CH551745A - Verfahren zur bekaempfung von insekten. - Google Patents

Verfahren zur bekaempfung von insekten.

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CH551745A
CH551745A CH792571A CH792571A CH551745A CH 551745 A CH551745 A CH 551745A CH 792571 A CH792571 A CH 792571A CH 792571 A CH792571 A CH 792571A CH 551745 A CH551745 A CH 551745A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D251/00Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings
    • C07D251/02Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings
    • C07D251/12Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D251/26Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with only hetero atoms directly attached to ring carbon atoms
    • C07D251/40Nitrogen atoms
    • C07D251/54Three nitrogen atoms
    • C07D251/66Derivatives of melamine in which a hetero atom is directly attached to a nitrogen atom of melamine

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Description


  
 



   Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bekämpfung von Insekten unter Verwendung von s-Triazin Derivaten der Formel
EMI1.1     
 worin   R1    Cyclopropyl, l-Methylcyclopropyl, 2-Methylcyclopropyl,   ClWs-Alkyl    oder durch Cyano substituiertes   Cl-C5-Alkyl    und n null oder eins bedeuten.



   Die für   R,    in Frage kommenden   C1-C5    Alkylreste können verzweigt oder geradkettig sein.



   Beispiele solcher Reste sind u. a.: Methyl, Äthyl, Propyl, Isopropyl, n-, i-,   sek. -,    tert.-Butyl.



   Beispiele von für R1 in Frage kommende Cyanalkylreste sind u. a.:   l-Cyanoäthyl,      l-Cyanopropyl,    2-Cyano-but2-yl, 3-Cyano-pent-3-yl.



   Von besonderer Bedeutung sind Verbindungen der Formel
EMI1.2     
 worin R2 Cyclopropyl, 2-Methylcyclopropyl, Methyl, Äthyl, n-Propyl, Isopropyl, n-, i-, sek.-, tert.-Butyl, 1-Cyanoäthyl,   l-Cyanopropyl    und n Null oder eins bedeuten.



   Als Beispiele geeigneter Verbindungen der Formel II bzw. I seien die folgenden angeführt: Verbindung Smp.:   C    4-Azido-2   -methylamino-6    -cyclopropylamino-s-triazin 93-98   4-Azido-2-äthylamino-6    -cyclopropylamino-s-triazin   8283    4 -Azido -2 -isopropylamino -6 -cyclopropylamino-s-triazin   8085      4-Azido -2 -sec.      -butylamino-6    -cyclopropylamino-s-triazin 73-78 4 -Azido -2 -tert.

   -butylamino-6 -cyclopropylamino-s-triazin 95-97 4-Azido-2,6   -bis-cyclopropylamino-s-triazin    105-107   4-Azido-2-isobutylamino-6    -cyclopropylamino-s-triazin 93-94   4-Azido-2-(2 '-cyanobut-2' -ylamino)-6 -    cyclopropylamino-s-triazin 106-108   4-Azido-2 -(3 -cyanopent-3 -ylamino) -6 -      cyclopropylanaino-s-triazin    112-114   4 -Azido-2-(1 '-cyanoäthylamino)-6 -cyclo-    propylamino-s-triazin 121-123   4-Azido-2-(1' -cyanoprop-l'-ylamin0)-6-    cyclopropylamino-s-triazin   7880      4-Azido-2 -äthylamino-6 -(2 -methylcyclo-    propylamino)-s-triazin 98-102
Die Verbindungen der Formel I werden hergestellt,

   indem man ein Chlor- bis amino-s-triazin der Formel
EMI1.3     
 worin n und R1 die für die Formel I angegebene Bedeutung haben, mit einem Alkalimetallazid in Gegenwart eines basischen Stoffes umsetzt oder indem man die Verbindung der Formel IV mit Hydrazin reagieren lässt und das erhaltene Hydrazino-s-triazin der Formel
EMI1.4     
 worin n und R1 die für die Formel I angegebene Bedeutung haben, mit salpetriger Säure oder einem Alkalimetallnitrit umsetzt oder indem man die Verbindung der Formel
EMI1.5     
 worin R1 und n die für die Formel I angegebene Bedeutung haben und Y einen anorganischen oder organischen Säurerest insbesondere Cl, Br oder J darstellt, mit einem   Alkalimetall-    azid umsetzt.



   Als basische Stoffe kommen insbesondere tertiäre Amine, wie Trialkylamine, ferner Hydroxide, Oxide und Carbonate von Alkali und Erdalkalimetallen in Betracht.



