Die Erfindung betrifft einen Skischuh, mit einem starren Oberteil und mit einer Laufsohle, aus einem gegenüber dem Oberteil weicheren Material, wobei der Oberteil zur Aufnahme von Skibindungsteilen ausgebildet ist.
Bei bekannten Skischuhen dieser Art weist die Laufsohle an der Spitze und an der Ferse verhältnismässig höhere Shorehärten auf, um den Druck der Bindungsteile aufnehmen zu können.
Bei einem bekannten Skischuh der eingangs genannten Art (OE-PS 260 725) weist die Laufsohle im Ballenbereich eine geringere Härte auf als in den an den Ballenbereich angrenzenden Bereichen. Auf diese Weise soll eine Abrollbewegung des Fusses auf der Unterlage ermöglicht werden, ohne dass dadurch die Druck aufnahmefähigkeit der Sohle an der Spitze und Ferse beeinträchtigt wird.
Die oben genannte Ausbildung hat jedoch bei Gummisohlen den Nachteil, dass zum Anvulkanisieren verschieden harter Laufsohlenteile die Vulkanisationsform mit verschiedenen Kautschukrohlingen beschickt werden muss und die einzelnen Gummiqualitäten bei der Vulkanisation in nichtgenügender Weise ineinanderfliessen, wodurch das Entstehen einer einheitlichen Laufsohle erschwert wird. Dies wird dann noch mehr der Fall sein, wenn für die einzelnen Rohlinge gesonderte Gummimischungen zur Anwendung gelangen. Beim Anspritzen der Laufsohle aus Kunststoff wird hingegen ein mehrstufiges Verfahren benötigt, wodurch die Herstellungskosten erhöht werden. Dabei ist eine weichere Zone im Ballenbereich zur Aufnahme verschiedener Skibindungen ungeeignet.
Bei einem anderen bekannten Skischuh (OS-PS 258 163) ist eine Zwischen- und eine Laufsohle aus Kunststoff oder Gummi vorgesehen, wobei die Zwischensohle aus hartem Material und die Laufsohle aus einem diesem gegenüber weichen, elastischen Material besteht. Dieser bekannte Schuh weist zwar eine weiche Sohle mit durchwegs konstanter Shorehärte auf, hat aber den Nachteil, dass er nur rutschsicherer, aber nicht zum Gehen geeignet ist.
Es ist auch ein Vorschlag bekannt, bei dem der Skischuh mit einem flexiblen Teil im Sohlenbereich als an den vorderen und hinteren Halteteilen ausgebildet ist (US-PS 3 621 591).
Obzwar durch diese Ausführung ein verhältnismässig leichteres Gehen ermöglicht wird und der Schuh auch an Gewicht verliert, entspricht das Gehvermögen doch nicht den Erfordernissen, die vor für das Gehen geeignete Schuhe gestellte werden. Die bekannte Ausführung kann daher nur als eine Zwangslösung betrachtet werden.
Nach der DT-OS 1 907 286 ist es auch bekannt, das Verformen der Schuhsohle mit eingesetzten Schichten aus Metall oder Kunststoff dadurch zu verhindern, dass die Teile entlang der Sohlenkanten als Kontaktflächen für zusammenwirkende Teile der Skibindung angeordnet sind. Durch diese Massnahme geht jedoch die durch die Anwendung von aus Gummi oder elastischem Kunststoff bestehende, weiche Sohle erkaufte Gehmöglichkeit zum Teil verloren.
Die Erfindung hat sich nun zum Ziel gesetzt, einen Skischuh der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem die genannten Nachteile bekannter Ausführungen behoben sind und der steife Stiefel sowohl zum Gehen als auch zum Skifahren verwendet und ausgenützt werden kann.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäss dadurch, dass die Laufsohle direkt an dem bodenlos ausgebildeten Oberteil angebracht ist und zugleich den Boden des Oberteils bildet, und dass das weiche, elastische Material der Laufsohle überall die gleiche Shorehärte aufweist und mit Versteifungsteilen versehen ist.
