CH630320A5 - Brennstofffreies, durch katalytische reaktion sauerstoff erzeugendes gemisch. - Google Patents

Brennstofffreies, durch katalytische reaktion sauerstoff erzeugendes gemisch. Download PDF

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CH630320A5
CH630320A5 CH273977A CH273977A CH630320A5 CH 630320 A5 CH630320 A5 CH 630320A5 CH 273977 A CH273977 A CH 273977A CH 273977 A CH273977 A CH 273977A CH 630320 A5 CH630320 A5 CH 630320A5
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oxygen
coo
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Description

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Erzeugung von Sauerstoff durch Zersetzung eines ein Alkalimetallchlorat enthaltenden Gemischs, das einen geringen Mengenanteil Perchlorate enthalten kann, unter Verwendung von Cobaltoxid, das als katalytisch wirkendes Material bezeichnet werden kann. Das Ausmass der Sauerstofferzeugung kann durch Veränderung des Mengenanteils an Cobaltoxid, durch Zusatz von Modifizierungsmitteln in variierenden Mengenanteilen oder durch beide Massnahmen verändert werden. Derartige Modifizierungsmittel sind beispielsweise keramische Aluminosilikat-Fasern als Füllmaterial, Siliciumdioxid, Bariumperoxid, die einzeln oder im Gemisch zum Einsatz gelangen können.
Es ist Ziel der Erfindung, ein neues chemisches Mittel zur Bildung von Sauerstoff zu schaffen, das
1. auf als katalytisch zu bezeichnender Wirkung und nicht auf thermischer Zersetzung beruht,
2. Sauerstoff hoher Reinheit erzeugt,
3. weniger Wärme freisetzt,
4. Saurestoff in hoher Menge erzeugt,
5. eine Komponente zur Erzeugung von Sauerstoff aufweist, die ein die Zersetzung auf eine als katalytisch zu bezeichnende Art bewirkendes Mittel enthält, wobei das Ausmass der Sauerstofferzeugung durch Veränderung des Gehaltes dieses Mittels verändert werden kann,
6. als Sauerstoff erzeugende Komponente zur Hauptsache ein Alkalimetallchlorat, gegebenenfalls mit einem geringen Mengenanteil Alkalimetall-perchlorat, und Cobaltoxid als die Zersetzung bewirkendes Mittel sowie gegebenenfalls Bariumperoxid, Siliciumdioxid oder eine keramische Alumi-nosilikat-Faser oder ein anderes Füllmittel enthält, wobei das Ausmass der Sauerstofferzeugung durch variierenden Gehalt an Füllmittel variiert werden kann,
7. eine Asche ergibt, die ohne wesentlichen Temperaturanstieg mit Wasser mischbar und nicht alkalisch ist, und
8. vom Chlorattyp ist und keinen Brennstoff verlangt.
Es wurde gefunden, dass Cobaltoxid in einer Chlorat-
kerze für die Zersetzung von Alkalimetallchloraten und -Perchloraten bewirkendes Mittel wirkt, so dass die Notwendigkeit von Brennstoffen, wie Eisen, Holzkohle, Magnesium, Mangan, zur Lieferung von Wärme für die Zersetzung dahin-fällt. Dies führt zu verminderter Wärmeentwicklung und zu Sauerstoff höherer Reinheit, der frei von unerwünschten Verunreinigungen, wie Chlor, Kohlenmonoxid und -dioxid ist, und die gebildete Asche ist nicht alkalisch, so dass bei Zusatz von Wasser keine überschüssige Wärme freigesetzt wird. Für die Verwendung von derartigen Sauerstoff erzeugenden Mitteln in Passagierflugzeugen ist beispielsweise die Vermeidung von ätzalkalischen Materialien und Wärmeentwicklung höchst erwünscht, wenn nicht unerlässlich.
Erfindungsgemäss gelangt als Lieferquelle für den Sauerstoff ein Alkalimetallchlorat, entweder allein oder im Gemisch mit einem geringen Mengenanteil eines Alkalimetall-perchlorats zum Einsatz, wobei das Ausmass der Erzeugung von Sauerstoff durch Veränderung des Gehalts des die Zersetzung bewirkenden Mittels und/oder des Füllmittels verändert werden kann. Die Gesamtmenge des erzeugten Sauerstoffs ist vom Gewicht der Reaktanten abhängig. Es können somit Sauerstoff erzeugende Mittel hergestellt werden,
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die in bezug auf das Ausmass der Sauerstofferzeugung, die Kapazität der Sauerstofferzeugung insgesamt sowie deren Grösse variieren können.
