Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Mastitis-lmmunoglobulin, das sich zur Behandlung von Kühen, Mutterschafen und Mutterziegen gegen Mastitis eignet, wobei die Behandlung entweder therapeutisch oder prophylaktisch erfolgen kann.
Mastitis ist eine der bei Kühen am häufigsten auftretenden Krankheiten. Neben den schweren Verlusten, die Milcherzeuger und folglich die Milchindustrie als Folge kranker Euter und einer verminderten Milchproduktion erleiden.
stellt auch die Verwendung einer infizierten Milch ein ernstes Gesundheitsproblem dar.
Es ist daher nicht überraschend, dass man sich bereits während der letzten 10-15 Jahre in der ganzen Welt mit der Erforschung der Bekämpfung der Mastitis befasste. Obwohl Antibiotika in grossen Mengen zur Bekämpfung und zur Verhindening dieser Krankheit eingesetzt werden und auch hygienische Massnahmen angewendet und Impfungen durchgeführt werden, so nimmt dennoch diese Krankheit in steigendem Masse zu.
Eine aktive Immunität durch systematisches Impfen der Kühe mit einem Impfstoff lässt sich nicht erreichen. Impfstoffe können in dem Blut zirkulierende Antikörper erzeugen. Jedoch können die Sera Agglutinin oder Precipitin in dem Blut nicht von dem Euter aufgenommen werden, so dass sie nicht dazu geeignet sind. Mastitis zu verhindern.
Antibiotika sind nur als Additive von Wert und sind allein nicht dazu in der Lage. Mastitis zu bekämpfen. und zwar infolge verschiedener Nachteile.
Schmalbandantibiotika. beispielsweise Penicillin. sind heute von geringerem Wert, da ihre Wirkung auf bestimmte Organismengruppen beschränkt ist, beispielsweise auf grampositive Organismen. während Mastitis eine komplizierte Infektionskrankheit darstellt. Dies gilt sowohl für Penicillin G.
das halbsynthetische Penicillin. als auch für andere Schmalbandantibiotika.
Die verfügbaren Breitbandantibiotika oder Kombinationen von Schmalbandantibiotika mit Breitbandantibiotika sind ebenfalls nicht immer wirksam und ausserdem zu teuer, um in breitem Umfange eingesetzt werden zu können. Nicht alle Breitbandantibiotika können miteinander vermischt werden. und zwar wegen ihrer antagonistischen Wirkung. Andere Breitbandantibiotika eignen sich nicht für eine Verabreichung in die Euter.
Die verbreitete Verwendung von Antibiotika hat Gegeninfektionen sowie die Entwicklung resistenter Organismen, die zuvor empfindlich waren, zur Folge. Dies gilt sowohl für die Schmalband- als auch für die Breitbandantibiotika.
Zusätzlich ist die Abscheidung von Antibiotika in die Milch unerwünscht.
Das Problem der Mastitis tritt auch bei anderen Tieren auf, insbesondere Mutterschafen und Mutterziegen. Ist daher im folgenden von Kühen die Rede, so sollen darunter auch Mutterschafe und Mutterziegen verstanden werden.
Es bestand daher ein grosser Bedarf für Produkte, die sich in wirtschaftlicher Weise herstellen lassen und zur Verwendung für eine Bekämpfung von Mastitis von Kühen geeignet sind. Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, ein solches Produkt. nämlich Mastitis-lmmunoglobulin. herzustellen.
Immunoglobulin ist bekanntlich ein Gamma-Globulin, welches Träger der Antikörper-Funktion ist.
Das Verfahren zur Herstellung von Mastitis-lmmunoglobulin nach der vorliegenden Erfindung ist dadurch gekennzeichnet. dass man Kühe. Ziegen oder Schafe mit Mastitis-Erregern infiziert. das Blut der entsprechende Antikörper enthaltenden infizierten Tiere sammelt, mit einem Antikoagulans und einem Antihaemolytikum zusammenbringt, zur Trennung des Plasmas von den Blutkörperchen zentrifugiert, das Plasma mit einem Blutkoagulans behandelt, das geronnene Material vom Serum abtrennt und das Gamma-Globulin als Träger der Antikörper-Funktion sodann durch Ausfällen von den übrigen Bestandteilen des Serums abtrennt.
