CH629181A5 - Verfahren zur herstellung von monoisocyanaten. - Google Patents

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CH629181A5
CH629181A5 CH1058177A CH1058177A CH629181A5 CH 629181 A5 CH629181 A5 CH 629181A5 CH 1058177 A CH1058177 A CH 1058177A CH 1058177 A CH1058177 A CH 1058177A CH 629181 A5 CH629181 A5 CH 629181A5
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isocyanate
boiling
chloride
monoisocyanate
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Hartmut Knoefel
Klaus Koenig
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Bayer Ag
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    • C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C263/00—Preparation of derivatives of isocyanic acid
    • C07C263/04—Preparation of derivatives of isocyanic acid from or via carbamates or carbamoyl halides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Monoisocyanaten aus den entsprechenden Carbamidsäurechloriden.
Isocyanate werden bekannterweise durch Umsetzung von Aminen mit Phosgen hergestellt. Die Reaktion verläuft über die Stufe der Carbamidsäurechloride, die bei höherer Temperatur in die entsprechenden Isocyanate und Chlorwasserstoff spalten. Liegt der Siedepunkt des herzustellenden Iso-cyanats deutlich über der Zersetzungstemperatur des Carb-amidsäurechlorids, so kann der bei der Zersetzung gebildete Chlorwasserstoff insbesondere bei Verwendung eines inerten organischen Lösungsmittels problemlos aus dem Reaktionsraum entfernt werden. Wenn jedoch die Zersetzungstemperatur des Carbamidsäurechlorids in der Nähe oder oberhalb des Siedepunktes des Isocyanats liegt, so gelangt das Isocya-nat in den Gasraum, wo es mit dem Chlorwasserstoff zu Carbamidsäurechlorid rekombiniert. Deshalb verläuft die Spaltung unvollkommen; das Isocyanat wird nur in geringer Ausbeute und mit Carbamidsäurechlorid verunreinigt erhalten.
Der geschilderte Sachverhalt trifft für aliphatische Mono-isocyanate zu, deren aliphatische Rest 1 bis 4 Kohlenstoffatome enthalten, wobei die Schwierigkeiten bei der Herstel- ' lung von Methylisocyanat am grössten sind und mit wachsendem Rest des herzustellenden Isocyanats abnehmen.
In der Patentliteratur sind zahlreiche Verfahren beschrieben, die die genannten Schwierigkeiten beseitigen sollen. Ein Grossteil der Verfahren beschreibt die Spaltung von Carbamidsäurechloriden unter Verwendung von Chlorwasserstoffakzeptoren.
So ist bekannt, Isocyanate aus Carbamidsäurechloriden in Gegenwart von organischen Basen (z.B. tert. Aminen) oder Carbonsäure-dialkylamiden (DOS 1 593 554) oder Tetra-alkylharnstoffen (US 3 644 461) in organischen Lösungsmitteln herzustellen. Ferner wird zur Absorption des Chlorwasserstoffs die Verwendung von Wasser (DAS 2 156 761) und von wässrigen Lösungen oder Suspensionen anorganischer Basen (BP 1 208 862) beschrieben. Auch Olefine werden als Chlorwasserstoffakzeptoren genannt (DOS 2 210 285).
Alle genannten Verfahren weisen den gravierenden Nachteil auf, dass Nebenprodukte entstehen (korrosive organische oder anorganische Salze oder Alkylchloride), die entweder kostspielig aufgearbeitet werden müssen oder aber eine Umweltbeeinträchtigung darstellen. Darüber hinaus besteht bei Verwendung von organischen Basen die Gefahr von Nebenreaktionen zu di- und trimeren Isocyanaten. In Gegenwart von Wasser wird ein beträchtlicher Teil des Carbamidsäurechlorids zum Amin-hydrochlorid hydrolysiert, so dass nur im Falle des reaktionsträgen tert. Butylisocyanats gute Ausbeuten erzielt werden.
