Die Erfindung betrifft die Herstellung eines wasserlöslichen Salzes von Bis-(2-hydroxy-3 -nitro-5-chlorphenyl)-sulfid und Mono-, Di- oder Triäthanolamin durch Vermischen der Komponenten, welches für veterinärmedizinische Zwecke bestimmt ist. Das Bis-(2-hydroxy-3 .nitro-5-chlorphenyl)-sulfid wird im folgenden als BS abgekürzt.
BS ist ein sehr wirksames Fasziozid für Kühe, Ziegen, Schafe und Kaninchen und ist durch sehr geringe Nebenwirkungen und eine sehr geringe Toxizität gekennzeichnet. Weil es an sich in Wasser unlöslich ist, wurde BS bisher, wenn es subkutan oder intramuskulär injiziert wurde, hauptsächlich in Form einer wässrigen Suspension für die Injektion verwendet; die Suspension hat jedoch Nachteile, wie eine vergleichsweise langsame Absorption und unerwünscht lange Retention im Körper nach der Erzeugung der anthelmintischen Wirkung.
Beispielsweise werden aufgrund der intramuskulären Injektion von etwa 6 mg/kg eines Präparates, das durch Suspendieren von BS mit einem geeigneten Dispergiermittel in Wasser bei einer Konzentration von 15% erhalten worden ist, die meisten Leberegel im Körper von Rindern innerhalb 7 Tagen nach der Injektion abgetötet und eine wünschenswerte anthelmintische Wirkung hervorgerufen; es ist jedoch bekannt, dass das BS noch längere Zeit im Blut zurückbleiben kann. Eine Konzentration von bis zu 10-30 mcg/ml lässt sich sogar 30 Tage nach der Injektion noch nachweisen. Eine derart übermässig lange Retention von BS im Körper ist selbst angesichts seiner geringen Toxizität unerwünscht. Erwünscht ist die so rasch wie mögliche Ausscheidung des BS nach der Erzielung einer anthelmintischen Wirkung.
Ausserdem hat das bekannte Präparat jene Nachteile, die allen Suspensionen für Injektionszwecke eigen sind: die Schwierigkeit auszuschliessen, dass Staub und andere kleine Teilchen im Laufe des Herstellungsverfahrens mit den Wirkstoffen vermischt werden und die Schwierigkeit, derartige Verunreinigungen zu entfernen, und man muss vorsichtig sein, dass die Injektion nicht in ein Blutgefäss gelangt. Letzteres ist besonders störend für Veterinärmediziner, die viele Kühe gleichzeitig behandeln müssen.
Man war daher sehr bemüht, eine wasserlösliche Injektion von BS zu finden, die auch bei einer fehlerhaften intravenösen Injektion noch verträglich ist.
Um eine Injektion zu entwickeln, die frei von allen oben genannten Nachteilen der wässrigen Injektionssuspension ist und dennoch die gleiche fasziozide Wirksamkeit von BS besitzt, wurden im Rahmen der vorliegenden Erfindung ausgedehnte Untersuchungen mit anorganischen und organischen Salzen von BS durchgeführt. Man fand, dass Salze, die BS und Monoäthanolamin, Diäthanolamin oder Triäthanolamin, z.B.
im Molverhältnis von 1:1 bis 1: 2 enthalten, die gewünschte Wasserlöslichkeit besitzen. Man fand auch, dass das Salz, welches BS und Diäthanolamin oder Triäthanolamin im Molverhältnis von 1: 2 enthält, in Wasser besonders leicht löslich ist, und der pH der damit erhaltenen wässrigen Lösung unter 8,4 gehalten werden kann.
Man kann BS in Wasser auflösen, indem man es in ein Alkalisalz, wie das Natriumsalz überführt; bei Anwendung dieses Verfahrens lösen sich jedoch nur weniger als 1% des BS in Wasser und der pH der erhaltenen wässrigen Lösung beträgt 11 oder mehr. Verwendet man ein solches Salz mit geringer Wasserlöslichkeit für die Injektion, so sind damit folgende Nachteile verbunden: man muss eine grosse Menge Lösung geringer Konzentration injizieren und es besteht die sehr grosse Gefahr, dass sich BS abscheidet, da der pH-Wert im Blut niedriger liegt. Ausserdem ist ein derart hoher pH Wert bei der intramuskulären oder subkutanen Injektion ebenfalls unerwünscht.
