Niederdruck-Kokillengiesseinrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Niederdruck-Kokillengiesseinrichtung mit einem Ofen, einer oberen auf und ab bewegbaren Kokillenhälfte und einer unteren, mit dem Ofendeckel lösbar zu verbindenden Kokillenhälfte.
Es ist eine Niederdruckgiesseinrichtung bekannt (deutsche Gebrauchsmusterschrift Nr. 6 751 254), bei der die beiden Kokillenhälften beim Giessvorgang miteinander verbunden sind und gemeinsam mit ihren Aufspannplatten zu einem seitlich des Ofens gelegenen Tisch gefahren werden, wo die Kokille geöffnet, das Gussstück entnommen, gegebenenfalls ein Kern eingesetzt, die Kokille geschlossen und wieder seitlich über den Ofen verfahren sowie auf diesen abgesenkt wird.
Zur höheren Ausnutzung einer solchen Einrichtung sind zwei seitliche Tische und zwei Vorrichtungen zum abwechselnden seitlichen Bewegen zweier Kokillen derart vorgesehen, dass die eine Kokille geleert und für den nächsten Guss vorbereitet werden kann, während die zweite Kokille auf dem Ofen sich befindet und gefüllt wird.
Bei dieser Niederdruckgiesseinrichtung ergibt sich der Nachteil, dass beim seitlichen Verfahren in beiden Richtungen von und zu dem Ofen ein starker Abkühlungsgrad über das für die Entnahme des Gussstücks aus der Kokille notwendige Mass eintritt. Das abwechselnde Verfahren beider Kokillen ist zwar gegenüber der Anwendung nur einer Kokille zeitsparend, aber immerhin noch zeitaufwendig, da auf jeden Fall das Heben der einen Kokille abzuwarten ist bis die zweite auf den Ofen abgesenkt werden kann. Ferner muss bei jedem Absenken und Aufsetzen einer der beiden Kokillen auf dem Ofen ein Ausrichten der Kokille gegenüber der Ofensteigleitung erfolgen. Letztlich erfordert die bekannte Einrichtung einen nicht unerheblichen Platzbedarf und den Kostenaufwand für zwei Heb- und Senkvorrichtungen und zwei Tische für die beiden Kokillen.
Durch die britische Patentschrift Nr. 1 067 822 ist ein Niederdruck-Kokillengiessverfahren unter Anwendung einer zweiteiligen Kokille bekannt, bei dem zur Entfernung des Gussstücks aus der Kokille die beiden Kokillenhälften rechtwinklig zu ihrer Trennebene voneinander bewegt werden, wobei die mit dem Giessofen verbundene Kokillenhälfte nach dem Füllen der Kokille mit dem Ofen verbunden bleibt, die nur durch Druck mit dieser Kokillenhälfte verbundene zweite Kokillenhälfte mit ihrer Aufspannplatte von der ersten Kokillenhälfte fortbewegt und das Gussstück aus einer der beiden Kokillenhälften entnommen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, bei einer Einrichtung der eingangs genannten Gattung mit einfachen Mitteln ein leichtes Zuführen des Metalls in den Ofen und eine Reinigung desselben sowie des Steigrohres durchführen zu können.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einer
Niederdruck-Kokillengiesseinrichtung der beschriebenen Art vor, dass der Ofendeckel mit Steigrohr mittels der zur Auf- und Abwärtsbewegung der oberen Kokillenhälfte vorhandenen Hubeinrichtung vom Ofen abhebbar und seitlich verfahrbar ist.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Hubeinrichtung an einem querverfahrbaren Schlitten angeordnet sein, der auf einem Kopfrahmen durch einen Druckmittelzylinder verschiebbar und seine Endstellung über dem Ofen durch eine Stellspindel bestimmbar ist.
Als Vorteil des Erfindungsgegenstandes ergibt sich, dass für das Öffnen der Kokille einerseits und das Abheben des Ofendeckels mit dem Steigrohr anderseits nur eine einzige Vorrichtung in Form der Hubeinrichtung für die obere Kokillenhälfte erforderlich ist.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Einrichtung nach der Erfindung dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch die Einrichtung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Einrichtung und
Fig. 3 einen weiteren Längsschnitt, der um 90" zu dem Längsschnitt nach Fig. 1 versetzt ist.
Die nachstehend beschriebene Einrichtung ist so gestaltet, dass mit ihr für den Fall eines Kokillenwechsels, beide Kokillenhälften gemeinsam vom Ofen abgehoben und seitlich verfahren werden können.
