CH638470A5 - Verfahren zum abbau von cyanursaeure. - Google Patents

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Description

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein mikrobielles Verfahren zum Abbau von Cyanursäure in Cyanursäure enthaltenden Abwässern.
Bei der Herstellung von Triazinherbiziden, z.B. 2-Äthyl-amino-4-isopropylamino-6-chlor-s-triazin (Atrazin'3), 2,4-Bis-Äthylamino-6-chlor-s-triazin (Simazin®) oder 2,4-Bis-isopropylamino-6-chlor-s-triazin (Propazin " ) durch Umsetzung von Cyanurchlorid mit entsprechenden Alkylaminen fällt Abwasser an, das ausser dem gewünschten herbiziden Wirkstoff 2,4,6-Trisalkylamino-s-triazin, Hydroxyalkyl-amino-s-triazine und Cyanursäure enthält. Der Abbau dieser Verbindungen ist aus ökologischen Gründen notwendig.
Es ist bekannt, dass man Alkylamino-s-triazine oxidativ dealkylieren kann (J. Agr. Food Chem. 19 (3), 572-573 [1971]). Die hierbei gebildeten Amino-s-triazine können durch Hydrolyse in saurem Medium weiter zu Cyanursäure abgebaut werden, die hydrolytisch nicht weiter abbaubar ist.
Alkylamino-s-triazine der vorgenannten Art können auch direkt durch energische Hydrolyse in saurem Medium in Cyanursäure und Alkylamin gespalten werden (Journal of Chromatography, 100, 175-179 [1974]).
Ferner wurde bereits über den biologischen Abbau von 2,4-Bis-alkylamino-6-chlor-s-triazinen zu Ammelid berichtet (J. Agr. Food Chem. 13, 369 [1965]).
Der Abbau von Verunreinigungen, wie sie Abwasser von Anlagen zur Herstellung von Triazin-Herbiziden vorhanden sind, führt also bei Anwendung der bisher bekannten, chemischen Methoden lediglich bis zur Cyanursäure. Nach dem vorgenannten biologischen Verfahren zum Abbau von 2,4-Bis-alkylamin-6-chlor-s-triazinen wird dagegen Ammelid als Endprodukt des Abbaus erhalten, was eine anschliessende chemische Hydrolyse zur Cyanursäure notwendig macht.
Es ist ferner bekannt, dass Cyanursäure mikrobiologisch abgebaut werden kann. So ist beispielsweise in Arch. Mi-crobiol. 67,1-5 (1969) der Abbau von Cyanursäure durch Stämme der Pilzgattungen Pénicillium und Hormonden-drum beschrieben. Diese Pilze können Cyanursäure auf glu-cosehaltigem Mineralsalzmedium als einzige Stickstoffquelle verwerten. Aus den experimentellen Angaben ergibt sich eine durchschnittliche Abbauleistung von etwa 0,7 bis 1,2 mg Cyanursäure pro g Trockengewicht und Stunde. In J. En-vironm. Qual. 4 (1), 134-319 (1975) ist der Abbau von Cyanursäure in sandigen Lehmböden und in Kulturen beschrieben. In Kulturen wurde innerhalb von 16 bis 32 Tagen ein 90 bis 96%iger Abbau der Cyanursäure durch Stachybo-thrys chartarum und Hendersonula toruloidea beobachtet. Nach den experimentellen Angaben beträgt die durchschnittliche Abbauleistung etwa 0,08 mg Cyanursäure pro g Trockengewicht und Stunde.
Es wurde auch bereits vorgeschlagen, Cyanursäure durch Bakterien abzubauen. So ist in der deutschen Offenlegungsschrift 2 521 842 ein anaerobes Verfahren zum Abbau von Cyanursäure beschrieben, das Bakterien aus Kläranlagenmaterial, aktivierten Schlämmen aus Kläranlagen, natürlichen Wässern und Böden bei Temperaturen unter 50 °C verwendet. Aus den experimentellen Angaben ergibt sich eine durchschnittliche Abbauleistung von etwa 0,24 bis 1,5 mg Cyanursäure pro g Trockengewicht und Stunde. Es sei in diesem Zusammenhang auch auf Appi. Microbiol. 28, 1004-1008 (1974) verwiesen, wo die gleichen Autoren ebenfalls über den anaeroben, bakteriellen Abbau von Cyanursäure berichten. Aus den hier gemachten Angaben ergibt sich eine durchschnittliche Abbauleistung von etwa 0,3 bis 2,4 mg Cyanursäure pro g Trockengewicht und Stunde.
