CH634764A5 - Bindemittelsystem fuer formstoff-mischungen zur herstellung von giessformen und kernen. - Google Patents

Bindemittelsystem fuer formstoff-mischungen zur herstellung von giessformen und kernen. Download PDF

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CH634764A5
CH634764A5 CH257278A CH257278A CH634764A5 CH 634764 A5 CH634764 A5 CH 634764A5 CH 257278 A CH257278 A CH 257278A CH 257278 A CH257278 A CH 257278A CH 634764 A5 CH634764 A5 CH 634764A5
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Description

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PATENTANSPRÜCHE
1. Bindemittelsystem für Formstoffmischungen zur Herstellung von Giessformen und Kernen, mit einem Polyiso-cyanat mit mindestens 2 NCO-Gruppen im Molekül und einem Polyol mit mindestens 2 OH-Gruppen im Molekül als Reaktionspartner zur Bildung eines Polyurethans, mit einem tertiären Amin oder einer metallorganischen Verbindung als Beschleuniger sowie einem Lösungsmittel, welches aus Estern besteht oder Ester enthält, dadurch gekennzeichnet, dass solche Ester zugegen sind, deren Säurekomponente entweder eine aliphatische Dicarbonsäure mit 6 bis 12 C-Ato-men oder eine Benzolpolycarbonsäure mit 3 oder mehr COOH-Gruppen ist und deren Alkoholkomponente ein aliphatischer, cycloaliphatischer, arylaliphatischer oder aromatischer Alkohol mit 6 bis 13 C-Atomen ist.
2. Bindemittelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ester im Gemisch mit hochsiedenden unpolaren Lösungsmitteln eingesetzt sind, wobei der Esteranteil von 10 Gew.-% an aufwärts beträgt und vorzugsweise im Bereich von 10 bis 60 Gew.-% liegt.
In der Giessereitechnik werden zur Herstellung von Giessformen und Kernen in nennenswertem Umfang Formstoff-Mischungen eingesetzt, bei denen ein körniger Formgrundstoff (meistens Sand) mit einem kalt aushärtbaren Bindemittelsystem auf Polyurethan-Basis vermischt ist. Ein solches Bindemittelsystem setzt sich zusammen aus Polyiso-cyanaten mit mindestens zwei NCO-Gruppen im Molekül und Polyolen mit mindestens zwei OH-Gruppen im Molekül als Reaktionspartnern sowie einem tertiären Amin (oder gegebenenfalls auch einer metallorganischen Verbindung) als Beschleuniger. Je nachdem, ob nach dem sogenannten «Kalthärteverfahren» oder nach dem sogenannten «Gashärteverfahren» gearbeitet wird, wird der Beschleuniger dabei entweder zusammen mit den übrigen Bestandteilen des Bin-demittelsystems unmittelbar vor der Verarbeitung der Formstoff-Mischung zugesetzt, oder aber er wird erst nach dem Einbringen der zunächst ohne den Beschleuniger hergestellten Formstoff-Mischung in ein Formwerkzeug zugegeben, indem die Mischung im Formwerkzeug (gegebenenfalls nach vorheriger Verdichtung) mit einem gasförmigen tertiären Amin begast wird.
Weiterhin gehört zu einem solchen Bindemittelsystem im allgemeinen aber auch noch ein Lösungsmittel, und zwar besonders dann, wenn einer oder beide der Reaktionspartner in einer höhermolekularen Form, z. B. als Präpolymer vorliegen. So sind beispielsweise Kondensationsharze aus Phenolen oder phenolartigen Verbindungen mit Aldehyden sehr gut geeignete Polyole, die aufgrund ihres höheren Molekulargewichts regelmässig ein Lösungsmittel benötigen.
