Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen von Dosen, welche einen metallischen Deckel mit einer zum Einfüllen und Ausgiessen einer Flüssigkeit dienenden Öffnung aufweisen.
Bei der Herstellung von Blechdosen, beispielsweise Bierdosen, wird in der einen Stimfläche der Dose bekanntlich eine Abreissvorrichtung angebracht, wobei die vorgesehene Ausgussöffnung durch eine in sich geschlossene, vorgestanzte Linie in der Stirnfläche der Dose vorgezeichnet ist. Am einen Ende dieser Dosenöffnung ist gewöhnlich ein angenieteter, angeschweisster oder tiefgezogener Nippel angebracht, welcher eine Öse oder ein sonstiges, als Aufreissgriff dienendes Teil trägt. Wenn die Öse nach oben gezogen wird, so reisst das Deckelmaterial längs der vorgestanzten Linie und der von dieser Linie umgrenzte Blechstreifen kann ohne weiteres abgezogen werden.
Es wurde jedoch festgestellt, dass derart vorbereitete Ausgussöffnungen nur an Dosendeckeln angebracht werden können, welche aus Aluminium oder einem anderen, ähnlichen weichen Metall bestehen, wobei derartige Metalle bekanntlich relativ teuer sind. Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Aufreissvorrichtungen besteht darin, dass die mit Aluminiumdeckeln versehenen Schwarzblechdosen nicht ohne weiteres der schrottverwertenden Stahlindustrie übergeben werden können, da zunächst die Aluminiumdeckel entfernt werden müssen. Dies lohnt sich aber in Anbetracht des geringen Dosengewichtes nicht.
Die Anbringung derartiger, leicht betätigbarer Abziehvor- richtungen an Schwarzblechdeckeln ist nicht möglich, da das Schwarzblech einerseits eine grosse Festigkeit aufweist und es andererseits schwierig ist, die einzelnen Stanzstellen in den Schwarzblechdeckeln mit ausreichender Genauigkeit bis zu einer gewissen Tiefe zu führen. Die Stanzwerkzeuge weisen hierbei einen aussergewöhnlich grossen Verschleiss auf und es wäre somit mit hohen Werkzeugkosten zu rechnen, während auch das Aufreissen derartiger Schwarzblechdosendeckel Schwierigkeiten bereiten würde.
So schwierig es nun einerseits ist, an einem Schwarzblechdosendeckel eine die Dosendicke nur teilweise durchdringende, materialschwächende Stanzlinie anzubringen, so einfach ist es andererseits, aus einem Schwarzblechdosendeckel eine Ausgussöffnung auszustanzen. Die vorliegende Erfindung macht sich diese Tatsache zunutze und behebt die oben erwähnten Nachteile dadurch, dass die genannte Öffnung durch zwei Abdeckstreifen vollständig überdeckt ist, die beidseitig des Deckels angeordnet und im Umfangsbereich der Öffnung befestigt sind, und dass die Abdeckstreifen im Öffnungsbereich miteinander verbunden sind, und der äussere Abdeckstreifen eine als Abziehgriff dienende Zunge aufweist und ferner Mittel vorgesehen sind, die das Abreissen des inneren Abdeckstreifens mindestens zu Beginn des Abreissvorganges erleichtern.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes werden nachstehend anhand der beiliegenden Zeichnung erläutert.
Die Fig. 1 bis 7 zeigen die Oberteile von Blechdosen, wobei jeweils die Perspektivansichten mit a und die Schnittdarstellungen mit b bezeichnet ist;
Fig. 8 zeigt einige Konstruktionsdetails der in Fig. 7 dargestellten Vorrichtung.
Die in Fig. 1 teilweise gezeigte Dose weist einen Dosenrumpf 1 mit einem metallischen Deckel 2 auf, die mittels eines Randflansches 3 miteinander verbunden sind. Im Deckel 2 ist eine Ausgiessöffnung 4 vorgesehen, welche durch zwei Abdeckstreifen 5 und'6 überdeckt ist. Die beiden Abdeckstreifen 5 und 6 sind innerhalb des von der Ausgiessöffnung 4 umgrenzten Bereiches 7 miteinander verbunden.
Die beiden Abdeckstreifen 5 und 6 können vorzugsweise aus einer Metallfolie hergestellt sein, die mit einem heiss verschweissbaren Kunststoff oder einem sonstigen, unter Wärmeeinwirkung aktivierbaren Kleber beschichtet sein können, und die Oberflächen des Deckels 2 müssen so bearbeitet sein, dass die Abdeckstreifen 5 und 6 an der Innenfläche und an der Aussenfläche des Deckels angeschweisst werden können. Dies lässt sich beispielsweise dadurch erzielen, dass an beiden Flächen des Deckels ein Lack angebracht wird, der bei Wärmezufuhr eine dichte Verbindung ergibt.
