CH629183A5 - Verfahren zur herstellung von acylcyaniden. - Google Patents

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CH629183A5
CH629183A5 CH394777A CH394777A CH629183A5 CH 629183 A5 CH629183 A5 CH 629183A5 CH 394777 A CH394777 A CH 394777A CH 394777 A CH394777 A CH 394777A CH 629183 A5 CH629183 A5 CH 629183A5
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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein chemisch eigenartiges Verfahren zur Herstellung von teilweise bekannten Acylcyaniden, welche als Ausgangsstoffe zur Synthese von Herbiziden verwendet werden können.
Es ist bereits bekanntgeworden, dass sich Acylcyanide durch Umsetzung von Acylhalogeniden mit Metallcyaniden herstellen lassen [vgl. Angew. Chem. 68,425-448 (1956)]. Dieses Verfahren weist jedoch eine Reihe von Nachteilen auf. So ist es zum Beispiel aufwendig und technisch nur schwer durchführbar, denn es handelt sich um eine Zwei-Phasen-Reaktion, bei der ein Feststoff mit einer Flüssigkeit bzw. mit einer in Lösung vorliegenden Substanz umgesetzt wird. Ausserdem liefert die Umsetzung kein einheitliches Reaktionsprodukt, sondern ein schwierig aufzutrennendes Substanzgemisch, das neben dem jeweiligen Acylcyanid auch eine grössere Menge eines entsprechenden Dimeren enthält. Demgemäss sind die Ausbeuten an Acylcyanid relativ gering. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass das bei der Aufarbeitung anfallende Waschwasser vor dem Ableiten einer gründlichen Reinigung unterzogen werden muss, weil es noch erhebliche Mengen an hochgiftigen Metallcyaniden enthält, die bei der Umsetzung im Überschuss verwendet werden.
Ferner ist bekanntgeworden, dass man Aroylcyanide durch Umsetzung von Arylcarbonsäurechloriden mit Blausäure in Gegenwart von Pyridin als säurebindendem Mittel in absolutem Äther synthetisieren kann [vgl. Angew. Chem. 68,425-448 (1956)]. Auch dieses Verfahren ist jedoch mit mehreren Nachteilen verbunden. So ist es zunächst nicht allgemein anwendbar. Darüber hinaus ist es technisch recht aufwendig, weil die Arbeiten mit dem stark toxischen Pyridin und mit dem leicht entflammbaren Äther besonders hohe Sicherheitsvorkehrungen erfordern. Im übrigen ist auch hier eine gründliche Reinigung des bei der Aufarbeitung anfallenden Waschwassers wegen des darin gelösten Pyridins unumgänglich. Nachteilig ist ebenfalls, dass sich während der Reaktion eine beachtliche Menge an dimerem Aroylcyanid bildet, denn dadurch wird sowohl die Ausbeute an Äroylcyanid stark herabgesetzt, als auch dessen Isolierung erschwert.
Es wurde nun gefunden, dass man die teilweise bekannten Acylcyanide der Formel
O
II
R-C-CN (I),
in welcher
R für gegebenenfalls substituiertes Alkyl mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, gegebenenfalls substituiertes Cycloalkyl mit 3 bis 12 Kohlenstoffatomen, gegebenenfalls substituiertes Aryl oder für einen gegebenenfalls substituierten 5- oder 6gliedrigen heterocyclischen Rest steht, der zusätzlich noch mit einem Benzolring anelliert sein kann,
erhält, wenn man ein Säurehalogenid der Formel
O
II
R-C-X (II),
in welcher
R die oben angegebene Bedeutung hat und
X für Halogen steht,
mit Alkalicyaniden oder wasserfreier Blausäure in Gegenwart eines Schwermetallcyanids, gegebenenfalls in Gegenwart eines Verdünnungsmittels, bei Temperaturen zwischen 100 und 300 °C umsetzt.
Es ist als ausgesprochen überraschend zu bezeichnen, dass Acylcyanide der Formel (I) nach dem erfindungsgemäs-sen Verfahren in hoher Ausbeute und ausgezeichneter Reinheit zugänglich sind, denn im Hinblick auf den bekannten Stand der Technik war zu erwarten, dass bei dem Verfahren die gleichen Schwierigkeiten auftreten wie bei der analogen Umsetzung von Acylhalogeniden mit Alkali- bzw. Schwermetallcyaniden im Zweiphasensystem.
