CH623359A5 - - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Strangpressprodukten auf der Basis von Aluminiumlegierungen, insbesondere auf Strangpressprodukte, welche vor dem Strangpressen durch Wärmebehandlung homogenisiert werden und betrifft ein besonderes Verfahren zur Wärmebehandlung von Aluminiumlegierungen zur Verbesserung deren Verarbeitbarkeit durch Strangpressen. Das als Strangpressen bekannte Metallbearbeitungsverfahren beinhaltet das Pressen eines Metallbolzens durch eine Matrizenöffnung von vorbestimmter Form, damit ein Profil von unbestimmter Länge und im wesentlichen konstantem Querschnitt hergestellt werden kann. Im Strangpressverfahren, welches Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, wird der vorgeheizte Bolzen aus einer Aluminiumlegierung in einen Rezipienten gelegt, der üblicherweise vorerwärmt wird und an einem Ende eine geeignete Matrize hat. Der Presskolben, welcher ungefähr den gleichen Querschnitt wie die Bohrung des Rezipienten hat, bewegt sich von der anderen Seite gegen den in den Rezipienten eingeführten Metallbolzen, komprimiert diesen und bewirkt den Metallfluss durch die Matrizenöffnung.
Der während dem Verfahren auf den Bolzen ausgeübte Druck erhöht die Innentemperatur des Bolzens, was von der inneren Reibung im Metallkörper herrührt.
Die vorliegende Erfindung befasst sich insbesondere mit Aluminiumlegierungen des Aluminium-Magnesium-Silizium-typs. Stranggepresste Profile von Aluminium-Magnesium-Silizi-limlegierungen haben einen erheblichen Handelswert. Falls sie warm aufgehärtet sind, haben solche Profile die gewünschten hohen Festigkeitseigenschaften. Um solche Profile auf die wirtschaftlichste Art herzustellen, sollte das Strangpressen bei der höchstmöglichen Geschwindigkeit durchgeführt werden. Bei üblichen Verfahren wird die Pressbarkeit dieser Legierungen verbessert, indem der gegossene Barren einem Homogeni-sierungsprozess bei erhöhter Temperatur unterworfen wird, beispielsweise während 4-12 Stunden bei 515-552°C, mit anschliessender Luftkühlung. Es ist selbstverständlich höchst wünschenswert, ein Verfahren für eine vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet erhöhte Strangpressgeschwindigkeit zu schaffen, ohne dass die wünschenswerten Produkteigenschaften beeinträchtigt werden.
Die Strangpressgeschwindigkeit ist jedoch ein Faktor, welcher die Qualität eines Strangpressproduktes beeinflusst. Um eine annehmbare Oberflächenqualität zu erhalten, muss für die Strangpressgeschwindigkeit ein bestimmter Bereich beachtet werden, wobei dieser Bereich mit der Grösse und Form des Profils sowie der Reduktion der Querschnittfläche, die beim Strangpressen bewirkt wird, in Beziehung steht. Das Überschreiten der vorbestimmten Geschwindigkeit bewirkt im allgemeinen ein Zerreissen der Oberfläche und auch andere Fehler, die das Produkt zu Ausschuss werden lassen.
