CH635366A5 - Verfahren zur herstellung eines lipasereichen enzympraeparates. - Google Patents

Verfahren zur herstellung eines lipasereichen enzympraeparates. Download PDF

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CH635366A5 CH564477A CH564477A CH635366A5 CH 635366 A5 CH635366 A5 CH 635366A5 CH 564477 A CH564477 A CH 564477A CH 564477 A CH564477 A CH 564477A CH 635366 A5 CH635366 A5 CH 635366A5
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Description

Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele noch näher erläutert.
40
45
Beispiel 1
150 kg tiefgefrorenes Pankreas werden im Schneidmischer auf Reiskorn- bis Linsengrösse zerkleinert und in einen Doppelmantelbehälter mit Rührwerk gegeben. Der Mantel des Behälters wird von Kühlwasser von 15 ° C durchflössen.
Man versetzt den Feststoff mit 1501 Trichloräthylen, das bis zu 0,6 Gew.-% Aceton enthalten darf und 251 Butanol (1) und vermischt Feststoff und Lösungsmittel mit Hilfe des Rührwerkes. Nach etwa 1 h ist der Feststoff aufgetaut. Man deckt den Behälter ab und lässt das Rührwerk 15 h laufen. Danach stellt man das Rührwerk ab, der Feststoff schwimmt auf und die darunter stehende gelbe, fetthaltige Lösung wird abgelassen. Man ersetzt das den Behälter durchströmende Kühlwasser durch Warmwaser von 30-32 0 C, versetzt den Feststoff erneut mit 1651 Entfettungsgemisch und rührt die Mischung 1 h. Die Mischung erreicht während dieser Zeit eine Endtemperatur von 28-30 ° C. Man stellt den Rührmotor ab und lässt Emulsion und Feststoff aufschwimmen. Zunächst zieht man einen Teil der Lösungsmittel als klare gelbliche Lösung ab, die zur Lösungsmittelrückgewinnung gegeben wird. Die daran anschliessend ablaufende braune Emulsion wird aufgefangen. Der gegen Ablaufende austretende Dickschlamm wird auf einer Siebschneckenpresse über einem Siebkasten ausgepresst. Der Pressenablauf wird der Emulsion zugesetzt.
Man gibt die Emulsion zurück in den Rührbehälter, überschichtet sie mit 1 bis 1,51 Aceton/kg Pankreas, wobei das Aceton mit bis zu 3 Gew.-% Trichloräthylen, aber mit weniger als 1 % Wasser verunreinigt sein darf, und vermischt beide Phasen durch Anstellen des Rührwerkes. Nach 15 min wird das Rührwerk abgestellt.Das Produkt sinkt als Feststoff auf den Boden des Rührbehälters. Man saugt die überstehende Lösung ab, suspendiert den Feststoff zum Waschen in 0,3-0,51 Aceton/kg Pankreas, rührt 5 min, lässt erneut absitzen und saugt die Lösung ab. Der Waschvorgang wird insgesamt 4-5 mal durchgeführt, wobei bei Verwendung einer Zentrifuge zum Abtrennen des Pankreatins auf den Absitzvorgang in der letzten Wäsche verzichtet werden kann. Man kann auch den Feststoffbrei in einen Siebkorb ablassen, wobei naturgemäss die Acetonverluste grösser werden. Das Feuchtgut wird anschliessend im Vakuumtrok-kenschrank bei 45-50 0 C Heiztemperatur und 30 Torr oder im Wirbelschichttrockner bei 50 0 C Lufteintritts- und 40° C Luftaustrittstemperatur getrocknet. Man kann das Material durch Absieben in diverse Kornklassen zerlegen. Feinstkorn kann in einer Sprühgranulation agglomeriert, Grobkorn durch Schroten zerkleinert werden. Die Ergebnisse der Versuche bei Verwendung von Drüsen gleicher Provenienz zeigt nachfolgende Tabelle.
Tabelle 1
Vergleich von Ausbeute und Lipaseaktivität von Pankreatin, das nach dem Stand der Technik und dieser Anmeldung hergestellt wurde
Drüsenherkunft
Ausbeute Lipaseaktivität (FIP-E./g) *
Herstellverfahren
A
7,3
96 200
Stand der Technik
A
10,1
100 000
diese Anmeldung
B
6,3
71 000
Stand der Technik
B
7,4
86 000
diese Anmeldung
C
7,8
106 000
Stand der Technik
C
10,1
119 000
diese Anmeldung
C
9,2
120 000
diese Anmeldung
* FIP-E./g = Fédération Internationale des Pharmacie Einheiten je Gramm (Substrat).
