CH629962A5 - Verfahren zur herstellung einer vaccine gegen die panleukopenie der katze. - Google Patents

Verfahren zur herstellung einer vaccine gegen die panleukopenie der katze. Download PDF

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CH629962A5
CH629962A5 CH76477A CH76477A CH629962A5 CH 629962 A5 CH629962 A5 CH 629962A5 CH 76477 A CH76477 A CH 76477A CH 76477 A CH76477 A CH 76477A CH 629962 A5 CH629962 A5 CH 629962A5
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cat
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Othmar Dr Ackermann
Helmut Dr Stegmann
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Behringwerke Ag
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    • C07K14/005Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof from viruses
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Description

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines attenuierten Panleukopenie-Virus sowie eines Impfstoffes gegen die Katzenseuche, auch infektiöse Gastroenteritis oder - nach ihrem Hauptsymptom - Panleukopenie genannt.
Die Katzenseuche ist eine felidenspezifische Viruserkrankung. Der Erreger, ein Parvovirus, besitzt eine elektronenmikroskopische Grösse von 20 bis 25 nm. Das Virus wird über den Atmungs- und Verdauungstrakt übertragen, über Nasensekret und Kot wird es ausgeschieden. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 6 Tagen beginnt die Erkrankung mit Futterverweigerung, Fieber, Erbrechen, meist Durchfall und zunehmender Hinfälligkeit mit Exsikkose durch Flüssigkeitsverlust. Als Charakteristikum tritt eine hochgradige Panleukopenie auf. Die Letalität beträgt bis zu 90%.
Katzen, die die Erkrankung überstehen, werden immun. Sie können über die Kolostrahlmilch Antikörper auf junge Katzen übertragen. Aber auch sie sind bald ohne Schutz, da die maternalen Antikörper allmählich abgebaut werden.
Die Katzenseuche ist weltweit verbreitet, die Infektiosität und Pathogenität ihres Erregers sind sehr gross und die Katzen dadurch sehr gefährdet.
Es ist schon versucht worden, ein zur Herstellung eines Katzenseuchelebendimpfstoffes geeignetes attenuiertes Virus durch Passagen in Gewebekulturen zu gewinnen. Wenigstens sechs Passagen, besonders zehn bis dreissig Passagen, reichen jedoch nicht aus, ein stabiles attenuiertes Virus, das als aktives Prinzip der Vaccine dienen kann, zu erhalten. Es ist nämlich beobachtet worden, dass das Impfvirus ausgeschieden und von anderen Katzen aufgenommen wird. Durch solche Tierpassagen kann es zu Rückmutationen kommen.
Zur Vermehrung des attenuierten Katzenseuchevirus ist auch schon Embryonalgewebe von Katzen benutzt worden. Die Katzenembryonen liefern jedoch sehr wenig Gewebe, so dass diese Methode sich aus wirtschaftlichen Gründen verbietet.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung eines attenuierten Panleukopenie-Virus bzw. eines Impfstoffes gegen die Panleukopenie gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man pathogenes Panleukopenie-Virus mindestens 80mal auf Katzennierenzellen, sodann mindestens 18mal auf permanente Gewebezellen von Feliden oder Musteliden passagiert und das so erhaltene attenuierte Virus auf Katzenfetalzellen vermehrt und zu einem Impfstoff aufarbeitet. Gegenstand der Erfindung ist fernerhin ein attenuiertes Pan-leukopenie-Virus, BW 103, ein Impfstoff gegen die Panleukopenie, hergestellt nach dem obigen Verfahren.
Der erste Schritt der Attenuierung, der zweckmässig 80 bis 100 Passagen umfasst, erfolgt in Zellkulturen von Katzennieren, die in einem der für die Zellvermehrung üblichen Nährmedien kultiviert werden. Die Kultur der Zellen kann sowohl als Zellrasen als auch als Zellsuspensionen erfolgen. Es ist eine Temperatur von im allgemeinen 35 bis 39 °C, vorzugsweise 36,5 bis 37,5 °C, einzuhalten. Eine solche Kultur ist frühzeitig, spätestens jedoch wenn die Zellen zu etwa 75% ausgewachsen sind, zu infizieren. Als Infektionsmedium dient im allgemeinen der Überstand der vorhergehenden infizierten Zellkultur. Er wird der neuen Zellkultur üblicherweise im Verhältnis 1: 5 bis l : 20 zugefügt. 2 bis 6 Tage nach der Infektion kann der Überstand gewonnen und auf die nächste Zellkultur übertragen werden.
