Die Erfindung betrifft einen Zahnbürstenfüllhalter mit einem Borstenträger und einem Borstenbesatz am einen Ende des letzteren, sowie sich an den Borstenträger anschliessendem, mit einem Reservoir für ein flüssiges oder pastöses Zahnreinigungsmittel versehenem, starrem Handgriff, wobei das das Zahnreinigungsmittel enthaltende Reservoir starrwandig ist, mit einem vom Reservoir durch den Borstenträger zum Borstenbesatz führenden Kanal und einer dem Reservoir zugekehrten Betätigungseinrichtung, die einen von dem Borstenträger an seinem den Borsten abgewandten Ende getragenen und mit ihm fest verbundenen Kolben mit einem mit dem Kanal und dem Inneren des eingesetzten Reservoirs stets frei verbundenen Durchlass umfasst, welcher Kolben in eine Öffnung des Reservoirs hineinragt und in ihr verschieblich und sowohl in unbetätigter Stellung als auch bei Betätigung dichtend geführt ist,
wobei die Wandung des Reservoirs im übrigen geschlossen ist und beim Hineinschieben des Kolbens in das Reservoir Zahnreinigungsmittel durch den Kanal und den Durchlass auf die Borsten gebracht wird und wobei der Durchmesser des Kanals oder des Durchlasses mindestens in einem Teilbereich desselben so bemessen ist, dass dieser Bereich als Kapillare auf das Zahnreinigungsmittel wirkt.
Ein derartiger Zahnbürstenfüllhalter ist bereits aus der Schweizer Patentschrift 551 773 bekannt. Demgegenüber wird durch die Erfindung die Aufgabe gelöst, einen Zahnbürstenfüllhalter der eingangs erwähnten Art so zu gestalten, dass eine einwandfreiere Betätigung der Zahnbürste ohne unbeabsichtigten Austritt von Zahnreinigungsmittel gewährleistet wird.
Dies wird erreicht bei einem Zahnbürstenfüllhalter der eingangs beschriebenen Art, welcher gemäss der Erfindung dadurch gekennzeichnet ist, dass das Reservoir im Handgriff axial verschieblich untergebracht ist, so dass es in unbetätigter Stellung mit seinem starren äusseren Ende aus dem an seinem vom Borstenträger abgewandten Ende offenen Handgriff herausragt und zur Betätigung in den Handgriff hinein bewegbar ist.
Es ist vorteilhaft, dass die Wandung des Handgriffs der Zahnbürste starr und nicht etwa einem manuellen Druck nachgebend ausgestaltet ist, wie es in vorbekannten Zahnbürstenfüllhaltern wie z. B. dem in der deutschen Offenlegungsschrift 1 904 801 beschriebenen gefordert wird.
Ein verhältnismässig kurzer Einschubweg des Kolbens genügt, um bei gut flüssigem Zahnreinigungsmittel eine hinreichende Portion desselben auf die Bürsten zu bringen, auch wenn das Reservoir nur zu einem geringen Teil mit Zahnreinigungsflüssigkeit gefüllt ist. Bei Zahnpasten der üblichen Konsistenz hingegen ist es erforderlich, den Kolben je nach der Menge der im Reservoir vorhandenen Zahnpaste mehr oder weniger tief in das Reservoir einzuschieben. Zahnbürstenfüllhalter, welche einen im Zahnreinigungsmittel enthaltenden Reservoir beweglichen Kolben besitzen, sind bereits z. B. aus den U.S. Patenten 2 214 144, 2 305 158 und 3 039 476 sowie aus der französischen Patentschrift 769 734 bekannt.
Jedoch muss bei allen diesen Geräten der Kolben vom dem Borstenträger abgewandten Ende des Reservoirs aus in das letztere hineinragen und durch eine durch die Endwandung des Reservoirs hindurchtretende Vorschubeinrichtung betätigt werden. Dauer Zahnbürstenfüllhalter jedoch die meiste Zeit nach Art eines Füllhalters mit dem vom Bürstenträger abgewandten Ende nach unten getragen werden soll, so erfordert diese hintere Dichtung besondere Sorgfalt und daher erhöhten Aufwand an konstruktiven Mitteln.
