CH535807A - Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen

Info

Publication number
CH535807A
CH535807A CH883370A CH883370A CH535807A CH 535807 A CH535807 A CH 535807A CH 883370 A CH883370 A CH 883370A CH 883370 A CH883370 A CH 883370A CH 535807 A CH535807 A CH 535807A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
mixture
graphite
antistatic
catalysts
polymerization
Prior art date
Application number
CH883370A
Other languages
English (en)
Inventor
Gal Laszlo
Gots Otto
Original Assignee
Licencia Talalmanyokat
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Licencia Talalmanyokat filed Critical Licencia Talalmanyokat
Priority to CH883370A priority Critical patent/CH535807A/de
Publication of CH535807A publication Critical patent/CH535807A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K3/00Use of inorganic substances as compounding ingredients
    • C08K3/02Elements
    • C08K3/04Carbon

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Macromonomer-Based Addition Polymer (AREA)

Description


  
 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen.



   Es ist bekannt, dass die Kunststoffe im allgemeinen elektrisch isolierend wirken und zur elektrostatischen Aufladung neigen. Da diese Eigenschaft bei zahlreichen Anwendungen nachteilig ist, wurden schon mehrere Verfahren zur Herabsetzung der Neigung der Kunststoffe zur elektrostatischen Aufladung ausgearbeitet, aber keines dieser bekannten Verfahren führte zu völlig befriedigenden Ergebnissen.



   Nach der amerikanischen Patentschrift 2 993   022    bzw. der britischen Patentschrift 888 161 wurde die Struktur der den Kunststoff bildenden Moleküle durch Einbau von elektrische Leitfähigkeit verleihenden Stoffen modifiziert. Dadurch konnte aber nur eine sehr geringe Leitfähigkeit des Kunststoffes erreicht werden, eher konnte nur die Neigung des Kunststoffes zur elektrostatischen Aufladung etwas verrnindert werden.



   Nach anderen Vorschlägen hat man   versuc}lt    die Oberfläche der aus Kunststoffen hergestellten Gegenstände durch chemische Methoden (vgl. Brit. P.   1 018 262;    DAS 1 028 524) oder durch elektrochemische Verfahren (z. B. durch die Bildung von galvanischen Überzügen) elektrisch leitfähig oder antistatisch zu machen. Dadurch wurde aber nur der Oberfläche des Kunststoffs die gewünschte Eigenschaft verliehen und zwar durch das Auftragen einer Schicht. deren Wärmeausdehunng.



  Festigkeit und andere physikalisch-chemische Eigenschaften von der des Kunststoff-Grundmaterials abweichen, was bei vielen Anwendungen ebenfalls nachteilig ist.



   Es wurde auch schon vorgeschlagen, die Kunststoffe mit verschiedenen elektrisch leitfähigen Stoffen zu kombinieren, um dadurch den Kunststoff leitfähig bzw. antistatisch zu machen (vgl. z. B.: R. Krause, GFK im Lokomotivbau, II.



   Internat. Tagung über glasfaserverstärkte Kunststoffe und    Giessharze.    Berlin 1967). Als elektrisch leitfähige Zusatzstoffe wurden meistens Metalle. Kohle, Russ oder Graphitpulver verwendet (vgl. z. B.: Chem. Abstr. 56,   2977;    BP 886 662;    USP    3   281      624).    Durch dieses Verfahren konnte die elektri sche Leitfähigkeit der Kunststoffe tatsächlich etwas erhöht werden; um aber durch die Einverleibung der aus solchen leitfähigen Partikeln bestehenden Füllstoffe eine erhebliche
Anzahl von elektrisch leitenden Brücken im Kunststoff zu erzeugen, müsste man so grosse   Mengen    solcher Füllstoffe einverleiben, dass dadurch einerseits die Polykondensation bzw.

  Polymerisation des Kunststoffs gehemmt bzw. gestört und andererseits die Festigkeit und andere physikalische und che mische Eigenschaften des Produkts nachteilig beeinflusst wür den. Bei diesen Verfahren fungieren übrigens die einverleibten elektrisch leitfähigen Partikel im Kunststoff nur als Füllstoffe.



   ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften bleiben auch im Kunststoff beibehalten.



   Es besteht also auch weiterhin das Bedürfnis, elektrisch leitfähige bzw. antistatische Kunststoffe herzustellen, welche eine so hohe elektrische Leitfähigkeit besitzen. dass sie in der elektrotechnischen Praxis als elektrische Leiter angewendet   werden    können bzw. so antistatisch sind, dass sie auch an feuer- und explosionsgefährlichen Stellen gefahrlos   verwend-    bar sind. Es ist ferner erwünscht, dass diese elektrisch leitfähigen bzw. antistatischen Kunststoffe auch gute Festigkeitseigenschaften, Korrosionsbeständigkeit, Stabilität gegen chemische und atmosphärische Einflüsse zeigen und in einfacher und wirtschaftlicher Weise herstellbar sein sollen.



   Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung eines die    erwähnten    vorteilhaften Eigenschaften zeigenden, elektrisch leitfähigen bzw. antistatischen Kunststoffs, bei welchem die obenerwähnten Nachteile der bisherigen derartigen Produkte nicht bestehen und welcher neben den erwünschten guten elektrischen Leitfähigkeitseigenschaften auch den bezüglich der Festigkeit,   Wärme-,    Säure- und   Korrosionsbeständigkeit    erhobenen Forderungen in jeder Hinsicht gut entspricht.



   Es wurde gefunden, dass solche vorteilhaften Produkte hergestellt werden können. indem man Graphitpulver mit einer mit ungesättigten Polyesterharzen copolymerisierbaren monomeren Verbindung (z. B. mit   Styrol,    Acylnitril, Vinyltoluol oder Methylmethacrylat) anfeuchtet bzw. solvatiert, das auf diese Weise erhaltene breiartige Gemisch mit einem ungesättigten Polyesterharz vermischt und das   Gemischdurch    Polymerisation aushärtet.



   Es werden auf diese Weise polymere Kunststoffe erhalten, deren elektrische Leitfähigkeit von dem zwischen weiten Grenzen (etwa 5-30   Gew.-)    variierbaren Graphitgehalt abhängt; die Leitfähigkeit des bei etwa 5-10   Gew.-rc    Graphitgehalt noch nur antistatischen Produktes erhöht sich mit stei   gendem Graphitgehalt und die 20-25 Gew.-6tc Graphit enthal-    tenden Produkte sind schon als gut leitfähig zu bezeichnen.



   Es ist dabei zu bemerken, dass die elektrischen Eigenschaften des Graphits in den erfindungsgemäss hergestellten Produkten wesentliche Änderungen zeigen. Während der Temperaturkoeffizient des verwcndeten Graphits negativ und von einer Grössenordnung von   10- ist.    zeigen die erfindungsgemäss hergestellten graphithaltigen polymeren Produkte positive und ausserordentlich hohe Temperaturkoeffizienten von der Grössenordnung von   10-2.    Dieser Umstand ist ein Zeichen dafür, dass der Graphit in den erfindungsgemäss hergestellten Kunststoffen nicht als leitfähiger Füllstoff wirkt, sondern in die Struktur des polymeren Produkts eingebaut wird,

   wodurch schon mit verhältnismässig wenig Graphit hohe Leitfähigkeiten erreicht werden können und die physikalischen und chemischen Eigenschaften des fertigen Kunststoffs durch den zugesetzten Graphit nicht verschlechtert werden.



   Das erfindungsgemässe Verfahren wird vorzugsweise derart durchgeführt, dass man feinkörniges Graphitpulver mit etwa derselben Menge des copolimerisierbaren Monomers zu einem gleichmässigen Brei vermischt, diesen dann 12 bis 24 Stunden ruhen lässt und dann den auf diese Weise solvatierten   Graphit    brei mit dem ungesättigten Polyesterharz   vermischt.    Vorzugsweise in solchen Mengenverhältnissen. dass das Gemisch - je nach der gewünschten elektrischen Leitfähigkeit des Produkts - etwa 10 bis 25   Gew.-67c    Graphit enthält. Dem Polyesterharz werden vorzugsweise   zweckmässig    vor der Zumischung des
Graphits, Katalysatoren und gewünschtenfalls auch Polymeri sationsakzeleratoren zugegeben.

