Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Heftaggregat zu einer Fadenheftmaschine mit einer Nadelplatte zur Aufnahme von mindestens einer Näh- und einer Hakennadel und mit einem schwingenden Heftsattel in dem jeder Näh- und Hakennadel ein Greifer und je eine Vorstechnadel zugeordnet sind, wobei der Greifer mit seinem Fuss an einem Träger befestigt ist und diesen in Richtung gegen die Nähund Hakennadel überragt, wobei weiter der Träger im Heftsattel längs einer zur Nahtrichtung quer orientierten Geraden zwischen einer ersten und einer zweiten Endlage hin und her verschiebbar gelagert ist, so dass der Greifer in der ersten Endlage des Trägers die Fadenschlinge an der Nähnadel ergreift und in der zweiten Endlage an die Hakennadel übergibt.
Derartige Vorrichtungen sind bekannt (Mordowin, Buchbindereimaschinen I, Seite 257 ff.). Diese Heftaggregate verwenden stark dimensionierte Greifer (auch Schieber genannt) mit einem dicken Greiferhals, um damit eine ausreichende gegenseitige Entfernung zwischen den beiden Fadenschenkeln der Schlinge zu bewirken. Die Massnahme bezweckt eine sichere Übergabe der Schlinge an die Hakennadel.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist eine Verbesserung der bekannten Heftaggregate, derart, dass die Übergabe der Fadenschlinge an die Hakennadel noch störungsfreier erfolgt.
Erfindungsgemäss wird dieser Zweck dadurch erreicht, dass der Greifer aus Federstahlblech besteht und von der Klaue bis zum Fuss durch einen Schlitz mittig in zwei federnde Greiferhälften geteilt ist, dass der Träger um die Gerade schwenkbar ist, dass Steuerelemente vorgesehen sind, um den Träger in der zweiten Endlage von der Greifernadel wegzuschwenken, und dass im Verschwenkweg der vorausgehenden Greiferhälfte zwischen der Klaue und dem Fuss ein Anschlag vorgesehen ist, derart, dass diese Greiferhälfte mit der Klaue gegen die Hakennadel gekrümmt wird.
Die Erfindung bewirkt den Vorteil, dass die Greifer sehr schmal und sehr leicht ausgebildet werden können. In der Folge können auf dem Träger, entsprechend dem Raster für die Nadeln auf den Nadelplatten, ein Greifer neben dem andern fest angeordnet sein. Hierdurch wird die Einrichtzeit des Heftaggregates bei einer Änderung der pro Heftbogen vorgesehenen Stichzahl wesentlich verkürzt, da nur noch die Nadeln entsprechend anzuordnen sind. Ebenso entfallen Heftfehler, die durch ein fehlerhaftes Montieren der Greifer auf dem Träger bedingt sind.
Anhand der beiliegenden schematischen Zeichnung wird die Erfindung beispielsweise erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Frontansicht eines Ausschnittes aus einem Heftaggregat,
Fig. 2 eine Ansicht in Richtung des Pfeils II nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht von zwei aus einem Stück gefertigten Greifern,
Fig. 4a bis 6a einen Ausschnitt aus Fig. 2 zur Darstellung der Übergabe der Schlinge vom Greifer an die Hakennadel,
Fig. 4b bis 6b eine Draufsicht auf die Fig. 4a bis 6a,
Fig. 7 eine Frontansicht einer Hakennadel und
Fig. 8 eine Seitenansicht zu Fig. 7.
Die Fig. 1 und 2 zeigen einen Ausschnitt aus einem schwingenden Heftsattel 1. Der Heftsattel 1 weist zwei Lager 2 auf, in denen eine Welle 3 sowohl schwenkbar als auch axial verschiebbar gelagert ist. Mit der Welle 3 ist ein Träger 4 fest verbunden, auf den eine Vielzahl von Greifern 5 nebeneinander aufgeschraubt sind. Vom Träger 4 ragt eine Stummelachse 6 quer weg. Die Stummelachse 6 weist eine daran frei drehbar gelagerte Nockenrolle 7 auf. Am Ende der Stummelachse 6 greift das eine Ende einer auf Zug vorgespannten Schraubenfeder 8 an. Das andere Ende der Schraubenfeder 8 ist mit dem Heftsattel 1 verbunden. Unter der Wirkung der Feder 8 wird die Nockenrolle gegen eine Kurve 9 gezogen.
Im Ständer 10 der Fadenheftmaschine ist eine zentrale Antriebswelle mit einer Topfkurvenscheibe 12 gelagert, um welche der Heftsattel 1 schwenkbar ist. Im Maschinenständer 10 ist weiter eine Schwenkachse 13 mit einem Hebel 14 schwenkbar gelagert, welcher mit einer Nockenrolle 15 in die Nockennut 16 der Topfscheibe 12 greift. Am oberen Ende weist der Hebel 14 einen Zapfen 17 auf. der in einen Schlitz 18 im Träger 4 hineingreift. Wird der Heftsattel 1 um die Antriebswelle 11 nach aussen geschwenkt (Pfeil A) so gleitet der Zapfen 17 aus dem Schlitz 18 und die Verbindung zwischen dem Hebel 14 und dem Träger 4 wird unterbrochen; wird der Heftsattel 1 nach innen geschwenkt (Pfeil B) gelangt der Zapfen 17 wieder mit dem Schlitz 18 in Eingriff.