In dem anderen Teil der Patentschriften wird die Herstellung von niedrigsiedenden aliphatischen Monoisocyanaten durch thermische Spaltung von Carbamidsäurechloriden in organischen Lösungsmitteln unter Anwendung spezieller Verfahrenstechniken beschrieben.
Nach DAS 1 193 034 wird die thermische Spaltung des Carbamidsäurechlorids in einem mit Rückflusskühler und trennwirksamer Kolonne versehenen Reaktor durchgeführt. Durch den Rückflusskühler entweicht Chlorwasserstoff, während Isocyanat, Carbamidsäurechlorid und Lösungsmittel zurückgehalten werden. Das gebildete Isocyanat gelangt in die Kolonne und kann am Kolonnenkopf abgenommen werden. Durch einen Rücklaufteiler wird der grösste Teil des Isocyanats zurückgeführt, damit in die Kolonne aufsteigender Chlorwasserstoff vollständig absorbiert wird und in Form von Carbamidsäurechlorid in den Reaktor zurückgelangt.
Bei der kontinuierlichen Durchführung dieses Verfahrens wird an Carbamidsäurechlorid verarmte Lösung laufend dem Reaktor entnommen, an anderer Stelle mit Carbamidsäurechlorid angereichert und dem Reaktor wieder zugeführt.
In den deutschen Offenlegungsschriften 2 411 441, 2 411 442 und 2 422 211 werden Verfahrensvarianten beschrieben, die auf dem im vorgenannten Verfahren angegebenen Prinzip beruhen und nur apparative Veränderungen zum Inhalt haben.
Zwar wird durch die genannten Verfahren die Herstellung von niedrigsiedenden aliphatischen Monoisocyanaten durch thermische Spaltung von Carbamidsäurechloriden ermöglicht, jedoch sind auch hier schwerwiegende Nachteile zu nennen:
1) Die Chlorwasserstoffabtrennung erfordert Rückflusskühler mit grossen Kühlflächen, die in energetisch aufwendiger Weise mit Kältemittel betrieben werden müssen, damit Isocyanat und Carbamidsäurechlorid quantitativ zurückgehalten werden.
2) Zur destillativen Abtrennung von carbamidsäurechlorid-freiem Isocyanat aus dem Reaktionsgemisch werden hochwirksame Fraktionierkolonnen benötigt, wobei ein hohes Rücklaufverhältnis eingestellt werden muss.
3) Die Verfahren lassen sich nur günstig durchführen, wenn verhältnismässig verdünnte Carbamidsäurechloridlösungen (1 bis 30%ig) eingesetzt werden.
4) Bei der kontinuierlichen Durchführung (grosstechnisch kommt nur eine solche in Frage) muss die Reaktionslösung mehrfach im Kreis geführt werden.
All dies hat zur Folge, dass die Reaktionskomponenten (Isocyanat, Carbamidsäurechlorid und Lösungsmittel) im Prozess mehrmals verdampft und kondensiert, bzw. abgekühlt und wieder aufgeheizt werden müssen, wodurch ein hoher Energieverbrauch verursacht wird. Aus dem Einsatz von verdünnten Lösungen und der Notwendigkeit der vielen Kreisläufe resultiert eine lange Verweilzeit und somit eine niedrige Raum-Zeit-Ausbeute. Durch die lange Verweilzeit besteht die Gefahr der Ausbeuteminderung durch Trimerisie-rung des Monoisocyanats. Der Prozess erfordert einen hohen
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Aufwand an Mess -und Regeltechnik. Hieraus, aus der niedrigen Raum-Zeit-Ausbeute und der Notwendigkeit des Einsatzes von hochwirksamen Fraktionierkolonnen ergibt sich für die technische Produktion ein hoher Investitionsaufwand.
