Vorrichtung zur Fortbewegung und/oder rein mechanischen Behandlung eines Textilgarns Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vor richtung zur Fortbewegung und/oder rein mechanischen Behandlung eines Textilgarns sowie auf deren Verwen dung.
Für die Verwendung in der Textilindustrie wurden schon verschiedene Arten von Fluiddüsen vorgeschlagen. Beispielsweise wird in der britischen Patentschrift 871797 eine Fluiddüse beschrieben, welche zur Herstel lung von Bauschgarn aus Endlosfilamenten verwendet wird, wobei ein Multifilament während dem Durchgang durch die Düse einem turbulenten Gasstrom ausgesetzt wird. In der britischen Patentschrift<B>871</B>112 wird eine Anzahl verschiedener Gasdüsen beschrieben, die zum Zwirnen eines durchlaufenden Endlosgarns eingesetzt werden. Die meisten der bisher bekannten Fluiddüsen zeigen den einen oder den anderen Nachteil und benöti gen insbesondere für ihren Betrieb meistens grosse Men gen an komprimiertem Fluid.
Die Komprimierung von Fluiden, insbesondere von gasförmigen Fluiden, verlangt jedoch zusätzliche Einrichtungen, die üblicherweise in Textilbetrieben nicht vorhanden sind, wodurch die Garn produktion zusätzlich wesentlich verteuert wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vor richtung auf Basis einer Fluiddüse für textile Verwen dungszwecke, die einfach und in grossen Stückzahlen re- produzierbar hergestellt werden kann und für ihren Be trieb nur geringe Mengen an komprimiertem Fluid benö tigt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung umfasst einen Garndurchgang mit einem Ein- und Auslassende und einem zwischen diesen angebrachten Mittel zur Erzeu gung eines Fluidstroms, welcher im Garndurchgang in Form einer dünnen Schicht über mindestens einen Teil der Länge des Garndurchgangs gegen dessen Auslass ende so verläuft, dass er nur einen Teil des Umfangs der Wandung des Garndurchgangs bestreicht, wobei zur Er zeugung des dünnschichtigen Fluidstroms im genannten Garndurchgang mindestens eine zwischen dessen Ein und Auslassende in den Garndurchgang mündende Ein- trittsöffnung für ein komprimiertes Fluid, insbesondere ein komprimiertes Gas, und mit Abstand zur Eintritts öffnung quer dazu im Garndurchgang ein Leitblech an gebracht ist,
das sich in Richtung zum Auslassende des Garndurchgangs über die Eintrittsöffnung hinaus er streckt.
Unter entsprechenden Bedingungen des Fluiddrucks und der Dimensionen des Garndurchgangs entsteht eine dünne Schicht des Fluidstroms im Garndurchgang, wel che gegen dessen Auslassende hin strömt und dabei nur einen Teil des Umfangs der Wandung des Garndurch gangs bestreicht und dabei am Einlassende des Garn durchgangs eine Saugwirkung ergibt. Ein zum Einlass ende des Garndurchgangs geführtes Garn wird somit in den Garndurchgang eingesogen und durch diesen fortbe wegt. Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann zur Zu führung von Garn in eine Hitzebehandlungs/Entspan- nungszone verwendet werden, wobei unerhitztes Fluid verwendet wird.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist im Betrieb sehr sparsam und ergibt eine bestimmte Garnspannung oder Durchlaufgeschwindigkeit bei viel geringerem Fluidverbrauch als andere derartige Vorrichtungen. Bei spielsweise ergibt eine mit Pressluft von 3,52 atü und einer Durchflussmenge von 5,66 dm3/min betriebene Ausführungsform der beschriebenen Vorrichtung eine statische Garnspannung von 2 g. Dies im Vergleich zur benötigten Durchflussmenge von 14,2 dm3/min, welche zur Erzielung einer gleichen Garnspannung in einer kon ventionellen Saugdüsenvorrichtung benötigt wird, in wel cher die Pressluft direkt in den Garndurchgang strömt, diesen vollständig ausfüllt und sich mit dem Garn vor wärtsbewegt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung wird im nachste henden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen bei spielsweise erläutert. In den Zeichnungen zeigen: Fig. 1 eine Ansicht einer zerlegten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung; Fig. 2 eine Seitenansicht eines Teils der Vorrichtung gemäss Fig. 1 im zusammengesetzten Zustand im Quer schnitt; Fig. 3 eine Seitenansicht einer anderen, der Ausfüh rungsform gemäss Fig. 1 ähnlichen Ausführungsform, mit zwei hintereinanderliegenden Fluid-Einlassöffnungen im Querschnitt; Fig. 4 eine Seitenansicht einer weiteren Ausfüh rungsform mit rundem Garndurchgang im Querschnitt; Fig. 5 eine Draufsicht auf die Ausführungsform ge- mäss Fig. 4;
Fig. 6 eine Seitenansicht einer der Ausführungsform gemäss Fig. 5 ähnlichen weiteren Ausführungsform, die jedoch Mittel zur Regulierung der Stellung des Leitble- ches aufweist, im Querschnitt.