  Als Katalysatoren werden gegebenenfalls die zum Polymerisieren der Polyesterharze üblichen derartigen Mittel, wie z. B. organische Peroxyde und als Akzeleratoren z. B. organische Schwermetallsalze, wie Kobaltnaphthenat usw. verwendet. Dann wird das Gemisch auspolymerisiert. Bei Verwendung von Polymerisationsakzeleratoren kann die Polymerisation bei Zimmertemperatur durchgeführt werden, sonst ist es zweckmässig das Polymerisationsgemisch zu erwärmen.



   Bei der Herstellung des graphithaltigen Polymerisationsgemisches kann man auch weitere übliche Zusatzstoffe zum Erhöhen der Festigkeit der herzustellenden Kunststoffe, z. B.

 

  Glasfaser oder andere Verstärker. in das Gemisch einverleiben.



   Das erfindungsgemäse Verfahren wird durch die nachstehenden Beispiele veranschaulicht.



      Beispiel I   
14 g feinkörniges Graphitpulver von   946c    Kohlenstoffgehalt werden mit 14 g Styrol in einem Porzellanmörser zu einem gleichmässigen Brei verrieben. Der erhaltene Brei wird mindestens 12 Stunden ruhen gelassen. Dann werden zu 86 g Poly esterharz von mittlerer Viscosität und mittlerer Aktivität, z. B.



    Viapal H 450 ,   1,72    g   Methyläthylketonperoxyd    (in   50%-    iger Lösung in Dimethylphthalat) und 0,86 g   1067ciger      Kobaltnaphthenatlösung mit   1%    Kobaltmetallgehalt zugesetzt.



  Das Gemisch beider Komponenten härtet bei Zimmertemperatur in etwa 30 Minuten aus. Es wird auf diese Weise ein antistatischer Kunststoff erhalten, dessen spezifischer elektrischer Widerstand etwa 107 Ohm cm ist und der einen positiven Temperaturkoeffizienten von der Grössenordnung von   10-d    zeigt. Die sonstigen Eigenschaften des Produkts sind im wesentlichen gleich mit denen eines aus dem selben Polyesterharz ohne Graphitzusatz auf ähnliche Weise hergestellten Kunststoffs. Das Produkt kann nach den gleichen technologischen Verfahren verarbeitet werden.



   Beispiel 2
26 g feinkörniges Graphitpulver von 94% Kohlenstoffgehalt werden mit 24 g Styrol in einem Porzellanmörser zu einem gleichmässigen Brei verrieben. Der erhaltene Brei wird minde stens 12 Stunden ruhen gelassen. Zu 74 g Polyesterharz von mittlerer Viscosität und mittlerer Aktivität, z. B.  Viapal
H 450  werden 1,48 g Methyläthylketonperoxyd (in 50%iger
Lösung in Dimethylphthalat) und 0,74 g   10 %    iger Kobalt naphthenatlösung mit   1%    Kobaltmetallgehalt zugesetzt. Das Gemisch erhärtet bei Zimmertemperatur in etwa 30 Minuten.

 