Es wurde nun überraschend gefunden, dass man niedrigsiedende aliphatische Monoisocyanate aus den entsprechenden Carbamidsäurechloriden unter Vermeidung der angeführten Nachteile in guten Ausbeuten herstellen kann, wenn man die gegebenenfalls in inerten organischen Lösungsmitteln gelösten Carbamidsäurechloride mit der äquivalenten oder überschüssigen Menge eines höhersiedenden Mono- oder Polyisocyanats versetzt und aus der Mischung das niedrigsiedende Monoisocyanat bei massig erhöhter Temperatur und/oder unter Anlegen von Vakuum gegebenenfalls zusammen mit dem Lösungsmittel abdestilliert oder mit einem Inertgasstrom austreibt. Überraschenderweise gelingt es nach dieser Verfahrensweise, das niedrigsiedende Monoisocyanat unter milden Bedingungen in guter Reinheit und Raum-Zeit-Ausbeute zu isolieren. Dabei treten die Probleme, die sich durch Abspaltung von Chlorwasserstoff und dessen Rekombination mit dem Isocyanat zu Carbamidsäurechlorid im Gasraum ergeben, nur noch in stark vermindertem Umfang auf. Nach Abtrennen des niedrigsiedenden Isocyanats bleibt das Carbamidsäurechlorid des höhersiedenden Isocyanats zurück. Dieses kann nach den Methoden des Standes der Technik für die Herstellung höhersiedender Isocyanate problemlos thermisch in Chlorwasserstoff und Isocyanat zerlegt werden. Dabei wird das höhersiedende Isocyanat zurückgewonnen und kann erneut eingesetzt werden.
Nach dem Stand der Technik war nicht zu erwarten, dass die Übertragung des Chlorwasserstoffs von dem niedrigsiedenden Isocyanat auf das höhersiedende Isocyanat unter Bedingungen erfolgt, bei denen die Spaltung von Carbamidsäurechloriden in Chlorwasserstoff und Isocyanat praktisch noch nicht festzustellen ist. Darüber hinaus verläuft die Übertragungsreaktion überraschenderweise mit so grosser Geschwindigkeit, dass das niedrigsiedende Isocyanat zügig aus dem Gleichgewicht abgetrennt werden kann.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung von Monoisocyanaten der Formel
R-NCO
in welcher
R für einen gegebenenfalls olefinisch ungesättigten, gegebenenfalls mit Chlor substituierten aliphatischen Kohlen-wasserstoffrest mit 1-5 Kohlenstoffatomen steht, aus den entsprechenden Carbamidsäurechloriden der Formel
R-NH-COC1
dadurch gekennzeichnet, dass man die gegebenenfalls in inerten organischen Lösungsmitteln gelösten Carbamidsäurechloride mit einer bezogen auf den im Carbamidsäurechlorid gebundenen Chlorwasserstoff mindestens äquivalenten Menge eines organischen Mono- oder Polyisocyanats versetzt, dessen Siedepunkt über dem Siedepunkt des herzustellenden Mono-isocyanats liegt, und aus der so erhaltenen Mischung unter Erwärmen und/oder durch Anlegen eines Vakuums das Monoisocyanat gegebenenfalls zusammen mit dem Lösungsmittel abdestilliert oder mit einem Inertgasstrom gegebenenfalls zusammen mit dem Lösungsmittel austreibt.
Ausgangsverbindungen für das erfindungsgemässe Verfahren sind Carbamidsäurechloride der allgemeinen Formel
R-NH-CO-Cl in der
R für einen gegebenenfalls olefinisch ungesättigten, gegebenenfalls durch Chloratome substituierten aliphatischen
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Kohlenwasserstoffrest mit einem bis 5 Kohlenstoffatomen steht.
Beispiele für derartige Carbamidsäurechloride sind Methyl-, Äthyl-, i-Propyl-, Allyl-, m-Amyl-, oder 2-Chloräthyl--carbamidsäurechlorid. Vorzugsweise wird beim erfindungs-gemässen Verfahren Methyl-Äthyl- oder i-Propyl-carbamid-säurechlorid und besonders bevorzugt Methyl-carbamidsäure-chlorid eingesetzt. Die Carbamidsäurechloride können beim erfindungsgemässen Verfahren auch im Gemisch mit den entsprechenden Isocyanaten eingesetzt werden. Derartige Gemische entstehen z.B. durch partielle thermische Chlorwasserstoffabspaltung aus Carbamidsäurechloriden.
