Die vorliegende Erfindung stellt eine Weiterentwicklung der im Patentanspruch des Hauptpatentes Nr. 462 979 de finierten Schweissmaschine zum Schweissen von Blechen mit einem annähernd punktförmig auf dem Schweissgut und flächenförmig auf Elektrodenrollen aufliegenden, einadrigen, mechanisch angetriebenen Elektrodendraht dar, bei welcher Maschine bezüglich der Laufrichtung des Elektrodendrahtes Mittel nach der ersten und vor der zweiten Elektrodenrolle sowie Mittel nach der zweiten Elektrodenrolle vorgesehen sind, welche Mittel die während des Schweissens und nach dem Schweissen entstehenden Elektrodendrahtschlaufen nachspannen.
Es hat sich herausgestellt, dass für eine gute Schweiss- naht z. B. von Weissblechzargenrümpfen für die Fabrikation von Dosen unter Verwendung einer Drahtelektrode, welche über Elektrodenträgerrollen läuft, die Anwendung einer Zwischenwalzung zwischen der unteren (Drahteinlauf) und oberen Elektrodendrahtträgerrolle (Drahtauslauf), vorteil haft ist. Da durch den Schweissvorgang eine teilweise Um- bzw. Verformung des Drahtes durch den angewandten Schweissdruck auftritt (Auswalzung), ist es vorteilhaft, den Draht nach dem ersten Durchlauf nachzuwalzen.
Bei der Verwendung weichen, fast reinen Kupferdrahtes als Elektrodendraht tritt nun infolge des ersten Drahtdurch laufes zwischen den Schweisselektrodenträgerrollen eine Längung des Drahtes auf, so dass sich zwischen den beiden Trägerrollen eine Schlaufe bildet.
Bei der im Hauptpatent Nr. 462 979 beschriebenen Schweissmaschine wird diese Schlaufe z. B. bei drucklosen, also angehobenem Oberarm der Schweissmaschine durch entsprechend bemessene Zugfedern des oberen bzw. Endauf- wickelsystems über einen Freilauf des Antriebes für den Elektrodendraht nachgezogen.
Bei zwischengeschalteter Nachwalzung ist der dafür not wenige Nachzug aber so gross, dass er nicht mehr sinnvoll mittels einer Feder durchgeführt werden kann.
Die diesem Umstand rechnungtragende erfindungsge- mässe Schweissmaschine zeichnet sich dadurch aus, dass die Mittel nach der zweiten Elektrodenrolle einen pneumatisch oder hydraulisch betätigten Kolben umfassen.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird anschliessend anhand von Figuren erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Darstellung einer elektrischen Widerstands-Rollennahtschweissmaschine mit einem Luft zylinder zum Nachziehen des Elektrodendrahtes, Fig. 2 eine vergrösserte Darstellung des Luftzylinders und der von diesem betätigten Freilaufkupplung.
Fig. 1 entspricht der im Hauptpatent beschriebenen Figur. Funktionsgleiche Teile sind mit den gleichen Über weisungszeichen versehen.
Die in Fig. 1 dargestellte Schweissmaschine ist insofern von derjenigen im Hauptpatent beschriebenen verschieden, als der Schweisselektrodendraht 19, nach dem Überlaufen der unteren Elektrodendrahtführungsrolle 15 zwischen zwei Walzrollen 73 und 74 einläuft, wo er einem Walzvorgang zur genauen Formgebung des Drahtquerschnittes unterworfen wird. Hernach läuft er über die obere Elektrodendrahtfüh rungsrolle 17, um anschliessend auf die Transportrolle 39 mit der Freilaufkupplung 34 zu gelangen, wie dies im Haupt patent im einzelnen dargelegt ist.
