Der Patentanspruch des Hauptpatentes betrifft eine Zeit multiplex-Fernsprechanlage, welche durch eine Anzahl von ankommenden und abgehenden Zeitvielfachleitungen gekenn zeichnet ist, weiter durch eine Konferenzschaltung zum Her stellen von Konferenzverbindungen, weiter dadurch, dass die genannte Konferenzschaltung eine Abtastvorrichtung ent hält, welche nach jenem Kanal sucht, dessen Benützer zu sprechen begann, weiter dass Mittel vorhanden sind, welche durch die Abtastvorrichtung gesteuert werden und auf das Auffinden einer Sprechsignale aufweisenden Teilnehmerlei tung ansprechen, um den Kanal dieser Leitung an die übri gen, durch die übrigen Konferenzteilnehmer benützten Ka näle anzuschalten, und schliesslich dass Mittel vorhanden sind,
welche gleichfalls auf das Auffinden der die Sprechsi gnale aufweisenden Teilnehmerleitung ansprechen, um die Übertragung der Sprechsignale von einem der übrigen Kon ferenzteilnehmer auf diese Teilnehmerleitung zu verhindern.
Wenn ein Konferenzgespräch über eine Vermittlungsan lage hergestellt werden soll, ist es vorteilhaft, wenn der spre chende Konferenzteilnehmer nicht seine eigene Sprache empfängt, da dies ein unerwünschtes Rückhören verursa chen würde.
Aufgabe der in diesem Zusatzpatent beschriebenen An lage ist es, den oben erwähnten Nachteil zu vermeiden. Eine derartige Zeitmultiplex-Fernsprechanlage ist da durch gekennzeichnet, dass mindestens eine amtsinterne Viel fachleitung vorhanden ist, wobei die oder jede amtsinterne Vielfachleitung eine Anzahl von ankommenden mit einer An zahl von abgehenden Vielfachleitungen verbindet, derart, dass jede ankommende Vielfachleitung Zugang zu jeder abge henden Vielfachleitung hat, dass die Konferenzschaltung an den Eingang der Anlage angeschlossen ist und über Schalter zu einer Anzahl von für die Konferenzverbindung bestimm ten Zeitmultiplex-Kanälen der oder jeder amtsinternen Viel fachleitung Zugang hat, dass eine Konferenzverbindung über mindestens einen der letztgenannten Kanäle, der ge nannten Konferenzschaltung und den Konferenzteilnehmern zugeordnet sind,
hergestellt wird, und schliesslich dass das Ausgangssignal der Konferenzschaltung an alle Konferenz teilnehmer mit Ausnahme des Sprechenden durchgeschaltet wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll nun anhand der Zeichnung näher erläutert werden.
Fig. 1 zeigt schematisch einen in der Fernsprechanlage verwendeten Zeitmultiplex-Schalter, und Fig. 2 gleichfalls schematisch eine Konferenzanordnung. Der in Fig. 1 gezeigte Zeitmultiplex-Schalter enthält Zeit multiplex-Vielfachleitungen, wie z. B. LI1, welche je durch eine 12-Kanal-Vielfachleitung gebildet werden. Jeder Vielfach leitung ist ein Nachrichtenspeicher zugeordnet, z. B. der Lei tung LI1 der Speicher MS1. In diesen Speichern können von den 12 Kanälen ankommende Signale untergebracht wer den, und zwar jedes in einem dem entsprechenden Kanal zu geordneten Teil. Die Speicherteile können aus getakten bista- bilen Einrichtungen des sog. D-Types bestehen.
Die beschrie bene Fernsprechvermittlungsanlage enthält 40 Vielfachleitun gen und die Signale können über amtsinterne Vielfachleitun gen, wie z. B. HWl und HW10, an abgehende Vielfachleitun gen, wie z. B. L0-1, geschaltet werden. Es sind 10 amtsin terne Vielfachleitungen vorhanden, an welche übermultiplex artig bis zu 4 ankommende Vielfachleitungen angeschlossen werden können. Die Verbindungen zwischen verschiedenen Vielfachleitungen werden mittels durch Kreuze angedeute ter, einfacher elektronischer Tore hergestellt, welche wäh rend der für die Herstellung eines Anrufes nötigen Zeitlagen geöffnet werden.
In der beschriebenen Vermittlungsanlage wird die soge nannte Delta-Sigma-Modulation angewandt, in welcher jeder Abtastwert durch eine einzigen Impuls dargestellt ist; der Wert dieses Impulses ist entweder 1 oder 0 je nach der Grösse des betreffenden Abtastwertes im Vergleich zu frühe ren Abtastwerten. Es können auch andere Modulationsarten verwendet werden.
