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PATENTANSPRÜCHE
1. Verfahren zur Herstellung von dünnwandigen, aus Folie gezogenen Behältern mit einem Boden und gefalteten Wänden, wobei zunächst ein flaches Folienwerkstück hergestellt und dieses durch Ziehen konkav verformt wird, wobei die Umfangverkürzung im Wandbereich durch Faltenbildung aufgefangen wird, dadurch gekennzeichnet, dass in das Werkstück zunächst eine Anzahl länglicher, radial ausgerichteter, abwechselnd nach oben und unten gerichteter zahnförmiger Vertiefungen eingeprägt wird, und dass im anschliessenden Ziehvorgang die zunächst noch wenigstens annähernd flachliegenden Bereiche des geprägten Werkstückes auf dem Weg in den Ziehbereich einer leichten Führung unterworfen werden, wobei die noch annähernd flach liegenden geprägten Bereiche in regelmässige Doppelfalten gelegt und die Doppelfalten anschliessend flachgelegt werden,
ehe das Material des Werkstückes aus dem wenigstens annähernd flachen Bereich in den Ziehbereich umgelenkt wird, in welchem aus der so gefalteten Folie die Behälterwände geformt werden.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur leichten Führung des Werkstückes im wenigstens annähernd flach liegenden Bereich das Folienmaterial spätestens im Laufe seiner Umlenkung in den Ziehbereich mit radialen, auf die Prägungen hin ausgerichteten Rillen versehen wird.
3. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass, nachdem der Boden und die Wandungen des Behälters geformt sind, der Randbereich des Behälters eingerollt und mit einer Schulter versehen wird.
4. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungen über einen Stempel gezogen werden und dabei nicht die Aussenform berühren, die den Hohlraum bildet, in welchen sich die Formteile des Stempels hineinbewegen.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel (50) von einem oberen (38) und einem unteren (46), zur Führung des Werkstückumfangsteiles dienenden Teil umgeben ist, wobei jedes der Führungsteile eine Vielzahl im wesentlichen radial ausgerichteter Stege (60, 62) besitzt, wobei die Stege (60) der oberen Führung hinsichtlich der Stege (62) der unteren Führung, zur Bildung abwechselnder, auf- und abwärts gerichteter zahnförmiger Einprägungen im flachen Werkstück, gegeneinander versetzt und in Stempellängsrichtung in bezug aufeinander beweglich sind, und gleichzeitig als Führung während des Ziehvorganges für das zahnförmig geprägte Werkstück zur regelmässigen Faltenlegung ausgebildet sind.
6. Vorrichtung gemäss Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die den Ziehbereich umgebende Ziehkante (96) mit Rillenzieheinrichtungen (98) versehen ist, die in radialer Richtung auf die Stege (60, 62) der Prägeeinrichtungen ausgerichtet sind.
7. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (60) in der oberen Führung aus flachen Rippen bestehen, die ein- und ausziehbar in Schlitzen des oberen Führungsteiles (38) angeordnet sind.
8. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 5-7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege des unteren Führungsteiles aus auf einer Seite unterschnittenen Rippen (62) bestehen.
9. Dünnwandiger, aus Folie gezogener Behälter, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial im gefalteten Wandbereich mit regelmässigen, in regelmässigen Abständen längsgerichteten, flach umgelegten Doppelfalten (92) versehen ist.
10. Behälter gemäss Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Wände im Bereich zwischen dem Boden (105, 1) und dem Anfang der Falten (92) mit längsgerichteten, auf die Falten ausgerichteten und in diese übergehenden Einrillungen (108) versehen sind und sich die Falten von den Einrillungen bis zum Rand (105, 4) des Behälters erstrecken.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von dünnwandigen, aus Folie (insbesondere Aluminiumfolie) gezogenen Behältern mit einem Boden und gefalteten Wänden, wobei zunächst ein flaches Folienwerkstück hergestellt und dieses durch Ziehen konkav verformt wird, wobei die Umfangverkürzung im Wandbereich durch Faltenbildung aufgefangen wird.