Mit Vorteil wird Blut von einer Vielzahl von Kiihen verwendet, so dass ein vielseitig wirkendes Produkt entsteht.
Das erfindungsgemäss erhaltene Produkt kann zur Behandlung von Mastitis von Kühen verwendet werden, wobei Gamma-Globuline in die Euter von Kühen eingeführt werden. Zusammen mit dem erfindungsgemäss hergestellten Immunoglobulin können eines oder mehrere antimikrobielle Mit tel verwendet werden.
Wird das Euter einer Kuh beispielsweise mittels eines spe zifischen grampositiven Organismus, der Mastitis verursacht, infiziert, dann kann der Organismus in wirksamer Weise nach einer von verschiedenen Methoden behandelt werden.
Es kann ein Immunoglobulin verwendet werden. das den Antikörper für diesen spezifischen grampositiven Organismus oder für diese spezifischen grampositiven Organismen enthält. Ist die Konzentration des spezifischen Antikörpers in dem Immunoglobulin hoch genug. um eine pharmakologi- sche Wirkung zu erzeugen. dann kann das Immunoglobulin auch allein ohne weitere Additive verwendet werden.
Die bevorzugte Art und Weise, in der die vorstehend geschilderten Globuline hergestellt werden, wird nachstehend näher erläutert:
Das Blutserum von normalen Tieren enthält eine grosse Menge an Proteinen, unter anderem Albumin und Globulin.
Das Globulin besteht aus verschiedenen Komponenten. beispielsweise dem Gamma-Globulin. mit welchem Antikörper, falls solche vorhanden sind. gekuppelt sind.
Antikörper können sich in dem Körper eines Tieres cnt- wickeln, falls ein derartiges Tier infiziert wird. Antikörper können sich auch dann entwickeln. wenn das Tier mit einem
Impfstoff geimpft wird, der von dem Organismus abstammt.
welcher den spezifischen Krankheitszustand verursacht.
oder dann. wenn ein derartiges Tier kontinuierlich in kurzen Zeitintervallen mit grossen Dosen des spezifischen. die Infizierung verursachenden Organismus gespritzt wird. Die zuletzt genannte Bedingung hat im allgemeinen einen hyperimmunen Zustand zur Folge. Das Serum. das von einem hyperimmunen Tier erhalten wird, ist von erheblichem therapeutischen Wert und lässt sich auch zur Einstellung einer passiven Immunität verwenden. Dieses Serum kann zur Herstcllung von Immunoglobulin herangezogen werden.
Ein hyperimmunes Serum wird in universeller Weise durch künstliche Immunisierung von Tieren durch wieder holte Injektionen eines spezifischen Bakteriums oder seines Toxoids in kurzen Intervallen unter Verwendung zunehmend höherer Dosen hergestellt. Die Intervalle zwischen den Injektionen schwanken von 4-14 Tagen. wobei gewöhn lich ein Minimum von 4-8 Injektionen erforderlich ist. Man kann die Injektionen entweder auf subkutanem, intramuskulä rem oder intravenösem Wege durchführen.
Eine Blutprobe wird 8-14 Tage nach der letzten Injek tion entnommen, worauf das Serum auf das Vorliegen spezifi scher agglutinierender Antikörper sowie ihrer Gehalte unter sucht wird. Ist die Blutprobe unbefriedigend. dann wird das ganze Verfahren der Hyperimmunisierung wiederholt. Zur
Stimulierung der Erzeugung höherer Gehalte an agglutinie renden Antikörpern können Adjuvantien verwendet werden (beispielsweise Freundsche vollständige oder unvollständige
Adjuvantien). Mit der Hilfe von Adjuvantien können die agg lutinierenden, jedoch nicht in notwendiger Weise die immuni sierenden Antikörper auf das bis zu Zehnfache gesteigert werden.
Ist der Gehalt am agglutinierenden Antikörpern zufrie- denstellend, dann kann das Tier auf sterilem Wege ausbluten gelassen werden.
