Verfahren zur Herstellung eines einseitigen Frottierstoffes
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines einseitigen Frottierstoffes, welches darin besteht, dass eine erste Garnschleife durch einen Unterlagstoff auf seine Rückseite vorgetragen, die erste Garnschleife an der Rückseite festgehalten, das Garn an der gegenüberliegenden Seite über einen Garntragfinger gelegt, eine zweite Garnschleife durch den Unterlagstoff und durch die erste Garnschleife an einer Stelle im Abstand von der Durchstichstelle der ersten Schleife vorgeführt, die erste Schleife, um einen ersten Kettenstich zu bilden, freigegeben, die zweite Schleife an der Rückseite gehalten und die erste Schleife angezogen, Garn über den Garntragfinger an der gegenüberliegenden Seite gelegt,
eine dritte Garnschleife durch den Unterlagstoff und durch die zweite Schleife an einer Stelle im wesentlichen in Ausrichtung zu der Durchstichstelle der ersten Schleife vorgeführt, die zweite Schleife zur Herstellung eines zweiten Kettenstichs freigegeben, die dritte Schleife an der gegenüberliegenden Seite gehalten und die zweite Schleife angezogen wird.
Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf einen nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten einseitigen Frottierstoff, der einen Unterlagstoff mit einer Vielzahl von in dichtem Abstand angeordneten parallelen Reihen loser Zickzack-Kettenstiche aus Garn, bei dem die Kettenschleifen gegen die Rückseite des Unterlagstoffes dicht gezogen sind und die anderen Schleifen verdreht sind, und an der gegenüberliegenden Seite des Unterlagstoffes ungeschnittene Noppen bilden.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird nachstehend in Verbindung mit der Zeichnung beispielsweise erläutert.
Fig. 14 sind schaubildliche Querschnittsansichten aufeinanderfolgender Bewegungen eines Noppen bildenden Mechanismus.
Fig. 5 ist eine schaubildliche Querschnittsansicht eines Unterlagstoffes von der Rückseite des Stoffes her gesehen und zeigt Tufted-Stiche.
Fig. 6 ist eine Draufsicht der Rückseite eines einseitigen Frottierstoffes und gibt die Verkettungsschleifen dicht gegen den Unterlagstoff gezogen wieder.
Fig. 7 ist eine Draufsicht der anderen Seite des Frottierstof fes der Fig. 6 und gibt die Noppenschleifen wieder.
Fig. 8 ist eine Reihen-Draufsicht der Rückseite des Frottierstoffes gemäss Fig. 6, wobei die verkettenden Schleifen einer ausgewählten Stichreihe aus Gründen der Klarheit in hervorgehobener Darstellung wiedergegeben sind.
Fig. 9 ist eine Reihen-Draufsicht der anderen Seite des Frottierstoffes der Fig. 8, wobei die Noppenschleifen der ausgewählten Stichreihe in Fig. 8 aus Gründen der Klarheit hervorgehoben wiedergegeben sind.
Ein senkrechter Greifer 34 (Fig. 1-4) hat eine schleifenfassende Spitze 57 und ist mit einer Greiferstange eines nicht dargestellten Mechanismus verbunden, welche über einen Schwingarm durch eine Schwingwelle angetrieben ist. Somit erteilt der nicht dargestellte Mechanismus dem Greifer 34 eine Schwingbewegung.
Ein waagrechter Greifer 35 hat ein Paar Vorsprünge 72 (Fig. 1-4), zwischen welche die Nadel 32 hindurchsticht, um ein zwangsläufiges Hindurchtreten einer Garnschleife 73 zu gewährleisten, die von dem Greifer 35 gehalten wird. An den Enden der Vorsprünge 72 sind Schleifen aufnehmende Spitzen 74 ausgebildet, welche durch die Vorsprünge 72 gegeneinander gedrückt werden, so dass die Spitzen 74 ihre schleifenaufnehmende Funktion ausüben können.
Gemäss Fig. 1-4 bewegt sich, um einen einseitigen Frottierstoff zu bilden, die Nadel 32 nach unten längs einer Seite des Garntragfingers 37, um durch den Unterlagstoff eine erste Garnschleife zu führen, welche in dem Ohr der Nadel gehalten wird. Sobald die Nadel 32 ihre Aufwärtsbewegung beginnt, wird die in dem Öhr der Nadel 32 gehaltene Schleife zufolge der Reibung zwischen dem Garn und dem Unterlagstoff zu einer fertigen Schleife 73 geformt, wodurch das Garn sich langsamer als die Nadel zurückbewegt und Garnlose gebildet werden. Der senkrechte Greifer 34 erfasst die Garnschleife vermittels seiner schleifenerfassenden Spitze 57, wenn die Nadel 32 ihre Aufwärtsbewegung fortsetzt. Dann bewegt sich der waagerechte Greifer 35 über den senkrechten Greifer 34, um seine schleifenerfassenden Spitzen 74 in die durch den senkrechten Greifer 34 gehaltene Garnschleife 73 vorstehen zu lassen.