Insbesondere war keineswegs vorauszusehen, dass sich die Bildung von unerwünschten dimeren Acylcyaniden bei Verwendung von Alkalicyaniden oder Blausäure in Gegenwart von Schwermetallcyaniden völlig unterdrücken lässt.
Das erfindungsgemässe Verfahren besitzt eine Reihe von Vorteilen. So ist es nicht auf die Synthese weniger bestimmter Verbindungen beschränkt, sondern es lässt sich sehr breit
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anwenden. Ganz abgesehen davon ist es auch im technischen Massstab in relativ einfacher Weise durchführbar. Die Acylcyanide fallen bei dem erfindungsgemässen Verfahren - wie bereits erwähnt - in hoher Ausbeude und ausgezeichneter Reinheit frei von störenden Nebenprodukten an. Ein zusätzlicher entscheidender Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass die Aufarbeitung keine Probleme bietet.
Die im Verlauf der Reaktion entstehenden Alkalihalogenide werden gewöhnlich durch Filtration von dem Acylcyanid abgetrennt, und das Filtrat kann einer einfachen fraktionierten Destillation unterworfen werden. Die entstehenden Alkalihalogenide sind umweltfreundliche Substanzen und bedeuten deshalb keine Belastung für die Umwelt.
Wird bei der Umsetzung von Acylhalogeniden Blausäure in Gegenwart von Schwermetallcyaniden verwendet, so kön-5 nen die entstehenden Halogenwasserstoffsäuren gewonnen und anderweitig verwendet werden. Das erfindungsgemässe Verfahren stellt somit eine wertvolle Bereicherung der Technik dar.
io Verwendet man zum Beispiel Benzoylchlorid und wasserfreie Blausäure als Ausgangsstoffe und Kupfer-I-cyanid als Katalysator, so kann der Reaktionsverlauf durch das folgende Formelschema wiedergegeben werden:
COCl COCN
+ HCl r^YC0C1 fï
I^JJ + HCN
[cuCN]
Bei Anwendung von Benzoylchlorid und Natriumcyanid Reaktionsverlauf durch das folgende Schema wiedergegeben in Gegenwart katalytischer Mengen Zink-II-cyanid kann der werden:
;0C1 ^ COCN"
[Zn(CN)2]
OT + NaCN » fnf + Na':i fzn ( CN )21
Die als Ausgangsstoffe verwendeten Säurehalogenide sind durch die Formel (II) allgemein definiert. In dieser Formel steht R vorzugsweise für geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wobei jeder dieser Al-kylreste substituiert sein kann durch Alkoxy mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Carbalkoxy mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkoxygruppe, Nitro, Nitrii und/oder Halogen, wie zum Beispiel Fluor, Chlor, Brom oder Jod. Ferner steht R vorzugsweise für gegebenenfalls durch Alkyl, Alkoxy oder Carbalkoxy mit jeweils bis zu 4 Kohlenstoffatomen, Nitro, Nitrii und/oder Halogen, wie zum Beispiel Fluor, Chlor und Brom, substituiertes Cycloalkyl mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen im Ringsystem. Weiterhin steht R vorzugsweise für gegebenenfalls durch Alkyl, Alkoxy oder Carbalkoxy mit jeweils bis zu 4 Kohlenstoffatomen, Nitro und/oder Halogen, wie zum Beispiel Fluor, Chlor und Brom, substituiertes Aryl, insbesondere Phenyl oder Naphthyl. Schliesslich steht R vorzugsweise für gegebenenfalls durch Alkyl, Alkoxy oder Carbalkoxy mit jeweils bis zu 4 Kohlenstoffatomen, Nitro, Nitrii und/oder Halogen, wie zum Beispiel Fluor, Chlor und Brom, substituierte 5- oder ógliedrige heterocyclische Reste, die 1 bis 3 Heteroatomen wie Sauerstoff, Schwefel und/oder Stickstoff im Ring enthalten können und ausserdem mit einem Benzolring anelliert sein können. Als Beispiele für insbesondere in Frage kommende heterocyclische Reste seien genannt: Morpholinyl, Imidazolyl, Pyrazolyl, Pyrrolyl, Isox-azolyl, Piperidinyl, Oxazolyl, 1,2,4-Triazol-l-yl, 1,2,4-Tri-azol-4-yl, 1,2,3-Triazolyl, l,2,4-Thiadiazol-2-yl, Benzimid-azolyl und Furanyl. X steht in der Formel (II) vorzugsweise für Fluor, Chlor und Brom.