Nach 80 bis 100 Passagen in der beschriebenen Weise wird der virushaltige Üerstand auf eine permanente Gewebezellkultur von Feliden oder Musteliden übertragen. Entsprechende permanente Kulturen sind aus der Literatur bekannt. Ein Beispiel für solche permanente Zellkulturen ist die Cran-dell-Zelle, eine permanente Katzennierenzelle. Die Infektion dieser Zellkultur mit dem Überstand einer infizierten Zellkultur und die weitere Verarbeitimg erfolgt wie vorher beschrieben.
Nach mindestens 18 Passagen in permanenten Gewebezellen ist das Virus ausreichend attenuiert. Es ist völlig apathogen, unschädlich und gut verträglich. Durch die Attenuierung büsst es nicht an Immunogenität ein und die daraus hergestellte Vaccine weist vorzügliche immunisierende Eigenschaften auf.
Das attenuierte Virus, das die wissenschaftliche Bezeichnung «Panleukopenie-Virus, Stamm BW 103» trägt, wurde beim Institut für Hygiene und Epidemiologie, Srobarova 48, Prag, Tschechoslowakei, unter der Registriernummer CNTCC AO 3/77 am 11. Januar 1977 hinterlegt.
Das so attenuierte Virus kann in Gewebekulturen von Katzenfeten vermehrt werden. Hierzu eignen sich insbesondere Feten, die im Stadium der Organogenese, etwa im letzten Drittel der Trächtigkeit, entnommen wurden. Für die Anlage der Gewebekulturen können die Feten insgesamt oder Teile davon verarbeitet werden. Es empfiehlt sich, die Extremitäten, den Kopf und die Haut nicht für die Zellkultur zu verwenden. Die Zellen werden in üblicher Weise, z. B. durch Trypsinierung, aufgearbeitet, als stationäre Kultur, als Rollerkultur oder als Suspensionskultur angelegt und wie vorher beschrieben mit dem attenuierten Virus zwecks Vermehrung infiziert. Die Aberntung des Überstandes erfolgt nach 2 bis 6 Tagen. Die infizierten Zellkulturen können unter Zusatz neuer Nährlösimg weiter kultiviert werden. Diese Operation kann mehrmals wiederholt werden, z.B. bei der stationären Kultur mindestens 4- bis 6mal und bei der Rollerkultur mindestens 20- bis 25mal. Danach sind die Zellen im allgemeinen erschöpft. Bei der letzten Aufarbeitung können die Zellen zur Gewinnung einer grösseren Ausbeute beispielsweise durch Tieffrieren oder Ultraschallbehandlung zerstört werden.
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
Das durch Aufarbeitung der Vermehrungskultur erhaltene Material kann in der üblichen Weise zu einem Impfstoff aufgearbeitet werden. Es empfiehlt sich, einen Stabilisator, beispielsweise Gelatine, Fleischextrakt, Pepton- oder Zuk-kerlösungen zuzusetzen, insbesondere wenn eine Lyophili-sierung des Impfstoffes vorgesehen ist. Eine solche empfiehlt sich wegen der besseren Haltbarkeit. Der Impfstoff kann jedoch auch als Flüssigimpfstoff verwendet werden. Der Zusatz eines der üblichen Adjuvantien ist gewünschtenfalls möglich.
Der Impfstoff kann - falls er in lyophilisierter Form vorliegt, nach Auflösen in einem der hierfür üblichen Lösungsmittel - subcutan oder intramuskulär verabreicht werden. Er wiest gegenüber bekannten Impfstoffen die folgenden Vorteile auf:
1.) Grosse Reinheit der Antigene.