Die Hauptvorteile einer künstlichen Hyperimmunisierung sind folgende: a) Nur ein Organismentyp (Serotyp oder Variante) oder ein Toxoid wird pro Tier verwendet. Ein monovalentes homologes Hyperimmunserum wird daher im allgemeinen in einem Tier erzeugt.
Im Falle von beispielsweise Staphylococcus aureus sind als eine der vielen Ursachen von Mastitis einige hundert Serotypen und mehr als 80 Phagetypen bekannt.
Zur Herstellung eines polyvalenten Hyperimmunserums gegen eine Gruppe von homologen Organismen (beispielsweise Staph. aureus) sollten wenigstens 20-30 Tiere verwendet werden, während wenigstens 100 Tiere zur Erzeugung eines polyvalenten Hyperimmunserums gegen die Vielzahl der heterologen Bakterien eingesetzt werden sollten.
b) Abgetötete Kulturen oder Toxoide werden zur Verhinderung des Todes von Tieren, die hyperimmunisiert werden, eingesetzt. Durch Töten der pathogenen Bakterien werden grosse Teile der natürlichen virulenten Faktoren, von denen bis heute wenig bekannt ist. zerstört, was eine Erzeugung von unvollständigen Antikörpern zur Folge hat. Das gleiche gilt für die Toxoide.
c) Das Ansprechen auf eine künstliche Immunisierung schwankt von Tier zu Tier.
d) Bei einer künstlichen Hyperimmunisierung stirbt in der Regel eine grosse Anzahl von Tieren an einem Schock, und zwar insbesondere während der späteren Stufen der Immunisierung, wobei die Grösse der eingesetzten Dosen eine Rolle spielt.
Diese Nachteile werden in erheblichem Ausmasse dann vermieden, wenn das Blut einer grossen Anzahl von Tieren aus verschiedenen Gegenden, die an der chronischen Form von Mastitis leiden, gesammelt wird. Ein derartiges gesammeltes Hyperimmunserum enthält vollständige natürliche Antikörper gegen heterologe Gruppen von Bakterien sowie gegen die heterologen Typen innerhalb einer Gruppe, die für die verschiedenen Formen der Krankheit verantwortlich sind.
Es wurde gefunden, dass das gesammelte Blut von in einem Schlachthaus geschlachteten Tieren eine zufriedenstellende Quelle für ein Blut natürlich infizierter Tiere sein kann.
Auch wurde festgestellt, dass das polyvalente heterologe Hyperimmunserum, das von gesammelten Blut von Tieren abstammt, die an chronischer Mastitis litten, besser ist als dasjenige eines einzigen Tieres.
Das heterologe Hyperimmunserum, aus welchem das gewünschte Immunoglobulin hergestellt werden soll, kann in zweckmässiger Weise aus dem gesammelten Blut in der nachstehend geschilderten Weise erzeugt werden.
Im Gegensatz zu dem Blut von Pferden erzeugt das Blut von Rindern, falls es auf natürliche Weise gerinnen lassen wird, sehr wenig Serum (10-20%), wobei sehr leicht eine Hämolyse eintritt. Zur Beseitigung dieser Probleme wird das gesammelte Blut in Natriumcitrat (Antikoagulans) und Dextrose (Antihämolytikum) in einer Endkonzentration von jeweils 0,5% eingebracht. Das Plasma wird von den Blutzellen durch Zentrifugieren abgetrennt. Auf diese Weise werden wenigstens 60% Plasma gewonnen. Aus dem Plasma wird das Serum in der Weise erhalten, dass CaCl2 in einer Konzentration von 3,75 gll dem Plasma zugesetzt wird, was die Bildung eines Gels zur Folge hat. Das Gel wird in kleine Portionen aufgeschnitten und durch ein Käsetuch gesiebt, um das geronnene Fibrin und Fibrinogen von dem Serum abzutrennen.
Die Serumausbeute beträgt + 50% des ursprünglichen Blutvolumens.