In den Zeichnungen sind gleiche Teile mit gleichen Indexziffern versehen.
Die Ausführungsform gemäss Fig. 1 umfasst einen Block 1, welcher eine Aussenwand der Vorrichtung bil det und auf der Innenseite zur Aufnahme von zwei recht winkligen Blöcken 2 bearbeitet ist, welche im montierten Zustand den Garndurchlass 3 bilden, ein Leitblech 4, eine Distanzplatte 5 und einen zweiten Block 6, welcher die dem Block 1 gegenüberliegende Aussenwand bildet und mit der Fluid-Einlassöffnung 7 versehen ist. Die Tei le 1, 2, 4, 5 und 6 werden mittels Bolzen 8, deren Köpfe vorzugsweise im Block 6 versenkt sind, als Einheit zu sammengehalten. Die Platten 4 .und 5 sind beide mit Schlitzen 9 versehen.
Der Block 1 kann, wie dargestellt, aus einem einzigen Metallstück bestehen, jedoch wird es bevorzugt, den äusseren Teil 10 aus Metall herzustellen und an der Innenseite ein separates Stück 11 aus bestän digem, federndem Material, beispielsweise Polytetra fluoräthylen, zu befestigen, das gegen den Austritt von komprimiertem Fluid besser abdichtet. Anstelle des Zu sammenhaltens der gesamten Einheit mittels der Bolzen 8, können diese auch in den Blöcken 2 enden und der Block 1 mittels Scharnier an einem der Blöcke 2 so befe stigt werden, dass die Einheit zur direkten Einführung eines Garns geöffnet werden kann.
In der vergrösserten Darstellung gemäss Fig. 2 sind die zusammengesetzten Teile im Bereich der Fluid-Ein- trittsöffnung in den Garndurchgang dargestellt. Der Schlitz in der Abstandsplatte 5 endet am oberen Teil der Eintrittsöffnung 7 und ist vorzugsweise bündig damit. Der Schlitz im Leitblech 4 endet an einer Stelle nahe, je doch unterhalb der unteren Grenze der Eintrittsöffnung 7. Die Platten 4 und 5 bestimmen somit das Ende der Fluid-Eintrittsöffnung 7.
Beim Betrieb der in Fig. 1 und 2 dargestellten Aus führungsform wird ein durch die Eintrittsöffnung 7 ein tretendes, komprimiertes Fluid in Form eines schmalen und durch die Dicke der Abstandsplatte 5 bestimmten, dünnschichtigen Stroms längs der Innenwand des Garn durchgangs 3 abgelenkt und reisst im Garndurchgang 3 vorhandene Luft mit, wodurch am Einlassende des Garndurchgangs 3 eine Saugwirkung entsteht, die ein zu dieser Stelle geleitetes Garn in den Garndurchgang saugt und durch diesen fortbewegt.
Es wurde gefunden, dass die Wirksamkeit der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung in erster Linie von den durch die Platten 4 und 5 bestimmten Dimensionen der Fluid-Eintrittsöffnung 7 abhängt. Für ein Polyester-Mul- tifilament von 150 den, dessen Durchmesser ungefähr 0,08 mm beträgt, sind beispielsweise geeignete Dimensio nen für A, B und C je 0,13 mm. Die Dimensionen des Garndurchgangs 3 haben weniger Einfluss auf die Wirk- samkeit der Vorrichtung, und für das vorstehend ge nannte Multifilament ist beispielsweise ein rechteckför- miger Garndurchgang mit Seitenlängen von 0,9 mm gut wirksam.