Das erfindungsgemässe Gemisch umfasst somit ein Alkalimetallchlorat, das einen geringen Mengenanteil eines Alkalimetall-perchlorats enthalten kann, und Cobaltoxid als die Zersetzung bewirkendes Mittel jedoch keinerlei Brennstoffe. Zusätzlich kann das Gemisch Füllmittel enthalten, beispielsweise Siliciumdioxid als inertes Füllmittel, oder Bariumperoxid, das genau genommen nicht inert ist, da es auch dazu dient, mit allfällig gebildetem Chlor zu reagieren. Im hier beschriebenen Zusammenhang wird es jedoch zu den Hilfsmitteln eingereiht, deren Vorhandensein das Ausmass der Freisetzung von Sauerstoff herabsetzt, und die zur Regulierung der Reaktion eingesetzt werden können.
Als Cobaltoxid gelangt CoO oder ein Gemisch davon mit Co304 zum Einsatz. Bevorzugte Chlorate und Perchlorate sind aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die Natriumverbindungen, wobei jedoch gewünschtenfalls auch andere Alkalimetallsalze verwendet werden können.
Es wurde gefunden, dass der Einsatz von gewissen Mengenanteilen von keramischen Aluminosilikatfasern die Regulierung der als katalytisch zu bezeichnenden Zersetzung ermöglicht. Die Reaktion kann zwecks Einstellung der innert einer bestimmten Zeitdauer erzeugten Sauerstoffmenge innerhalb bestimmter Grenzen beschleunigt oder verlangsamt werden. Hierfür hat sich eine keramische Aluminosilikat-faser «Kaowool Ceramic Fiber-XE» der Babcock and Wil-cox Co. als geeignet erwiesen. Dieses amorphe Produkt hoher Reinheit zeigt einen Faserdurchmesser von ungefähr 3 (im, eine Faserlänge von ungefähr 6,5 mm und eine Zusammensetzung des Aluminosilikats von ungefähr 45,1 Gew.-% A1203 und 52 Gew.-% Si02.
Obwohl es nicht sicher ist, dass die bei Verwendung von Cobaltoxiden erzielte Wirkung wirklich katalytischer Art ist, führen die Cobaltoxide zu der rapiden, nicht explosiven Zersetzung der Chlorate und Perchlorate und der damit verbundenen Freisetzung von Sauerstoff. Demzufolge wird hier die Wirkung der Cobaltoxide, obwohl diese nach erfolgter Zersetzung nicht in ihrer ursprünglichen Form rückgewonnen werden, der Einfachheit halber als «katalytisch zu bezeichnende», ausgedrückt.
Im Handel erhältliches Co304 hat sich als die Zersetzungsreaktion bewirkendes Mittel als allgemein geeignet erwiesen. Cobaltoxid in Form von CoO der gewöhnlichen, im Handel erhältlichen Art, hat sich jedoch für den wirksamen Einsatz in der Erfindung als allgemein ungeeignet erwiesen. Es wurde gefunden, dass ein solches Mittel in Form von CoO, das die erwünschten Resultate erbringt, folgender-massen hergestellt werden kann:
a) Cobalt++hydroxid, Co(OH)2, wird unter Luftabschluss bis zur Gewichtskonstanz auf 260°C erhitzt, wobei Cobaltoxid nach der nachstehenden Gleichung erhalten wird:
AH 260°C Co(OH)2 CoO + H20
b) Cobalf-'-carbonat wird unter Luftabschluss bis zur Gewichtskonstanz auf 260°C erhitzt, wobei Cobaltoxid nach der nachstehenden Gleichung erhalten wird:
AH 260°C CoC03 CoO + C02
c) Cobalt++oxid wird unter Luftabschluss bis zur Gewichtskonstanz auf 260°C erhitzt.
Das erhaltene Cobaltoxid CoO wird bis zum Gebrauch in feutigkeitsdicht verschlossenen Behältern gelagert.
Die Bestanteile des Sauerstoff erzeugenden Gemischs werden vorzugsweise in fein verteilter Form zusammengemischt. Dies kann durch einfaches mechanisches Mischen erfolgen oder die einzelnen Bestandteile können zusammen vermählen werden, beispielsweise in einer Kugelmühle, um innige Berührung und gründliche Mischung zu erzielen. Gleichmässiger Abbrand von Chloratkerzen wird durch gründliches Mischen der Bestandteile und die Feinheit des Mahlgrades verbessert.