   Es wird auf diese Weise ein antistatischer Kunststoff erhalten, dessen spezifischer elektrischer Widerstand   etwa 3,5.10    Ohm cm ist und der einen positiven Temperaturkoeffizienten von der Grössenordnung von 10-2 zeigt. Die sonstigen Eigenschaften des Produktes sind im wesentlichen gleich denen eines aus dem selben Polyesterharz ohne Graphitzusatz auf ähnliche Weise hergestellten Kunststoffes. Das Produkt kann nach den gleichen technologischen Verfahren verarbeitet werden. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen bzw.
    antistatischen Kunststoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man Graphitpulver mit einer mit ungesättigten Polyesterharzen copolymerisierbaren chemisch aktiven monomeren Verbindung anfeuchtet bzw. solvatiert, das erhaltene breiartige Gemisch in ungesättigtes Polyesterharz einmischt und das Gemisch durch Polymerisation aushärtet.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Polymerisationsgemisch unter Zugabe von Akzeleratoren und Katalysatoren bei Zimmertemperatur aushärtet.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Polymerisationsgemisch unter Zugabe von Katalysatoren bei erhöhter Temperatur aushärtet.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Polymerisationsgemisch verstärkende Füllstoffe, vorzugsweise Glasfasern, zusetzt.
CH883370A 1970-06-11 1970-06-11 Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen CH535807A (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH883370A CH535807A (de) 1970-06-11 1970-06-11 Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH883370A CH535807A (de) 1970-06-11 1970-06-11 Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH535807A true CH535807A (de) 1973-04-15

Family

ID=4345250

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH883370A CH535807A (de) 1970-06-11 1970-06-11 Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH535807A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1519300C3 (de) Dispersion zur Herstellung von Filmen und Überzügen
DE69111696T2 (de) Polyimid-Kompositmaterial und Verfahren zu dessen Herstellung.
DE1109366B (de) Verfahren zur Verbesserung der Formstabilitaet und Loesungsmittel-widerstandsfaehigkeit von Polyaethylen
DE1765994B2 (de) Flussige elektrische Widerstandsmasse hoher Lagerstabilitat zur Herstellung hitzebestandiger Widerstände
DE2249023C3 (de) Thermoplastische Formmassen
EP0626430A1 (de) (Meth)acrylat-System für leitfähige Bodenbeschichtungen und Verfahren zur Herstellung leitfähiger Bodenbeschichtungen
DE2309081B2 (de) Verfahren zum Herstellen eines Magnetwerkstoffs auf Ferritbasis mit Kunststoffbindung
DE2059329A1 (de) Lagerbestaendige Epoxyharzmasse
DE929876C (de) Verfahren zur Herstellung von Kopolymerisationsprodukten
DE3418058C2 (de) Hoch-leitfähige Zusammensetzung aus aromatischem Vinylharz
DE2406216A1 (de) Haertbare polymermasse
DE2022848C3 (de) Herstellung von elektrisch leitfähigen bzw. antistatischen Kunststoffen
DE1089550B (de) Verfahren zur Herstellung starrer, zaeher, wetterbestaendiger, dimensionsbestaendiger, polymerer plastischer Produkte aus Methacrylsaeure- und Acrylsaeureestern
CH535807A (de) Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitfähigen und antistatischen Kunststoffen
AT297335B (de) Verfahren zur Herstellung von elektrisch leitenden bzw. antistatischen Kunststoffen aus ungesättigten Polyesterharzen mit einem Zusatz von Graphit
DE2303624A1 (de) Isoliermaterial fuer ueberzuege
DE826504C (de) Verfahren zur Herstellung endpolymerisationsfaehiger Stoffe, welche unter anderem zur Herstellung elektrischer Isolierungen oder in der Elektrotechnik zu verwendender Gegstaende geeignet sind
DE1445227A1 (de) Flammenbestaendiger,selbsterloeschender,dielektrischer Harzschaum und Verfahren zu dessen Herstellung
DE2526793A1 (de) Zusammensetzung und verfahren zum ueberziehen von magnetbaendern
DE1765542A1 (de) Heizelement
DE1594145C3 (de) Lösungsmittelkleber auf Basis von kautschukartigen Polymeren
DE840156C (de) Verfahren zum Haerten von polymeren Acrylestern
AT213055B (de) Thermoplastische Zusammensetzungen
DE19742865C1 (de) Duroplastische Formmassen für Formteile zur direkten elektrophoretischen Beschichtung, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
DE2363012B2 (de) Verfahren zum Herstellen eines Kunststoffes durch chemische Reaktion

Legal Events

Date Code Title Description
PL Patent ceased