Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verlegen von Fliesen an Wänden, welche aus einem stationären Gerüst und einer an dem stationären Gerüst geführten, mit einer Andrückplatte für die Fliesen versehenen Fliesenlegemaschine besteht, mittels welcher die mit ihrer Sichtseite auf die Andrückplatte gelegten Fliesen in Richtung auf die zu belegende Wand vor- und zurückbewegbar sind und an diese angedrückt werden.
Das Verlegen von Fliesen an beispielsweise Badezimmerwänden oder Aussenwänden von Gebäuden ist auch heute noch eine sehr mühsame und zeitraubende Arbeit. Da die Fliesenverlegung im allgemeinen vollständig von Hand erfolgt, wobei die Fliesen mit Mörtel belegt, an die Wand gedrückt, dann genau ausgelotet und in Waage gebracht und schliesslich fest angemörtelt werden müssen, wird zur Verlegung von einem Quadratmeter Fliesen bei Verwendung von 15er Fliesen eine Arbeitszeit von etwa einer Stunde benötigt. Ein zusätzlicher Nachteil ist darin zu sehen, dass die fliesen nur durch ausgebildete Handwerker verlegt werden können.
Es besteht infolgedessen ein erheblicher Bedarf an Einrichtungen, mit denen die Fliesen einfacher und schneller verlegt werden können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs bezeichneten Art zu schaffen, durch die bei entsprechender Schaltbedienung die für das Verlegen der Fliesen erforderlichen Arbeitsgänge selbständig ausgeführt werden.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäss darin, dass die Fliesenlegemaschine, deren Andrückplatte selbsttätig in Richtung auf die zu belegende Wand vor- und zurückbewegbar ist, wenigstens ein während des Andrückvorgangs jeder Fliese gegenüber der Aussenfläche der Andrückplatte vorstehendes, selbsttätig in Schwingungen versetztes Rüttelelement aufweist.
Die Erfindung bringt die Vorteile mit sich, dass die Fliesen legemaschine, nachdem sie auf dem Gerüst in die zum Aufbringen der Fliese gewünschte Stellung geschoben worden ist, automatisch arbeitet, indem sie die Fliesen mittels der vorgeschobenen Andrückplatte gegen die Wand drückt, wobei gleichzeitig die vibrierenden Rüttelelemente gegen die Sichtseite der Fliese hämmern. Es ergibt sich hierdurch eine wesentliche Zeit- und Arbeitsersparnis. Durch die Vibration der Rüttelelemente ist ausserdem eine sehr viel gleichmässigere Verteilung des Mörtels gewährleistet, als sie vom Fliesen leger erreicht werden kann. Hinzu kommt, dass die Vorrichtung nach der Erfindung auch von Personen ohne handwerkliche Ausbildung bedient werden kann.
Die gesamte Vorrichtung zum Verlegen von Fliesen wird vorzugsweise pneumatisch betrieben.
Zum Weitertransport der Fliesenlegemaschine in horizontaler Richtung kann ein Vorschubteil vorgesehen sein, der eine doppeltwirkende Zylinder/Kolben-Anordnung aufweisen kann. Dieser Vorschubteil kann entweder im Gehäuse der Fliesenlegemaschine oder als getrennter Bauteil neben der Maschine angeordnet sein.
Zum Verlegen der Fliesen mittels der beschriebenen Vorrichtung eignen sich alle Zementmörtelarten, die auch für die Verlegung der Fliesen bei manueller Tätigkeit in Frage kommen. Der Mörtel wird im wesentlichen vom Sand beeinflusst.
Das Mischungsverhältnis beträgt im allgemeinen 1:5 ohne jeglichen Zusatz, wobei der Wassergehalt von der Wandbeschaffenheit und von der Mörtelstärke abhängt, die zur lotund fluchtgerechten Verlegung der Fliesen benötigt wird.
Die Erfindung wird im folgenden in Verbindung mit der beiliegenden Zeichnung an einem bevorzugten Ausführungsbeispiel beschrieben; es zeigt bzw. zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Fliesenlegevorrichtung, bestehend aus Fliesenlegemaschine und Vorschubteil,
Fig. 2a und 2b eine Vorderansicht und eine Seitenansicht der Fliesenlegemaschine,
Fig. 3 eine Einrichtung zum Vor- und Zurückschieben von Seitenblechen im Schnitt,
Fig. 4 eine Einrichtung zum Vor- und Zurückschieben einer Gabel im Schnitt,
Fig. 5 eine Einrichtung zum Vor- und Zurückschieben einer Andrückplatte im Schnitt,
Fig. 6 eine Draufsicht auf ein Schlagbolzen tragendes Kreuz,
Fig. 7 einen Schnitt durch einen Membranzylinder, mittels dessen das Kreuz in Vibration versetzt wird.
Fig. 7a schematisch einen Schaltplan für ein Vibrationsventil,
Fig. 8 einen Längsschnitt durch den Vorschubteil,
Fig. 9 einen Querschnitt durch den Vorschubteil,
Fig. 10 ein pneumatisches Schaltbild der Fliesenlegevorrichtung und
Fig. 11 und 12 Ausschnitte des die Fliesenlegevorrichtung tragenden Gerüstes.
Die Fliesenlegevorrichtung enthält gemäss Fig. 1 eine Fliesenlegemaschine 1 und einen Vorschubteil 91, die beide auf einer Schiene 182 montiert sind. Die Schiene 182 ist horizontal in Waage angeordnet. Fliesenlegemaschine ] und Vorschubteil 91 besitzen je ein Führungsteil, welches die Schiene 182 ganz oder teilweise umfasst und eine Verschiebung von Fliesenlegemaschine 1 und Vorschubteil 91 auf der Schiene 182 gestattet.
Die Fliesenlegemaschine 1 dient zum Anbringen der Fliesen. Sie weist gemäss Fig. 1 ein Gehäuse 2 auf, an dessen unterem Teil eine Führung 3 vorgesehen ist, mittels deren die Fliesenlegemaschine 1 auf die Schiene 182 aufgesetzt wird.
Am unteren Teil des Gehäuses 2 ragt eine Gabel 5 heraus, auf welche die mit Mörtel bedeckte Fliese 24 so aufgelegt wird, dass sie mit ihrer Sichtfläche gegen eine Andrückplatte 7 anliegt, die das Vorderteil des Gehäuses 2 bildet. Die Andrückplatte 7 wird nach Auflegen der Fliese 24 auf die Gabel 5 in Richtung der zu bedeckenden Wand 25 vorgeschoben, wodurch die mit Mörtel bedeckte Fliesenfläche an die Wand 25 gedrückt wird. An den vier Ecken der Andrückplatte 7 ist jeweils eine Bohrung 9 vorgesehen, in der ein Schlagbolzen 11 geführt ist.