Ein Beschränkungsfaktor für das Strangpressen einer AIu-miniumlegierung besteht darin, dass bei einer bestimmten Strangpressgeschwindigkeit das als Rattermarken (surface checking, chatter cracks) bekannte Phänomen einsetzt. Dies sind Oberflächendefekte, welche ein Muster von feinen Querrissen, die aus Zugspannungen in Längsrichtung hervorgehen, bilden. Die Zugspannungen in Längsrichtung sindin diesem Fall, verglichen mit der Festigkeit der Legierung bei ihrer Arbeitstemperatur, hoch. Die Anrisse mögen nicht tiefer als 2,5-12,5 |im sein, sie sind jedoch vom Standpunkt des Aussehens der Oberfläche, der Eignimg zur Nachbearbeitung, der Massgenauigkeit und der mechanischen Unversehrtheit nicht annehmbar. Es ist bekannt, dass das Phänomen der Rattermarken bei niedrigen Geschwindigkeiten auftritt, wenn die Strangpresstemperatur erhöht wird. Im weitern müssen Legierungen mit hoher Festigkeit langsamer und bei niedrigeren Temperaturen stranggepresst werden, um eine Rissbildung zu vermeiden. Dies weist darauf hin, dass es eine Beziehung zwischen Fliessspannungen und Neigung zur Rissbildung gibt, wobei die Neigung zur Rissbildung ihrerseits von Erhöhungen s
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der Temperatur der stranggepressten Oberfläche, verursacht durch adiabatische Erwärmung, abhängt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, ein Verfahren zur Wärmebehandlung von Aluminiumlegierungen des Aluminium-Magnesium-Siliziumtyps zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit durch Strangpressen zu schaffen, welches eine erhöhte Strangpressgeschwindigkeit erlaubt, und welches zu Strangpressprodukten führt, die gute mechanische Eigenschaften und keine Oberflächenrisse aufweisen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass a) die Legierungen vorerst während 2-12 Stunden bei einer Temperatur von 558-607°C homogenisiert werden, wobei die obere Grenze der Temperatur bereits unterhalb der Solidus-temperatur gehalten wird.
b) die Legierungen während 2-12 Stunden bei einer Temperatur von 11-56°C unter der Solvus-Temperatur weiter homogenisiert werden und c) die Legierungen mit einer Geschwindigkeit von weniger als 56°C/h langsam auf eine Temperatur von 427°C oder weniger abgekühlt werden.
Unter dem Begriff «Solvus» wird hierbei die Begrenzungsfläche für die Löslichkeit von Silizium und Magnesium im festen Zustand (untere Begrenzungsfläche der a-Phase) verstanden. Somit ist die «Solvus»-Temperatur die minimale Temperatur, bei der das in der Legierung vorhandene Silizium und Magnesium vollständig im festen Zustand gelöst ist.
Anschliessend an den letzten Verfahrensschritt, das langsame Abkühlen, wird das Material auf Raumtemperatur abgekühlt, dann wieder auf eine höhere Temperatur erwärmt und bei dieser höheren Temperatur stranggepresst. Vorzugsweise wird das stranggepresste Produkt dann abgeschreckt und während 1-24 Stunden bei einer Temperatur vonl49-232°C warm ausgelagert.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung.
Die eingesetzten Aluminium-Magnesium-Siliziumlegierun-gen enthalten Magnesiumsilizid, und vorzugsweise ungefähr 0,6-2% der intermetallischen Komponente Magnesiumsilizid (MgaSi) als die primäre Verfestigungskomponente. Die Legierung kann einen Ueberschuss an Magnesium oder Silizium enthalten. Im allgemeinen sollten die Legierungen, die nach der vorliegenden Erfindung verarbeitet werden, 0,2-1,5% Magnesium und von 0,2-1,5% Silizium enthalten. Hier und im folgenden werden alle prozentualen Gehalte der Legierungskomponenten in Gewichtsprozenten ausgedrückt.
Bevorzugt gehören die Legierungen, die nach der vorliegenden Erfindung verarbeitet werden, zur 6000-Serie des Aluminium Association-Klassifikationssystems; insbesondere Legierung 6061 wird verwendet. Eine typische bevorzugte Zusammensetzung von Legierung 6061 lautet z.B. wie folgt:
Silizium 0.4 -0.8 %
Magnesium 0.8 —1.2 %
Kupfer 0.15-0.4 %
Chrom 0.04-0.35%
Eisen 0 -0.7 %
Mangan 0 -0.15%
Zink 0 -0.25%
Titan 0 -0.15%
Andere Elemente total 0 -0.15%
(Jedes Element 0 -0.05%)
Aluminium Rest
Weitere bevorzugte Materialien, die nach der vorliegenden Erfindung bearbeitet werden, sind die Legierungen 6007, 6070, 6205 und 6351 der Aluminium Association.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform enthalten die Legierungen, die nach der vorliegenden Erfindung bearbeitet werden, eines oder mehrere der folgenden Elemente: Bor, Titan, Chrom, Mangan, Molybdän, Vanadium, Wolfram und Zirkon, mit einem Anteil bis 0,4%, jedoch mit Ausnahme von Bor, welches mit einem Anteil bis 0,10% eingesetzt werden sollte. Der Gesamtgehalt der vorstehend genannten Elemente sollte jedoch 1% nicht übersteigen. Natürlich können so niedrige Anteile wie 0,001 % in der Legierung gefunden werden.