Obgleich das Lösungsmittel nicht an der Urethanbildung (also der Reaktion zwischen den Polyisocyanaten und den Polyolen) teilnimmt, übt es doch einen Einfluss auf den Reaktionsablauf aus, was u.a. wohl damit zusammenhängt, dass die beiden Reaktionspartner mit den verschiedenen Lö-sungsmittel-Typen unterschiedlich verträglich sind. So sind im allgemeinen polare Lösungsmittel gut für Phenolharze und dergleichen Polyole geeignet und nur weniger gut mit Polyisocyanaten verträglich, während für unpolare Lösungsmittel das umgekehrte gilt. In der Praxis werden deshalb normalerweise Gemische von polaren und unpolaren Lösungsmitteln eingesetzt, die auf das jeweilige Bindemittelsystem abgestimmt sind. Die einzelnen Bestandteile dieses Ge-
mischs sollten dabei im übrigen keinen zu niedrigen Siedebereich haben, damit das Lösungsmittel nicht durch Verdunstung zu rasch unwirksam werden kann.
Als unpolare Lösungsmittel dienen bevorzugt hochsiedende aromatische Kohlenwasserstoffe (meistens in Form von Gemischen) mit einem Siedebereich oberhalb von etwa 150 °C (bei Normaldruck), und ais polare Lösungsmittel sind bisher aliphatische und zyklische Ketone, Fettsäureester, Acetale bzw. Ketale, Glycolester, Glycolätherester, Glycoldiäther und dergleichen Verbindungstypen, die auch mit ausreichend hohem Siedebereich zur Verfügung stehen, zum Einsatz gekommen.
Sämtliche dieser vorgenannten polaren Lösungsmittel haben jedoch - im Gegensatz zu den hochsiedenden Aroma-ten - den schwerwiegenden Nachteil, dass sie einen äusserst unangenehmen Geruch besitzen und damit zu einer erheblichen Arbeitsplatz-Belastung führen, die auch meist nicht durch Schutzmassnahmen wie Abzugshauben oder dergleichen abgefangen werden kann. In dem Zusammenhang ist daraufhinzuweisen, dass die Entwicklung bei den Harzen inzwischen zu Produkten mit sehr geringer Geruchsbelästigung (z.B. infolge eines Restgehaltes an freiem Formaldehyd) geführt hat, so dass derzeit tatsächlich nur die Lösungsmittel die Hauptursache der Arbeitsplatz-Belastung sind. Geruchlose Lösungsmittel mit im übrigen befriedigenden Eigenschaften sind daher dringend geboten.
Einen ersten Schritt in dieser Richtung bringt die OE-PS 342 794 durch den Vorschlag, als polare Lösungsmittel Phthalsäuredialkylester (vorzugsweise der o-Phthalsäure) zu verwenden, die bei Raumtemperatur flüssig sind und die einen Alkylrest von 1-12 und vorzugsweise von 3-6 C-Atomen besitzen. Solche Phthalsäureester sind tatsächlich weitgehend bis vollständig geruchsfrei. Sie haben auch noch den Vorteil, dass sie mit Polyisocyanaten verträglicher sind als z.B. Isophoron (ein häufig als Lösungsmittel eingesetztes zyklisches Keton) und deshalb zu Formkörpern mit etwas besseren Eigenschaften führen. Allerdings ist ihre Verträglichkeit mit Polyisocyanaten noch nicht optimal, und ausserdem haben sie den Nachteil, dass sie beim Giessvorgang leicht spalten können, was dann abgussseitig eine Sublimation mit starker Rauchentwicklung und entsprechend starkem Giess-geruch ergibt.
Mit der Erfindung soll nunmehr ein Bindemittelsystem für Formstoff-Mischungen zur Herstellung von Giessformen und Kernen ein geruchfreies polares Lösungsmittel angegeben werden, das den Nachteil der Phthalsäuredialkylester hinsichtlich der thermischen Beständigkeit beim Giessvorgang vermeidet und das ausserdem die Eigenschaften sowohl der Formstoff-Mischung als auch der daraus hergestellten Formkörper erheblich verbessert.
Dieses Ziel erreicht die Erfindung dadurch, dass das Lösungsmittel aus solchen Estern besteht oder solche Ester enthält, deren Säure-Komponente entweder eine aliphatische Dicarbonsäure mit 6-12 C-Atomen oder eine Benzolpolycarbonsäure mit 3 oder mehr COOH-Gruppen ist, und deren Alkohol-Komponente ein aliphatischer, cycloaliphatischer, arylaliphatischer oder aromatischer Alkohol mit 6-13 C-Atomen ist.