Durch die angeführte Ausbildung des Skischuhes wird die gestellte Aufgabe einwandfrei gelöst. Dadurch, dass die Laufsohle durchgehend aus einem verhältnismässig weichen Material hergestellt ist, ist das Gehen mit dem Skistiefel ohne weiteres möglich. Die besondere Ausbildung des Oberteiles bzw. des Schaftes oder der am festen Skioberteil angeordneten
Beschlagteile ermöglichen das Festhalten des Skistiefels zwi schen den Skibindungsteilen, ohne dass dadurch die Funk tionstüchtigkeit der Skibindungen nachteilig beeinflusst würde.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform kann minde stens die Schuhspitze nach vorne abgestuft und/oder verzogen sein, wobei der zugehörige Skibindungsteil am bzw. im niedri geren Bereich des Oberteiles eingreift. Auf diese Weise wird ein sicheres Halten gewährleistet, wobei der Skistiefel auch für verhältnismässig niedrige Skibindungen Anwendung finden kann.
Die Schuhspitze oder die Ferse kann abgeschrägt oder ge wölbt sein. Dadurch soll das Gehvermögen noch verbessert werden. Da das Halten des Skischuhes unabhängig von der
Sohle durch den steifen Schaft erfolgt, verschlechtert die ge gebene Sohlenausbildung die Halterung des Schuhes zwischen den Bindungsteilen nicht.
In einer weiteren Ausführungsform kann an der weichen Sohle vorne und hinten, zumindest am Rand, ein harter Teil angeschlossen sein. Diese Ausführung ermöglicht, dass das
Gehvermögen ausschliesslich von der weichen Sohle aufgebracht wird, zu gleicher Zeit jedoch die steifen Teile den Ski bindungsteilen entgegenwirken können.
In diesem Zusammenhang soll ausdrücklich betont werden, dass die vorliegende Ausgestaltung von bekannten Ausführungen, wo am Schaft eine Sohle aus hartem Stoff aufliegt und diese mit einer weichen Sohle beaufschlagt ist, grundwegs abweicht. Infolge des Vorhandenseins der harten Sohle unmittelbar am Schaft, ändert die daran aufgebrachte weiche Sohle kaum etwas. Wie bereits eingangs erwähnt, gibt diese Ausführung nur gegen Rutschen eine Abhilfe. Demgegenüber ist durch die vorliegende Ausführung sowohl das Gehvermögen als auch eine sichere Halterung beim Skifahren gewährleistet.
Die weiche Sohle kann von mit dem harten Schaft festverbundenen, steifen Teilen durchsetzt sein. Dadurch wird das Haltevermögen des Schuhes verbessert.
Nach einer Weiterentwicklung kann die Versteifung durch an sich bekannte Stöpsel od. dgl. erfolgen, die von der weichen Sohle bzw. Teile derselben ein- bzw. umschlossen sind. Das beim Gehen notwendige Abrollen wird auch bei dieser Ausführung erreicht, wobei ein Wackeln des Schuhes vermieden wird.
Dieser Gedanke kann noch dadurch weiterentwickelt werden, dass zwischen den steifen Halteteilen Durchgänge zum Aufspritzen des Sohlenmaterials freigelassen sind. Dadurch wird unter Beibehaltung der vom Produkt erbrachten Vorteile die Herstellungsmethode vereinfacht.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des erfindungsgemässen Skischuhes werden nun anhand der Zeichnung, die einige Ausführungsbeispiele darstellt, näher erläutert. Hiebei zeigen: Fig. 1 und 2 ein erstes Ausführungsbeispiel mit an den Schaft aufgebrachter Sohle in einander zugeordneten Rissen, Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel mit einer Sandwich-Konstruktion der Sohle, die Fig. 4 bis 6 in einander zugeordneten Rissen ein weiteres Ausführungsbeispiel mit vier Versteifungsteilen, wobei Fig. 4 eine Seitenansicht, Fig. 5 einen Grundriss der Sohle (von unten) und Fig. 6 eine Teilansicht von hinten sind, die Fig. 7 und 8 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel ebenfalls in einander zugeordneten Rissen, die Fig. 9 bis 11 zeigen eine allgemeine Möglichkeit für die Versteifungseinrichtung, Fig.