Die üblichen Verunreinigungen können ebenso in der Legierung enthalten sein. Eisen wird vorzugsweise mit einem Gehalt bis 1% toleriert, Kupfer mit einem Gehalt bis 0,5% und Zink mit einem Gehalt bis 0,5%. Es werden aber auch so niedrige Eisen-Kupfer- und/oder Zinkgehalte wie 0,001% in Betracht gezogen.
Im allgemeinen kann die Warmverarbeitbarkeit durch Erniedrigung der Fliessspannung bei Strangpresstemperatur verbessert werden. Dies ermöglicht, dass eine Legierung bei höherer Geschwindigkeit verarbeitet werden kann, ohne dass so viel adiabatische Wärme entsteht, wie dies bei höheren Fliessspannungen der Fall wäre. Variationen in der Durchführung von Homogenisationen von gegossenen Barren stellen ein vielfältiges Mittel dar, mit welchem die Fliessspannungen einer Legierung verändert werden können. So besteht die erste Funktion einer dem Strangpressen vorhergehenden Homogenisierungsbehandlung darin, die chemischen Gradienten und Mikrosegregation der Legierungsbestandteile im Barren, die vom Giessen herrühren, zu minimalisieren. Die zweite Funktion besteht darin, die Legierung in eine Beschaffenheit zu bringen, in welcher sie leichter verarbeitet werden kann. Längere Homogenisierungszeiten wirken sich in einer wesentlichen Senkung der Fliessspannungen beim anschliessenden Warmverformen aus, indem die Aussscheidungen von Verunreinigungen oder Legierungselementen mit kleinem Gehalt aus der festen Lösung gefördert wird. Solche Legierungselemente mit kleinem Gehalt, wie Eisen, Chrom und Mangan können normalerweise nur langsam ausgeschieden werden. Zusätzlich kann der Gehalt von Stoffen in fester Lösung und die Verteilung von ausgeschiedenen Teilchen am Ende eines Homogeni-sierungsarbeitsganges zur Erreichung der gewünschten Eigenschaften und Merkmale durch kontrollierte Abkühlung innerhalb der erlaubten Grenzen weiter verbessert werden.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist gefunden worden, dass die Fliessspannung dadurch reduziert werden kann, dass beide Mischkristallaushärtung und Dispersionsaushärtung bei Strangpresstemperatur nur in einem minimalen Grad auftreten. Dies ist in Form einer homogenisierten Mikrostruktur erreicht worden, welche eine vorherrschend breite Partikelverteilung von Magnesiumsilizid aufweist, und bei welcher gleichzeitig so viel wie möglich Eisen, Chrom und Mangan aus der festen Lösung entfernt ist.
Die Barren selbst können nach einem beliebigen der wohlbekannten Giessverfahren hergestellt werden. Das kontinuierliche oder halbkontinuierliche Verfahren ist gegenwärtig eines der am meisten verwendeten Verfahren. Der Arbeitsablauf der vorliegenden Erfindung wurde so konzipiert, dass mit einer dem Strangpressen vorangehenden zweistufigen Homogenisierung die gestellte Aufgabe erfüllt werden kann.
