Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schädlingsbekämp fungsmittel, enthaltend als aktive Komponente ein Anilinome thylenmalodinitril und seine Verwendung zur Schädlingsbekämpfung.
Die im erfindungsgemässen Mittel enthaltenen Anilinomethylenmalodinitrile sind diejenigen der Formel I
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worin X1 und Xi je Trifluormethyl oder Halogen bedeuten.
Unter Halogen sind dabei Fluor, Chlor, Brom oder Jod, insbesondere aber Chlor oder Brom, zu verstehen. Wegen ihrer Wirkung bevorzugt sind Verbindungen der Formel I, worin X1 in meta-Stellung steht und Trifluormethyl bedeutet und Xi Trifluormethyl oder Chlor darstellt.
Die Verbindungen der Formel I werden nach folgenden an sich bekannten Verfahren hergestellt:
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In den Formeln II und III haben Xi und Xi die für die Formel I angegebene Bedeutung und X steht für ein Halogenatom, insbesondere für Chlor oder Brom.
Als Basen kommen beispielsweise tertiäre Amine, wie Triäthylamin, Dimethylanilin und Pyridin; sowie anorganische Basen, wie die Hydride, Hydroxide und Carbonate von Alkali und Erdalkalimetallen, in Betracht.
Die Reaktion wird vorzugsweise bei normalem Druck bei einer Temperatur zwischen 0 und 1200C und in einem gegen über den Reaktionsteilnehmern inerten Lösungs- oder Verdünnungsmittel durchgeführt.
Hierfür sind beispielsweise folgende geeignet: Aromatische sowie halogenierte Kohlenwasserstoffe, wie Benzol, Toluol, Chlorbenzol, Polychlorbenzole, Brombenzol und chlorierte Alkane mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen; Äther, wie Dioxan und Tetrahydrofuran; Ester, wie Essigsäureäthylester; Ketone, wie Aceton, Methyläthylketon und Diäthylketon; Formamid; Nitrile, wie Acetonitril; Alkohole, wie Äthylalkohol; DMSO und Wasser.
Die Ausgangsstoffe der Formeln II und m sind bekannt und können nach bekannten Methoden hergestellt werden. So ist z.B. eine Herstellungsmethode für die Ausgangsstoffe der Formel II in der amerikanischen Patentschrift Nr. 3 551 573 beschrieben.
Die Verbindungen der Formel I eignen sich zur Bekämpfung von Insekten, insbesondere von pflanzenschädigenden Fressinsekten in Zier- und Nutzpflanzkulturen, wie z. B. Obstund Gemüsekulturen, und vor allem zur Bekämpfung von Insektenparasiten, wie Chilo suppressalis, Spodoptera littoralis und Heliothis virescens in Reis- und Baumwollkulturen.
Die Verbindungen können aber auch allgemein zur Bekämpfung von pflanzenschädigenden Insekten, beispielsweise der Familien Acrididae, Blattidae, Gryllidae, Gryllotalpidae, Tettigoniidae, Cimicidae, Pyrrhocoridae, Reduviidae, Aphididae, Delphacidae, Diaspididae, Pseudococcidae, Chrysomelidae, Coccinellidae, Bruchidae, Scarabaeidae, Dermestidae, Tenebrionidae, Curculionidae, Tineidae, Noctuidae, Lymantriidae, Pyralidae, Galleriidae, Culicidae, Tipulidae, Stomoxydae, Muscidae, Calliphoridae, Trypetidae, und Pulicidae, angewendet werden. Die insektizide Wirkung lässt sich durch Zusatz von anderen Insektiziden und/oder Akariziden wesentlich verbreitern und an gegebene Umstände anpassen.
Als Zusätze eignen sich z.B.: Organische Phosphorverbindungen, Nitrophenole und ihre Derivate, Formainidine, Harnstoffe, pyrethrinartige Derivate, Carbamate oder chlorierte Kohlenwasserstoffe.
Die Verbindungen der Formel I werden zusammen mit geeigneten Trägern und/oder Zuschlagstoffen eingesetzt.
Geeignete Träger und Zuschlagstoffe können fest oder flüssig sein und entsprechen den in der Formulierungstechnik üblichen Stoffen, wie z.B. natürlichen oder regenerierten Stoffen, Lösungs-, Dispergier-, Netz-, Haft-, Verdickungs-, Binde- und/oder Düngemitteln.
Zur Applikation können die Verbindungen der Formel I zu Stäubemitteln, Emulsionskonzentraten, Granulaten, Dispersionen, Sprays, zu Lösungen oder Aufschlämmungen in üblicher Formulierung, die in der Applikationstechnik zum Allgemeinwissen gehören, verarbeitet werden.
