CH635778A5 - Tablettiermaschine. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Tablettiermaschine mit einer umlaufenden, durch eine Kühleinrichtung gekühlten Matrizenscheibe, in deren Matrizenbohrungen das Pressmaterial mit Stempeln zusammengepresst wird und mit mindestens einem am Rande der Matrizenscheibe angeordneten Füllgerät, zu dem ein Einfülltrichter sowie ein in einem Gehäuse angeordnetes Füllrad und ein Dosierrad gehören.
Beim Betrieb einer derartigen Tablettiermaschine werden das Pressmaterial und die Presse erwärmt. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich die einzelnen Bestandteile einer Tablette bei ihrem Zusammenpressen aneinanderreihen, und dass die Presse durch die Bewegung ihrer Maschinenteile erwärmt wird. Ausserdem ergibt sich eine Erwärmung infolge der Reibung der gepressten Tablette an der Matrizenwandung auch noch beim Ausstossen aus der Matrize. Für die Verarbeitung von wärmelabilen Stoffen, die sich durch Wärmeeinfluss verflüssigen, pastös oder klebrig werden bzw. bei normaler Raumtemperatur nicht verarbeitet werden können, sind die bekannten Tablettiermaschinen nicht geeignet, weil durch die Temperaturerhöhung ein Verkleben eintritt und ein Ausstossen einer vollständigen, gepressten Tablette nicht regelmässig möglich ist bzw. die üblichen Pressentemperaturen zu hoch sind. Mit den bekannten Tablettiermaschinen ist darüber hinaus der Nachteil verbunden, dass bei der Verarbeitung von wärmeempfindlichen Wirkstoffen, wie Vitaminen und Enzymen, durch den Wärmeeinfluss ein erheblicher Verlust an Wirkstoffanteilen in Kauf genommen werden muss.
Die Verarbeitung wärmeempfindlicher Stoffe, wie beispielsweise von Suppositorien, die als Zäpfchen anal eingeführt werden, um danach durch die Wärme des menschlichen Körpers aufgelöst zu werden, oder beispielsweise anderer öl- oder fetthaltiger Stoffe, wie von paraffmhaltigen oder kakaoreichen Stoffen, wie Schokolade, konnte bisher nicht unter Anwendung von Tablettiermaschinen aus den vorstehend genannten Gründen erfolgen. Es bedurfte vielmehr für die Verarbeitung dieser thermolabilen Stoffe der Anwendung anderer Arbeitsverfahren, wie einer Verarbeitung durch Giessen. Eine solche Art der Verarbeitung ist jedoch verhältnismässig arbeitsaufwendig und damit kostspielig.
Es ist zwar auch versucht worden, thermolabile Stoffe dadurch zu verarbeiten, dass die Matrizenscheibe der Kühleinrichtung gekühlt wird durch Anordnung von Kühlkanälen, durch welche ein flüssiges oder gasförmiges Kühlmittel durch die Matrizenscheibe hindurchgeleitet wird.
Allein die bekannte Kühlung der Matrizenscheibe bringt den Nachteil, dass sich Feuchtigkeit niederschlägt im Bereich der Matrizenbohrungen, welche die Beschaffenheit der zu verarbeitenden Stoffe beeinträchtigt. Wenn nämlich die Matrizenscheibe in stärkeren Masse gekühlt wird, so schlägt sich die Feuchtigkeit der Raumluft im Bereich der Stempel und der Matrizen an ihren Wandungen nieder.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Tablettiermaschine der vorstehenden Art zu verbessern, dahingehend, dass nicht die Gefahr einer Beeinflussung der zu verarbeitenden Stoffe durch Feuchtigkeit während ihrer Verarbeitung gegeben ist.
Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass zusätzlich das Füllgerät mit einer Kühlmitteleinrichtung versehen ist, und ausserdem dem Pressraum gekühlte Luft zugeführt wird.