Die Schlagbolzen 11 werden durch eine im Inneren des Gehäuses 2 vorgesehene Einrichtung vor- und zurückbewegt, so dass sie zeitweilig aus den Bohrungen 9 über die Plattenoberfläche nach vorn heraustreten und gegen die Sichtfläche der Fliese 24 hämmern, so dass diese nicht nur gegen die Wand 25 gedrückt, sondern gleichzeitig auch an den vier Ecken gleichzeitig angeschlagen wird. Die Frequenz, mit der die Schlagbolzen 11 gegen die Fliese 24 schlagen, beträgt z.B. etwa 5 bis 10 Hertz. Während also die Andrückplatte 7 die Aufgabe übernimmt, die Fliese 24 fest an der Wand 25 zu halten, was der Fliesenleger normalerweise mit der einen Hand tun muss, übernehmen die Schlagbolzen 11 die Klopfarbeit, die der Fliesenleger normalerweise mit der anderen Hand unter Zuhilfenahme des Kellenstiels od. dgl. durchführt.
Nach Beendigung dieses Vorganges, der wenige Sekunden dauert, werden die Andrückplatte 7 und die Gabel 5 automatisch zurückgezogen, so dass die abgelegte Fliese 24 nun völlig freigelegt und die Fliesenlegemaschine 1 vom Fliesenleger in die für die nächste Fliese notwendige Stellung gebracht werden kann. Während dieser Zeitspanne wird die Schwingung der Schlagbolzen 11 unterbunden.
Nachdem die Fliesenlegemaschine 1 in die gewünschte Lage gebracht worden ist, wird die Gabel 5 wieder nach vorn geschoben, so dass die nächste Fliese aufgelegt werden kann.
Danach wird die Andrückplatte 7 bei gleichzeitiger Tätigkeit der Schlagbolzen 11 erneut vorgeschoben. Diese Vorgänge wiederholen sich so oft, bis eine Fliesenreihe vollständig verlegt ist.
Um zu vermeiden, dass beim Andrücken und Anhämmern der Fliesen der Mörtel nach den Seiten weggedrückt wird, sind an den beiden Seiten des Gehäuses 2 bewegliche Seitenbleche 13 vorgesehen, die ebenso wie die Andrückplatte 7 und die Gabel 5 nach vorn geschoben werden können. Diese Seitenbleche 13 werden vor oder nach Auflegen einer Fliese 24 auf die Gabel 5 so weit vorgeschoben, dass sie gegen die mit Fliesen zu belegende Wand 25 stossen. Hierdurch wird einerseits das Wegdrücken des Mörtels nach den Seiten verhindert, andererseits gleichzeitig für eine saubere Fuge gesorgt, so dass die Fugen nach Verlegung der Fliesen nicht ausgekratzt zu werden brauchen. Nach Verlegung jeder einzelnen Fliese werden die Seitenbleche 13 eingezogen, damit die Fliesenlegemaschine 1 weitergeschoben werden kann.
Die einzelnen Arbeitsgänge der Fliesenlegemaschine 1 werden pneumatisch bewirkt. Eine pneumatische Steuerung wird für besonders vorteilhaft gehalten, da an der Baustelle häufig noch kein elektrischer Strom vorhanden ist und die pneumatischen Vorrichtungen ohne Schwierigkeiten an eine mitgeführte Pressluftflasche od. dgl. angeschlossen werden können. Die Erfindung ist jedoch nicht auf pneumatische Steuerorgane beschränkt, sondern es eignen sich im Prinzip alle Steuerorgane, mittels denen die im Folgenden beschriebenen Einzelbewegungen durchgeführt werden können, z.B.
elektrisch-mechanische, elektromagnetisch-mechanische, hydraulische oder rein mechanische, Hebel und/oder Nockenscheiben u. dgl. aufweisende Steuerorgane. Pneumatische Steuerorgane besitzen jedoch viele Vorteile. Beispielsweise ist im Gegensatz zu magnetischen Steuerorganen keine Gefahr der Überhitzung vorhanden.
Im Folgenden werden zunächst die einzelnen Steuerorgane der Fliesenlegemaschine 1 beschrieben.
Die Fig. 2a, 2b zeigen das Gehäuse 2 der Fliesenlegemaschine 1 und die an den Seiten befindlichen beweglichen Seitenbleche 13. Zur Halterung der Seitenbleche 13 sind Stifte 15 und 17 vorgesehen, die durch Führungen 19 und 21 in den Seitenwänden 13 des Gehäuses 2 ragen. Die Führungen 19 an der Hinterseite verlaufen im einfachsten Fall horizontal von vorn nach hinten, so dass die Stifte 15 in einer horizontalen Ebene nach vorn und zurück bewegbar sind. Die Stifte 17, die an der Vorderseite der Seitenbleche 13 befestigt sind, ragen dagegen durch schräg von oben nach unten und hinten nach vorn verlaufende Führungen 21, so dass die Seitenbleche 13 beim Bewegen der Stifte 15 nach vorn gleichzeitig etwas nach unten geschwenkt werden und in der vorderen Endstellung mit ihren Vorderkanten 23 dicht an der vertikalen Wand 25 anliegen.
Zum Antrieb der hinteren Stifte 15 dient gemäss Fig. 3 eine pneumatische Zylinder-Kolben-Anordnung 27, deren Zylinder 29 an einer unteren Bodenwand 31 befestigt ist. An der aus dem Zylinder 29 ragenden, am Kolben 33 befestigten Kolbenstange 35 ist eine U-förmig gebogene Klammer 36 befestigt, deren beide Schenkel etwa parallel zur Zylinderwand liegen.
An den Enden der beiden Schenkel sind Verbindungsglieder 37 befestigt, an deren Ende die zur Führung der Seitenbleche 13 verwendeten Stifte 15 auf beliebige Weise angebracht sind.
Auf den Stiften 15 und 17 können auch, wie an den vorderen Stiften 17 angedeutet ist, Rollen 39 gelagert sein, die eine geringere Reibung gewährleisten. Im Bedarfsfall können auch leicht laufende Kugellager verwendet werden.
Die Zylinder-Kolben-Anordnung 27 besitzt vorzugsweise einen doppeltwirkenden Zylinder 29, der auf beiden Seiten des Kolbens 33 mit Druckluft beaufschlagt werden kann. Bei Beaufschlagung von der einen Kolbenseite her wird die Kolbenstange 35 in Richtung der Wand 25 vorgeschoben, bis die Seitenbleche 13 gegen die Wand 25 anliegen. Bei Beaufschlagung der Zylinder-Kolben-Anordnung 27 von der anderen Seite des Kolbens 33 her werden die Seitenbleche 13 wieder eingezogen, damit sie bei einer Seitwärtsbewegung der Fliesen legemaschine 1 nicht gegen die verlegten Fliesen drücken. Die Seitenbleche 13 sind ausserdem durch einen Steg 41 starr miteinander verbunden.