Die erste Homogenisierungsbehandlung wird bei einer Temperatur von 558-607°C, vorzugsweise von 558-582°C, während einer Zeitdauer von 2-12 Stunden, vorzugsweise 4— 10 Stunden, durchgeführt, mit dem Vorbehalt, dass die obere Grenze des Temperaturbereiches unter der Solidustemperatur gehalten wird. Beispielsweise liegt die Solidustemperatur von Legierung 6061 bei 582°C. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung ist besonders geeignet für Legierungen wie Legierung 6061, welche gattierte Zusätze von Chrom, Mangan und/oder andern Ubergangselementen mit beschränkter fester Löslichs
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keit haben, so dass diese Zusätze durch die Homogenisierungsbehandlung der vorliegenden Erfindung aus der festen Lösung getrieben werden; dagegen wird mit Legierungen wie Legierung 6063, ohne gattierte Zusätze von Übergangselementen, eine geringere Verbesserung erreicht.
Der weitere Homogenisierungsschritt wird bei einer Temperatur von 11-56°C, vorzugsweise von 11-28°C unterhalb der Solvus-Temperatur, die durch den besonderen Magnesium-Silizium-Gehalt der in Frage stehenden Legierung bestimmt wird, während 2-12 Stunden, vorzugsweise während 4-10 Stunden durchgeführt. Die Solvus-Temperatur von Legierung 6061 liegt beispielsweise bei 549°C, deshalb sollte der zweite oder weitere Homogenisierungsschritt für die Legierung 6061 zwischen 493 und 538°C liegen.
Unmittelbar nach dem zweiten Homogenisierungsschritt werden die Legierungen langsam wenigstens auf 427"C, mit einer Geschwindigkeit von weniger als 56°C pro Stunde, vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit von weniger als 28°C pro Stunde, abgekühlt und dann mit beliebiger Geschwindigkeit, vorzugsweise durch Luftkühlung, auf Raumtemperatur gebracht.
Die erste Stufe der Homogenisierungsbehandlung, der erste Homogenisierungsschritt, dient dazu, die normalerweise langsam diffundierenden Phasen wie die Eisen-Chrom- und Manganphasen aus der festen Lösung auszuscheiden. Dies würde dazu führen, dass die Festigkeit des Grundgefüges durch das Entfernen dieser Elemente aus ihrer eine Aushärtung bewirkenden Rolle und durch Verursachung von verhältnismässig grossen ausgeschiedenen Partikeln erniedrigt würde; bei der Temperatur der ersten Homogenisierungsbehandlung bleibt jedoch praktisch alles Magnesium und Silizium löslich, und kann auch bei mittelmässig schneller Abkühlung in Lösung bleiben. Die zweite Stufe oder weitere Homogenisierungsbehandlung bei niedriger Temperatur, gefolgt von einer langsamen Abkühlung auf 427°C oder weniger, vermindert den Gehalt an gelöstem Eisen, Chrom und Mangan weiter, und bewirkt auch den Erhalt einer Dispersionsausscheidung von vorhersehend grossen Mg2Si-Partikeln. Die zweite Homogenisierungsbehandlung scheidet Mg2Si aus und bewirkt das Wachsen von grossen Partikeln, was nur unterhalb der Solvus-Tem-peratur erfolgt. Eine Homogenisierung zu weit unterhalb der Solvus-Temperatur würde die Bildung von feinen Mg2Si-Parti-keln fördern. Auch das langsame Kühlen wenigstens auf 427°C bewirkt eine weitere Vergröberung der Mg2Si-Partikel. Nach der Abkühlung auf ungefähr Raumtemperatur wird das Material wieder auf eine erhöhte Temperatur erwärmt und bei dieser erhöhten Temperatur stranggepresst. Normalerweise wird das Material wieder auf eine Temperatur von 427—552°C erwärmt und mit einer Bolzentemperatur von 427-482°C am Matrizeneingang und einer Temperatur des austretenden Profils von 493-549°C