Die Carbamidsäurechloride entstehen durch an sich bekannte Umsetzung der entsprechenden Amine mit Phosgen.
Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens werden die Carbamidsäurechloride mit einem organischen Isocyanat versetzt, welches einen höheren Siedepunkt aufweist als das herzustellende Monoisocyanat. Vorzugsweise weist das höhersiedende Isocyanat einen mindestens 100°C über dem Siedepunkt des herzustellenden Monoisocyanats liegenden Siedepunkt auf. Das höhersiedende Isocyanat wird bezogen auf den im Carbamidsäurechlorid gebundenen Chlorwasserstoff in mindestens äquivalenten Mengen eingesetzt. Im allgemeinen werden die Mengenverhältnisse so gewählt, dass pro Mol an Carbamidsäurechlorid 1-10 Mol Isocyanat-gruppen des höhersiedenden Isocyanats vorliegen.
Geeignete höhersiedende Isocyanate sind insbesondere aliphatische und aromatische Mono- oder Polyisocyanate wie z.B. n-Hexylisocyanat, Cyclohexyl-isocyanat, w-Chlorhexa-methylen-isocyanat, 2-Äthyl-hexylisocyanat, n-Octylisocyanat, Dodecylisocyanat, Stearylisocyanat, 1,4-Tetramethylendiiso-cyanat, 1,6-Hexamethylendiisocyanat, 1,12-Dodecandiiso-cyanat, Trimethylhexamethylendiisocyanat, Cyclohexan-1,3--diisocyanat, Cyclohexan-l,4-diisocyanat, l-Isocyanato-3,3,5--trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan, 2,4-Hexahydro-toluylendiisocyanat, 2,6-Hexahydrotoluylendiisocyanat, Di-cyclohexylmethan-4,4'- und/oder 2,4'-diisocyanat sowie in, ortho-Stellung zu den Isocyanatgruppen methylsubstituierte Homologe, Xylylendiisocyanat, Benzylisocyanat, Toluylen--2,4'- und 2,6'-diisocyanat sowie deren Isomerengemische, 4,4'- und 2,4'-Diphenylmethandiisocyanat und deren Gemisch sowie beliebige Gemische, die durch Phosgenierung von Anilin-Formaldehydkondensaten erhalten werden, Naph-thylen-l,5-diisocyanat. Vorzugsweise werden aliphatische Mono- oder Polyisocyanate eingesetzt, deren Siedepunkte mindestens 100°C über denen der erfindungsgemäss jeweils herzustellenden niedrigsiedenden Isocyanate liegen und die andererseits noch durch Destillation zu reinigen sind. Besonders bevorzugt werden Isocyanate mit hohem Isocyanatgehalt wie Tetramethylendiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat, l-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethylcyclohexan.
Als gegebenenfalls mitzuverwendende Lösungsmittel können z.B. eingesetzt werden: aliphatische Kohlenwasserstoffe wie Pentan, Hexan, Heptan, Octan, Cyclohexan, halogenierte aliphatische Kohlenwasserstoffe wie Methylenchlorid, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, n-Propylchlorid, n-Butylchlorid und Isomere, Amylchlorid, Cyclohexylchlorid, Äthyliden-chlorid, Dichloräthylen, Äthylenchlorid, Dichlorpropan, Di-chlorbutan, Isopropylbromid, n-Propylbromid, Butylbromid, Äthyljodid, Propyljodid sowie fluorierte oder teilweise fluorierte Verbindungen; aromatische und substituierte aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Xylol, Äthylbenzol, Chlorbenzol, Dichlorbenzol, Fluorbenzol, Difluor-benzol, Nitrobenzol, aromatische Äther; Naphthalinderivate wie Chlornaphthalin; Ketone wie Aceton, Methyläthylketon, Diäthylketon, Acetophenon; Ester wie Ameisensäure-äthyl-ester, Essigsäurealkylester, Propionsäureester, Phthalsäure-ester und andere hochsiedende Ester; sonstige organische
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Verbindungen wie Schwefelkohlenstoff, Methyl-tert.-butyl-ester, Äthylpropyläther, Tetrahydrofuran, Acetonitril.
