Die Erfindung betrifft einen Verschluss für die Einfüll öffnung an innendruckbelastbarem Silobehälter mit einem unter Zwischenlage eines elastischen Dichtringes mit einem Flansch an einen Flansch der Einfüllöffnung lösbar und dichtend ansetzbaren Deckel, der einseitig in einem Schwenklager am Silobehälter angelenkt ist.
Bei einem bekannten Verschluss ist der Deckel um eine in der Flanschebene gelegene Achse von der Einfüllöffnung abklappbar und in geschlossenem Zustand mit Flanschschrauben, die auf den Umfang der Flansche verteilt sind, festgeschraubt. Diese Verschluss erfordert umständlichen Betätigungsaufwand, den zu vermeiden, Aufgabe der Erfindung ist, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der Deckel in seinem Schwenklager um eine senkrecht zu der Ebene des Flansches der Einfüllöffnung ausserhalb des Dichtringes gelegene Achse schwenkbar gelagert ist und in diesem Schwenklager gegen Verschieben in Richtung dieser Achse gesichert ist und auf der diesem Schwenklager gegenüber gelegenen Seite in Schliessstellung von einem am Silobehälter befestigten Widerlager gegen Zurückweichen vom Flansch der Einfüllöffnung sicherbar ist und dass der elastische Dichtring durch Druckmedium aufwölbbar ist, soweit,
dass er den zum Aufschwenken des Deckels erforderlichen Spielraum zwischen den beiden Flanschen abdichtend überbrückt.
Nach der Erfindung genügt es, zum Öffnen des Deckels diesen in der Flanschebene zur Seite zu schwenken, und das ist, wenn die Flanschebene horizontal ist, wie es bei den in Frage stehenden Einfüllöffnungen in der Regel der Fall ist, möglich, ohne dass das Eigengewicht des Deckels dabei überwunden werden muss. Zum Abdichten des in Schliessstellung geschwenkten Deckels bzw. zum Lösen dieser Abdichtung genügt es, das Druckmedium an den Dichtring anzusetzen bzw. abzusetzen, und das kann geschehen durch einfache B etätigung eines Ventils. Aufgrund der Funktion des Dichtringes ist auch sichergestellt, dass die Abdichtung auf dem ganzen Umfang wirksam ist, was durch Unachtsamkeit bei dem bekannten Verschluss, wenn einige Schrauben auf dem Umfang nicht angezogen sind, nicht immer der Fall ist.
Als besonders vorteilhaft erweist es sich auch, dass ein Verschluss nach der Erfindung mit einfachen Mitteln fernbedienbar ausgestaltet werden kann. Eine solche Fernbedienung ist von erheblichem Vorteil, weil Silobehälter der hier in Frage stehenden Art viele Kubikmeter Fassungsvermögen haben und demzufolge mehrere Meter hoch sind. Die Bedienungsperson kann also einen solchen Verschluss zum Zwecke der Handbedienung nur erreichen, wenn sie mittels einer Leiter den Behälter erklimmt, was sich durch eine Fembedienung erübrigen lässt.
Silobehälter der hier in Frage stehenden Art werden zum Entleeren von eingefülltem schüttfähigen oder rieselfähigen Gut unter Innendruck gesetzt, und zu diesem Zweck muss der Verschluss druckdicht schliessen. Es können sich erhebliche Betriebsstörungen ergeben, wenn bei einem unter Innendruck gesetzten Behälter aus Unachtsamkeit der Deckel geöffnet wird, was zu vermeiden, Aufgabe einer Weiterbildung der Erfindung ist, die dadurch gekennzeichnet ist, dass zum Schwenken des Deckels ein mit Druckmedium betätigbares Zylinderkolbenaggregat vorgesehen ist, das an ein Druckmediumaggregat angeschlossen ist und dass zum An- und Absetzen des Druckmediums an dieses Zylinderkolbenaggregat und an den Dichtring eine gemeinsame, vom Innendruck des Silobehälters abhängig arbeitende Steuereinrichtung vorgesehen ist, die zum Schliessen des Deckels den Dichtring erst mit Druckmedium beaufschlagt,
wenn sich der Deckel in Schliessstellung befindet und zum Öffnen des Deckels den Dichtring erst druckentlastet wenn der Innendruck des Silo behälters einen vorbestimmten kritischen Wert unterschritten hat und das Aufschwenken des Deckels erst veranlasst, wenn der Dichtring druckentlastet ist.
Die Erfindung ist vorzugsweise anwendbar bei Silobehältern eines Silofahrzeuges.
Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 einen Verschluss nach der Erfindung in geschlossenem Zustand im Querschnitt und
Fig. 2 den Verschluss aus Fig. 1 in Draufsicht gemäss dem Pfeil II aus Fig. 1 und
Fig. 3 den Schaltplan für eine elektropneumaüsche Steuereinrichtung zur Betätigung des Verschlusses aus Fig. 1 und 2.
