Ausstossvorrichtung an Presse, insbesondere Kaltfliesspresse
Die Erfindung bezieht sich auf eine Ausstossvorrichtung an Presse, insbesondere Kaltfliesspresse, mit einem über mit dem Stössel verbundene Zugstangen antreibbaren, im Pressentisch geführten Ausstosser, dessen Endlage unabhängig vom Stösselweg einstellbar ist. Ziel der Erfindung ist es, den Ausstosser - besonders bei hoher Hublage des Pressenstössels - nach jedem Ausstosshub rechtzeitig wieder in seine Ausgangslage zurück zu bringen.
Es ist bereits eine Vorrichtung bekannt, bei der der als Kolben ausgebildete Ausstosser durch den Pressenstössel betätigt wird, indem mit dem Stössel über Zugstangen verbundene Plunger beim Hochgehen des Stössels ein Druckmittel in den Zylinder des Ausstosserkolbens drücken. Der Ausstosser wird dabei so lange hoch bewegt, bis der Kragen seines Kolbens an einem einstellbaren Anschlag zur Anlage kommt. Die Plunger drücken bei weiterem Stösselhub das Druckmedium über ein Druckbegrenzungsventil in einen Druckmittelspeicher zurück, so dass die eingestellte Endlage des Ausstossers erhalten bleibt. Über einen Zweiwegeschieber kann der Zylinderraum des Ausstosserkolbens mit dem Druckmittelspeicher verbunden werden.
Eine auf den Ausstosser wirkende Feder drückt dann den Ausstosser in seine Ausgangslage zurück und das Druckmittel in den Druckmittelspeicher hinein (OS Nr. 1 527 771).
Diese Vorrichtung hat jedoch den Nachteil, dass die Rückflussgeschwindigkeit des Druckmediums - vom Zylinderraum des Ausstossers zum Druckmittelspeicher - infolge der Drosselwirkung der Verbindungsleitung und des Zweiwegeschiebers begrenzt ist. Daher kommt der Ausstosser bei hoher Hubzahl des Stössels nicht schnell genug in seine Ausgangslage zurück und damit ist die Ausstossvorrichtung an Pressen mit hoher Hubzahl nicht einsetzbar.
Nach der Erfindung ist eine mechanisch betriebene Ausstossvorrichtung gekennzeichnet durch ein auf den unteren Enden der Zugstangen angeordnetes, höheneinstellbares Querhaupt, in welchem mit Rollen versehene Mitnehmer angeordnet sind, die durch elastische Mittel gegen ortsfest angeordnete Steuerbahnen anpressbar sind.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist der Aus stosser durch einen die Rückfallbewegung dämpfenden
Zylinder-Kolbentrieb in die Ausgangsstellung bringbar.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass der obere Teil des aus zwei Teilen bestehenden Ausstossers durch eine von einem Zylinder-Kolbentrieb be tätigte Druckstange festlegbar ist.
Dadurch ist sichergestellt, dass der Ausstosser auch bei Pressen mit hoher Hubzahl immer rechtzeitig seine Ausgangslage erreicht.
An Hand der Zeichnung ist ein Beispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung nachstehend näher beschrieben.
Fig. 1 zeigt in einem Vertikalschnitt nach der Linie A-B von Fig. 2 die Anordnung des Ausstossers im Pressentisch sowie den Antrieb für die Höheneinstellung des Querhauptes, während in
Fig. 2 die Anordnung der Mitnehmer und der Dämpfungseinrichtung für den Ausstosser ersichtlich ist.
Im Pressengestell 1 sind die mit dem nicht dargestellten Stössel verbundenen Zugstangen 2 gleitend geführt und an ihrem unteren Ende mit jeweils einem Aussengewinde 2a versehen. Auf dieses Aussengewinde einer jeden Zugstange 2 ist ein als Hülse ausgebildetes Kettenrad 3 geschraubt, wovon jedes um Querhaupt 4 drehbar und axial nicht verschiebbar gelagert ist. Die Kettenräder 3 sind miteinander durch eine Rollenkette 5 verbunden, die durch ein Kettenritzel 6 nachgespannt werden kann und von einem Kettenrad 7 angetrieben wird. Mit der Grundplatte des Pressengestells 1 ist eine Platte 8 über Distanzhalter 9 fest verbunden, die der Aufnahme des Dämpfungszylinders 10 sowie der beiden Steuerstangen 11 dient. Jede Steuerstange ist mit einer Steuernut 11a versehen.
Durch im Querhaupt festgelegte Druckmittelzylinder 12 werden die Rollen 13 der Mitnehmer 14 gegen die Steuernuten 1 1a gedrückt. Auf den Mitnehmern 14 steht der Ausstosser 15, dessen zweiteiliger Rückfalldorn 16a, 16b im Maschinenrahmen 1 geführt wird und über ein nicht dargestelltes Handrad, eine Schnecke 17 und ein Schneckenrad 18 verlängert oder verkürzt werden kann, indem der mit einem Aussengewinde versehene, drehbare Dorn 16a aus dem mit Innengewinde versehenen, axial geführten Dorn 16b heraus oder hinein geschraubt werden kann. Dadurch ist die Endlage des Ausstossers einstellbar. Der ebenfalls im Maschinenrahmen 1 geführte Ausstossdorn 16c steht auf dem Rückfalldorn 16a und wird durch diesen betätigt.
