Die Erfindung betrifft eine Siebdruckmaschine zum Bedrukken eines Papierbandes oder -bogens, eines Textilgewebes, einer Kunststoffolie oder eines Metallschildes, mit einem endlosen. kontinuierlich laufenden Transportband, auf dem sich das Druckgut befindet, mindestens einem sich über dem Band mit Druckgut erstreckenden Sieb, das in einem Siebrahmen aufgespannt und mit demselben in einer horizontalen Ebene auf einer Stange hin- und herbewegbar ist, und mindestens einem Paar von beidseitig des Bandes an Stangen geführten Rakelwerken mit einer zwischen ihnen schwenkbar angeordneten, über dem Sieb hin- und herbewegbaren Rakel und einem Streichblechhalter, wobei die Geschwindigkeiten des Transportbandes, der Rakelwerke und des Siebrahmens aufeinander abgestimmt sind.
Die bekannten Flach-Siebdruckmaschinen beruhen auf dem Prinzip. dass das Transportband, auf welchem ein zu bedrukkendes Material aufgelegt oder aufgeklebt ist, über die ganze Länge des Drucktisches in der jeweiligen Länge des Aufdruckrapportes fortgeführt und in der Druckphase stillgelegt wird.
Nach dem vollendeten Druckvorgang wird dann das Transportband mit dem Druckgut um die Länge eines Aufdruckrapportes vorwärtsbewegt. Die Schablone oder das Sieb ist stationär und die Rakel bewegt sich über dem Sieb.
Es sind weiter Siebdruckmaschinen mit einem kontinuierlich laufenden Förderband bekannt, durch welches eine auf dem Band liegende zu bedruckende Platte bis in eine vor der Druckstelle gelegene Anschlagstelle befördert wird. Die stillgesetzte Platte wird dann mit dem Sieb gekuppelt und läuft mit ihm zusammen durch einen Spalt zwischen einer horizontal unbeweglichen Antriebswalze und einer ebenfalls horizontal unbeweglichen Rakel vorbei.
In der Schweizerpatentschrift Nr. 367 791 wird ein Verfahren zum Bedrucken von Stoffbahnen beschrieben, bei welchem in der Druckphase die Schablone mit dem Band mitläuft. Das auf dem Schablonenrahmen angeordnete Rakelwerk bewegt sich in der Druckphase rechtwinklig zur Laufrichtung der Stoffbahn oder in Richtung der Stoffbahn über die Schablone und dann wird die Schablone von dem Druckgut abgehoben und rückwärts bewegt. Die Idee dieses Verfahrens besteht darin. dass die Stoffbahn dauernd in konstanter Bewegung gehalten wird, während umgekehrt die Schablone sich voroder rückwärts bewegt. Während des Druckvorganges läuft also die Schablone mit dem Stoff zusammen und in dieser Zeit erfolgt auch die Rakelbewegung zum Versehen des Druckgutes mit Farbstoff.
Die Schablone hebt sich nach dem vollendeten Druckvorgang vom Stoff weg und rückt um einen halben Aufdruckrapport in der Gegenrichtung der Stoffbahn zurück, wonach sie zum weiteren Druckvorgang wieder über die Stoffbahn abgesetzt wird.
Allen diesen bekannten Druckmaschinen haftet insbesondere beim Bedrucken eines kontinuierlich verlaufenden Dessins der Nachteil an, dass sie für das Band mit dem zu bedrukkenden Material eine tischähnliche Auflagefläche benötigen.
Ausserdem sind die ersten zwei genannten Maschinen für eine Massenproduktion wenig geeignet.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Siebdruckmaschine zu schaffen. durch welche die oben genannten Nachteile beseitigt werden und eine Massenproduktion ohne das Verschmieren der Druckpaste auf dem zu bedruckenden Material mit einfachen Mitteln erreicht wird; durch eine solche Maschine soll weiter ermöglicht werden, einen Mehrfarbendruck kontinuierlich herzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die eingangs beschriebene Siebdruckmaschine dadurch gelöst, dass zwischen den gegenüberliegenden Rakelwerken eines Paares unter dem Band eine um zur Bewegungsrichtung des Bandes quer verlaufende Achsen schwenkbare Unterrakelwalze angeordnet ist, die mit der Rakel ständig mitläuft, und dass beidseitig des Bandes Mittel zum Steuern der Unterrakelwalze vorgesehen sind, durch welche die Unterrakelwalze in der Druckphase in Berührung mit dem Band ist, so dass ihr Scheitel für das Transportband mit Druckgut eine tischähnliche, feine Auflagefläche bildet und in der offenen Phase vom Band mit Druckgut abgehoben ist.