Im nachstehenden sind Ausführungsformen des erfin-dungsgemässen Gemischs angeführt.
Weiter Bevorzugter Bereich Bereich Gew.-% Gew.-%
Natriumchlorat
85-98
96
Natrium- oder Kalium-perchlorat
0-1,0
0-0,5
CoO
0,5-5,0
1,5
C03O4
0-2,0
0
BaOz
0-5,0
0-4
Si02
0,8,0
0-1,0
keramische Fasern («Kaowool
0-1
0-3,0
Ceramic Fiber-XE»)
Die Pressformung des Gemischs zu einer Kerze erfolgt zweckmässig in einer hydraulischen Presse oder durch Gies-sen, wie in der US-PS 3 702 305 beschrieben, wobei ein Zündkegel und ein erstes Brenngemisch, welche die in der genannten Patentschrift angeführte Zusammensetzung aufweisen können, während der Herstellung der Kerze in diese eingebracht werden können. Weitere Zusammensetzungen für einen Zündkegel und ein erstes Brenngemisch sind beispielsweise für den Zündkegel 30 Gew.-% NaC103, 30 Gew.-% Fe, 15 Gew.-% BaOa und 25 Gew.-% Glasfasern, und für das erste Brenngemisch 66 Gew.-% NaC103, 25 Gew.-% Fe und 9 Gew.-% Glasfasern.
NaC103 schmilzt bei 260°C endothermisch unter rapider, bei 478°C einsetzender und bei 570°C beendigter exother-mischer Zersetzung zu NaCl und 02. Das Cobaltoxid setzt die Initialzersetzungstemperatur auf ungefähr den Schmelzpunkt von reinem Natriumchlorat herab. Mit variierenden Gemischen von CoO und NaC103 wurden thermalgravime-trische und differentialthermische Analysen ausgeführt. Die verwendeten Gemische und die erhaltenen Analysenresultate sind nachstehend angeführt:
CoO-Gehalt
Schmelz
Zersetzungstemperatur, °C
im Gemisch punkt
Gew.-%
°C
Beginn
Ende
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250
265
400
4
250
260
395
Aus der vorstehenden Tabelle geht hervor, dass der Schmelzpunkt des Gemischs bei Verwendung von CoO als Zersetzungskatalysator ungefähr demjenigen von reinem NäC103 entspricht, dass jedoch die Initialzersetzungstemperatur um ungefähr 200C und die Endzersetzungstemperatur um ungefähr 170°C herabgesetzt werden.
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In den nachstehenden Beispielen sind sämtliche Prozentangaben gewichtsmässig.
Beispiel 1
89% Natriumchlorat NaC103, Handelsprodukt der Hooker Chemical Co., Buffalo, New York, 5% Bariumperoxid BaOa, 2% Siliciumdioxid Si02 und 4% Cobaltoxid CoO werden trocken vermischt, mit ungefähr 2% destilliertem Wasser versetzt und so lange vermischt, bis ein homogenes Gemisch erreicht ist. Das erhaltene Gemisch wird in eine zylindrische Hohlform eingefüllt, die Form geschlossen und in einer hydraulischen Presse mit einer Kraft von 50 kN ge-presst. Danach wird der obere Teil der Pressform entfernt und ein Zündmittelgemisch mit einem Wassergehalt von ungefähr 5% auf das obere Ende des Presskörpers gegossen. Dann wird die Form wieder geschlossen und der Formkörper mit einer Kraft von 20 kN zu einer Endlänge von 16,8-17,2 cm und einem Durchmesser von ungefähr 3,5 cm gepresst.
Der gepresste Formkörper wird aus der Form genommen und während 14 h bei 133°C in einem belüfteten Ofen getrocknet. Danach wird am oberen Ende des Formkörpers eine feuchte erste Brennmischung aufgetragen und der Formkörper dann getrocknet. Zur Verhinderung von Funkenwurf wird an dem die erste Brennmischung aufweisenden Ende eine Matte aus keramischen Fasern angebracht.
Die erste Brennmischung kann durch Schlag, mittels eines Brenners, elektrisch, mittels Wasser oder eines flüssigen chemischen Zündmittels oder mit einem Streichholz angezündet werden und zündet ihrerseits den Zündkegel, der seinerseits das Kerzengemisch zündet, wonach die Zersetzung während ungefähr 20 min bis zum Endpunkt fortschreitet.