Die bei Verwendung einer solchen Vorschubeinrichtung auftretenden zusätzlichen Dichtungsprobleme werden nun bei dem Zahnbürstenfüllhalter gemäss der Erfindung vermieden, wobei auch durch die Vermeidung der genannten besonderen konstruktiven Mittel Kosten gespart werden.
Abgesehen von der Aufnahmeöffnung für den Kolben, welche gleichzeitig als Einfüllöffnung für das Zahnreinigungsmittel dient, besitzt die starre Reservoirwandung also keinerlei Öffnung.
Vorzugsweise wird bei dem Zahnbürstenfüllhalter eine Sperre vorgesehen, die ein vollständiges Herausziehen des Kolbens aus dem Handgriff beim normalen Gebrauch verhindert. Die Sperre kann gelöst werden, wenn die Füllung des Reservoirs erneuert werden muss. Als Reservoir dient eine auswechselbare, mit dem Zahnreinigungsmittel gefüllte Patrone, deren Verschluss nach Einbringen in das Innere des Handgriffs und vor Wiedereinsetzen des Kolbens in den letzteren entfernt werden muss.
Bei Verwendung einer Zahnreinigungsflüssigkeit genügend niedriger Viskosität genügt, wie bereits erwähnt, ein kurzer Einschubweg des Kolbens in das Reservoir, um auch bei nur geringer Füllung des letzteren eine hinreichende Menge Flüssigkeit auf die Borsten zu bringen.
Hierbei ist vorzugsweise der Kanal durch den Borstenträger mindestens in einem Teilbereich als Kapillare ausgebildet, welche den Druchtritt der Zahnreinigungsmittelflüssigkeit zu den Borsten während des Verweilens des Kolbens in seiner äusseren Endstellung am dem Borstenträger zugewandten Ende des Reservoirs verhindert.
Bei Verwendung einer Zahnreinigungsflüssigkeit üblicher Viskosität hat die Kapillare vorzugsweise einen Durchmesser von etwa 0,5 bis 1,5 mm, während der übrige Bereich des Kanals einen Durchmesser von über 1,5 mm und vorzugsweise einen solchen von 2 mm aufweisen kann. Sehr zufriedenstellende Ergebnisse wurden mit einem Kanal von 2 mm Durchmesser erzielt, bei welchem nur die Mündung in den Borstenbesatz eine kapillare Weite von 0,8 mm aufwies, wobei als Flüssigkeit Weleda Mundwasser oder Chlorodont Mundwasser der handelsüblichen Zusammensetzung verwendet wurden.
Das den Einschubweg des Kolbens in das Reservoir begrenzende Anschlagmittel wird vorzugsweise aus einem auf dem in das Reservoir eingeschobenen Kolben durch einen Ausschnitt des Handgriffs herausragenden Vorsprung gebildet, der sich mit derselben Hand, z. B. dem Zeigefinger derselben, betätigen lässt, die den Handgriff hält.
Es genügt dabei im Falle der Verwendung von Zahnreini gungsflüssigkeit üblicher Viskosität, dass der Einschubweg des Kolbens aus seiner oben beschriebenen Endstellung nur etwa 2 mm beträgt.
In den beiliegenden Zeichnungen ist die Erfindung bei spielsweise dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungs form des Zahnbürstenfüllhalters mit am Borstenträger be festigtem Handgriff und von diesem getrennten Reservoir,
Fig. 2 und 3 einen Längs- und einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform mit am Borstenträger befestig tem Teil des Handgriffs und in diesem gelagertem, auch mit als Handgriff dienendem Reservoir, mit dem Kolben in
Einschubstellung, und
Fig. 4 eine Seitenansicht der in Fig. 2 und 3 gezeigten
Ausführungsform mit dem Kolben in nichtausgebender Stel lung sowie
Fig. 5 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt einer be sonderen Ausführung des Handgriffs und der Reservoir wandung, die der leichteren Betätigung dient.