Die abgehenden Kanäle werden durch zwei Zeitschlitze definiert, und zwar durch einen Überschlitz, welcher mit dem Kanalimpuls übereinstimmt (d. h. es sind 12 Über schlitze vorhanden), und durch einen Unterschlitz, welcher die bestimmte, den Kanal enthaltende Gruppe der amtsinter nen Vielfachleitung kennzeichnet. Jeder Überschlitz ist also in fünf Unterschlitze geteilt, von welchen vier zur Bestim mung der Vielfachleitungsgruppen und der fünfte zum Ein schreiben der ankommenden Information in die Nachrichten speicher, z. B. MS1, benützt werden. Jede der Vielfachleitun gen HWl-HW10 ist also für 48 Kanäle bestimmt, 12 in jeder der vier verschiedenen Gruppen. Die Kanäle sind in einer Übermultiplexweise verschränkt.
Jeder amtsinternen Vielfachleitung ist ein Verbindungs speicher zugeordnet. Zwei von ihnen, nämlich CS1 und CS10 werden in der Figur gezeigt. Jeder weist einen Spei cherteil für jeden an der amtsinternen Vielfachleitung vorhan denen Kanal auf. Diese Teile werden zyklisch und aufeinan derfolgend adressiert. Jeder Teil, der eine einzelne Reihe eines Koordinatenmatrix-Speichers darstellt, wird während der den Kanal definierenden Über- und Unterschlitzzeit adressiert. Der Speicher setzt sich aus integrierten oder Fer rit-Speicherelementen zusammen. Jeder CS-Speicher enthält 48 Reihen.
Um eine Verbindung von einem ankommenden zu einem abgehenden Zeitmultiplex-Kanal herzustellen, wird die dem gewünschten, abgehenden Kanal zuständige Reihe des Ver bindungsspeichers belegt und die Adresse des Nachrichten speichers, z. B. MS1, welcher die für diese Verbindung zu übertragende Nachricht enthält, eingetragen. Wenn eine Reihe aus einem der Verbindungsspeicher zur selben Zeit ge lesen wird, als das Tor zwischen der amtsinternen Vielfachlei. tung dieses Verbindungsspeichers und dem empfangenden ab gehenden Kanal geöffnet wird, öffnet die Auslese aus dem Verbindungsspeicher das Tor zwischen dem sendenden Nachrichtenspeicher des ankommenden Kanals und dersel ben amtsinternen Verbindungsleitung, wobei beide Tore wäh rend des Zusammenfallens eines Über- und eines Unterschlit zes offen sind.
Die Nachricht wird von der ankommenden Verbindungsleitung zum Nachrichtenspeicher, welcher folg lich als Pufferspeicher wirkt, und weiter über eine amtsin terne Vielfachleitung an die gewünschte abgehende Viel fachleitung durchgeschaltet.
Nun werden anhand der Fig. 2 (welche, genauso wie Fig. 1, sehr vereinfacht ist) die Konferenzschaltungen be schrieben. In beiden Figuren fehlen Einrichtungen, wie Abta ster für die Detektion von anrufenden Leitungen oder Verar beitungseinheiten zum Steuern und Registrieren, da diese in bekannter Weise funktionieren. In der vorliegenden Anord nung wird die Anzahl der durch die amtsinternen Vielfachlei tungen bedienten Gruppen erhöht, wodurch zusätzliche Ka näle zur Verfügung stehen. Es wird vorausgesetzt, dass jede Vielfachleitung, wie z. B. HWl, fünf Gruppen aufweist. In die sem Fall sind nun sechs Unterschlitze pro einen Überschlitz vorhanden, wobei fünf davon die Kanalgruppen definieren und einer die Schreibzeit bestimmt.
Die so entstandenen zusätzlichen Kanäle ermöglichen den Zutritt zur Konferenz-Ablöseschaltung. Als Beispiel eines Zeitmultiplex-Schalters, welcher 480 Kanäle bedient, wird die Erforderung einer 30 Kanäle enthaltenden Konfe- renz-Verbindung vorausgesetzt. Aus Zuverlässigkeitsgründen sind die einzelnen, für Konferenzverbindungen verwendeten Kanäle homogen (oder so homogen als möglich) über die Vielfachleitungen HWl-HW10 verbreitet. In diesem Falle werden drei Zeitmultiplex-Kanäle je Gruppe benützt, so dass, wenn jeder zwei Konferenzteilnehmer verbindet, 30 Konferierende teilnehmen können.