Typische Beispiele für die Säure-Komponente der erfin-dungsgemäss vorgesehenen Gruppe von Estern sind die Reste der aliphatischen Dicarbonsäuren Adipinsäure (6 C-Ato-me), Suberinsäure (8 C-Atome), Azelainsäure (9 C-Atome), Sebacinsäure (10 C-Atome) und Dekandicarbonsäure (12 C-Atome), sowie die Reste der Benzolpolycarbonsäuren Tri-mellitsäure (3 COOH-Gruppen am Benzolkern) und Pyro-mellitsäure (4 COOH-Gruppen am Benzolkern). Für die Alkohol-Komponente sind alle aliphatischen Alkohole mit 6-13 C-Atomen vorgesehen, also beispielsweise vom Hexyl-
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alkohol bis zum Tridecylalkohol, aber auch cycloaliphati-sche, arylaliphatische und aromatische Alkohole mit 6-13 C-Atomen wie Cyclohexylalkohol, Cyclooctylalkohol und Benzylalkohol, sowie gegebenenfalls auch Alkohole mit zusätzlichen Ätherbrücken wie Butoxyäthylalkohol. Sowohl für die Säure-Komponente als auch für die Alkohol-Komponente sind dabei alle Isomeren und Isomeren-Gemische, wie sie in Handelsprodukten üblicherweise vorkommen, mit eingeschlossen. Im übrigen brauchen die erfindungsgemäs-sen Lösungsmittel nicht nur aus einem aus der oben definierten Gruppe von Estern zu bestehen, sondern können ebenso auch Gemische aus verschiedenen dieser Ester sein.
Dementsprechend können die erfindungsgemässen Lösungsmittel aus einem oder mehreren der folgenden speziellen Ester, die sich als sehr gut geeignet erwiesen haben, ausgewählt sein: Bis-(2-äthylhexyl)-adipat (DOA), Di-n-nonyl-u. Di-isononyl-adipat, Di-n-octyl- und Di-isooctyl-adipat, Di-n-decyl- und Di-isodecyl-adipat (DIDA), Bis-[methyl-cyclohexylj-adipat, Bis-[methylcyclohexylmethyl]-adipat, Benzyl-octyl-adipat, Bis-[butoxyäthyl]-adipat, Di-n-hexyl-azelainat (DHAZ), Tetrakis-[2-äthylhexyl]-pyromellitat, Trisisooctyl-trimellitat, tris-octyl-trimellitat, Bis-2-äthyl-hexyl-sebacat, Di-n-octyl-sebacat, Di-n-hexyl-sebacat, sowie Estern aus Alkohol-Gemischen wie Tri-nC8-C10-Trimellitat (TTM) und Di-nC7-nC9-adipat). Ihr Siedebereich liegt durchweg oberhalb von 200 °C/20 Torr, und meistens erheblich oberhalb dieses Wertes. Sie gehören also sämtlich in die Klasse der sehr hoch siedenden Stoffe.
Die erfindungsgemässen Lösungsmittel sind geruchsfrei und nicht toxisch, sie erfüllen also die Forderungen nach einem Umweltschutz am Arbeitsplatz. Weiterhin sind sie thermisch sehr stabil, und sie verdunsten praktisch nicht. Vor allem aber verbessern sie die Eigenschaften der Formstoff-Mi-schung und der daraus hergestellten Formkörper in einem erheblichen Ausmass, der bei Formstoff-Mischungen für das Gashärteverfahren besonders markant zutage tritt.