2.) Durch Vermehrung auf homologem Gewebe keine Fremdeiweissreaktionen. Bei wiederholter Verabreichung keine Schockreaktionen oder Allergien.
3.) Gleichbleibende Qualität und Reinheit der Impfviren, da die Vermehrung auf einem einheitlichen geprüften Zellsubstrat erfolgt.
4.) Schneller Schutz.
Der erfindungsgemässe Panleukopenie-Lebendimpfstoff wurde in einer Reihe von Untersuchungen und Prüfungen im Laboratorium und im Tierversuch auf seine Eigenschaften, Verträglichkeit, Unschädlichkeit und Wirksamkeit getestet.
3 629 962
Versuche und Ergebnisse:
Unschädlichkeit Die Prüfung der Unschädlichkeit erfolgte an weissen Mäusen und Meerschweinchen. 5 Mäuse werden mit je 5 0,5 ml der wiedergelösten Vaccine subkutan geimpft. 2 Meerschweinchen erhalten je 2 ml intraperitoneal. Während einer Beobachtungszeit von 10 Tagen müssen die Versuchstiere gesund bleiben. Besonderer Wert wurde auf die Un-schädlichkeits- und Verträglichkeitsprüfung bei Katzen ge-lo legt. In kontrollierten Labor- und Feldversuchen wurden bislang 962, überwiegend isoliert gehaltene Katzen und 174 Grosskatzen - wie Löwen, Tiger, Geparden usw. - mit dem erfindungsgemässen Impfstoff subkutan oder intramuskulär geimpft und gewöhnlich 14 Tage, zum Teil mehrere Wochen, i5 beobachtet. Neben der Kontrolle von örtlichen und allgemeinen Reaktionen wurden bei den Laborversuchen auch Leukozytenzählungen vorgenommen. Dabei ergab sich, dass der Impfstoff gut vertragen wurde. Auch die Impfung von SPF (SPF = spezifiziert pathogenfrei)-Katzen, die zum Teil 20 über 2 Jahre isoliert gehalten wurden, ergab keinen Anlass zu einer Beanstandung.
Stabilität
Für eine gleichbleibende gut Wirksamkeit des erfindungsgemässen Impfstoffes ist neben dem Virustiter eine 25 gute Haltbarkeit erforderlich. Die Prüfung derselben erfolgte nach Ermittlung des Gehalts an Impfvirus nach Lagerung des Impfstoffs bei verschiedenen Temperaturen bis zu 24 Monaten nach Herstellung. Die erhaltenen Antigentiter sind aus Tabelle 1 abzulesen (Tabelle 1).
Tabelle 1
Haltbarkeitsprüfung des Impfstoffes nach Lagerung bei verschiedenen Temperaturen Ausgangstiter nach Herstellung: 104'833ID5O/ml
Lagerzeit Virusgehalt in ID50 bei Lagertemperaturen von
+ 37°C +20°C +10°C +4°C -35°C
1 Woche
103,833
3 Wochen
103,375
1 Monat
103375
104,166
2 Monate
101,50
104'375
3 Monate
101-375
104,375
4 Monate kein Virus
104,166
6 Monate
IO3'50
9 Monate
103,50
12 Monate
103'5
18 Monate
IQ2,625
24 Monate
1Q2,625
104,833
104'833
104'833
104,625
104,833
10
104,625
104'833
104,833
104,625
104,833
104,853
104'5
104,833
1Q4.833
Wirksamkeit und Verträglichkeit Neben der Prüfung des Gehalts an lebendem Impfvirus durch Virustitration in der Zellkultur, wurde das erfindungs- 55 gemässe Produkt in einer Reihe von Immunisierungsversuchen an Katzen geprüft. Der weiten Verbreitung des Panleu-kopenievirus und anderer felidenpathogener Erreger muss bei Vornahme von Versuchen mit zugekauften Katzen durch entsprechende Quarantänehaltung Rechnung getragen wer- 60 den. Um Fremdinfektionen zu vermeiden und exakte Versuchsergebnisse zu erhalten, ist es zweckmässig, spezifiziert pathogenfreie Katzen, sogenannte SPF-Katzen, zu verwenden.
