmittel nach geläufigen Methoden in die freie Basen- oder amphotere Form umgewandelt werden.
Das erfindungsgemässe neue Verfahren liefert ausgezeichnete Ausbeuten, die durch Gewinnung und Recyclisierung von restlichem Antibiotikum aus der Endmutterlauge weiter erhöht werden können. Die Zugabe von Sulfosalicylsäure zu der Mutterlauge ruft die Abscheidung des restlichen Antibiotikums als Sulfosalicylat hervor, das für die Rückführung in das Verfahren geeignet ist. Auf diese Weise kommen die erhaltenen Ausbeuten nahe an quantitative Rückgewinnung heran.
Beispiel 1 Umkristallisation
7,2 kg rohes 6a-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-sulfosali- cylat, gewonnen durch Desulfurierung von 6-Desoxy-13 -benzylmercapto-oxytetracyclin mit Raney-Nickel, werden in 45,4 Liter methanolischem Chlorwasserstoff (hergestellt durch Auflösen von 6,7 kg HCl in 75,7 Liter Methanol) aufgelöst. Die Mischung wird auf Rückflusstemperatur erhitzt und es wird weiterer methanolischer Chlorwasserstoff in Anteilen von 7,57 Liter zugegeben, wie erforderlich, um die vollständige Auflösung zu bewirken. Es können bis zu 75,7 Liter erforderlich sein. 0,30 kg Aktivkohle und 0,68 kg Diatomeenerde-Filterhilfsstoff werden zugegeben und nach 15minütigem Rühren wird die Mischung heiss filtriert und der Kuchen mit 7,57 Liter heissem methanolischem Chlorwasserstoff gewaschen.
Zu dem Filtrat und der Waschflüssigkeit wird bei 45 bis 50 C ein halbes Volumen Wasser gegeben, das 2,9 kg Sulfosalicylsäure enthält. Nach einstündigem Rühren bei 50 C wird die Mischung auf 200C gekühlt und 2 Stunden granuliert. Das sich ergebende kristalline Produkt wird filtriert und mit 18,9 Liter einer Mischung von 2 Teilen Methanol und 1 Teil Wasser und anschliessend mit Aceton gewaschen. Es werden 6,2 kg 6a,-6-Desoxy-5-oxytetra- cyclin-sulfosalicylat erhalten, E1 Elem l% = 217 bei 349 m,u.
Die quantitative Chromatographie zeigt eine Reinheit über 95%.
Untwandl±mg in das Hydrochlorid
6,2 kg des umkristallisierten Sulfosalicylats werden in 31,4 Liter einer Lösung von 7,44 kg Chlorwasserstoff in 45,4 Liter wasserfreiem Äthanol bei 50 bis 550C aufgelöst. Es werden 340 g Aktivkohle zugegeben und die Mischung wird 15 Minuten gerührt. Dann wird heiss filtriert und der Kuchen mit etwa 7,57 Liter äthanolischem Chlorwasserstoff gewaschen. Bei 50 bis 550C werden 1580 ml 12n wässrige Chlorwasserstoffsäure zugegeben.
Die Charge wird dann mit Keimen versehen und bei 50 bis 55 C 3 Stunden lang granuliert. Dann wird im Verlauf von 3 Stunden langsam auf 350C und dann auf 200C abgekühlt und weitere 4 Stunden granuliert. Die ziemlich dichten Kristalle werden abfiltriert und nacheinander mit 3,79 Liter kaltem äthanolischem Chlorwasserstoff, 7,57 Liter wasserfreiem Äthanol und schliesslich mit 7,57 Liter Aceton gewaschen. Der Kuchen besteht nach dem Trocknen im Vakuum bei 400C aus 3,44 kg 6a- 6-Desoxy-5-oxytetracyclin-hydrochlorid.
