CH618596A5 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Differential-Rollzug für Schubladen mit ortsfest gelagerten Führungsschienen, daran geführten Auszugsschienen und an den letzteren geführten Laufschienen, die paarweise mit der Schublade zusammenwirken, wobei die Schienen über Wälzkörper aneinander geführt sind.
Bekannte derartige Rollzüge CH-PS 239 916 lassen hinsichtlich Laufeigenschaften und Stabilität in seitlicher Richtung, insbesondere bei schweren Belastungen, zu wünschen übrig und erfordern ausserdem eine aufwendige Lagerung und Montage der Wälzkörper. Zur Erhöhung der Stabilität sieht man häufig Traversen vor, welche die beiden Auszugsschienen quer verbinden. Dies ist aufwendig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Differential-Rollzug der eingangs beschriebenen Art einfacheren Aufbaus und mit verbesserten Stabilitäts- und Laufeigenschaften zu schaffen.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist gemäss der Erfindung vorgesehen, dass jede Auszugsschiene Hohlräume aufweist in denen Wälzkörper aufgenommen sind, und dass die Wälzkörper mittels je zwei an den Auszugsschienen gegenüberliegend angeordneten Kragen bolzen- und schraubenlos fixiert sind.
Hierdurch entfällt einerseits die bisher übliche aufwendige Montage der Wälzkörper, wie Kugellager, und/oder Rollen, mittels Schrauben, Bolzen od. dgl. Anderseits wird durch die Ausbildung der Auszugsschienen mit Hohlräumen die Stabilität erhöht, wobei die gegenüberliegenden Seitenwände der Auszugsschiene das Einprägen von gegenüberliegenden Kragen auf beiden Seiten der Wälzkörper ermöglichen.
Bei dem Rollzug nach der Erfindung können die Auszugsschienen so stabil gegen Biegung und Verdrehung ausgebildet sein, dass sich sehr gute Laufeigenschaften auch bei schweren Belastungen ohne Verbindung der Schienenpaare mittels Traversen od. dgl. erzielen lassen. Dies erspart Arbeit und Material. Gleichzeitig ist eine sehr einfache Lagerung und seitliche Halterung der Wälzkörper durch die der Auszugsschiene angeformten Kragen verwirklicht.
Eine weitere Verbesserung des erfindungsgemässen Rollzuges lässt sich dadurch erzielen, dass die Auszugsschienen an den Führungsschienen und die Laufschienen an den Auszugsschienen gegen seitliche Kräfte reibungsarm unterstützt geführt sind, wobei eine bevorzugte Ausführung der Erfindung dadurch gekennzeichnet ist, dass die Wälzkörper mit geneigten Bereichen der betreffenden Schienen zusammenwirken. Somit ist an jeder Schiene eine reibungsarme, d. h. im wesentlichen mit Rollreibung arbeitende, zwischen Schublade und Auszugsschiene Spiel aufweisende Seitenführung verwirklicht.
Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen an Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Differential-Rollzuges in ausgefahrenem Zustand der zugehörigen Schublade;
Fig. 2, 3 und 4 Teilschnitte in vergrössertem Massstab nach den Linien II—II, III—III, IV—IV in Fig. 1, wobei Fig. 3 eine Variante zeigt;
Fig. 5 eine Einzelheit bei V in Fig. 1;
Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 5;
Fig. 7 eine Einzelheit bei VII in Fig. 1;
Fig. 8 eine Einzelheit bei VIII in Fig. 1 ;
Fig. 9 einen Schnitt nach der Linie IX—IX in Fig. 8;
Fig. 10 eine Einzelheit bei X in Fig. 1;
Fig. 11 eine abgebrochene perspektivische Ansicht einer Auszugsschiene gemäss den vorherigen Figuren;
Fig. 12 einen Schnitt nach der Linie XII—XII in Fig. 11, wobei ein Teil der Auszugsschiene in Phantomlinien getrennt vor der Montage mit dem anderen Teil dargestellt ist;
Fig. 13 in einer Fig. 2 entsprechenden Schnittdarstellung eine Variante.