Die Ausführungsform gemäss Fig. 3 mit zwei über einanderliegenden Fluid-Eintrittsöffnungen 7 und 12 um- fasst die Blöcke 1 und 6, die (in Fig. 3 nicht dargestellt) Teile 2, das Leitblech 4 und die Abstandsplatte 5 sowie zusätzlich ein Leitblech 13 und eine Abstandsplatte 14, die mit gleichen Schlitzen versehen sind wie das Blech 4 und die Platte 5 und zur Bestimmung des Endes der zweiten Eintrittsöffnung 12 dienen. In dieser Ausfüh rungsform bildet das zweite Leitblech 13 in bezug auf die Eintrittsöffnung 7 einen Teil der Wandung des Garn durchlasses 3.
Beim Betrieb der vorstehend beschriebenen Ausfüh rungsform können durch die Eintrittsöffnungen 7 und 12 gleiche oder verschiedene Fluide eingeleitet werden.
In Fig. 4 ist eine Ausführungsform dargestellt, die aus nur zwei Teilen besteht. Der runde Körper 15 ist mit einem Garndurchgang 3 versehen, dessen kürzerer obe rer Teil geringeren Durchmesser aufweist als der längere untere Teil und der an der Stufe zwischen diesen beiden Durchmessern mit einer Bohrung als Eintrittsöffnung 7 versehen ist.
In die Bohrung geringeren Durchmessers am Einlassende des Garndurchgangs 3 ist ein dünnes Röhrchen 16 eingesetzt, welches in kurzem Abstand un terhalb der unteren Grenze der Eintrittsöffnung 7 und in geringem Abstand von der Innenwand des Garndurch gangs 3 endet und dadurch den Abschluss der Eintritts öffnung 7 im Garndurchgang 3 bestimmt. Die entspre chenden Dimensionen sind gleich wie die vorstehend an geführten Dimensionen A, B und C.
Aus Fig. 5 ist ersichtlich, dass in der Wand des Kör pers 15 und dem anliegenden Teil des Röhrchens 16 ein Schlitz 17 angebracht ist, um die direkte Einführung eines Garns in den Garndurchgang 3 zu ermöglichen, ohne dass ein freies Garnende an dessen Einlassöffnung geführt werden muss. Ein derartiger Schlitz erleichtert die Bedienung der Vorrichtung, kann jedoch auch weg gelassen werden.
In der modifizierten Ausführungsform gemäss Fig. 6 wurde der Schlitz 17 weggelassen und das festeingesetzte Röhrchen 16 durch den in den Körper 15 eingeschraub ten Einsatz 18 fixiert, so dass die Stellung des Röhrchens 16 verändert werden kann.
Die Wirkungsweise der in Fig. 4 bis 6 beschriebenen Ausführungsformen ist praktisch gleich wie vorstehend beschrieben.
Die Fluid-Eintrittsöffnung 7 kann axial rechtwinklig zur Längsachse des Garndurchgangs 3 liegen, wie in den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen darge stellt, kann jedoch auch in einem anderen Winkel zu die ser Längsachse verlaufen.
Zur Erzielung einer gleichmässigen Fortbewegungs wirkung kann der erfindungsgemässen Vorrichtung Fluid kontinuierlich zugeführt werden. Alternativ kann jedoch auch pulsierend Fluid zugeführt werden, um Stösse kine tischer Energie auf ein Garn zu übertragen, beispielswei se für Verwendungszwecke wie das schrittweise Einfüh ren von Schussgarn quer zur Kette beim Weben.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann auch ver wendet werden, um einem Garn eine geringe, konstante Spannung zu übermitteln, indem das Garn über separate Mittel entgegengesetzt zur Durchflussrichtung des Fluids durch den Garndurchgang gezogen wird. Derartige Ver wendung der Vorrichtung ist besonders vorteilhaft bei textilen Arbeitsgängen wie beispielsweise Abziehen meh rerer Garne von individuellen Lieferquellen und Aufwik- keln der Garne auf einen Kettbaum.
Bei dieser Verwen dung verhindert die Vorrichtung praktisch vollständig, dass die unvermeidlichen Schwankungen in der Abzugs spannung der verschiedenen Garne bis zum Kettbaum verlaufen, wodurch eine gleichmässigere Wicklung auf dem Kettbaum erzielt werden kann.