Die besonders auf dem Nahrungsmittelverpackungssektor in letzter Zeit besonders weitverbreiteten schüssel- oder schalenförmigen Behälter dieser Art, insbesondere aus Aluminiumfolie, zeichnen sich durch eine zerknitterte Wandbeschaffenheit aus. In der bekannten Herstellungsweise dieser Behälter wird das flache Folienwerkstück zwischen Druckplatten gehalten und durch Ziehen so verformt, dass ein Boden mit angeformten Wänden gebildet wird. Das überschüssige Folienmaterial im Wandbereich wird durch die Zerknitterung der Folie in diesem Bereich aufgenommen. Eine glatte Verformung durch Tiefziehen kommt für diese Werkstoffe nicht in Frage, da es aus Kostenersparnisgründen unumgänglich ist, eine möglichst dünne Folie zu verwenden. Eine Behebung der unschönen zerknitterten Wandbeschaffenheit war bisher technisch bzw. wirtschaftlich nicht durchführbar.
Das herkömmliche Ziehverfahren hat einen erheblichen Stand der technischen Entwicklung erfahren und wird so durchgeführt, dass das Folienwerkstück über eine Hohlform mittels einer Druckplatte in nachgiebiger Weise eingespannt wird und durch eine entsprechende Öffnung der Druckplatte ein Druckstempel in den Formhohlraum eingeführt wird, wodurch die Folie in den Formhohlraum hineingedrückt wird.
Dabei wird das Folienmaterial unter Spannung unter der Druckplatte heraus und über die Zugkante der Form gezogen.
Im Bereich der Rundungen dieser Kante, die z. B. für die Herstellung kreisrunder oder ovaler Behälter durchgehend gerundet ist oder für die Herstellung rechteckiger Behälter im Eckenbereich abgerundet ist, findet eine stetige Umfangsverringerung der sich in die Form bewegenden Folienbereiche statt. Das heisst, dass jedes Randsegment der sich auf die Zugkante hin bewegenden Folie im Laufe des Zugvorganges einer Verengung unterworfen wird. Daraus ergeben sich in diesem Bereich Druckkräfte, die eine radiale Wellen- oder Faltenbildung auf diesen Bereich des Werkstückes aufzwingen.
Von einer gleichmässigen oder bewusst kontrollierten Faltung oder Wellung kann dabei nicht die Rede sein. Es handelt sich hier vielmehr um wahllose Zerknitterung. Je tiefer der Behälter ist, desto ausgeprägter bilden sich die Knitterfalten und die damit zusammenhängenden Nachteile.
Die Zerknitterung wirkt nicht nur unschön, sie führt auch zur nachteiligen Anhaftung des Behälterinhaltes. Sie hat aber auch technische Nachteile, da in der Folie Spannungen entstehen, weshalb der Foliendünne und der Behältertiefe unerwünschte Grenzen gesetzt werden. Nachteilig ist auch die unzureichende Starrheit dieser Behälter, wodurch die Dünne der Folie weiter begrenzt wird. Das ist wirtschaftlich nachteilig, da die Materialkosten für diese Behälter bei weitem den wesentlichsten Kostenfaktor darstellen.
Daraus ergibt sich als Erfindungsaufgabe ein verbessertes Verfahren zur Herstellung technisch und wirtschaftlich vorteilhafterer Behälter der eingangs genannten Art unter Vermeidung bzw. Verringerung der genannten wirtschaftlichen bzw.
technischen Nachteile. Ausserdem bezweckt die Erfindung die Schaffung einer Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfah
rens sowie neue Behälter, in denen die genannten Nachteile beseitigt oder wesentlich verringert sind.
Im erfindungsgemässen Verfahren wird dies dadurch erreicht, dass in das Werkstück zunächst eine Anzahl länglicher, radial ausgerichteter, abwechselnd nach oben und unten gerichteter zahnförmiger Vertiefungen eingeprägt wird und dass im anschliessenden Ziehvorgang die zunächst noch wenigstens annähernd flachliegenden Bereiche in regelmässige Doppelfalten gelegt und die Doppelfalten anschliessend flachgelegt werden, ehe das Material des Werkstückes aus dem wenigstens annähernd flachen Bereich in den Ziehbereich umgelenkt wird, in welchem aus der so gefalteten Folie die Behälterwände geformt werden.