Die Mutterlauge und die Waschflüssigkeit werden vereinigt und es wird ein gleiches Volumen Wasser, wor in 1,6 kg Sulfosalicylsäure enthalten sind, zugegeben. Die Mischung wird bei 20 bis 250C 4 Stunden lang granuliert, filtriert und es wird mit einer Mischung von 1 Teil Äthanol und 1 Teil Wasser und schliesslich mit Aceton gewaschen. Auf diese Weise werden 1,31 kg 6o-6-Desoxy- -5-oxytetracyclin-sulfosalicylat für die Recyclisierung gewonnen.
Beispiel 2 Umkristallisation
Eine Mischung von 25,0 g rohem óu-6-Desoxy-5-oxy- tetracyclin-sulfosalicylat (Ei1 150), gewonnen aus einer Palladium-Hydrierung von 1 la-Chlor-6-desoxy-6-desme- thyl-6-methylen-oxytetracyclin, und 100 ml einer Lösung von 33 g Chlorwasserstoffgas in 400 ml Methanol wird auf dem Dampfbad zum Rückfluss erhitzt. In 10 Minuten löst sich das Sulfosalicylsäuresalz auf und die Lösung wird eine Stunde am Rückfluss gehalten. Dann wird die Mischung mit Aktivkohle behandelt und durch Diatomeenerde-Filterhilfsstoff filtriert, wobei das Kissen mit 50 ml Methanol-HC1-Lösung gewaschen wird.
Das Filtrat und die Waschflüssigkeiten werden vereinigt und auf 500 erwärmt und es werden 10,0 g Sulfosalicylsäure und anschliessend 75 ml Wasser zugegeben. Die Kristallisation beginnt unmittelbar und die Mischung wird 2 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Filtrieren werden die Kristalle gut mit einer Methanol/Wasser-Mischung (33% Wasser), dann mit Aceton und anschliessend mit Äther gewaschen. Es werden 16,1 g (Rückgewinnung 64,4%) 6cc-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-sulfo sali- cylat als blassgelbe Kristalle erhalten; E11 = 210. Die Mutterlauge enthält gemäss dem Papierchromatogramm beträchtliche Mengen -Isomeres und Apo-oxytetracy- clin.
Aus einem identischen Versuch, abgesehen davon, dass 37,5 ml Wasser anstelle von 75 ml verwendet werden, werden 16,3 g (65,2%) umkristallisiertes Material erhalten; Ell = 209.
Umwandltmg in das Hydrochlorid
16,0 g Sulfosalicylat (E1t = 210), umkristallisiert wie oben, werden in 72 ml einer Lösung von 66 g Salzsäuregas in 400 ml Äthanol auf einer heissen Platte erhitzt, bis sich das Salz auflöst. Die sich ergebende trübe Lösung wird mit Aktivkohle behandelt, durch Diatomeenerde-Filterhilfsstoff filtriert und das Kissen wird mit 16 ml heisser Äthanol-HC1-Lösung gewaschen. Das Filtrat und die Waschflüssigkeiten werden vereinigt, auf einer heissen Platte auf 650C erhitzt gerührt und es werden 4 ml konzentrierte Chlorwasserstoffsäure zugegeben.
Die Mischung wird mit Keimen versehen und bei 65 bis 680C unter Rühren 4,5 Stunden lang kristallisieren gelassen. Dann wird die Mischung langsam abkühlen gelassen, während die Kristallisation 2 Stunden weiter geht.
Nach dem Filtrieren werden die Kristalle gut mit Äthanol und anschliessend mit Äther gewaschen. Es werden 8,49 g (Ausbeute 73%) 6x-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-hydrochlo- rid (Eil = 298) als gelbe Kristalle erhalten, die 2% oder weniger ,3-Isomeres enthalten (Bestimmung durch Papierchromatogramm). Das Hydrochlorid ist in Wasser bei einer Konzentration von 20 mg/ml vollständig löslich.