stranggepresst. Das wiedererwärmte oder für das Strangpressen vorgewärmte Material sollte während weniger als 15 Minuten auf dieser Temperatur gehalten werden. Bei diesem an das Abkühlen auf Zimmertemperatur anschliessenden Wiedererwärmen und beim Strangpressen in diesem allgemein üblichen Temperaturbereich löst sich das Mg2Si nur in einem solchen Umfang auf, dass beim abgeschreckten und ausgelagerten fertigen Strangpressprodukt eine angemessene Festigkeit gewährleistet ist. Die Kombination von zurückbleibenden Mg2Si-Partikeln und den ausgeschiedenen eisen-, chrom- und manganreichen Phasen, bewirkt ein leichter verarbeitbares Material, welches der Verformung während dem Strangpressen weniger Widerstand entgegensetzt und welches die Erreichung höherer Stranpressgeschwindigkei-ten erlaubt. Vergleichsweise sei erwähnt, dass die übliche Homogenisierungsbehandlung bei 513-552°C, während 4-12 Stunden, oder sogar während 16 Stunden, gefolgt von einer Luftkühlung, feine oder gemischte Dispersionen von Mg2Si und geringe Ausscheidungen und Agglomerationen von eisen-, chrom- und manganhaltigen Gefügebestandteilen erzeugt. Beim Wiedererwärmen für das Strangpressen lösen sich die feinen Mg2Si-Partikel, die während dem Kühlen nach der üblichen Homogenisierungsbehandlung ausgeschieden worden sind, rasch wieder auf und tragen zur Härtung des Grundgefü-ges aus fester Lösung, bewirkt durch den Rückstand von gelöstem Eisen, Chrom und Mangan, bei. Derart wird das Metall während dem Strangpressen der Verformung einen beträchtlichen Widerstand entgegensetzen (d.h. eine höhere Fliessspannung), im Gegensatz zum Metall, welches nach der vorliegenden Erfindung behandelt worden ist.
Anschliessend an das oben beschriebene Strangpressen wird das Strangpressprodukt abgeschreckt und während 1-24 Stunden bei einer Temperatur zwischen 149 und 232 °C warm ausgelagert. Das Abschreckmittel kann natürlich bewegte Luft, vollständiges Eintauchen in Wasser, Spritzwasser oder Kombinationen davon sein.
Daher ist nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung eine sorgfältige Kontrolle der Durchführungsbedingungen erforderlich, um die Fliessspannung während dem Strangpressen zu reduzieren und anschliessend die Geschwindigkeit, mit welcher die strangzupressenden Materiahen durch die Strangpressmatrize gedrückt werden können, zu erhöhen. Der erste oder Hochtemperatur-Homogenisierungsschritt ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Fällung von Elementen wie Mangan,
Chrom oder Eisen. Dieser Hochtemperaturschritt ist auch dahingehend nutzbringend, dass die Partikel bei aufweisender Ausscheidung das Bestreben haben, sich zusammenzuballen und sich möglichst weit voneinander entfernt zu verstreuen. Durch den weiteren Homogenisierungsschritt bei niedrigerer Temperatur, der während der erforderlichen Zeitperiode durchgeführt wird, hat zweitens das Ausscheidungen bildende Mg2Si auch das Bestreben, sich in groben Partikeln, die möglichst weit voneinander entfernt sind, zu verteilen, wodurch ein potentieller Dispersionsaushärtungseffekt auf einem Minimum gehalten wird. Langsames Abkühlen auf 427°C oder weniger bewirkt, dass diese Partikel wachsen, so dass es beim anschliessenden Wiedererwärmen auf Strangpresstemperatur einen zeitlichen Verzug gibt, bis alle löslichen Mg2Si Teilchen in Lösung gehen.
Die vorliegende Erfindung und die dadurch bewirkten Verbesserungen werden durch die Betrachtung der nachfolgenden Ausführungsbeispiele klarer.