Durch Auswaage der Kerze vor und nach dem Brennen kann das Gewicht des erzeugten Sauerstoffs ermittelt werden. Im allgemeinen wird eine Sauerstoffausbeute von ungefähr 41 % oder 105 1 erzielt.
Beispiel 2
Ein trocken hergestelltes homogenes Gemisch von 89% Natriumchlorat NaC103, 5% Bariumperoxid Ba02, 2% Siliciumdioxid Si02 und 4% Cobaltoxid CoO wird in eine flecsi-ble Form eingefüllt und am oberen Ende mit einem Zündkegel und einer ersten Brennmischung versehen. Die geschlossene Form wird in einer isostatischen Presse unter einem Druck von 98 MN/m2 gepresst.
Zündung der erhaltenen Kerze erfolgt, wie in Beispiel 1 beschrieben, wobei die Zersetzung während 25 min bis zum Endpunkt fortschreitet und eine Sauerstoffausbeute von 40,9% erzielt wird.
Beispiel 3
Ein gleiches Gemisch, wie im Beispiel 1 beschrieben,
wird durch Erhitzung zu einer viskosen Aufschlämmung verarbeitet und diese in einer rostfreien Stahlform gepresst. Nach Abkühlung werden der Zündkegel und die erste Brennmischung in Hohlräume des gepressten Formkörpers eingesetzt, die durch die Pressform gebildet wurden. Die erhaltene Kerze brennt unter Zersetzung während 21 min bis zum Endpunkt mit einer Sauerstoffausbeute von 41,6%.
Beispiel 4
Ein trocken vermischtes homogenes Gemisch von 98% Natriumchlorat NaC103 und 2% Cobaltoxid CoO wird in eine flexible Form eingefüllt und am oberen Ende mit einem Zündkegel und einer ersten Brennmischung versehen und in einer isostatischen Presse unter einem Druck von 98 MN/m2 zu einer Kerze gepresst.
Zündung der erhaltenen Kerze erfolgt, wie in Beispiel 1 beschrieben, wobei die Zersetzung während 19 min bis zum Endpunkt und einer Sauerstoffausbeute von 41,8% erfolgt.
Beispiel 5
Ein trocken vermischtes homogenes Gemisch von 93 % Natriumchlorat NaC103, 5% Bariumperoxid BaOz und 2% Cobaltoxid CoO wird zu einer Kerze verpresst und diese gezündet, wie in Beispiel 4 beschrieben, wobei die Zersetzung während 20 min bis zum Endpunkt mit einer Sauerstoffausbeute von 41,3% verläuft.
Beispiel 6
In diesem Beispiel wird die Verwendung von keramischen Aluminosilikatfasern «Kaowool Ceramic Fiber-XE» als Füllmaterial zur Beschleunigung oder Verlangsamung der katalytischen Zersetzung erläutert. Die Fasern werden vorgängig zur Entfernung von organischen Bestandteilen und Feuchtigkeit während 30 min auf 760°C erhitzt.
a) Aus einem Gemisch von 94% NaC103 und je 2% CoO, Si02 und XE-Fasern wird eine Kerze gepresst, deren Zersetzung nach dem Anzünden während 6,8 min bis zum Endpunkt fortschreitet unter Erzeugung von durchschnittlich 15,541/min Sauerstoff.
b) Versuch a) wird mit der Ausnahme wiederholt, dass der Gehalt an XE-Fasern auf 1 % herabgesetzt wird. Die Dauer der Zersetzung der Kerze bis zum Endpunkt beträgt 12 min mit einer durchschittlichen Sauerstofferzeugung von 8,75 1/min.
c) Versuch a) wird mit der Ausnahme wiederholt, dass das Gemisch keine XE-Fasern enthält. Die Dauer der Zersetzung der erhaltenen Kerze bis zum Endpunkt beträgt 19,1 min mit einer durchschnittlichen Sauerstofferzeugung von 5,66 1/min.
d) Versuch a) wird mit der Ausnahme wiederholt, dass das Gemisch 3 % XE-Fasern enthält. Die Dauer der Zersetzung der erhaltenen Kerze beträgt 4,8 min mit einer durchschnittlichen Sauerstoffbildung von 22,91/min.
Aus den vorstehenden Versuchen geht hervor, dass durch Erhöhung des Mengenanteils an XE-Fasern die Zersetzungsgeschwindigkeit der Kerzen erhöht wird.