Die zahnförmigen Verformungen bilden in der Werkstückoberfläche zweckmässig eine Anzahl eng nebeneinanderliegender, abwechselnd auf- und abwärts geneigter Flächen, wobei die Flächen abwechselnd breiter und schmäler sein können, wodurch das Werkstück ein sägezahnförmiges Quer- schnittprofil erhält.
Vorzugsweise wird das Werkstück bei der leichten Führung der flachen Bereiche während der Verformung ausserdem mit Rillen versehen, die auf die zahnförmigen Prägungen hin ausgerichtet sind.
Soweit es sich um becherförmige Behälter handelt (also mit kreisförmiger im Gegensatz zu rechteckiger Umfangsform), befinden sich die zahnförmigen Prägungen in einem ringförmigen Werkstückbereich, aus dem anschliessend die Wände des Behälters gebildet werden. Beim Ziehen der Becherform gleitet der flache Bereich des Werkstückes freibeweglich in der Längsrichtung der Verformungen.
Eine Weiterbildung des Verfahrens sieht ferner vor, dass der Randbereich des Behälters zur Verstärkung und gleichzeitigen Bildung einer Schulter zur Aufnahme eines Deckels eingerollt und gefaltet wird.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe sieht die Erfindung ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens vor, mit einem Stempel zum Ziehen der Behälterform, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel von einem oberen und einem unteren, zur Führung des Werkstückumfangsteiles dienenden Teil umgeben ist, wobei jedes der Führungsteile eine Vielzahl im wesentlichen radial ausgerichteter Stege besitzt, wobei die Stege der oberen Führung hinsichtlich der Stege der unteren Führung, zur Bildung abwechselnder, auf- und abwärts gerichteter zahnförmiger Einprägungen im flachen Werkstück, gegeneinander versetzt und in Stempellängsrichtung in bezug aufeinander beweglich sind, und gleichzeitig als Führung während des Ziehvorganges für das zahnförmig verfomte Werkstück zur regelmässigen Faltenlegung ausgebildet sind.
Die Vorrichtung besitzt ferner vorzugsweise eine Vielzahl von Rollenzieheinrichtungen längs einer Ziehkante, radial ausgerichtet mit den die Verzahnungen der Folie bildenden Stegen.
Die Formen der Druckstempel, Ziehkante und Führungen werden zweckmässig jeweils der Behälterform entsprechend gewählt. Für eine Becherform verwendet man kreisförmige Stempel und Ziehkanten und kreisringförmige Führungsteile.
Die Länge der Stege entspricht in etwa der Behältertiefe.
Dabei können die Stegteile aus zwei Rippensätzen bestehen, von denen der eine Satz beweglich in Schlitzen eines oberen Rippenträgers gelagert ist und der andere in entsprechender Weise in einem unteren Rippenträger gelagert ist. Sobald sich das Folienwerkstück zwischen den Rippen befindet, werden die Rippen aufeinander zu bewegt und in leichte Berührung mit der Folie gebracht. wodurch sich die zahnförmigen Prägungen bilden. Die unteren Rippen können dabei mit breiteren Schrägfiachen versehen sein zur Unterstützung der breiteren Flächen des zahnförmig verformten Werkstückes, wobei die Rippe unterhalb der oberen Kante der Schrägfläche unterschnitten ist und die unterschnittene Kante radial ausgerichtet ist. In der oberen Führung können die Rippen senkrecht nach unten gerichtet sein, wobei jede eine abgeschrägte untere Fläche besitzt.
Die Neigung der abgeschrägten unteren Fläche kann die gleiche sein oder grösser sein als die Neigung der Schrägflächen der unteren Rippen. Die untere Kante der abgeschrägten Flächen der oberen Rippen befindet sich so in der Nähe der unteren Rippen. dass bei der Aufeinanderzubewegung der Rippen sich jeweils die oberen Rippen scherenartig zwischen die unteren Rippen hineinbewegen, allerdings mit ausreichendem Zwischenraum, dass die Folie nicht geschnitten wird.
Vorzugsweise besitzt die Vorrichtung ferner einen Flachlegering, radial zwischen der Zugkante und den Rippen, der die zahnförmigen Einprägungen flachlegt, ehe diese über die Ziehkante wandern.
Ferner besitzt die Vorrichtung vorzugsweise Stanzeinrichtungen zum Ausstanzen des Werkstückes, Formteile zum Anformen der Schulter und/oder eine Einrollvorrichtung für den Behälterrand sowie eine Auswurfeinrichtung.