Bevor die Vorteile der erfindungsgemässen Lösungsmittel im einzelnen erläutert werden, sei noch daraufhingewiesen, dass diese Vorteile angesichts der Tatsache, dass die bislang als Lösungsmittel bekannt gewordenen Ester im Prinzip analog strukturiert sind, in keiner Weise vorhersehbar waren. Allerdings haben bei den als Lösungsmittel bekannten aliphatischen Estern beide Komponenten oder mindestens eine Komponente eine relativ kurze Kettenlänge von weniger als 6 C-Atomen, und bei den bekannten Phtahl-säureestern sind nur zwei Estergruppen am Benzolkern angeordnet. Demgegenüber weisen die erfindungsgemässen Lösungsmittel, soweit sie Ester einer aliphatischen Dicarbonsäure sind, eine im gleichen Bereich liegende, relativ grosse Anzahl von C-Atomen für beide Komponenten auf, und im Falle der Benzolpolycarbonsäuren besitzen sie drei oder sogar noch mehr Estergruppen am Benzolkern. Dieser Unterschied hat sich nun für den Erfolg der Erfindung als entscheidend erwiesen. Die erfindungsgemäss enthaltenen Ester besitzen nämlich - trotz der durchweg höheren Anzahl von Estergruppen im Molekül - einen stark hydrophoben, unpolaren Molekülaufbau, bei dem die polare Wirkung der Estergruppen weitgehend durch die aussenliegenden hydrophoben Reste abgeschirmt ist. Völlig überraschend ist dabei, dass sie dadurch gewissermassen eine Zwitterstellung bekommen, indem sie dem Harz gegenüber wie ein gutes polares Lösungsmittel wirken und ein gutes Lösungsvermögen zeigen, sich im übrigen aber wie ein unpolares Lösungsmittel verhalten, also hydrophobierend wirken und auch ausgezeichnet mit Polyisocyanaten verträglich sind.
Andere Ester mit langkettigen Komponenten, die aber nicht in den Bereich der Erfindung fallen, wie beispielsweise Butylstearat, erbringen die positiven Wirkungen der erfin-
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dungsgemässen Lösungsmittel nicht. Dementsprechend ist der Bereich der erfindungsgemässen Lösungsmittel nach unten hin dadurch begrenzt, dass sich bei weniger als 6 C-Ato-men für nur eine der beiden Ester-Komponenten (Säure oder Alkohol) kein Erfolg mehr einstellt. Nach oben hin ergibt sich die Grenze dadurch, dass Ester mit mehr als 12 bzw. 13 C-Atomen für die beiden Komponenten bereits wachsartig fest werden.
Die gute thermische Stabilität der erfindungsgemässen Lösungsmittel in Verbindung mit ihrem hohen Siedebereich verzögert den Zerfallzeitpunkt beim Giessvorgang und erhöht damit die thermische Belastbarkeit der Formkörper. Dadurch werden nicht nur Belästigungen durch unangenehme Spaltprodukte vermieden, sondern es ergibt sich auch eine Verbesserung der Gussoberfläche, und zwar insbesondere bei Grauguss. Ausserdem verdunsten die erfindungsgemässen Lösungsmittel nicht, so dass sie auch beim Lagern von Kernen oder dergleichen Formteilen, die nach dem Gashärteverfahren gehärtet werden, erhalten bleiben und dadurch zur Energieaufnahme beim Abguss geeignet sind.
Weiterhin sind die Festigkeiten der Formkörper, die unter Verwendung der erfindungsgemässen Lösungsmittel hergestellt worden sind, generell ganz ausgezeichnet und jedenfalls den mit den bisher bekannten Lösungsmitteln erzielbaren Werten überlegen. In dem Zusammenhang ist aber auch besonders noch auf zwei andere Faktoren hinzuweisen, die beim Gashärteverfahren eine wichtige Rolle spielen, nämlich die Sandlebenszeit und die Lagerfahigkeit der ausgehärteten Kerne. Die Sandlebenszeit ist die Zeitdauer, innerhalb der eine vorbereitete, aber noch nicht mit dem Beschleuniger versetzte Formstoff-Mischung gelagert werden kann und brauchbar bleibt. Bei Verwendung der erfindungsgemässen Lösungsmittel lassen sich Sandlebenszeiten von 5 und mehr Stunden erzielen, wobei sich Formkörper ergeben, deren Festigkeiten zwar niedriger liegen als bei sofortiger Verarbeitung, aber für den Abguss durchaus noch voll ausreichend sind. Derartig hohe Sandlebenszeiten sind mit den bisher bekannten Lösungsmitteln nicht möglich gewesen. Entsprechend gut sind auch die ausgehärteten Formkörper lagerfähig. Während bei Verwendung der bisher bekannten Lösungsmittel die Festigkeitswerte im Verlaufe der Lagerung, insbesondere auch bei hohem Luftfeuchtigkeitsgehalt, nach Überschreiten eines Maximums wieder abfallen, zeigen Formkörper, die mit einem erfindungsgemässen Lösungsmittel hergestellt sind, diese Erscheinung nicht.