Selbstverständlich können auch Gemische der genannten Lösungsmittel verwendet werden. Vorzugsweise werden Chlorbenzol, o-Dichlorbenzol und Äthylenchlorid eingesetzt. Die bevorzugten Lösungsmittel weisen im allgemeinen einen über dem Siedepunkt des herzustellenden Monoisocyanats liegenden Siedepunkt auf, sind jedoch noch leicht flüchtig genug, um bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens zusammen mit dem Monoisocyanat zu destillieren.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren können die niedrigsiedenden Isocyanate unter Zuhilfenahme inerter Trägergase abgetrennt werden. Als solche Gase seien genannt: Stickstoff, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Helium, Argon, Wasserstoff, Luft, Methan, Äthan, Äthylen, Propan, Propen, Butane, Butene, Methylchlorid, Dichlor-difluormethan.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird im allgemeinen wie folgt ausgeführt:
Die Lösung des Carbamidsäurechlorids oder eines Carb-amidsäurechlorid-Isocyanat-Gemisches wird in einem geeigneten Reaktionsgefäss bei Zimmertemperatur mit der äquivalenten oder überschüssigen Menge des vorzugsweise aliphatischen höhersiedenden Isocyanats gemischt. Bei —20 - 100°C, vorzugsweise 0-50°C Sumpftemperatur wird das niedrigsiedende Isocyanat unter einem Druck von 5 bis 760 Torr, vorzugsweise 10 bis 200 Torr abdestilliert und in einer gekühlten Vorlage kondensiert. Zweckmässigerweise wählt man den Druck so, dass das verwendete Lösungsmittel, das deutlich höher als das niedrigsiedende Isocyanat aber unterhalb 150°C (bei Normaldruck) siedet, im angegebenen Temperaturbereich destilliert, wodurch die Abtrennung des niedrigsiedenden Isocyanats erleichtert wird. In einem nachfolgenden Destillationsschritt werden Isocyanat und Lösungsmittel voneinander getrennt. Eine weitere vorteilhafte Variante des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, das niedrigsiedende Isocyanat unterhalb seines Siedepunktes mit Hilfe eines inerten Trägergasstromes aus dem Reaktionsgemisch auszutreiben und aus dem Gasstrom durch Ausfrieren zu isolieren. Um Verluste zu vermeiden und den Kühlaufwand niedrig zu halten, führt man vorteilhafterweise dabei den Gasstrom im Kreis. Hierbei kann selbstverständlich ebenfalls gleichzeitig mit dem Isocyanat das Lösungsmittel zumindest teilweise ausgetrieben werden, worauf sich eine destillative Auftrennung Monoisocyanat/Lösungsmittel anschliesst. Grundsätzlich ist es auch möglich, auf die Mitverwendung eines Hilfslösungsmittels völlig zu verzichten, obwohl die Mitverwendung eines derartigen Lösungsmittels bevorzugt ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist besonders für eine kontinuierliche Durchführung geeignet, wobei mehrere in Form einer Kaskade hinereinander geschaltete Reaktionsge-fässe verwendet werden, so dass der erfindungsgemässe Effekt durch wiederholte Gleichgewichtseinstellung stufenweise in seiner Wirksamkeit gesteigert werden kann.
