CH532093A - Verfahren zum Vernetzen von nitrierten Polymeren - Google Patents

Verfahren zum Vernetzen von nitrierten Polymeren

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CH532093A
CH532093A CH213572A CH213572A CH532093A CH 532093 A CH532093 A CH 532093A CH 213572 A CH213572 A CH 213572A CH 213572 A CH213572 A CH 213572A CH 532093 A CH532093 A CH 532093A
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Description


      Verfahren    zum     Vernetzen    von     nitrierten    Polymeren    Es ist allgemein bekannt, dass sich die Gebrauchs  eigenschaften von Polymeren und deren Formkörper  durch Vernetzen wesentlich erweitern lassen. Das     Ver-          netzen    kann beispielsweise durch Behandlung mit ioni  sierenden Strahlen oder mit UV-Licht in Gegenwart eines  photoaktiven Mittels oder durch die Anwendung chemi  scher Stoffe,     beispielsweise    von Peroxyden, vorgenom  men werden.

   Das Vernetzen von Polymeren sowie deren  Formkörper bewirkt eine wesentliche     Verbesserung    derer  Eigenschaften, so beispielsweise eine erhöhte Zugfestig  keit, wesentlich verringerte Löslichkeit, erhöhte Druck  festigkeit, verbesserte Formbeständigkeit bei Erwärmung,  sowie die Fähigkeit, ihnen ein elastisches oder plasti  sches Gedächtnis zu verleihen.  



  Es bestehen verschiedene bekannte Verfahren zur  Verleihung von plastischem oder elastischem Gedächt  nis. Eines dieser Verfahren ist in der USA-Patentschrift  Nr. 2 027 962 beschrieben. Danach ist ein Material, dem  ein plastisches oder elastisches Gedächtnis verliehen wor  den ist, unabhängig von der     Form    nicht wärmebeständig  (oder wärmeerholbar), d.h. es kann allein durch Wärme  einwirkung seine Form verändern und dadurch in eine  wärmestabile Form zurückkehren. Im allgemeinen lässt  sich ein wärmeerholbares Material derart herstellen, dass  man ein Polymer einer gegebenen Form vernetzt, dann  Wärme einwirken lässt und das Polymer in eine neue  Form bringt und dann das Polymer in dieser neuen  Form  einfriert .

   Das Polymer     liegt    danach in einer  wärmeerholbaren Form vor und kehrt nach     anschliessen-          der    erneuter Wärmeeinwirkung wieder in seine ursprüng  liche Form, in der es vernetzt wurde, zurück.  



  Bei der Herstellung von wärmeerholbaren Gegen  ständen und von vernetzten Stoffe ist es von grossem  Vorteil, diese in fester Form zu vernetzen. Beim     Vernet-          zen    in fester Form wird dies nach der Formgebung be  werkstelligt, da die inneren Kräfte, welche die Polymer  moleküle zusammenhalten, gross genug sind, um den  Formkörper vor Deformierung zu bewahren. Die Tem  peratur beim Vernetzen soll natürlich unterhalb des Ver-    formungspunktes des Formkörpers liegen. Zwei häufig  verwendete Verfahren zum Vernetzen von     Festkörpern     sind die Behandlung mit ionisierenden Strahlen und     UV-          Licht.     



  Das Vernetzen von Polyolefinen, wie beispielsweise  von Polyäthylenen und Äthylencopolymeren mittels ioni  sierender Strahlen weist einige Nachteile auf.     Im    allge  meinen ist dieses Verfahren teuer, und was noch wesent  licher ist: es lassen sich nur     Formkörper    von     einigermas-          sen    geometrischer Regelmässigkeit, wie beispielsweise  Rohr- und Drahtisolationen, vernetzen, sobald die Be  strahlungsquelle Elektronenteilchen aussendet. Bei     Gam-          mabestrahlung    ist dieses Problem nicht so gross, jedoch  ist der Vernetzungsgrad sehr gering. Um bis zu einem  wirkungsvollen Grad vernetzen zu können, sind im allge  meinen einige Behandlungsstunden nötig.  