Der Erfolg der vorliegenden Erfindung, der in der Entwicklung eines sicheren BS-Präparates, das eine hohe Konzentration an BS enthält, zu sehen ist, kann der Tatsache zugeschrieben werden, dass das Äthanolaminsalz von BS in Wasser sehr leicht löslich ist, dass das Salz, welches BS und z.B.
Diäthanolamin oder Triäthanolamin im Molverhältnis von 1: 2 enthält, 20% oder mehr BS enthalten kann, dass keine Möglichkeit der Abscheidung von BS besteht, selbst nicht bei dieser Konzentration oder nach dem Verdünnen mit Wasser oder Blut und darüberhinaus, dass der pH des Präparates unter 8,4 bleibt.
Eine wasserlösliche Injektion, die für den Gebrauch am besten geeignet ist, kann erhalten werden, in dem man BS in Wasser in für die Verwendung optimaler Konzentration suspendiert, z.B. mit Diäthanolamin oder Triäthanolamin im Molverhältnis von 1: 2 vermischt und löst. Das Verfahren ermöglicht es, dass der aktive Bestandteil der wasserlöslichen Injektion bald nach der Injektion absorbiert wird, so dass er eine anthelmintische Wirkung erzeugen kann, die etwa mit derjenigen der wässrigen Injektionssuspension von BS vergleichbar ist, dennoch aber die Zeit für die Ausscheidung aus dem Körper nach Erzielung einer anthelmintischen Wirkung wesentlich verkürzt wird.
In Tabelle I werden einander gegenübergestellt: die anthelmintische Wirkung von BS und die Konzentration des im Körper zurückbleibenden BS bei Verwendung einer wässrigen Suspension für die Injektion für die Injektion einerseits und bei Verwendung einer wasserlöslichen Injektion andererseits, die BS und Diäthylamin im Molverhältnis von 1: 2 enthält und in den Musculus glutaeus von Milchkühen in einer Menge von 6 bis 6,5 mg BS pro kg Körpergewicht injiziert worden ist. Man ermittelte die anthelmintische Wirkung, indem man die Zahl der Leberegeleier pro 5 Gramm Faeces vor und nach der Verabreichung auszählte.
TABELLE I
Zahl der gefundenen Leberegeleier BS-Konzentration im Blut (mcglml) Dosis Test-Kuh vor der 7 Tage nach 30 Tage nach 7 Tage nach 30 Tage nach
Nr. Behandlung Behandlung Behandlung Behandlung Behandlung BS und Diäthanolamin 1 8 2 0 1,9 Spuren 6 mg/kg 2 9 0 1 1,6
3 4 0 0 1,4 BS und Diäthanolamin 4 12 0 0 1,7 6,5 mg/kg 5 11 0 0 1,6
6 16 0 0 2,7 BS-wässrige 7 29 2 0 17,1 8,6 Suspension 8 20 2 0 14,4 13,3 6 mg/kg
9 3 0 0 30,4 5,0
Aus obiger Tabelle ist ersichtlich, dass 7 Tage oder mehr nach der Verabreichung die Konzentration des Diäthanolaminsalzes von BS in Blut sehr gering ist, verglichen mit der Konzentration, die bei Verwendung einer wässrigen Suspension von BS gemessen wird. Dies zeigt, dass BS rasch ausgeschieden wird.
Der bemerkenswerte Unterschied in der Retentionszeit kann nicht lediglich der raschen Absorption des neuen Präparates zugeschrieben werden, denn die Autopsie behandelter Rinder zeigte eine vollständige Absorption der wässrigen Suspension von BS an der Injektionsstelle innerhalb von 10 Tagen nach der Verabreichung. Die übermässig starke Retention von BS selbst 30 Tage nach der Injektion liegt an der Retention einer Kombination von Serumalbumin und BS in nicht leicht ausscheidbarer Form. Dagegen wird angenommen, dass die rasche Ausscheidung der wasserlöslichen BS-Jnjektion, (die das Diäthanolamin enthält) auf die Wirkung von Diäthanolamin, eine stabile Kombination von BS mit Albumin zu beeinträchtigen, zurückzuführen ist oder in der ihm eigenen Aktivität bei der Beschleunigung des Stoffwechsels der Substanz, mit der es kombiniert ist, zu sehen ist.
