<B>Biegemaschine für stangenförmige Metallerzeugnisse, insbesondere Stäbe, Drähte</B> und Profile aus Stahl Die Erfindung nach dem Hauptpatent bezieht sich auf eine Biegemaschine für stangenförmige Metallerzeugnisse, insbesondere Stäbe, Drähte und Profile aus Stahl, mit einem die Biegewerkzeuge tragenden, drehbeweglich und richtungs gesteuert antreibbaren Biegeteller und einem damit verbun denen Einstellorgan für unterschiedliche Hauptbiegewinkel, wobei den vorgesehenen Hauptbiegewinkeln entsprechende Elemente des Einstellorgans in beliebiger Reihenfolge an steuerbar sind und eine elektrische Steuerung vorgesehen ist, welche nach Erreichen je eines beliebig vorgegebenen Hauptbiegewinkels eine Fortsetzung des Biegevorganges be wirkt.
Biegemaschinen dieser Art sind als Betonstahl-Biegema schinen bekannt. Um mittels einer derartigen Maschine einen Stab zu biegen, wird er zwischen die Biegewerkzeuge gelegt, woraufhin dann der Antriebsmotor des Biegetellers einge schaltet wird. Sowie ein vorgegebener Hauptbiegewinkel, der insbesondere einem Drehwinkel des Biegetellers von 45, 90 oder 180 entsprechen kann, erreicht ist, wird der Antrieb des Biegetellers zunächst ausgeschaltet und dann, der ur sprünglichen Biegerichtung entgegengesetzt, für den Rück lauf des Biegetellers in seine Ausgangslage wieder einge schaltet. Diese Richtungssteuerung des Antriebes ist sowohl für den Rechtslauf als auch für den Linkslauf des Biegetel lers bekannt.
Die Elemente des Einstellorgans erfüllen dabei die Aufgabe, den Antrieb des Biegetellers nach Erreichen des Hauptbiegewinkels auszuschalten bzw. in den Rücklauf zu steuern.
Mit dem Hauptpatent Nr. 507033 war bereits vorgeschla gen worden, bei einer derartigen Biegemaschine die Steue rung für die einzelnen Hauptbiegewinkel an mehreren auf einanderfolgenden Einstellschaltern beliebig voreinzuschalten und diese einzelnen Steuerschaltungen in ihrer Gesamtheit zu einem Beigefolgeprogramm zusammenzufassen, Basschritt- weise veränderbar ausgeführt wird und sich zum Beispiel mit tels einer Schrittschaltung abtasten lässt.
Weiter war zur Er mittlung des tatsächlich am Biegeteller erreichten Biegewin kels gemäss der Patentschrift Nr. 507033 bereits eine Im pulszähleinrichtung vorgeschlagen worden, mit welcher ein oder einige, den gewünschten Hauptbiegewinkeln entspre chende Impulse vorwählbar sind und ein Impulszählwerk oder sich fortschaltende Relais mit einem Impulsgeber verbunden sind, der durch Einstellelemente zu betätigen ist, und wobei der Schalter des Antriebsmotors nach Erreichen der vorge wählten Impulszahl ausschaltet. Nach dem erstgenannten Pa tent war schliesslich über die jeden Hauptbiegewinkel zu nächst beendende Ausschaltung hinausgehend vorgeschlagen worden, den Hauptbiegevorgang um einen Zusatzbiegewinkel fortzusetzen, der durch Messung wenigstens eines Teiles der Arbeits- bzw.
Stromaufnahme im elastischen Verformungsbe reich des zu biegenden Materials zu ermitteln ist.