In Fig. 1 und 2 ist abgebrochen das obere Stück der Wandung eines innendruckbelastbaren Silobehälters 1 sichtbar.
Dieser Silobehälter 1 hat die Form eines liegenden Kreiszylinders und ist an beiden Stirnenden mit Klöpperböden verschlossen. Oben befinden sich auf die Länge verteilt mehrere Einlauföffnungen von denen eine, nämlich die Einfüllöffnung 2, in Fig. 1, sichtbar ist, während sich unten die Auslauföffnungen befinden. Die Einfüllöffnung 2 ist mit einem Flansch 3 eingefasst, der sich horizontal erstreckt. In die Oberseite des Flansches 3 entlang des inneren Randes ist eine Ringnut 4 eingelassen, in die ein Gummidichtring 5 mit gewölbtem Profil eingepasst ist und zwar so, dass die Wölbung nach aussen weist. Im Nutboden der Nut 4 mündet ein Anschlussstutzen 6 zum Anschluss an die Druckseite eines Druckluftvorrates.
Durch die Wölbung des Gummidichtrings 5 bleibt über dem Nutboden 44 ein Ringkanal 45 frei.
Ausserhalb des Dichtringes 5 ist an der einen Seite in Fig. 1 rechts - ein Schwenklagerbolzen 7 auf den Flansch 3 geschweisst und zwar so, dass er sich mit seiner Achse 8 senkrecht zur horizontalen Ebene des Flansches 3 erstreckt.
Mit9 istein gewölbterDeckelbezeichnet, derdie Öffnung2 überspannt und von einem Flansch 10 umgeben ist. An den Flansch 10 ist ein Lagerschild 11 angeschweisst, das auf den Schwenklagerbolzen 7 gesteckt ist, so, dass der Deckel um die Achse 8 schwenkbar ist. Gegen Höhenverstellung auf dem Schwenklagerbolzen 7 in Richtung der Achse 8 ist der Deckel gesichert durch die auf den Bolzen aufgeschraubte Mutter 12.
An das Lagerschild ist ein Betätigungsarm 13 angesetzt an dessen freien Ende die Arbeitsstange 14 eines pneumatischen Arbeitszylinders 15 angelenkt ist. Ein Arbeitszylinder 15 ist am Silobehälter 1 befestigt. Auf der dem allgemein mit 16 bezeichneten Schwenklager des Deckels 9 gegenüberliegenden Seite des Deckels 9 ist ein Widerlager 17 vorgesehen, das einen Widerlagerbolzen 18 aufweist der ausserhalb des Dichtringes 5 auf den Flansch 3 geschweisst ist und sich mit seiner Achse 19 parallel zur Achse 8 erstreckt. Dieser Widerlagerbolzen 18 wird in der in Fig. 1 und 2 gezeichneten Schliessstellung des Deckels von einer am Flansch 10 des Deckels 9 angesetzten einseitig offenen Kralle 20 umfasst.
Der Widerlagerbolzen 18 wirkt in Schliessstellung des Deckels als Anschlag für den Deckel und begrenzt die gemäss Pfeilrichtung 21 einwärts gerichtete Schwenkbewegung des Deckels in der dargestellten Schliessstellung. Der Widerlagerbolzen 18 weist einen verbreiterten Kopf 22 auf der die Kralle 20 überfasst und den Deckel daran hindert, in Richtung der Achse 19 von dem Flansch 4 zurückzuweichen.
In der gezeichneten Stellung ist der Deckel 9 geschlossen aber noch nicht abgedichtet, da zwischen dem Dichtring 5 und dem Flansch 10 noch ein geringer Zwischenraum besteht, der erforderlich ist, um den Deckel 9 um die Achse 8 gegen die Pfeilrichtung 21 zum Zwecke des Öffnens zu schwenken. In dieser Stellung kann der Deckel belassen werden, und wenn es sich um einen Silobehälter eines Silofahrzeuges handelt, kann das Fahrzeug auch mit dem in der gezeichneten Stellung be findlichen und nicht abgedichteten Deckel fahren, da der Deckel durch den pneumatisch abgesperrten Arbeitszylinder 15 daran gehindert wird, infolge von Erschütterungen unbeabsichtigt in Öffnungsstellung zu schwenken.