Diese Überlegenheit, die die erfindungsgemässen Lösungsmittel gegenüber den bisher bekannten Lösungsmitteln hinsichtlich der Festigkeit und Lagerfähigkeit der ausgehärteten Formkörper sowie der Sandlebenszeit aufweisen, ist offensichtlich eine Folge der stark hydrophoben Natur der erfindungsgemässen Lösungsmittel. Die bisher bekannten Lösungsmittel (einschliesslich auch der Phthalsäureester) sind nicht hydrophob genug, so dass es generell notwendig ist, die Formstoff-Mischung zur zusätzlichen Hydrophobierung noch mit speziellen Silanen zu versetzen. Die erfindungsgemässen Lösungsmittel benötigen eine solche Silanisierung nicht unbedingt. Sie führen auch ohne Silan-Zusatz bereits zu Ergebnissen, die mit den bisher bekannten Lösungsmitteln nur durch Silanisierung erreichbar sind. Wenn auch bei den erfindungsgemässen Lösungsmitteln noch eine zusätzliche Silanisierung erfolgt, werden die Ergebnisse dann entsprechend noch besser.
Weiterhin hat sich gezeigt, dass durch die erfindungsgemässen Lösungsmittel auch die Klebneigung bei der Kernherstellung drastisch verringert oder sogar völlig aufgehoben wird. Dadurch wird eine reibungslose Fertigung mit geringsten Ausschussquoten unter Fortfall von zeitraubenden Kernausbesserungsarbeiten möglich. Auch das ist ein deutli-
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cher Vorteil gegenüber den bisher bekannten Lösungsmitteln einschliesslich den Phthalsäureestern.
Schliesslich hat sich auch noch die überraschende Tatsache herausgestellt, dass Formstoff-Mischungen für das Gashärteverfahren, die unter Verwendung der erfindungsgemässen Lösungsmittel hergestellt sind, eine erheblich geringere Menge an gasförmigem tertiären Amin zur Begasung benötigen. Dieser verringerte Aminverbrauch, der je nach speziellem Harz und speziellem Lösungsmittel bis zu 50% betragen kann, ist ein weiterer wichtiger Vorteil.
Die erfindungsgemässen Lösungsmittel können für sich allein verwendet werden, kommen aber vorzugsweise im Gemisch mit üblichen unpolaren Lösungsmitteln, insbesondere den hochsiedenden Aromaten zum Einsatz. Bezogen auf ein solches Lösungsmittelgemisch kann der Anteil an erfindungsgemässen Lösungsmitteln dabei von 10% an aufwärts betragen, er liegt vorzugsweise im Bereich von 10-60% und wird auf das jeweilige Harz abgestimmt. Die fertige Harzlösung kann in allen Fällen einen im üblichen Bereich liegenden Feststoffgehalt von etwa 40-60% besitzen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einiger Ausführungsbeispiele erläutert und mit entsprechenden Vergleichsbeispielen verglichen. In allen Fällen wurde dabei wie folgt vorgegangen:
Es wurden für das Gashärteverfahren Formstoff-Mischungen in Chargen von 30 kg hergestellt, die sich jeweils aus
100 Gewichtsteilen Quarzsand H 32,
1 Gewichtsteil Harzlösung,
1 Gewichtsteil 85%ige Polyisocyanatlösung in hoch siedenden Aromaten (Siedebereich 150-250°C)
zusammensetzten. Variiert wurde nur die Harzlösung einmal in Hinsicht auf das Lösungsmittel und zum anderen auch in Hinsicht auf die Harztype selbst. Zum Einsatz kamen dabei hinsichtlich der Lösungsmittel mehrere in den erfindungsge-5 mässen Bereich fallende Ester sowie zwei bekannte Lösungsmittel und hinsichtlich des Harzes zwei etwas unterschiedliche Kondensationsharze aus Basis Phenol-Formaldehyd, von denen das eine (Harz A) etwas langsamer reagierte und das andere (Harz B) etwas reaktiver war. In allen Fällen be-lo trug die relative Luftfeuchtigkeit 70-80% und die Mischungstemperatur 24 ± 1 °C.