Der Erfindungsgegenstand wird nachträglich anhand von Zeichnungen beispielsweise näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer Siebdruckmaschine,
Fig. 2 eine Draufsicht auf dieselbe nach der Fig. 1,
Fig. 3 eine schematische Ansicht im Schnitt eines Rakelwerkes, das in einer Stellung vor der Druckphase dargestellt ist,
Fig. 4 eine schematische Ansicht im Schnitt des Rakelwerkes, das in der Druckphasenstellung dargestellt ist,
Fig. 5 eine schematische Ansicht im Schnitt des Rakelwerkes, das in der Stellung unmittelbar nach dem Ablauf des Druckvorganges dargestellt ist,
Fig. 6 eine schematische Ansicht im Schnitt des Rakelwerkes, das in der Stellung einer offenen Phase dargestellt ist,
Fig. 7 eine Vorderansicht im Schnitt des Rakelwerkes, das in der Stellung der offenen Phase dargestellt ist,
Fig.
8 eine Vorderansicht im Schnitt des Rakelwerkes, das in der Druckphasenstellung dargestellt ist,
Fig. 9 eine Draufsicht im Schnitt auf den Unterteil des Rakelwerkes, mit einer Schiene, welches Rakelwerk in einer Stellung der offnenen Phase dargestellt ist, und
Fig. 10 eine Draufsicht im Schnitt auf den Unterteil des Rakelwerkes in der Druckphasenstellung, wobei seine Führungsrolle auf der Schiene läuft.
Die in den Fig. 1 und 2 schematisch dargestellte Siebdruckmaschine enthält einen Rahmen 1, in welchem ein endloses, kontinuierlich laufendes Transportband 2 angeordnet ist. Das zu bedruckende Material 3, das ein Papierband oder -bogen.
Textilgewebe, eine Kunststoffolie, ein Metallschild usw. sein kann, wird auf das endlose Transportband 2 von einer nichtdargestellten Materialspule oder einer Zuführvorrichtung zugeführt und am Ende des Druckvorganges vom Band 2 abgeführt. Beidseitig des Transportbandes 2 erstrecken sich je zwei gehärtete Führungsstangen 4 und 5, von welchen die untere Führungsstange 5 sich über die ganze Länge des Maschinenrahmens 1 und die obere Führungsstange l nur mindestens über die Länge eines Aufdruckrapportes erstreckt.
An den unteren Stangen 5 ist ein Siebrahmen 12 mit einem Sieb 13 unmittelbar über dem sich auf dem Transportband 2 befindlichen Druckgut 3 hin und her bewegbar angeordnet.
Die Siebdruckmaschine kann je nach Anzahl der zu druckenden Farben mehrere Siebrahmen aufweisen.
Die Druckpaste 16 wird durch das Sieb 13 mittels einer Rakel 10 durchgedrückt, welche Rakel an einem Paar von gegenüberliegenden, an Stangen 4 in nicht dargestellten Kugelbüchsen geführten Rakelwerken 6 angeordnet ist. Neben der Rakel 10 mit einem Gummistreifen 36 ist in den gegen überliegenden Rakelwerken 6 eines Paares auch ein Halter 11 mit Streichblech 37 angeordnet, mittels welchen die Druckpaste 16 über dem Sieb 13 verteilt wird. Die Rakel 10 sowie der Blechhalter 11 sind in je einer Umschaltvorrichtung 7 der Rakelwerke 6 in einem Halteklotz 39 befestigt, welche Vorrichtung um eine horizontal verlaufende Achse 24 in zwei Stellungen ausklappbar ist. Die Rakel 10 mit dem Blechhalter 11 erstreckt sich quer zur Bandbewegungsrichtung über die ganze Breite des Siebes 13.
Sowohl der Siebrahmen 12 mit dem Sieb 13 als auch die Rakelwerke 6 mir der Rakel 10 und dem Blechhalter 11 sind in einer horizontalen Ebene mittels eines Antriebes 15 bzw. 14 hin- und herbewegbar. Diese Bewegungen sowie die Bewegung des Transportbandes 2 mit dem Druckgut 3 sind aufein ander abgestimmt. Der Gesamtantrieb der Siebdruckmaschine erfolgt durch einen nichtdargestellten Motor.
