Die Erfindung betrifft einen Tragsackgriff, mit zwei Griffteilen, die zum Schliessen eines Tragsackes miteinander verbindbar sind. Tragsackgriffe werden heutzutage meistens bei aus einem Kunststoff bestehenden Säcken und Beuteln verwendet. Diese Tragsäcke sind sehr stark verbreitet, und diese Tragsäcke werden als Leergut in Geschäften, z.B. an der Kasse abgegeben, damit dann der Käufer darin seine gekauften Artikel versorgen kann. Es ist auch Ueblich, bestimmte Waren, z.B. Äpfel und Kartoffeln bereits in einem Tragsack verpackt im Geschäft zum Verkauf anzubieten. Im letzteren Fall dient der Tragsack gleich als Verpackung einer bestimmten Menge eines zu verkaufenden Gutes.
Bei beiden Verwendungsarten des Tragsackes, einmal als Einkaufstasche und das andere Mal als Verpackung mr ein Verkaufsgut, ist es meistens erwwnscht, dass der Tragsack verschlossen werden kann. Wird der Tragsack als Verpackung verwendet, so könnte es sogar zur Auflage gemacht werden, dass der Tragsack verschliessbar sein muss, damit bis zum Verkauf gewährleistet ist, dass die einmal in diesem Tragsack abgepackte Warenmenge noch stimmt.
Zum Verschliessen solcher Tragsäcke wird in den meisten Fällen der Tragsackgriffzweiteilig ausgebildet, und diese beiden Griffteile werden mit den verschiedensten Befestigungs organen zum Befestigen beider Griffteile aneinander versehen. Es wird hier der Ausdruck Griffteil statt Griffhälfte verwendet, da die beiden Griffteile einander nicht gleich ausgebildet sein müssen. Als Befestigungsorgane wurden bereits Zapfen und Löcher far diese Zapfen sowie Zapfen mit hakenförmigen Enden und auch Laschen mit Widerhaken vorgesehen. Zum Befestigen beider Griffteile aneinander werden diese bekannten Griffteile, parallel zueinander liegend, einander in einer zur Griffebene rechtwinklig liegenden Richtung aufeinander zu bewegt.
In dieser vorerwähnten Bewegungsrichtung liegt auch die Spreizkraft, die die im Tragsack vorhandene Ware auf den Tragsack und damit auch auf den Traggriff ausübt. Die im Tragsack vorhandene Ware, besonders wenn der Tragsack von schwerer Ware ganz geffillt ist, hat also das Bestreben, die beiden Griffteile in der gleichen Richtung wieder auseinander zu bringen, in der beide Griffteile vorher miteinander verbunden worden waren. Dies ist natürlich sehr nachteilig. Werden die Befestigungsorgane der Griffteile druckknopfartig zusam mengefbgt, so müsste eine sehr grosse Verschlusskraft aufgewandt werden, damit diese später dann nicht von der verpackten Ware übertroffen wird.
Werden Zapfen mit hakenförmigen Enden oder Laschen mit Wlderhaken vorgesehen, so muss zum Verschliessen des Tragsackes oft keine zu grosse Kraft aufgewandt werden; das Öffnen solcher Griffe ist aber entweder mit grosser Kraft oder mit nicht einfachen Manipulationen verbunden. Oft benötigen solche Verschlussorgane am Traggriff auch noch komplizierte hinterschnittene Spritzgussformen, da die Traggriffe meistens aus einem Kunststoff hergestellt werden.
Es wird die Schaffung eines verbesserten Tragsackgriffes bezweckt. Verbessert in der Hinsicht, dass keine grosse Kraft zum Schliessen des Tragsackes und damit des Traggriffes nötig ist, dass der Tragsack ungewollt sich nicht öffnen kann und dass der Tragsackkgriff billig hergestellt werden kann.
Der erflndungsgemässe Tragsackgriff ist dadurch gekennzeichnet, dass jeder Griffteil einen Rahmen bildet, jeder Rahmen in einer Ebene liegende Hintergreiflaschen und hiervon nach beiden Seiten zumindest annähernd rechtwinklig abragende Anschlagflächen aufweist, dass bei geschlossenem Tragsackgriff die Laschen jedes Griffteiles die Laschen des anderen Griffteiles hintergreifen, die Anschlagflächen jedes Griffteiles einen Anschlag für Kanten der Laschen des anderen Griffteiles bilden, und dass zum Verbinden oder Lösen beider Griffteile miteinander bzw. voneinander diese zuerst rechtwinklig aus ihren Laschenebenen ausgebogen und dann in einer in der Griffebene liegenden Bewegungsebene ineinander oder auseinander verschoben werden.
