CH637811A5 - Tierfuttermischung. - Google Patents

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CH637811A5 CH693978A CH693978A CH637811A5 CH 637811 A5 CH637811 A5 CH 637811A5 CH 693978 A CH693978 A CH 693978A CH 693978 A CH693978 A CH 693978A CH 637811 A5 CH637811 A5 CH 637811A5
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Guenter Dr Hiller
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Henkel Kgaa
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Description

Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend eine Tierfuttermischung auf der Basis von Kohlenhydraten, Eiweiss, Fetten und gegebenenfalls üblichen Zusatzstoffen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 5-50 ppm des Antibiotikums Tylosin und einer solchen Menge an proteolytischen Enzymen, dass eine enzymatische Aktivität von 0,05-2,5 mTU/g vorliegt.
Das Antibiotikum Tylosin gehört zur Gruppe der Makrolid-Antibiotika und kann in bekannter Weise durch Fermentation von Streptomyces fradiae gewonnen werden. Die empirische Summenformel lautet: C^H^NOj7.
Geeignete proteolytische Enzyme werden vor allem durch Züchten von Mikroorganismen und Abtrennen aus den Nährlösungen erhalten.
Die Verfahren hierzu sind bekannt. Beispielsweise werden proteolytische Enzyme aus Bacillus licheniformis, Bacillus natta, Bacillus subtilis usw. verwendet. Besonders bevorzugt werden saure Proteasen, z. B. aus Apergillus niger oder aus Rhizopus rhizopodiformis entsprechend DE-Patentan-meldung P 2 528 490.6. Derartige Proteasen haben ein besonders breites Wirkungsspektrum in schwach sauren Bereich zwischen pH-Wert 2,5-6,5.
Handelsübliche Futtermischungen sind für die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Tierarten möglichst optimal zusammengestellt. Die Grundlage bilden Kohlenhydrate vor allem aus Getreidekomponenten, Mais od.dgl. Als Eiweiss-träger dienen in erster Linie Sojaschrot, Fischmehl, Tierkörpermehl, Kleie u.dgl. Fehlende Aminosäuren, z.B. Methio-nin oder Lysin, können zusätzlich zugegeben werden. Fette können in Form von pflanzlichen oder tierischen Fetten oder Abfallfetten beigefügt werden. Zum Körperaufbau können ferner Salze, wie Dikalziumphosphat, Kalziumkarbonat, Kochsalz, zugesetzt werden. Gegebenenfalls wird die Futtermischung durch Zugabe von Spurenelementen, Vitaminen, Ballaststoffen usw. abgerundet. Auch fermentativ hergestellte Substanzen, wie Einzellerproteine aus Erdölfraktionen oder Alkoholen, diverse Hefen, Algeneiweiss oder sonstige, eventuell auch aus Abfallstoffen gewonnene Substanzen, können z.T. in erheblichem Masse Bestandteil der Futterrezeptur sein.
Die erfindungsgemässe Tierfuttermischung enthält, neben den üblichen jeweils für eine bestimmte Tierart abgestimmten Bestandteilen, zusätzlich 5-50 ppm, vorzugsweise 10-40 ppm, des genannten Antibiotikums, je nach Alter des Tieres und der Art der Futtermischung, und proteolytische Enyzme in einer solchen Menge, dass die enzymatische Aktivität 0,05-2,5 mTU/g, vorzugsweise 0,2-0,5 mTU/g, beträgt.
Die genannten Additiv-Konzentrationen beziehen sich auf den Gehalt im Gesamtfutter. Um schlussendlich zu diesem Gehalt zu gelangen, müssen bei Konzentraten oder Er-gänzungsfuttern die Konzentrationen entsprechend höher gewährt werden. Insbesondere wird eine Kombination von Tylosin und einer sauren Pilz-Protease bzw. Proteasenmi-schung eingesetzt. Der damit erzielte Zuwachs bzw. die Verbesserung der Futterverwertung beträgt bis zu 6% im Vergleich zu entsprechenden, lediglich Antibiotikum enthaltenden Kontrollmischungen.
Die beschriebene Kombination von Tylosin und Enzymen bewährt sich vor allem in Futter für die Ferkelaufzucht und Schweinemast.
Das Antibiotikum wird zweckmässig in Form einer Vormischung dem Futter zugesetzt, z.B. gebunden an Sojaextra-tionsschrot. Bei Verwendung von mehlförmigen Futterzusammensetzungen wird bevorzugt auch die Enzymkomponente als Vormischung appliziert. Als Trägersubstanz kann eine beliebige Futterkomponente, z.B. ebenfalls Sojaschrot, dienen. Bie Verwendung dampfpelletierten Futters muss die Zumischung der Enzyme in geeignet stabilisierter Form erfolgen, um eine Desaktivierung durch Feuchtigkeit und Hitze während des Pelletierens zu verhindern. Ein derartiges Verfahren ist z.B. Gegenstand der DE-Patentanmel-dung P 2 602 260.6.
Zur Bestimmung der Enzymeinheit (TU) wird beispielsweise die proteolytische Aktivität der Protease nach dem bekannten Prinzip von Anson ermittelt: eine geeignet verdünnte Menge Enzymlösung wird bei 40 °C 20 Minuten lang mit einem gleichen Volumen einer 1,2 gew.%igen Caseinlösung inkubiert, wobei diese 0,6 Gew.% Milchsäure, 6 Mol Harnstoff und 0,1 Mol Zitronen- oder Essigsäure enthält. Der pH-Wert der Caseinlösung wird durch Zusatz von 2 N Natronlauge auf 4,5 eingestellt. Nach der Inkubation wird im Volumentverhältnis 1:1 mit 0,4 N Trichloressigsäure versetzt, der sich bildende Niederschlag von unverdautem Ca-sein abfiltriert und im Filtrat die beim Abbau entstandenen Protein-Spaltstücke nach einer beliebigen Eiweissbestim-mungsmethode ermittelt. Geeignet hierfür ist z. B. das von Layne in Methode of Enzymologie 3 (1957) Seiten 448 gg. beschriebene Verfahren.
Für jede Messprobe muss ein Blindwert angefertigt werden, bei dem zuerst Trichloressigsäure und dann Caseinlösung zugesetzt wird. Dieser Blindwert gibt neben dem Re-agenzienLeerwert den Anteil an niedermolekularen Peptiden an, der bereits vor der Verdauung in der Enzymlösung vorhanden ist. Die Differenz zwischen Haupt- und Blindwert wird bei der angegebenen Methode dann mit der Extinktion verglichen, die eine bestimmte Menge Tyrosin bei dieser Bestimmung liefert. Diese Menge Tyrosin ist dann ein Mass für die proteolytische Aktivität des vorliegenden Enzyms: eine Enzymeinheit (TU) ist diejenige Menge Enzym, die aus einer Caseinlösung in einer Minute Spaltprodukte freisetzt, die die
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s io
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gleiche Extinktion besitzen, wie eine 1 M Tyrosinlösung.
Üblich ist die Angabe in mTU = 10~3 TU.
Im nachstehenden bedeuten «ppm» Teil(e)/Mio Teile ge-wichtsmässig und Prozentangaben sind Gew.-%, wenn nichts Anderes angegeben ist. 5
Beispiel
An 259 Ferkel wurde im Gewichtsabschnitt von 0 7,24 kg bis 0 23,34 kg ein identisch zusammengesetztes Aufzuchtfutter verfüttert, das jedoch 10
a) ohne Zusatz von Antibiotikum oder Enzym war (Vergleich),
b) einen Zusatz von 40 ppm Tylosin (Vergleich), bzw.
c) einen Zusatz von 40 ppm Tylosin und 0,45 mTU/g (er-
findungsgem.) saure Proteasen aus Rhizopus rhiopodiformis 15 Ergebnis und Apergillus niger aufwies.
Die Tiere waren in Flachkäfigen zu 7 oder 8 Tieren aufgestellt. Die Fütterung erfolgte ad libidum. Zur Eingewöhnung wurde allen Gruppen ein identisch zusammengesetztes Starterfutter bei einem 0-Gewicht von etwa 6,92 kg verabreicht. Anschliessend erhielten die Tiere die obengenannten Versuchsmischungen.
Über regelmässige Wägungen wurde der Wachstumsverlauf und die Futterverwertung bestimmt. Unter «Futterverwertung» wird dabei das Verhältnis Futterverbrauch: Zu- 25 wachs verstanden.
Futterzusammensetzung (%)
Eiweissfutter, bestehend aus:
62,5% Sojaschrot (44% Rohprotein),
18%
25% Fischmehl
12,5% Mineralstoff u. Vitaminprämix
Hafer
14%
Weizenkleie
10%
Gerste
28%
Weizen
15%
Mais
15%
100%
a)
o. Zusatz b)
mit Tylosin c)
mit Tylosin Enzym
Tägl. Zunahme 20 insgesamt (g) 364,2 375,3 380,8
Futterverwertung 1,98 1,99 1,87
s