65
Tierversuch Nr. 1 In einem ersten Tierversuch wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffs an 6 SPF-Katzen geprüft. Von den in einer Isolieranlage gemeinsam untergebrachten Katzen wurden 4 mit dem Impfstoff subkutan vacciniert. 2 Katzen verblieben als ungeimpfte Kontrollen. Neben einer Prüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes wurde besonders darauf geachtet, ob nach Verabreichung des Impfstoffes ein signifikantes Absinken der Leukozytenwerte gegenüber nichtgeimpften Katzen auftritt. Dies war im vorliegenden und in weiteren Versuchen nicht der Fall. Die Wirksamkeit wurde serologisch durch Antikörpermessung und nachfolgender Belastungsinfektion geprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung wird in Tabelle 2 zusammengefasst wiedergegeben. Aus ihr ist zu ersehen, dass vor der Impfung die Katzen pan-leukopenieempfänglich waren. 2 Wochen später waren die geimpften Katzen bereits serologisch immun und belastbar, die Kontrollen dagegen blieben schutzlos und erlagen der Infektion.
629 962
Tabelle 2
Prüfung des Impfstoffes auf Wirksamkeit bei SPF-Katzen
Katze Nr.
PL-Antikörper-
geimpft mit:
klinischer
PL-Antikörper-
Belastungsinfektion
Ergebnis der
titer vor der
Verlauf bis titer ND50/ml
Belastung
Impfung
14 d.p.v.
14 d.p.v.
59
0
Impfstoff gemäss o.B.
681
à 1 ml pro o.B.
62
0
Erfindung o.B.
1466
kg KGW
o.B.
65
0
à 1 Ds. = 1 ml o.B.
1466
pathogenes o.B.
67
0
subkutan o.B.
3162
PL-Virus o.B.
61
0
o.B.
0
peroral kr. >fi
64
0
Kontrollen o.B.
0
kr.
Zeichenerklärung:
d.p.v. = dies post vaccinationem o.B. = ohne Besonderheit kr = an Panleukopenie erkrankt kr tfi = an Panleukopenie erkrankt und verendet
PL = Panleukopenie KGW = Körpergewicht NDS0 = 50%ig neutralisierender Endwert
Tierversuch Nr. 2
Impfstoffe, die lebende apathogene Panleukopenieviren enthalten, führen in der Regel zu einem raschen Impfschutz, der vor allem dem Phänomen der Interferenz zuzuschreiben ist. Dabei wird die Vermehrung von pathogenem Virus in der Wirtszelle durch das Impfvirus verhindert. In einem Versuch an 12 jungen Katzen wurde geprüft, ob diese bereits 72 Stunden nach der Verabreichung des erfindungsgemässen Impfstoffes ausreichend gegen eine Belastungsinfektion geschützt sind. Das Ergebnis dieser Untersuchungen wird in der Tabelle 3 wiedergegeben. Der Versuch zeigt, dass der Impfstoff in der Lage ist, gegen die Panleukopenie kurzfristig - nämlich innerhalb von 3 Tagen - zu schützen. Alle Katzen waren vor der Impfung ungeschützt. 3 Tage später
25
30
widerstanden die geimpften Tiere bereits einer Belastungsinfektion mit pathogenem Panleukopenievirus. Durch eine nach der Belastungsinfektion vorgenommene tägliche Leukozytenzählung, die sich über zwei Wochen erstreckte, wurde festgestellt, dass die Katzen äusserlich gesund blieben und keinen signifikanten Leukozytenabfall aufzeigten. Die während der Untersuchungsdauer ermittelten Ausgangsund Minimalwerte wurden in die Tabelle 3 eingetragen. Ein Leukozytenabfall unter 2000/mm3 ist im allgemeinen ein charakteristisches Krankheitszeichen für Panleukopenie. Die nichtgeimpften Kontrollkatzen erkrankten mehr oder weniger stark an Panleukopenie, wobei 4 von 6 Tieren der Infektion erlagen.