Durch diese vorerwähnte Massnahme werden die beiden Griffteile also nicht mehr in der bekannten Weise, nämlich rechtwinklig zur Griffebene, sondern in der Griffebene liegend miteinander verbunden oder voneinander gelöst. Die von einer im Tragsack befindlichen Ware ausgeübte Spreizkraft liegt somit rechtwinklig zur Schliess- oder Lösebewegung der Traggriffe.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen Teil eines Tragsackes mit geschlossenem Griff;
Fig. 2 in schaubildlicher Darstellung einen Griffteil, der am Tragsack befestigt ist, von der Innenseite des Tragsackes gesehen,
Fig. 3 eine schaubildliche Darstellung des anderen Griffteiles, der am gleichen Tragsack wie in Fig. 2 befestigt ist, von der Aussenseite des Tragsackes her gesehen, und
Fig. 4 eine schematische Draufsicht auf den geschlossenen Traggriff nach Fig. 1.
Beim Ausführungsbeispiel sind beide Griffteile 1 und 1' als Griffhälften ausgebildet und sind einander gleich. Zum Herstellen des Tragsackgriffes dient also eigentlich nur ein einziger Bauteil, der pro Griff zweimal benötigt wird. Jede Griffhälfte 1 und 1' ist an der Innenseite des Tragsackes 2 befestigt.
Hierzu ist jede Griffhälfte mit einer Leiste 3 versehen. Bei geöffnetem Griff sehen die Traghälften, von aussen auf den Tragsack gesehen, so aus wie es in Fig. 3 gezeigt ist. Der Blick vom Tragsackinnern auf eine Griffhälfte ist in Fig. 2 gezeigt.
Im folgenden soll der Aufbau einer solchen Griffhälfte erläutert werden, wobei auf die Ansicht nach Fig. 2 und nach Fig. 3 auf ein und denselben Gegenstand Bezug genommen wird. Die Griffhälfte kann z.B. aus einem Kunststoff bestehen.
Anschliessend an die Leiste 3 ist ein U-förmig profilierter Schienenteil 4 vorhanden, der den übrigen Teil der Griflhälfte stabiler macht, d.h. dass die Griffhälfte weniger leicht aus ihrer Ebene gebogen werden kann. Dieser Schienenteil 4 zusammen mit der Leiste 3 dient auch zum Stabilermachen des Tragsackrandes.
Vom Schienenteil 4 aus nach oben erstreckt sich ein bügelförmiger Teil, so dass die Griffhälfte einen Rahmen bildet.
Der Rahmen hat in einer Ebene liegende Hintergreiflaschen 5 mit einer Dicke im Bereich von I bis 2 mm. Von diesen Laschen 5 ragen Stege um etwa 2 bis 4 mm im wesentlichen rechtwinklig ab. Diese Stege ragen von den Laschen 5 aus nach beiden Seiten ab, wie aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich ist.
Auf der einen Seite (z.B. Vorderseite) der Laschen 5 bildet der abragende Steg 6 einen halben Bügel nach Fig. 2 und auf der anderen Seite (z.B. Rückseite) der Laschen 5 bildet ein Steg 7 einen ganzen Bügel nach Fig. 3. In den Hintergreiflaschen 5 sind noch zwei Schlitze 8 und 9 vorhanden. Beide Griffhälften
1 und 1' sind einander ganz gleich; die Griffhälfte 1' ist lediglich um 180 zur Griffhälfte 1 gedreht.
Der Steg 6 hat eine Anschlagfläche 12 und der Steg 7 hat zwei Anschlagflächen 15 und 18.
Die Anschlagfläche 12 bildet einen Anschlag für eine Kante 13 einer Lasche 5 der anderen Griffhälfte. Durch diesen in Fig. 4 gezeigten doppelten Anschlag, nämlich zweier Kanten 13 an zwei Anschlagflächen 12, wird der nach Fig. 1 und 4 geschlossene Griff an einem Auseinanderschieben gehindert.
Damit die beiden Griffhälften bei geschlossenem Griff auch nicht in der anderen Richtung weiter verschoben werden können, dienen Kanten 14 der Laschen 5 und die Anschlagflächen
15 und 18 des Steges 7.
