Die Erfindung bezieht sich auf ein Rohrreinigungsstück mit einem Körper aus einem schwammartigen Kunststoff, auf dessen Mantelfläche ein elastischer Belag aus einem undurchlässigen Kunststoff in einem schrauben- oder kreuzförmigen Muster befestigt ist, wobei die belagfreien Bereiche des Körpers dazu bestimmt sind, fluiddicht an der Rohrinnenwand anzuliegen, wenn das Rohrreinigungsstück unterschiedlich druckbeaufschlagt und dadurch komprimiert und im Rohr bewegt wird.
Derartige Einrichtungen werden zum Reinigen von Rohren verwendet, indem sie unter dem Einfluss eines Druckgradienten in der Rohrleitung vorwärtsbewegt werden und dabei im Kontakt mit der Rohrinnenwand diese reinigen.
Gleichzeitig liegt dabei das Rohrreinigungsstück trennpfropfenartig an der Rohrinnenwand fluiddicht an, so dass es das Fluid in Bewegungsrichtung vor dem Rohrreinigungsstück von dem Fluid hinter dem Rohrreinigungsstück trennt.
Es ist bereits ein zylinderförmiges Rohrreinigungsstück bekannt. das aus einem flexiblen elastischen Material hergestellt ist. Bei der Herstellung dieses Körpers wird im Abstand von der Oberfläche koaxial eine Verstärkung in Form eines zylindrischen. aus einem Netz bestehenden Körpers eingebettet. wobei das Netz durch Änderung der Maschenform verformbar ist (US-PS 3 277 508).
Ein derartiges Rohrreinigungsstück kann sich zwar Rohrkrümmern und dergleichen anpassen, ist jedoch einem hohen Verschleiss und der Gefahr der Rissbildung durch Vorsprünge an der Rohrwand ausgesetzt. so dass die fluiddichte Vorwärtsbewegung ab einer bestimmten Einsatzzeit nicht mehr gewährleistet ist.
Ein weiteres bekanntes Rohrreinigungsstück hat einen zylindrischen Körper aus elastischem Kunststoff, beispielsweise aus geschäumtem Polyurethan. Auf der Mantelfläche des Körpers ist ein streifenförmiger Kunststoffbelag aufgebracht, wobei die Streifen schraubenförmig oder kreuzweise angeordnet sind. Durch die zwischen den Streifen freibleibenden Räume drückt sich dann bei der Kompression des Rohrreinigungsstückes während der Vorwärtsbewegung durch das Rohr das Schaummaterial des Körpers hindurch und liegt abdichtend an der Rohrinnenwand an (US-PS 3 389 417).
Derartige Rohrreinigungsstücke können sich durch gekrümmte oder Deformationen aufweisende Rohrbereiche hindurchbewegen. haben jedoch den Nachteil, dass ihre Lebensdauer unzureichend ist.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht deshalb darin. ein Rohrreinigungsstück der eingangs genannten Art zu schaffen, das in hohem Masse widerstandsfähig gegenüber Einreissen und Abrieb ist, ohne dass dadurch die Flexibilität. Elastizität und Abdichtwirkung verringert werden.
Diese Aufgabe wird bei dem Rohrreinigungsstück der eingangs beschriebenen Art durch eine in den Belag eingebettete Verstärkung und durch den zylindrischen Mantel des Körpers im Bereich seiner Enden ringförmig umschliessende breite Belagteile gelöst.
Der verstärkte Belag sorgt für eine erhöhte Lebensdauer des Rohrreinigungsstückes, während die ringförmigen Belagteile im Bereich der Enden des zylindrischen Mantels des Körpers die Dichtwirkung des Rohrreinigungsstückes verbessern kann.
Zweckmässigerweise kann die Verstärkung aus einem Drahtnetzband oder einem Glasgewebestreifen bestehen.
Gesehen in Bewegungsrichtung des Rohrreinigungsstückes hat vorteilhafterweise die hintere Seite des Körpers ein abdeckendes Teil, während auf der vorderen Seite ein Kappenteil sitzt. das von einem das Material des Körpers freisetzenden Bereich umgeben sein kann.
Das Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemässen Rohrreinigungskörpers besteht darin, dass auf einem schwammartig geschäumten Kunststoffkörper die später belagfreien Bereiche abgedeckt und dann der Oberfläche ein härtbarer Kunststoff zugeführt wird.
Zweckmässigerweise kann auf dem Körper auf den später belagfreien Bereichen eine entfernbare Schicht und an den später den Belag bildenden Bereichen die Verstärkung aufgebracht werden, wobei dann der ganze Körper mit härtbarem Kunststoff überzogen und nach teilweisem Aushärten des Kunststoffes die entfernbare Schicht mit dem darauf befindlichen Kunststoff abgezogen werden kann.