Hierbei wird das Carbamidsäurechlorid bzw. das oben erwähnte Gemisch aus Carbamidsäurechlorid und dem entsprechenden Monoisocyanat kontinuierlich dem letzten Kaskadenkessel zugeführt. Nach erfolgter Umsetzung wird es mit einem verminderten Gehalt an Säurechlorid und einem entsprechend vermehrten Anteil an niedrigsiedendem Isocyanat durch Destillation oder mit Hilfe eines Trägergases in den vorgeschalteten Kaskadenkessel übergeführt, wo sich der Vorgang wiederholt, bis am ersten Kaskadenkessel das reine Isocyanat durch Destillation oder mit Hilfe eines inerten Trägergasstromes kontinuierlich entnommen wird. Das höhersiedende Isocyanat wird in entgegengesetzter Richtung durch die Kaskade als flüssige Phase durch Überlauf geführt, wobei es sich durch Gleichgewichtseinstellung stufenweise mit HCl auflädt und entsprechend in sein Carbamidsäurechlorid
überführt wird. Dieses wird nach Verlassen des letzten Kaskadenkessels in einem separaten Teil der Anlage in konventioneller Weise durch Auskochen von Chlorwasserstoff zum höhersiedenden Ausgangsisocyanat regeneriert und in den s ersten Kaskadenkessel recyclisiert. Es ist vorteilhaft, kontinuierlich im Seitenstrom ständig einen Teil des höhersiedenden Isocyanats vor der Recyclisierung in die Kaskade zu destillieren, um hochsiedende oder feste Nebenprodukte aus dem System auszuschleusen.
io Im übrigen ist jedoch die Bauart der bei dem erfindungsgemässen Verfahren eingesetzten Apparaturen für die Durchführbarkeit des erfindungsgemässen Verfahrens von untergeordneter Bedeutung. Es können die in der chemischen Technologie für entsprechende Reaktionen und Verfahrens-15 schritte üblichen Vorrichtungen zum Einsatz gelangen.
Bei der speziellen Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens, bei der zur Ausschleusung des niedrigsiedenen Isocyanats ein inertes Trägergas verwendet wird, ist es vorteilhaft, für diesen Verfahrensschritt anstelle einer Kesselkaskade 20 wegen der verbesserten Effektivität Glockenbodenkolonnen oder Blasensäulen einzusetzen.
Die erfindungsgemäss herstellbaren Monoisocyanate sind wertvolle Ausgangsverbindungen für die Herstellung von Pharmazeutika und Pflanzenschutzmitteln.
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Beispiel 1
In einem mit Rührer und Destillationsaufsatz versehenen Kolben werden 555 g (2,5 Mol) l-Isocyanato-3,3,5-trimethyl--5-isocyanatocyclohexan (IPDI) in 700 ml Chlorbenzol vorge-30 legt und mit 374 g (4,0 Mol) Carbamidsäurechlorid (CSC) des Methylisocyanats (MIC) versetzt. Nach Anlegen eines Vakuums von 20-30 Torr wird bei konstantem Vakuum die Sumpftemperatur im Kolben allmählich bis auf 40°C erhöht. Im Verlauf von 2,5 Stunden werden in einer Kühlfalle 802 g 35 Destillat kondensiert. Dieses besteht aus 211 g (3,7 Mol) MIC,
14 g (0,15 Mol) CSC und 577 g Chlorbenzol.
Der im Reaktionskolben verbliebene Sumpf wird bei Nor-40 maldruck unter Rückfluss am Sieden gehalten. Die dabei entwichene Menge an Chlorwasserstoffgas wird in einer wäss-rigen Natronlauge enthaltenden Vorlage aufgefangen und analytisch bestimmt (131,5 g = 3,6 Mol). Der nach beendeter Chlorwasserstoffabspaltung verbleibende Kolbeninhalt 45 wird schliesslich destilliert. Es werden so 191 g Chlorbenzol und 524 g (2,36 Mol) IPDI zurückgewonnen.