Gemäss Fig. 4 ist im Gehäuse 2 weiterhin eine Zylinder Kolben-Anordnung 43 zum Vor- und Zurückschieben der Gabel 5 vorgesehen. Die Gabel 5 kann an der Unterseite des Gehäuses 2 ähnlich wie die Seitenbleche 13 mittels Stifte geführt sein, die durch entsprechende Rillen in der Gehäusewand ragen. Die spezielle Art der Befestigung und Führung der Gabel 5 am Gehäuse 2 ist jedoch nicht erfindungswesentlich, sondern ins Belieben des Konstrukteurs gestellt. Gemäss Fig. 4 und 5 ist in einer Schiene 45 ein Schlitz 47 ausgebildet, in welchem ein am Gabelende ausgebildeter Ansatz 49 gleitet.
Zur Bewegung der Gabel 5 dient ein durch eine Öffnung 51 im Ansatz 49 ragender Hebel 53, dessen anderes Ende an der Kolbenstange 55 der Zylinder-Kolben-Anordnung 43 befestigt ist und der eine Schwenkachse aufweist. Die Zylinder-Kolben Anordnung 43 kann einen einfachwirkenden pneumatischen Zylinder aufweisen, so dass bei Beaufschlagung desselben mit Pressluft von der einen Kolbenseite her Kolben und Kolbenstange 55 von der Wand wegbewegt werden, während bei Entlüftung Kolben und Kolbenstange 55 durch eine Druckfeder 59 in eine solche Stellung gebracht werden, dass die Gabel 5 ganz nach vorn geschoben ist.
Die Gabel 5 könnte gemäss einer anderen Ausführungsform auch in ähnlicher Weise wie die Seitenbleche 13 vorgeschoben werden, doch hat die gezeigte Anordnung den Vorteil, dass die Zylinder-Kolben Anordnung 43 an einer von der Gabel 5 relativ weit entfernten Stelle untergebracht werden kann, was in konstruktiver Hinsicht Vorteile hat, da ein möglichst kleiner Raumbedarf für alle Einzelteile angestrebt wird.
Schliesslich ist gemäss Fig. 5 im Gehäuse noch eine weitere Zylinder-Kolben-Anordnung 61 vorgesehen, die zum langsamen Vorschieben der Andrückplatte 7 in Richtung auf die Wand 25 dient.
Die Andrückplatte 7 ist um die Schwenkachse 63 schwenkbar am Gehäuse gelagert und kann aus ihrer Endstellung, bei der sie parallel zur Wand 25 angeordnet ist und mit einem Anschlag 65 an einem Vorsprung 67 am Gehäuse 2 anliegt, in eine rückwärtige Stellung geschwenkt werden, bei der ihre äussere Oberfläche einen Winkel von etwa 100 bis 200 zur Wand 25 bildet, damit die Fliesen 24 aufgelegt und sicher gehalten werden können. Zum Andrücken der Andrückplatte 7 weist die Zylinder-Kolben-Anordnung 61 eine Kolbenstange 69 auf, an deren äusserem Ende eine halbkugelförmige Nylonspitze 71 vorgesehen ist. Bei Auslenkung der Kolbenstange 69 drückt die Nylonspitze 71 an irgendeiner geeigneten Stelle gegen die Andrückplatte 7 und kippt diese langsam nach vorn.
Die Nylonspitze 71 soll eine Beschädigung des Teils vermeiden, an dem sie bei jedem Kippvorgang entlanggleitet. Für dieses Teil und das Ende der Kolbenstange 69 sind Materialien zweckmässig, die sich gegenseitig nicht stark abnutzen und andererseits keine allzu starke Reibung verursachen. Am unteren Ende des Vorsprungs 67 ist eine Dichtungsscheibe vorgesehen, die das Eindringen von Mörtel in das Gehäuse 2 verhindert.
Um zu vermeiden, dass die Andrückplatte 7 plötzlich nach vorn kippt, bzw. um sie beim Zurückziehen der Kolbenstange 69 ebenfalls zurückzuholen, ist eine Zugfeder 73 vorgesehen, die einerseits an der Andrückplatte 7 und andererseits an irgendeiner Stelle des Gehäuses befestigt ist und beim Vorschieben der Andrückplatte 7 gespannt wird.
An der Rückseite der Andrückplatte 7 ist ein Kreuz 75 (Fig. 5 und 6) vorgesehen, das an seinen Enden die vier Schlagbolzen 11 aufweist, die durch die Bohrungen 9 in den vier Ecken der Andrückplatte 7 ragen. Das Kreuz 75 kann bezüglich der Andrückplatte 7 um einige Millimeter nach vorn und nach hinten bewegt werden, wodurch die Schlagbolzen 11 von einer Stellung, in der sie völlig in den Bohrungen 9 ver schwinden (Fig. 5), in eine Stellung gebracht werden können, in welcher sie etwa ein bis zwei Millimeter aus den Bohrungen
9 und über die Oberfläche der Andrückplatte 7 hinausragen.
Es ist eine Einrichtung vorgesehen, mittels deren das Kreuz 75 und damit die Schlagbolzen 11 mit einer Frequenz von bis zu etwa 10 Hertz vor- und zurückbewegt werden können. Diese
Vibration oder Schwingung des Kreuzes 75 kann mit Hilfe von
Magneten, drehbaren Nockenscheiben od. dgl. durchgeführt werden. Aus den oben genannten Gründen wird jedoch auch für diesen Zweck eine pneumatisch arbeitende Einrichtung bevorzugt.
Die Zahl der Schlagbolzen 11 ist an sich beliebig. Im Prinzip genügt ein einziger, in der Mitte angeordneter Schlagbolzen.
Wegen der zentralen Wölbung der Fliesen 24 werden jedoch bevorzugt zwei oder mehrere, auf die Ränder der Fliesen 24 einwirkende Schlagbolzen verwendet. Die bevorzugte pneumatische Vibrationseinrichtung enthält einen Membranzylinder
77, der auf der Rückseite der Andrückplatte 7 befestigt ist.
Der Membranzylinder 77 besteht gemäss Fig. 7 aus einem Gehäuse 79, dessen der Andrückplatte 7 zugewendete Wand durch eine durch einen Metallkern 81 od. dgl. versteifte elastische Membran 83 gebildet ist, die an den Seitenrändern des Gehäuses 79 fest eingespannt ist. Wird von der Rückseite der Membran 83 her Pressluft zugeführt, dann wölbt sich die Membran 83 nach vorn aus, während sie bei Entlüftung durch ihre Elastizität wieder in ihre entspannte, in Fig. 7 gezeigte Stellung zurückschwingt.