Tabelle 3
Wirksamkeitsprüfung des Impfstoffes 72 Stunden nach der Impfung
Katze Nr.
PL-Antikörper-
geimpft mit:
Belastung 72h p.v.
Ergebnis der Belastungsinfektion
vor der
Leukozytenwerte bis 2 Wochen p.v.
Impfung
Allgemeinbefinden
Ausgangswerte
Minimalwerte
268
0
Impfstoff
o.B.
13 400
10 200 mm3
598
0
gemäss je 1 ml o.B.
20 000
10 600 mm3
599
0
Erfindung
= IOOID50
o.B.
12 100
5 600 mm3
602
0
je 1 Ds. = 1 ml pro kg o.B.
14 600
10 300 mm3
604
0
subkutan
Körper o.B.
11 300
10 100 mm3
606
0
gewicht o.B.
18 800
10 200 mm3
269
0
pathogenes kr.
11400
600 mm3
600
0
PL-Virus kr.
10 100
5 700 mm3 <i<
601
0
Kontrollen
Nr. 1
kr.
13 200
1 200 mm3 0
605
0
peroral kr.
12 300
1 200 mm3 $t
603
0
kr.
10 600
4 200 mm3
607
0
kr.
15 800
3 800 mm3
o.B. = ohne Besonderheit kr. = an Panleukopenie erkrankt = an Panleukopenie verendet
ID50 = 50%ig infizierende Dosis
Tierversuch Nr. 3 Gemäss Tierversuch 2 schützt der erfindungsgemäss hergestellte Impfstoff Katzen bereits 3 Tage nach der Vaccination (3 d.p.v.) vor einer Erkrankung an Panleukopenie (PL). Um zu ermitteln, ob die gleiche Vaccine auch schon vor dem 3. d.p.v. einen Schutz gegen PL verleiht, wurde nachstehend beschriebener Versuch ausgeführt.
16 für Panleukopenie empfangliche Katzen wurde mit je 1 Dosis des Impfstoffs vacciniert u. in 4 Gruppen zu je 4 Tie-
60 ren aufgeteilt. Eine Gruppe davon wurde bereits unmittelbar nach der Vaccination, die anderen Gruppen nacheinander jeweils im Abstand von einem Tag mit pathogenem Pan-leukopenie-Virus belastet, sechs unbehandelte Kontroll-Katzen wurden zusammen mit der letzten Gruppe am 3. d.p.v.
65 infiziert. Wie Tabelle 4 ausweist, zeigt dieser Versuch, dass der Impfstoff bereits einen Tag nach der Vaccination einen Teil der geimpften Katzen vor einer Erkrankung an Panleukopenie zu schützen vermag. Von vier Katzen der betref
5
fenden Gruppe erkrankte und verendete nur ein Tier an Panleukopenie, die anderen drei Tiere blieben gesund.
Von den Tieren, die zwei Tage nach der Vaccination belastet wurden, zeigte lediglich eine von vier Katzen am 4. und 5. Tag nach der Infektion einen geringgradigen Leuko- 5 zytenabfall (auf4200 bzw. 5100/mm3). Diejenigen Katzen,
629 962
die drei Tage nach der Vaccination infiziert wurden, widerstanden der Belastung reaktionslos.
Von den Kontroll-Katzen verendeten alle an Panleukopenie.
Weitere Einzelheiten können der Tabelle 4 entnommen werden.
Tabelle 4 Wirksamkeitsprüfung 0,1,2 und 3 Tage nach der Vaccination
Katze Nr. PL-Antikörper in ND50/ml a.v. am 26.11.74
vacciniert am 26.11. mit:
Belastungsinfektion Datum
Material
Ergebnis
1017
0
je 1 ml am 26.11.
je 1 ml
+ 7. d.p.i.
1022
32
Impfstoff
0 d.p.v.
PL-Infektions
+12. d.p.i.
1028
0
subkutan
material,
+ 8. d.p.i.
1166
0
Nr. 1,
+ 10.
1018
0
am 27.11.
1:5 verdünnt,
o.B.
1023
0
1 d.p.v.
pro kg Kgw.
o.B.