Der äussere Abdeckstreifen 5 ist mit einer Abziehzunge 8 versehen, mittels welcher die Dose geöffnet werden kann; hierzu wird die Abziehzunge 8 von Hand erfasst und nach oben gezogen, wobei die Ausgiessöffnung 4 freigelegt wird. Dabei wird zunächst der äussere Abdeckstreifen 5 teilweise von der Oberfläche des Deckels 2 abgezogen, worauf der innere Abdeckstreifen 6 innerhalb der Fläche 7 aufgerissen und schliesslich ganz vom Deckel 2 gelöst wird. Es ist somit eine Voraussetzung für das einwandfreie Funktionieren dieser Vorrichtung, dass die Bindung zwischen den Abdeckstreifen 5 und 6 innerhalb der Fläche 7 stärker ist, als die Festigkeit des inneren Abdeckstreifens 6 und dass infolgedessen der innere Abdeckstreifen 6 abgerissen wird, bevor sich die beiden Abdeckstreifen im Bereich 7 voneinander lösen können.
Besondere Beachtung muss hierbei, wie festgestellt werden konnte, dem Beginn des Abreissvorganges geschenkt werden, denn das Aufreissen der Öffnung 4 ist sehr einfach, sobald beim Abziehen des Abdeckstreifens 5 der innere Abdeckstreifen 6 nur an einer Stelle aufgerissen wurde. Um das Aufreissen des unteren Abdeckstreifens 6 zu erleichtern, kann dieser aus einem dünneren Material hergestellt werden und der der Abziehzunge 8 zugewandte Abschnitt 9 der Ausgiessöffnung 4 kann etwas schmäler gehalten werden, als der übrige Teil dieser Öffnung, so dass beim Abziehen der Abziehzunge 8 in diesem schmäler gehaltenen Öffnungsabschnitt eine besonders hohe Beanspruchung auftritt.
Die in Fig. 2 dargestellte Vorrichtung ist der Vorrichtung gemäss Fig. 1 zwar ähnlich, weist jedoch neben der eigentlichen Ausgiessöffnung 4 noch ein Luftloch 10 auf, durch welches das Ausgiessen der Flüssigkeit erleichtert werden soll. Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist das Lüftungsloch 10 relativ klein und es ergibt sich somit innerhalb der Fläche 11, welche die Berührungsfläche zwischen den beiden Abdeckstreifen 5 und 6 bilden, eine hohe Beanspruchung.
Auch in diesem Falle weist die Ausgiessöffnung 4 einen verjüngten Abschnitt 9 auf, durch welchen das Aufreissen des unteren Abdeckstreifens 6 im Bereich der Ausgiessöffnung 4 erleichtert werden soll.
Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 3 dargestellt. Hier wird gezeigt, wie durch entsprechende Formgebung des Stanzwerkzeuges beim Durchstanzen der Ausgiessöffnung 4 eine nach innen gerichtete Kante 12 entsteht, die am Umfang der Ausgiessöffnung 4 liegt, mindestens aber im schmäleren Teil 9 derselben vorgesehen sein soll. Die Kante 12 kann lippenförmig und sehr scharf ausgebildet sein, so dass sie das Aufreissen des unteren Abdeckstreifens 6 erleichtert, wenn die Abziehzunge 8 nach oben gezogen wird. Die Kante 12 wirkt hierbei als Schneidklinge, und der untere Abdeckstreifen wird durch die Kante abgeschert, während der restliche Abschnitt des unteren Abdeckstreifens mit Hilfe des oberen Abdeckstreifens 5 ohne weiteres abgezogen werden kann.
Fig. 4 zeigt eine Variante der Vorrichtung, wobei auch hier wie in Fig. 3 eine scharfe, nach innen gerichtete Kante 12 angeordnet ist, deren scharfkantiger Vorderteil dem unteren Abdeckstreifen 6 zugewandt ist. Wie sich ferner aus Fig. 4 ergibt, ist ein Teil der Ausgiessöffnung 4 in Form einer schmalen Einbuchtung 13 ausgebildet, gegen deren inneren Abschnitt die Kante 12 gerichtet ist. Diese Konstruktion der Ausgiessöffnung nach Fig. 4 wird vorteilhafterweise dann gewählt, wenn man befürchten muss, dass der innere Abdeckstreifen 6 unter dem Druck der Flüssigkeit so stark gegen die Kante 12 ge presst wird, dass der Abdeckstreifen reisst und die Dose unabsichtlich geöffnet wird.