In der zuletzt erwähnten Stellung liegt der Mittelteil des zwischen Andrückplatte 7 und Membranzylinder 77 befindlichen Kreuzes 75 an der Membran 83 oder dessen Metallkern 81 fest an, so dass die Schlagbolzen 11 in die Bohrungen 9 der Andrückplatte 7 zurückgezogen sind. Bei Beaufschlagung des Membranzylinders 77 mit Pressluft wird die Membran 83 und damit auch das Kreuz 75 in Richtung der Andrückplatte 7 vorgeschoben, bis das Kreuz 75 an der Andrückplatte 7 anliegt. In dieser Stellung des Kreuzes 75 ragen die Bolzen 11 aus den Bohrungen 9 in der Andrückplatte 7 heraus. Damit das Kreuz 75 bei Entlüftung des Membranzylinders 77 wieder zurückschwingt, können an den Armen des Kreuzes 75 Zugfedern befestigt sein, deren andere Enden am festen Gehäuse 79 des Membranzylinders 77 befestigt sind.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform sind jedoch innerhalb der Bohrung 9 der Andrückplatte 7 Druckfedern 85 vorgesehen, die sich an Vorsprüngen an den Schlagbolzen 11 und an den Wänden der Bohrungen 9 abstützen und beim Verschieben des Kreuzes 75 derart gespannt werden, dass das Kreuz 75 bei Entlüftung des Membranzylinders 77 wieder vollständig in die rückwärtige Stellung zurückschwingt. Die Pressluftzufuhr zum Membranzylinder 77 wird mittels an sich bekannter Vibrationsventile gesteuert.
Das Schaltbild für ein geeignetes Vibrationsventil 176 ist in Fig. 7a dargestellt. Es enthält vier Ventile 176,1 bis 176,3 mit den Eingängen P und den Ausgängen A (Steuerluft) und R (Rückluft). Der Ausgang A des Ventils 176,2 ist mit dem Membranzylinder 77 verbunden. Ausserdem sind die Ventile 176,2 und 176,3 über Z bzw. Y umsteuerbar.
In der ersten Phase erhält das Ventil 176,2 über die Strecke P-A des Ventils 176,3 und über Z Steuerdruck, so dass die Öffnungen P-A des Ventils 176,2 verbunden und der Mem- branzylinder 77 beaufschlagt wird. Gleichzeitig baut sich jedoch bei Y des Ventils 176,3 ein Steuerdruck auf, der dieses Ventil schliesslich umschaltet. Dadurch wird bei Z entlüftet, wodurch das Ventil 176,2 umgeschaltet und der Membranzylinder 77 wieder entlüftet wird. Der beschriebene Zyklus beginnt dann von neuem.
Mit Ventilen 176,4 und 176,5 können Umschaltverzögerungen herbeigeführt und die Schwingungsbewegungen reguliert werden.
Obgleich die beschriebene Fliesenlegemaschine 1 für sich allein prinzipiell ausreicht, um die Fliesen 24 mit grosser Genauigkeit und erhöhter Arbeitsgeschwindigkeit zu verlegen, indem man sie nach Verlegen einer Fliese 24 um eine der Fliesenbreite entsprechende Strecke verschiebt und dann in dieser neuen Stellung arrangiert, ist noch ein Vorschubteil 91 vorgesehen, mittels dessen die Fliesenlegemaschine 1 nach dem Verlegen einer jeden Fliese 24 automatisch um eine Strecke weitergeschoben wird, die der Summe aus Fliesenbreite und erwünschter Fugenbreite entspricht. Bei Verwendung eines derartigen Vorschubteils 91 (Fig. 1) besteht die einzige Arbeit des Fliesenlegers darin, die mit Mörtel bedeckten Fliesen 24 auf die Gabel 5 aufzuschlagen und die verschiedenen Tasten bzw.
Schalter der Fliesenlegemaschine 1 zu bedienen, um den Vorschub bzw. den Anmörtelungsvorgang einzuleiten und zu beenden. Zur exakten Steuerung des Vorschubs sind drei Einrichtungen vorgesehen. Die eine Einrichtung besteht aus einer Spannvorrichtung 93 für die Fliesenlegemaschine 1 (Fig. 2b), damit sich diese bei der Verlegung einer Fliese nicht verschieben kann. Die zweite Einrichtung besteht aus dem Vorschubteil 91, mittels dessen die Fliesenlegemaschine 1 um einen vorgewählten Betrag verschoben wird, wenn sich deren Spannvorrichtung 93 in der Ausserarbeitsstellung befindet.
Die dritte Einrichtung besteht aus einer Spannvorrichtung 101 für den Vorschubteil 91, mittels welcher der Vorschubteil 91 während derjenigen Zeitspanne auf der Schiene 182 festgeklemmt wird, während der die Fliesenlegemaschine 1 weitergeschoben wird. und die sich zu einem späteren Zeitpunkt in Aussenarbeitsstellung befindet, damit der Vorschubteil 91 für einen erneuten Vorschub nachgezogen werden kann.
Gemäss Fig. 8 weist der Vorschubteil 91 vorzugsweise ein Gehäuse auf, an dem der Zylinder einer pneumatischen Zylinder-Kolben-Anordnung 95 befestigt ist, die beispielsweise einen doppelwirkenden Zylinder aufweist. Die Kolbenstange 97 der Zylinder-Kolben-Anordnung 95 ist seitlich aus dem Gehäuse des Vorschubteils 91 herausgeführt und mit einer an der Seitenwand des Gehäuses 2 der Fliesenlegemaschine 1 befindlichen Schnellkupplung 99 (Fig. 2b) fest mit der Fliesenlegemaschine 1 gekoppelt. Weiterhin ist mit dem Gehäuse des Vorschubteils 91 eine die Spannvorrichtung 101 bildende Zylinder-Kolben-Anordnung verbunden, mittels der der Vorschubteil 91 fest und unverschieblich an der Schiene 182 festgeklemmt wird, indem eine an der Kolbenstange 103 befestigte Klemmbacke 105 fest gegen die Schiene 182 gedrückt wird.
Vorzugsweise handelt es sich um einen einfachwirkenden Zylinder, wobei eine Beaufschlagung mit Pressluft die Verklemmung bewirkt, die bei Entlüftung durch eine Feder 107 wieder gelöst wird, damit der Vorschubteil 91 auf der Schiene 182 bewegt werden kann. Eine ähnliche Zylinder-Kolben Anordnung ist auch im Gehäuse 2 der Fliesenlegemaschine 1 (Fig. 2b) vorgesehen. Auch diese Zylinder-Kolben-Anordnung wirkt vorzugsweise so, dass bei Beaufschlagung ihres Zylinders 109 mit Pressluft die Verklemmung erfolgt, indem eine Klemmbacke 111 gegen die Schiene 182 gedrückt wird, und bei Entlüftung des Zylinders 109 durch eine Feder 113 die Verklemmung gelöst wird, so dass die Fliesenlegemaschine 1 auf der Schiene 182 verschoben werden kann.