Mit dem Heftsattel 1 sind ferner, jedem Greifer 5 zugeordnet, je ein fester Anschlag 19 verbunden. Der Anschlag 19 ist so festgelegt, dass er zwischen der Klaue 52 und dem Greiferfuss 51 liegt. Jeder Greifer 5 besteht aus einem Greiferfuss 51, einer Klaue 52 und einem Greiferhals 53. Durch einen sich von der Klaue 52 zum Greiferhals 51 erstreckenden Trennschnitt 54 ist jeder Greifer 5 in zwei Greiferhälften 55 und 56 unterteilt.
Die beschriebene Vorrichtung funktioniert wie folgt. Zu
Beginn der Heftoperation ist der Heftsattel 1 nach aussen geschwenkt (Pfeil A). In dieser Stellung des Heftsattels 1 wird der Heftbogen 21 auf diesem aufgelegt. Danach wird der Heftsattel 1 in Richtung des Pfeiles B eingeschwenkt bis der zu heftende Heftbogen mit einer Seite an den bereits ge hefteten Teil des Buchblocks anliegt. Der Träger 4 befindet sich dabei in seiner linken Endlage L (in Fig. 1 gestrichelt eingezeichnet). Bei der Schwingbewegung des Heftsattels 1 in Richtung des Pfeiles B wird der Schlitz 18 im Träger 4 über den Zapfen 17 des Hebels 14 geschoben. Sobald die Näh- und die Hakennadel (nicht dargestellt) durch den Falz des zu heftenden Bogens hindurchgestossen sind, wird der Träger 4 in seine rechte Endlage ( (in Fig. 1 gestrichelt eingezeichnet) und anschliessend zurück in die linke Endlage L bewegt.
Dabei übernimmt der Greifer 5 die Fadenschlinge 22 von der Nähnadel und führt sie zu der Hakennadel. In der rechten Endlage R übergibt der Greifer 5 die Fadenschlinge an die Hakennadel. Nachfolgend wird die Funktionsweise des Greifers 5 anhand der Fig. 4 bis 6 beschrieben. Ist die Nähnadel (nicht dargestellt) und die Hakennadel 20 durch den Falz des zu heftenden Bogens 21 hindurchgestossen, so wird der Träger 4 mit den Greifern 5 aus der linken Endlage L in die rechte Endlage R bewegt. Dabei übernimmt der Greifer 5 die Fadenschlinge 22 von der Nähnadel und führt sie zur Hakennadel 20 (rechte Endlage R). In der rechten Endlage R gelangt die Nockenrolle 7 auf den erhabenen Teil der Kurve 9, wodurch der Träger 4 gegen die Wirkung der Feder 8 um die Welle 3 verschwenkt wird.
Dabei trifft der in der Verschiebebewegung von links nach rechts vorausgehende Greiferteil 55 gegen den zugeordneten Nocken 19, welcher den Greiferteil 55 zwischen der Klaue 52 und dem Greiferfuss 51 berührt. Der vorausgehende Greiferteil 55 wird dabei (Fig. 5a und b) nach vorne gegen die Hakennadel 20 gekrümmt. Hierdurch wird die Fadenschlinge 22 aufgespreizt.
Der der Hakennadel 20 zugewandte Schenkel 23 der Schlinge 22 wird durch den Greiferteil 55 auf der Seite der Hakennase um den Schaft der Hakennadel 20 herumgelegt, während der andere Schenkel 24 durch den anderen Greiferteil 56 in sicherem Abstand von der Hakennadel 20 gehalten wird.
Befindet sich der Greifer 5 in der in Fig. 5a und b gezeigten Stellung, so wird die Hakennadel 20 in Richtung des Pfeiles C nach oben bewegt (Fig. 6a und b) und aus dem Heftbogen 21 herausgezogen. Dabei gleitet der Schenkel 23 längs dem Schaft der Hakennadel 20 nach unten und in das Maul 25 der Hakennadel 20 hinein, worauf die Schlinge 22 mit der Hakennadel 20 durch den Falz des Bogens 21 hindurchgezogen wird. Danach wird der Träger 4 mit den Greifern 5 in die linke Endlage L zurückbewegt, worauf die Arbeitstakte für den folgenden Stich beginnen.
Die Fig. 7 und 8 zeigen eine Hakennadel 20 in vergrösserter Darstellung. Damit der Greifer 5 während einer Verschiebung von der linken in die rechte Endlage L bzw. R die Hakennadel 20 nicht berührt, ist diese in ihrem Schaft mit einer Vertiefung 26 versehen, welche sich oberhalb des Mauls 25 befindet. Hierdurch wird eine Kollision zwischen einem passiven Greifer und der Hakennadel vermieden. Ein Greifer, der arbeitet, passiert zuerst die Nähnadel um den Faden aufzunehmen. Damit dies sicher geschieht, besitzt die Nähnadel eine Vertiefung. Da alle Greifer - entsprechend dem Raster der Nadeln auf der Nadelplatte - montiert werden, gibt es passive Greifer, die zuerst eine Hakennadel passieren. Um eine Kollision zu vermeiden, müssen deshalb auch die Hakennadeln analog der Nähnadeln eine Vertiefung 26 aufweisen.