1029
0
per os
+ 9. d.p.i.
1167
0
o.B.
1019
0
am 28.11.
o.B.
1024
0
2 d.p.v.
o.B.
1160
0
L(4200)4. d.p.i.
1168
0
o.B.
1020
0
am 29.11.
o.B.
1025
0
3 d.p.v.
o.B.
1165
0
o.B.
1169
0
o.B.
1021
0
am 29.11.
+ 6. d.p.i.
1031
0
+ 6. d.p.i.
1158
0
Kontrollen
+ 6. d.p.i.
1159
0
+ 6. d.p.i.
1163
7
+ 6. d.p.i.
1164
0
+ 8. d.p.i.
a.v.
= ante vaccinationem
d.p.v.
= dies post vaccinationem
+
= verendet an PL
L
= Leukozytenabfall
(...)
= niedrigster Leukozytenwert
d.p.i.
= dies post infectionem
Tierversuch Nr. 4 Zur Überprüfung der Schutzdauer wurde ein weiterer Versuch an SPF-Katzen, die unter strenger Isolierung gehalten wurden, durchgeführt. Von 10 SPF-Katzen erhielten 8 je eine Dosis des Impfstoffs subkutan. Die beiden nichtgeimpften Kontrollkatzen wurden zur Überprüfung der Ausscheidung und einer eventuellen Weiterverbreitung des Impfvirus bzw. PL-Viruseinschleppung im gleichen Raum untergebracht. Bei allen Katzen wurden Blutproben zur Antikör-permessung entnommen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind aus Tabelle 5 zu entnehmen. Der Versuch zeigt, dass der Impfstoff zu einer aktiven Immunität mit einem hochwertigen Antikörpertiter führt, der den geimpften Katzen über den gesamten Beobachtungszeitraum einen verlässlichen Schutz gegen Panleukopenie verleiht. Er zeigt auch, dass die Kontrollkatzen antikörperfrei blieben. Das bedeutet, dass während des Versuchszeitraumes weder eine 60 Weiterverbreitung des Impfvirus, noch eine Einschleppung von PL-Viren erfolgte, die bei den Impflingen zu einer natürlichen Boosterung bzw. bei den Kontrollen zu einer Pan-leukopenieerkrankung mit nachfolgender Antikörperentwicklung geführt hätte. Da die Versuchskatzen täglich ge-65 wartet und beobachtet wurden, konnte festgestellt werden, dass während des gesamten Versuchszeitraumes keine Reaktionen auftraten, die auf eine Unverträglichkeit oder Schädlichkeit schliessen liessen.
629962 6
Tabelle 5
Prüfung der Schutzdauer an SPF-Katzen nach Impfung Katze Nr. geimpft mit: vorder PanleukopenieantikörpertiterinND50/ml
Impfung
2 Wo. p.v.
1 Mo. p.v.
2 Mo. p.v.
4 Mo. p.v.
6 Mo. p.v.
8 Mo. p.v.
151
je 1 Ds.
0
4 217
6 813
4210
6 813
3 162
6 813
152
(= 1 ml)