Die in der Fig. 1 gezeigte Ausführungsform des Zahn bürstenfüllhalters besitzt als Hauptteile einen Handgriff 31, in dessen Innerem das Reservoir 30 für Zahnreinigungsmittel untergebracht ist, und dessen Wandung vorzugsweise starr ausgebildet ist, um ein zufälliges Auspressen von Zahn reinigungsmittel zu vermeiden, sowie den Borstenträger 33 mit den Borsten 4, auf den eine Schutzkappe (nicht gezeigt) aufgesetzt werden kann.
Vor dem Bürsten der Zähne wird der Kolben 37 nur ganz kurz aus der Endstellung der Fig. 1 in diejenige der Fig. 2 verschoben und sogleich wieder in diejenige der Fig. 1 zurückgezogen. Dies genügt, um eine kleine Menge Flüssigkeit aus dem Reservoir auf die Borsten 4 zu befördern, auch wenn das Reservoir 30 nur noch teilweise mit Flüssigkeit gefüllt ist. Dabei gelingt es, praktisch die gesamte Flüssigkeit aus dem Reservoir aufzubrauchen, ohne dass der Kolben 37 tiefer in das Reservoir eingeschoben zu werden braucht.
Das Reservoir 30 ist hin und her beweglich in dem Handgriff 31 gelagert, der seinerseits mit dem Borstenträger 33 fest verbunden ist. Das Reservoir 30 besitzt eine zylindrische Auslassbohrung 34, in welche der in einer Ausnehmung 38 des Borstenteils 33 fest eingesetzte Kolben 32 hineinragt und gegen deren Wandung er mittels der Lippenringdichtung 39 abgedichtet ist. Der Kolben 37 ist von dem vorzugsweise kapillaren Kanal 32 in axialer Richtung durchsetzt. Der Kanal 32 öffnet nach den Borsten 4 des Borstenträgers 33 zu in den Kanal 12 der von der Ausnahmung 38 zu seiner Mündung 19 zwischen den Borsten 4 führt.
Der Kanal 12 ist in dieser Ausführungsform in seinem grössten Bereich mit einer lichten Weite von etwa 2 mm ohne kapillare Wirkung auf die vorzugsweise in diesem Gerät zu verwendende Zahnreinigungsflüssigkeit ausgebildet, während er im Bereich der Mündung 19 nur eine Weite von etwa 0,8 mm aufweist, wodurch er auf die Flüssigkeit eine genügende kapillare Wirkung ausübt, um sie am Ausfliessen bei in normaler Endstellung befindlichem Kolben 37 zu verhindern, auch wenn der Zahnbürstenfüllhalter mit den Borsten nach unten heftig geschwenkt wird.
Durch Druck auf das rückwärtige Ende 30a des Reservoirs 30 wird dieses ein kurzes Stück in den Handgriff 31 hineingeschoben, maximal bis seine Stirnseite 30b auf eine Anschlagfläche 33a im Innern des Borstenteils 33 auftrifft. Dabei tritt etwas Flüssigkeit bei mit den Borsten nach unten gehaltener Zahnbürste durch die Kanäle 32 und 12 und die Mündung 19 aus und gelangt auf die Borsten. Da ein Zurückholen des Reservoirs 30 in die in Fig. 1 gezeigte Ausgangsstellung, in der keine Flüssigkeit ausgegeben wird, mit den Fingern zu schwierig wäre, ist hierzu eine Rückholfeder 36 vorgesehen, die in einer Ausnehmung 35 in der Stirnseite 30b des Reservoirs und einer mit ihr fluchtenden Ausnehmung 33b in der Anschlagfläche 33a des Borstenträgers 33 untergebracht ist.
