Panzerfahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Panzerfahrzeug bei dem im hinteren Fahrzeugteil ein freier Nutzraum vorgesehen ist.
Es ist ein Schützenpanzer bekannt (Zeitschrift Soldat und Technik Heft 5/1964 S. 258), bei dem im hinteren Fahrzeugteil ein freier Nutzraum für mehrere Schützen vorgesehen ist, der von aussen durch zwei grosse Hecktüren zugänglich ist.
Für den Antrieb ist ein Motor vorgesehen, der in der vorderen Mitte des Fahrzeuges eingebaut ist. Der Fahrersitz befindet sich ebenfalls in der vorderen Mitte des Fahrzeuges, und zwar über dem Motor. Dies hat eine unerwünscht grosse Höhe des Fahrzeuges zur Folge.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Panzerfahrzeug zu schaffen, das auch als Kampfschützenpanzer, insbesondere der Gewichtsklasse 20 to mit min. 25 PS/to spezifischer Leistung ausgebildet sein kann, bei dem die Antriebsgruppe mit Neben- und Hilfsaggregaten raumsparend angeordnet ist, damit der nutzbare Innenraum möglichst gross ist. Gleichzeitig sollten die äusseren Fahrzeugabmessungen möglichst klein sein; insbesondere sollte die Fahrzeugbreite so klein sein, dass ein internationaler Bahntransport möglich ist.
Das erfindungsgemässe Panzerfahrzeug mit einem freien Nutzraum im hinteren Fahrzeugteil ist dadurch gekennzeichnet, dass im vorderen Fahrzeugteil der Antriebsmotor zusammen mit Neben- und Hilfsaggregaten und ein Raum für den Fahrer nebeneinander vorgesehen sind. Hierdurch ergibt sich eine besonders raumsparende Anordnung der Antriebsgruppe, so dass der nutzbare Innenraum, der sich beispielsweise bei einem Kampfschützenpanzer aus dem vorne neben dem Motor befindlichen Raum für den Fahrer und dem freien Nutzraum im Heck zusammensetzt, im Verhältnis zur Gesamtgrösse des Fahrzeuges sehr gross ist. Es ist von Vorteil, wenn dieser nutzbare Innenraum von dem den Motor mit seinen Hilfsaggregaten aufnehmenden Raum durch eine ABC-dichte Schottwand getrennt ist.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform kann die Kühlund Auspuffanlage neben dem Motor angeordnet werden. Es ist hierbei von Vorteil, wenn die Filteranlage über dem Motor angeordnet ist, so dass sich kurze Strömungswege ergeben.
Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann der Antriebsmotor zusammen mit seinen Hilfsaggregaten als zu einem Block zusammengefasste Antriebseinheit ausgebildet sein. Diese Antriebseinheit kann somit sehr leicht und einfach ausgebaut und ausgetauscht werden.
Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann unmittelbar hinter dem Motor und etwa in der Fahrzeugmitte ein Drehturm für eine Bordkanone angeordnet werden. Es ist hierbei zweckmässig, wenn unmittelbar vor dem Motor das Schaltgetriebe und das Lenkgetriebe für die beiden Antriebsketten liegen.
Anhand eines in der beiliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung nachstehend näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemässen Kampfschützenpanzers;
Figur 2 eine Ansicht von vorne (teilweise aufgebrochen) des Kampfschützenpanzers gemäss Fig. 1;
Figur 3 eine Ansicht von oben (teilweise aufgebrochen) des Kampfschützenpanzers gemäss Figur 1.
In Figur 1 bis 3 der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemässen Kampfschützenpanzers schematisch dargestellt.
Wie dieser schematischen Darstellung zu entnehmen, ist im vorderen rechten Fahrzeugteil ein Antriebsmotor 1 zusammen mit seinen Hilfsaggregaten angeordnet. Bei den Hilfsaggregaten handelt es sich um ein Schaltgetriebe 2, ein Lenkgetriebe 3, einen Kühler 4, einen Lüfter 5, einen Ansaugluftfilter 6 und einen Auspuffschalldämpfer 7. Dadurch dass diese Antriebsgruppe, die als zu einem Block zusammengefasste Antriebseinheit ausgebildet ist, im rechten vorderen Fahrzeugteil angeordnet ist, verbleibt im linken vorderen Fahrzeugteil ein ausreichend grosser Raum 11 für den Fahrer. Dieser Raum 11 für den Fahrer steht mit einem im hinteren Fahrzeugteil angeordneten freien Nutzraum 12 in Verbindung, der durch mindestens eine Hecktür 10 nach aussen zugänglich ist und ausreichend Platz für mehrere voll ausgerüstete Schützen bietet.