12 und 13 zeigen ein noch weiteres Ausführungsbeispiel mit das Wackeln des Schuhes ausschliessenden steifen Halteteilen, die Fig. 14 und 15 stellen weitere Möglichkeiten der Versteifung der Sohle dar, wobei Fig. 16 eine Seitenansicht von Fig. 15 ist.
Wie aus Fig. 1 erkennbar, ist ein Skischuh 1 mit einer an sich bekannten weichen Sohle 2 versehen. Unter dem Ausdruck weich soll hier und im folgenden eine Schuhsohle verstanden werden, die ein Abrollen beim Gehen ermöglicht, ein Wackeln des Schuhes im eingespannten Zustand desselben jedoch verhindert. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist die weiche Sohle 2 unmittelbar auf dem steifen Oberteil 3 angebracht. Zum Festhalten des Skischuhes 1 an einem hier nichtgezeigten Ski sind am steifen Oberteil 3 vorne und hinten Beschlagteile 4 bzw. 5 angebracht. Diese können mit an sich bekannten, hier nichtgezeigten Skibindungsteilen zusammenwirken. Da die Einspannung, das Festhalten und das Auslösen des Skischuhes im Bedarfsfall in an sich bekannter Weise vorgenommen wird, wird auf diese Einzelheiten nicht weiter eingegangen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind an der Sohle 2 vorne und hinten, von der Seite gesehen, keilförmig verlaufende harte Sohlenteile 6 bzw. 7 angebracht. Diese steiferen Teile dienen für eine gute Zusammenwirkung mit Gleitplatten, falls solche Verwendung finden. Es ist aber durchaus möglich, den beschriebenen Schuh ohne diese Auflagen zu verwenden, insbesondere dann, wenn der Schuh in sog. Plattenbindungen gehalten wird. Fig. 2 zeigt, wie bei einer schalenartigen Verlängerung der Seiten des Schaftes 3 und Bildung einer seitlichen Stütze 8 die Sohle 2 auch noch mittels Stiften 9 od. dgl.
in der harten Schale gehalten werden kann.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist der Schaft gleich schalenartig ausgebildet und an dem unteren Teil der Schale 3 die weiche Sohle 2 angebracht. Auf dieser Sohle liegt nun vorne und hinten ein Teil 10 aus härterem Material. Auf diese Weise wird einerseits eine übliche Schuhform erreicht, mit der das Gehen in gewohnter Weise durchgeführt werden kann, anderseits die Möglichkeit geschaffen, die seitlichen und Auflage-Auslösefunktionen dem härteren Teil 10 zu überlassen. In diesem Beispiel ist noch gezeigt, dass die Spitze 11 bzw. die Ferse 12 des Schuhes 1 so ausgebildet sein können, da die Halterung auch ohne Anwendung von Beschlagteilen (in Fig. 1, 4 bzw. 5) erfolgen kann.
Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 4 bis 6 zeigt eine Ausbildung für eine mit Halteteilen 13 verstärkte Sohle 2; weitere Teile entsprechen den bisherigen Betrachtungen.
Bei dem in den Fig. 7 und 8 gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine andere Art von Versteifungsteilen 14 vorgesehen. Die Versteifungsteile 14 ragen in das Material der Sohle 2, um den seitlichen Halt der Sohle zu verbessern. Die Halteteile 14 sind im vorliegenden Beispiel von Öffnungen 15 durchsetzt, die zur Vereinheitlichung der weichen Sohle 2 beitragen und gleichzeitig das Haften zwischen Sohle I- und Versteifungsmaterial bewirken.