Das Serum wird anschliessend auf das Vorliegen von spezifischen Agglutininen unter Verwendung von 40 repräsentati ven Bakterienkulturen getestet. Von diesen Kulturen seien folgende erwähnt: Staph. aureus, Strept. agalactiae, Klebsiella pneumoniae, Pseudomonas aeruginosa, E. coli und Salmonella. Ein zufriedenstellendes Serum wird anschliessend zur Erzeugung des Immunoglobulins verwendet.
Das Gamma-Globulin mit welchem die Antikörper verknüpft sind, wird aus dem Serum mit (NH4)2SO4 ausgefällt, und zwar durch langsames Eintropfen einer 50zeigen (NH4)2SO4-Lösung in ein gleiches Serumvolumen. Auf diese Weise wird eine Endkonzentration von 25% (NH4).SO4 erzielt. Der (N H4)2SO4-Gamma-Globulin-Niederschlag wird durch Filtration abgetrennt und in ein spezielles Zellulosegehäuse überführt, in welchem er gegen kaltes fliessendes Wasser zur Entfernung des (NH4),SO4 dialysiert wird. Die Dialyse dauert 6-8 Tage. Anschliessend wird das Dialysat mit einer 2zeigen BaCI,-Lösung auf das Vorliegen von (NH4)2SO4 getestet.
Das (NH4)2SO4-freie konzentrierte Immunoglobulin wird mit 1500 Upm zur Entfernung von aus grossen Molekülen bestehenden Proteinverunreinigungen zentrifugiert und durch Filtration sterilisiert.
Eine Standardisierung des erhaltenen Präparates kann nach den folgenden Methoden erzielt werden: a) lmmunoelektrophorese zur Bestimmung der Gamma Globulin-Konzentration.
b) Bestimmung der Gesamtprotein-Konzentration.
c) Wachstumsinhibierungstest.
d) Agglutinierungs-Antikörpergehalt.
e) Sterilitätstest.
f) Sicherheitstest.
Je nach den Ergebnissen von a, b, c und d kann das konzentrierte Produkt in einer Phosphatpuffersalzlösung auf die erforderliche Endkonzentration verdünnt werden. Die Endzubereitung enthält im allgemeinen 10-12% Protein, mehr als 900in Gamma-Globulin und minimal 1 :6400 Agglutinine und weist eine in vitro-Wachstumsinhibierungs-Konzentration von I (Verdünnung pro ml) auf. Die empfohlene Dosis ist folgende: 20 ml des Endproduktes pro Viertel einer Kuh, die weniger als 11 I Milch pro Tag erzeugt, und 40 ml für höher-produzierende Tiere.
Die Sterilitätstests können auf Blutagar-Platten durchgeführt werden, während die Sicherheit der Produkte z. B. in der Weise getestet wird, dass die doppelte Menge der empfohlenen Dosis in ein junges Kalb oder in ein Viertel eines normalen Euters eingespritzt wird.
Das Produkt wird vorzugsweise in einer gefriergetrockneten Form in den Handel gebracht und mit einem Verdünnungsmittel (Wasser), das 0,25% Phenol als Konservierungsmittel enthält, nur für eine vorbeugende Behandlung von Mastitis verwendet, während zur Behandlung einer klinischen Mastitis pro Dose 0,25% Phenol plus 200 000 1. U. Penicillin G und 250 mg Dihydrostreptomycin verwendet werden.
Die Behandlung von Mastitis einer Kuh kann entweder therapeutisch oder prophylaktisch erfolgen. Das Produkt kann durch Infusion in das Euter durch den Zitzenkanal verabreicht werden.
Die Ergebnisse eines Tests unter Verwendung eines Mastitis-lmmunoglobulins sind nachstehend angegeben. Bei der Durchführung dieses einen Tests wurden drei infizierte Kühe mit drei verschiedenen Antibiotika behandelt. Es wurde keine Verbesserung festgestellt. Die Kühe wurden anschliessend mit einer Kombination aus Mastitis-lmmunoglobulin behandelt. Innerhalb von 3 Tagen wurde ein Ansprechen festgestellt. Nach 10 Tagen waren alle Kühe vollständig geheilt.