Der nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellte dünnwandige Behälter ist dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial im gefalteten Wandbereich mit regelmässigen, in regelmässigen Abständen längsgerichteten, flach umgelegten Doppelfalten versehen ist.
Flach umgelegte Doppelfalten im vorliegenden Sinne ergeben sich, wenn die Querschenkel einer Z-förmig gefalteten Folie flach aufeinandergedrückt werden.
Vorzugsweise befinden sich im Wandbereich Einrillungen, wo die Wände an den Boden angrenzen, und diese Einrillungen erstrecken sich in der Wandlängsrichtung auf die Falten hin ausgerichtet und gehen in diese über, während die Falten sich über den übrigen Teil der Wandoberfläche erstrecken.
Weitere Einzelheiten sind auch den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
Im folgenden sollen Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen weiter erläutert werden.
Es stellen dar:
Fig. 1 einen axialen senkrechten Schnitt einer erfindungs.
gemässen Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
Fig. 2 eine obere Rippe der Vorrichtung gemäss Fig. 1 in Draufsicht, Vorderansicht und Seitenansicht,
Fig. 3 eine untere Rippe der Vorrichtung gemäss Fig. 1 in Draufsicht, Vorderansicht und Seitenansicht,
Fig. 4. eine Draufsicht eines Achtelsegmentes der unteren Rippen und Rippenhalterung in der Vorrichtung gemäss Fig. 1 mit teilweiser Innenansicht A-A und Aussenansicht B-B der Rippen und Rippenhalter,
Fig. 5 eine Unteransicht eines Achtelsegmentes der oberen Rippen und Rippenhalter der Vorrichtung gemäss Fig. 1 mit teilweisen Ansichten der Rippen und Rippenhalter von innen, A-A, und von aussen, B-B,
Fig. 6 eine Unteransicht eines Teilabschnittes des Folienwerkstückes nach dem Anbringen der zahnförmigen Einprägungen doch vor dem Ziehen,
Fig. 7 eine Unteransicht eines Abschnittes des Folienwerkstückes gemäss Fig.
6, nachdem der Ziehvorgang etwa zu einem Viertel durchgeführt ist,
Fig. 8 eine Unteransicht des Folienwerkstückabschnittes gemäss Fig. 6 und 7, nachdem der Ziehvorgang etwa zu Dreiviertel durchgeführt ist,
Fig. 9 die Folie gemäss Fig. 6 im Querschnitt längs IX-IX, zwischen den Rippen gezeigt,
Fig. 10 die Folie gemäss Fig. 8 im Querschnitt längs X-X, zwischen den Rippen gezeigt,
Fig. l l den Längsschnitt der Vorrichtung wie in Fig. 1, doch in einem ersten Stadium des Zugvorganges; die strich punktierten Linien deuten die Position im ersten Stadium der Randeinrollung des Behälters an,
Fig. 12 einen Schnitt der Vorrichtung gemäss Fig. 1 und 11, nach der Vollendung der Randeinrollung des Behälters, und
Fig. 13 eine Ansicht teilweise im Schnitt eines erfindungsgemässen Behälters sowie die Querschnittprofile in den Bereichen A-A, B-B, C-C und D-D.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung (siehe insbesondere Fig. 1-5) zur Herstellung von Behältern aus Metallfolie sei als Ganzes mit 10 bezeichnet und besitzt zwei Hauptteile, ein oberes Teil 12 und ein unteres Teil 14.
Das obere Teil 12 umfasst einen ringförmigen Hauptkörper 16 aus drei Teilen 18, 20 und 22, deren Innendurchmesser von der Oberseite 24 bis zum unteren Ende 26 des Hauptkörpers zunimmt. Im Teil 18 des Hauptkörpers 16 befindet sich eine verschiebliche Deckplatte 28 sowie eine Hohlform 30, deren Innenumfangsfläche der Becherform des herzustellenden Behälters entspricht. Unter der Deckplatte 28 und in der Hohlform 30 befindet sich eine Auswurfplatte 32, die mittels durch die Deckplatte 28 ragender Stangen 34 betätigbar ist.