Die vorgenannten Verfahren zum mikrobiellen Abbau von Cyanursäure sind für praktische Zwecke unbefriedigend, da ihre Abbauleistung zu gering ist oder die Verfahren unter anaeroben Bedingungen durchgeführt werden müssen. Ein weiterer Nachteil der bekannten Verfahren besteht darin, dass nur Cyanursäure abgebaut werden kann, während gleichzeitig vorhandenes Ammeiin und Ammelid nicht abgebaut wird.
Es ist daher das Ziel der vorliegenden Erfindung, ein aerobes, mikrobielles Verfahren zum Abbau von Cyanursäure bereitzustellen, das eine für praktische Zwecke ausreichende Abbauleistung besitzt, so dass die im Abwasser enthaltene Cyanursäure schnell und vollständig abgebaut werden kann.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem das nach der Deal-kylierung erhaltene, aus Cyanursäure, Ammeiin und Ammelid bestehende Gemisch ohne vorherige Hydrolyse von Ammeiin und Ammelid zu Cyanursäure direkt mikrobiell abgebaut werden kann.
Es wurde nun gefunden, dass Pilze der Gattung Sporothrix Cyanursäure als einzige Stickstoffquelle verwerten
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können, wobei die Cyanursäure zu Kohlendioxid abgebaut wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Abbau von Cyanursäure in Cyannursäure enthaltendem Abwasser ist daher dadurch gekennzeichnet, dass man das Cyanursäure enthaltende Abwasser unter aeroben Bedingungen mit Kulturen von Pilzen der Gattung Sporothrix in Kontakt bringt.
Als Pilze der Gattung Sporothrix kommen insbesondere Pilze der Art Sporothrix schenkii in Betracht. Besonders geeignete Stämme dieser Art sind CBS 472.48, CBS 539.36 und NRRL Y-l 1 307. Besonders geeignet ist der Stamm Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307.
Dieser Pilz wurde am 6.6.1978 beim USDA hinderlegt (Northern Regional Research Center, Peoria, Illinois 61604).
Der Stamm Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307 wurde aus Klärschlamm von Abwässern von Anlagen zur Herstellung von Triazin-Herbiziden der Ciba-Geigy AG, Werk Kai-sten, isoliert. Der zu den Fungi imperfecti gehörende Stamm kann morphologisch wie folgt beschrieben werden:
Wachstum auf Platten
Auf Mineralsalzmedium, dem 0,06 Gew.-% Ammoniumnitrat, 0,2 Gew.-% Hefeextrakt, 0,05 Gew.-% Glucose und 2 Gew.-% Agar zugefügt wurden, wächst der Pilz innerhalb von einem Tag bei 30 °C zu Kolonien von etwa 1 bis 2 mm Grösse aus. Nach 3 Tagen erreichen die Kolonien eine Grösse von etwa 6 bis 8 mm. Die Kolonien erscheinen anfangs glatt, werden aber bald samtig und feinkörnig strukturiert. Es können 2 Typen von Kolonien auftreten, nämlich Kolonien mit starker Luftmycelbildung und Kolonien mit schwacher Luftmycelbildung. Die Kolonien mit schwacher Luftmycelbildung sind von blass gelboranger bis gelbbrauner Farbe, ziemlich glatt und schwach runzlig und zeigen einen auslaufenden Rand. Die Kolonien mit starker Luftmycelbildung zeigen weissliche, kegelförmige Luftmycel-Strukturen.
Es ist keine spezifische Geruchsstoffbildung festzustellen.