Die erhaltenen Ergebnisse zeigen, dass die Behandlung wenigstens eine begrenzte Periode einer passiven Immunität gegenüber Mastitis zur Folge hat. Ferner wirkt die künstliche oder natürliche Infektion einer Kuh während einer derartigen Periode einer passiven Immunität als Verstärkung, woraus eine erhaltene aktive Immunität zu ersehen ist.
Beispiel Isolation des Antikörpers
Insgesamt 20 1 Blut werden von einer Anzahl von Kühen gesammelt, die an verschiedenen Typen chronischer Mastitis leiden. 170 ml einer 50%oigen Lösung von Natriumcitrat in einer 50%igen wässrigen Dextrose werden zugesetzt. Die Mischung wird in das Laboratorium überführt und in einer kontinuierlich arbeitenden Zentrifuge bei 3000 Upm während einer Zeitspanne von 30 Minuten zur Abtrennung der roten Blutzellen von dem Plasma zentrifugiert.
Das Plasma wird mit 3,75 g Calciumchlorid pro Liter zur Koagulierung behandelt. Das gebildete Koagulatgel wird aufgebrochen und auf ein Tuch gegeben, damit das Serum ablau fen und gesammelt werden kann. Dann wird Ammoniumsulfat dazu verwendet, das Protein aus dem Serum auszufällen.
Unter Verwendung wechselnder Mengen an Ammoniumsulfat werden Probefällungen durchgeführt. Der Proteinniederschlag wird durch Elektrophorese analysiert. Es wrden folgende Ergebnisse erhalten: % (NH4),SO4. Gesamt- Albumin α-11- berechnet auf das protein. % Ge- Globulin Globulin Serumvolumen g g samt g "/" Gcs g 1 Ges 8,6 8,6 0.64 7.8 1.56 18,1 6,40 74,1 25% 9,5 0,24 2,5 1,46 15,4 7.80 82,1 20% 10,6 0,23 2.2 0,72 6,8 9,62 91.0
25 g Ammoniumsulfat pro 100 ml Serum werden dazu verwendet, die Hauptausfällung des y-Globulins durchzuführen.
Das Globulin wird 8 Stunden später abzentrifugiert, in Säcke aus regenerierter Zellulosefolie gegeben und bei 4 C mit laufendem Leitungswasser während einer Zeitspanne von 5-7 Tagen und anschliessend mit einer 0,8%igen wässrigen NaCI-Lösung während einer Zeitspanne von 2 Tagen dialysiert. Auf diese Weise wird das Ammoniumsulfat entfernt.
Das erhaltene Produkt kann auf einen Feststoffgehalt von 15-16% konzentriert werden, filtriert werden und anschliessend durch Agglutination standardisiert werden. Dann können Wachstumsinhibierungs-Tests bei verschiedenen Verdünnungsgraden des Produktes durchgeführt werden.
Diese Testmethode ist bekannt. Im vorliegenden Falle wird 1 ml des Produktes in ein erstes Rohr gegeben, das 199 ml Wasser enthält. 1 ml dieser Lösung in ein drittes Rohr geschüttet werden. das 199 ml Wasser enthält usw. Insgesamt werden 13 Rohre verwendet.
Tests:
Das Ergebnis der Agglutinierungs-Tests geht aus der Tabelle I hervor. In dieser Tabelle bezieht sich die Verdünnung auf die Anzahl von Teilen Wasser, das 1 Teil des Produktes enthält.
+ bedeutet Agglutinierung. während N verdeutlich, dass keine Agglutinierung stattgefunden hat.
Die Agglutinierungs-Tests des Serums vor der Ausfällung des Immunoglobulins (50 /Oige Konzentration) und des vollständig konzentrierten Immunoglobulins sind in der Tabelle II zusammengefasst. Es ist darauf hinzuweisen, dass ein derartiges Produkt, wie aus den Tabellen zu ersehen ist. eine polyvalente Natur besitzt.