Der Dämpfungszylinder 10 ist über eine durch die Schnecke 19 und das Schneckenrad 20 drehbare Gewindehülse 21 höhenverschiebbar, so dass die Kolbenstange 22a des Dämpfungskolbens 22 in die Höhenlage gebracht werden kann, auf die das Querhaupt 4 eingestellt wurde. Über das Querhaupt 4 lässt sich die Grösse des Ausstosshubes einstellen, indem ein nicht dargestellter Motor über die Schnecke 39, das Schneckenrad 40, die axialverschiebbare Welle 41 das mit dieser drehfest verbundene Kettenrad 7 antreibt, das über die Kette 5 die Kettenräder 3 dreht, die dann das Querhaupt 4 hinauf oder herunter schrauben, je nachdem, ob der Ausstosshub verkleinert oder vergrössert werden soll. Entsprechend wird dann auch der Dämpfungszylinder in der vorstehend beschriebenen Weise automatisch verstellt.
Der Dämpfungszylinder 10 steht über die Leitung 23 mit dem Doppelzylinder 24 in Verbindung, in dessen oberem Zylinderraum 24a ein grosser Kolben 25 von Druckluft beaufschlagt wird. Der zusammen mit dem grossen Kolben 25 auf gemeinsamer Kolbenstange 26 angeordnete kleine Kolben 25a erzeugt im Zylinderraum 24b einen hohen Öldruck, der im Dämpfungszylinder 10 wirksam wird. Der Zylinderraum 24a ist bei herunterfallendem Ausstosser über die Leitungen 29 und 30 mit dem Windkessel 27 verbunden, dessen geringer Druck zum Abbremsen des Ausstossers benutzt wird. Nach dem Abbremsvorgang wird das Ventil 31 geschlossen und das Ventil 33 geöffnet, so dass jetzt im Zylill.lerraum 24a der höhere Druck des Windkessels 28 wirksam ist. Dadurch wird der Kolben 22 wieder hoch gedrückt, so dass die Kolbenstange 22a den Ausstosser wieder in seine Ausgangslage zurückführt.
Der Ausstossdorn 16c kann von einer im Pressentisch 1 geführten Kolbenstange 34 durch den mit dieser verbundenen Druckmittelzylinder 35 gegen die Kraft einer Rückholfeder 36 festgehalten werden, so dass das Pressteil 37 nach dem Press- und Ausstossvorgang zum automatischen Werkstücktransport in einer dazu erforderlichen Höhenlage über die Matrize 38 festgehalten werden kann.
Die Funktionsweise des Ausstossers ist folgende:
Beim Niedergang des Stössels wird über die Zugstangen 2 auch das Querhaupt 4 heruntergefahren, bis die untere Totlage erreicht ist (dargestellt in Fig. 1 und 2). Die Greifer 14 unterfahren dann den Ausstosser 15 und die Rollen 13 kommen in den Steuernuten 1 1a zur Anlage. Bei hochgehendem Pressenstössel wird über die Zugstangen 2 das Querhaupt 4 mitgenommen und der auf den Greifern 14 stehende Ausstosser 15 wird ebenfalls hochgedrückt, so dass der Ausstossdorn 16c das Pressteil 37 aus der Matrize 38 ausstösst. Dabei bewegen sich die Rollen 13 der Greifer 14 in den Steuernuten 11a der Steuerstangen 11 nach oben und werden am Ende der Nuten gegen die Kraft der Druckmittelzylinder 12 auseinandergedrückt.
Damit wird der Ausstosser freigegeben, so dass er zwischen den geöffneten Greifern herunterfällt und auf die Kolbenstange 22a der Dämpfungseinrichtung auftrifft, die die Fallbewegung des Ausstossers abbremst und den Ausstosser auf die vorstehend beschriebene Weise wieder in seine Ausgangslage zurückdrückt. Während dieser Zeit durchläuft der Pressenstössel seinen oberen Totpunkt und bewegt sich wieder nach unten. Zusammen mit dem Stössel bewegt sich auch wieder das Querhaupt 4 nach unten und die Greifer 14 werden von den Druckmittelzylindern 12, nachdem die Rollen 13 die Steuernuten 11a wieder erreicht haben, gegen die Vierkantschaft des Ausstossers 15 gedrückt. Dabei gleiten sie so lange am Schaft entlang nach unten, bis sie an dessen Ende einrasten, indem der Druckmittelzylinder dann die Rollen 13 der Greifer 14 wieder gegen die Steuernut 11a der feststehenden Steuerstangen 11 drückt.
Damit ist die Ausgangslage für den nächsten Ausstossvorgang wieder erreicht.
Soll nun eine Höhenverstellung des Stössels erfolgen, ohne dass der Hub des Ausstossers verändert werden soll, so wird die Höhenlage des Querhauptes 4 beibehalten, indem man über einen nicht dargestellten Motor die Schnecke 39 synchron zur Stösselverstellung antreibt. Das mit der Schnecke 39 in Eingriff stehende Schneckenrad 40 dreht die in diesem axialverschiebbar geführte Welle 41, die ihrerseits das mit ihr drehfest verbundene Kettenrad 7 dreht, durch welches über die Kette 5 die im Querhaupt 4 gelagerten Kettenräder 3 auf den Zugstangen 2 gedreht werden. Dabei schrauben sich die Kettenräder auf den Zugstangen herauf und herunter und halten das Querhaupt in seiner Höhenlage fest, wenn die Zugstangen infolge der Stösselverstellung herauf oder herunter bewegt werden.