Zeichenständer
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Zeichenständer mit einem in einem Sockel schwenkbaren Rahmen, in welchem das Zeichenbrett höhenverstellbar geführt ist.
Bekannte Zeichenständer dieser Art benötigen zum Gewichtsausgleich bei der Höhenverstellung des Zeichenbrettes und beim Verschwenken des Rahmens zwecks Schrägstellung des Zeichenbrettes Gegengewichte, die nicht nur sehr schwer, sondern auch schwierig unterzubringen sind und die Montage bzw. Demontage bei einem Standortwechsel erheblich erschweren; ausserdem erfordern sie, wenn der Gewichtsausgleich in allen Lagen des Zeichenbrettes bzw. des Rahmens einigermassen konstant sein soll, komplizierte und daher kostspielige Verstell- und Feststellvorrichtungen, deren Montage bzw. Demontage ebenfalls schwierig ist.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht in der Schaffung eines Zeichenständers, der keinerlei Gegengewicht benötigt und somit auch keine komplizierten Verstellmechanismen, und bei dem wegen des gleichmässigen Gewichtsausgleiches in nahezu allen Lagen eine sehr einfache Feststellvorrichtung genügt; ausserdem soll der Zeichenständer in der Herstellung sowie in der Montage und Demontage sehr einfach sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch einen Zeichenständer der eingangs genannten Art gelöst, der sich dadurch kennzeichnet, dass das Zeichenbrett und der Rahmen durch wenigstens einen am letzteren angelenkten ersten Hebel und wenigstens einen am Zeichenbrett angelenkten zweiten Hebel miteinander verbunden sind, dass sowohl zwischen dem ersten oder dem zweiten Hebel und dem Rahmen als auch zwischen dem letzteren und dem Sockel ein einen Kraftschluss herstellendes, federndes Organ und sowohl zwischen dem Zeichenbrett und dem Rahmen als auch zwischen dem letzteren und dem Sockel eine Feststellvorrichtung angeordnet ist.
Durch die erfindungsgemässe Ausbildung erübrigen sich die bisher notwendigen, bis zu 40 kg schweren Gegengewichte. Aufgrund der Geometrie der Hebel kann der Gewichtsausgleich in nahezu allen Lagen des Zeichenbrettes und des Rahmens konstant sein, so dass eine ganz einfache Feststellvorrichtung genügt. Infolge der Einfachheit des gesamten Zeichenständers sind dessen Herstellungskosten niedrig und seine Montage bzw. Demontage ist wesentlich einfacher als bei den bisher bekannten Zeichenständern.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 einen Zeichenständer gemäss der Erfindung, von hinten gesehen,
Fig. 2 eine Seitenansicht des Zeichenständers nach Fig. 1, teilweise im Schnitt,
Fig. 3 die Draufsicht auf den Zeichenständer nach Fig. 1, teilweise im Schnitt,
Fig. 4 die Draufsicht auf eine Feststellvorrichtung, wie sie beim Zeichenständer nach den Fig. 1 bis 3 zur Anwendung gelangt, und
Fig. 5 einen Schnitt nach Linie 5-5 in Fig. 4.
Bei dem in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiel des Zeichenständers ist ein Rahmen 1 in einem Sockel 2 schwenkbar gelagert, und zwar um eine horizontale Achse 3. Am Rahmen 1 ist das Zeichenbrett 4 höhenverstellbar geführt. Das Zeichenbrett 4 und der Rahmen 1 sind durch einen am letzteren bei 5 angelenkten ersten Hebel 6 und durch einen am Zeichenbrett 4 bei 7 angelenkten zweiten Hebel 8 miteinander verbunden. Zwischen dem ersten Hebel 6 und dem Rahmen 1 ist ein einen Kraftschluss herstellendes, federndes Organ 9 in Form von mehreren, aus einem Elastomeren hergestellten Rundschnüren angeordnet.