Die Hecktür 10 ist hierbei so gross, dass zwei voll ausgerüstete Schützen gleichzeitig unbehindert auf- bzw. absitzen können.
Die beiden Räume 11 und 12 sind durch eine Schottwand 8, die ABC-dicht ausgebildet ist, von dem die Antriebsgruppe aufnehmenden Raum getrennt.
Unmittelbar hinter der Antriebsgruppe, und zwar etwa in der Fahrzeugmitte, ist ein Drehturm 13 mit einer Bordkanone vorgesehen. Neben dem Antriebsmotor 1 und (in Fahrtrichtung) vor dem Lüfter 5 befindet sich ein Kühlluftführungsschacht.
Wie Figur 2 und 3 zu entnehmen, geht der im rechten vorderen Fahrzeugteil angeordnete Raum zur Aufnahme der Antriebsgruppe etwas nach links über die Fahrzeugmitte hinaus, so dass sich die Möglichkeit ergibt, den Antriebsmotor 1, der das grösste Gewicht der einzelnen Elemente der Antriebsgruppe hat, in etwa in der Fahrzeuglängsachse anzuordnen.
Da, wie Figur 3 zu entnehmen, auch das an den Antriebsmotor
1 angeschlossene Schaltgetriebe 2 und das hieran angeschlossene Lenkgetriebe 3, die ebenfalls ein relativ grosses Gewicht haben, in etwa in der Fahrzeuglängsachse angeordnet sind, ergibt sich eine recht günstige, da zur Fahrzeuglängsachse annähernd symmetrische Gewichtsverteilung, denn die weiteren Elemente der Antriebsgruppe haben ein wesentlich geringeres Gewicht.
Zur Erfüllung der Forderung einer möglichst kompakten, blockartigen Bauweise der gesamten Antriebsgruppe trägt die Tatsache bei, dass der Kühler 4, der Lüfter 5 und der Auspuffschalldämpfer 7 (rechts) neben und der Ansaugluftfilter 6 über dem Motor 1 angeordnet sind. Diese Antriebsgruppe bildet somit einen in etwa kastenähnlichen Block, der zusammen mit dem Schalt- und Lenkgetriebe einfach und kurzzeitig ausbauund austauschbar ist und neben dem Fahrzeug in Betrieb gesetzt werden kann.
Aufgrund der Forderung nach einer möglichst kompakten Bauweise wird als Antriebsmotor, der im übrigen als Mehrstoffmotor ausgebildet ist, ein Motor mit hoher spezifischer Raumleistung und möglichst geringen Breiten- und Höhenabmessungen verwendet. Die Motorkurbelwelle ist hierbei in Fahrzeuglängsrichtung angeordnet.
Die abzuführenden Wärmemengen sollen möglichst klein sein, damit die notwendigen Kühlflächen möglichst klein sind und die erforderlichen Kühlluftdurchsätze erreicht werden können. Ausserdem sollen die Übertragungswirkungsgrade sämtlicher Abtriebe möglichst gross sein.
Der Leistungsbedarf für die Kühlanlage wird dann minimal, wenn ausser der vom Motor abzuführenden Wärme auch die Getriebewärme relativ klein ist, weshalb der Getriebewir kungsgrad möglichst hoch liegen soll. Ausserdem verringert sich die Antriebsleistung für das Kühlgebläse wenn eine gute Kühlluftführung mit wenig Strömungswiderständen gewährleistet ist und der Gebläseantrieb mit einem möglichst guten Übertragungswirkungsgrad (vorzugsweise mechanisch) erfolgt.
Die Kühlluftwege sind in der Zeichnung schematisch mit dem Bezugszeichen 9 angedeutet. Wie hieraus ersichtlich, ist die Kühlluft derart geführt, dass sich nach vorne keine Schlierenbildung ergibt, die den Turmschützen stören kann.
Die erfindungsgemässe Anordnung und Ausbildung der Antriebsgruppe kommt bevorzugt bei einem Kampfschützenpanzer der Gewichtsklasse von ca. 20 t in Anwendung, der eine spezifische Leistung von mindestens 25 PS/t hat, wobei, um einen internationalen Bahntransport zu ermöglichen, die Fahrzeugbreite durch das Bahnprofil bestimmt ist. Selbstverständlich kann die Erfindung jedoch auch bei anderen radoder ketten angetriebenen Panzerfahrzeugen in Anwendung kommen.
Wie ohne weiteres ersichtlich, kann, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen, die Antriebsgruppe auch seitenvertauscht angeordnet werden, d.h. nicht im vorderen rechten sondern im vorderen linken Fahrzeugteil, so dass sodann der Raum für den Fahrer nicht im vorderen linken sondern im vorderen rechten Fahrzeugteil vorgesehen ist.