Zwischen den gegenüberliegenden Rakelwerken 6 eines Paares ist auf den Unterseiten derselben eine Unterrakelwalze 17 angeordnet, die quer zur Bandbewegungsrichtung unter dem Band 2 verläuft. Die Unterrakelwalze 17 ist beidseitig in je einem Haltebügel 31 gelagert, in dessen Unterteil eine Führungsrolle 18 mit einem Zapfen 30 in Lagerbüchsen 32 drehbar gelagert ist. Der Bügel 31 ist an einem um eine Achse 20 schwenkbaren Arm 19 angeschweisst. Die Achse 20 verläuft quer zur Bandbewegungsrichtung, so dass der Schwenkarm 19 mit dem Bügel 31 und der Unterrakelwalze 17 in einer vertikalen Ebene verschwenkt werden können. Zu einer Strebe 34, die unter jeder unteren Führungsstange 5 am Maschinenrahmen 1 befestigt ist, ist eine Schiene 21 mittels einer Schraube 35 zugeschraubt. Diese Schiene besitzt an ihrem einen Ende einen Anhebekeil 22 und an dem anderen Ende einen Ablaufkeil 23.
An derselben Strebe 34 sind weiter zwei Umlenkkeile 25, 26 angebracht, die voneinander mindestens um die Schienenlänge entfernt sind und jeweils auf einer Seite der Schiene 21 angeordnet sind. Die Führungsrolle 18 ist am Zapfen 30 mittels Gegenmuttern 40 befestigt, wobei der Zapfen 30 mit der Führungsrolle 18 in den Lagerbüchsen 32 des Bügels 31 quer zur Bandbewegungsrichtung verschiebbar ist.
Die Strebe 34 mit der Schiene 21 ist durch nicht dargestellte Exzenterbolzen höhenverstellbar, so dass somit der Bereich der Ausschwenkung der Unterrakelwalze 17 und so ihre Anhebung gegen das Band 12 bestimmt ist. Das Ausschwenken der Rakel 10 wird in Verbindung mit dem Ausschwenken der Unterrakelwalze 17 eingestellt. Die Anordnung der Schiene 21, der Führungsrolle 18 mit dem Zapfen 30 und der zwei Umlenkkeile 25, 26 ist am besten aus den Figuren 9 und 10 sichtbar.
Die Funktion des Rakelwerkes 6 ist aus den Fig. 3-8 sichtbar, In den Fig. 7 und 8 ist angedeutet, wie der Siebrahmen 12 über einen Lappen 28, einen Winkel 27 und einen Schlitten 33 angetrieben wird. Mit 29 ist der Schlitten des Rakelwerkes 6 bezeichnet.
Wie schon erwähnt, können auf einer Maschine mehrere Siebdruckrahmen mit Sieben zum Ausführen eines Mehrfarbendruckes über einem einzigen Transportband hintereinander gereiht werden. In diesem Fall muss natürlich auch die entsprechende Anzahl der Rakelwerkpaare mit Rakeln und Blechhaltern vorgesehen werden, weil für jedes Sieb ein Paar Rakelwerke mit einer Rakel und einem Blechhalter vorhanden sein muss.
Es wird nun die Funktion der Rakelwerke näher beschrieben:
In der Druckphase läuft der Siebrahmen 12 mit Sieb um die Länge eines Aufdruckrapportes parallel und mit gleicher Geschwindigkeit wie das Transportband 2 mit Druckgut 3 in Richtung des Pfeiles S . Während des Vorwärtslaufens des Bandes 2 mit dem zu bedruckenden Material 3 in der Richtung des Pfeiles B läuft das Paar der Rakelwerke 6 in der Gegenrichtung (siehe Pfeil R ), wobei die Rakel 10 das Sieb 13 mit dem Streifen 36 streicht. Bei dieser Bewegung der Rakelwerke 6 läuft jede Führungsrolle 18 an den Anhebekeil 22 der Schiene 21 an, wodurch die Unterrakelwalze 17 um die Achse 20 geschwenkt und von unten gegen das Band 2 mit dem zu bedruckenden Material 3 gedrückt wird.
Mittels der das Sieb 13 streichenden Rakel 10 wird die Druckpaste 16 durch das Sieb 13 auf das zu bedruckende Material 3 durchgedrückt, wobei die Unterwalze 17 mit ihrem Scheitel für das Band 2 eine tischähnliche, feine Auflagefläche bildet. In dieser Druckphase liegt also die das Sieb 13 streichende Rakel 10 unmittelbar über der gegen das Transportband 2 mit dem zu bedrukkenden Material 3 gedrückten Unterrakelwalze 17.