Die Herstellung erfindungsgemässer Mittel erfolgt in an sich bekannter Weise durch inniges Vermischen und/oder Vermahlen von Verbindungen der Formel I mit den geeigneten Trägerstoffen, gegebenenfalls unter Zusatz von gegenüber den Verbindungen inerten Dispergier- oder Lösungsmitteln. Die Verbindungen können in den folgenden Aufarbeitungsformen vorliegen und angewendet werden: Feste Aufarbeitungsformen
Stäubemittel, Streumittel und Granulate (Urnhüllungsgranulate, lmprägnierungsgranulate und Homogengranulate); Flüssige Aufarbeitungsformen a) in Wasser dispergierbare
Wirkstoffkonzentrate
Spritzpulver, Pasten und Emulsionen; b) Lösungen.
Der Gehalt an Wirkstoff in den oben beschriebenen Mitteln liegt zwischen 0,1 bis 95%.
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur näheren Erläuterung der Erfindung.
Beispiel I
Herstellung von erfindungsgemässen Mitteln
A. Stäubemittel
Zur Herstellung eines a) 5 %igen und b) 2 %igen Stäubemittels werden die folgenden Stoffe verwendet: a) 5 Teile Wirkstoff (Verbindung in Formel I),
95 Teile Talkum; b) 2 Teile Wirkstoff,
1 Teil hochdisperse Kieselsäure,
97 Teile Talkum.
Die Wirkstoffe werden mit den Trägerstoffen vermischt und vermahlen.
B. Granulat
Zur Herstellung eines 5 %igen Granulates werden die folgenden Stoffe verwendet:
5 Teile Wirkstoff,
0,25 Teile Epichlorhydrin,
0,25 Teile Cetylpolyglykoläther,
3,50 Teile Polyäthylenglykol,
91 Teile Kaolin (Korngrösse 0,3-0,8 mm).
Der Wirkstoff wird mit Epichlorhydrin vermischt und mit 6 Teilen Aceton gelöst, hierauf wird Polyäthylenglykol und Cetylpolyglykoläther zugesetzt. Die so erhaltene Lösung wird auf Kaolin aufgesprüht und anschliessend das Aceton im Vakuum verdampft.
C. Spritzpulver
Zur Herstellung eines a) 40%igen, b) und c) 25 %igen und d) 10 %igen Spritzpulvers werden folgende Bestandteile verwendet: a) 40 Teile Wirkstoff,
5 Teile Ligninsulfonsäure-Natriumsalz,
1 Teil Dibutylnaphthalinsulfonsäure-Natriumsalz,
54 Teile Kieselsäure; b) 25 Teile Wirkstoff,
4,5 Teile Calcium-Ligninsulfonat,
1,9 Teile Champagne-Kreide/Hydroxyäthylcellulose
Gemisch (1:1),
1,5 Teile Natrium-dibutyl-naphthalinsulfonat,
19,5 Teile Kieselsäure,
19,5 Teile Champagne-Kreide,
28,1 Teile Kaolin; c) 25 Teile Wirkstoff,
2,5 Teile Isooctylphenoxy-polyoxyäthylen-äthanol,
1,7 Teile Champagne-Kreide/Hydroxyäthylcellulose
Gemisch (1:1),
8,3 Teile Natriumaluminiumsilikat,
16,5 Teile Kieselgur,
46 Teile Kaolin;
d) 10 Teile Wirkstoff,
3 Teile Gemisch der Natriumsalze von gesättigten
Fettalkoholsulfaten,
5 Teile Naphthalinsulfonsäure/Formaldehyd
Kondensat,
82 Teile Kaolin.
Die Wirkstoffe werden in geeigneten Mischern mit den Zuschlagstoffen innig vermischt und auf entsprechenden Mühlen und Walzen vermahlen. Man erhält Spritzpulver, die sich mit Wasser zu Suspensionen der gewünschten Konzentration verdünnen lassen.
D. Emulgierbare Konzentrate
Zur Herstellung eines a) 10 %igen und b) 25 %igen emulgierbaren Konzentrates werden folgende Stoffe verwendet: a) 10 Teile Wirkstoff,
3,4 Teile epoxydiertes Pflanzenöl,
3,4 Teile eines Kombinationsemulgators, bestehend aus Fettalkoholpolyglykoläther und Alkylaryl sulfonat-Calcium-Salz,
40 Teile Dimethylformamid,
43,2 Teile Xylol; b) 25 Teile Wirkstoff,
2,5 Teile epoxydiertes Pflanzenöl,
10 Teile eines Alkylarylsulfonat/Fettalkoholpoly glykoläther-Gemisches,
5 Teile Dimethylformamid,
57,5 Teile Xylol,
Aus solchen Konzentraten können durch Verdünnen mit Wasser Emulsionen der gewünschten Konzentration hergestellt werden.