Die im Gehäuse des Vorschubteils 91 vorgesehene Zylinder-Kolben-Anordnung 95, deren Kolbenstange 97 mit der Fliesenlegemaschine 1 gekoppelt ist, wird in folgender Weise betrieben: Bei Beaufschlagung mit Pressluft von der einen Seite des Kolbens her (in Fig. 8 von links) wird die Kolben stange 97 in Richtung der Fliesenlegemaschine 1 herausgestossein. Während dieser Arbeitsperiode kann z.B. der Vorschubteil 91 festgeklemmt und die Verklemmung der Fliesenlegemaschine 1 gelöst sein. In diesem Fall wird die Fliesenlegemaschine um ein dem Hub der Zylinder-Kolben-Anordnung 95 entsprechendes Stück weitergeschoben. Während der nächsten Arbeitsperiode ist dann die Fliesenlegemaschine 1 verklemmt und die Verklemmung des Vorschubteils 91 gelöst, während gleichzeitig der Zylinder von der anderen Seite des Kolbens her (in Fig. 8 von rechts) mit Pressluft beaufschlagt wird.
Hierdurch wird die Kolbenstange 97 wieder in den Zylinder hineingezogen. Da jedoch die Kolbenstange 97 über die Fliesenlegemaschine 1 arretiert ist, wird der nicht verklemmte Vorschubteil 91 um ein dem Hub der Zylinder-Kolben Anordnung 95 entsprechendes Stück nachgezogen, so dass er wieder dicht neben der Fliesenlegemaschine 1 liegt. Damit die Fliesenlegemaschine 1 jedoch bei gleicher Relativlage des Vorschubteils 91 auch in umgekehrter Richtung weitergeschoben werden kann, ist ein Ventilschalter 146 (Fig. 1 und 10) mit einem Betätigungshebel 115 vorgesehen, der später noch beschrieben wird.
Durch Umschaltung des Ventilschalters 146 wird bewirkt, dass in derjenigen Arbeitsperiode, in der die Kolbenstange 97 aus dem Zylinder herausgestossen wird, die Fliesenlegemaschine 1 verklemmt und der Vorschubteil 91 nicht verklemmt ist, so dass in diesem Fall der Vorschubteil 91 in der entgegengesetzten Richtung transportiert wird, während in der nächsten Arbeitsperiode, in welcher die Kolbenstange 97 in den Zylinder hineingezogen wird, der Vorschubteil 91 verklemmt und die Fliesenlegemaschine 1 nicht verklemmt ist, wodurch die Fliesenlegemaschine 1 zum Vorschubteil 91 hin nachgezogen wird, so dass sie wieder dicht neben diesem liegt.
Damit der Vorschubteil 91 je nach Bedarf rechts oder links von der Fliesenlegemaschine 1 angeordnet werden kann, sind sowohl eine Führung 117 des Vorschubteils als auch das Schienenprofil vorzugsweise symmetrisch ausgebildet und ist ausserdem auf beiden Seiten des Gehäuses 2 der Fliesenlegemaschine 1 eine Schnellkupplung 99 für die Kolbenstange 97 der Zylinder-Kolben-Anordnung 95 vorgesehen.
Betriebsweise der Gesamtanordnung:
Zur manuellen Steuerung der Funktion der beschriebenen Fliesenlegevorrichtung sind im Gehäuse 2 der Fliesenlegemaschine 1 zwei Schalter 118, 120, zwei Reduzierventile 122,124 und drei Pressluftanschlüsse 126, 128 und 130 vorgesehen.
Der Pressluftanschluss 128 dient zum Anschluss an eine Pressluftquelle 140 (Kompressor oder Druckluftflasche) über die Reduzierventile. Die beiden Druckluftanschlüsse 126, 130 werden über (nicht gezeigte) Schläuche mit zwei Pressluftanschlüssen 132,134 am Vorschubteil 91 verbunden. Sie dienen dazu, die Zylinder-Kolben-Anordnungen 95 und die Spannvorrichtung 101 des Vorschubteils 91 mit Steuerluft zu versorgen. Die Schalter 118, 120 dienen zum Ein- und Ausstellen des Vorschubs bzw. zur In- oder Ausserbetriebnahme der verschiedenen Steuerorgane der Fliesenlegemaschine 1. Die beiden Reduzierventile 122,124 dienen schliesslich dazu, die gewünschte Frequenz und den gewünschten Andruck der Schlagbolzen 11 einzustellen.
Zur Sicherstellung eines ordnungsgemässen Arbeitsverlaufs von Fliesenlegemaschine 1 und Vorschubteil 91 sind zwei Steuerkreise vorgesehen (Fig. 10). Jeder Steuerkreis weist eingangsseitig ein Ventil 136,138 auf, welches einen Eingang P zum Anschluss an die Pressluftquelle 140 (entsprechend Anschluss 128 in Fig. 1), zwei Ausgänge A und B zum Zuführen der Druckluft an die verschiedenen Steuerorgane und einen Ausgang R für die Rückluft aufweist. Das eine Ventil 136 ist mittels des Schalters 118 und das andere Ventil 138 mittels des Schalters 120 derart einstellbar, dass entweder der Ausgang A mit dem Eingang P und gleichzeitig der Ausgang B mit dem Ausgang R oder der Ausgang B mit dem Eingang P und gleichzeitig der Ausgang A mit dem Ausgang R verbunden ist.
In den an das Ventil 138 angeschlossenen Steuerkreis sind die Steuerorgane für den Vorschub und die Zylinder Kolben-Anordnung 43 angeschlossen, mittels welcher die Gabel 5 der Fliesenlegemaschine 1 vor- und zurückbewegt wird. Die übrigen Steuerorgane sind an das Ventil 136 angeschlossen.
In dem an das Ventil 138 angeschlossenen ersten Steuerkreis führt vom Ausgang A eine Leitung 142 zur Zylinder Kolben-Anordnung der Spannvorrichtung 93, mittels welcher die Fliesenlegemaschine 1 auf der Schiene 182 arretiert wird.
Eine weitere Leitung 144 führt vom Ausgang A über einen Ventilschalter 146 über ein Reduzierventil 148 zum einen Eingang 160 der Zylinder-Kolben-Anordnung 95, die den Vorschub bewirkt. Der Ausgang B ist über eine Leitung 150 mit der Zylinder-Kolben-Anordnung 43 für die Gabel 5 und über Leitungen 152,154 mit der Zylinder-Kolben-Anordnung für die Verklemmung des Vorschubteils 91 an der Schiene 182 verbunden. Schliesslich führt vom Ausgang B über die Leitung 152 noch eine Leitung 156 über den Ventilschalter 146 und ein Reduzierventil 158 zum anderen Eingang 162 der Zylinder-Kolben-Anordnung 95 für den Vorschub. Der Ventilschalter 146 besitzt zwei Eingänge P1 und P2 und zwei Ausgänge A und B.