635 366 4
Tabelle 2
Vergleich des Schüttgewichtes und der Korngrössenverteilung von Pankreatin aus Drüsen gleicher Provenienz bei Anwendung verschiedener Verfahren der Acetonzugabe bei der
Fällung
Ausbeute
Schütt
Lipaseaktivität
Art der
Korngrössenverteilung
gewicht
Acetonzugabe bei der Fällung
(Seite 6)
(%)
(g/D
(FIP-E./ g)
0,315 (%)
0,315-0,800 (%)
0,800 (%)
9,4
360
84 000
langsam unter
10,1
417
93 000
Rühren
98,1
1,2
0,7
11,5
440
76 000'
97,5
2,1
0,4
9,8
463
93 000
13,7
460
76 500
Verfahren
46,4
52,6
1,0
12,9
514
81 500
mit Über
9,1
521
83 000
schichten
_
_
_
14,6
482
79 200
8,0
42,9
49,1
Beispiel 2
150 kg tiefgefrorenes Pankreas werden im Schneidmischer wie in Beispiel 1 zerkleinert und in einen Doppelmantelbehälter mit Rührwerk gegeben. Der Mantel des Behälters wird von Kühlwasser von 15 ° C durchflössen. Der Feststoff wird mit 1501 Methylenchlorid und 151 Butanol ( 1 ) versetzt und unter Rühren 15 h entfettet. Man gibt zur Mischung weitere 1001 Methylenchlorid, rührt gut durch und stellt das Rührwerk ab. Die klare Unterphase wird abgelassen. Man gibt erneut 1501 Methylenchlorid und 151 Butanol (1) hinzu, erwärmt die Mischung auf 30 °C (1 h) und trennt die klare Lösungsschicht und die Faserschicht ab.
Nach Auspressen der Faser erhält man 1401 Emulsion, die auf 15 ° C abgekühlt und mit 1401 Aceton überschichtet wird. Man vermischt Emulsion und Aceton, dekantiert vom abgesetzten Pankreatin und erhält entsprechend Beispiel 1 eine Ausbeute an Enzymkonzentrat von 9,3%, bezogen auf eingesetztes Pankreas.
Lipaseaktivität des Enzymkonzentrats: 86 500 FIP-E./g. Beispiel 3
150 kg tiefgefrorenes Pankreas werden nach Beispiel 1 zerkleinert und in einen auf 15 °C abgekühlten Rührbehälter gegeben. Dazu werden 1501 Tetrachlorkohlenstoff und 151 n-Amylalkohol gegeben und das Pankreas bei 15 °C (15 h) entfettet. Man setzt 751 CCk und 1001 Aceton zu, stellt das Rührwerk ab und trennt die fetthaltige Unterphase ab. Dann wärmt man die Mischung auf 29 ° C auf, setzt erneut 151 Amylalkohol und 1501 CCk hinzu, rührt 1 h und trennt wie in Beispiel 11001 Emulsion ab. Man überschichtet die Emulsion mit 1001 Aceton und fällt das Enzymkonzentrat aus. Nach Waschen und Trocknen werden 10,1% Enzymkonzentrat mit 91 000 FIP-E./g Lipaseaktivität erhalten.
25
Beispiel 4
150 kg tiefgefrorenes Pankreas werden wie in Beispiel 1 zerkleinert und in einen auf 15 0 C gekühlten Rührbehälter gegeben. Man setzt 151 Butanol-(l) und 15011,1,1-Trichloräthan 30 hinzu und führt bei 15 °C (15 h) die Entfettung unter Rühren durch. Dann gibt man 751 Aceton hinzu und trennt die fetthaltige Lösung ab. Man setzt erneut 15011,1,1-Trichloäthan hinzu, erwärmt auf 25 ° C und trennt nach 1 h 1001 Emulsion ab. Man überschichtet die Emulsion mit 1001 Aceton und fällt das 35 Enzymkonzentrat aus. Nach Waschen und Trocknen werden 9,8% Ausbeute eines Produktes mit 88 500 FIP-E./g Lipaseaktivität erhalten.