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Der in ausgezogenem Zustand in Fig. 1 gezeigte Differential-Rollzug einer Schublade 100 umfasst ein Paar mit der Schublade 100 verbundener Laufschienen 3, die über auf der Oberfläche 4 der Laufschienen 3 abwälzende Kugellager 5 und auf der Unterseite der Laufschiene 3 abwälzende Kugellager 8 und Rollen 1 an einem Paar Auszugsschienen 9 geführt sind. Die Auszugsschienen 9 sind ihrerseits über Kugellager 7 bzw. die Rollen 1 und 6 an einem Paar Führungsschienen 2 geführt, die fest in einem Schrankgehäuse 101 angebracht sind.
Beim Herausziehen der Schublade wälzt sich die Rolle 1 auf der zugehörigen Führungsschiene 2 und der Laufschiene
3 ab, deren Oberfläche 4 wiederum den Laufring des Kugellagers 5 in Drehung versetzt. Das Kugellager 7 und die Rolle 6 wälzen sich an der Führungsschiene 2 ab, wobei die Rolle 6 in eingefahrenem Zustand der Schublade 100 auch noch zur Unterstützung der Laufschiene 3 dient. Die Rolle 1 und das Kugellager 8 wälzen sich auf der Unterseite der Laufschiene 3 ab. Die Laufschienen 3 sind also im wesentlichen über die Wälzkörper 1 und 8 und die Auszugsschiene 9 im wesentlichen über die Wälzkörper 1 und 7 geführt.
Aufgrund der beschriebenen Lagerung legen die Auszugsschienen 9 jeweils die halbe Weglänge der Laufschienen 3 zurück.
Am inneren, in Fig. 1 rechten Ende der Auszugsschiene 9 sind erste Anschlagfedern 10 angebracht, welche zur Hubbegrenzung beim Einschub mit einem am inneren Ende der Führungsschiene 2 befestigten Steg 26 zur Begrenzung und Dämpfung des Einschub-Hubes dienen. Gemäss Fig. 8 und 9 handelt es sich bei der ersten Anschlagfeder um eine Blattfeder, die um zwei in Teile 19, 20 der Auszugsschiene 9 eingeprägte Kragenpaare mit fluchtenden Kragen 15" gewickelt ist, mit ihrer Aussenseite mit dem Steg 26 zusammenwirken kann und mit ihrer Innenseite im mittleren Bereich 10' zwischen den beiden Kragenpaaren die Einschubbewegung der Laufschiene auffangen kann.
Gemäss den Fig. 1 und 5 bis 7 sind zwei zweite Anschlagfedern 11,12 auf Kragenpaaren mit fluchtenden Kragen 15' an den Teilen 19, 20 der Auszugsschienen 9 schwenkbar angeordnet. Die Anschlagfeder 11 ragt mit einem Ende 11' in einen Längsschlitz 13 der Laufschiene 3, wobei das Ende 11' in Längsrichtung des Schlitzes 13 gedreht ist, so dass dieser eng sein kann. Das andere unverdrehte Ende 11" der Anschlagfeder 11 ragt in einen Schlitz 9' der Auszugsschiene 9.
Entsprechend ragt ein oberes, verdrehtes Ende 12' der Anschlagfeder 12 in einen Längsschlitz 14 der Führungsschiene 2, während das untere, unverdrehte Ende 12" der Feder 12 in einen Schlitz 9" der Auszugsschiene 9 ragt.
Die Anschlagfedern 11,12 greifen nur bei ausgezogener Schublade in die Schlitze 13 bzw. 14 ein. Beim Einschieben der Schublade 100 schwenken die Anschlagfedern um die Kragen 15' und gleiten dann mit der äussersten Kante 16 bzw. 16' des jeweils verdrehten Endes 11' bzw. 12' längs der Oberseite 4 der Laufschiene bzw. der Innenfläche 17 der Führungsschiene 2. Durch Einrasten der Anschlagfedern in die Schlitze 13, 14 wird demnach eine Hubbegrenzung in Auszugsrichtung erzeugt.
