Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrich- tung zum Richten von Verziehungen und Verschiebungen in Textilbahnen, wie Web- und Maschenwaren.
Das schweizerische Patent 473 934 beschreibt bereits eine Vorrichtung zum Richten von Schussverziehungen oder Schussverschiebungen in Geweben, mit Erfassungsgeräten, schwenkbaren Schrägrichtwalzen und mindestens einer Bogenrichtwalze.
Diese beste bisher bekannte Vorrichtung erlaubt im Prinzip, alle Textilien auszurichten. Wenn dabei für Gewebe keine Schwierigkeiten auftreten, und auch nicht für einen Grossteil von Maschenwaren, wie z.B. Strickwaren, so kann doch bei leichten Rundstrickwaren die grosse Zahl von Umlenk- und Richtwalzen, wenn diese nicht sehr leicht laufen, in allen bekannten Vorrichtungen zu Schwierigkeiten führen.
Das Vermeiden dieser Schwierigkeiten setzt aber eine sehr genaue und gute Wartung aller Teile der Richtvorrichtung voraus, was in einem rauhen Textilbetrieb mit angelernten Arbeitern nur selten möglich ist.
Man darf nicht vergessen, dass es, um alle Wirkwaren ganz gleicher Art einwandfrei ausrichten zu können, Grundbedingung ist, dass die in der Richtvorrichtung auftretenden Spannungen nicht grösser sein dürfen als dies die Maschenwaren ohne sich zu verziehen ertragen können.
Um die in den Ausrichtvorrichtungen auftretenden schädlichen zu grossen Längsspannungen bei Maschenwaren nach Möglichkeit zu verringern, wurde im Schweizer Patent Nummer 473 934 bereits vorgeschlagen, nur eine an Stelle von zwei der immer schwer laufenden Bogenwalzen zu verwenden.
Bei anderen bekannten Richtvorrichtungen versuchte man, um wenigstens einen kleinen Teil von Maschenwaren ausrichten zu können, die einzelnen Richt- und Umlenkwalzen mechanisch anzutreiben, um störende Längsspannungen wenigstens zum Teil aufzuheben. Dies ist aber nur unter grossem Aufwand und mit teuren Spezialkonstruktionen möglich.
Die Ideallösung liegt daher in einer Verminderung aller Richtwalzen auf die kleinst mögliche Zahl, d.h. eine einzige Walze, welche entweder synchron mit der Geschwindigkeit der nachgeordneten Behandlungsmaschine angetrieben wird, oder noch besser in die Behandlungsmaschine organisch eingebaut ist.
Es ist aber weiter eine bekannte Tatsache, dass bei auftretenden Bogenverzügen diese nur selten im Zentrum der Gewebe liegen. Wenn also der nicht zentrisch liegende Bogen ausgerichtet ist, so bleibt automatisch ein entsprechender Schrägverzug übrig, welcher durch nachgeordnete Schrägrichtwalzen ausgerichtet werden muss.
Die vorliegende Erfindung löst die Aufgabe eines idealen Schussrichters für alle Textilien vollkommen.
Zu diesem Zweck ist die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Richten von Verziehungen und Verschiebungen in Textilbahnen, gekennzeichnet durch eine einzige gerade, konvex und konkav einstellbare Richtwalze, die schwenkbar gelagert ist, durch eine die vorhanCenen Verziehungen und Verschiebungen feststellende elektronische Vorrichtung und durch von dieser Vorrichtung beeinflusste Steuermittel, welche die Richtwalze in Funktion der festgestellten Verziehungen und Verschiebungen derart steuern, dass in gerader, konvexer oder konkaver Stellung der Richtwalze alle Verziehungen und Verschiebungen einschliesslich nicht zentrischer Bogen einwandfrei ausgerichtet werden.
Die erfindungsgemäss zu verwendende Richtwalze kann von irgendeiner bekannten Konstruktion sein, welche durch eine elektrische oder hydraulische Steuerung konkav und konvex verstellbar ist und welche in bekannter Weise mittels eines Schwenkrahmens. der in Kreuz- oder Kugelgelenken gelagert ist, horizontal und vertikal sowie vor- oder rückwärts verstellt werden kann. Diese Richtwalze kann synchron zur Gewebebahn angetrieben werden und ermöglicht nicht nur, Schrägund Bogenverzüge, sondern auch nicht zentrisch liegende Bo- genverzüge in allen Textilbahnen einwandfrei zu richten.
Anhand der beiliegenden Zeichnung wird nachfolgend ein Ausführungsbeispiel beschrieben.