Durch eine fortlaufende, starke Abkühlung des Füllgerätes unter Verwendung eines handelsüblichen, flüssigen Kühlmittels innerhalb eines geschlossenen Kreislaufes lässt sich die Temperatur des Pressmaterials so weitgehend senken, dass sie bei einer nachfolgenden Verarbeitung des Pressmaterials durch Verpressen nicht einen Wert erreicht, der zu einer unerwünschten Konsistenzveränderung führt. Das lässt sich bereits erzielen, wenn die Wand des Fülltrichters mit einer Kühlmittelleitung versehen ist. Noch vorteilhafter ist jedoch die Wirkung, wenn auch die Wand des Gehäuses von Füll- und Dosierrad mit einer Kühlmittelleitung versehen ist, wobei die Wand des Fülltrichters und des Gehäuses von Füll- und Dosierrad auch mit einer gemeinsamen Kühlmittelleitung verbunden sein können.
Ausserdem kann in der Matrizenscheibe eine ringförmige Kühlmittelleitung angeordnet sein, die vorzugsweise zusätzlich zu der Kühlung der Fülleinrichtung im Bedarfsfalle in Betrieb zu nehmen ist. Selbstverständlich können auch zwei oder mehrere, vorzugsweise konzentrische Kühlmittelleitungen in der Matrizenscheibe vorhanden sein, wobei vorzugsweise die eine ringförmige Kühlmittelleitung an der Innenseite der Matrize und die andere an der Aussenseite der Matrize angeordnet ist, so dass die Matrizenbohrungen von zwei Seiten her gekühlt werden. Allgemein ist es weiterhin in Ergänzung des Erfindungsgegenstandes von Nutzen, wenn die dem Pressraum zugeführte Luft zuvor abgekühlt wird und dafür die Tablettiermaschine mit einer Kühleinrichtung für die Luftzufuhr versehen ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf eine Zeichnung erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Teildraufsicht auf die Matrizenscheibe und Fülleinrichtung einer Tablettiermaschine unter Fortlassung des Fülltrichters,
Fig. 2 der Fülltrichter in der Seitenansicht, und
Fig. 3 eine Matrizenscheibe mit Kühleinrichtung im Querschnitt,
Die in der Fig. 1 im Teilausschnitt wiedergegebene Tablettiermaschine besitzt eine Matrizenscheibe 1, die entsprechend dem Pfeil 2 gegen den Uhrzeigersinn rotiert. Die Matrizenscheibe 1 ist mit einer Vielzahl von über den Umfang gleichmässig verteilt angeordneten Matrizen 3 versehen, in denen jeweils eine Tablette gepresst wird. Dafür wird das Pressmaterial im Bereich der Fülleinrichtung 4 in eine Matrize 3 eingefüllt.
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Das Füllgerät 4 besitzt eine Bodenplatte 5, das ein Gehäuse 6 trägt. In diesem Gehäuse 6 liegen zwei miteinander zusammenwirkende Räder, nämlich ein Füllrad 7 mit radial ausgerichteten Flügeln 8, die im Uhrzeigersinn gemäss dem Pfeil 9 rotieren, und ein Dosierrad 10, das entsprechend dem Pfeil 11 mit seinen abgewinkelten Flügeln 12 gegen den Uhrzeigersinn rotiert.
Beim Betrieb der Tablettiermaschine überstreichen die Flügel 8 des Füllrades 7 die einzelnen aufeinanderfolgenden Matrizen 3 und füllen diese mit Pressmaterial. Mittels des nachfolgenden Dosierrades 10 wird das überschüssige Pressmaterial über den einzelnen Matrizen 3 abgestreift und in den Arbeitsbereich des Füllrades 7 zurückgeführt.
Die Zufuhr des Pressmaterials in das Gehäuse 6 erfolgt über die Öffnung 13, die über ein kurzes Rohr 14 mit dem in Fig. 2 dargestellten Trichter verbunden ist.
