CH629414A5 - Process and apparatus for producing extruded ceramic articles - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen stranggepresster keramischer Körper, insbesondere plattenförmiger Körper.
Bekannte Verfahren dieser Art sind das Nachpressen angetrockneter, stranggepresster Formlinge auf Stempelpressen oder das sog. Trockenpressen mit vermindertem Feuchtigkeitsgehalt auf Strangpressen. Bei beiden Verfahren wird die Ursache mangelnder Formhaltigkeit, nämlich die Schwindung des keramischen Rohlings beim Trocknen, dadurch teilweise ausgeschaltet, dass die Materialfeuchtigkeit beim Verpressen sehr niedrig gehalten wird. Die stärkste Trockenschwindung von etwa 6 bis 10% ist nämlich bei hohem Anmachwassergehalt vorhanden, der üblicherweise zwischen 15 bis 25% liegt. Bei geringerem Anmachwassergehalt beträgt die Schwindung häufig nur noch einen Bruchteil davon. Die Nachteile beim Nachpressverfahren liegen insbesondere in dem zusätzlich nötigen Pressvorgang auf Stempelpressen, die Nachteile beim Trockenpressen liegen im hohen Kraftverbrauch und Maschinenverschleiss und in der trotzdem noch mangelhaften Formhaltigkeit.
Bei den üblichen Verfahren wird der gepresste, plastische Rohling auf Rahmen, Rähmchen, Förderbändern, Rollen od.dgl. aufgelegt, auf welchen er in die Trocknerei gebracht wird. Da die Trocknungsluft die Auflagefläche = Unterfläche des Rohlings nicht ebensogut umströmen kann, wie die übrigen Flächen, insbesondere die Oberfläche, trocknet die Oberseite des Rohlings früher an, beginnt zu schwinden und wird lederhart, während dadurch die noch plastische Unterseite gestaucht und verkürzt wird. Wenn im weiteren Verlauf des Trocknungsvorganges dann auch die Unterseite schwindet, kann die bereits verfestigte Oberseite nicht mehr gestaucht werden, so dass die Unterseite übermässig verkürzt wird. Die Folge davon ist, dass sich der keramische Körper bei der Endaustrocknung an den Rändern nach abwärts biegt und in der Mitte hochwölbt. Besonders stark ist diese Verformung bei flacheren, plattenartigen Körpern, da hier die langsam antrocknende Unterseite relativ gross ist. Bei mehr kubischen Körpern ist die Verformung geringfügig.
Eine zusätzliche Verformung kann auch beim Brand der keramischen Formlinge eintreten, da hier häufig sowohl Materialerweichung als auch ungleiche Brenn-Schwindung die Voraussetzungen dafür geben.
Um eine möglichst gute Formhaltigkeit zu gewährleisten, werden bei einem üblichen Verfahren zwei oder mehr Körper der gewünschten Form mit Sollbruchstellen zu einem mehr kubischen Körper zusammengesetzt und in einem Stück stranggepresst und nach dem Trocknen oder Brennen in die einzelnen gewünschten Körper zerteilt. Möglichst gute Symmetrie des zusammengesetzten Querschnitts begünstigt die Formhaltigkeit beim Trocknen und beim Brennen zusätzlich. Dieses Verfahren wird z.B. angewandt bei der Herstellung von Spaltplatten, bei welchen Zwischenstege als Abfall ausgeschieden werden, oder bei Ziegelschalen für Fensterstürze. Die Nachteile dieses Verfahrens bestehen darin, dass zum Zerteilen der zusammengesetzten Körper ein weiterer Arbeitsgang erforderlich ist und dass sich viele Querschnitte nicht für das Zusammensetzen zu grösseren Querschnitten eignen.
Weitere Verfahren zur Verbesserung der Formhaltigkeit bei der Herstellung bestehen darin, die Auflageflächen des Rohlings auf dem Rahmen annähernd linien- oder punktförmig zu gestalten oder während des Trockenvorgangs zu wechseln, so dass die Umströmung und Austrocknung der Rohlingsunterseite verbessert wird.
Allen Verfahren gemeinsam ist die trotzdem noch mangelhafte Formhaltigkeit bzw. der teilweise ausserordentlich hohe Aufwand, der zur Verbesserung derselben nötig ist. Wie erheblich die Schwierigkeiten sind, gute Formhaltigkeit bei der Herstellung keramischer Körper zu gewährleisten geht deutlich aus der DIN 456, «Dachziegel», hervor, nach welcher z.B. die Flügeligkeit von Biberschwänzen (Grösse 155 x 375 mm) I. Wahl 6 mm und die Flügeligkeit von Hohlpfannen (Grösse 235 x 400 mm) sogar 12 mm betragen darf.