Beispiel 5-13
40 150 kg tiefgefrorenes Pankreas werden entsprechend Beispiel 1 -5 zerkleinert und entfettet. Art und verwendete Menge an Entfettungslösung gibt Tabelle 3 an. Ebenso ist ein eventueller Acetonzusatz Vi nach der 1. Entfettung vor der ersten Trennung zwischen Faserstoff und klarer Fettlösung in Tabelle 3 verzeich-45 net.
Zum Rückstand werden jeweils 501 Halogenkohlenwasserstoff und 151 Alkohol gegeben, die Mischung 1 h bei t ° C gehalten und V21 Emulsion entsprechend Beispiel 1 gewonnen. Die Emulsion wird auf 15 ° C abgekühlt, mit V31 Aceton überschich-50 tet und vermischt. Nach Waschen mit Aceton - entsprechend Beispiel 1 - und Trocknen werden A % Ausbeute an Enzymkonzentrat mit einem Lipasegehalt von B FIP-E./g erhalten. Alle Zahlenangaben enthält Tabelle 3.
635 366
Tabelle 3
Einsatz verschiedener Entfettungsgemische zur Gewinnung von Pankreatin hoher Lipaseaktivität
Bei
Entfettungsgemisch
Acetonzusatz Temperatur
Emul
Menge an Pankrea-
Lipase spiel
am Ende der bei Nach-
sions-
Fällungs-
tin aktivität
Nr.
1. Entfettung entfettung
Menge aceton
Ausbeute
und Autolyse
Vi ti
V2
V3
A
B
(1)
(°C)
(1)
(1)
(%)
FIP-E./g
5
1501CC14 151 Butanol (1)
0
31
185
305
10,2
90 000
6
1501 Trichloräthylen 151n-Hexanol
100
30
165
185
9,7
86 000
7
1501 Trichloräthylen 151 Butanol (1)
0
28
145
160
9,9
88 000
8
1501 Trichloräthylen
90
30
150
150
10,5
87 500
151 n Amylalkohol
9
1501 Trichloräthylen 301 n-Butanol
0
28
150
150
10,8
90 500
10
1501 Chloroform 151 n-Butanol
80
29
150
180
9,9
86 500
11
1501 Trichloräthylen 7,51 n-Butanol
60
28
145
155
10,7
91 000
12
1501 Trichloräthan 15 ln-Hexanol
100
29
110
120
10,3
87 000
13
1501 Tetrachloräthylen 151 n-Butanol
0
30
120
130
10,1
89 000
Beispiel 14
100 kg tiefgefrorenes Pankreas werden auf Linsengrösse zerkleinert, mit 751 Toluol und 251 n-Butanol versetzt und 4 h unter Rühren in einem von Wasser mit 15 0 C umspülten Rührbehälter entfettet. Die entstehende Suspension wird einem Zentrifugal-dekanter zugeführt und der Feststoff abgeschieden.
Das Dekantat ist eine weisse Milch, die mit Aceton gefällt wird. Der Niederschlag wird gewaschen und getrocknet. Ausbeute an Enzymkonzentrat: 10,0% bezogen auf Pankreas Lipaseaktivität: 81 000 FIP-E/g Restfettgehalt: 0,052%
Schüttgewicht: 530 g/1
Beispiel 15
100 kg tiefgefrorenes Pankreas werden auf Linsengrösse zerkleinert, mit 751 Toluol oder Hexan, 151 Aceton und 201 n-Butanol versetzt und 4 h unter Rühren bei Erwärmen auf 15 0 C 35 entfettet. Das Gemisch wird mit Hilfe eines Zentrifugaldekan-ters von Feststoffen befreit. Das milchige Dekantat wird mit Aceton gefällt. Der Niederschlag wird gewaschen und getrocknet.
Ausbeute an Enzymkonzentrat : 11,8% bezogen auf Pankreas ; 4o Lipaseaktivität: 77 000 FIP-E/g Restfettgehalt: 0,022%
Schüttgewicht: 490 g/1.