In den in bekannter Weise ausgebildeten Schmelzofen 1 taucht das Steigrohr 2 ein, das in den Ofendeckel 3 eingelassen ist, der seinerseits mittels Fangbolzen 4 und Keile 4a an dem Tragring 5 gehalten ist. An dem Ofenmantel Sa sind in Viereckanordnung die Tragsäulen 6 befestigt, die an ihrem oberen Ende den Kopfrahmen 7 tragen, der in einer Richtung eine grössere Längsabmessung besitzt also in seiner hierzu senkrechten Richtung. In Fig. 1 und 2 erstreckt sich der Rahmen 7 bis über die linke Seite des durch die Säulen 6 umgrenzten Raumes.
Auf der Oberseite der beiden Rahmenteile 8 gleiten die beiden Gleitleisten 9 (Fig. 3), an denen der Schlitten 10 befestigt ist, so dass dieser in Richtung des Doppelpfeiles K in Fig. 1 und 2 auf dem Rahmen 7 verschiebbar ist.
Hierzu dienen ein Druckmittelzylinder 11 mit Kolbenstange 12, die bei 13 an dem Schlitten 10 angreift. Die Stellung des Schlittens 10 über dem Ofen 1 ist durch eine Spindel 16 mit Kopf 17 einstellbar.
An dem Schlitten 10 ist die Führung 19 befestigt, in welcher ein Gleitrohr 20 in Richtung des Doppelpfeiles S aufund abwärts bewegbar ist und an dessen unterem Ende die Aufspannplatte 21 angeordnet ist. Mit Hilfe der Zylinder 22, zu denen verstellbare Ausstosser 23 parallel angeordnet sind, kann die Aufspannplatte 21 auf- und abwärts bewegt werden, die die T-förmigen Ausnehmungen 24 (Fig. 3) zum Einsetzen von Hammerkopfschrauben 25 aufweist, die zur lösbaren Verbindung der oberen Kokillenhälfte 26 mit der Platte 21 dienen. Die obere Kokillenhälfte trägt an ihrem Rand Ausnehmungen 27, in die die Klammern 28 oder dergleichen ragen, mit deren Hilfe die obere Kokillenhälfte 26 mit der unteren, gleichfalls mit Löchern 27a versehene Kokillenhälfte 29 für den Ein- oder Ausbau der gesamten Kokille lösbar zu verbinden ist.
Diese Kokillenhälfte ist mittels Hammerkopfschrauben 30, die in Radialnuten 31 des Deckels 3 oder eines Aufsatzes auf diesem ragen, mit dem Deckel 3 lösbar verbunden.
Während des Giessvorganges befindet sich die Kokille zwischen der in die Lage 21' abgesenkten Aufspannplatte und dem Ofendeckel 3, wobei die Kokillenhälften 26, 29 nur durch den Druck der Zylinder 22 zusammengehalten werden, die Klammern 28 also ausser Funktion bleiben. Nach vollzogenem Guss wird die obere Kokillenhälfte 26, die mit der Aufspannplatte 21 verbunden ist, angehoben, wozu die Zylinder 22 verwendet werden. Das Gussteil G kann dann entweder der unteren Kokillenhälfte entnommen werden, oder es wird beim Anfahren der Ausstosser 23 aus der oberen Kokillenhälfte herausgedrückt.
Soll die gesamte Kokille gegen eine andere ausgewechselt werden, so werden die Schrauben 30 der unteren Kokillenhälfte gelöst und beide Kokillenhälften durch die Klammern 28 miteinander verbunden, so dass bei der Aufwärtsbewegung der Platte 21 nun die daran hängende geschlossene Kokille angehoben wird. Mit Hilfe des Schlittens 10 kann die Kokille dann seitlich verfahren und dort abgestellt und eine andere Kokille an der Aufspannplatte 21 befestigt werden. Dieser Vorgang dient dem Kokillenwechsel. Während des Arbeitens kann z. B. auch nur die obere Kokillenhälfte zum besseren Säubern oder Präparieren seitlich herausgefahren werden.
Statt mit Hilfe von Hammerkopfschrauben eine Verbindung mit der Kokillenhälfte, mit der Platte 21 und dem Deckel 3 herzustellen, können auch andersartige Schnellverbindungen zwischen den genannten Teilen gewählt werden.
Ferner kann nach Verklammerung der beiden Kokillenhälften 26 und 29, wobei die untere Kokillenhälfte 29 mit dem Ofendeckel 3 verschraubt bleibt, der Ofendeckel 3 nach Lösen der Keile 4a zum Nachfüllen von Metall oder zur Behandlung der Schmelze gleichzeitig mit angehoben werden.
Zwischen die Aufspannplatte 21 und den Ofendeckel 3 kann auch ein Zwischenstück eingebracht und mit den beiden Teilen verbunden werden, wenn der Ofendeckel 3 angehoben und gegebenenfalls seitlich verfahren werden soll.
Statt des seitlich verschiebbaren Schlittens kann auch ein seitlich verschwenkbarer Teil Verwendung finden, an dem die Rohre 19, 20 sowie die Zylinder 22 und die Ausstosser 23 angeordnet sind.