E. Sprühmittel
Zur Herstellung eines a) 5 %igen und b) 95 %igen Sprühmittels werden die folgenden Bestandteile verwendet: a) 5 Teile Wirkstoff,
1 Teil Epichlorhydrin,
94 Teile Benzin (Siedegrenzen 160-190"C); b) 95 Teile Wirkstoff,
5 Teile Epichlorhydrin.
Beispiel 2 Herstellung von N-Propargyl-(3, 5-bis-trifluormethylanilino) methylenmalodinitril (Verbindung Nr. 1)
30,4 g 3,5-Trifluormethylanilonomethylenmalonsäuredinitril werden in einer Lösung von 5,61 g KOH in 100 ml Methanol gelöst. Diese Lösung wird zur Trockne eingedampft. Der Rückstand wird in 150 ml Acetonitril gelöst, mit 11,9 g Propargylbromid versetzt und drei Stunden bei 50 C gerührt.
Dann filtriert man das Gemisch, destilliert das Lösungsmittel ab, löst den Rückstand in Chloroform, filtriert die Chloroformlösung und destilliert das Chloroform wieder ab.
Man erhält 20,3 g der Verbindung der Formel
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mit einem Schmelzpunkt von 104-1070C (umkristallisiert aus Methanol/Wasser).
Auf analoge Weise werden auch folgende Verbindungen hergestellt:
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EMI3.1
Beispiel 3
Insektizide Frassgift-Wirkung Baumwollpflanzen und Kartoffelstauden wurden mit einer 0,05 %igen wässrigen Emulsion der zu prüfenden Verbindung (erhalten aus einem 10 %igen emulgierbaren Konzentrat) besprüht.
Nach dem Antrocknen des Belages wurden die Baumwollpflanzen je mit Spodoptera littoralis- bzw. Heliothis virescens Larven (im L3-Stadium) und die Kartoffelstauden mit Leptinotarsa decemlineata-Larven (L3-Stadium) besetzt. Man verwendete pro Testsubstanz und pro Insekt-Spezies je zwei Pflanzen, und die Auswertung der erzielten Abtötung erfolgte nach 4, 24 und 48 Stunden. Der Versuch wurde bei 24 C und 60% relativer Luftfeuchtigkeit durchgeführt.
Verbindungen gemäss Beispiel 2 zeigten im obigen Versuch eine gute insektizide Frassgift-Wirkung gegen Spodoptera-, Heliothis- und Leptinotarsa-Larven.
Beispiel 4
Insektizide Wirkung: Chilo suppressalis
Je 6 Reiskeimlinge der Sorte Caloro wurden in Plastiktöpfen so angezogen, dass ihr Wurzelwerk zu einer Scheibe verfilzt war. Die Wurzeln wurden in eine Lösung, enthaltend 800, 200 bzw. 100 ppm der zu prüfenden Verbindung, eingetaucht und die überschüssige Lösung durch Abtropfen entfernt.
Anschliessend wurden 5 Versuchstiere (Larven der Spezies Chilo suppressalis im L2-Stadium) in je einen Topf gesetzt und die behandelten Pflanzen darauf gegeben.
Man verwendete eine Pflanze pro Testsubstanz und pro Konzentration, und die prozentuale Auswertung der erzielten Abtötung erfolgte nach 5 Tagen. Der Versuch wurde bei 24 C und 70% relativer Luftfeuchtigkeit durchgeführt.
Verbindungen gemäss Beispiel 2 zeigten in diesem Versuch eine positive Wirkung gegen Chilo suppressalis.
PATENTANSPRUCH I
1 Schädlingsbekämpfungsmittel, enthaltend als aktive Komponente eine Verbindung der Formel I
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worin X1 und Xi je Trifluormethyl oder Halogen bedeuten.
UNTERANSPRÜCHE
1. Mittel gemäss Patentanspruch I, enthaltend eine Verbindung der Formel I, worin Xi in meta-Stellung steht und Trifluormethyl bedeutet und Xi Trifluormethyl oder Chlor darstellt.
2. Mittel gemäss Unteranspruch 1, enthaltend eine Verbindung der Formel
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3. Mittel gemäss Unteranspruch 1, enthaltend eine Verbindung der Formel
EMI3.4
PATENTANSPRUCH II
Verwendung eines Mittels gemäss Patentanspruch I, zur Bekämpfung von Insekten.
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