Gegenstand der Erfindung ist ein Lamellenraffstore mit inneren und äusseren Verstellgliedern, an welchen die Lamellen aufgehängt sind, und mit die Lamellen durchsetzenden Zuggliedern. Bei üblichen Stores erfolgt bekanntlich das zueinander parallele Verschwenken der Lamellen bei gesenktem Store zwischen einer sogenannten Offenlage, in welcher der lichte Querschnitt zwischen zwei benachbarten Lamellen ein Maximum ist und einer sogenannten Schliesslage, in welcher dieser lichte Querschnitt ein Minimum ist, durch gegensinniges Heben und Senken der inneren und der äusseren Verstellglieder. Die Verstellglieder, die meist an einer z.
B. mittels Rutschkupplung betätigbaren Wippe aufgehängt sind, werden beim Öffnen der Lamellen aus einer. durch die Konstruktion des Verstellmechanismus gegebenen minimalen Abstandlage seitlich auseinander bewegt: dieser minimale Abstand der Verstellglieder beträgt in der Praxis meist mindestens 2,5 bis
3 cm. Wenn, wie üblich, die Verstellglieder je an einem inneren bzw. äusseren Längsrandbördel der meist leicht gewölbten Lamellen angreifen. bedeutet dies, dass auch der lichte Querschnitt zwischen zwei benachbarten Lamellen bei geschlossenem Store mehr als 1 cm breit ist, Ein solcher Store ist deshalb in keiner Weise dichtschliessend; dies ist insbesondere dort von erheblichem Nachteil. wo z. B. zu Projektionszwecken oder Filmvorführungen eine schnelle und einwandfreie Raumverdunklung erwünscht ist, uie z.
B. in Schulen, Vortrags- und Demonstrationsräumen. Ohne zusätzliche lichtdichte Vorhänge kann in mit den üblichen Rafflamellenstoren ausgerüsteten Räumen keine für die genannten Zwecke genügende Verdunkelung erzielt werden.
Um diesen wesentlichen Nachteil zu vermeiden, hat man schon vorgeschlagen, die Lamellen an ausgeschnittenen Randstellen so an den Verstellgliedern aufzuhängen, dass die betreffende Anlenkstelle in Schliesslage der Lamelle relativ weit innerhalb der Lamellenlängskante liegt, so dass die Lamellen, trotz relativ weit auseinander bleibenden Verstellgliedern, sich fast bis zur Berührung überlappen können. Die Randausschnitte in den Lamellen sind aber nicht nur unschön und verteuern die Herstellung (ganz abgesehen von der Schwächung der Lamellensteifigkeit), sondern sie bilden im Schliesszustand des Stores unabgedeckte Lichtdurchlassöffnungen, so dass der angestrebte Zweck nur teilweise erreicht wird.
Ein anderer bekannter Vorschlag besteht darin, die Lamellen aus zwei sich überlappenden und in Querrichtung gegeneinander verschiebbaren Teilen auszubilden, wobei der eine Teil an den Verstellbändern hängt, während der andere Teil einseitig mit den Bändern entsprechenden Randschlitzen versehen ist, das Ganze derart, dass in Schliesslage der Lamellen diese in Querrichtung soweit auseinander geschoben sind, dass der geschlitzte Lamellenteil über die betreffenden Ränder hinaus bis zur Berührung mit der nächstunteren Lamelle ragt. Die Nachteile dieser Lösung sind offensichtlich die gleichen wie beim erstgenannten Vorschlag.
Demgegenüber ist der Lamellenraffstore nach vorliegender Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass jede Lamelle in ihrer Schliesslage mit dem vorderen Längsrand unmittelbar am äusseren Verstellglied anliegt und wenigstens annähernd tangential zu diesem bis zu einer Stelle gewölbt ist, die mit dem vorderen Längsrand der nächstoberen Lamelle die engste lichte Querschnittstelle bildet, und von wo ein Aufhängeteil quer zur Storenebene zur Aufhängestelle des inneren Verstellgliedes führt. Zweckmässig ist die Lamelle an der die engste lichte Querschnittstelle bildenden Stelle nach innen geknickt und der Aufhängeteil wird durch die hintere Längsrandpartie der Lamelle gebildet, die mit einwärts gerollten Bördelrändern an den Verstellgliedern anliegt. Der Aufhängeteil kann aber auch durch quer vom inneren Verstellglied abstehende Laschen gebildet sein, die am hinteren Lamellenlängsrand angreifen.