Dieses Vorgehen ermöglicht den präzisen Ausgleich jeg licher Abweichung vom vorgesehenen und vorgegebenen Hauptbiegewinkel. Bislang war ein derartiger Ausgleich nur dadurch möglich, dass die Einstellelemente auf dem Einstell organ von Hand nach empirischer Ermittlung der Fehlbie gung verändert wurden. Meistens müssen dafür kleine Ein stellstifte in andere Löcher eines Lochkranzes, mit welchem das ringförmige Einstellorgan des Biegetellers verehen ist, ge steckt werden. Dieses Vorgehen gibt nicht nur zu Fehlern Anlass, sondern ist anderseits verhältnismässig ungenau und oft nur schwer durchführbar, so zum Beispiel bei Vereisung oder bei Verschmutzung der Einstellöcher.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Weiter ausbildung der Biegemaschine nach dem Hauptpatent zu schaffen, welche die Nachteile bestehender Ausführungen nicht aufweist, ferner nicht den bereits vorgeschlagenen, nicht unbeträchtlichen Aufwand an Mess-, Steuer- und Regelmit teln erfordert.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass den Hauptbiegewinkeln entsprechende, auf veränderliche Werte einstellbare Zeitwertgeber vorgesehen sind, mittels derer der Antrieb nach Erreichen eines vorgegebenen Hauptbiegewin- kels für eine Zeit eingeschaltet bleibt, die dem Leerlauf des Biegetellers bis zur Belastung seiner Biegewerkzeuge und den elastischen Anteil des Hauptbiegewinkels gleich ist.
Vorteil haft werden bequem von Hand einstellbare Zeitwertgeber verwendet, die nach dem Probedurchlauf jeweils einer Mes- sung und einer Stahlqualität einmalig auf den Fehlbetrag des Biegewinkels eingestellt werden können und die diese Ein stellung während der gesamten Zeit, in welcher auf der Biege maschine die gleiche Abmessung und die gleiche Qualität ge bogen werden, beibehalten. Der Einfluss der Verschmutzung der ggf. der Vereisung werden dabei vollständig vermieden. Ausserdem kann man den Zeitwertgeber kontinuierlich aus bilden, so dass sich der Fehlbiegewinkel nicht nur in be stimmten Stufenwerten, sondern in jeder beliebigen Grösse einstellen lässt.
Zweckmässig bestehen die für jeden möglichen Haupt biegewinkel, also z.B. 45, 90 und 180 , vorgesehenen Zeit- wert-eber aus Potentiometern, die die Zeitkonstante eines R-C-Gliedes verändern. Bei den effektiv bei Biegemaschi nen der beschriebenen Art zu bewirkenden Nachlaufzeiten erzielt man nämlich mit R-C-Gliedern einfachster Bauart noch sehr präzise Zeiteinstellungen.
Die Bauweise lässt sich noch dadurch vereinfachen, dass für alle Hauptbiegewinkel, für die also je ein Potentiometer vorgesehen ist, ein gemeinschaftlicher Ladekondensator und ein gemeinschaftliches Entladeorgan vorgesehen werden und dass der Kondensator in einem Stromkreis liegt, den ein Kon takt 57 beim Abfallen eines den Stromkreis des Antriebs motors öffnenden Relais, welches von einem weiteren Relais überbrückt ist, schliesst, und dass das weitere Relais im Ent ladestromkreis des Kondensators liegt und nach seiner Er regung den Antriebsmotor ausschaltet. Bei einer derartigen Anordnung kann als Entladeorgan z.B. eine Glimmlampe oder dergleichen verwendet werden.
Sowie sich der Konden sator dann so weitgehend aufgeladen hat, dass die Zündspan- nung überschritten wird, kommt der Entladestrom zum Flies- sen, der das weitere Relais erregt, wodurch dann endgültig der Antriebsmotor ausgeschaltet bzw. in seine Rücklaufbe wegung umgeschaltet wird.
In der Praxis arbeitet man häufig mit unterschiedlichen Drehgeschwindigkeiten des Biegetellers, um dünne Stäbe nicht zu langsam biegen zu müssen und für dickeres Material die erforderlichen Biegekräfte aufbringen zu können. Für diese Fälle ist ein Zeitwertgeber, insbesondere ein Einstell potentiometer, besonders zweckmässig, welches mit mehre ren Skalen versehen ist, von denen jede einer verschiedenen, einstellbaren Antriebsgeschwindigkeit zugeordnet ist, und die Markierungen aufweisen, die den verschiedenen Antriebs geschwindigkeiten proportional sind. Dies ermöglicht es, ein mal für eine bestimmte Abmessung und für eine bestimmte Qualität ermittelte, spezifische Fehlbiegungen unabhängig von der jeweiligen Biegegeschwindigkeit stets reproduzierbar auszukompensieren.