Mutterlauge und Waschflüssigkeiten aus der obigen Kristallisation werden vereinigt und dazu werden ein gleiches Volumen Wasser und anschliessend 4,0 g Sulfosalicylsäure gegeben. Die Kristallisation beginnt schnell und die Mischung wird über Nacht gerührt, dann filtriert und die Kristalle werden mit einer l:l-Mischung von Äthanol/Wasser, dann mit Aceton und anschliessend mit Äther gewaschen. Es werden 2,88 g (67% des verbleibenden Sulfosalicylsäuresalzes, 91% Gesamtrückgewinnung an kristallinem Material) blassgelbe Kristalle erhalten, die hauptsächlich aus 6a-6-Desoxy-5-oxytetracy- clin-sulfosalicylat bestehen, wobei etwas 9- und Apo Verunreinigungen vorliegen. Die Mutterlauge, stark angereichert an -Isomerem, wird verworfen.
Beispiel 3 Umkristallisation
9,2 g rohes 6a-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-sulfosalici lat, verunreinigt mit Nickel salzen, werden in 64 ml heissem Methanol-HCl (99 g trockenes HC1/1200 ml Methanol) aufgenommen. Die Lösung wird heiss filtriert, mit weiteren 10 ml heissem Methanol-HCl zum Waschen.
Die Lösung wird bei 500 gehalten, während 7,2 g Sulfosalicylsäuredihydrat und dann 22 ml Wasser zugegeben werden. Die Mischung wird mit Keimen versehen und bei Raumtemperatur über Nacht rühren gelassen. Die Ausbeute an 6-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-sulfosalicylat hoher Qualität beträgt 6,6 g.
Umwandlung in das Hydrochloridsalz (Methode A)
14,5 g uml:ristallisiertes 6a-6-Desoxy-5-oxytetracyclin- -sulfosalicylat, E11 = 215, werden unter Erhitzen in 66 ml einer Mischung von Äthanol und Chlorwasserstoff (33 g Salzsäuregas in 200 ml 2B Äthanol) gelöst. Die Lösung wird auf etwa 600 erhitzt, mit 0,38 g Aktivkohle behandelt und durch Diatomeenerde-Filterhilfsstoff filtriert.
Das Kissen wird mit 13,5 ml heisser Äthanol-Chlorwasserstofflösung gewaschen. Filtrat und Waschflüssigkeiten werden vereinigt und dann auf 600 erhitzt und es werden 4,3 ml konzentrierte Chlorwasserstoffsäure zugegeben. Die Wärmequelle wird entfernt und die Mischung mit Keimen versehen und gerührt. Nach 45 Minuten wird die Mischung auf einer heissen Platte auf 600 erwärmt und dann über Nacht bei Raumtemperatur kristallisieren gelassen. Nach dem Filtrieren werden die Kristalle gut mit Athanol/Chlorwasserstoff (33 g Salzsäuregas in 400 ml Äthanol) und dann mit Äther gewaschen und an der Luft getrocknet. Es werden 7,98 g (Ausbeute 75,7X7O) 6cc-6-Desoxy-5-oxytetracyclin-hydrochlorid erhalten; Fil = 291.
Umwandlung in das Hydrockloridsalz (Methode B)
5,0 g umkristallisiertes 6a-6-lDesoxy-5-oxytetracyclin- -sulfosalicylat werden unter Erhitzen in 23,5 ml trockenem äthanolischem Chlorwasserstoff gelöst, worin 8 g Chlorwasserstoff pro 100 ml enthalten sind. Es wird Aktivkohle zugegeben, die Lösung wird filtriert und der Kuchen mit 5 ml des äthanolischen Chlorwasserstoffs gewaschen. Filtrat und Waschflüssigkeit werden vereinigt, dazu werden 3,75 ml konzentrierte Chlorwasserstoffsäure gegeben und die Mischung wird unter Rühren gekühlt und filtriert, um das Hydrochloridprodukt zu gewinnen.