Im Hauptkörper 16 ist ferner ein Flachlege- und Einrollring 36 sowie ein oberer Rippenhalter 38 montiert. Der obere Rippenhalter 38 besitzt einen äusseren Andruckring 40 sowie einen inneren Andruckring 42.
Das untere Teil 14 der Vorrichtung 10 besitzt ein festes ringförmiges Unterteil 44 mit einem darin gehalterten unteren Rippenhalter 46. Ein der Form des herzustellenden Behälters entsprechender Stempel 50 sowie ein Schulterring 52 sind auf den Kern 48 aufgesetzt. Die äussere Form des Stempels 50 entspricht der inneren Wandung der Hohlform 30. Der untere Einrollring 54 ist federnd auf den Körper 44 aufgesetzt, und zwar so, dass er vom Flansch 56 des Kerns gegen die Federn 54,1 nach oben gedrückt werden kann. Die Bestandteile 50, 52 und 56 des Stempels werden von Gewindebolzen 104 zusammengehalten und die Druckfedern 103 halten die Teile 50 und 56 federnd auf Abstand. Das Teil 52 hängt verschieblich an den gestrichelt gezeichneten Gewindebolzen 102, die in den Stempel 50 eingeschraubt sind.
Der obere Rippenträger 38 hält die oberen Rippen 60, deren Einzelheiten aus Fig. 2 und 5 ersichtlich sind. Die Rippen 60 haben geneigte untere Flächen 60,1 und sind in den Schlitzen des Rippenträgers 38 verschieblich angeordnet, wobei der Verschiebungsbereich von den Schlitzlöchern 60,2 mit darin eingefädelten Drähten begrenzt wird. Der untere Rippenträger 46 trägt die unteren Rippen 62, deren Einzelheiten aus Fig. 3 und 4 ersichtlich sind. Jede der Rippen 62 besitzt eine geneigte Oberfläche 74 (die breiter ist als die geneigte Fläche 60,1 der oberen Rippen) sowie eine Unterschneidung 66. Die Rippen 62 sind in Schlitzen des Rippenträgers 46 untergebracht. Diese Schlitze sind breiter als die Rippen und enthalten ausser den Rippen noch je eine Blattfeder zur Federung der Halterung der Rippen 62.
Die Kante 68 jeder Rippe 62 ist radial ausgerichtet und das gleiche gilt für jede der Kanten 60,3 der Rippem 60.
Die Neigung der Fläche 64 beträgt etwa 150 und die der Fläche 60,1 etwa 200. Die Rippen 62 werden von Drähten gehalten, die ihrerseits in Kerben 62,1 und 62,2 untergebracht sind.
Die Hohlform 30 besitzt eine Ziehkante 96 mit einer Vielzahl von Rillen (siehe Einrichtungen 98).
Weitere Einzelheiten der Vorrichtung ergeben sich weiter unten aus der Beschreibung der Arbeitsweise der Vorrichtung 10.
Zunächst befindet sich das Teil 12 wenigstens so weit oberhalb des unteren Teiles 14, dass der in einem früheren Arbeitsgang hergestellte Behälter zunächst ausgeworfen werden kann. Eine Folie 15 (meistens in Bandform, einer Rolle entnommen) wird zwischen die Teile 12 und 14 eingeführt.
Das obere Teil 12 bewegt sich nach unten. und Fig. 1 zeigt die Teile unmittelbar vor dem Ausstanzen des Werkstückes durch die weitere Senkung des oberen Teils 12, wobei die Aussenkante dieses Teils als innere Stanzkante dient. während die Ausnehmung 58 die Schneidekante des äusseren Stanzteiles liefert.
Das obere Teil 12 kommt dann in einer Stellung zum unteren Teil 14 zur Ruhe kurz vor der Anlageposition der Oberfläche des oberen Rippenträgers 38 gegen die höchsten Teile der unteren Rippen 62. Somit wird die Folie noch nicht zwischen diese Teile eingeklemmt, doch findet bereits eine leichte zahnförmige Verformung des Folienwerkstückes zwischen den oberen und unteren Rippen gemäss Fig. 6 statt. Während dieses Verformungsvorganges wird das Werkstück in keiner Weise zwischen den Oberflächen des oberen Rippenträgers 38 und den unteren Rippen 62 eingespannt (der Abstand zwischen den Teilen ist aus Fig. 9 ersichtlich). Die Längen der Rippen 60 und 62 sind jeweils den Erfordernissen anpassbar und entsprechen etwa der Tiefe des herzustellenden Bechers oder Behälters.