Die als Ausgangsstoffe zu verwendenden Säurehalogenide der Formel (II) sind bekannt oder lassen sich nach prinzipiell bekannten Methoden herstellen. Als bevorzugte Beispiele für Säurehalogenide der Formel (II) seien im einzelnen genannt:
Acetylchlorid, Acetylbromid, Propionylchlorid, Propio-nylbromid, Cyclohexancarbonsäurechlorid-(bromid). Cyclo-
pentancarbonsäurechlorid-(bromid), Benzoylfluorid, Ben-zoylbromid, Benzoylchlorid, m-Chlor-benzoylchlorid, 3,5-Dichlorbenzoylchlorid, Naphthalin-l-carbonsäurechlo-35 rid, l-Phenyl-5-pyrazolon-3-carbonsäurechlorid, Tere-phthalsäuredichlorid, Isophthalsäuredichlorid und andere. Als besonders bevorzugtes Säurechlorid sei das Benzoylchlorid genannt.
Als Schwermetallcyanide, die gewöhnlich in katalyti-40 sehen Mengen verwendet werden, seien insbesondere Kup-fer-I-cyanid, Kupfer-II-cyanid und Zinkcyanid sowie deren Komplexverbindungen mit Alkylicyaniden, wie sie zum Beispiel bei der Umsetzung von Natriumcyanid mit Kupfer-I-cyanid entstehen, genannt:
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3 NaCN + CuCN -»• Na3Cu(CN)4
Als Verdünnungsmittel, die bei der Durchführung des er-5o findungsgemässen Verfahrens eingesetzt werden können, kommen alle inerten organischen Lösungsmittel, die weder mit den Säurechloriden noch mit den Metallcyaniden oder Blausäure eine chemische Reaktion eingehen, in Betracht. Prinzipiell ist es auch möglich, die erfindungsgemässe Um-55 setzung ohne Lösungsmittel durchzuführen.
Die Reaktionstemperatur kann in einem grösseren Bereich variiert werden. Erfindungsgemäss arbeitet man bei Temperaturen zwischen 100 und 300 CC, vorzugsweise zwischen 150 und 250 C.
6o Das erfindungsgemässe Verfahren wird im allgemeinen unter Normaldruck durchgeführt. Bei der Umsetzung niedrigsiedender Säurechloride empfiehlt sich zur Erhöhung des Umsatzes die Anwendung von Druck.
Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfah-65 rens setzt man im allgemeinen stöchiometrische Mengen an Säurechlorid mit einem Alkalicyanid oder wasserfreier Blausäure in Gegenwart katalytischer Mengen eines Schwermetallcyanids um. Das Säurechlorid kann jedoch
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auch im Überschuss. vorteilhaft dann sogar als Lösungsmittel verwendet werden.
Die Aufarbeitung kann nach beendeter Umsetzung üblicherweise durch Destillation oder Umkristallisation erfolgen. In einer besonderen Verfahrensvariante lässt sich die erfindungsgemässe Umsetzung auch kontinuierlich gestalten.
Auch in der Gasphase kann das Gemisch aus Säurechlorid und Blausäure in Gegenwart katalytischer Mengen eines
Schwermetallcyanids erfindungsgemäss umgesetzt werden.
Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren herstellbaren Acylcyanide der Formel (I) sind wertvolle Ausgangsstoffe zum Beispiel zur Synthese von l,2,4-Triazin-5-onen, welche hervorragende herbizide Eigenschaften besitzen (vgl. deutsche Offenlegungsschrift 2 224 161).