Die Fig. 2 bis 4 und 10, 13 zeigen Einzelheiten bzw. Abwandlungen der Führung des Rollzugs gemäss Fig. 1.
Die ortsfeste Führungsschiene 2 ist nach den Fig. 2, 3 und
4 im Profil mit etwa W-förmigen Schenkeln 18 versehen, in deren Grund die beiden Kugellager 7, 8 bzw. Rollen 1, 6 seitlich mit Rollreibung geführt laufen. Die Kugellager bzw. Rollen sind in Hohlräumen 30, 31 der Auszugsschienen 9 aufgenommen (Fig. 11, 12), welche durch Zusammenfügen zweier Profilteile 19, 20 zu der Auszugsschiene 9 geformt sind. Das eine U-förmige Profilteil 19 nimmt dabei das andere M-för-mige Teil 20 zwischen seinen U-Schenkeln auf, wobei ein Zusammenhalt der beiden Teile durch das Einrasten von hochgebogenen Lappen 21 des einen Teiles 20 in entsprechende Öffnungen 22 des anderen Teiles 19 geschaffen ist. Fig. 11 zeigt zusätzlich das im Raum 30 aufgenommene und oben durch eine Öffnung ragende Kugellager 7 und dessen Anbringung an der Auszugsschiene 9.
Die Kugellager 5, 7 und 8 sitzen auf fluchtenden Kragen 15, die in die Teile 19, 20 jeweils gegenüberliegend eingeprägt sind (Fig. 4). Zwischen den Innenbohrungen der Innenringe und dem Umfang der Kragen 15 ist ein Presssitz verwirklicht. Die Rollen 1, 6 können in ähnlicher Weise gelagert sein, wobei dann jedoch Laufsitz zwischen den Kragen und Bohrungen der Rollen verwirklicht ist. Gemäss Fig. 2 können die Rollen jedoch auch über Zapfen 1' an der Auszugsschiene 9 höhenver-schieblich in vertikalen Langlöchern 25 von Kragen 32 gelagert sein.
Die Lagerung der Kugellager 5, 7, 8 mit Presssitz auf dem Kragen 15 ist insofern besonders vorteilhaft, als hierdurch eine zusätzliche Halterung zwischen den Teilen 19, 20 der Auszugsschiene 9 erreicht ist.
Bei der Ausführung nach Fig. 3 ist das Profil 18' der ortsfesten Führungsschiene 2 in der gezeigten Weise gegenüber dem Profil nach Fig. 2 und 4 abgewandelt. Insbesondere sind die Schenkelbereiche 118 benachbart dem Grund des W-Profils stärker geneigt als bei der Ausführung nach den Fig. 2 und 4.
Während bei der Ausführung nach den Fig. 2 und 4 die Laufschiene über eine ebene schräge Flanke 103 in den eigentlichen achsparallelen Führungsbereich mit den ebenen Führungsflächen auf der Oberseite und Unterseite der Laufschiene übergeht, ist bei der Ausführung nach Fig. 3 eine gerundete Flanke 104 vorgesehen.
Eine weitere Abwandlung zeigt Fig. 13, gemäss der die Führungsschiene 2 mit einem stumpfen «V» profilierte Schenkel 120 hat. Hieran angepasst sind auch die Laufflächen der Kugellager bzw. Rollen profiliert, wie mit dem Bezugszeichen 121,125 und 127 angedeutet sind. In gleicher Weise sind die Führungsbahnen 123 beidseitig der Laufschiene profiliert. Hierdurch ist eine praktisch gleitfreie Führung mit reinem Abwälzen in allen an der Führung beteiligten Bereichen verwirklicht. Fig. 10 zeigt deutlicher die erwähnte und auch aus Fig. 2 ersichtliche vertikale Beweglichkeit der Rolle 6 in einem Langloch 25 des entsprechend gestalteten Kragens 32. Aufgrund dieser vertikalen Beweglichkeit kann sich die Rolle allen Änderungen der Wandstärke S der Laufschiene im Laufbereich anpassen.