Claims (6)

  1. 635 366
    PATENTANSPRÜCHE
    1. Verfahren zur Herstellung von lipasereichen Enzympräparaten aus Pankreasgewebe durch Autolysieren und Entfetten des zerkleinerten Gewebes mittels eines Lösungsmittelgemisches aus Halogenkohlenwasserstoff und Alkohol sowie Ausfällung des Enzyms aus wässriger Phase durch Zugabe von Aceton und Trocknen der Fällung, dadurch gekennzeichnet, dass man das zerkleinerte Pankreasgewebe in einem organischen Lösungsmittelgemisch aus 80-95 Vol.-% Halogenkohlenwasserstoff, dessen Kochpunkt bei Normaldruck zwischen 47 und 130 °C liegt und dessen Dichte über 1,3 beträgt sowie 5-20 Vol.-% eines mit Wasser nicht mischbaren Alkohols mit 4-6 C-Atomen versetzt und bei 15-20 ° C12 bis 40 Stunden lang einwirken lässt, die entstandene mittlere gewebewasserhaltige Emulsionsphase von der oberen und unteren Phase abtrennt und aus ihr das Trockenenzympräparat gewinnt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man nach 12 bis 15 Stunden langer Einwirkung des Lösungsmittelgemisches die untere fetthaltige Lösungsmittelphase abzieht und erneut frisches Lösungsmittelgemisch hinzufügt, dann etwa 1 Stunde bei 25-35 °C gerührt wird, worauf man absitzen lässt und die mittlere Emulsionsphase aufarbeitet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die Emulsionsphase mit dem Aceton überschichtet und dann so rasch vermischt, dass ein grobkörniges Enzymkonzentrat ausfällt.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung von lipasereichen Enzympräparaten aus Pankreasgewebe durch Autolysieren und Entfetten des zerkleinerten Gewebes mittels eines Lösungsmittelgemisches aus einem aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoff und Alkoholen oder Alkoholen/Aceton sowie Ausfällung des Enzyms aus wässriger Phase durch Zugabe von Aceton und Trocknen der Fällung, dadurch gekennzeichnet, dass man das zerkleinerte Pankreasgewebe in einem organischen Lösungsmittelgemisch aus einem aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoff mit Alkoholen oder mit Alkoholen und Aceton versetzt und bei 15 bis 20 ° C 4 Stunden lang einwirken lässt, die entstandene mittlere gewebewasserhaltige Emulsionsphase von der oberen und unteren Phase abtrennt und aus ihr das Trockenenzympräparat gewinnt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man die Entfettung und Autolyse bei 15 °C vornimmt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass man die Emulsionsphase mit dem Aceton überschichtet und dann so rasch vermischt, dass ein grobkörniges Enzymkonzentrat ausfällt.
    Zur Behandlung der Insuffizienz der Verdauungssäfte im Magen- und Darmtrakt sowie bei Verdauungsstörungen werden Fermentpräparate mit hoher Aktivität an Verdauungsenzymen, insbesondere Lipaseaktivität, benötigt. Als Ausgangsmaterial dient hierbei frisches oder tiefgefrorenes Gewebe der Pankreasdrüsen, insbesondere von Schweinepankreas. Um die Belastung des Organismus mit unwirksamen Bestandteilen in den Präparaten möglichst gering zu halten, soll die Fermentaktivität der für die Herstellung der Arzneimittel erforderlichen Produkte möglichst hoch sein. In der deutschen Patentschrift 24 08 379 ist ein Verfahren zur Herstellung eines lipasereichen Enzympräparats beschrieben, bei dem das zerkleinerte Pankreasgewebe zunächst mit einer Mischung aus 9 Volumenteilen Chloroform und 1 Volumenteil Butanol teilweise entfettet wird, worauf durch Stehenlassen des partiell entfetteten Gewebematerials bei 0 bis 4 ° C über 24 bis 26 Stunden autolysiert wird, dann durch Behandlung mit Aceton weiter entfettet wird, worauf die Enzymaktivität mit 5%iger wässriger Äthanollösung extrahiert und aus dem Extrakt durch Versetzen mit Aceton eine Fällung erhalten wird, die nach dem Trocknen ein Präparat mit hoher Lipaseaktivität darstellt. Nach einem älteren Vorschlag, wie er in der DE-Patentanmeldung P 25 05 887.1 niedergelegt wurde, kann man den durch Extraktion mit der wässrigen Äthanollösung erhaltenen Wirkstoffextrakt auch durch Lyophilisieren unmittelbar in ein trockenes Enzympräparat überführen. Wenn auch diese Produkte hinsichtlich ihrer Aktivität besser als die vorbekannten Lipasepräparate sind, so muss doch immer danach getrachtet werden, sowohl das Herstellungsverfahren zu vereinfachen, als auch die Enzymausbeute aus dem Drüsenmaterial und insbesondere die Aktivität der erhaltenen Produkte weiter zu steigern.