Beispiel 7
Ein trocken vermischtes homogenes Gemisch von 90% Natriumchlorat NaC103, 4% Cobaltoxid CoO, 2% Siliciumdioxid SiOz, 2% Bariumperoxid Ba02und 2% XE-Fasern wird zu einer Kerze gepresst und diese gezündet, wie in Beispiel 4 beschrieben.
Die Dauer der Zersetzung der erhaltenen Kerze bis zum Endpunkt beträgt 12 min mit einer Sauerstoffausbeute von 41,4%.
Beispiel 8
Wie in Beispiel 4 beschrieben, wird aus einem Gemisch von 88% NaC103,1% CoO, 8% Si02 und 3% BaOz eine Kerze gepresst, nach der Entnahme aus der Pressform in Vermiculit verpackt, in dieser Verpackung in einen Stahlkanister eingesetzt und angezündet. Die Dauer der Zersetzung beträgt 26,2 min mit einer durchschnittlichen Sauerstofferzeugung von 41/min. Die im Inneren des Stahlkanisters erreichte Maximaltemperatur beträgt 175°C.
Beispiel 9
Wie in Beispiel 8 beschrieben, wird aus einem Gemisch von 87% NaC103, 3% CoO, 8% Si02 und 2% Ba02 eine Kerze gepresst, in Vermiculit verpackt und in einen Stahlkanister eingesetzt. Vor dem Anzünden der Kerze wird der Stählkanister während 3 h auf eine Temperatur von— 17°C
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abgekühlt und die Kerze unmittelbar danach ohne vorherige Aufwärmung angezündet. Die Dauer der Zersetzung bis zum Endpunkt beträgt 16,8 min mit einer durchschnittlichen Sauerstofferzeugung von 6,25 1/min. Die im Inneren des Kanisters erreichte Maximaltemperatur beträgt nach 1,5 s 177°C.
Beispiel 10
Wie in Beispiel 4 beschrieben, wird aus einem Gemisch von 97% NaClOj und je 1,5% CoO und Ba02 eine Kerze gepresst und angezündet. Die Dauer der Zersetzung bis zum Endpunkt beträgt 18 min mit einer Ausbeute an Sauerstoff von 41,7%.
Beispiel 11
Beispiel 10 wird mit einem Gemisch von 96,5% NaC103, 0,15% NaC104 und je 1,5% CoO und BaOz wiederholt. Die Dauer der Zersetzung bis zum Endpunkt beträgt 17,5 min mit einer Ausbeute an Sauerstoff von 41,6%.
Ohne sich auf eine bestimmte Theorie festlegen zu wollen, scheint der Zusatz von keramischen Fasern zum Gemisch innerhalb des geformten Gemischs Kanäle zu bilden, was zu einer kürzeren Dauer der Zersetzung führt. Für diesen Zweck können Asbest, Calciumoxid und wahrscheinlich andere Materialien verwendet werden. Bariumperoxid und 5 Siliciumdioxid scheinen als Verdünnungsmittel zu wirken und neigen dazu, die Erzeugung von Sauerstoff zu verlangsamen. Andere, gegenüber der Reaktion zur Erzeugung von Sauerstoff inerte Verdünnungsmittel können verwendet werden und ergeben ähnliche Resultate. Der Mengenanteil der-10 artiger Hilfsmittel im beschriebenen Gemisch kann variieren, soll jedoch offensichtlich nicht so hoch sein, dass die Zersetzungsreaktion oder das Ausmass der Erzeugung von Sauerstoff nachteilig beeinflusst werden. Der zu Erzielung der erwünschten Wirkung zweckmässige Mengenanteil kann 15 durch einfache Vorversuche leicht ermittelt werden.
Während in den Beispielen für das Pressen der Kerzen ein Druck von 98 MN/m2 zum Einsatz gelangte, kann jeder beliebige Druck oberhalb 42 MN/m2 angewendet werden. Ein Pressdruck im Bereich von 42-98 MN/m2 ist im allge-20 meinen befriedigend, wobei ein höherer Pressdruck zu den eher erwünschten dichteren Produkten führt.
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Claims (8)

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1. Brennstofffreies Gemisch, das nach dem Anzünden in einer sich selbst erhaltenden Reaktion ohne zusätzliche Zuführung von Wärme oder Brennstoff bei relativ niedriger Temperatur Sauerstoff erzeugt, dadurch gekennzeichnet,
dass das Gemisch als Sauerstoff erzeugende Komponente mindestens Alkalimetallchlorat und einen genügenden Mengenanteil Cobaltoxid in Form von CoO oder eines Gemischs davon mit Co304, um eine sich selbst erhaltende als kata-lytisch zu bezeichnende Zersetzung zu gewährleisten, enthält.