Die Fig. 9 bis 11 zeigen ein prinzipielles Ausführungsbeispiel einer mit einer kreuzartigen Konstruktion 16 verstärkten Sohle 2. Auch hier kann die Sohle 2 mit Öffnungen 15 durchsetzt sein. Die Erzeugung der Sohle 2 kann unter Anwendung des angedeuteten Füllzapfens 17 erfolgen.
Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 12 und 13 zeigt eine andere Möglichkeit für die Ausbildung der Versteifungsteile. An den bekannten Skischuh 1 ist die weiche Sohle 2 an einem durchgehenden Sohlenteil des Schaftes 3 angebracht, wobei zur Versteifung der Sohle 2 zwei Stöpselpaare 13' vorgesehen sind. Um ein zu spitzes Aufliegen der Stöpsel 13' zu vermeiden, können diese von unten mit an sich bekannten Auflagebeschlägen 19 versehen sein. Die versteifende Kreuzanordnung 16 ist, wie im vorgehenden Ausführungsbeispiel, nur mit einer anderen Kreuzanordnung ausgebildet. Die Stöpsel 13' dienen zum Verhindern des Wackelns des Schuhes 1.
Diese Konstruktion kann auch so weitergebildet sein, dass auch die Auflageelemente 19 vom Material der weichen Sohle 2 - zumindest in einer verhältnismässig dünnen Schicht - bedeckt sind. Dadurch wird die Möglichkeit des Wackelns ausgeschaltet und zugleich das Gehvermögen einwandfrei gewährleistet.
Bei dem in Fig. 14 gezeigten Ausführungsbeispiel ragt die weiche Sohle 2 in den Bereich des steifen Schaftes 3. Um der verhältnismässig hohen, weichen Sohle 2 einen sicheren Halt zu geben, verläuft im ursprünglichen harten Sohlenbereich eine kreuzartige Versteifung 16'. Diese kann, wie Fig. 14 zeigt, mit knollen- oder pilzartigen Köpfen 20 od. dgl. versehen sein. Dabei sind auch hier die schon beschriebenen Durchlassöffnungen 15 vorgesehen. Diese Ausführung ist günstig, weil eine einheitliche Materialstruktur der Sohle 2 erreicht werden kann. Beschläge von unten für die Versteifungselemente nicht notwendig sind und die gewölbte Kopfausbildung (nach unten) dem Abrollen des Schuhes angepasst ist. Bei dieser Ausführung sind die vorderen und hinteren Halteteile 11' bzw. 12' in einer anderen Form als bisher gezeigt.
Durch diese Ausführung soll angedeutet werden, dass der Schuh 1 auch für ein Zusammenwirken mit anderartigen Skibindungsteilen geeignet ist.
Fig. 15 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Sohle 2 ebenso wie beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 14 in die steife Sohle reicht. Hier ist jedoch die Versteifung 16" in Form einer Rahmenkonstruktion vorgesehen. Dabei sind wieder Durchgänge 15 vorhanden, um eine einheitliche Sohlenkonstruktion zu erreichen. Wie in der Figur angedeutet, können vorne und hinten Versteifungselemente 21 bzw. 22 vorgesehen sein. Es ist durchaus denkbar, diese Versteifungselemente nur vorne oder nur hinten zu verwenden. Fig. 16 zeigt die Fig. 15 in Seitenansicht.
Es besteht die Möglichkeit, einzelne Details anders als angeführt zu gestalten. Beispielsweise kann die Versteifung in Form einer Brückenkonstruktion gestaltet sein, wobei am vorderen und hinteren Teil asymmetrische Auflageflächen angeordnet sein können, d. h. die eine länger bzw. breiter als die andere sein kann. Auch eine besondere Ausführung der Lauffläche der Sohle ist denkbar, wodurch insbesondere das Gehvermögen verbessert werden soll. Die Halterung solcher Schuhe wird vorzugsweise von Plattenbindungen vorzunehmen sein.