Das federnde Organ 9 könnte zwar auch aus nur einer Rundschnur mit entsprechend stärkerer Rückstellkraft bestehen; die Anordnung mehrerer, schwächer federnder Rundschnüre weist jedoch den Vorteil auf, dass die einzelnen Rundschnüre leichter einzuhängen sind, und dass durch Hinzufügen bzw. Abnehmen einer oder mehrerer Rundschnüre die für den Gewichtsausgleich erforderliche Federkraft den jeweiligen Verhältnissen ziemlich genau angepasst werden kann. Als Elastomere zur Herstellung dieser Rundschnüre, die im Prinzip selbstver ständlich auch einen nicht runden Querschnitt aufweisen können, eignen sich insbesondere synthetische Elastomere, wie weichgestelltes Polyvinylchlorid, besondere Polyurethane und Silicongummi, weil diese Elastomere besonders günstige elastische Eigenschaften aufweisen, sehr alterungsbeständig und unempfindlich gegen Wärme und Chemikalien sind.
Statt der Rundschnüre aus Elastomeren könnte auch eine starke Zugfeder oder eine Mehrzahl von schwächeren Zugfedern als federndes Organ 9 vorgesehen sein. Ein solches federndes Organ stellt insofern kein Äquivalent des üblichen Gegengewichtes dar, als es bei der Verstellung des Zeichenbrettes bzw.
des Rahmens infolge der Anordnung und der Geometrie der Hebel in unterschiedlichen Richtungen wirkt. Das federnde Organ 9, welches in der in Fig. 1 gezeigten, durch volle Linien angedeuteten tiefsten Stellung des Zeichenbrettes 4 voll gespannt ist, übt auf den ersten Hebel 6 eine Kraft aus, welche den ersten Hebel 6 im Uhrzeigersinne zu drehen versucht; diese Kraft wird durch das Zusammenwirken der Teile 1, 6, 8, 4 in eine nach oben gerichtete Kraft umgewandelt, die das nach unten gerichtete Gewicht des Zeichenbrettes 4 in dessen sämtlichen Lagen wenigstens annähernd ausgleicht.
Da dieser Gewichtsausgleich wegen der von verschiedenen und wechselnden Bedingungen abhängenden Reibungskräfte nicht immer vollkommen ist, und weil die eingestellte Lage während des Zeichnens unbedingt eingehalten werden muss, ergibt sich die Notwendigkeit, zwischen dem Zeichenbrett 4 und dem Rahmen 1 eine Feststellvorrichtung vorzusehen; diese Feststellvorrichtung wird an späterer Stelle der Beschreibung noch eingehend erläutert werden.
In der in Fig. 1 durch gestrichelte Linien angedeuteten höchsten Stellung des Zeichenbrettes 4 ist das federnde Organ
9 zwar weitgehend entspannt, aber infolge der Kniehebelwirkung ist die dem Gewicht des Zeichenbrettes 4 entgegenwirkende Kraft entsprechend grösser, so dass auch in dieser Stellung ein wirksamer Gewichtsausgleich gewährleistet ist.
Wie aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich, ist auch zwischen dem Rahmen 1 und dem Sockel 2 ein federndes Organ 9' an geordnet, welches dem Gewichtsausgleich beim Schwenken des Rahmens 1 um die horizontale Achse 3 dient. Das fe dernde Organ 9' besteht auch hier wieder aus einer Mehr zahl von elastischen Rundschnüren, die jedoch - im Grund riss betrachtet - in V-Form angeordnet sind;
diese V-förmige
Anordnung bewirkt, dass die am Rahmen 1 angreifende
Rückstellkraft nicht linear verläuft, so dass in jeder Schwenk lage des Rahmens 1 das Rückstellmoment wenigstens an nähernd denselben Wert aufweist wie das vom Gewicht des
Rahmens 1 herrührende Drehmoment, welches im entgegen gesetzten Drehsinn wirkt. Damit beim Zeichnen durch den sich auf das Zeichenbrett aufstützenden Zeichner der Ge wichtsausgleich nicht gestört wird, ist auch zwischen dem
Rahmen 1 und dem Sockel 2 eine Feststellvorrichtung er forderlich.