Tabelle I Mikro- 50 100 200 400 800 1600 3200 6400 12800 25600 51200 102400 Verorga- gleich nismus E.coli 2+ 2+ 2+ 2+ 2t N N N N N N N N Staph.
aureus 3+ 3+ 2+ 2+ 2+ + N N N N N N N E. coli 3+ 2+ 2+ 2+ 2+ 24 2+ 2+ 2+ 2-1 21 2 N + Bacillus sp. 3+ 3+ 2+ 2+ 2+ N N N N N N N N E. coli 4+ 3+ 3+ 3+ 3+ 2+ + N N N N N N Staph.
aureus 3+ 3+ 2+ N N N N N N N N N N -C-Bacillus 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ t + N N N N N N Staph.
aureus 3+ 3+ 2+ 2+ + + N N N N N N N Staph.
aureus 4+ 4+ 4+ 4+ 2+ 2 2+ + 4 t N N N Staph.
Epidermidis 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ N N N N N N N N Staph.
aureus 4+ 4+ 4+ 3+ 3+ 2+ + t + N N N N Strept.
Agalactiae 3+ 3+ 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ + + N N N N Mikro- 50 100 200 400 800 1600 3200 6400 12800 25600 51200 102400 Verorga- gleich nisinus Staph.
Epidermidis 3+ 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ 2+ 2+ 2+ N N N N Pseudomonas 4+ 4+ 4+ 4+ 3+ 3+ 2+ + N N N N N Staph.
aureus 3+ 3+ 3+ 3+ + -t + + N N N N N Staph.
aureus 4+ 4+ 4+ 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ 2+ 2+ 2+ + N Staph.
aureus 3+ 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ 2+ + N N N N N Staph.
aureus 3+ 3+ 3+ 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ 2+ N N N N Staph.
Epidermidis 3+ + + + t + N N N N N N N Staph.
Epidermidis 3+ 3+ 3+ 3+ 2+ + + + + N N N N Streptococcus 3+ 3+ 3+ 2+ 2t- + + N N N N N N Staph.
aureus 3+ 2+ 2+ 2+ + + N N N N N N N Staph.
aureus 3+ 3+ 3+ 3+ N N N N N N N N N Staph.
Epidermidis 3+ 3+ 3+ 3+ 2+ 2+ + + + N N N N Staph.
Epidermidis 3+ 3+ + - N N N N N N N N N
Tabelle II
Agglutinierung Mikro- Serum vor der Produkt, 50% Konzentriertes organismus Auslälung konzentriert Produkt - Bacillus 200 800 1 600 Streptococcus 400 6 400 51 200 Staph. aureus 3 200 102 400 102 400 Staph. aureus 3 200 25 600 12 800 Staph. aureus 3 200 6 400 25 600 E. coli 6400 6 400 12800 E. coli 200 800 1 600 +Bacihus 6 400 12 800 3 200 +Bacillus 6400 3200 12800 Staph. Epidermidis 400 100 800 Staph. Epidermidis 1 600 200 6 400 Staph. aureus 3 200 200 400 Staph. aureus 1 600 400 800 Klebsiella 3 200 3 200 25 600 Staph. aureus 1 600 800 1 600 Staph. aureus 3 200 400 6 400 Staph. Epidermidis 25 600 400 102 400 Staph.
Epidermidis 12800 6400 102400 Staph. aureus 3 200 800 25 600 Staph. aureus 25 600 800 102 400 Pseudomonas 15 600 6400 51 200 Streptococcus 25 600 12 800 102 400 Staph. aureus 25 600 800 51 200 Staph. Epidermidia 12 800 1 600 25 600
Die antibakterielle Aktivität des Produkts geht aus der Tabelle III hervor. Die verwendeten Mikroorganismen sind die Standardmikroorganismen, die für ungefähr 90% aller Fälle von Mastitis verantwortlich sind.
In dieser Tabelle bedeuten:
Die Überschrift (1) bedeutet das in dem Rohr sichtbare Wachstum.
Die Überschrift (2) bedeutet das Wachstum. das nur auf Blutagarplatten sichtbar ist.
+und N haben dieselben Bedeutungen wie in Tabelle 1.
Ig steht für Immunoglobulin.
P steht für Penicillin G bei einer Konzentration von 5 Gamma pro 0,025 mm (mil).