Der Druckring 42 wird von den Stangen 90, wenn diese gegen die Hohlform 30 anliegen, so gehalten, dass die inneren Enden der Rippen 60 etwa 0,5 mm über die Oberfläche des Trägers 38 hervorstehen. Der äussere Druckring wird von den leichten Federn 88 leicht nach unten gepresst, die Berührung mit der Folie hebt die äusseren Enden der Rippen 60 jedoch nach oben, wodurch die Folie nur geringfügig geprägt wird.
Anschliessend bewegt sich der Stempel in die Aussenform und zieht den Becher. Bei der Verformung des flachen Werkstückes in die Becherform legt sich die Folie um die Zugkante 96 der Aussenform 30, und die Rillenzieheinrichtungen 98 auf der Kante 96 sorgen von Anfang an für eine gleichmässige Faltenbildung im Werkstück 15 im Anfangsstadium der Wandbildung im Anschlussbereich an den Behälterboden. Die übrige, zunächst noch im flachen Bereich zwischen den Rippen befindliche Folie wird stetig in den Wandbereich des Bechers hineingezogen und das wegen der Umfangverkürzung überschüssige Material wird von den Rippen in regelmässige Doppelfalten gelegt. Die gezogenen Rillen 108 schliessen sich an die Doppelfalten an und fördern die Faltenbildung im Anfangsstadium. Ein frühes Stadium des Ziehvorganges des Bechers wird in Fig. 7 gezeigt, worin die Rillenlinien 108 gezeigt sind.
Ein weiteres Zwischenstadium wird in Fig. 8 gezeigt. Dort gehen die Rillenlinien 108 bereits in die Falten 92 über.
Das Werkstück befindet sich mit dem Flachlegering 36 und der Kante 96 der Aussenform 30 in Anlage. Sowohl der Ring 36 als auch die Kante 96 haben einen abgerundeten Kantenbereich geringer Dicke. In Fig. 7 und 8 befindet sich die Umlegelinie der Folie aus dem flachen Bereich in die Becherwandform bei 111. Die Umfangskante des Bodens des sich bildenden Bechers wird mit 106 bezeichnet. Der Flachlegering 36 bewirkt bei 110 (Fig. 8) das Flachlegen der Falten, beispielsweise zur Umwandlung der Form gemäss Fig. 10 in das Profil A-A gemäss Fig. 13. Daraus ergibt sich das erfindungswesentliche Kennzeichen des Flachlegens der Falten vor dem Umlegen.
Während der Vorbildung der Falten im ebenen Bereich wird die Folie leicht geführt, und zwar hauptsächlich durch linienförmige Berührung mit den Kanten 60,3 und 68. Die Bezeichnung flach oder eben in der vorliegenden Beschreibung ist somit dahingehend zu verstehen, dass die Folie im betreffenden Bereich noch im wesentlichen flach oder eben liegt, obwohl die Bildung der Falten bereits stattgefunden hat oder stattfindet.
Nachdem der Becher 105 bis zur vollen Tiefe gezogen worden ist, bewegt sich der Kern 48 noch weiter, und der Stempel 50 fängt nun an, die Aussenform 30. die Deckplatte 28 und die Auswerfscheibe 32 nach oben gegen eine nach unten gerichtete Federkraft zu bewegen. Dadurch bewegen sich die Schultern 94 der Form ebenfalls nach oben und lösen sich die Druckbolzen 90 und somit der Druckring 42. Dadurch löst sich der innere Bereich der Rippen 60, während der äussere Teil der Rippen 60 nicht mehr auf den flachen Bereich des Werkstückes 15 einwirkt.
Daraus ergibt sich die Position gemäss Fig. 11. In dieser Position kommt die Platte 28 mit einem nichtgezeichneten Anschlag in Anlage. Der Kernflansch 56 bewegt sich weiterhin nach oben und wirkt nun auf den Einrollring 54 ein, der sich gemäss der gestrichelten Linie 70 in Fig. 11 nach oben bewegt, auf die Kante des Bechers einwirkt und den ersten Teil 105,5 der Einwickelung zustandebringt.