So lässt sich beispielsweise das 3-Methyl-4-amino-6-phe-nyl-l,2,4-triazin-5-one der Formel herstellen, indem man in einer ersten Stufe Benzoylcyanid in Gegenwart von konzentrierter Salzsäure mit Äthanol umsetzt und den dabei entstehenden Phenylglyoxylsäureäthyl-ester in einer zweiten Stufe mit Acetylhydrazin zur Reaktion bringt, wobei sich l-Phenylglyoxysäureäthylester-2-acetyl-
hydrazon bildet, das in einer dritten Stufe mit Hydrazin-hydrat in Gegenwart von Pyridin in das oben erwähnte End-20 produkt überführt wird. Diese mehrstufige Synthese lässt sich formelmässig wie folgt wiedergeben:
1. Stufe:
C-HcOH
2 ? »
HCl
0 0
V<5-c-oc„h,
2 5
2. Stufe:
0 0 _H o 0»C-0C2H5
Vc-C-OC-H- + H-N-NH-CO-CH, —> / \\-C=N-NH-COCH,
2 5 2 3 ( CH3OH) W/ 3
3. Stufe:
o=c-oc2h5 -c=:j-nh-co-ch,
N2H4 - Hydrat ( Pyridin)
Das erfindungsgemässe Verfahren wird durch die nachfolgenden Herstellungsbeispiele veranschaulicht:
Beispiel 1 COCN
Verfahrensvariante A:
In einem mit Rührer, Thermometer, Rückflusskühler und Tropftrichter bestückten 10-Liter-Vierhalskolben werden 703 g Benzoylchlorid (5 Mol) und 10 g Kupfer-I-cyanid vorgelegt und auf 190 C erhitzt. Innerhalb von 5 Stunden werden 200 ml wasserfreie Blausäure (5 Mol) zugetropft. Die Innentemperatur steigt innerhalb der 5 Stunden auf 215°C an. Die entstehende Salzsäure wird durch den Rückflussküh-
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1er entfernt, die Blausäure durch Kühlung wieder in das Re-aktionsgefäss zurückgeführt. Nach beendeter Umsetzung wird fraktioniert destilliert.
Ausbeute: 624 g (95% der Theorie) Benzoylcyanid vom 55 Schmelzpunkt 31 °C.
Als Nebenprodukt entsteht in ca. 4-5% Ausbeute Benzoesäureanhydrid, das durch Destillation abgetrennt werden kann.
60 Verfahrensvariante B:
In einem 2-Liter-Dreihalskolben werden 703 g Benzoylchlorid (5 Mol), 220,5 g Natriumcyanid (95%ig) (4,28 Mol) und 44,8 g Kupfer-I-cyanid (0,5 Mol; = 16,9 Gew.-%) gemischt. Es tritt eine geringe Wärmetönung auf. Unter Rüh-65 rer wird die Suspension durch ein Ölbad auf eine Aussen-temperatur von 220-240 °C gebracht. Innerhalb von 5 Stunden steigt die Innentemperatur von 196 auf 216 °C an. Die schwarze, dünnflüssige Reaktionsmischung wird kalt abge
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saugt, der Salzriickstand mit 250 ml Essigsäureäthylester oder o-Dichlorbenzol gewaschen und verworfen. Das Filtrat wird, nach dem Abdestillieren des Essigsäureäthylesters, fraktioniert.
Ausbeute: 604 g (92% der Theorie) Benzoylcyanid vom Schmelzpunkt 31 C.
Als Nebenprodukt werden Benzoesäureanhydrid und nicht umgesetztes Benzoylchlorid erhalten.
Verfahrensvariante C:
(Vollständige Umsetzung von Benzoylchlorid) 703 g (5 Mol) Benzoylchlorid werden mit 245 g (4,75 Mol) Natriumcyanid (95%ig) und 22,4 g (0,25 Mol) Kupfer-I-cyanid ( = 8,4 Gew.-%) gemischt.
Es wird 4 Stunden bei 220-240°C Aussentemperatur gerührt, wobei die Innentemperatur von 196 auf 216 C angestiegen ist. Zur Umsetzung der restlichen 5% Benzoylchlorid wird weitere 2 Stunden bei 240 °C Aussentemperatur gerührt; die Innentemperatur steigt von 216 auf 218°C. Die Reaktionsmischung wird abgesaugt und mit ca. 250 ml Essigsäureäthylester oder Dichlorbenzol gewaschen. Das Filtrat wird fraktioniert.