S steht für Dihydrostreptomycin mit einer Konzentration von 125 Gamma pro 0.025 mm (mil).
Man sieht, dass das Immunoglobulin bakteriostatisch ist.
Wird es mit Penicillin und Dihydrostreptomycin vermischt.
dann wird eine erhöhte bakterizide Wirkung erzielt. und zwar im Vergleich zu dem Fall. dass diese zwei Antibiotika ohne Immunoglobulin eingesetzt werden.
Tabelle 111 Mikro- Anzahl lmmuno- lmmuno penielin Ver.
organismus der Or. globuin Penicllin Dihydro- gleich.
ldentifi- ganismen im Serum streptomy- strcp- nur zierung pro zuge ein tomycin Serum setztem im Serum ml
1% 5% 10% 10% 1G
5 u P/125 S
1 21 2 1 2 1 2 1 2 1 2 Staph. aureus 150 t N N N t N N t 2 Staph.
epidermis 580 + N + N + N N N + 2+ Staph.
epidermis 123 t N N + N t 34 24 Streptococcus 700 t t t t N N N N 2t Staph.
epidermis 240 2+ N + N N N N N 24 Staph.
epidermis 30 2 t N N t N N 24 Staph.
epidermis 60 2+ N N + N N @ 2 Staph. aureus 520 2+ + N N 2 N N N 3+ 34 Staph. aureus 270 2+ N N N + N + N + 3 Staph.aureus 320 2t t 3t N N N + 2 Staph, aureus 250 3+ N + 2+ N + 2+ 4+ +Bacillus Sp. 1000 2+ 2+ 2+ 2+ 3+ 3+ Pseudomonas 1500 + 2+ 2+ 2+ 2+ 3+ Staph. aureus 800 2+ N t N t N N N N 2 E. coli 280 N 2+ 24 + . 2 Staph. aureus 200 2t t N t N N N N Staph. aureus 300 t 4 + N 1 2+ 3+ Staph. aureus 114 3+ N + N t N N 3+ 44 E.
coli 1000 2t 3t 3t 2t 2t 3t Staph. aureus 2190 2t N N 2+ N N 3t 3+ E. coli 1000 3+ 2+ 2t t t 24 Staph. aureus 2500 3+ 3+ 3+ N N N N 3+ -C-Bacillus 390 3+ 3+ 3+ 24 24 34 Staph. aureus 2500 3+ 3+ 3t t t 3 Staph. aureus 1850 N 3t 3+ N N N t 34 Staph.
epidermidis 1000 2+ N t N + N N N N 34 Streptococcus 400 2+ 2+ 3+ N N N N 2+ Das gemäss dem Beispiel hergestellte Produkt kann gefriergetrocknet und in Flaschen gelagert werden. Zur Herstellung einer Zubereitung für eine Verabreichung kann das Produkt mit 25 ml sterilem Wasser und 0,25% Phenol (als Konservierungsmittel). 200 000 Internationalen Einheiten Penicillin G und 250 mg Dihydrostreptomycinsulfat vermischt werden.
In zweckmässiger Weise liegt das Immunoglobulin als reines konzentriertes polyvalentes Produkt vor, vorzugsweise zu mehr als 80% in der Form von γ-Globulin, während 15,5% (g/V) Proteinfeststoffe vorhanden sind. Die minimalen Aggiutininwerte liegen bei 1 :6400 und die minimalen Wachstumskonzentrationen gegen verschiedene Mikroorganismen, wie beispielsweise Staphylococci, Streptococci, E. coli, Klebsiella, Aerobacter und Pseudomonas, bei I : 100
Eine Zubereitung, die der erwähnten ähnelt. jedoch keine Antibiotika enthält, kann für eine passive Immunität gegen Kälbermastitis verwendet werden und besitzt den Vor teil. dass den Tieren kein Antibiotikum verabreicht wird.
Die Zubereitungen werden vorzugsweise in einem Kühlraum bei 4 "C gelagert und können für eine Infusion in das Euter durch den Zitzenkanal verwendet werden, und zwar für eine Behandlung gegen eine Kälbermastitis sowie zur Erzeugung einer passiven Immunität.