0
3 162
3 162
6 813
3 162
3162
3 162
154
des erfindungs-
0
3 162
6 813
1466
4217
1466
*
155
gemässen
0
4 217
14 660
6 813
3 162
2 371
4217
156
Impfstolfes
0
4217
4 217
4 217
3 162
2 371
3 162
157
subkutan
0
3 162
6 813
4217
3 162
3 162
4217
158
0
3 162
6 813
14 660
4 217
6 813
4217
159
0
14 660
23 710
23 710
4217
2 371
6162
159
Kontrollen
0
0
0
0
0
0
0
160
0
0
0
0
0
0
0
Wo. p.v. = Wochen post vaccinationem * = Katze ist bei der Herzpunktion verendet
Mo. p.v. = Monate post vaccinationem
Fortsetzung Tabelle 5
11 Mo. p.v. 14 Mo. p.v. 17 Mo. p.v. 23 Mo. p.v. 26 Mo. p.v .
3 162
422
2 371
1466
6 813
3 162
1466
3 162
3 162
3 162
4217
316
422
1466
4217
3 162
1466
1466
3162
3 162
3 162
2 371
3 162
6 813
6 813
14 660
3 162
3 162
6 813
6 813
6 813
2 371
4217
4217
6 813
0
0
0
0
0
0
0
0
*
0
verendet interkurrent
Beispiel
1. Herstellung einer Kultur von Katzenfetalzellen
Eine trächtige Katze wird schmerzlos getötet und die Feten werden unter sterilen Bedingungen entnommen. Von einem Fetus werden Kopf, Extremitätenenden und Haut entfernt und der verbleibende Körper wird mit einer Schere in Stücke von etwa 2 bis 4 mm Grösse zerteilt.
Die Stücke werden in eine 0,25%ige Trypsinlösung eingebracht und unter Rühren auf 37 °C erwärmt. In Abständen von etwa 10 bis 20 Minuten wird die Trypsinlösung mit den darin enthaltenen suspendierten Zellen abgegossen und durch neue Trypsinlösung ersetzt.
6 ml des abgegossenen Zellsediments werden in einer Verdünnung von 1 : 300 in einem Medium der folgenden Zusammensetzung aufgeschwemmt:
10% Eagle's Medium (lOfach)
10% Hammel- oder Kälberserum 2% Lactalbuminhydrolysat (5%ig)
1 % NSP-Lösung (Neomycin-Streptomycin-Penicillin
20 000 |ig/ml bzw. 20 000 IE/ml) 2% Natriumhydrogencarbonat (5%ig)
Aqua bidest. ad 100%
Das Gemisch wird in einen Kulturkolben eingebracht und auf 37 °C gehalten.
Am 2., 4. und 7. Tag wird die Nährlösung erneuert. Am 10. Tag wird die Nährlösung von den Zellen abgegossen und durch eine Lösung ersetzt, die 95% eines Trypsinierungs-mediums, 1% einer l%igen Dinatriumdihydrogenäthylendi-amintetraacetat, 1% einer l%igen Trypsinlösung und 3% einer 5%igen Natriumhydrogencarbonatlösung enthält.
Das Trypsinierungsmedium enthält 1 Liter Aqua bidest.
40 7,27 g Natriumchlorid 0,36 g Kaliumchlorid 0,91 g Dextrose
In dieser Lösung lösen sich die Zellverbände in Einzelzellen oder kleinere Gruppen auf. Die so erhaltenen Zellen wer-45 den in der oben beschriebenen Weise mehnnals kultiviert.
2. Herstellung des Panleukopenie-Saatvirus Eine Katze wird mit pathogenem Panleukopenievirus, das von einer an Panleukopenie erkrankten und verendeten 50 Katze isoliert wurde, infiziert und 7 Tage später im schwerkranken Zustand mit einem Leukozytenwert von 200/mm3 getötet. Die Nieren werden entnommen und wie oben beschrieben in einer 25%igen Trypsinlösung zwecks Gewinnung einer Zellsuspension behandelt. Die erhaltene 55 Virussuspension wird sedimentiert und das Sediment im Verhältnis 1: 300 in einem Kulturmedium folgender Zusammensetzung suspendiert:
52,2% Hanks' Medium 5,8% Lactalbuminhydrolysat 60 20,0% Tissue Culture Medium 199 20,0% Kälberserum 1,0% Natriumhydrogencarbonat (5%ig) 1,0% NSP-Lösung
65 Die Suspension wird bei 37 °C gehalten. Dabei kommt es zu einer Vermehrung des Panleukopenievirus in den Zellen. Das Virus kann durch Übertragung des Kulturüberstandes auf gesunde Katzen nachgewiesen werden.
7
629 962
Die Weiterkultivierung des Virus geschieht folgender-massen: Von gesunden Katzen werden Nieren entnommen und in der oben beschriebenen Weise trypsiniert und in Nährlösung suspendiert. Wenn der Zellrasen zu ungefähr 75% ausgewachsen ist, wird er mit dem virushaltigen Über- 5 stand der Panleukopenieviruskultur beimpft.
