Die Erfindung betrifft ein Fertighaus in Elementbauweise, mit aus grossformatigen, vorgefertigten, selbsttragenden Wandplatten aus Beton gebildeten Aussenwänden, wobei die Ausnehmungen für Türen oder Fenster aufweisenden Wandplatten an ihren vertikalen Stossfugen miteinander verbunden sind.
Die Erstellung von Gebäuden aus Fertigteilen ist bis heute weitgehend auf Industriebauten und grosse Wohn- bzw. Verwaltungshäuser beschränkt geblieben. Beim Bau von Einfamilienhäusern konnte sich die Betonfertigteilbauweise noch nicht nennenswert durchsetzen, da insbesondere in diesem Bereich dieser Bauweise aufgrund der deutlich sichtbaren Stossfugen an den Aussenwänden aus ästhetischen Gründen Vorurteile entgegenstehen.
Es ist zwar bereits bekannt, bei Innenwandplatten von in Grosstafelbauweise erstellten Häusern die Stossfläche seitlich in eine Ausnehmung für eine Tür einmünden zu lassen. Das Problem der Sichtbarkeit von Stossfugen spielt bei Innenwandplatten aber keinerlei Rolle, da letztere immer übergeputzt oder übertapeziert werden mit der Folge, dass die Stossfugen ohnehin völlig unsichtbar sind.
Weiterhin ist bereits ein Gebäudeskelettsystem bekannt, bei dem also ein Fertigteilbau nicht aus Grosstafeln, sondern aus Stützen und Riegeln angesetzt wird, wobei in die offenen Felder Verkleidungsplatten, Türen, Fenster und dgl. eingesetzt werden. Da Türen, Fenster und dgl. als selbständige Bauteile in die durch die benachbarten Stützen und Riegel gebildeten offenen Felder eingesetzt werden, ergibt sich zwangsläufig, dass eine Verkleidungsplatte sich mit einer Tür oder einem Fenster stösst. Das Problem der Sichtbarkeit von Stossfugen spielt bei der Skelettbauweise keine Rolle, weil bei dieser Bauweise ja ohnehin immer erkennbar ist, dass es sich um eine Fertigteilbauweise handelt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Fertighaus der eingangs beschriebenen Art so auszugestalten, dass die Stossfugen zwischen einzelnen Wandplatten auf ein Minimum reduziert bzw. weitgehend unsichtbar gemacht werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass Stossfugen zwischen zwei benachbarten Wandplatten jeweils in eine Ausnehmung münden. Dabei kann gegebenenfalls die Stossfläche einer Wandplatte eine vertikale Begrenzung der Ausnehmung bilden. Hierdurch wird erreicht, dass eine solche vertikale Stossfuge um die Höhe eines Fensters oder einer Tür verringert wird, was sich optisch bereits ausserordentlich günstig auswirkt.
Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Stossfugen in der Ebene einer Seitenfläche einer Ausnehmung angeordnet sind.
Die noch verbleibenden Stossfugen werden in ihrer optischen Erkennbarkeit dadurch weitgehend beseitigt, dass gemäss einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform die Aussenflächen der Wandplatten weitgehend mit einer gerillten Oberfläche, insbesondere in der Art eines Ziegelmauerwerks, versehen sind. Hierbei können die verbleibenden Stossfugen in die senkrechten tugend dieser Struktur gelegt werden, wodurch sie vollends verschwinden.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung.
In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 ein bereits aufgestelltes Einfamilienhaus ohne Dekken und Dach in perspektivischer Darstellung
Fig. 2 zwei in einer Ebene anzuordnende, vorgefertigte Aussenwandplatten aus Beton während der Montage,
Fig. 3 einen Knotenpunkt zweier über Eck zueinander anzuordnender A ussenwandplatten,
Fig. 4 einen Ausschnitt aus einem Türsturz von aussen gesehen, und
Fig. 5 eine Draufsicht auf den Türsturz gemäss Fig. 4.