Im allgemeinen können 10-50 ml pro Viertel eines Euters infusiert werden, wodurch im allgemeinen ein Schutz von wenigstens 6-8 Wochen erzielt wird.
Es ist zu empfehlen, die Milch, die aus einem mit Immunoglobulin plus einem Antibiotikum behandelten Euterviertel er halten wird, und zwar bis zu einer Zeitspanne von 24 Stunden nach der Behandlung, zu verwerfen. Wird kein Antibiotikum verwendet, dann braucht die Milch nicht verworfen zu werden. Soll eine Mastitis behandelt werden, dann ist es zu empfehlen, eine Probe der infizierten Milch in einem Laboratorium zu analysieren, um festzustellen, welche Mikroorganismen (beispielsweise grampositive oder graninegative oder Hefen oder Fungi) die Mastitis verursachen. Dann kann ein geeignetes Antibiotikum oder eine geeignete Antifungusverbindung dem Immunoglobulin vor der Infusion zugesetzt werden.
Die Ergebnisse, die bei der Behandlung von Kühen gegen Mastitis erhalten werden, sind ausgezeichnet.
Wenn auch die Wirkung des Antikörpers gegenwärtig noch nicht vollständig zu verstehen ist, so nimmt man dennoch an, dass die Wirkung auf eine Immobilisierung und Wachstumsinhibierung von Makroorganismen in Verbindung mit einer erhöhten Phagocytosis zurückzuführen ist.
Zahlreiche Versuche haben gezeigt, dass gesunde Kühe, die mit dem Antikörper behandelt werden, nur geringfügige Reizungen zeigen, die nach 3 bis 5 Tagen vollständig verschwunden sind.
Eine andere geeignete antibiotische Substanz kann anstelle oder zusätzlich zu dem oben angegebenen Antibiotikum zusammen mit dem Mastitis-lmmunoglobulin verwendet werden.
Im allgemeinen wird mit Penicillin G ein in vivo-Wirkungsgradindex von ungefähr 40010, mit halbsynthetischen Penicillen oder einer Kombination aus Penicillin G plus Streptomycin ein Index von ungefähr 500/o, mit F Furazolidon, einer Kombination aus Erythromycin und Noviobiocin oder einer Kombination aus Neomycin und Bacitracin ein Index von ungefähr 70 /0 und mit Chloramphenicol ein Index von ungefähr 90 /0 erzielt.
Unter Verwendung eines Immunoglobulins, das aus dem gesammelten Blut von geschlachteten Kühen gewonnen worden ist, wurde ein Versuch unter Verwendung von Mutterschafen und Mutterziegen, die an Mastitis litten, mit denselben guten Erfolgen durchgeführt.
PATENTANSPRUCH 1
Verfahren zur Herstellung von Mastitis-lmmunoglobulin, dadurch gekennzeichnet, dass man Kühe, Ziegen oder Schafe mit Mastitis-Erregern infiziert, das Blut der entsprechende Antikörper enthaltenden infizierten Tiere sammelt, mit einem Antikoagulans und einem Antihaemolytikum zusammenbringt, zur Trennung des Plasmas von den Blutkörperchen zentrifugiert, das Plasma mit einem Blutkoagulans behandelt, das geronnene Material vom Serum abtrennt und das Gamma-Globulin als Träger der Antikörper-Funktion sodann durch Ausfällen von den übrigen Bestandteilen des Serums abtrennt.
UNTERANSPRÜCH E
1. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Tiere auf natürliche Art infiziert, um einen hyperimmunen Zustand zu erreichen,
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Tiere künstlich infiziert, um einen hyperimmunen Zustand zu erreichen.
3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Blut von geschlachteten Tieren gesammelt wird.
4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Blut durch Ausbluten von lebenden Tieren gewonnen wird.
5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Blut einer bestimmten Anzahl von Tieren gesammelt wird und das Immunoglobulin aus diesem gesammelten Blut hergestellt wird.
PATENTANSPRUCH 11
Mastitis-lmmunoglobulin, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I.