Um die Temperatur des Pressmaterials unmittelbar vor seinem Verpressen auf einen niedrigen Wert abzusenken, ist eine Kühlmittelleitung 15 vorgesehen, welche an der senkrechten, unteren Aussenwand des Gehäuses 6 anliegt und von dieser bei 16 nach oben verläuft und auf der Deckwand 17 des Gehäuses 6 entlanggeführt ist, um nicht nur die Seitenwand, sondern zusätzlich auch die Deckwand abzukühlen.
Der Kühlmittelzufluss erfolgt über das Leitungsende 18 und die Kühlmittelableitung über das Leitungsende 19.
Eine zusätzliche Abkühlung des Pressmaterials erfolgt innerhalb des Trichters 20, der als Bestandteil der Fülleinrichtung durch das Rohr 14 mit dem Gehäuse 6 gemäss Fig. 1 verbunden ist. Dafür ist eine weitere Kühlschlange 21 vorgesehen, deren Leitungsabschnitte an drei Aussenwänden des Trichters 20 entlanggeführt sind.
Die in Fig. 3 wiedergegebene Anordnung zeigt eine rotierende Matrizenscheibe 1 mit Matrizenbohrungen 3, die um eine feststehende Achse 22 rotieren. Unterhalb der Matrizen 3 sind Führungen 23 für die Unterstempel vorgesehen und s oberhalb der Matrizenbohrungen Führungen 24 für die Oberstempel.
Die Kühlung des Pressmaterials erfolgt durch ein flüssiges Kühlmittel, das durch einen Ringkanal 25 geleitet wird, der unmittelbar neben den Matrizen 3 auf ihrer Innenseite 10 liegt. Dieser Ringkanal 25 ist an die Zuleitung 26 über einen Ringkanal 27 angeschlossen und mit der Rückleitung 28 über einen anderen Ringkanal 29 verbunden. Die Zuführung der Kühlflüssigkeit kann auch von oben erfolgen, während die Abfuhr nach unten aus der Welle erfolgt oder umge-15 kehrt, wozu eine bzw. zwei konzentrisch angeordnete Bohrungen vorgesehen sind.
Eine weitere Steigerung der Kühlung lässt sich erreichen durch eine Kühlung der Stempelführungen bzw. der Stempelschäfte bei Anordnung von Kühlkanälen in den beiden Stempelführungsscheiben, die oberhalb und unterhalb derjenigen Scheiben liegen, innerhalb derer sich die Matrizenbohrungen befinden. Auch unter dieser Voraussetzung kann es zweckmässig sein, wenn die verschiedenen Maschinenteile unterschiedlich zu kühlen sind, beispielsweise durch Anwendung verschiedener voneinander getrennter Kühlkreisläufe. Wird beispielsweise die Matrizenscheibe 1 stärker als das zu verpressende Granulat im Bereich des Fülltrichters 20 abgekühlt, so lässt sich eine genauere Anpassung vornehmen an die spezielle Beschaffenheit des jeweils zu verarbeitenden Pressmaterials.
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2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Tablettiermaschine mit einer umlaufenden, durch eine Kühleinrichtung gekühlten Matrizenscheibe, in deren Matrizenbohrungen das Pressmaterial mit Stempeln zusammen-gepresst wird und mit mindestens einem am Rande der Matrizenscheibe angeordneten Füllgerät, zu dem ein Einfüll-trichter sowie ein in einem Gehäuse angeordnetes Füllrad und ein Dosierrad gehören, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich das Füllgerät (4,20) mit einer Kühlmitteleinrichtung (15, 21) versehen ist, und ausserdem dem Pressraum gekühlte Luft zugeführt wird.
2. Tablettiermaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand des Fülltrichters (20) mit einer Kühlmittelleitung (21) versehen ist.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Tablettiermaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand des Gehäuses (6) von Füllrad und Dosierrad (7, 10) mit einer Kühlmittelleitung (15) versehen ist.
4. Tablettiermaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand des Fülltrichters (20) und des Gehäuses (6) von Füllrad (7) und Dosierrad (10) mit einer gemeinsamen Kühlmittelleitung (15,21) versehen sind.
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