Wenn dagegen die Kante 12 nur am inneren Abschnitt der Einbuchtung 13 angeordnet ist, so wird die sich auf dem Innendruck der Dose ergebende, im Bereich der Kante 12 auf den inneren Abdeckstreifen wirkende Kraft innerhalb tragbarer Grenzen gehalten, da die dem Druck ausgesetzte Fläche relativ klein ist, so dass das Risiko einer Leckbildung beträchtlich reduziert wird. Im übrigen wirkt die in Fig. 4 dargestellte Vorrichtung ähnlich wie die Vorrichtung nach Fig. 3.
Die in Fig. 5 dargestellte Vorrichtung weist am inneren Abdeckstreifen 6 durchgestanzte Löcher oder Schlitze 14.auf, welche an der Peripherie des Öffnungsbereiches in geringem Abstand vom Öffnungsrand angeordnet sind. Da im Öffnungsbereich zwischen dem inneren und dem äusseren Ab deckstreifen eine gasdichte Verbindung hergestellt werden muss, soll die Lochreihe 14 so weit von der Öffnungskante entfernt sein, dass ein ununterbrochener Dichtungsbereich 15 zwischen dem inneren Abdeckstreifen 6 und dem äusseren Abdeckstreifen 5 gewährleistet ist. Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 5 kann innerhalb des Öffnungsbereiches eine Ablösung zwischen dem äusseren Abdeckstreifen 5 und dem inneren Abdeckstreifen 6 stattfinden.
Beim Abreissen des äusseren Abdeckstreifens 5 längs der Lochreihe 14 folgt der innere Abdeckstreifen 6 dem äusseren, so dass eine Ausgiessöffnung gebildet wird.
Eine weitere Variante der Vorrichtung ist in Fig. 6 dargestellt. Hier ist die Lochung 14 jedoch nur an derjenigen Seite der Ausgiessöffnung 4 angebracht, welche der Abziehzunge 8 zugewandt ist, so dass die Lochreihe 14 lediglich den Beginn des Abreissvorganges begünstigt.
Die Vorrichtung gemäss Fig. 7 weist einen Niet 16 auf, der sowohl den inneren als auch den äusseren Abdeckstreifen 5 bzw. 6 durchdringt und mit Nietköpfen 17 versehen ist, welche fest gegen die Aussenflächen der Abdeckstreifen gepresst werden. Wenn die Abziehzunge 8 nach oben abgezogen wird, so wird der innere Abdeckstreifen 5 mit Sicherheit aufgerissen, da es keine Schwierigkeit bietet, dem Niet eine grössere Festigkeit zu verleihen als dem inneren Abdeckstreifen 6. Der Niet 16 besteht vorzugsweise aus Kunststoff, beispielsweise einem Thermoplast, wobei die Nietköpfe 17 beim Einsetzen des Niets mit dem thermoplastischen Überzug der Abdeckstreifen 5 und 6 verschweisst werden können.
Es kann vorkommen, dass für gewisse Dosen infolge eines relativ hohen Innendruckes dicke Abdeckstreifen verwendet werden müssen, so dass das Aufreissen des inneren Abdeckstreifens 5 Schwierigkeiten bietet, selbst wenn die beiden Abdeckstreifen durch einen Niet gemäss Fig. 7 verbunden sind.
In diesen Fällen kann der dem unteren Abdeckstreifen 6 zugewandte Teil des Niets 16 vorzugsweise mit einer Schneidkante gemäss den Fig. 8a, b und c versehen sein. Die in Fig. 8 mit 18 und 19 beteichneten Schneidkanten werden beim Hochziehen der Abziehzunge 8 gegen den inneren Abdeckstreifen 6 gedrückt, da der Niet 16 dann verschwenkt wird. Mit Hilfe des Niets 16 und der Schneidkantenausbildung gemäss Fig. 8 kann somit das Aufreissen des unteren Abdeckstreifens 6 erleichtert werden, worauf der übrige Teil des die Öffnung 4 überdeckenden Streifens ohne weiteres abgezogen werden kann.
Die beschriebene Vorrichtung lässt sich mit geringen Ko- sten herstellen und arbeitet zuverlässig.
Je nach der Art der in der Dose befindlichen Flüssigkeit und nach dem herrschenden Innendruck können Abdeckstreifen verschiedener Festigkeit gewählt werden, während in gewissen Fällen die als Varianten beschriebenen Ausführungsformen von Vorteil sind.