Die Rückholstellung des Reservoirs 30 ist begrenzt, und das Herausfallen des Reservoirs 30 aus dem Handgriff 31 wird verhindert durch eine Bajonettverriegelung bestehend aus einem Zapfen 30c auf der Aussenwandung des Reservoirs 30 und einem diesen Zapfen 30c aufnehmenden Schlitz 31a im Handgriff 31 (siehe auch Fig. 5, in welcher diese Bajonettverriegelung gegenüber derjenigen der Fig. 1 um 90" verdreht vorgesehen ist). Bei entsprechender Abmessung der Schlitztiefe kann auch der Einschubweg des Reservoirs 30 in den Handgriff 31 so begrenzt sein, dass ein Auflaufen der Reservoirstirnseite 30b auf die Anschlagfläche 33a des Borstenträgers 33 vermieden und die Rückholfeder 36 weniger stark zusammengedrückt wird.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 bis 4 ist die Anordnung aller funktionellen Teile ähnlich der in Fig. 1 gezeigten, doch sind das Reservoir 40 und das Handgriffteil 41 so ausgebildet, dass sie zusammen einen rechteckigen Querschnitt ergeben, und das Handgriffteil 41 besitzt abgeschrägte Seitenwände 41a und 41b, von denen die hinter dem Reservoir gelegene Wand 41a in Fig. 2 gestrichelt angedeutet ist, während das Reservoir auf der Aussenfläche seiner Seitenwände entsprechende Abschrägungen 40a und 40b besitzt, welche so ausgebildet sein können, dass sie bei maximalem Einschub des Reservoirs 40 in das Handgriffleil 41 auf die abgeschrägten Seitenwände 41a, 41b des letzteren auflaufen, wie dies in Fig. 2 und 3 gezeigt ist, während in der Nichtausgabestellung nach Fig. 4 zwischen diesen Flächen ein kleiner Abstand besteht.
Wie in der Ausführungsform nach Fig. 1 ist auch in derjenigen nach Fig. 2 bis 4 das Handgriffteil 41 einstückig mit dem Borstenträger 43 ausgebildet. In den Fig. 2 bis 4 ist der besseren Übersichtlichkeit halber keine Rückholfeder gezeigt, dieselbe kann aber natürlich genau wie in der Ausführungsform nach Fig. 1 vorgesehen sein.
Schliesslich kann das Reservoir 40 auf seiner Aussenfläche an geeigneter Stelle eine Riffelung 44 tragen, die, wie in Fig. 4 gezeigt, am vom Borstenträger abgewandten Ende des Reservoirs, oder wie in Fig. 5 gezeigt, mehr nach dem Borstenende zu angeordnet sein kann. In der Ausführung nach Fig. 5, in welcher das Reservoir 30, ebenso wie in Fig. 1, in einem nicht abgeschrägten Handgriff 31 untergebracht ist, ist in letzterem ein Fenster 45 vorgesehen, durch welches hindurch die Riffelung 44 mit dem Finger erreichbar ist, so dass bei entsprechendem Halten der Zahnbürste in der hohlen Hand mit dem Borstenteil am kleinen Finger vorbei aus der Hand herausragend, das Reservoir z. B. mit dem Daumen derselben Hand leicht verschoben werden kann.
Als Material für die Hauptteile des Zahnbürstenfüllhalters gemäss der Erfindung können alle üblichen Materialien wie z. B. Kunststoff oder Metall verwendet werden.
Der oben erwähnte Bereich eines kapillaren Durchmessers von etwa 0,5 bis 1,5 mm eignet sich vor allem für Zahnreinigungsflüssigkeiten, die eine Viskosität von über 1 bis zu 5, vorzugsweise jedoch von etwa 1,5 bis 2,5 Centipoise besitzen.
Es ist zweckmässig, den Zahnbürstenfüllhalter mit einer üblichen Schutzkappe für den Borstenträger und die Borsten auszustatten. Am Halter kann eine Klammer vorgesehen werden, mittels welcher er an den Rand einer Tasche angesteckt werden kann.
Um den Flüssigkeitsinhalt im Reservoir 30 zu kontrollieren, kann ein Fenster aus durchsichtigem Material am oberen Ende des Handgriffs vorgesehen sein, oder auch der ganze Handgriff aus durchsichtigem Material gefertigt werden, z. B. aus Acrylglas.
Natürlich brauchen der Borstenträger 33 und der Kolben 37 nicht aus einem Stück gefertigt zu sein, sondern sie können auch getrennt hergestellt und alsdann in bekannter Weise durch Kleben, Ultraschallschweissung, Löten oder auch mittels eines Bajonettanschlusses miteinander verbunden werden.