Bei geöffnetem Griff nach den Fig. 2 und 3 liegen die Laschen 5 jeder Griffhälfte in einer Ebene. Sind beide Griffhälften in einer in der Griffebene liegenden Bewegungsebene ineinander nach den Fig. 1 und 4 verschoben worden, so sind die Laschen 5 jeder Griffhälfte aus ihrer Ebene ausgegeben, wie das am deutlichsten in Fig. 4 gezeigt ist. Bei miteinander verbundenen Griffteilen nach den Fig. 1 und 4 liegen im mittleren Bereich 10 des Griffes die Laschen 5 des einen Griffteiles auf der einen Seite der Laschen 5 des anderen Griffteiles, und in den beiden Endbereichen 11 des Griffes liegen die Laschen des einen Griffteiles auf der anderen Seite der Laschen 5 des anderen Griffteiles.
Die Laschen Jedes Griffteiles sind also zum Hintergreifen der Laschen 5 des anderen Griffteiles bestimmt, und die Anschlagflächen 12, 15 und 18 jedes Griffteiles sind als Anschlag für die Kanten 13 und 14 des anderen Griffteiles bestimmt. Zum Verbinden oder Lösen beider Griffteile 1 und 1' miteinander bzw. voneinander wer- den diese zuerst rechtwinklig aus ihren Laschenebenen ausgebogen und dann in einer in der Griffebene liegenden Bewegungsebene ineinander oder auseinander verschoben.
Sind beide Griffhälften zum Bilden eines Griffes nach Fig. 1 miteinander verbunden, so weist der somit gebildete, bügelförmige Griff im Bügellinnern 16 und an der Bügelaussenseite 17 trotz der dünnen Laschen 5 einen aus den Stegen 6 und 7 gebildeten verhältnismässig breiten Rand auf. Die Stege 6 und 7 beider Griffhälften ergänzen einander nahezu vollständig. Im Innern 16 des Griffes hat dieser eine Dicke, die sich ergibt aus zweimal der Dicke der Laschen 5 plus zweimal den Betrag, um den die Stege 6 und 7 von den Laschen 5 abragen. Sind die Laschen 5 also zum Beispiel 1 mm dick und die Stege 6 und 7 ragen um 3 mm von diesen Laschen 5 ab, so hat der Griff im Innenraum 16 eine Dicke von 8 mm. Dies ist sehr vorteilhaft, da durch diese grosse Griffdicke auch schwerere Tragsäcke mühelos getragen werden können.
Bei den vorher angegebenen Materialdicken würde der Griff auf der Aussenseite eine Dicke von 4 mm haben, die sich aus der Dicke der Laschen 5 und dem Bereich, um den die Stege 6 und 7 von den Laschen 5 abragen, ergibt. Diese 4 mm Dicke des Griffes am Äusseren 17 ist vollständig ausreichend, da dieser Teil des Griffes beim Tragen eines schwereren Tragsackes nicht in die Handfläche drückt, und zum Auflegen des Daumens einer den Tragsack tragenden Person ist auch diese verhältnismässig dicke Ausbildung des Griffes am Äusseren 17 sehr vorteilhaft.
Zum Schliessen des Griffes wird die in Fig. 2 gezeigte Griffhälfte mit der linken Hand am linken Griffteil gehalten, die in Fig. 3 gezeigte Griffhälfte wird mit der rechten Hand rechts aussen gehalten und dann werden nach dem Ausbiegen der Laschen 5 aus ihren Ebenen in einer in der Griffebene liegenden Bewegungsebene beide Griffhälften so ineinander geschoben, dass die Lage nach den Fig. 1 und 4 entsteht.
Da die Laschen 5 das Bestreben haben, ihre ihnen eigene ebene Lage einzunehmen, wird die verriegelte Lage nach den Fig. 1 und 4 aufrecht erhalten, wobei besonders im mittleren Bereich 10 des Griffes die Laschen 5 beiden Griffhälften aneinander gedrückt werden, so dass ein Verschieben der Griffhälften zum Öffnen des Griffes formschlüssig durch Anschlag der Kanten 13 an den Anschlagflächen 12 verhindert wird.
Es hat sich gezeigt, dass ein mit einem solchen Griff versehener Tragsack vollständig und mit schwereren Waren wie z.B. Kartoffeln und Äpfel gefüllt werden kann, ohne dass der Griff ungewollt geöffnet wird. Dies ist auch verständlich, daja die grosse Spreizkraft dieser schweren Ware nicht in der Löserichtung des Griffes, sondern hierzu rechtwinklig wirkt.
Zum gewollten Öffnen des Griffes werden beide Griffhälften im mittleren Bereich 10 mit der linken und rechten Hand an je einer Griffhälfte gefasst und soweit voneinander entfernt, dass die Kanten 13 ausser Eingriff mit den Anschlagflächen 12 gelangen. Hierauf werden beide Griffhälften in einer in der Griffebene liegenden Bewegungsebene auseinander verschoben.