Die Erfindung ist anhand der sich auf ein Ausführungs beispiel beziehenden Zeichnungen veranschaulicht. Darin zeigen: Fig. 1 die Lage der einzelnen Einstellschalter innerhalb der übergeordneten Programmschaltung, Fig. 2 die Schaltung des Zeitwertgebers und Fig. 3 die Skala des Zeitwertgebers.
Nach Fig. 1 ist ein zu Beginn jeder Biegefolge aus seiner Ausgangsstellung heraus schrittweise veränderbarer Abtast schalter 51 vorgesehen, der aufeinanderfolgend eine Verbin dung zu den einzelnen Einstellschaltern 26 herstellt, von denen in Fig. 1 aus Platzgründen lediglich 5 dargestellt wur den. Wenn einer der genannten Einstellschalter 26 auf Null steht, läuft der Abtastschalter weiter, während er dann, wenn ein Einstellschalter 26 in einer von Null abweichenden Stel lung steht, so lange am Weiterlaufen gehindert ist, bis die Biegemaschine nach erfolgtem Vorlauf ihren Rücklauf been det hat. Mit Hilfe der Einstellschalter 26 wird, zum Beispiel in der nach dem Hauptpatent Nr. 507033 vorgeschlagenen Weise, der Hauptbiegewinkel vorgewählt. Das jeweils zuge- ordnete Relais 27 hält in erregtem Zustand den Antriebsmo tor eingeschaltet.
Wie Fig. 2 zeigt, sind drei weitere Kontakte 52', 52" und 52"' vorgesehen. Diese Kontakte können mit Hilfe der Einstellschalter 26 unmittelbar vorgewählt werden, je nach dem, ob ein Winkel von 45, 90 oder 180' eingestellt wurde. Jeder der genannten drei Kontakte ist an einem der Einstell potentiometer 53', 53" bzw. 53"' angeschlossen, die ins gesamt im Stromkreis des Kondensators 54 liegen. Dieser Kondensator lädt sich innerhalb einer Zeit auf, die von der Einstellung der genannten Potentiometer abhängig ist, und entlädt sich über die Glimmlampe 55 und das Relais 56. Um die Aufladung zu bewirken, wird der Kontakt 57 zur gleichen Zeit geschlossen, zu der das entsprechende Relais 27 abfällt und an sich den Motorstromkreis öffnen würde.
Das Relais 56 hält indes, solange es nicht durch den Entladestrom des Kondensators 54 erregt ist, den Antriebsmotor in einem Überbrückungsstromkreis eingeschaltet. Dieser Überbrük- kungsstromkreis ist dem in Fig. 3 des Hauptpatentes Nr. 507033 erkennbaren Antriebsmotorstromkreis parallel geschaltet.
Schliesslich zeigt Fig. 3 die vorteilhafte Ausbildung der Einstellskala eines der Einstellpotentiometer 53. Man erkennt den zentralen Einstellknopf des Potentiometers 53, der von drei konzentrischen Skalen 58', 58" und 58"' umgeben ist. Die innere Skala ist nur über einen Winkel von 120 mit Markierungen versehen, die mittlere Skala über einen Win kel von 240' und die äussere Skala über ihren gesamten Umfang. Eine derartige Skalierung entspricht drei verschie denen Antriebsgeschwindigkeiten, die zueinander im Ver hältnis von l:2:3 stehen. Die innere Skala 58' ist der lang samsten Antriebsgeschwindigkeit zugeordnet, die mittlere Skala 58" der doppelten Antriebsgeschwindigkeit und die äussere Skala 58"' der dreifachen Antriebsgeschwindigkeit.
Auf diese Weise kann man, sowie einmal für ein bestimmtes Material und eine bestimmte Abmessung die Fehlbiegung be kannt ist, zu jeder Antriebsgeschwindigkeit in der beschriebe nen Weise den Fehlbiegewinkel präzise über den Schleifer 59 am Schleifring 60 des Potentiometers einstellen.