Mikrobizides Mittel
Im Hauptpatent Nr. 505 543 wird ein Schädlingsbekämpfungsmittel beschrieben, welches als aktive Komponente eine Verbindung der Formel
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enthält, worin X Sauerstoff oder Schwefel bedeutet, Y eine durch n bestimmte Zahl voneinander unabhängiger aliphatischen Reste, die direkt oder über -0- oder -5- an den aromatischen Kern gebunden sind, oder Carboxyl-, Carbalkoxy-, Cyano-, Thiocyanato-, Nitro-, Sulfo-, Sulfamyl-, Monoalkylsulfamyl-, Dialkylsulfamyl- oder Alkylcarbonylgruppen oder Halogenatome enthalten, R1 Wasserstoff oder Alkyl bedeutet und R2 einen cycloaliphatischen Rest oder einen gegebenenfalls in der Kette durch -O- oder -5- unterbrochenen aliphatischen oder araliphatischen Rest oder einen heterocyclischen Rest mit maximal 7 Ringgliedern oder einen aromatischen Rest,
die Gruppe -N(R3)(%) oder die Gruppe -ORS bedeutet, R3 für Wasserstoff oder eine Alkylgruppe und R4 für Wasserstoff, eine Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Halogenalkyl-, Halogenalkenyl-, Halogenalkinyl-, Alkoxy- oder gegebenenfalls substituierte Phenylgruppe steht oder worin auch R3 und R4 zusammen mit dem mit ihnen verbundenen N Atom einen 3-7gliedrigen heterocyclischen Ring bilden, Rs einen aliphatischen, araliphatischen oder einen gegebenenfalls substituierten Phenylrest bedeutet, und worin n Null oder eine ganze Zahl von 1 bis 4 oder, falls
R2 =-N(R3)(R4) und R3 oder R4 eine Methylgruppe bedeutet, eine ganze Zahl von 1 bis 4 darstellt.
Zusätzlich dazu wurde nun ein mikrobizides Mittel gefunden, welches als aktive Komponente die Verbindung der Formel
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und z. B. geeignete Träger und/oder andere Grundstoffe enthält.
Die Verbindung der Formel I kann nach an sich bekannten Methoden hergestellt werden, so z.B.
a) durch Reaktion der Verbindung der Formel
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mit der Verbindung der Formel H2N C3 H7(n)(III) oder b) durch Reaktion der Verbindung der Formel
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mit der Verbindung der Formel (n)C,H,N=C=O (V).
Die Herstellung des 2-Aminobenzthiazols ist bekannt und wird zusammenfassend in R. C. Elderfield Heterocyclic compounds , Band 5, beschrieben.
Die Verbindung der Formel I besitzt eine gute mikrobizide Wirkung gegen Bakterien und Fungi, insbesondere gegen pflanzenpathogene Pilze wie z.B. Erysiphe cichoracearum D.C., Alternaria tenius oder solani, Uromyces phaseoli Pers. Piricularia oryzae Bri. et Cav. und Botrytis cinerea Pers.
Das erfindungsgemässe Mittel enthält, ausser dem Wirkstoff der Formel I im allgemeinen einen geeigneten Träger und/oder andere Zuschlagstoffe. Geeignete Träger und Zuschlagstoffe können fest oder flüssig sein und entsprechen den in der Formulierungstechnik üblichen Stoffen, wie z. B.
natürlichen oder regenerierten, mineralischen Stoffen, Lö sungs-, Verdünnungs-, Dispergier-, Emulgier-, Netz-, Haft-, Verdickungs-, Binde- oder Düngemitteln. Ferner können noch weitere biozide Verbindungen zugesetzt sein. Solche biozide Verbindungen können z.B. der Klasse der Harnstoffe, der gesättigten oder ungesättigten Halogenbenzonitrile, Halogenbezoesäuren, Phenoxyalkylcarbonsäuren, Carbamate, Triazine, Nitroalkylphenole, org. Phosphorsäureverbindungen, quaternären Ammoniumsalze, Sulfaminsäuren, Arsenate, Arsenite, Borate oder Chlorate angehören. Es ergeben sich somit für die neuen Wirkstoffe zahlreiche Anwendungsformen auf die im folgenden näher eingegangen werden soll: Zur Herstellung von direkt versprühbaren Lösungen der Verbindung der Formel I kommen z. B.
Mineralölfraktionen von hohem bis mittlerem Siedebereich, wie Dieselöl oder Kerosen, Kohlenteeröle und Öle pflanzlicher oder tierischer Herkunft, sowie Kohlenwasserstoffe, wie alkylierte Naphthaline, Tetrahydronaphthalin, Xylole, Cyclohexanol, Keton, ferner chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Trichloräthan und Tetrachloräthan, Trichloräthylen oder Tri- und Tetrachlorbenzolen einzeln oder in gegenseitiger Kombination in Betracht. Mit Vorteil werden solche Lösungsmittel verwendet, deren Siedepunkt über 100 C liegt.
Wässrige Applikationsformen werden besonders zweckmässig aus Emulsionskonzentraten, Pasten oder netzbaren Spritzpulvern durch Zusatz von Wasser bereitet. Als Emulgier- oder Dispergiermittel kommen nichtionogene Produkte in Betracht, z.B. Kondensationsprodukte von aliphatischen Alkoholen, Aminen oder Carbonsäuren mit einem langkettigen Kohlenwasserstoffrest von etwa 10 bis 20 Kohlenstoffatom mit Äthylenoxyd, wie das Kondensationsprodukt von Octadecylalkohol und 25 bis 30 Mol Äthylenoxyd, oder dasjenige von Sojafettsäure und 30 Mol Äthylenoxyd oder dasjenige von technischem Oleylamin und 15 Mol Äthylenoxyd oder dasjenige von Dodecylmerkaptan und 12 Mol Äthylenoxyd.