In jedem Fall wird der in Schliesslage der Lamellen annähernd quer zwischen den Verstellgliedern liegende Aufhängeteil die zwischen der die engste lichte Querschnittstelle bildenden Stelle und der Vorderkante der Lamelle liegende Lamellenpartie vom inneren Verstellglied weg in eine solche, annähernd tangentiale Lage zum äusseren Verstellglied drükken, dass die die engste lichte Querschnittstelle bildende Stelle der Lamelle, so nahe wie dies das dazwischen liegende Zugglied zulässt, gegen die Vorderkante der nächstoberen Lamelle gedrückt wird. Die Lamellen liegen dabei stets vollständig zwischen den Verstellgliedern, so dass die letzteren wie erwünscht relativ weit auseinander liegen; Längsrandeinschnitte an den Lamellen sind nicht erforderlich; so wird mit einfachsten Mitteln ein einwandfreier Lichtabschluss bei geschlossenem Store erzielt.
In der beiliegenden Zeichnung ist die Erfindung schematisch beispielsweise dargestellt; es zeigt:
Fig. 1 im vertikalen Querschnitt einen Teil eines ersten Beispiels in Schliesslage der Lamellen,
Fig. 2 im vertikalen Querschnitt eine Lamelle des Stores nach Fig. 1, eine Ausführungsform der Aufhängung der Lamelle an den Verstellgliedern zeigend, und
Fig. 3 einen Querschnitt analog Fig. 1 durch ein zweites Beispiel.
Der in Fig. 1 gezeigte Lamellenraffstore besitzt quergewölbte, an den Längsseiten mit einwärts gerollten Bördelrändern la, lb versehene Leichtmetallamellen 1. Mit ihren Bördelrändern sind die Lamellen an inneren und äusseren Verstellgliedern 2a bzw. 2b aufgehängt. Die nur schematisch gezeichneten Verstellglieder können. wie üblich. z. B. Scharnierbänder, Leiterkordeln oder Ketten sein. Die Lamellen 1 besitzen eine vom vorderen Bördelrand lb ausgehende, leicht gewölbte Hauptpartie 3a, an welche sich über einen leichten Knick 3b eine zum hinteren Bördelrand la führende, relativ kurze Lamellenpartie 3c anschliesst. Durch etwa von der Lamellenmitte bis nahe an die Knickstelle 3b hin ragende Schlitze 4 in der Hauptpartie 3a der Lamellen 1 erstrecken sich Zugglieder 5, die, wie üblich, z.
B. durch ein Metall- oder Textilband gebildet sein können.
Während das Zugband 5 in üblicher Weise oben zu einer nichtgezeichneten Aufwickeltrommel auf der Aufziehwelle des Stores führt, sind die Verstellglieder 2a, 2b z. B. an der Wippe eines mittels Rutschkupplung auf der Aufziehwelle angeordneten Verstellmechanismus aufgehängt. Diese zweckmässige und allgemein übliche Bauart der Verstellgliedaufhängung bei Rafflamellenstores bewirkt, dass die Verstellglieder 'a, 'b. die bei in Offenlage geschwenkten Lamellen 1 (in Fig. 1 gestrichelt gezeichnet) auf einen annähernd der Lamellenbreite entsprechenden Abstand auseinandergespreizt sind, in Schliesslage der Lamellen sich auf den durch die Verstellgliedaufhängung festgelegten Abstand nähern:
dieser minimale Verstellgliedabstand beträgt in der Praxis mindestens 2,5 bis 3 cm und ist deshalb grösser als die übliche Wölbungshöhe der Lamellen. Anderseits legt dieser minimale Verstellgliedab stand die Lage der geschlossenen Lamellen fest. In Fig. 1 ist diese Schliesslage einer üblichen, gewölbten Lamelle 1 mit strichpunktierten Linien angedeutet. Daraus ergibt sich für die kleinste Breite a des lichten Querschnitts zwischen zwei benachbarten Lamellen ein relativ grosser Wert, was auch bei geschlossenen Lamellen zu unerwünscht grossem Lichteinfall führt.