Jedenfalls hat Diäthanolamin einen signifikanten Einfluss auf den Stoffwechsel von BS und die Kombination hat eine anthelmintische Wirkung, die mit derjenigen der wässrigen Suspension von BS vergleichbar ist. Die Erfindung beseitigt nicht nur die oben genannten Nachteile der wässrigen Suspension und gestattet leichtere Verabreichung durch Tierärzte, sondern das Präparat beschleunigt auch den Stoffwechsel und die Ausscheidung von BS und verhütet eine übermässig starke Retention von nicht notwendigem BS im Körper.
Da die Konzentration von BS in der das Diäthanolaminsalz enthaltenden Injektion 15 bis 20% beträgt, liegt seine empfohlene Dosis bei 6 bis 8 mg BS pro kg Körpergewicht.
Üblicherweise wird es intramuskulär oder subkutan injiziert, nötigenfalls kann es aber auch intravenös injiziert werden.
Welche Art der Verabreichung auch immer gewählt wird, das Arzneimittel hat sich als sicher erwiesen und besitzt keine unerwünschten Nebenwirkungen.
Im Falle einer intramuskulären Injektion fällt die Verabreichung des Arzneimittels umso leichter, je kleiner die Dosis ist. Zur Behandlung von Kühen sind 20 ml oder weniger wünschenswert. Um dies zu erreichen, muss die Konzentration von BS in der Injektion 15% oder mehr betragen.
Da das Diäthanolamin- oder Triäthanolaminsalz von BS, welches BS und Diäthanolamin oder Triäthanolamin im Molverhältnis von 1: 2 enthält, in Wasser glatt löslich ist, fällt es nicht schwer, die obige Bedingung zu erfüllen. Da die Wasserlöslichkeit des Monoäthanolaminsalzes schlechter ist als diejenige des Diäthanolamin- oder Triäthanolaminsalzes, ist das Monoäthanolaminsalz für die Verwendung bei grossen Tieren nicht geeignet. Es kann jedoch verwendet werden, um Schafe usw. mit BS in einer Konzentration von 4% oder weniger zu behandeln.
Beispiel I
Man suspendiert 15 Gramm reines BS in 50 ml destilliertem Wasser für Injektionszwecke; es werden 8,4 Gramm reines Diäthanolamin zugefügt. Nachdem man die Komponenten so lange durchgemischt hat bis sie sich gelöst haben, gibt man destilliertes Wasser für Injektionszwecke hinzu, bis das Gesamtvolumen 100 ml erreicht hat; danach filtriert man die Lösung durch ein Glasfilter. Das Filtrat wird auf Ampullen oder Fläschchen verteilt und auf übliche Weise durch Erhitzen sterilisiert.
Beispiel 2
Man suspendiert 15 Gramm reines BS in 50 ml destilliertem Wasser für Injektionszwecke und gibt 11,87 Gramm reines Triäthanolamin hinzu. Nach sorgfältigem Vermischen der Komponenten bis zur Auflösung gibt man destilliertes Wasser für Injektionszwecke hinzu, bis das Gesamtvolumen 100 ml erreicht hat und filtriert die Lösung durch ein Glasfilter. Das Filtrat wird auf Ampullen oder Fläschchen verteilt und auf übliche Weise durch Erhitzen sterilisiert.
Beispiel 3
Man suspendiert 5 Gramm reines BS in 100 ml Wasser und gibt 2 Gramm Monoäthanolamin hinzu. Nachdem man die Komponenten so lange durchgemischt hat bis sie sich aufgelöst haben, engt man das Ganze unter vermindertem Druck ein, filtriert die orangerot gefärbten, säulenförmigen Kristalle ab und kristallisiert sie aus Wasser um. 4 Gramm der so erhaltenen Kristalle werden in destilliertem Wasser gelöst, so dass das Gesamtvolumen 100 ml erreicht, danach wird die Lösung durch ein Glasfilter filtriert. Das Filtrat wird auf Ampullen oder Fläschchen verteilt und auf übliche Weise durch Erhitzen sterilisiert.