Unter den anionaktiven Emulgiermitteln, die herangezogen werden können, seien erwähnt: das Natriumsalz des Dodecylalkoholschwefelsäureesters, das Natriumsalz der Dodecylbenzolsulfonsäure, das Kalium- oder Triäthanolaminsalz der Ölsäure oder der Abietinsäure oder von Mischungen dieser Säuren, oder das Natriumsalz einer Petroleumsulfonsäure. Als kationaktive Dispergiermittel kommen quaternäre Ammoniumverbindungen, wie das Cetyipyridiniumbromid, oder das Dioxyäthylbenzyldodecylammoniumchlorid in Betracht.
Zur Herstellung von Stäube- und Streumitteln können als feste Trägerstoffe Talkum, Kaolin, Betonit, Calciumcarbonat, Calciumphosphat, aber auch Kohle, Korkmehl, Holzmehl, und andere Materialien pflanzlicher Herkunft herangezogen werden. Sehr zweckmässig ist auch die Herstellung der Präparate in granulierter Form. Die verschiedenen Anwendungsformen können in üblicher Weise durch Zusatz von Stoffen, welche die Verteilung, die Haftfestigkeit, die Regenbeständigkeit oder das Eindringungsvermögen verbessern, versehen sein; als solche Stoffe seien erwähnt: Fettsäuren, Harze, Leim, Casein oder Alginate.
In vielen Fällen ist die Anwendung von Granulaten zur gleichmässigen Abgabe von Wirkstoffen über einen längeren Zeitraum von Vorteil. Diese lassen sich durch Lösen des Wirkstoffes in einem organischen Lösungsmittel, Absorption dieser Lösung durch granuliertes Mineral, z.B. Attapulgit oder SiO2 und Entfernen des Lösungsmittels herstellen. Sie können auch so hergestellt werden, dass der Wirkstoff der Formel I mit polymerisierbaren Verbindungen vermischt werden, worauf eine Polymerisation durchgeführt wird, von der die Aktivsubstanzen unberührt bleiben, und wobei noch während der Polymerisation die Granulierung vorgenommen wird.
Der Gehalt an=Wirkstoff in den oben beschriebenen Mitteln liegt im allgemeinen zwischen 0,01 bis 95%, dabei ist zu erwähnen, dass bei der Applikation aus dem Flugzeug oder mittels andern geeigneten Applikationsgeräten Konzentrationen bis zu 99,5 % Wirkstoff eingesetzt werden können.
Beispiel 1
Herstellung der Verbindung der Formel
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50 g (0,3 Mol) 2-Aminobenzthiazol werden in 450 ml trockenem Benzol suspendiert und auf 80 C erhitzt, wobei die Substanz in Lösung geht. Bei dieser Temperatur werden 30 g (n)-Propylisocyanat zugetropft. Nach zweistündigem Rühren bei 80" C wird auf 5 C abgekühlt und das auskristallisierte Produkt abgenutscht. Dieses fällt bereits analysenrein an und hat einen Schmelzpunkt von 145-147" C.
Beispiel 2 Stäubemittel
Gleiche Teile der Verbindung der Formel I und gefällte Kieselsäure werden fein vermahlen. Durch Vermischen mit Kaolin oder Talkum können daraus Stäubemittel mit bevorzugt 1-6% Wirkstoffgehalt hergestellt werden.
Spritzpulver
Zur Herstellung eines Spritzpulvers werden beispielsweise die folgenden Komponenten gemischt und fein vermahlen: 50 Teile Wirkstoff 20 Teile Hisil (hoch adsorptive Kieselsäure) 25 Teile Bolus alba (Kaolin)
1,5 Teile 1-benzyl-2-stearyl-benzimidazol-6,3'-disulfon- saures Natrium
3,5 Teile Reaktionsprodukt aus p-tert.-Octylphenol und Äthylenoxyd.
Emulsionskonzentrat
Gut lösliche Wirkstoffe können auch als Emulsionskonzentrat nach folgender Vorschrift formuliert werden: 20 Teile Wirkstoff 70 Teile Xylol 10 Teile einer Mischung aus einem Reaktionsprodukt eines
Alkylphenols mit Äthylenoxyd und Calcium-dodecylben zolsulfonat werden gemischt. Beim Verdünnen mit Wasser auf die gewünschte Konzentration entsteht eine spritzfähige Emulsion.
Granulate
7,5 g des Wirkstoffes der Formel I werden in 100 ml Aceton gelöst und die so erhaltene Lösung auf 92 g granu liertes Attapulgit (Mesh size: 24/48 Maschen/inch) gegeben.
Das ganze wird gut vermischt und das Lösungsmittel im Ro tationsverdampfer abgezogen. Man erhält ein Granulat mit 7,5% Wirkstoffgehalt
Beispiel 3
Fungizidprüfung a) Gurkenmehltau Erysiphe cichoracearum D. C.
Im Gewächshaus wurden Zucchettipflanzen angezogen und einmal prophylaktisch mit wässrigen Spritzbrühen, enthaltend je 0,1 % der Testwirkstoffe, besprüht. Zwei Tage nachher wurden die so behandelten Pflanzen mit Sporen von
Erysiphe cichoriacearum D.C. infiziert. Nach 12-14 Tagen anschliessender Inkubation im Gewächshaus wurden die be handelten Pflanzen auf Pilzbefall untersucht.
Resultate % Pilzbefall Wirkstoff der Formel I 0
Die unbehandelten Kontrollpflanzen waren zu 100i mit Pilzen befallen.