Der Druckvorgang wird dadurch beendet, dass die Führungsrolle 18 von der Schiene 21 über den Ablaufkeil 23 abläuft und auf die Strebe 34 gelangt. Beim Weiterlaufen der Führungsrolle 18 in der gleichen Richtung stösst der Zapfen 30 der Führungsrolle 18 gegen den Umlenkkeil 25, durch dessen Keilfläche er in den Lagerbüchsen 32 des Bügels 31 seitlich zurückgestossen wird.
Gleichzeitig läuft die Umschaltvorrichtung 7 mit der Rakel 10 und dem Blechhalter 11 auf einen am Maschinenrahmen 1 befestigten Anschlag 8 an und wird in eine Stellung gebracht, in welcher der Gummistreifen 36 der Rakel 10 ausser Berührung mit dem Sieb 13 kommt. Nun fängt gleichzeitig die Rückbewegung der Rakelwerke 6 an, welche Bewegung im gleichen Sinne mit der Bewegung des Transportbandes 2 verläuft.
Dabei macht der Siebrahmen 12 mit Sieb 13 eine Gegenbewegung zur Bewegung des Bandes 2 (siehe Fig. 6). In dieser druckfreien oder offenen Phase läuft die Führungsrolle 18 jedes Rakelwerkes 6 neben an der Schiene 21 und die Unterrakelwalze 17 ist ausser Berührung mit dem Band 2. Das Transportband 2 mit dem zu bedruckenden Material 3 löst sich durch Eigengewicht vom Druck, um das Verschmieren der Farbe des bedruckten Materials zu vermeiden. In der offnenen Phase verteilt das Streichblech 11 mit dem Blechstreifen 37 die Druckpaste 16 über dem Sieb 13.
Die offene Phase dauert so lange, bis der Zapfen 30 der Führungsrolle 18 gegen den Umlenkkeil 26 anläuft, durch dessen Keilfläche er in den Lagerbüchsen 32 des Bügels 31 zurückgestossen wird, so dass die Führungsrolle 18 wieder mit der Schienenachse ausgerichtet wird, um den Anhebekeil 22 der Schiene 21 anzulaufen. Danach läuft die Umschaltvorrichtung 7 gegen einen zweiten Anschlag 9 (siehe die Fig. 2) an, wodurch die Umschaltvorrichtung 7 in die andere Stellung gebracht wird. Inzwischen ist das Band 2 mit dem zu bedrukkenden Material 3 um die Länge des Aufdruckrapportes nach vorn gerückt, so dass eine neue Druckphase anfangen kann.
Bei der oben beschriebenen Siebdruckmaschine sind alle deren Hauptteile in Bewegung: Einmal befindet sich das Sieb 13 in einer gleichartigen Bewegung mit dem endlosen Band 2 und dem daran aufgelegten zu bedruckenden Material 3 - es handelt sich um die Druckphase -, zum andernmal bewegt sich das Sieb 13 in der Gegenrichtung zur Bewegungsrichtung des Bandes 2 und der Rakelwerke 6 - es handelt sich um die offene Phase.
Die Bewegungen des Bandes 2, des Siebrahmens 12 mit dem Sieb 13 und der Rakelwerke 6 mit der Rakel 10 und dem Blechhalter 11 sind synchronisiert.
Es ist denkbar, dass anstelle der Anhebe- und Ablaufkeile an der Schiene 21 z. B. auch eine pneumatische oder hydraulische Anhebe- oder Ablaufvorrichtung vorgesehen werden kann.
Vorteile der oben beschriebenen Siebdruckmaschine bestehen darin, dass sie keinen Tisch für das Transportband aufweist. Der Tisch wird durch den Scheitel der angehobenen Unterrakelwalze ersetzt, wodurch der Mehrfarbendruck in einem einzigen Arbeitsgang, also kontinuierlich auf einer Maschine ermöglicht wird.
Beim Bedrucken von Textilgeweben kann der Mehrfarbendruck ohne Trocknen des aufgedruckten Dessins erfolgen, wogegen beim Bedrucken von Papier oder Kunststoff eine Trocknungsvorrichtung über dem Transportband angeordnet wird.
Die Siebdruckmaschine weist keine komplizierte Vorrichtung zum Aufheben des Siebes nach dem vollendeten Druckvorgang auf. Die Bandgeschwindigkeit ist regelbar im Bereich von 6-24m/min, wobei die Geschwindigkeit des Siebrahmens und der Rakelwerke auf die gegebene Geschwindigkeit des Bandes abgestimmt sind.