Aus «Sprechsaal für Keramik-Glas-Email» S. 252 bis 254 vom 20.5.1957 und S. 280 bis 283 vom 5.6.1957 ist es bekannt, den Strang vor dem Austritt aus dem Mundstück zu beeinflussen. Derartige Massnahmen gestatten es jedoch lediglich, die Fehler zu beseitigen, die beim Pressen selbst entstehen und dadurch einen symmetrisch laufenden Strang zu erhalten.
Aus der DE-PS 2 319 176 der Anmelder ist ein Verfahren zum Herstellen stranggepresster keramischer Körper, die vorzugsweise eine flächige Auflageseite auf der Trocken-Un-terlage aufweisen, mit geringer Biegeverformung beim Trocknen bekannt, bei welchem dem Massestrang am Mundstücksaustritt und/oder nach Verlassen des Mundstücks eine der Biegeverformung beim Trocknen entgegenwirkende Vorspannung erteilt wird, bevor das Trocknen der Körper erfolgt. Dieses Verfahren erweist sich nach wie vor bei keramischen Körpern bis herunter zu einer Stärke von ca. 20 bis 25 mm als vorteilhaft.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Formhaltigkeit, insbesondere die Längsbiegung und die Querbiegung von stranggepressten keramischen Körpern, ohne grossen fertigungstechnischen Aufwand wesentlich zu verbessern, insbesondere auch für plattenförmige Körper unterhalb der erwähnten Stärke von ca. 20 bis 25 mm.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass auf die Oberfläche des Massestranges ganz oder teilweise ein die Verdampfung des Anmachwassers behinderndes Mittel aufgetragen wird. Dieses Mittel kann z.B. aus Öl, Lack, Fett oder z.B. in Wasser oder einer anderen Flüssigkeit emulgiertem Öl, Lack oder Fett bestehen. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann die Dicke einer zusammenhängenden Schicht variiert werden, so dass damit auch die Stärke der Behinderung der Verdampfung
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variiert wird. In einer anderen, besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens wird die Konzentration des Materials einer aufgetragenen Schicht variiert, so dass bei gleichbleibender Dicke der Schicht die Stärke der Behinderung der Verdampfung variierbar ist. 5
Die Erfindung hat ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des geschilderten Verfahrens zum Gegenstand. Sie besteht darin, dass hinter dem Mundstück einer Presse ein an einem Halter befestigter Schwamm über wenigstens einen fein regulierbaren Tropfhahn mit Flüssigkeit, z.B. mit Öl,
Lack, Fett oder einer entsprechenden Emulsion, beaufschlagbar ist. Die zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens notwendige Vorrichtung kann in fast allen
Fällen ohne Schwierigkeit an den vorhandenen Maschinen nachträglich angebracht werden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung nach der Erfindung dargestellt.
Die einzige Figur der Zeichnung zeigt diese Vorrichtung in Seitenansicht. Hinter einem Mundstück 1 ist an einem einstellbaren Halter 2 ein Schwamm 3 befestigt. Der Halter 2 ist derart eingestellt, dass der Schwamm 3 den aus dem Mundstück 1 kommenden Massestrang 4 möglichst gleichmässig berührt. Über einen fein regelbaren Tropfhahn 5 wird der Schwamm 3 mit einer Flüssigkeit 6 aus einem Behälter 7 beaufschlagt.
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1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zum Herstellen stranggepresster keramischer Körper, insbesondere plattenförmiger Körper, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Oberfläche des Massestranges (4) ganz oder teilweise ein die Verdampfung des Anmachwassers behinderndes Mittel aufgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine zusammenhängende Schicht in verschiedener Stärke aufgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Behinderung der Verdampfung bei gleichbleibender Dicke einer aufgetragenen Schicht durch entsprechende Konzentration des Materials der Schicht verändert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das die Verdampfung des Anmachwassers behindernde Mittel Öl, Lack oder Fett oder in einer Flüssigkeit, z.B. in Wasser, emulgiertes Öl, Lack oder Fett ist.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass hinter dem Mundstück (1) einer Presse ein an einem Halter (2) befestigter Schwamm (3) über wenigstens einen fein regulierbaren Tropfhahn (5) mit Flüssigkeit beaufschlagbar ist.
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