Die Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens besteht aus einer zweiteiligen Form mit einer Einfüllöffnung.
radial nach innen vorstehenden, den belagfreien Bereichen der Mantelfläche des Rohrreinigungsstückes entsprechenden Teilen sowie mit dem Belag des Rohrreinigungsstückes entsprechenden Ausnehmungen.
Anhand der beiliegenden Zeichnungen wird im folgenden die Erfindung beispielsweise näher erläutert.
Fig. 1 zeigt im Axialschnitt eine erste Ausführungsform eines Rohrreinigungsstückes in einem Rohr.
Fig. 2 zeigt das Rohrreinigungsstück von Fig. 1 in der Seitenansicht.
Fig. 3 zeigt eine zweite Ausführungsform eines Rohrreinigungsstückes in der Seitenansicht.
Fig. 4 ist ein Schnitt längs der Linie 4-4 von Fig. 2.
Fig. 5 bis 9 zeigen ein Rohrreinigungsstück in den verschiedenen aufeinanderfolgenden Fertigungsstufen.
Fig. 10 zeigt im Axialschnitt eine zweiteilige Form mit einem Rohrreinigungsstück bei der Herstellung.
Fig. 11 zeigt perspektivisch eine Hälfte der zweiteiligen Form.
Das in den Figuren gezeigte Rohrreinigungsstück hat einen zylindrischen Körper 10 aus einem schwammartigen geschäumten Kunststoff. Der Durchmesser des Körpers 10 ist etwas grösser als der Innendurchmesser des Rohres P, in welchen er eingesetzt wird. Beim Einsetzen in die Rohrleitung P wird somit das Rohrreinigungsstück zusammengedrückt und liegt deshalb abdichtend an der Rohrinnenwand P an.
Die in Bewegungsrichtung des Rohrreinigungsstückes hinten liegende Stirnseite des Körpers 10 hat ein flexibles Abdickteil 12, das beispielsweise aus nicht geschäumtem Polyurethan besteht. Die in Bewegungsrichtung vordere Stirnseite des Körpers 10 hat ein Kappenteil 18, das von einem das Material des Körpers 10 freisetzenden Bereich 20 umgeben ist.
Der zylindrische Mantel des Körpers 10 hat im Bereich seines vorderen und hinteren Endes jeweils ein ihn ringförmig umschliessendes breites Belagteil 24 bzw. 22. Zwischen diesen Belagteilen ist bei der in Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsform ein Belag 14 als Streifen schraubenförmig aufgebracht, so dass zwischen diesen Streifen schraubenförmige freie Räume 16 gebildet werden.
Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform ist der Belag 14' auf der Mantelfläche des Körpers 10' zwischen den vorderen und hinteren ringförmigen Belagteilen 24' bzw. 22' so angeordnet, dass rautenförmige freie Räume 16' gebildet werden. Die hintere Stirnseite des Rohrreinigungsstückes von Fig. 3 ist mit einem Abdeckteil 12' versehen.
Aus Fig. 4 ist die in den Belag 14 eingebettete Verstärkung 26 aus Drahtnetzband oder Glasgewebestreifen erkennbar.
Die Herstellung eines Rohrreinigungsstückes kann wie in den Fig. 5 bis 9 gezeigt erfolgen. Dabei wird ein aus geschäumtem Kunststoff hergestellter zylindrischer Körper auf seiner Mantelfläche mit einem Band 30 schraubenförmig belegt, so dass zwischen dem Band 30 freie schraubenförmige Räume 36 verbleiben, während die Mantelfläche im Bereich ihrer beiden Stirnseiten einen freien ringförmigen Raum 32 bzw. 34 aufweist. Auf der vorderen Stirnseite des Körpers 10 wird das Band in Form eines schmalen Ringes 38 aufgebracht, dessen Aussendurchmesser kleiner ist als der des Körpers 10, so dass beim Übergang zur Mantelfläche ein freies ringförmiges Teil 40 und ein freier kreisförmiger mittlerer Bereich 42 verbleiben. Im Bereich der nicht mit dem Band 30 bedeckten freien Räume der Mantelfläche des Körpers 10 wird die bahnförmige Verstärkung angeordnet, was in Fig. 5 nicht gezeigt ist.
Dieser Körper wird dann mit nicht geschäumtem Kunststoff überzogen, den man teilweise aushärten lässt. Dadurch erhält man den in Fig. 6 gezeigten Körper. Nun wird das Band 30 entfernt, wodurch man auf der Mantelfläche des Körpers 10 die schraubenförmigen freien Räume 16 erhält, die an den ringförmigen Belagteilen 22 bzw. 24 enden und von dem Körper 10 begrenzt werden. Auf der vorderen Stirnseite erhält man durch Entfernen des Bandes 38 ein Kappenteil 18, das von einem das Material des Körpers 10 freisetzenden Bereich 20 umgeben ist. Das so erhaltene Rohrreinigungsstück entspricht der Ausführungsform von Fig. 2.