Er kann mittels des am Vorschubteil 91 vorgesehenen Betätigungshebels 115 derart geschaltet werden, dass entweder P1 mit A und P2 mit B oder P1 mit B und P2 mit A verbunden ist.
Es sei nun zunächst angenommen, dass P1 mit R und P2 mit B verbunden ist und dass durch Einstellen des Schalters 120 der Eingang P des Ventils 138 mit dem Ausgang A und gleichzeitig der Ausgang B mit dem Rückluftausgang R verbunden ist. In diesem Fall wird über die Leitung 142 die Verklemmung der Fliesenlegemaschine 1 bewirkt, während über die Leitung 144 die Zylinder-Kolben-Anordnung 95 über den Eingang 160 beaufschlagt wird. Da gleichzeitig die Zylinder-Kolben Anordnung 43 und die Spannvorrichtung 101 bzw. der Eingang 162 über die Leitungen 150, 152, 154 und 156 mit dem Rückluftausgang R verbunden sind, befindet sich die Gabel 5 in der vorgeschobenen Stellung und der Vorschubteil 91 in der unverklemmten Stellung.
Infolgedessen wird aufgrund des Drucks auf die eine Seite des Zylinders die Kolbenstange 97 aus dem Zylinder herausgestossen, was mit einer Bewegung des Vorschubteils 91 (in Fig. 10 nach links) verbunden ist.
Wird nun in der gleichen Stellung des Ventilschalters 146 durch Betätigung des Schalters 120 das Ventil 138 in diejenige Stellung gebracht, in welcher P und B und A mit R verbunden ist, dann wird über die Leitung 150 die Gabel 5 zurückgezogen, über die Leitungen 152, 154 die Verklemmung des Vorschubteiles 91 bewirkt, über die Leitung 142 die Verklemmung der Fliesenlegemaschine 1 gelöst und über die Leitung 156 der Zylinder vorn anderen Eingang 162 her beaufschlagt.
Dies hat zur Folge, dass die Kolbenstange 97 in den Zylinder hineingezogen und dadurch die Fliesenlegemaschine 1 bei eingezogener Gabel 5 nachgezogen (in Fig. 10 nach links) wird.
Diese Art des Vorschubs wird so oft durchgeführt, wie Fliesen in einer Reihe zu verlegen sind. Nach Fertigstellung einer Fliesenreihe wird mittels des Betätigungshebels 115 der Ventilschalter 146 in diejenige Stellung gebracht, in welcher P1 mit B und P2 mit A verbunden ist. In diesem Fall erfolgt der Vorschub in der entgegengesetzten Richtung. Ist nämlich im Ventil 138 P mit A und B mit R verbunden, dann ist über die Leitung 142 die Verklemmung der Fliesenlegemaschine 1 eingeschaltet, während über die Leitung 144 und den Ventilschalter 146 die Zylinder-Kolben-Anordnung 95 so beaufschlagt wird, dass die Kolbenstange 97 in den Zylinder hineingezogen und daher der nicht verklemmte Vorschubteil 91 zur Fliesenlegemaschine (in Fig. 10 nach rechts) nachgezogen wird.
Ist dagegen durch den Schalter 120 P mit B und A mit R verbunden, dann ist der Vorschubteil 91 über die Leitungen 152, 154 verklemmt, die Gabel 5 über die Leitung 150 zurückgezogen und die Fliesenlegemaschine 1 über die Leitung 142 freigegeben, so dass aufgrund der Beaufschlagung des Zylinders vom Eingang 160 her die Kolbenstange 97 aus ihm herausgedrückt und dadurch die Fliesenlegemaschine 1 (in Fig. 10 nach rechts) weitergeschoben wird.
Die gleichen Vorgänge spielen sich ab, wenn der Vorschubteil 91 auf der im Vergleich zu Fig. 1 und 10 entgegengesetzten Seite der Fliesenlegemaschine 1 angeordnet ist.
In dem an das Ventil 136 angeschlossenen zweiten Steuerkreis führen vom Ausgang A Leitungen 164, 166,168 zur Zylinder-Kolben-Anordnung 61, die den Vorschub der Andrückplatte 7 steuert, Leitungen 164, 166, 170 zum einen Eingang 172 der doppeltwirkenden Zylinder-Kolben-Anordnung 27, mittels deren die Seitenbleche 13 vor- und zurückgeschoben werden, und schliesslich Leitungen 164, 174 zum Eingang P eines Vibrationsventils 176, dessen Ausgang A über eine Leitung 177 mit dem Eingang des Membranzylinders 77 verbunden ist. Vom Ausgang B des Ventils 136 führt lediglich eine Leitung 178 zum anderen Eingang 180 der Zylinder Kolben-Anordnung 27.
Wenn sich der Schalter 118 in der Stellung befindet, in welcher der mit der Pressluftquelle 140 verbundene Eingang P des Ventils 136 mit dem Ausgang A und der Ausgang B dieses Ventils mit seinem Rückluftausgang R verbunden ist, dann wird über die Leitungen 164, 166, 168 die Andrückplatte 7 vorgeschoben, während über die Leitungen 164, 166, 170 die Seitenbleche 13 ausgefahren werden. Gleichzeitig wird das Vibrationsventil 176 über die Leitungen 164,174 inganggesetzt, so dass das hinter der Andrückplatte 7 befindliche Kreuz 75 in Schwingungen versetzt wird und die Schlagbolzen 11 gegen die vorher eingelegte Fliese 24 hämmern.
Bei Umschaltung des Schalters 118 auf diejenige Stellung, in welcher der Eingang P des Ventils 136 mit dem Ausgang B und der Ausgang A mit dem Rückluftausgang R verbunden ist, wird die Zylinder-Kolben-Anordnung 27 vom anderen Eingang 180 her beaufschlagt, damit die Seitenbleche 13 zurückgezogen werden. Gleichzeitig wird die Zylinder-Kolben-Anordnung 61 entlüftet, so dass die Andrückplatte 7 durch die Feder 73 (Fig. 5) wieder in die zurückgeschwenkte Lage gebracht wird.
Ausserdem wird die Tätigkeit des Vibrationsventils 176 unterbunden.
Um zu vermeiden, dass der Fliesenleger die Schalter 118 und 120 in einer falschen Reihenfolge betätigt und beispielsweise den Vorschub einschaltet, wenn die Seitenbleche 13 noch in der vorgeschobenen Stellung sind, sind Massnahmen getroffen, die die einzelnen Steuervorgänge automatisch in der folgenden Reihenfolge ablaufen lassen:
Der Schalter 118 wird von Hand in diejenige Stellung gebracht, in welcher der Eingang P des Ventils 136 mit dem Ausgang A verbunden ist. Hierdurch werden die Andrückplatte 7 und die Seitenbleche 13 bei gleichzeitiger Vibration des Kreuzes 75 vorgeschoben. Mit dem Schalter 118 ist ein (nicht gezeigter) Hebel verbunden, dessen freies Ende starr mit der Andrückplatte 7 verbunden ist.