Soll der Verschluss abgedichtet werden, was während der Fahrt zweckmässig ist und erforderlich ist, wenn der Silobehälter 1 unter Innendruck gesetzt werden soll, dann wird über den Stutzen 6 Druckluft unter den Gummidichtring 5 geblasen die dann den Gummidichtring aufwölbt, so dass er sich mit seiner Wölbung gegen die Unterseite des Flansches 10 presst, wogegen sich der Deckel auf dem Kopf 22 und auf der Mutter 12 abstützt. Soll der Deckel geöffnet werden, dann wird zunächst der Dichtring 5 druckentlastet, so dass er wieder in die gezeichnete Stellung zurückweicht, und nun kann mittels des pneumatischen Arbeitszylinders 15 der Deckel gegen die Pfeilrichtung 21 soweit zur Seite geschwenkt werden bis die Einfüllöffnung 2 völlig frei ist.
In Abänderung des dargestellten Ausführungsbeispiels kann man auch auf die pneumatische Betätigung des Deckels durch den Arbeitszylinder 15 verzichten und Handbetätigung vorsehen. Statt pneumatischer Betätigung des Dichtringes 5 und/oder des Arbeitszylinders 15 kann auch hydraulische Betätigung vorgesehen sein.
Anhand der Fig. 3 wird nun eine Steuereinrichtung beschrieben, die es gestattet, den in Fig. 1 und 2 dargestellten Verschluss nach einem vorbestimmten Programm von einer entfernten Position aus zu betätigen.
In Fig. 3 sind dargestellt: Drei Kontrollampen 30, 31, 32, drei elektromagnetisch betätigbare Druckluftventile 33, 34, 35, ein Symbol 36 für den Dichtring 5 und die zugehörige Nut 4, ebenfalls symbolisch der Arbeitszylinder 15, ein elektromagnetisches Relais 41, ein Schalter 37, der von einem Druckwächter 47 in Abhängigkeit des Innendrucks im Silobehälter 1 betätigt wird, ein Schalter 49 der von einem Druckwächter 48 in Abhängigkeit vom Innendruck im Ringkanal 45 betätigt wird, ein Hauptschalter 38, eine Hauptsicherung 39, ein Be triebsschalter 40, ein Endschalter 42, ein Windkanal 46 und ein Kompressor 43. D ünngezeichnet sind elektrische Leitungen, die an eine nicht dargestellte Stromversorgung angeschlossen sind und dick ausgezogen sind Druckluftleitungen, die an den an die Druckseite des Kompressors 43 angeschlossenen Windkessel 46 angeschlossen sind.
In der dargestellten Schaltstellung ist der Deckel geschlossen. Die beiden Druckluftventile 34 und 33 sind auf Durchgang geschaltet, so dass Druckluft vom Windkessel 46 in den Arbeitszylinder 15 und an den Ringkanal 45 gelangt, während das Druckluftventil 35 auf Entlüften geschaltet ist. Wird nun, um den Deckel zu öffnen, der Betriebsschalter umgeschaltet, dann schalten die beiden Druckluftventile 33 und 34 in Entlüftungsstellung, wodurch sofort der Ringkanal 45 und damit der Gummidichtring drucklos wird und der Schalter 49 schliesst. Die Folge ist, dass das Druckluftventil 35 umschaltet aufDurchgang, so dass nun die andere Seite des Arbeitszylinders 15 an den Windkessel 46 angeschlossen ist und der Kolben nach rechts wandert und dabei den Deckel öffnet und mit seinem rückwärtigen Ende den Endschalter 42 öffnet.
Wenn beim Umschalten des Betriebsschalters 40 aus der gezeichneten in seine andere Stellung Druck auf dem Silobehälter war, dann ist durch den Druckwächter 47 der Schalter 37 geschlossen und demzufolge wird der Schalter des Relais 41 umgeschaltet, der den soeben geschilderten Funktionsablauf des Deckelöffnens vollständig unterbindet, so lange bis der Schalter 37 infolge Abfalls des Innendrucks im Silobehälter wieder öffnet.
Wird der Betriebsschalter 40 wieder in die gezeichnete Stellung zurückgeschaltet, dann schaltet das Druckluftventil 35 auf Entlüften und das Druckluftventil 34 schaltet auf Durchgang, so dass der Arbeitskolben wieder in die gezeichnete Stellung zurückweicht und sobald er die gezeichnete Endstellung erreicht hat, also den Deckel in seine Schliessstellung geschwenkt hat, schliesst der Endschalter 42, der das Druckluftventil 33 aufDurchgang schaltet, so dass nun auch der Ringkanal unter Druckluft gesetzt wird, so dass der Schalter 49 wieder öffnet.
Die jeweiligen Funktionsstadien werden durch die Kontrollampen 30, 31 und 32 angezeigt. Zur Betätigung muss lediglich der Hauptschalter 38 und der Betriebsschalter 40 zugänglich sein. Diese beiden Schalter kann man weitab vom Verschluss an einer bequem zugänglichen Stelle anordnen, an der man zweckmässig auch die Kontrollampen 30, 31, 32 anordnet, so dass sie von dort ablesbar sind.