  Bei der Verwendung von UV-Licht muss der zu     ver-          netzende    Gegenstand im wesentlichen für UV-Licht  durchlässig sein, um einen wirkungsvollen Vernetzungs  grad zu erreichen. Dies schliesst von vornherein die Ver  wendung von verstärkenden     Füllmitteln,    wie beispiels  weise Russ und von feuerhemmenden Zusätzen, wie bei  spielsweise Antimonoxyd, aus. Weiter wird ein Gegen  stand der für UV-Licht durchlässig ist, unter Aussen  bedingungen wenig verwittern oder altern.  



  Das Vernetzen auf chemischem Wege schliesst einige  der Probleme, die sich aus der Verwendung von Strah  len ergeben, aus, und kann durch Zugabe von organi  schen Verbindungen, wie beispielsweise von Peroxyden  oder     Aziden,    zum Polymer bewirkt werden. Das chemi  sche Vernetzen sollte normalerweise jedoch eher in ge  schmolzenem als in festem Zustand erfolgen. Dies rührt  von der Tatsache her, dass sowohl die Temperatur, bei  der das chemische Vernetzungsmittel dem Polymer zu  gesetzt wird, als auch die Temperatur, bei der das     Ver-          netzen    stattfindet, im allgemeinen über dem Schmelz  punkt des     unvernetzten        Polymers    liegen.

   Da natürlich  die Herstellung des Formkörpers im     unvernetzten    Zu  stand erfolgen muss, kann das chemische Vernetzen für      gewöhnlich nur in ganz bestimmten Guss- oder     Press-          formen    zur Herstellung der Formkörper in geschmolze  nem     Zustand    erfolgen.  



  Zweck der Erfindung ist es, obige Nachteile zu be  seitigen.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren zum Vernetzen von  Polymeren, die Kohlenstoffatome und -NO2-Gruppen  enthalten, wobei jede -NO2-Gruppen am Polymer aktive  Stellen bilden, ist dadurch gekennzeichnet, dass man die  Polymere oder Formkörper aus diesen mit einem Ver  netzungsmittel, welches eine starke Base enthält, behan  delt. Vorzugsweise ist die starke Base ein Alkalimetall  hydroxyd.  



  Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Ver  fahrens vernetzt man Polymere aus einem oder mehreren  olefinisch .ungesättigten Monomeren, wobei die Poly  mere sich wiederholende -CH2-Gruppen und     -NO=-Grup-          pen    aufweisen, wobei man die Polymere mit einem Ver  netzungsmittel, welches eine starke Base enthält, be  handelt.  



  Man nimmt an, dass die nach dem     vorliegenden    Ver  fahren an einem Polymer mit -NO-Gruppen vorge  nommene Vernetzung mittels einer starken Base an dem  nitrierten Kohlenstoffatom statfindet. Es ist jedoch nicht  klar, ob diese Vernetzungen genau an dem Kohlenstoff  atom, an dem eine Nitrogruppe gebunden ist, angreift,  oder ob die Nitrogruppe das oder die benachbarten Koh  lenstoffatome oder die Kohlenstoffatome, die in der  Nähe des Kohlenstoffatoms liegen, an dem die Nitro  gruppe noch aktiver gebunden ist,     maskiert.     



  Bei dem vorliegenden Verfahren kann das Vernet  zungsmittel entweder in flüssiger Form oder als Dampf  auf das     nitrierte    Polymer einwirken. Das     nitrierte    Poly  mer liegt dabei vorzugsweise in fester Form vor.  



  Vor dem eigentlichen Vernetzen nach dem vorliegen  den Verfahren werden die Polymere vorzugsweise zuerst  mit einem Nitrierungsmittel, beispielsweise mit Stickstoff  dioxyd umgesetzt. Die hauptsächliche Wirkung dieser  Behandlung ist die Einführung von Nitrogruppen in die  Polymerkette. Das nitrierte Polymer kann dann bei einer  Temperatur, bei der das Polymer nicht weich wird, zu  einem Formkörper verarbeitet werden. Dieser Formkör  per kann dann mit einem chemischen Vernetzungsmittel,  welches eine starke Base enthält, behandelt werden. Da  bei ist die starke Base vorzugsweise ein Alkalimetallhy  droxyd.  