Der Konferenz-Kombinator CC stellt jenen an einer Kon ferenz beteiligten Kanal fest, welcher die Sprache des ge rade sprechenden Teilnehmers enthält und schaltet - wie im Hauptpatent beschrieben - die vom Sprechenden erzeug ten Impulse auf eine Konferenzvielfachleitung CH weiter. Die verwendete Modulationsform bestimmt die Art dieses Weiterschaltens. Vom Standpunkt der Steuerung des Weiter schaltens des Ausganges von der Konferenzvielfachleitung CH an andere Vielfachleitungen ist aber die Form der Modu- lierung unwesentlich.
Es soll hier noch erwähnt werden, dass die Kombinierung von Methoden, in welchen alle Informa tionssignale der Kanäle in digitaler oder, nach Umsetzung, in analoger Form hinzugefügt werden, nicht das Anschalten eines einzelnen Kanals an einen Ausgang zur Folge haben muss und eignet sich nicht für die hier beschriebene Form einer Konferenzausrüstung.
Die drei Konfere zkanäle pro Vielfachleitung ;erden der fünften Gruppe auf jeder Vielfachleitung entnommen. Dies geschieht mittels der Tore wie z. B. CG1 in Fig. 2. Drei derartige Tore sind mit der fünften Vielfachleitung jedes Sat zes von abgehenden Vielfachleitungen, wie z. B. L0 verbun den. Auf der Ausgangsseite bleiben die Sätze von vier Viel fachleitungen unverändert wie in Fig. 1 mit der Ausnahme, dass eine fünfte hinzugefügt wird. Diese Tore (wie z. B.
CGl) speisen über Puffer, wie z. B. SS1, den Konferenz-Kom- binator CC. Die Puffer sind bistabile Einrichtungen des D-Ty- pes wie die schon erwähnten Nachrichten-Speicher.
Die Adressen der Nachrichtenspeicher-Teile werden in die Reihen der Verbindungsspeicher geschrieben, welche alle im Betrieb vorhandenen Konferenz-Kanäle - siehe Fig. 2, Buchstaben A, B, C, D, E, F - in den Speicherreihen der Speicher CS1 und CS10 für die Kombinationen MAI 1-- MIN5, MAJ2-MIN5 und MAJ3-MIN5 definieren. Der ankommende Kanal jedes Konferenzteilnehmers wird durch das Amt geschaltet und tritt in den Kombinator CC ein, wel cher den Kanal des sprechenden Teilnehmers ermittelt und diesen Kanal dann an die Konferenzvielfachleitung HW schaltet. Dies wird durch das Einstellen der entsprechenden bistabilen Einrichtung aus den 30 in Qn vorhandenen (in Fig. 2 erscheinen lediglich 6 dieser Einrichtungen, nämlich die für HWl und HW10 bestimmten) erreicht.
Die Konferenzvielfachleitung ist an ein Tor-Netzwerk HGN angeschlossen, dessen Ausgänge Zutritt zu allen amts internen Vielfachleitungen aufweisen. Die das erwirkenden, durch HGN gesteuerten Tore sind durch den Kreuzungs punkt P angedeutet. Die Adresse der zu öffnenden Kreu zungspunkte P werden in die Verbindungsspeicher des Konfe renzteilnehmers eingeschrieben. Dann steuern sie die Verbin dung des Signals von den Vielfachleitungen HW an die Ka näle, welche von den angesprochenen Konferenzteilneh mern benützt werden.
Der Sprachimpuls legt zwei Durch- gänge durch die Schalter zurück, einen vom Sprechenden über eine der Vielfachleitungen HWl-HW10 zum Konferenz- Kombinator CC, den zweiten über die Tore P und die ent sprechenden Vielfachleitungen HWl-HW10 zu den abge henden Kanälen der erwähnten Teilnehmer.
Das Auffinden des entsprechenden Teilnehmers wird durch die Dekodierung der Adresse der sprechenden Teilneh mer im Dekoder DC gefolgt, welche über die Ausgänge R1-R10 die Tore TGl-TG10 steuert. Die Adresse des spre chenden Teilnehmers wird einer Umwertungseinheit TU zu geleitet. Diese sendet ein Signal aus, welches den Zeitschlitz des Sprechenden und die zum Netzwerk HGN führende Viel fachleitung identifiziert. Hier sperrt es die Übertragung des Sprechabtastwert-Impulses an die Vielfachleitung während des Zeitschlitzes des sprechenden Teilnehmers und ersetzt ihn durch einen Unbesetzt-Code. Bei der Delta-Sigma-Modu lation ist der Unbesetzt-Code eine Folge von 101010 ... in aufeinanderfolgenden Multiplex-Zyklen.