In den Fig. 4 und 5 der Zeichnung ist eine besonders ein fache Ausführungsform einer Feststellvorrichtung dargestellt.
Diese Feststellvorrichtung, die in Fig. 4 allgemein mit 10 be zeichnet ist, umfasst zwei am einen der beiden festzustel lenden Teile, z. B. dem Zeichenbrett 4, mittels eines Lager bockes 11 befestigte, koaxial unmittelbar nebeneinander an geordnete Ringscheiben 12, 13, die um einen achsparallelen
Zapfen 14 mittels eines mit einer Handhabe 15 versehenen
Feststellhebels 16 in geringem Masse verschwenkbar sind, wobei der Feststellhebel 16 an zwei aus den Ringscheiben 12,
13 radial herausragenden Stiften 17, 18 angreift. Die beiden
Ringscheiben 12, 13 sind von einem am anderen Teil, z. B.
dem Rahmen 1, befestigten Rundprofil 19 mit Spiel durch setzt; in der gezeigten Ausführungsform ist das Rundprofil 19 aus Gewichtsersparnisgründen als Hohlprofil ausgebildet.
In der Ruhelage der Feststellvorrichtung 10 steht der Fest stellhebel 16 unter der Wirkung der Kraft einer Feder 20, welche über den Feststellhebel 16 und die Stifte 17, 18 die beiden Ringscheiben 12, 13 in entgegengesetzten Richtungen so verschwenken, dass sie das Rundprofil 19 festklemmen und somit ein ungewolltes relatives Verschieben der beiden Teile, z. B. des Zeichenbrettes 4 und des Rahmens 1, wirksam verhindern. Wird jedoch die Handhabe des Feststellhebels 16 in Fig. 4 leicht gegen die Zeichenebene hin gedrückt, so werden die beiden Ringscheiben 12, 13 entgegen der Kraft der Feder 20 in Freigaberichtung verschwenkt, so dass zwischen den Ringscheiben 12, 13 und dem Rundprofil 19 das ursprüngliche Spiel wieder wirksam wird und die beiden Teile, z. B. das Zeichenbrett 4 und der Rahmen 1, nunmehr relativ zueinander verschoben werden können.
Beim Loslassen der Handhabe 15 bewirkt die Feder 20 wieder das Blockieren des Rundprofiles 19 in den Ringscheiben 12, 13 und damit das gegenseitige Feststellen der beiden Teile, z.B. des Zeichenbrettes 4 und des Rahmens 1.
Damit beim zu starken Bewegen des Feststellhebels 16 das Blockieren des Rundprofiles in der anderen Endstellung des Feststellhebels vermieden wird, kann ein Anschlag vorgesehen sein, der wirksam wird, sobald zwischen den beiden Ringscheiben und dem Rundprofil das grösste Spiel vorhanden ist.
Die beschriebene Feststellvorrichtung dient auch zum Feststellen des Rahmens 1 in jeder beliebigen Schwenklage.
Zu diesem Zweck sind die Ringscheiben 12, 13 mit dem Lagerbock 11 und der Feder 20 am Rahmen 1 befestigt.
während das Rundprofil 19 am Sockel 2 befestigt ist; zur Er möglichung der Schwenkbewegung des Rahmens 1 muss auch das Rundprofil 19 schwenkbar befestigt sein.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das be schriebene und dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt; insbesondere könnte durch Verdoppelung des ersten Hebels
6, des zweiten Hebels 8 und des federnden Organes 9 eine
Anordnung verwirklicht werden, bei der sich sämtliche Sei tenkräfte gegeneinander aufheben.