  Nach dem vorliegenden Verfahren lassen sich vor  zugsweise Polymere aus einem oder mehreren     monoole-          finisch    ungesättigten Monomeren vernetzen. Das Poly  mer weist vorzugsweise sich wiederholende     -CH2-Grup-          pen,    die sich nitrieren lassen, auf.  



  Ein Beispiel dafür sind die -CH2-Gruppen der Poly  olefine. Beispiele für vernetzbare Polymere sind Poly  äthylen, Polybutylen-1, Polyvinylacetat,     Polyäthylacry-          lat,    Polycetylacrylat sowie saure Copolymere aus einem  oder mehreren Monomeren, von denen sich die oben  genannten Polymere ableiten. Man nimmt an, dass alle  Polymere, die durch Nitrierung bewirkte aktive Stellen  im Hauptgerüst oder in der Seitenkette aufweisen, sich  zum Vernetzen eignen. Ebenso können die Polymere un  schädliche Substituenten, wie beispielsweise Benzol-,  Ester- und Äthergruppen, aufweisen.  



  Ein geeignetes Verfahren zur Herstellung     nitrierter     Polymere zur Weiterverwendung für das vorliegende  Vernetzungsverfahren besteht beispielsweise darin, dass  man Polymere der oben erwähnten     Art    mit Stickstoff  dioxyd (NO2) oder mit rauchender Salpetersäure mit un-    gefähr 20% NO2 behandelt. Normalerweise kann diese  Umsetzung mit einem     pulverisierten    oder     kleinkörnigen     Polymer durchgeführt werden, wobei dieses direkt dem  Stickstoffdioxydgas ausgesetzt wird. Obwohl diese Um  setzung in einem weiten Temperaturbereich durchgeführt  werden kann, hat es sich herausgestellt, dass die Reak  tion des Polyäthylens bei Zimmertemperatur ziemlich  langsam verläuft. Die bevorzugte Umsetzungstemperatur  liet demnach über 60 C.

   Die bevorzugten Reaktionsbe  dingungen schwanken natürlich aufgrund des jeweils  verwendeten Polymers. Der Grad der Nitrierung, na  mentlich die Anzahl der eingeführten -NO-Gruppen pro       Gramm    Polymer kann durch Regulierung der Tempe  ratur, der Nitrierdauer und der Reaktionsmittelmenge  gesteuert werden. Vorzugsweise werden vor dieser Um  setzung alle Sauerstoffspuren entfernt.  



  Bei der Nitrierung eines pulverförmigen Polymers,  beispielsweise eines pulverigen Polyolefins, kann man  normalerweise eine einheitlich grosse Verteilung der ak  tiven Stellen im ganzen Polymer erhalten. Die Vertei  lung der Nitrogruppen in einer gegebenen Polymerkette  ist wahrscheinlich etwas willkürlich, jedoch enthalten im  allgemeinen alle Ketten ungefähr dieselbe Anzahl     Nitro-          gruppen    im Verhältnis zur Anzahl der Kohlenwasser  stoffgruppen in der Kette. Diese Verteilung der     Nitro-          gruppen    über die Polymerketten ist sehr erwünscht, da  man glaubt, dass die aktiven Stellen von der Anzahl der  Nitrogruppen abhängen, und dass die Vernetzung da auf  tritt, wo eine Nitrierung stattgefunden hat.

   Eine     gleich-          mässige    Verteilung der Nitrogruppen über die Ketten  bewirkt deshalb wahrscheinlich eine einheitliche Vertei  lung der Vernetzungen.  



  Die gleichmässige Verteilung der aktiven Stellen an  den Polymerketten hängt jedoch beispielsweise in ge  wissem Masse von der Diffusionsgeschwindigkeit des  Stickstoffdioxyds im Polymer ab. Deshalb neigen bei  spielsweise grössere Stücke oder Körner eines Polymers  bei ihrer Nitrierung dazu, an ihrer äusseren Oberfläche  eine höhere Konzentration an Nitrogruppen oder aktiven  Stellen zu erlangen. Es hat sich jedoch herausgestellt,  dass diese ungleichmässige Bildung von aktiven Stellen  kein grosser Nachteil ist, da die nitrierten Körnchen im  geschmolzenen Zustand während der Beimischung von  Zusätzen und/oder während der     Wetierverarbeitung    mit  einander verschmelzen können.