  Für die Umsetzungen werden vorzugsweise Wasser als Lösungs- oder Verdünnungsmittel verwendet, es können aber auch mit Wasser mischbare organische Lösungsmittel, wie Ketone, Äther und ätherartige Verbindungen, Nitrile, N,N-di-substituierte Amide,   Suffoxyde    usw., sowie mit Wasser nichtmischbare Lösungsmittel, wie zum Beispiel aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe und Halogenwasserstoffe verwendet werden.



   In der belgischen Patentschrift Nr. 730 133 werden analoge Verbindungen als Totalherbizide und als selektive Herbizide beschrieben.



   In der französischen Patentschrift Nr. 1 537 312 werden auch analoge Verbindungen als Herbizide beschrieben. Es wird auf ihre mögliche insektizide Wirkung hingewiesen.



   Im Vergleich zu diesen Wirkstoffen zeigen die Verbindungen der Formel I eine deutliche Überlegenheit im Fliegentest.  



   Es ist allgemein bekannt, dass Phosphorsäureester, als Vertreter klassischer Insektizide, sowohl Vertebraten als auch Invertebraten durch Cholinesterasehemmung töten, indem sich an den Nervenendigungen Acetylcholin anreichert.



  Das akkumulierte Acetylcholin stört die Funktion des Nervensystems empfindlich und als Folge davon tritt nach wenigen Stunden der Tod ein. Im Gegensatz zu den klassischen Insektiziden, die als Kontakt- oder Frassgifte die Insekten in wenigen Stunden töten oder lähmen, beeinflussen die Wirkstoffe der Formel I in erster Linie die Endphase der Larvalentwicklung. Der Entwicklungsunterbruch findet je nach Applikationszeitpunkt im Larval- oder Puppenstadium statt.



  Diese Wirkungsweise ist nicht mit klassischen Insektiziden, Chemosterilantien oder Juvenilhormonen vergleichbar.



   Die Wirkstoffe der Formel I können vor allem zur Bekämpfung folgender Vorrats- und Hygieneschädlingen einge setzt werden: Orthoptera
Blattidae Isoptera
Kalotermitidae
Coleoptera
Carabidae
Elateridae
Tenebrionidae
Dermestidae
Cucujidae
Scarabaeidae Diptera
Culicidae
Simuliidae
Tipulidae
Muscidae
Calliphoridae
Die Verbindungen der Formel I können für sich allein oder zusammen mit geeigneten Trägern und/oder Zuschlag stoffen eingesetzt werden. Geeignete Träger und Zuschlag stoffe können fest oder flüssig sein und entsprechen den in der Formulierungstechnik üblichen Stoffen wie z. B. natür lichen oder regenerierten Stoffen, Lösungs-,   Dispergier-,   
Netz-, Haft-, Verdickungs-, Binde- und/oder Düngemitteln.



   Die Herstellung der Mittel erfolgt in an sich bekannter
Weise durch inniges Vermischen und/oder Vermahlen von
Wirkstoffen der Formel I mit den geeigneten Trägerstoffen, gegebenenfalls unter Zusatz von gegenüber den Wirkstoffen inerten Dispergier- oder Lösungsmitteln. Die Wirkstoffe kön nen in den folgenden Aufarbeitungsformen vorliegen und an gewendet werden: feste Aufarbeitungsformen:
Stäubemittel, Streumittel,
Granulate, Umhüllungsgranulate,
Imprägnierungsgranulate und
Homogengranulate
Premix (Futterzusatz) flüssige Aufarbeitungsformen: a) in Wasser dispergierbare Wirkstoffkonzentrate:
Spritzpulver (wettable powder),
Pasten, Emulsionen b) Lösungen
Aerosole.



   Der Gehalt an Wirkstoff in den oben beschriebenen Mit teln liegt zwischen 0,1 bis   95 %,    dabei ist zu erwähnen, dass bei der Applikation aus dem Flugzeug oder mittels anderer geeigneter Applikationsgeräte Konzentrationen bis zu   99,5%    oder sogar reiner Wirkstoff eingesetzt werden.



   Die Wirkstoffe der   Formel    können beispielsweise wie folgt formuliert werden: Stäubemittel:
Zur Herstellung eines a) 0,5 %igen und b) 2 %igen Stäubemittels werden die folgenden Stoffe verwendet: a) 0,5 Teile Wirkstoff
99,5 Teile Talkum b) 2 Teile Wirkstoff
1 Teil hochdisperse Kieselsäure
97 Teile Talkum.