Die Beschreibung hat deutlich gemacht, dass bei dem gezeigten Rollzug durch die Führungskonstruktion an jeder Schiene jedes Schienenpaares eine reibungsarme, d. h. im wesentlichen mit Rollreibung arbeitende Seitenführung verwirklicht ist, und dass gleichzeitig eine sehr einfache Halterung der Wälzkörper durch an der Auszugsschiene angeformte Kragen verwirklicht ist.
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2 Blatt Zeichnungen
Claims (15)
1. Differential-Rollzug für Schubladen mit ortsfest gelagerten Führungsschienen, daran geführten Auszugsschienen und an den letzteren geführten Laufschienen, die paarweise mit der Schublade zusammenwirken, wobei die Schienen über Wälzkörper aneinander geführt sind, dadurch gekennzeichnet, dass jede Auszugsschiene (9) Hohlräume (30, 31) aufweist, in denen Wälzkörper (1, 5, 6, 7, 8) aufgenommen sind, und dass die Wälzkörper mittels je zwei an den Auszugsschienen gegenüberliegend angeordneten Kragen (15) bolzen- und schraubenlos fixiert sind.
2. Rollzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auszugsschienen (9) an den Führungsschienen (2) und die Laufschienen (3) an den Auszugsschienen gegen seitliche Kräfte reibungsarm unterstützt geführt sind.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Rollzug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wälzkörper (1, 5, 6, 7, 8) mit geneigten Bereichen der betreffenden Schienen (2, 3) zusammenwirken.
4. Rollzug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (2) etwa W-förmig profiliert sind, wobei die äusseren Schenkel (18; 118) des «W» die seitliche Führung bewirken.
5. Rollzug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (2) stumpfe V-Profile bilden, in deren Gründen die Wälzkörper abrollen und deren Schenkel (120) die seitliche Führung bewirken.
6. Rollzug nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil der Laufschienen (3) auf der Seite der Verbindung mit der Schublade schräge, abgerundete Flanken (103; 104) bildet, welche bei seitlicher Verschiebung an den Wälzkörperkanten anlaufen und somit ein seitliches Anstossen der Laufschiene (3) an der Auszugsschiene (9) verhindern.
7. Rollzug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auszugsschiene (9) aus mindestens zwei unterschiedlichen Halbprofilen (19,20) besteht.
8. Rollzug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Halbprofile (19, 20) mittels Lappen (21), welche in Schlitze (22) passend einrastbar sind, lösbar verbunden sind.
9. Rollzug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jede Auszugsschiene aus zwei lösbar verbundenen Teilen (19, 20) besteht, welche zwei Hohlräume (30, 31) bilden.
10. Rollzug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auszugsschiene (9) aus nur einem Hohlprofil besteht.
11. Rollzug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kragen (15) der Auszugsschiene (9) mit den Bohrungen der als Kugellager (5, 7, 8) ausgebildeten Wälzkörper einen Presssitz bilden.
12. Rollzug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kragen (15) der Auszugsschiene (9) mit Bohrungen oder Zapfen (1') von als Rollen (1, 6) ausgebildeten Wälzkörpern einen Laufsitz bilden.
13. Rollzug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (6) in vertikalen Schlitzen (25) mit eingezogenem Kragen (32) höhenausgleichend gelagert sind.
14. Rollzug nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass Anschlagfedern (10) sowohl für die Laufschiene (3) als auch für die Auszugsschiene (9) als Ein-schub-Hubbegrenzer gegenüber einem Steg (26) dienen.
15. Rollzug nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass Anschlagfedern (11, 12) schwenkbar an der Auszugsschiene (9), insbesondere auf weiteren Kragen (15), gelagert sind und zur Auszieh-Hubbegrenzung mit Schlitzen (13) der Laufschiene (3) bzw. Schlitzen (14) der Führungsschiene der Schublade zusammenwirken können.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| PL | Patent ceased | ||
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