Im Gegensatz dazu ergibt die Knickung der Lamelle 1 bei 3b eine relativ steile Schliesslage des nur relativ schwach gewölbten Hauptteils 3a der Lamelle, auf dem auch unmittelbar vor der Knickstelle 3b die dem vorderen Bördelrand lb der nächstoberen Lamelle 1 gegenüberliegende, die engste lichte Querschnittstelle bildende Stelle liegt; da der Schlitz 4 für das Zugglied 5 in diesem Lamellenteil bis nahe an die Knickstelle 3b heranführt, wird die Breite b des lichten Querschnitts zwischen den Lamellen 1 sehr klein und beträgt in der Praxis stets erheblich weniger als 1 cm.
Der Lamellenteil 3c mittels welchem die Lamelle am Verstellglied 2a aufgehängt ist, wirkt dabei als am Verstellglied 2a angelenkter Hebel, der den Hauptteil 3a der Lamelle 1 von diesem Verstellglied 2a weg in eine zum andern Verstellglied 2b annähernd parallele Lage drückt, wodurch der gewünschte Lichtabschluss erzielt wird.
Sind die Verstellglieder durch eine Leiterkordel 12a, 12b, 12c, 12d (Fig. 2) gebildet, so ist es zweckmässig, den die durch den Knick 3b relativ hoch gewölbte Lamelle 1 untergreifenden Stegteil 12c mittels eines in die Randbördel la, lb eingreifenden Spannbügels 13 an der Lamelle festzuklemmen und dadurch die Lamelle 1 an der Leiterkordel zu fixieren.
Die vorangehend beschriebene Ausführungsform der Lamelle 1 eignet sich besonders zur Verwendung bei Stores mit relativ breiten (z. B. 80 mm) Lamellen. Demgegenüber ist in Fig. 3 ein Beispiel mit relativ schmalen Lamellen 21 gezeigt.
Hier ist die an beiden Längsrändern mit einem einwärts gerollten Randbördel 21a bzw. 21b versehene, relativ schwach gewölbte Lamelle 21 nur mit dem vorderen Randbördel 21b direkt am zugeordneten Verstellglied aufgehängt, während der andere Randbördel 21a mittels einer am andern Verstellglied 2a angreifenden Anlenklasche 22 an diesem Verstellglied 2a aufgehängt ist. Diese Lasche 22 kann durch ein Metall- oder Kunststoffstück gebildet sein und wirkt beim Verschwenken der Lamellen 21 in ihre Schliesslage gemäss Fig. 3 als Hebel, der die Lamelle vom inneren Verstellglied 2a weg in eine annähernd vertikale, d. h. zum Verstellglied 2b annähernd tangentiale Lage drückt.
Auch hier wird erreicht, dass die Breite b des lichten Querschnitts zwischen zwei benachbarten geschlossenen Lamellen trotz, bezogen auf die Lamellenbreite, relativ grossem gegenseitigem Abstand der Verstellglieder 2a, 2b ein Minimum, d. h. erheblich kleiner als 1 cm wird, was zum gewünschten, guten Lichtabschluss führt. Da bei dieser Ausführung die dem Randbördel 21b der nächstoberen Lamelle 21 gegenüberliegende, die engste lichte Querschnittstelle bildende Stelle unmittelbar vor dem hinteren Randbördel 21a liegt, muss auch der annähernd von der Lamellenmitte ausgehende Schlitz 24 für das Zugglied 5 bis nahe an diesen Randbördel 21a heranführen.
Die beschriebenen Lamellenraffstores ergeben nicht nur einen einwandfreien Lichtabschluss in der Schliesslage ihrer Lamellen, sondern sie sind auch einfach in ihrem Aufbau; festigkeitsschwächende Randschlitze sind vermieden und es können die üblichen Verstellmechanismen verwendet werden.
Auch in ästhetischer Hinsicht unterscheidet sich ein solcher Store nicht von den üblichen Stores mit gewölbten, Randbördel aufweisenden Stores.