Claims (2)

637 811 PATENTANSPRÜCHE
1. Tierfuttermischung auf der Basis von Kohlenhydraten, Eiweiss und Fetten, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 5-50 ppm des Antibiotikums Tylosin und einer solchen Menge an proteolytischen Enzymen, dass eine enzymatische Aktivität von 0,05-2,5 mTU/g vorliegt.
2. Tierfuttermischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die proteolytischen Enzyme saure Proteasen mit einem Wirkungsspektrum bei einem pH-Wert von 2,5-6,5 sind.
Hochleistungstierfutter, wie sie heute üblicherweise in der Intensiv-Tierhaltung verwendet werden, enthalten eine Reihe von Zusatzstoffen mit prophylaktischer und/oder nutritiver Wirkung. Hierzu zählen u.a. Antibiotika und Enzyme. Während sich die Verwendung von Antibiotika bereits in Mischfuttern aller Typen durchgesetzt hat, werden Enzyme in der Praxis noch nicht in grösserem Umfange verwendet.
Die in der modernen Intensiv-Tierhaltung verwendeten Futtermischungen sind im allgemeinen in allen Nährstoffkomponenten so weit optimiert, dass eine weitere Verbesserung nicht ohne weiteres möglich erscheint. Uberraschenderweise wurde jedoch gefunden, dass auch optimal zusammengesetzte Hochleistungsfutter hinsichtlich der Futterverwertung und/oder des damit erzielbaren Gewichtszuwachses noch verbessert werden können, wenn man diesen Futtern bestimmte Antibiotika zusammen mit proteolytischen Enzymen zusetzt.
CH693978A 1977-06-27 1978-06-26 Tierfuttermischung. CH637811A5 (de)

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