Ausbeute: 537 g (82% der Theorie) Benzoylcyanid vom Schmelzpunkt 31 °C.
Als Destillationsrückstand wurde Benzoesäureanhydrid erhalten.
Verfahrensvariante D:
In einem 3-Liter-Autoklav werden 241 g Natriumcyanid (98%ig) (4,8 Mol), 13,5 g Kupfer-I-cyanid (0,15 Mol) mit einem Liter o-Dichlorbenzol versetzt. Durch Abdestillieren von ca. 300 ml o-Dichlorbenzol wird die Mischung entwässert. Nach Zugabe von 703 g Benzoylchlorid (5 Mol) wird 3 Stunden auf 210°C erhitzt. Es stellt sich ein Druck von 2-3 bar ein. Nach dem Erkalten wird die Mischung abgesaugt. Das Filtrat wird über eine 30-cm-Silbermantelkolon-ne fraktioniert.
Ausbeute: 757 g Benzoylcyanid (88% der Theorie). Der Destillationsrückstand enthält Benzoesäureanhydrid.
Beispiel 2
In einem Autoklav werden 78,5 g Acetylchlorid (1 Mol), 48,5 g Natriumcyanid (0,97 Mol), 2,7 g Kupfer-I-cyanid und 80 ml o-Dichlorbenzol gegeben und unter Rühren zwei Stunden auf 15 °C erwärmt. Nach dem Erkalten wird der Autoklav geöffnet und die Mischung von dem Salzrückstand abfiltriert. Nach der fraktionierten Destillation erhält man 48,5 g Acetylcyanid (70% der Theorie) in einem Siedepunkt von 93 °C.
Beispiel 3
175 g 3-Chlorbenzoylchlorid (1 Mol), 48,5 g Natriumcyanid (0,97 Mol) und 2,7 g Kupfer-I-cyanid werden in einem Dreihalskolben gemischt und unter Rühren innerhalb von 90 Minuten auf 220 °C erwärmt. Durch Anlegen von Vakuum wurde das Reaktionsprodukt von Natriumchlorid entfernt. Die fraktionierte Destillation ergab 155 g 3-Chlor-benzoylcyanid (94% der Theorie); Sdp.: 112-115°Cbei 12 Torr.
Beispiel 4
175 g 4-Chlorbenzoylchlorid (1 Mol), 48,5 g Natriumcyanid (0,97 Mol) und 2,7 g Kupfer-I-cyanid werden in einem Dreihalskolben gemischt und wie in Beispiel 3 behandelt. Nach der fraktionierten Destillation erhält man 158 g 4-Chlorbenzoylcyanid (96% der Theorie); Sdp.: 114— U6°C bei 13 Torr.
Beispiel 5
101g Stearylchlorid (0,33 Mol) werden mit 15 g Natriumcyanid (0,30 Mol) und 2,7 g Kupfer-I-cyanid langsam auf 230 °C erwärmt und 1 Stunde bei dieser Temperatur gehalten. Nach dem Erkalten wird mit Essigester verdünnt, von Natriumchlorid abgesaugt, das Filtrat eingeengt und der Rückstand destilliert.
Nach einem geringen Vorlauf an Stearylchlorid erhält man 70 g Stearylcyanid (76% der Theorie) vom Siedepunkt 228-236 °C bei 0,3 Torr.
Beispiel 6
In einem Dreihalskolben mit Rührer, Rückflusskühler und Thermometer werden 203 g Isophthalsäuredichlorid (1 Mol), 97 g Natriumcyanid (1,94 Mol) und 5,4 g Kupfer-I-cyanid (0,06 Mol) gemischt und 1 Stunde auf 230 °C erhitzt. Die Reaktion ist exotherm. Nach dem Erkalten wird mit 300 ml Essigsäureäthylester versetzt und das Natriumchlorid abfiltriert. Durch fraktionierte Destillation erhält man 125 g Isophthalsäuredicyanid (68% der Theorie); Sdp.: 145-I50°C bei 0,2 Torr.