Hierdurch wird bewirkt, dass in dem Moment, in dem die Andrückplatte ihre vorderste Stellung erreicht hat, der Schalter 118 automatisch in diejenige Stellung zurückgeschaltet wird, in welcher der Ausgang P des Ventils 136 mit B verbunden ist.
Dies hat zur Folge, dass die Andrückplatte 7 und die Seitenbleche 13 automatisch wieder zurückgezogen werden und die Vibration aufhört. Die hierdurch am Rückluftausgang R des Ventils 136 auftretende Rückluft wird dem Ventil 138 als Steuerluft zugeführt. Das Ventil 138 ist derart ausgebildet, dass seine Verstellung entweder mittels des Schalters 120 oder mittels Steuerluft vorgenommen werden kann.
Durch die am Rückluftausgang R des Ventils 136 auftretende Rückluft wird das Ventil 138 automatisch so geschaltet, dass sein Eingang P mit seinem Ausgang B verbunden ist und infolgedessen die Fliesenlegemaschine 1 weitertransportiert wird. In dieser Stellung bleibt die gesamte Vorrichtung so lange in Ruhe, bis eine neue Fliese eingelegt ist und der Schalter 118 mit der Hand erneut so betätigt wird, dass innerhalb des Ventils 136 P mit A und B mit R verbunden ist. Die hierdurch im Ventil 136 auftretende Rückluft wird wiederum zum Umschalten des Schalters 120 verwendet, damit der Vorschubteil 91 entsprechend verschoben werden kann. Nach Beendigung dieses Vorgangs ist dann die Gabel 5 wieder ausgefahren, so dass der Fliesenleger die nächste Fliese einlegen und durch Betätigung des Schalters 118 den Beginn des nächsten Arbeitszyklus einleiten kann.
Die Umschaltung des einseitig beaufschlagten Ventils 138 auf den Rückluftausgang R vom Rückluftausgang R des Ventils 136 erfolgt durch Federkraft, so dass der Zylinder der Zylinder-Kolben-Anordnung 43 über die Leitung 150 entlüftet und dadurch die Gabel 5 ausgefahren wird. Diese Steuerluft auf den Rückluftausgang R des Ventils 138 wirkt aber nur so lange, wie die Rückluftimpulse aus den Zylinder-Kolben Anordnungen 61, 27 und 77 andauern.
Hierdurch ist die Möglichkeit gegeben, durch einmalige Betätigung des Schalters 118 alle zur Verlegung einer Fliese notwendigen Vorgänge ablaufen zu lassen. Für die Ventile 136 und 138 können an sich bekannte Ventile verwendet werden.
Anstelle der pneumatisch-mechanischen Umschaltung der Schalter 118, 120 kann auch eine elektrische, magnetische oder rein mechanische Zeitsteuerung vorgesehen sein, durch welche die Schalter nach vorgewählten Zeitspannen umgestellt werden.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist, wie oben schon erwähnt wurde, nicht auf die Verwendung pneumatischer Steuerorgane beschränkt. Pneumatische Steuerorgane werden vielmehr nur deshalb verwendet, weil sie besonders betriebssicher sind und weil durch Zwischenschaltung von Reduzierventilen und dergleichen eine relativ einfache Möglichkeit gegeben ist, die Vorschubgeschwindigkeiten und Kräfte der verschiedenen Zylinder-Kolben-Anordnungen aufeinander abzustimmen und so zu steuern, wie es für einen exakten zeitlichen Ablauf der verschiedenen Steuervorgänge notwendig ist, ohne dass Verzögerungsleitungen oder dergleichen verwendet werden müssen.
Es ist grundsätzlich auch möglich, alle beschriebenen Zylinder-Kolben-Anordnungen entweder mit einfachwirkenden Zylindern auszurüsten, bei denen im Zylindergehäuse eine Feder vorgesehen ist, mittels welcher der durch Druckluft bewirkte Vorschub in entgegengesetzter Richtung durchgeführt wird, oder mit doppeltwirkenden Zylindern zu versehen, die von beiden Seiten des Kolbens her mit Pressluft beaufschlagt werden und bei denen infolgedessen Vor- und Rückschub pneumatisch gesteuert wird.
Zur sicheren Führung der beschriebenen Fliesenlegemaschine ist es an sich nur notwendig, eine horizontal in der Waage liegende Schiene 182 vorzusehen, die sich unter Berücksichtigung des erwünschten Fugenabstandes in der jeweils richtigen Höhe befindet. Art, Form, Länge und Grösse der Schiene 182 sind an sich beliebig wählbar. Es ist jedoch darauf zu achten, dass aufgrund des Gewichtes der Fliesenlegevorrichtung in der Mitte zwischen den Haltepunkten der Schiene 182 keine übermässige Durchbiegung erfolgt.
In den Fig. 1, 11 und 12 ist ein Gerüst dargestellt, mittels dessen die horizontale Schiene 182 nach Fertigstellung einer Fliesenreihe auf einfache Weise zusammen mit der Fliesenlegevorrichtung um jeweils genau eine der Summe aus Fliesen höhe und erwünschtem Fugenabstand entsprechende Strecke angehoben werden kann, ohne dass es jeweils erforderlich ist, die Schiene erneut in Waage zu bringen.
Das Gerüst umfasst zwei z.B. quadratische Profilträger 184, die in einem Abstand von mehreren Metern genau im Lot aufgestellt sind. Zur festen Verankerung der Profilträger 184 in geschlossenen Räumen können diese zwischen Boden und Decke eingespannt werden, während bei Arbeiten an Hauswänden vorzugsweise Klammern verwendet werden, die an den Hauswänden befestigt sind. In die vier Aussenflächen der Profilträger 184 sind z.B. schwalbenschwanzförmige Nuten 186 eingearbeitet. Über die Profilträger 184 sind Hülsen 188 gezogen, deren quadratischer Innenquerschnitt etwa mit dem Aussenquerschnitt der Profilträger 184 übereinstimmt. An einer Seite dieser Hülsen 188 ist ein um eine Schwenkachse 190 schwenkbar gelagerter Kniehebel 192 angelenkt, der zwei Arme 194, 196 aufweist.
Der eine Arm 194 wird durch das Gewicht des Kniehebels 192 mit einer an seinem Ende befestigten Gummiplatte 198 gegen den Profilträger 184 gedrückt, wodurch die Hülse 188 in der gewählten Höhe arretiert wird.
Das äussere Ende des anderen Armes 196 des Kniehebels 192 erstreckt sich bei arretierter Hülse 188 im wesentlichen horizontal. Am Ende dieses Armes ist eine Halteplatte 200 befestigt.