   Die Wirkstoffe werden mit den Trägerstoffen vermischt und vermahlen.



  Streumittel:
5 Teile Wirkstoff werden mit
95 Teilen kohlensaurem Kalk gemischt und auf eine mittlere Teilchengrösse von   80 jt    vermahlen.



  Granulat:
5 Teile Wirkstoff werden in einem Lösungsmittel wie
Methylenchlorid gelöst und mit
2 Teilen Polyäthylenglykol ( Carbowachs ) gemischt.



   Mit der Mischung werden
91,5 Teile Calciumcarbonat   einprägniert      ünd   
1,5 Teile gefällte Kieselsäure zugemischt und an schliessend das Lösungsmittel verdampft.



  Köder-Granulat:
2,0 Teile Wirkstoff
0,05 Teile eines Farbstoffes
1,0 Teile Celite oder Kaolin werden gemischt und fein vermahlen. Hierauf werden
96,85 Teile kristallisierter Zucker mit der obigen
Mischung vermischt und mit
0,1 Teilen eines Klebemittels gelöst in z. B. wenig
Isopropanol, imprägniert und das Lösungsmittel verdampft.



  Spritzpulver:
50 Teile Wirkstoff werden mit
5 Teilen eines Dispergators, z. B. Ligninsulfonsäure
Natriumsalz,
5 Teilen eines Netzmittels, z. B. Dibutylnaphthalin sulfonsäure,
10 Teilen Kieselsäure und
30 Teilen Kaolin gemischt und fein vermahlen.

 

  Emulgierbares Konzentrat:
20 Teile Wirkstoff werden mit
20 Teilen Emulgator, z. B. Mischung von Alkylarylpoly glycoläther mit   Alkylarylsulfonaten    und
60 Teilen Lösungsmittel, z. B. Xylol gemischt, bis die
Lösung   vollk-ommen    homogen ist. Dieses Konzentrat gibt mit Wasser eine Emulsion jeder gewünschten
Konzentration.



  Premix (Futterzusatz):
0,25 Teile Wirkstoff und
4,75 Teile sekundäres Calcium-Phosphat, oder Kaolin,
Aerosil oder kohlensaurer Kalk werden mit
95,00 Teilen eines Futtermittels wie z. B. Kaninchen futter, homogen vermischt.



   Aerosol:    0,25 Teile    Wirkstoff
25,00 Teile   1,1,1-Trichloräthan   
24,75 Teile Benzin werden in einer Aerosol-Abfüll
Anlage mit
50,00 Teilen Treibgas bestehend aus Freon 11/12 in
Verhältnis   1 : 1    in Aerosol-Dosen abgefüllt.  



  Sprühmittel:
Zur Herstellung eines a) 5 %igen und b) 2 %igen Sprühmittels werden die folgenden Bestandteile verwendet: a) 5 Teile Wirkstoff
1 Teil Epichlorhydrin
94 Teile Benzin (Siedegrenzen   160-190   C)    b) 2 Teile Wirkstoff
1 Teil Diazinon
97 Teile Kerosen.



   Den beschriebenen Mitteln lassen sich andere biozide Wirkstoffe oder Mittel beimischen. So können die neuen Mittel ausser den genannten Verbindungen der allgemeinen Formel I zum Beispiel Insektizide, Fungizide, Bakterizide, Fungistatika, Bakteriostatika, zur Verbreiterung des Wirkungsspektrums enthalten.



   Die Wirkstoffe der Formel I eignen sich als Entwicklungs   hemner    zur Bekämpfung von   Insekten.    Im Gegensatz zu klassischen Insektiziden, die als Kontakt- oder Frassgifte die Insekten in wenigen Stunden töten oder lähmen, beeinflussen die Wirkstoffe der Formel I in erster Linie die Larvalentwicklung. Die Wirkung besteht in einem Absterben der Eilarven oder in der Verhinderung des Schlüpfens von Adultinsekten aus Puppen. Diese Aktivität ist nicht mit klassischen Insektiziden, Chemosterilantien oder Juvenilhormonen vergleichbar.