    Überraschenderweise wurde nun festgestellt, dass die notwendige Hauptentfettung des zerkleinerten Pankreasgewebes und die Massnahme der Autolyse in eine Stufe zusammengelegt werden kann, wobei die Dauer der Autolyse sich auch wesentlich verkürzen lässt. Erfindungsgemäss wird zu dem zerkleinerten Pankreasgewebe ein organisches Lösungsmittelgemisch aus 80 bis 95 Vol.-% Halogenkohlenwasserstoff, dessen Kochpunkt bei Normaldruck zwischen 47 und 130 °C liegt und dessen Dichte über 1,3 beträgt, sowie 5 bis 20 Vol.-% eines mit Wasser nicht mischbaren Alkohols mit 4 bis 6 C-Atomen unter Rühren in einer solchen Menge hinzugefügt, bis eine bewegliche Suspension entstanden ist. Die so erhaltene Gewebesuspension wird nun beil5bis20°C12bis40 Stunden, vorzugsweise 14 bis 16 Stunden lang stehengelasen, wobei die Suspension gegeben-falls einige Male aufgerührt werden kann. Bei dieser Autolyse geben die Drüsenzellen ihren wässrigen Zellinhalt frei, der mit dem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittelgemisch dann eine Emulsion bildet. Beim ruhigen Stehenlassen bilden sich drei Schichten, worauf die mittlere Phase, die aus der Emulsion der eiweisshaltigen Gewebeflüssigkeit der Pankreasdrüsen und dem Lösungsmittelgemisch besteht, von der unteren und oberen Phase in üblicher Weise abgetrennt wird. Die obere Phase besteht hierbei im wesentlichen aus den entfetteten Gewebefasern, während die untere Phase im wesentlichen aus dem fetthaltigen Lösungsmittel besteht. Durch Auspressen der isolierten oberen Faserschicht oder durch Zentrifugieren lässt sich auch noch die Ausbeute an emulgierter Gewebeflüssigkeit bis zu 10% erhöhen. Die vereinigten Emulsionen werden im allgemeinen durch Zugabe von Aceton gebrochen, wobei ein lipaserei-cher Niederschlag ausfällt. Nach dem Fällen lässt man das Enzymkonzentrat absitzen, dekantiert die Lösung ab und wäscht das Endproduckt mehrfach durch Aufrühren in Aceton. Das Produkt kann mit Hilfe einer Siebeinrichtung oder einer Zentrifuge abgetrennt, anschliessend noch im Vakuum getrocknet und von Lösungsmittelresten befreit werden. Die Korngrös-senverteilung der Fällung und damit das Schüttgewicht des Enzympräparates lässt sich durch die Geschwindigkeit des Vermischens von Emulsion mit dem Aceton innerhalb gewisser Grenzen überraschenderweise beeinflussen. Zur Erzielung eines grobkörnigen Materials überschichtet man zunächst die Emulsion mit der zur Fällung notwendigen Acetonmenge und verrührt anschliessend beide Schichten rasch miteinander. Ein sehr feinteiliges Korn lässt sich dagegen dadurch erzielen, dass man Aceton langsam unter Rühren zusetzt.
    Als halogenierter Kohlenwasserstoff eignen sich u.a. das Trichlortrifluoräthan, das bei ca. 47 °C siedet, sowie die Chlorkohlenwasserstoffe mit Siedpunkt bis 121 °C bzw. Gemische von Halogenkohlenwasserstoffen.
    Im erfindungsgemäss zu verwendenden organischen Lösungsmittelgemisch hat sich besonders das Trichloräthylen als vorteilhaft erwiesen, weil die Verwendung dieses Chlorkohlenwasserstoffs nicht nur zu einer besonders hohen Aktivität des erhaltenen Präparats führt, sondern weil darüber hinaus das nach Durchführung des Verfahrens erhaltene Flüssigkeitsgemisch aus Halogenkohlenwasserstoff, Alkohol, Aceton und
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    10
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    635 366
    Wasser sich wieder leicht durch Destillation auftrennen lässt. Die Rückgewinnung eingesetzter Lösungsmittel stellt gerade bei einem grosstechnischen Verfahren eine wichtige wirtschaftliche Komponente dar. Insbesondere durch Aceotropbildung können manche Lösungsmittelgemische bekanntlich beim Destillieren 5 nur schwer aufgetrennt und in reiner Substanz wiedergewonnen werden.