   Dadurch entsteht vor  zugsweise eine gleichmässige Verteilung der     Nitrogrup-          pen.    Im allgemeinen ist es von Vorteil, wenn jede     Poly-          merkette    mindestens zwei Nitrogruppen aufweist, um  einen wirksamen Vernetzungsgrad zu erzielen. Jedoch  können auch     Polymerketten    mit nur einer Nitrogruppe  an der Vernetzung beteiligt sein.  



  Das oben beschriebene Verfahren zur Einführung  aktiver Stellen durch Nitrieren des     Grundpolymers    hat  sich beispielsweise als wirksam zur Herstellung     nitrierter     Polymere für das vorliegende Verfahren erwiesen. Je  doch können nitrierte Polymere für das vorliegende Ver  fahren auch auf andere Weise hergestellt werden.  



  Man nimmt beispielsweise an, dass die aktiven Stel  len bei dem Wasserstoffatom, welches an das mit der  Nitrogruppe verbundene     Kohlenstoffatom    gebunden ist,  liegen. Man weiss, dass dieses Wasserstoffatom gegen  über einigen     Reagentien    aktiv sein kann.  



  Nach dem vorliegenden Verfahren wird ein     nitriertes     Polymer der oben beschriebenen Art durch Behandlung  mit einer starken Base     vernetzt,    wobei die Behandlung  vorzugsweise in Gegenwart eines Katalysators durchge  führt wird. Auf diese Weise kann ein Formkörper aus      einem solchen nitrierten Polymer mit dem Dampf des  Vernetzungsmittels oder andererseits mit dem reinen  flüssigen Vernetzungsmittel oder mit dessen     Lösung    in  Kontakt gebracht werden.  



  Als starke Base kann vorzugsweise ein     Alkalyhy-          droxyd    verwendet werden, wobei eine Lösung von Na  trium- oder Kaliumhydroxyd in Methanol oder Äthanol  sehr vorteilhaft ist.  



  Die     Vernetzungsreaktion    und Vernetzungsstruktur  sind bei der Verwendung von starken Basen nicht genau  bekannt. Jedoch nimmt man an, dass die Vernetzung das  Ergebnis von Kondensationsreaktionen ist.  



  Den nach dem vorliegenden Verfahren vernetzten  Polymeren kann ein elastisches Gedächtnis verliehen  werden. Das bedeutet, dass ein Formkörper, der nach  dem Vernetzen erwärmt und in eine neue Form gebracht  wurde, und in dieser neuen Form unter den     kristallinen     Schmelzpunkt abgekühlt wurde, nach erneuter Wärme  einwirkung wieder     in    seine ursprüngliche Form zurück  kehren kann. Die nach dem vorliegenden Verfahren ver  netzten Polymere zeichnen sich beispielsweise auch durch  eine besondere Stabilität gegenüber Wärme und Alte  rung aus.  



  Den nitrierten Polymeren können auch gewisse Zu  sätze, wie beispielsweise Füllmittel und Antioxydantien  beigemischt werden, ohne dass dadurch die Vernetzungs  reaktion noch die Zusätze durch die     Vernetzung    nach  teilig beeinflusst werden. Im einzelnen hängt die Art der  Zusätze von dem verwendeten Vernetzungsmittel und  dem benötigten Zusatz ab. Dies kann jeweils experimen  tell ermittelt werden.  



  Es sei noch erwähnt, dass jedes nitrierbare Polymer,  das aktiviert worden ist, nach dem vorliegenden Ver  fahren vernetzt werden kann. Dieses     Verfahren    ist     zwar     besonders brauchbar zum Vernetzen von festen Körpern,  es kann jedoch auch zum Vernetzen von geschmolzenen  Polymeren verwendet werden. Weiter können das Ver  netzungsmittel, Katalysatoren und andere Stoffe auf jede  gewünschte Weise eingebracht werden. Beispielsweise  können die Nitropolyäthylene zu Formkörpern verarbei  tet werden, die nach Bedarf nach     jeder    bekannten Tech  nik, beispielsweise durch Ziehen oder Pressen, in eine  wärmeerholbare Form gebracht werden können.  