Die solcherart hergestellten Formstoff-Mischungen wurden in der üblichen Weise zu Formkörpern verschossen und ls durch Begasung mit Triäthylamin (Begasungszeit 1 sec) gehärtet. Anschliessend wurden sie 10 sec lang mit Luft gespült.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Biegefestigkeiten 2o der so hergestellten Formkörper zusammengefasst, und zwar für die beiden unterschiedlichen Harztypen A und B und für eine Reihe verschiedener bekannter bzw. erfindungsgemäs-ser Lösungsmittel in Abhängigkeit von der Lagerzeit der ausgehärteten Formkörper. Dabei wurden die gleichen Un-2s tersuchungsreihen einmal mit einer sofort verarbeiteten Formstoff-Mischung im Vergleich zu einer zuvor 1 Stunde lang gelagerten Formstoff-Mischimg durchgeführt sowie zum anderen mit einem silanisierten Harz im Vergleich zu einem nicht silanisierten Harz. In allen Fällen ist dabei die 30 Überlegenheit der erfindungsgemässen Lösungsmittel deutlich erkennbar.
Tabelle Biegefestigkeiten in N/cm2
Harzlösung I: Gew. 55% Harz A (nicht silanisiert)
Gew. 15% polares Lösungsmittel Gew. 30% hochsiedende Aromaten polares Mischung Mischung
Lösungsmittel sofort verarbeitet 60 min gelagert mit 15%
sof.
45'
24 h
48 h
7 Tg.
sof.
45'
24 h
48 h
7 Tg.
Iso
196
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226
186
147
177
363
245
177
137
DOP
265
451
422
412
334
245
383
383
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TTM
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DOA
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491
DIDA
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265
461
491
491
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DHAZ
284
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530
530
255
461
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Harzlösung II: Gew. 55% Harz B (nicht silanisiert) Gew. 10% polares Lösungsmittel Gew. 35% hochsiedende Aromaten polares Mischung Mischung
Lösungsmittel sofort verarbeitet 60 min gelagert mit 10%
sof.
45'
24 h
48 h
7 Tg.
sof.
45'
24 h
48 h
7 Tg.
Iso
314
451
441
422
304
275
412
373
353
275
DOP
216
481
520
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206
422
432
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451
TTM
314
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DOA
314
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608
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DIDA
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DHAZ
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657
235
510
579
598
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Harzlösung III: Gew. 55% Harz A (mit 0,3% Silanzusatz) Gew. 15% polares Lösungsmittel Gew. 30% hochsiedende Aromaten polares Mischung Mischung
Lösungsmittel sofort verarbeitet 60 min gelagert mit 15%
sof.
45'
24 h
48 h
7 Tg.
sof.
45'
24 h
48 h
7 Tg.
Iso
206
412
392
363
314
216
402
373
353
324
DOP
265
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275
491
549
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549
DOA
294
549
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647
706
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DHAZ
265
530
634
697
736
255
510
589
634
677
Erläuterungen der Abkürzungen:
Iso: Isophoron
DOP: Di-(2-äthylhexyl)-phthalat
TTM: Tri-nC8-C10-Trimellitat
DOA: Di-(2-äthylhexyl)-adipat
DIDA: Di-isodecyladipat
DHAZ: Di-hexylazelainat
S
CH257278A 1977-12-31 1978-03-09 Bindemittelsystem fuer formstoff-mischungen zur herstellung von giessformen und kernen. CH634764A5 (de)

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