In Fig. list zu erkennen, dass die in der Zeichnung vorn dargestellte Giebelwand aus zwei in einer Ebene angeordneten, vorgefertigten Wandplatten 1,2 aus Beton besteht. In der linken Wandplatte list eine Ausnehmung 4 für ein Fenster angebracht, die in vollem Umfang in der Wandplatte 1 enthalten ist, so dass sich die benachbarte Wandplatte 2 mit einer geraden, vertikalen Stossfuge 5, die in der Zeichnung übertrieben dargestellt ist, an dieses anschliesst.
In Fig. 2 sind den Aussenwandplatten 1,2 aus Fig. 1 entsprechende Wandplatten 1' und 2' während der Montage der Wandplatte 1' dargestellt.
In dem Ausführungen gemäss der Fig. 1 und 2 sind alle Aussenwandplatten 1, 2; 1', 2' mit einer Oberflächenstruktur versehen, die in ihrem Aussehen einer Klinkerverblendung entspricht. Diese Oberflächenstruktur 8 wird bereits bei der Herstellung der Fertigteile durch eine entsprechende Formgebung der Formen erzeugt. Bei den dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispielen erstreckt sich diese Struktur 8 nach oben hin bis zur waagerechten Verlängerung der Fensterstürze, während unten ein etwa gleich breiter, glatter
Sockelteil 9 freigelassen ist.
In Fig. 3 zeigt eine Eckverbindung zweier Aussenwandplatten, bei denen beispielsweise die der Giebelwand des Hauses zugehörige Wandplatte 1 mit einer Wandplatte 10 verbunden ist. Aus dieser Zeichnung ist auch der Aufbau der Wandplatten in der sogenannten Sandwich-Bauweise erkennbar.
Hiernach bestehen die Wandplatten aus einer Aussenschale 11 aus Beton und einem inneren tragenden Kern 12 ebenfalls aus Beton. Zwischen diesen beiden Schichten 11 und 12 ist eine Schicht 13 aus einem wärmedämmenden Material, beispielsweise aus Glaswolle oder einem geschäumten Kunststoff, angeordnet. An der Stossfuge 14 ist die Wandplatte 1 der Giebelwand seitlich gegenüber der Aussenfläche 15 der Wandplatte 10 vorspringend ausgebildet, so dass die Stossfuge 14 in der dadurch zurückgesetzten Kante liegt. Die Verbindung der Wandplatte 1 und 10 erfolgt wie auch bei den anderen Aussenwandplatten 1, 2; 1', 2' durch in den Wandplatten verankerte und aus diesen hervorspringende Stahlschlaufen 16, die nach Zusammensetzen zweier Wandplatten derart miteinan der fluchten, dass eine senkrechte Stange 17 hindurchgeschoben werden kann.
Anschliessend wird der Hohlraum 20 mit Beton vergossen.
Zur Feuchtigkeitsabdichtung der Stossfugen werden in zwei miteinander fluchtende Nuten 18 sogenannte Fugendich tungen 19 eingesetzt.
Bei der Ausführungsform gemäss den Fig. 4 und 5 ist ein Türsturz 21 derart an benachbarten eine Ausnehmung für eine Tür aufnehmenden Aussenwandplatten 22 angebracht, dass sich auch hier die sichtbare Stossfuge 23 bis in die Ebene der die Ausnehmung seitlich begrenzenden Seitenkante 24 der Aussenwandplatte 22 nach oben erstreckt. In der Stossfuge ist wie bei der Ausführung gemäss Fig. 3 in miteinander fluchtenden Nuten 18 eine Fugendichtung 19 angeordnet.
Damit der Fenstersturz auf einer Konsole 25 der Aussenwandplatte 22 aufliegt, ist er auf seiner dem Hausinneren zugewandten Seite mit einem vorkragenden Auflagerteil 26 versehen, das - von aussen unsichtbar - auf dieser Konsole 25 aufliegt. Der Aufbau des Fenstersturzes und der Aussenwandplatte 22 sind gleichermassen wie bei der Ausführung gemäss Fig. 3 in Sandwich-Bauweise ausgeführt, wobei auch die Verbindung gleichartig ausgebildet ist. Aus diesem Grunde sind für gleichartige Teile gleichartige Bezugsziffern in der Zeichnung vorgesehen.