  In den Präparaten 1 bis 4 ist die Herstellung eines  nitrierten Polymers zur Verwendung für das vorliegende  Verfahren beschrieben. In den Beispielen wird des Ver  netzungsgrad auf     zwei        Arten    gemessen. Einmal wird im  flüssigen Zustand bei dem vernetzten Polymer der Ela  stizitätsmodul gemessen, wobei der Elastizitätsmodul dem  Vernetzungsgrad proportional ist. Daher ist bei einem  Fehlen der Vernetzung der Elastizitätsmodul gleich 0.  Ein zweites Messverfahren beruht auf der Behandlung  des vernetzten Polymers mit einem Lösungsmittel bei  einer Temperatur, bei der sich unvernetztes Polymer voll  ständig in dem Lösungsmittel löst. Der Prozentgehalt an  unlöslicher 'Substanz, auch prozentualer Gehalt genannt,  gibt den Vernetzungsgrad an.  



       Präparat   <I>1</I>  Pulverförmiges Polyäthylen wurde wie folgt nitriert:  Ein pulverförmiges Polyäthylen mit einem     Schmelzindex     1 und einer Dichte von 0,916 wurde in einen     2-Liter-          Kessel    gefüllt. Das Gefäss wurde in ein heisses Ölbad  getaucht und es wurde 30 Minuten lang Stickstoffgas  zum Entfernen des Sauerstoffs durchgeblasen. Danach  wurde Stickstoffdioxyd eingeleitet und durch und über  das pulverige Polyäthylen geleitet. Am Ende der Be-    handlung mit Stickstoffdioxyd wurde erneut Stickstoff  30 Minuten lang in das Gefäss und durch und über die  Probe geleitet, um nicht umgesetztes Stickstoffdioxyd  und     gasförmige    Reaktionsprodukte zu entfernen.

   Die  letzten Spuren gasförmiger Produkte wurden in einem  Vakuum-Ofen entfernt. Das Endprodukt war dunkel  gelb, wahrscheinlich wegen eines im Polyäthylen vor  handenen Antioxydans.  



  Das nitrierte Polyäthylen wurde durch Infrarotmes  sungen auf die Anzahl der Methylengruppen pro     Nitro-          gruppe    untersucht. Man erhielt eine Eichkurve, in dem  man die Konzentration des 2-Nitropropans in     Cyclohe-          xan    in Abhängigkeit von der -NO-Aufnahme bei  1555 cm-' auftrug. Es wurde das Beersche Gesetz 'be  achtet. Die Konzentration der -NO2-Gruppen im     Nitro-          polyäthylen    wurde unter der Annahme bestimmt, dass  der Extinktionskoeffizient der Nitrogruppe konstant  blieb.

   Um sicher zu sein, dass bei dem     -NO2-Absorp-          tionsgrad    im Fall einer primären Gruppe keine derartige  Veränderung auftrat, wurde auch eine Eichkurve des  1-Nitropropans aufgestellt. Sie stimmte mit der     Eich-          kurve    des 2-Nitropropans innerhalb der Versuchsfehler  grenze überein.  



  Die nachfolgende Tabelle I gibt den Grad der     Ni-          trierung    bei den verschiedenen Reaktionszeiten an.  
EMI0003.0029     
  
    TABELLE <SEP> I
<tb>  Reaktionszeit <SEP> Millimol
<tb>  Nr. <SEP> t <SEP>  C <SEP> (Min.) <SEP> -NO2-Gruppe/g
<tb>  Polymer
<tb>  1 <SEP> 100 <SEP> 25 <SEP> 0,083
<tb>  2 <SEP> 100 <SEP> 60 <SEP> 0,125
<tb>  3 <SEP> 100 <SEP> 90 <SEP> 0,170
<tb>  4 <SEP> 100 <SEP> 120 <SEP> 0,275
<tb>  5 <SEP> 100 <SEP> 360 <SEP> 0,928       Die Auswirkung der Temperatur auf den     Nitrie-          rungsgrad    wurde bestimmt, indem man den oben be  schriebenen Vorgang in einem  Parr 4500 -Reaktor aus  rostfreiem Stahl     durchführte,

      wobei man anstelle des       Stickstoffdurchblasens    Vakuum anlegte.  



  Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle     II     aufgeführt.  
EMI0003.0035     
  
    TABELLE <SEP> II
<tb>  Reaktionszeit <SEP> Millimol
<tb>  Nr. <SEP> t <SEP>  C <SEP> (Std.) <SEP> -NO2-Gruppe/g
<tb>  Polymer
<tb>  1 <SEP> Zimmer- <SEP> 19 <SEP> keine
<tb>  temp.

   <SEP> nachweisbare
<tb>  Umsetzung
<tb>  2 <SEP> 80 <SEP> 2 <SEP> 0,170
<tb>  3 <SEP> 60 <SEP> 21 <SEP> 0,230
<tb>  4 <SEP> 60-80 <SEP> 20 <SEP> 0,265
<tb>  5 <SEP> 65-80 <SEP> 22 <SEP> 0,348
<tb>  6 <SEP> 60-80 <SEP> 21 <SEP> 0,447         <I>Präparat 2</I>  Nach dem Verfahren in Präparat 1 wurde ein Gra  nulat aus einem Äthylen/Vinylacetat-Copolymer unter  Verwendung von Stickstoffdioxyd bei ungefähr 60 C  15 Stunden lang     nitriert.    Das Granulat bestand aus abge  platteten Kügelchen, deren grössster Durchmesser unge  fähr 3 mm und deren kleinster Durchmesser ungefähr  2 mm     betrug.     



  Aufgrund spektrophotometrischer Infrarotabsorption  liess sich ein Nitrierungsgrad von 0,233 Millimol     -NO2-          Gruppen    pro Gramm Polymer nachweisen.  



  <I>Präparat 3</I>  18 kg eines Polyäthylengranulates (Dichte 0,918,  Schmelzindex 2) von ungefähr derselben Grösse und  Aussehen wie das in Präparat 2 nitrierte Copolymer  wurden in einen mit Glas überzogenen Kessel gefüllt  und mittels eines Ankerrührers gerührt. Das Granulat  wurde auf 85 C erhitzt und ungefähr 16 Stunden lang  Stickstoffdioxyd ausgesetzt. Das erhaltene nitrierte Po  lymer war fest weiss, und die spektrophotometrische In  frarotanalyse ergab 0,130 Millimol Nitrogruppen pro  Gramm Polymer.  



  <I>Präparat 4</I>       Die    Anzahl der Nitrogruppen pro g Polymer wurde  normalerweise durch Steuerung der Menge Stickstoff  dioxyd eingestellt, der das Polymer während der     Nitrie-          rung    ausgesetzt wurde. In einer Versuchsreihe wurden  Polyäthylengranulate (Dichte 0,94, Schmelzindex 2) mit  Stickstoffdioxyd in einem 300 ml Dreihalskolben bei  90 C     181/2    Stunden lang umgesetzt.

   Die Ergebnisse zeigt  die Tabelle     TH.     
EMI0004.0009     
  
    TABELLE <SEP> III
<tb>  Gewicht <SEP> des <SEP> Gewicht <SEP> des <SEP> Millimol
<tb>  Nr. <SEP> Polyäthylens <SEP> (g) <SEP> NO2 <SEP> (g) <SEP> -NO2-Gruppen/g
<tb>  Polymer
<tb>  1 <SEP> 500 <SEP> 1,68 <SEP> 0,051
<tb>  2 <SEP> 250 <SEP> 1,68 <SEP> 0,095
<tb>  3 <SEP> 125 <SEP> 1.01 <SEP> 0,121       Im nachfolgenden Beispiel wurde der Vernetzungs  grad der nitrierten Polymere durch Messen des Elasti  zitätsmoduls (Youngs Moduls) bei 150 C oder durch  Feststellen des Gehaltes an unlöslichen Stoffen in Xylol  unter Rückfluss (bei ungefähr 140 C) bestimmt. Der  letztere Wert wird als prozentualer Gelgehalt oder als  prozentualer Gehalt an unlöslichen Stoffen ausgedrückt.