Sobald der senkrechte Greifer 34 sich gegen die Hinterseite der Maschine zurückzieht, wird die Garnschleife 73 auf den schleifenerfassenden Spitzen 74 des waagerechten Greifers 35 belassen.
Vor dem zweiten Durchstich der Nadel 32 durch den Unterlagstoff wird die verschiebbare Nadelplatte 36 zusammen mit dem Unterlagstoff seitlich verschoben, so dass die Nadel 32 das Garn über den Garntragfinger 37 legt und sich nach unten längs der anderen Seite des Fingers 37 gegenüber der ersten Abwärtsbewegung bewegt. Eine Vorschubbewegung des Unterlagstoffes und eine seitliche Verschiebung des Unterlagstoffes bewirken, dass die Nadel 32 durch den Unterlagstoff an einer Stelle stromabwärts und versetzt zu ihrer ersten Durchstichstelle durch den Unterlagstoff hindurchsticht. Die Nadel 32 sticht dann bequem durch die durch den waagerechten Greifer 35 gebildete Schleife 73, welche durch den waagerechten Greifer 35 gebildet ist, weil der waagerechte Greifer 35 die Schenkel der Garnschleife weit genug auseinanderspreizt, um einen positiven Durchstich zu gewährleisten.
Der waagerechte Greifer 35 wird dann zurückbewegt, um die erste Schleife 73 freizugeben. Dann ist die erste Garnschleife 73 nach oben rings um den Schaft der Nadel gezogen, um einen ersten Kettenstich 100 zu bilden. Während der Rückbewegung des Greifers 35 spreizt der Nadelschaft für einen Augenblick die schleifenerfassenden Spitzen 74 der Vorsprünge auseinander, um ein Entweichen der Nadel 32 zwischen den Vorsprüngen 72 zu ermöglichen. Wie bei dem ersten Nadeldurchstich erfasst der senkrechte Greifer 34 dann eine zweite Garnschleife 178 (Fig. 4), die durch die Nadel 32 gehalten ist, und der waagerechte Greifer 35 nimmt die zweite Schleife 178 von dem senkrechten Greifer 34 weg.
Nachdem die Nadel 32 aus der ersten Garnschleife zurückgezogen worden ist, zieht die Vorschubbewegung des Unterlagstoffes das Garn über den Buckel 99 in dem Garntragfinger 37, um die Kettenschleife 73 des ersten Kettenstiches 100 an der Rückseite des Unterlagstoffes festzulegen, und belässt eine Noppenschleife 180 (Fig. 5) an der gegenüberliegenden Seite des Unterlagstoffes, nachdem die Schleife von dem Garntragfinger 37 abgezogen worden ist.
Vor dem dritten Durchstich der Nadel 32 durch den Unterlagstoff wird die verschiebbare Nadelplatte 36 zusammen mit dem Unterlagstoff 173 seitlich in diejenige Stellung verschoben, die sie während des ersten Durchstichs der Nadel 32 einnahmen, so dass die Nadel 32 das Garn über den Garntragfinger 37 legt und sich an der gleichen Seite des Garntragfingers 37 wie bei der ersten Abwärtsbewegung nach unten bewegt. Eine fortgesetzte Zuführbewegung des Unterlagstoffes
173 und die vorgenannte seitliche Verschiebung des Unterlagstoffes bewirken, dass die Nadel den Unterlagstoff an einer Stelle, die bezüglich des zweiten Durchstiches versetzt ist, durchsticht.
Die Greiferbewegungen werden wie bei dem zweiten Durchstich des Unterlagstoffes durch die Nadel wiederholt, um im wesentlichen lose Zickzack-Kettenstiche zu bilden, deren Verkettungsschleifen 73 fest gegen die Unterseite des Unterlagstoffes gezogen werden. Die anderen Schleifen 180 werden verdreht und bilden an der gegenüberliegen den Seite des Unterlagstoffes Noppenschleifen. Die vorgenannten Arbeitsvorgänge werden immer wiederholt, und es sind zahlreiche Nadeln 32, Greifer 34 und 35, Garntragfinger
37 und diesen zugeordnete Mechanismen vorgesehen, die sich über die Breite der Maschine erstrecken, so dass ein hochqualitativer Stoff mit Frottierausbildung an einer Seite schnell und wirksam gebildet wird, wobei die Noppenschleifen 180 in dem Unterlagstoff zwangsläufig festgehalten werden und den Unterlagstoff optimal bedecken.