Beispiel 1
Die Aluminiumlegierung 6061 wurde auf übliche Weise stranggegossen und hat folgende Zusammensetzung:
Magnesium
1 %
Silizium
0.7 %
Chrom
0.04%
Mangan
0.1 %
Eisen
0.45%
Titan
0.02%
Zink
0.03%
Kupfer
0.2 %
Aluminium
Rest
Eine Auswahl von stranggegossenen Barren wurde vorbereitet, um Fliessspannung und Strangpressgeschwindigkeit für zwei verschiedene Homogenisierungsbedingungen durch systematisches Erhöhen der Strangpressgeschwindigkeit auszuwerten, bis Rattermarken auftraten. Die Vergleichs-Homogenisie-rungsbehandlung A bestand aus Erhitzen bei 552°C während 16 Stunden, gefolgt von Luftkühlung. Die Homogenisierungsbehandlung B der vorliegenden Erfindung bestand in der s
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Erhitzung bei einer Temperatur von 566°C während 8 Stunden, gefolgt von einem Erhitzen während 8 Stunden bei 538°C, anschliessendem Abkühlen auf 427°C mit einer Geschwindigkeit von 28°C pro Stunde und schliesslich Abkühlung auf Raumtemperatur. Beim Strangpressverfahren wurde s ein Strangpressverhältnis von 68.5:1 verwendet. Die Bolzen wurden auf 516-527°C vorerwärmt; beim Einführen in die Strangpresse durften sich die Bolzen auf nicht mehr als 482-510°C abkühlen. Bei fallendem Maximaldruck wurde die Geschwindigkeit des Pressbolzens stufenweise erhöht, bis die 10 maximale Presskolbengeschwindigkeit von jeder Messreihe erreicht wurde. Eine Übersicht über die Daten, die in Beispiel 1 erhalten worden sind, befindet sich in Tabelle I, welche die Barren-Eingangstemperatur, Strangpressausgangstemperatur und Pressbolzengeschwindigkeit für jeden Barren zeigt. 15
Zusätzlich wurde die Oberflächenqualität von jedem Strangpressprofil notiert. Bei dieser Versuchsserie gibt es fünf bestimmte Stellen, wo die Rissbildung einsetzen kann. Eine Bewertung des Rissbildungsgrades wurde durchgeführt und erscheint in Tabelle I als gut, was keine merkliche Rissbildung bedeutet, oder schlecht, was eine bedeutsame Rissbildung bedeutet. Die in Tabelle I gezeigten Daten belegen die Ueber-legenheit der zweistufigen Homogenisierungsbehandlung der vorliegenden Erfindung deutlich, welche eine bedeutende Erhöhung der Strangpressgeschwindigkeit erlaubt. Mit der Vergleichs-Homogenisierungsbehandlung A kann die Strangpressgeschwindigkeit lediglich auf höchstens 190,5 mm/min erhöht werden, wenn noch ein guter Oberflächenzustand erreicht werden soll. Bei Verwendung der Homogenisierungsbehandlung B der vorliegenden Erfindung, kann die Strangpressgeschwindigkeit bei gutem Oberflächenzustand auf 330 mm/min erhöht werden.
Homogenisierungsbehandlung
Barren-Eingangstemperatur (°C)
Strangpressausgangstemperatur (°C)
Geschwindigkeit des Presskolbens (mm/min)
Oberflächenzustand
A-Test 1
492
549
190,5
gut
A-Test2
488
538
254
schlecht
A-Test 3
508
549
198-254
schlecht
A-Test 4
549-
—
254
schlecht
B-Test 5
510
543
127-203
gut
B-Test 6
493
549
254-305
gut
B-Test 7
488
549
254
gut
B-Test 8
488
549
356
schlecht
B-Test 9
492
560
305
gut
B-Test 10
—
549
305
gut
B-Test 11
507
538
330
gut
Beispiel 2
Von einigen nach Beispiel 1 erhaltenen Strangpressprodukten werden Zugproben durchgeführt. Die Proben werden während 8 Stunden bei 177°C ausgelagert und die mechanischen Eigenschaften bestimmt. Diese in Tabelle II zusammen-
gefassten mechanischen Eigenschaften zeigen klar, dass das Strangpressverfahren der vorliegenden Erfindung die Festigkeitsanforderungen für Legierung 6061, die lösungsgeglüht, abgeschreckt und warm ausgelagert worden ist, übertrifft und 40 sich in guten Festigkeitseigenschaften auswirkt.