Beispiel 7
In einem Reaktionsgefäss werden 203 g Terephthalsäure-dichlorid (1 Mol), 97 g Natriumcyanid (1,94 Mol) und 5,4 g Kupfer-I-cyanid unter Rühren gemischt und langsam auf 220°C erhitzt. Es tritt eine deutlich exotherme Reaktion auf. Nach 90 Minuten bei 276 °C lässt man erkalten und versetzt mit 400 ml Aceton. Der Rückstand wird durch Filtration abgetrennt und aus dem Filtrat durch fraktionierte Destillation das Terephthalsäuredicyanid erhalten.
Ausbeute: 116 g Terephthalsäuredicyanid (63% der Theorie). Sdp: 82-90°C bei 0,2 Torr; Fp.: 134-136°C (aus Waschbenzin).
Beispiel 8
Wie vorstehend beschrieben werden 170 g p-Methoxy-benzoylchlorid (1 Mol) und 64,5 g Kaliumcyanid (0,99 Mol) und 1,17 g Zinkcyanid (0,1 Mol) unter Rühren gemischt und eine Stunde auf 210 °C erhitzt. Danach wird eine Destillationsbrücke angeschlossen und das Reaktionsprodukt direkt von dem Rückstand getrennt. Durch anschliessende Fraktionierung erhält man 138 g para-Methoxybenzoylcyanid (86% der Theorie) vom Schmelzpunkt 63 °C.
Beispiel 9
Wie vorstehend beschrieben werden 184 g (1 Mol) p-äth-oxybenzoylchlorid, 62,5 g (0,96 Mol) Kaliumcyanid und 3,6 g (0,04 Mol) Kupfer-I-cyanid bei 215°C miteinander umgesetzt. Nach der Aufarbeitung erhält man 159 g para-Äth-oxybenzoylcyanid (91 % der Theorie); Schmelzpunkt 43 °C.
Beispiel 10
175 g m-Chlorbenzoylchlorid (1 Mol) werden in einer Dreihalsapparatur, bestückt mit Rührer, Rückflusskühler und Tropftrichter, nach Zugabe von 9 g Kupfer-I-cyanid (0,1 Mol) auf 215 °C erhitzt und durch Zutropfen von 27 g wasserfreier Blausäure (1 Mol) innerhalb von drei Stunden zu m-Chlorbenzoylcyanid umgesetzt.
Nach der fraktionierten Destillation erhält man. 144 g m-Chlorbenzoylcyanid (87% der Theorie); Sdp.: 112-114°C bei 12 Torr.
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Claims (8)

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1. Verfahren zur Herstellung von Acylcyaniden der Formel
O
II.
R-C-CN (I),
in welcher
R für gegebenenfalls substituiertes Alkyl mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, gegebenenfalls substituiertes Cycloalkyl mit 3 bis 12 Kohlenstoffatomen, gegebenenfalls substituiertes Aryl oder einen gegebenenfalls substituierten 5- oder 6gliedrigen heterocyclisehen Rest steht, der zusätzlich noch mit einem Benzolring anelliert sein kann,
dadurch gekennzeichnet, dass man Säurehalogenide der Formel
O
II
R-C-X (II),
in welcher
R die oben angegebene Bedeutung hat und
X für Halogen steht,
mit Alkalicyaniden oder wasserfreier Blausäure in Gegenwart eines Schwermetallcyanids bei Temperaturen zwischen 100 und 300°C umsetzt.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Umsetzung bei Temperaturen zwischen 150 und 250 ~C durchführt.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Säurehalogenid der Formel (II) mindestens stö-chiometrisch, vorzugsweise jedoch im Überschuss, bezogen auf das Alkalicyanid, eingesetzt wird.
4. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Schwermetallcyanide Kupfer-I-cyanid, Kupfer-II-cyanid, Zink-II-cyanid oder deren Komplexverbindungen mit Alkalicyaniden verwendet werden.
5. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Alkalicyanid Natriumcyanid verwendet wird.
6. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man in Gegenwart eines Verdünnungsmittels umsetzt.
7. Verfahren gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Verdünnungsmittel Dichlorbenzol verwendet wird.
8. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Säurehalogenide der Formel (II) aromatische Säurehalogenide, bevorzugt Benzoesäurehalogenide, insbesondere Benzoylchlorid, eingesetzt werden.
CH394777A 1976-04-02 1977-03-29 Verfahren zur herstellung von acylcyaniden. CH629183A5 (de)

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