Da sich bei diesem Vorgang der Stempel 50 im Stillstand in Anlage gegen die stillstehende Platte 32 befindet, wird die Stempeleinrichtung gegen den Federdruck der Federn 103 zusammengedrückt. Der Abstand zwischen dem Stempel 50 und der Aussenform 30 genügt, damit die Wandung 105,2 des Bechers die Wandung 30 der Aussenform nicht berührt und somit die Aussenoberfläche der Wandung 105,2 unbeeinträchtigt bleibt.
Damit ist die Aufwärtsbewegung des Kerns 48 beendet und diese wird nun zurückgezogen, gefolgt von dem Stempel 50 und der Aussenform 30. Dadurch kommt die halbwegs eingewickelte Kante 105,5 wieder mit dem Einrollring 54 in Berührung, wodurch der Umwickelvorgang in der in Fig. 12 gezeigten Weise abgeschlossen wird.
Danach bewegen sich die Formteile 12 und 14 auseinander und wird der Behälter durch die Abwärtsbewegung der Auswerfplatte 32 ausgestossen.
Durch die saubere Faltenbildung und die Glättung der Falten beim Ziehen der Folie über die Ziehkante 96 zur Bildung der Behälterwandung werden die Spannungen der Folie im Bereich der Ziehkante wesentlich verringert.
Die im Beispiel beschriebene Vorrichtung eignet sich zur Herstellung von Behältern aus Aluminiumfolie zwischen etwa 0,025 und 0,2 mm Dicke, insbesondere teilgehärteter Aluminiumfolie von etwa 0,05 mm Dicke. Es können auch doppelte Schichten von Folien in Behältern verarbeitet werden, wodurch sich grössere Gesamtdicken als 0,2 mm erzielen lassen.
Beschichtete Folien können ebenfalls verarbeitet werden.
Der Behälter 105 gemäss Fig. 13 besitzt einen Boden 105,1 und Wände 105,2 und in seinem Randbereich eine Schulter 105,3 als Sitz für einen Deckel sowie einen eingerollten Rand 105,4 zur Stärkung und besseren Abfertigung. Die Doppelfalten 92 im Wandbereich erstrecken sich in der Längsrichtung und sind im oberen Bereich der Wand (Schnitt A-A) am stärksten entwickelt. Je tiefer der Behälter gezogen wird, desto sauberer bilden sich die Falten und desto ausgeprägter wirken sich die Falten auf die Starre der Wand und des Randbereiches aus. Versuche haben gezeigt, dass Behälter ausreichender Starre mit wesentlich dünneren Folien hergestellt werden können als die vergleichbaren herkömmlichen Behälter.
Daraus ergeben sich erhebliche wirtschaftliche Vorteile.
Weiter unten (Querschnitt B-B) sind die Falten 92 weniger tief, da hier die Umfangverkürzung im Ziehvorgang geringer ist und somit weniger überschüssiges Material untergebracht werden muss. Im Bereich C-C gibt es keine Doppelfalten mehr, sondern nur noch längsgerichtete eingezogene Rillen 108, die in die Falten 92 übergehen und zum guten Aussehen des Erfindungsgegenstandes beitragen. Im unmittelbaren Übergangsbereich zum Boden 105,1 befinden sich keine Einrillungen mehr. Dort ist das Material lediglich leicht gewellt (Querschnittprofil D-D), und zwar ganz regelmässig durch die Einwirkung der regelmässigen Einrillungen.
Als Folie bezeichnet man im Sinne der vorliegenden Beschreibung normalerweise ein Material bis zu einer Dicke von etwa 0,2 mm. Grundsätzlich lässt sich die Erfindung jedoch auch auf dickeres Material anwenden, beispielsweise bei der Herstellung verhältnismässig grosser Behälter, in solchen Fällen ist die Bezeichnung entsprechend auszulegen.
Selbstverständlich ist die erfindungsgemässe Verfahrensweise des Doppelfaltenlegens auch auf die abgerundeten Ecken mehreckiger Behälter anwendbar.
Wie der Zeichnung zu entnehmen ist, verlaufen die Falten des bevorzugten Ausführungsbeispieles völlig geradlinig.