    Der Elastizitätsmodul oberhalb des Schmelzpunktes der  Kristalle des Polymers ist im allgemeinen dem Vernet  zungsgrad proportional. Da der prozentuale Gelgehalt  dem Vernetzungsgrad proportional ist, steht er in direk  tem Verhältnis zum Vernetzungsgrad, d.h. ein hoher  Gelgehalt bedeutet einen hohen Vernetzungsgrad und ein  niederer Gelgehalt einen niederen Vernetzungsgrad.  



  <I>Beispiel</I>  Dieses Beispiel zeigt das Vernetzen von     Nitropoly-          äthylen    in Gegenwart alkoholischer Kalilauge.  



  Aus Nitropolyäthylen mit einem Gehalt von 0,89  Millimol Nitrogruppen pro Gramm Polymer wurde eine  0,25 mm dicke Platte bei 150 C gepresst. 20 g KOH    wurden in 250 ml Äthanol gelöst.. Die     Nitropolyäthylen-          platte    wurde in die Lösung getaucht, die 15 Stunden  lang unter Rückfluss gehalten wurde. Die Platte wurde  im Vakuumofen getrocknet. Durch Ermittlung des Ela  stizitätsmoduls bei 150 C und des prozentualen Gelge  haltes wurde das Vernetzen gemessen. Die Ergebnisse  sind in Tabelle VI zusammengefasst.  
EMI0004.0014     
  
    TABELLE <SEP> VI
<tb>  Elastizitäts  modul <SEP> (kp/cm2) <SEP> Gelbildung <SEP> (%)
<tb>  bei <SEP> 150 C
<tb>  Vor <SEP> der <SEP> Behandlung <SEP> > <SEP> 0,35 <SEP> 0
<tb>  Nach <SEP> der <SEP> Behandlung
<tb>  mit <SEP> äthanolischen <SEP> 9,03 <SEP> 4,16
<tb>  KOH

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I Verfahren zum Vernetzen von Polymeren, die Koh lenstoffatome und -NO2-Gruppen enthalten, wobei jede -N02-Gruppe an ein Kohlenstoffatom gebunden ist und die -NO2-Gruppen am Polymer aktive Stellen 'bilden, und deren Formkörper, dadurch gekennzeichnet, dass man die geformten oder ungeformten Polymere mit einem Vernetzungsmittel, welches eine starke Base enthält, be handelt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man ein Polymer aus einem oder meh reren monoolefinisch ungesättigten Monomeren, das -NO2-Gruppen enthält, verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man als Vernetzungsmittel ein Alkali metallhydroxyd verwendet. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man ein Vernetzungsmittel, welches eine Lösung von Natrium- oder Kaliumhydroxyd in Me thanol oder Äthanol enthält, verwendet. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man das Vernetzungsmittel in flüssi ger Form den Polymeren zusetzt. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man das Vernetzungsmittel als Dampf den Polymeren zusetzt. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Polymere in fester Form mit dem Vernetzungsmittel behandelt. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Polymere bei einer Tempe ratur unterhalb des Verformungspunktes vernetzt. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass man als Polymere entweder Homo- oder Copolymere der folgenden Monomere: Äthylen, Butylen-1, Vinylacetat, Äthylacrylat, Cetylacrylat, ver wendet, wobei die Polymere -NO-Gruppen aufweisen. PATENTANSPRUCH 1I Vernetztes Polymer, das nach dem Verfahren nach Patentanspruch I hergestellt wurde. PATENTANSPRUCH III Anwendung des Verfahren nach Patentanspruch I, zur Herstellung von Formkörpern mit elastischem Ge dächtnis.
    UNTERANSPRUCH 9. Anwendung nach Patentanspruch III, dadurch ge kennzeichnet, dass man aus den nitrierten Polymeren zunächst einen Formkörper herstellt, diesen vernetzt und dann den Formkörper erwärmt, unter Krafteinwir kung deformiert und in der deformierten Form unter Beibehaltung der Krafteinwirkung so weit abkühlt, bis er die deformierte Form beibehält.
CH213572A 1968-08-30 1969-08-28 Verfahren zum Vernetzen von nitrierten Polymeren CH532093A (de)

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