Als Befestigungsmittel dient beispielsweise ein Stab 202, dessen eines Ende mit einem Gewinde versehen ist, welches in eine Gewindebohrung der Halteplatte 200 geschraubt ist, und dessen anderes, gewindeloses Ende in einer Bohrung des Armes 196 steckt und dort mittels einer Befestigungsschraube 204 befestigt wird. Durch den Stab 202 kann der im Einzelfall erwünschte Wandabstand zwischen Wand 25 und Fliesenlegemaschine 1 eingestellt werden.
Auf der oberen Oberfläche der Halteplatte 200 ist ein schwalbenschwanzförmiger Ansatz 206 ausgebildet, der in eine schwalbenschwanzförmige Nut der horizontalen Schiene 182 geschoben wird. Der schwalbenschwanzförmige Ansatz 206 ist mittels eines Hebels um einen Stift schwenkbar, damit er nach Einführung in die Nut um 900 verschwenkt und damit gegen die Wände der Nut geklemmt werden kann. Hierdurch wird die Schiene 182 nach genauer Einstellung der Halteplatten 200 in unverschieblicher Lage bezüglich den ortsfesten Profilträgern 184 gehalten. Um die Schiene 182 genau in Waage zu bringen, können die Hülsen 188 durch Anheben des Armes 196 des Kniehebels relativ zueinander verschoben werden.
Da jedoch nach Fertigstellen einer Fliesenreihe die Fliesenlegemaschine 1 um eine ganz bestimmte Höhe angehoben werden muss, ist an den Hülsen 188 noch eine Einrichtung vorgesehen, die ein Anheben der Fliesenlegemaschine 1 samt der Schiene 182 um einen wählbaren, jeweils der Summe aus Fliesenhöhe und Fugenabstand entsprechenden Betrag gestattet. Diese Einrichtung enthält einen um eine Schwenkachse 208 schwenkbaren Hebel 210, der durch eine Feder 212 od.
dgl. so vorgespannt ist, dass ein an seinem Ende befindlicher Ansatz 214 normalerweise durch eine Ausnehmung 216 in der Hülsenwand bis in eine schwalbenschwanzförmige Nut 186 des Profilträgers 184 ragt, aber durch Handbetätigung des Hebels 210 aus der Nut 186 herausschwenkbar ist.
In der Nut 186 ist ferner eine verschiebbare Abstandsstange 218 angeordnet, die mittels eines drehbaren, schwalbenschwanzförmigen Ansatzes 220 in der Nut 186 festklemmbar ist. Das obere Ende der Abstandsstange 218 ist als Anschlag 222 ausgebildet. Ein von ihr aus der Nut 186 nach aussen ragender Vorsprung ist ebenfalls als Anschlag 224 ausgebildet.
Nach Fertigstellung einer Fliesenreihe werden an beiden Enden der Schiene 182 die Ansätze 214 aus den Nuten 186 geschwenkt. Dadurch werden die Abstandsstangen 218 soweit nach oben geschoben, bis die Anschläge 224 an den als Anschlägen ausgebildeten unteren Hülsenenden 226 anliegen, und dann erneut festgeklemmt. Anschliessend werden die Hülsen 188 durch Anheben der Schiene 182 (und gleichzeitig der gesamten fliesenlegevorrichtung) gemeinsam entriegelt und zunächst soweit nach oben geschoben, bis die Ansätze 214 aufgrund des Drucks der Federn 212 wieder in die Nuten einschnappen, und danach gesenkt, bis die Ansätze 214 auf den oberen Anschlägen 220 der Abstandsstangen 218 aufliegen. Bei Loslassen der Schiene 182 werden die Hülsen 188 schliesslich durch die Kniehebelwirkung wieder fest in der neuen Stellung arretiert.
Da die Verschiebung der Fliesenlegevorrichtung nach oben somit nur von dem Abstand zwischen den beiden Anschlägen 224 und 226 abhängt, kann durch Wahl geeigneter Abstandsstangen 218 unter Einhaltung der erwünschten Fugenabstände jede gewünschte Fliesengrösse verarbeitet werden.
Art, Form, Länge und Grösse der Schiene 182 und der Profilträger 184 sind an sich beliebig wählbar, doch wird aus Stabilitäts- und Fertigkeitsgründen bevorzugt, sowohl für die Schiene 182 als auch für die Profilträger 184 gleiche Profile, und zwar insbesondere quadratische Hohlprofile mit schwalbenschwanzförmigen Nuten in den Profilaussenflächen zu verwenden. Geeignet sind jedoch alle Profilsorten, die eine geringe Durchbiegung insbesondere der Schiene 182 gewährleisten. Auch die Nuten in den Profilträgern 184 und Schienen 182 sind nur als bevorzugte Ausführungsformen beschrieben, d.h. es sind beispielsweise auch Profile mit runder Aussenfläche verwendbar, wenn entsprechend angepresste Klemmvorrichtungen und dergleichen verwendet werden. Bei Verwendung eines runden Profilträgers 184 könnte die Abstandsstange 218 in einer in der Hülse ausgebildeten Nut angeordnet sein.
Als Materialien für die Schiene 182 kommen solche infrage, die bei dem gewählten Profil und unter Einrechnung eines Gesamtgewichtes der Fliesenlegevorrichtung von maximal etwa 8 kg eine Durchbiegung von nicht mehr als etwa zwei Millimetern auf mindestens etwa vier Meter Länge ergeben.
Um verschiedene Schienenlängen herstellen zu können, sind Kupplungsstücke vorgesehen, mittels denen (bei Verlegung von 15/15-Fliesen) 15, 30, 45, 60 cm usw. lange Schienenstücke zu einer Schiene 182 mit der notwendigen Länge vereinigt werden können. Die Kupplungsstücke sind so ausgebildet, dass zwei Schienen auch winklig miteinander verbunden werden können.
Eine der Abstandsstange 218 und den dazu gehörigen Einrichtungen ähnliche Einrichtung könnte auch dazu verwendet werden, die Fliesenlegemaschine 1 in horizontaler Richtung auf der Schiene 182 von Fliesenstelle zu Fliesenstelle zu verschieben. Der oben beschriebene, automatisch arbeitende Vorschubteil 91 wird jedoch vorgezogen, damit die Arbeit des Fliesenlegers durch das seitliche Verschieben der Fliesenlegemaschine nicht behindert und verzögert wird.
Es liegt ausserdem im Rahmen der Erfindung, anstelle der Abstandsstange 218 und den dazu gehörigen Einrichtungen auch für den vertikalen Transport der Fliesenlegemaschine ein dem Vorschubteil 91 entsprechendes Aggregat zu verwenden, insbesondere wenn sehr grossflächige Wände zu belegen sind.
Schliesslich könnten für alle Vorschubaggregate bekannte Programmsteuereinrichtungen vorgesehen sein, mittels deren automatisch die erforderlichen Horizontal- und Vertikalverschiebungen der Fliesenlegemaschine 1 gesteuert werden.