    Die Verwendung eines Chlorkohlenwasserstoffs mit einer Dichte über 1,3 ist deshalb von Bedeutung, weil dadurch die Trennung der Suspension in die drei gewünschten Phasen bei io der Durchführung des Präparates erleichtert bzw. ermöglicht wird. Die Anwesenheit einer geringen Menge Aceton in dem organischen Lösungsmittelgemisch hat sich für die Ausbildung der drei Schichten als vorteilhaft erwiesen.
    Als im wesentlichen nicht mit Wasser mischbarer Alkohol is eignet sich insbesondere das Normalbutanol, jedoch sind auch Amylalkohol und Hexylalkohol geeignet. Diese Alkohole unterstützen die Freilegung der beim erfindungsgemässen Verfahren in der mittleren Phase anfallenden Enzymaktivität.
    Die Autolyse unter entfettenden Bedingungen und die Frei- 20 legung der Enzymaktivität aus dem Zellgewebe kann durch eine leichte Erwärmung gefördert werden. Daher wird bei einer bevorzugten Durchführungsform des Verfahrens die Autolyse zweistufig durchgeführt. Hierbei wird das zerkleinerte Pankreasgewebe zunächst mit dem Lösungsmittelgemisch in einer 25 Menge von 1-21/kg Drüsenmaterial versetzt und bei ca. 15 °C 14 bis 16 Stunden lang behandelt. Dann trennt man das sich absetzende fetthaltige Lösungsmittel, d.h. die untere Schicht, möglichst weitgehend ab und versetzt den Rückstand erneut mit 1-21 Lösungsmittelmischung je kg Gewebematerial, worauf die 30 Temperatur auf 25-35 °C, vorzugsweise 25-30° C, erhöht wird. Nach ca. 1 Stunde langem Rühren, bei dem eine kräftige Nach-autolyse erfolgt, wird wie beschrieben aufgearbeitet, d.h. es wird stehengelassen und die mittlere Emulsionsschicht aufgearbeitet.
    Das erfindungsgemässe Verfahren führt nicht nur zu einer 35 wesentlichen Vereinfachung des Herstellungsverfahrens, sondern auch zu Präparaten mit gesteigerter Enzymaktivität. Die Kombination von Entfettung und Autolyse mit dem organischen Lösungsmittelgemisch lässt die Enzymaktivität der Zellgewebe in Form einer hochkonzentrierten Emulsion anfallen, aus der unmittelbar das Enzym ausgefällt werden kann.
    Dadurch entfallen die sonst erforderlichen Extraktionsmass-nahmen, bei denen spezielle Lösungsmittel, z.B. wässriger Alkohol oder dgl. verwendet werden. Die Art der Fällung mit dem Aceton ermöglicht es auch, dass hierbei dem Enzympulver bereits der gewünschte Granulationsgrad verliehen wird, so dass die nachträgliche Granulation zu grösseren Teilchen, wenn diese gewünscht werden, nicht mehr notwendig ist. Die erfindungsgemäss zu verwendenden Lösungsmittel ermöglichen auch deren einfache Trennung und Wiedergewinnung, was für 50 den grosstechnischen Betrieb von Bedeutung ist.
    Erfindungsgemäss wird auch anstelle des Halogenkohlenwasserstoffs ein aromatischer Kohlenwasserstoff wie Toluol oder ein paraffinischer Kohlenwasserstoff wie Hexan verwendet und im Gemisch mit Alkohol oder Alkohol und Aceton ein- 55 gesetzt. Der Vorteil dieser Verfahrensweise liegt darin, dass durch die Verwendung des anderen Lösungsmittels eine wesentliche Verkürzung der Autolyse und Entfettungszeit verbunden mit einer Automatisierung und damit insgesamt eine vereinfachte Gewinnung des Pankreas-Enzymkonzentrats im gros- 60 stechnischen Verfahren ermöglicht wird. So lässt sich beispielsweise die Entfettung und Autolyse bei 15 0 C in 4 Stunden vornehmen. Eine besondere Vereinfachung liegt in der einfacheren Abscheidung der Feststoffe mit Hilfe eines Zentrifugaldekan-ters. 65
CH564477A 1976-05-07 1977-05-05 Verfahren zur herstellung eines lipasereichen enzympraeparates. CH635366A5 (de)

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DE2620289A DE2620289C2 (de) 1976-05-07 1976-05-07 Herstellung eines lipasereichen Enzympräparates
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