Durch das Anbringen der beiden Walzrollen 73 und 74 genügt jedoch die Kraft der Feder 49, welche, am Hebel 45 befestigt, zum Nachziehen der Schlaufe dient, nicht mehr, da der Nachziehwiderstand, auch bei abgehobener oberer Elektrodendrahtführungsrolle 17, bedingt durch die beiden Walzrollen 73 und 74, erheblich grösser ist. Es ist daher vor gesehen, am Aussenring 66 der Rolle 39 mittels eines Stiftes 65 eine Lasche 64 zu befestigen, die ihrerseits, wie in Fig. 2 ersichtlich, mit der Kolbenstange eines Kolbens 61 verbun den ist. Dieser Kolben 61 ist verschiebbar in einem Zylinder 62 angeordnet, der um einen Bolzen 63 schwenkbar ist. Vorn und hinten am Zylinder 62 ist je ein Pressluftanschluss 67 bzw. 68 sichtbar.
Die Transportrolle 39 und die Freilaufkupplung 34 sitzen auf einer Antriebswelle 70. Das Ganze ist in einem Gehäuse 71 untergebracht.
Der Kolben 61 im Zylinder 62 wird so gesteuert, dass nach dem Schweissen und Abheben der oberen Elektroden drahtführungsrolle 17 der Kolben 61, bedingt durch die Beaufschlagung des Anschlusses 68 mit Pressluft ausgestos- sen wird und die Lasche 64 über den Stift 65 den Aussen ring 66 der Rolle 39, und mithin diese Rolle auf der Frei laufkupplung 34 dreht. Diese Bewegung wird durch den Zug der Feder 49 unterstützt. Es ist auf diese Weise möglich, die Nachziehkraft für den Elektrodendraht 19 bedeutend kräfti ger zu gestalten, und den zusätzlichen, durch die Walzrollen 73 und 74 bedingten Widerstand zu überwinden.
Diese zu sätzliche, mit Pressluft oder einem andern Medium betrie bene Kolbenkonstruktion ist sehr einfach an die Betriebs bedingungen anpassbar und kann sehr hohe zusätzliche Widerstände überwinden. Die totale, auf den Elektroden draht wirkende Nachzugkraft muss so bemessen sein, dass der Drahtnachzug durch die Quetschvorrichtung der Walz- rollen 73 und 74 und die übrige Rollenreibung der Draht führung, eingeschlossen die Reibung der oberen Elektroden trägerrolle 17, überwunden wird.
Die Länge der sich während des Schweissvorganges bildenden Schlaufe hängt von der Zargenlänge, dem Schweissdruck bzw. dem Auswalzgrad im Schweissbereich, der Drahtqualität und dem allfälligen Grad der Walzung des Drahtes vor dem Einlauf in die erste Elek trodendrahtträgerrolle ab.
Da die Freilaufkupplung 34 einen begrenzten Aussen radius und eine begrenzte Möglichkeit der Drehung aufweist, kann, wo sich dies als nötig erweist, eine Zahnradübersetzung zwischen dem Kolben 61 und der Freilaufkupplung 34 vorge sehen werden.
Die Auslösung der Betätigung eines Elektrosteuerventils für den Nachzugzylinder 61, 62 ist mit der Betätigung des Abhebens des obern Armes 5 der Schweissmaschine parallel geschaltet. Der Rückzug des Kolbens 61 erfolgt sinngemäss beim Absenken des Oberarmes 5 in seine Schweisslage. Ein gemeinsames, nicht dargestelltes Ventil besorgt beide Kolben bewegungen.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, findet nach dem Abzug des Elektrodendrahtes von der Spule 21 durch Walzrollen 76 und 78 eine Vorwalzung statt.
Die beschriebene Konstruktion der Vorrichtung zum Nachziehen der infolge Walzung gebildeten Elektrodendraht- schlaufe, ermöglicht eine einfache und sehr genaue Anpas sung an die Verhältnisse. Sie ergibt, trotz kleiner Abmessun gen, sehr wesentliche Kräfte, welche erlauben, den Elektro- dendraht, wie erläutert, durch die Walzrollen nachzuziehen.