2 Gew.-% Co304 enthält.
2. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es ausserdem einen geringeren Mengenanteil mindestens einer der Verbindungen Ba02 und Si02 enthält.
2
PATENTANSPRÜCHE
3. Gemisch nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es aus 97 Gew.-% NaC103 und je 1,5 Gew.-% CoO und Ba02 besteht.
4. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es 0,5-5,0 Gew.-% CoO und gegebenenfalls bis zu
5. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es als Cobaltoxid nur CoO in einem Mengenanteil von 1,5 Gew.-% und ausserdem mindestens eine der Verbindungen Ba02 und Si02 in Mengenanteilen von bis zu 4 Gew.-% BaOz und bis zu 1 Gew.-% SiOa, sowie gegebenenfalls ein Alkalimetall-perchlorat in einem Mengenanteil von bis zu 1,0 Gew.-% enthält, und dass der restliche Bestandteil Na-triumchlorat ist.
6. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es 96,5 Gew.-% NaC103, 0,15 Gew.-% NaC104 und je 1,5 Ge\v.-% CoO und Ba02 enthält.
7. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es aus 89 Gew.-% NaC103, 4 Gew.-% CoO, 5 Gew.-% Ba02 und 2 Gew.-% Si02 besteht.
8. Verwendung eines Gemischs nach Anspruch 1 zur Herstellung von sauerstofferzeugenden Kerzen, dadurch gekennzeichnet, dass man das Gemisch durch Pressen zu Kerzen verformt, die an einem Ende ein Zündmaterial aufweisen.
Chemische Mittel, insbesondere Kerzen, zur Erzeugung von Sauerstoff, gebildet aus Chloraten oder Perchloraten von Alkalimetallen, sind wohlbekannt. In der US-PS 3 702 305 wird die Verwendung von Natrium- und Kaliumoxiden im Gemisch mit Alkalimetallchloraten zur Erhaltung einer ka-talytischen Zersetzung ohne zusätzliche Zufuhr von Wärme oder Brennstoff beschrieben. In der genannten Patentschrift sind kurz die US-PS 2 469 414, 2 558 756, 2 775 511, 3 207 695, 3 276 846 und 3 293 187 angeführt, die ebenfalls den genannten Stand der Technik erläutern. Alle diese Patente sind jedoch zur Erhaltung der Verbrennung von als Brennstoffe wirkende Substanzen, wie Fe, Mn, Mg, abhängig, womit unerwünschte Wärmeentwicklung, Verlust von Sauerstoff und Bildung unerwünschter Gase, wie Cl, CO, C02, die entfernt werden müssen, verbunden sind.
Der Einfluss von verschiedenen Katalysatoren auf die Zersetzung von Alkalimetallchloraten wird von Rudioff et al in «Journal of Physical Chemistry», Bd. 74, Nr. 18 (1970), S. 3317-3324, und von Wydeven in «Journal of Catalysis», Bd. 19 (1970), S. 162-171 beschrieben, wobei Cobaltoxide offenbart und thermogravimetrische Daten angeführt sind. Es finden sich jedoch weder Hinweise, dass die Reaktion ohne äussere Erhitzung selbsterhaltend wäre, so dass das Gemisch in einer Sauerstoff erzeugenden Kerze verwendbar wäre, noch wie das Gemisch in einer solchen Kerze eingesetzt werden könnte.
Während gemäss der vorstehend genannten US-PS 3 702 305 wohl Sauerstoff von hoher Reinheit erhalten wird,
entsteht jedoch auch eine Asche, die alkalisch ist und die bei Zusatz von Wasser unter beträchtlicher Hitzeentwicklung Natriumhydroxid ergibt, was in vielen Anwendungsbereichen unerwünscht ist. Ausserdem zeigt das in der genannten Patentschrift beschriebene Gemisch Affinität für Feuchtigkeit, was in der Herstellung, Lagerung und Handhabung der dort beschriebenen Kerzen zu beträchtlichen Schwierigkeiten führen kann, wenn nicht grosse Vorsichtsmassnahmen zum Einsatz gelangen.
CH273977A 1976-03-05 1977-03-04 Brennstofffreies, durch katalytische reaktion sauerstoff erzeugendes gemisch. CH630320A5 (de)

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