Beispiel 2
so In einem Kolben mit Rührer und Destillationsaufsatz werden 187 g (2,0 Mol) Carbamidsäurechlorid (CSC) des Methylisocyanats (MIC) mit 336 g (2,0 Mol) Hexamethylendiiso-cyanat und 200 g Chlorbenzol unter Rühren miteinander vermischt. Bei einer Temperatur des Kolbeninhalts von 40°C, 55 allmählich ansteigend bis maximal 60°C, wird bei Normaldruck über eine Tauchfritte kontinuierlich ein Luftstrom von ca. 2001/h durch das Reaktionsgemisch geleitet. Das im Kühler des Destillationsaufsatzes in Verlauf von 2 Stunden bei —30°C anfallende Kondensat (141 g) wird in der gekühl-60 ten Destillationsvorlage aufgefangen und hat folgende Zusammensetzung
81,1 g MIC 4,2 g CSC 55 g Chlorbenzol.
65 Der Trägergasstrom wird kontinuierlich im Kreis geführt. Der Destillationsrückstand (ca. 575 g) wird wie in Beispiel 1 aufgearbeitet. Das Kondensat wird erneut umgesetzt mit 168 g (1,0 Mol) Hexamethylendiisocyanat. In analoger Weise wird
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bei Normaldruck kontinuierlich ein Luftstrom von ca. 200 1/h durch das Gemisch geleitet, dessen Temperatur 40°C nicht übersteigt. Das im Verlauf einer Stunde im Kühler bei —30°C anfallende Kondensat (74,5 g) hat folgende Zusammensetzung
59,4 g MIC <0,1 g CSC ca. 15 g Chlorbenzol.
Beispiel 3
In einem Kolben mit Rührer und Destillationsaufsatz werden 187 g (2,0 Mol) Carbamidsäurechlorid (CSC) des Me-
thylisocyanats (MIC) und 336 g (2,0 Mol) Hexamethylen-diisocyanat vorgelegt. Bei einer Temperatur des Kolbeninhalts von 35-40°C wird bei Normaldruck über eine Tauchfritte ein kontinuierlicher Luftstrom von ca. 200 1/h durch 5 das Gemisch der Carbamidsäurechloride und Isocyanate geleitet. Das im Kühler des Destillationsaufsatzes im Verlauf von 1 h bei —30°C (75,2 g) anfallende Kondensat wird in der gekühlten Destillationsvorlage aufgefangen und hat folgende Zusammensetzung io 74,05 g MIC
1,15 g CSC.
Der Trägergasstrom wird kontinuierlich im Kreis geführt.
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Claims (4)

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1. Verfahren zur Herstellung von Monoisocyanaten der Formel
R-NCO (I)
in welcher
R für einen gegebenenfalls olefinisch ungesättigten, gegebenenfalls mit Chlor substituierten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1-5 Kohlenstoffatomen steht, aus den entsprechenden Carbamidsäurechloriden der Formel
R-NH-COCI
dadurch gekennzeichnet, dass man die Carbamidsäurechloride mit einer bezogen auf den im Carbamidsäurechlorid gebundenen Chlorwasserstoff mindestens äquivalenten Menge eines organischen Mono- oder Polyisocyanats versetzt, dessen Siedepunkt über dem Siedepunkt des herzustellenden Monoiso-cyanats liegt, und aus der so erhaltenen Mischung unter Erwärmen und/oder durch Anlegen eines Vakuums das Mono-isocyanat abdestilliert oder mit einem Inertgasstrom austreibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man in inerten organischen Lösungsmitteln gelöste Carbamidsäurechloride einsetzt.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man durch Anlegen eines Vakuums das Monoisocyanat zusammen mit dem Lösungsmittel abdestilliert.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man das Monoisocyanat mit einem Inertgasstrom zusammen mit dem Lösungsmittel austreibt.
CH1058177A 1976-09-04 1977-08-30 Verfahren zur herstellung von monoisocyanaten. CH629181A5 (de)

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