Das Rohrreinigungsstück von Fig. 3 erhält man dadurch, dass auf das Rohrreinigungsstück gemäss Fig. 7 ein Band 30' schraubenförmig aufgebracht wird, wobei sich die Schraubengänge des Bandes 30' und der durch Entfernen des Bandes 30 geschaffenen freien Räume 16 kreuzen. In den freien Räumen zwischen den schraubenförmigen Lagen des Bandes 30' wird eine Verstärkung angeordnet. Der Körper wird anschliessend wieder mit Kunststoff überzogen. Nach teilweisem Aushärten wird das Band 30' entfernt, was aus Fig. 9 ersichtlich ist. Man erhält das aus Fig. 3 erkennbare Rohrreinigungsstück.
Die in Fig. 10 und 11 gezeigte Vorrichtung zur Herstellung eines Rohrreinigungsstückes besteht aus einer zweiteiligen Form 44, 46, die zusammengesetzt ein hohles zylindrisches Gehäuse bildet, das auf einer Stirnseite eine Einfüll öffnung 58 hat. Die Form ist weiterhin mit radial nach innen vorstehenden, den belagfreien Bereichen der Mantelfläche des Rohrreinigungsstückes entsprechenden Teilen 48, 50 sowie mit dem Belag des Rohrreinigungsstückes entsprechenden Ausnehmungen 52, 54 und 56 versehen. Innerhalb dieser Ausnehmungen wird die Verstärkung angeordnet. Das Rohrreinigungsstück kann mit dieser Form so hergestellt werden, dass zuerst nicht geschäumter Kunststoff durch die Einfüll öffnung 58 eingebracht wird, wobei ein Kern dafür sorgt, dass nur die mit der Verstärkung versehenen Ausnehmungen 52, 54 und 56 gefüllt werden.
Nach Entfernen dieses Kerns kann der freie Innenraum mit geschäumtem Kunststoff zur Bildung des Körpers 10 gefüllt werden. Als Kern kann auch ein bereits vorgeformter Körper aus Schaumstoff eingebracht werden.
Das auf die vorstehend beschriebenen Weisen hergestellte Rohrreinigungsstück hat den Vorteil, dass es durch die in den Belag eingebettete Verstärkung äusserst riss- und abriebfest ist, dass es gegenüber einem axialen Fluiddurchtritt abgedichtet ist und infolge seiner Elastizität durch Rohrkrümmer und deformierte Rohrbereiche einwandfrei hindurchgeht. Durch den sich durch die freien Räume an die Rohrinnenwand drückenden Schaumstoff des Körpers 10 und die daran angrenzenden Bereiche des Belags wird eine einwandfreie Reinigung der Rohrwand gewährleistet. Wenn der Belag in Schraubenlinien mit verschiedenen Ganghöhen vorgesehen wird, dreht sich das Rohrreinigungsstück, so dass Stoffe, wie Paraffin, von der Rohrinnenwand abgeschabt werden.
PATENTANSPRUCH 1
Rohrreinigungsstück mit einem Körper aus einem schwammartigen Kunststoff, auf dessen Mantelfläche ein elastischer Belag aus einem undurchlässigen Kunststoff in einem schrauben- oder kreuzförmigen Muster befestigt ist, wobei die belagsfreien Bereiche des Körpers dazu bestimmt sind, fluiddicht an der Rohrinnenwand anzuliegen, wenn das
Rohrreinigungsstück unterschiedlich druckbeaufschlagt und dadurch komprimiert und im Rohr bewegt wird, gekennzeich net durch eine in den Belag (14, 14') eingebettete Verstär kung (26) und durch den zylindrischen Mantel des Körpers (10) im Bereich seiner Enden ringförmig umschliessende breite Belagteile (22, 24, 22', 24').
UNTERANSPRÜCHE
1. Rohrreinigungsstück nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (26) aus einem Draht netzband oder einem Glasgewebestreifen besteht.
2. Rohrreinigungsstück nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch ein die in Bewegungsrichtung gesehen hintere
Seite des Körpers (10) abdeckendes Teil (12) und ein auf der vorderen Seite sitzendes Kappenteil (18), das von einem das Material des Körpers (10) freisetzenden Bereich um geben ist.
PATENTANSPRUCH II
Verfahren zur Herstellung eines Rohrreinigungsstückes nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem schwammartig geschäumten Kunststoffkörper die später belagfreien Bereiche abgedeckt und dann der Ober fläche ein härtbarer Kunststoff zugeführt wird.