Fig. 1 zeigt schematisch im Querschnitt eine Vorrichtung,
Fig. 2 zeigt schematisch eine Ansicht der Richtwalze,
Fig. 3 zeigt ebenfalls schematisch die Richtwalze,
Fig. 4 zeigt Beispiele von Verzügen und Verschiebungen, welche mit der beschriebenen Vorrichtung gerichtet werden können.
In einem Gehäuse 1 sind Umlenkwalzen 2 und 2' sowie 3 und 3' angeordnet. Je nach Einbau können die Walzen 2 und 2' wegfallen, besonders wenn die beschriebene Vorrichtung direkt in eine Behandlungsmaschine z.B. einen Spannrahmen eingebaut wird. Zwischen den Walzen 2 und 3 bzw. 2' und 3' liegen die Messköpfe 12, 12' einer elektronischen Erfassungsvorrichtung beispielsweise nach Schweizer Patent Nr. 418 004.
Um bei einem seitlichen Verlaufen der Textilbahnen sicherzustellen, dass die Messköpfe der elektronischen Erfas sungsvorrichtung immer die gleichen Stellen der Textilbahnen prüfen, werden die Messköpfe bei einem seitlichen Verlaufen der Textilbahnen durch bekannte Steuermittel (Kantenabtastung) so mitgefuhrt, dass sie immer die gleichen Stellen in den Textilbahnen prüfen.
Die Richtwalze 6 ist einem Schwenkrahmen 4 in einem Kugel- oder Kreuzgelenk 5 derart gelagert, dass ein Schwenken der Richtwalze in allen Richtungen, vertikal, horizontal und vorwärts oder rückwärts möglich ist.
Die Druckzylinder 9 (Fig. 2) und 10 (Fig. 3) erlauben es die Walze 6 vertikal (Fig. 2), horizontal (Fig. 3) und vorwärts oder rückwärts zu verstellen.
Der Druckzylinder 11 dient dazu, der Walze 6 eine gerade, konvexe oder konkave Stellung bezüglich der auszurichtenden Textilbahn zu geben.
Beim Einbau der Vorrichtung in eine Behandlungsmaschine wird die Walze 6 automatisch mit den anderen Walzen im Eingang der Maschine synchron angetrieben. Infolgedessen tritt keinerlei schädliche Längsspannung in den Textilbahnen auf.
Wird die Richtvorrichtung separat aufgestellt und benutzt, so kann nach Bedarf die Richtwalze angetrieben werden oder nicht, so wie es die nachfolgende Behandlung der Textilbahnen erfordert.
Die Laufrichtung der Textilbahn T (Fig. 1) spielt keine Rolle. Die Messköpfe 12 bzw. 12' (z.B. nach Patent 418 004) stellen die Fehler, d. die Verziehungen und Verschiebungen in der zu behandelnden Textilbahn fest, wobei je nach Laufrichtung die Köpfe 12 oder die Köpfe 12' nachgeschaltet sind.
Der vorgeschaltete Messkopf gibt über seine zugehörige elektronische Einrichtung den festgestellten Fehlern entsprechende elektrische Signale an (nicht dargestellte Steuermittel, welche ihrerseits die Zylinder 9, 10 und 11 betätigen. Diese bringen die Richtwalze 6 in die entsprechende Korrekturstellung, welche genau den gemessenen Fehlern entspricht. Die nachgeschalteten Messköpfe stellen fest, ob tatsächlich alle Fehler korrigiert sind. Sollte das nicht der Fall sein, so wirken die nachgeschalteten Messköpfe durch Rückkopplung auf die genannten Steuermittel. Nachgeschaltete Messköpfe sind sehr zweckmässig, jedoch nicht unbedingt in allen Fällen nötig.
In Fig. 4 sind schematisch einige Beispiele von Textilbahnfehlern dargestellt, welche mit der erfindungsgemässen Vorrichtung gerichtet werden können. Darunter befinden sich Schrägverzüge sowie zentrische und nicht zentrische Bogenverzüge.
Die Richtwalze 6 kann durch an sich bekannte Mittel positiv angetrieben werden, oder aber frei laufen. Wenn erforderlich wird die Walze 6 mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Textilbahn angetrieben, so dass die Geschwindigkeit der Textilbahn genau der Umfangsgeschwindigkeit der Walze 6 entspricht. Dadurch werden alle Spannungen in der Textilbahn vermieden. Man kann die Walze 6 aber auch langsamer oder schneller als die Textilbahn antreiben, wenn man eine gewisse Restspannung bzw. Materialvorgabe wünscht.
Um verbleibende kleine Verzüge auszurichten, kann man bei leichten Rundstrickwaren die in Laufrichtung der Textilbahnen der Richtwalze nachgeschaltete Umlenkwalze als Breitstreckwalze ausbilden und falls notwendig synchron mit der Richtwalze antreiben.