Tabellen
Homogeni
Geschwindigkeit
Streck
Zerreiss-
Dehnung sierungs-
des Presskoîbens grenze festigkeit
über 5 cm behandlung
(mm/min)
(kg/mm2)
(kg/mm2)
(%)
A-Test 1
191
27,2
30,2
12,0
A-Test 3
254
29,2
32,2
12,5
B-Test 5
203
26,5
29,8
12,5
B-Test 8
356
27,4
30,7
12,5
B-Test 9
305
26,8
30,0
12,5
B-Test 11
330
25,7
28,3
12,5
B
Claims (10)
- 623 3592Patentansprüche1. Verfahren zur Wärmebehandlung einer Aluminiumlegierung des Aluminium-Magnesium-Siliziumtyps zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit durch Strangpressen, dadurch gekennzeichnet, dass a) die Legierung vorerst während 2-12 Stunden bei einer Temperatur von 558-607°C homogenisiert wird, wobei die obere Grenze des Temperaturbereichs unterhalb der Solidus-temperatur gehalten wird,b) die Legierung während 2-12 Stunden bei einer Temperatur von 11—56°C unter der Solvus-Temperatur weiter homogenisiert wird und,c) die Legierung mit einer Geschwindigkeit von weniger als 56°C/h langsam auf eine Temperatur von 427°C oder weniger abgekühlt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vorerst während 4-10 Stunden bei einer Temperatur von 558-582°C homogenisiert, dann während 4-10 Stunden bei einer Temperatur von 11-28°C unter der Solvus-Temperatur weiter homogenisiert und schliesslich mit einer Geschwindigkeit von weniger als 28°C/h langsam abgekühlt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,dass die Legierung nach der langsamen Abkühlung weiter auf Raumtemperatur abgekühlt wird.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung neben Aluminium 0,2-1,5% Magnesium und 0,2-1,5% Silizium enthält.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung 0,001-0,4% von mindestens einem Element der aus Bor, Titan, Chrom, Mangan, Molybdän, Vanadium, Wolfram, Zirkon bestehenden Gruppe oder Mischungen davon enthält, wobei Bor mit einem Gehalt bis 0,1% auftritt.
- 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung 0,001-1,0% Eisen, 0,001-0,5% Kupfer und/oder 0,001-0,5% Zink enthält.
- 7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aluminiumlegierung der Zusammensetzung 0,4-0,8% Si, 0,8-1,2% Mg, 0,15-0,4% Cu, 0,04-0,35% Cr, bis 0,7% Fe, bis 0,15% Mn, bis 0,25% Zn, bis 0,15% Ti, andere Elemente total max. 0,15%, einzeln max. 0,05% vorerst bei einer Temperatur von 558-582°C homogenisiert und dann bei einer Temperatur von 493—538°C weiter homogenisiert wird.
- 8. Verwendung einer nach einem der Ansprüche 1—3 wärmebehandelten Legierung zur Herstellung von Strangpressprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass die auf Raumtemperatur abgekühlte Legierung vor dem Strangpressen wieder auf eine Temperatur von 427-552°C erwärmt, und während weniger als 15 Minuten auf dieser Temperatur gehalten und sodann stranggepresst wird.
- 9. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des strangzupressenden Bolzens am Matrizeneingang zwischen 427-482°C, und die Temperatur des stranggepressten Profils am Matrizenaustritt zwischen 493 und 549 °C gehalten wird.
- 10. Verwendimg nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das stranggepresste Profil abgeschreckt, und während 1-24 Stunden bei einer Temperatur von 149-232°C warm-ausge-lagert wird.
Applications Claiming Priority (1)
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