   Da die Wirkstoffe der Formel I für Warmblüter unbedenklich sind, ergeben sich für das Hauptanwendungsgebiet, nämlich die Fliegenmadenbekämpfung, neue Aspekte. Anstatt wie bei Insektiziden grosse Flächen zu behandeln,   köp-    nen die Wirkstoffe der Formel I mit dem Futter an Nutztiere, z. B; Hühner, verabreicht werden. Die Wirkstoffe durchwandern den Verdauungstrakt unversehrt und sind im ausgeschiedenen Kot vorhanden. Der frische Kot bildet für Hygieneschädlinge wie Fliegen ideale Brutstätten. Die aus den Eiern schlüpfenden Eilarven kommen sofort mit dem neuen Wirkstoff in Kontakt und ihre Weiterentwicklung wird verhindert.



  Die vom Altkot in Frischkot wandernden grösseren Maden kommen mit den Wirkstoffen ebenfalls in Kontakt und ihre Endphase wird gestört. Ohne nennenswerte Mortalität verpuppen sich die Maden, aber aus den Puppen entstehen keine Fliegen.



   Neben der selektiven   Entwicklungshemmlmg    bei Insekten kann die umweltschonende Applikation via Futter hervorgehoben werden, da nur der Kot die Wirkstoffe enthält.



   Die Mittel bzw. die darin enthaltenen Wirkstoffe entfalten ihre entwicklungshemmende Wirkung also in erster Linie auf Larvenstadien von Insekten, vorzugsweise der Ordnung Diptera. Sie sind auch für den Vorratsschutz geeignet, insbesondere für den Schutz von Lebensmitteln und Vorräten, in denen Insektenlarven, z. B. der Ordnung Coleoptera, sich normalerweise entwickeln.



   Beispiel 1 Testsubstanzen:
Wirkstoffe der Formel I formuliert als acetonische
Lösungen Testtier:
Musca domestica Konzentration:    0,05 %    Aktivsubstanz Testmethode:
Je 50 g CSMA-Madensubstrat werden in Becher abgewo gen. Von einer 1 % acetonischen Lösung werden pro Aktiv substanz (AS) zweimal je 2,5 ml auf 50 g Substrat pipettiert. Nach dem Durchmischen des behandelten
Substrates lässt man das Lösungsmittel abdampfen. Pro
Wirkstoff werden dann je   2x25    eintägige Maden von
Musca domestica angesetzt. Nach 5 Tagen werden die
Puppen ausgeschwemmt und nach 10 Tagen wird ihre    Schlüpfrate    bestimmt; damit wird ein allfälliger Einfluss auf die Metamorphose festgestellt.

 

  Resultat:  Wirkstoff n Puppen n Fliegen 4 -Azido -2   -methylamino-6    -cyclo propylamino-s-triazin 35 0 4 -Azido-2 -äthyiamino-6 -cyclo propylamino-s-triazin 34 0 4 -Azido -2   -isopropylamino -6    -cyclo propylamino-s-triazin 39 0 4 -Azido-2 -sec. -butylamino-6 -cyclopropylamino-s-triazin 27 0 4   -Azido-2,6    -bis-cyclopropylamino -s-triazin 43 0 4 -Azido -2 -isobutylamino-6 -cyclopropylamino-s-triazin 50 0   4-Azido-2-(1 -cyanoäthylamino)-      6-cyclopropylamino-s-triazin    10 0 Kontrolle 49 48 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Bekämpfung von Insekten, unter Venven dung von s-Triazin-Derivaten der Formel EMI3.1 worin R1 Cyclopropyl, 1-Methylcyclopropyl, 2-Methylcyclopropyl, C1C5-Alkyl oder durch Cyano substituiertes C1-Cs-Alkyl und n null oder eins bedeuten.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch unter Verwendung der Verbindungen der Formel EMI3.2 worin R2 Cyclopropyl, 2-Methylcyclopropyl, Methyl, Äthyl, n-Propyl, Isopropyl, n-, i-, sek.-, tert.-Butyl, 1-Cyanoäthyl, 1-Cyanopropyl und n null oder eins bedeuten.
    2. Verfahren gemäss Patentanspruch unter Verwendung der Verbindung der Formel EMI3.3 3. Verfahren gemäss Patentanspruch unter Verwendung der Verbindung der Formel EMI4.1 4. Verfahren gemäss Patentanspruch unter Verwendung der Verbindung der Formel EMI4.2
CH792571A 1971-06-01 1971-06-01 Verfahren zur bekaempfung von insekten. CH551745A (de)

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