Hierzu wird der Überstand mit frischem Nährmedium im Verhältnis 1:10 gemischt und über die Zellen geschichtet.
Nach 4 Tagen wird der Überstand, der das vermehrte Panleukopenievirus enthält, abgegossen. Nach etwa 80maliger 10 Wiederholung werden die bis dahin verwendeten Katzennierenzellen durch eine permanente Katzennierenzellinie nach Crandell ersetzt und die Passagen werden noch 17mal wiederholt.
Für die Kultivierung von stabilen Katzennierenzellen 15 wird folgendes Medium verwendet:
10 % Eagle's Medium
10 % Kälberserum
1,5% Natriumhydrogencarbonat (5%ig)
1,0% NSP-Lösung 20
ad 100% Aqua bidest.
Bei der Virusbeimpfung wird der Serumanteil auf 3% reduziert.
Nach der 103. Passage hat das Virus seine Pathogenität 2s verloren, aber seine guten immunisierenden Eigenschaften behalten. Es kann für die Herstellung eines Impfstoffes verwendet werden.
3. Herstellung des Impfstoffes Eine Katzen-Fetal-Zellkultur, die nach (1) vermehrt wurde, wird in einem Medium der folgenden Zusammensetzung suspendiert:
10% Eagle's Medium (lOfach)
10% Kälberserum 2% Lactalbuminhydrolysat (5%ig) 2% Natriumhydrogencarbonat (5%ig)
1 % NSP-Lösung 75% Aqua bidest.
Nach 1-2 Tagen wird die Nährlösung erneuert. Wenn der Zellrasen zu 50-75% ausgewachsen ist, wird auf die Zellkultur eine 10%ige Virussuspension - erhalten nach (2) - pipettiert.
Nach 4 Tagen wird der virushaltige Überstand abgegossen und die Zellkultur unter Hinzufügung neuer Nährlösung weiterkultiviert. Der Überstand weist einen Virustiter von etwa 105ID5O ml auf. Dieser Virusüberstand wird in an sich bekannter Weise durch Zugabe eines Stabilisators der folgenden Zusammensetzung zu einem Impfstoff verarbeitet. 4 Teile Gelatine-Bouillon 2%ig 1 Teil Glucose 50%ig.
Der Impfstoff wird in Portionen von 1 ml in 3 ml-Rollrandfläschchen abgefüllt, gefriergetrocknet und unter Vakuum verschlossen.
Die Virusvermehrung kann in der vorstehend beschriebenen Weise auch in Roller- oder Suspensionskulturen durchgeführt werden.
s

Claims (7)

629 962
1. Verfahren zur Herstellung eines attenuierten Pan-leukopenie-Virus, dadurch gekennzeichnet, dass man patho-genes Panleukopenie-Virus mindestens 80mal auf Katzen-nierenzellen und sodann mindestens 18mal auf permanenten Gewebezellen von Feliden oder Musteliden passagiert.
2. Attenuiertes Panleukopenie-Virus, Stamm BW 103, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Anspruch 1.
2
PATENTANSPRÜCHE
3. Verfahren zur Herstellung eines Impfstoffes gegen die Panleukopenie der Feliden, dadurch gekennzeichnet, dass man pathogenes Panleukopenie-Virus mindestens 80mal auf Katzennierenzellen, sodann mindestens 18mal auf permanenten Gewebezellen von Feliden oder Musteliden passagiert und das so erhaltene attenuierte Virus auf Katzenfetalzellen vermehrt und zu einem Impfstoff aufarbeitet.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die zur Vermehrung des attenuierten Virus verwendeten Kulturen aus Katzenfetalzellen mehrmals aberntet.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Vermehrung des attenuierten Virus stationäre Kulturen aus Katzenfetalzellen verwendet und diese mindestens 4- bis 6mal aberntet.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Vermehrung des attenuierten Virus Rollerkulturen aus Katzenfetalzellen verwendet und diese mindestens 20- bis 25mal aberntet.
7. Impfstoff gegen die Panleukopenie der Feliden, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Anspruch 3.
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