Der Stamm wächst morphologisch im Agar als relativ schwach verzweigtes Mycel mit meist geradlinig verlaufenden Haupthyphen und oft fast senkrecht abzweigenden Ne-benhyphen. Die Hyphen weisen eine dicke von 1 bis 2 (bis 3)nm auf. Die konidiogenen Hyphen treten zerstreut auf und entstehen orthotropisch von undifferenzierten Hyphen. Sie sind linear und von unterschiedlicher Grösse, in der Nähe der Basis breiter und gegen das Ende auslaufend. Sie sind meist etwa 10 bis 40 jxm lang und etwa 2 bis 4 um breit. Apikal werden Konidien meist an einem bis mehreren konidien-tragenden, cylindrischen Dentikeln durch sympodiales Wachstum abgeschnürt. Die Konidien sind hyalin, glatt-und dünnwandig, länglich elipsoid-eiförmig bis fast fadenförmig und meist 2-6 x 1,5—3 |im gross.
Wachstum in Submerskultur
In Submerskultur unter Verwendung von Mineralsalzmedium dem 0,06 Gew.-% Ammoniumnitrat, 0,2 Gew.-% Hefeextrakt und 0,5 Gew.-% Glucose zugesetzt wurden, wächst der Pilz hyalin und blass beige-orange oder leicht bräunlich, mit Hyphen von etwa 1 bis 3 um Dicke. Konidio-gene Zellen treten vereinzelt, jedoch meist häufig auf. Die Konidienbildung ist sehr stark. Es ist auch Sekundärkoni-dienbildung zu beobachten. Die Morphologie der Hyphen, der konidiogenen Zellen und der Konidien in Submerskultur ist dem auf Agarplatten beobachteten Wuchstyp sehr ähnlich.
Der erfindungsgemässe Abbau der im Abwasser vorhandenen Cyanursäure mit Pilzen der Gattung Sporothrix kann in verschiedener Weise durchgeführt werden, nämlich a) mit wachsenden Zellen,
b) mit ruhenden Zellen c) mit immobilisierten Zellen und d) mit immobilisierten, aus Kulturen von Pilzen der Gattung Sporothrix hergestellten Enzympräparaten.
Die erfindungsgemäss zu verwendenden Pilze der Gattung Sporothrix werden zunächst auf einem geeigneten Basis-Medium gezüchtet und dann dem Abwasser zugesetzt. Ein geeignetes Basis-Medium ist beispielsweise wie folgt zusammengesetzt:
Kaliumdihydrogenphosphat 0,30 g/I
Dinatriumhydrogenphosphat-dodecahydrat 2,00 g/1 Magnesiumsulfat-Heptahydrat 0,05 g/1
Calciumchlorid-Dihydrat 0,05 g/1
Diverse Spurenelemente 3,4 mg/1
Das Basis-Medium wird nach Zugabe von 0,5 Gew.-% Glucose oder Saccharose zum Züchten der Pilze verwendet.
Die einzelnen, obengenannten Methoden a) bis d) zum Abbau von Cyanursäure mit Pilzen der Gattung Sporothrix werden wie folgt durchgeführt:
a) Abbau von Cyanursäure mit wachsenden Zellen
Der Abbau von Cyanursäure mit wachsenden Zellen wird in der Weise durchgeführt, dass man das Abwasser mit einem Pilz der Gattung Sporothrix animpft. Dabei müssen im Einzelfall nötigenfalls Phosphate und weitere Kohlenstoff- und Stickstoffquellen beigefügt werden, um ein gutes Wachstum des Pilzes zu gewährleisten. Geeignete Kohlenstoffquellen sind Zucker, wie z.B. Glucose, Saccharose oder Melasse. Geeignete Stickstoffquellen sind Stickstoffverbindungen, wie Ammoniumnitrat, Harnstoff, Biuret, Natriumnitrat und Ammoniumchlorid. Die spezifische Abbauleistung ist am besten, wenn Cyanursäure als einzige Stickstoffquelle dient.
b) Abbau von Cyanursäure mit ruhenden Zellen
Der verwendete Pilz wird auf einen geeigneten Basis-Medium vorgezüchtet, das als einzige Stickstoffquelle Cyanursäure und als Kohlenstoffquelle einen Zucker, beispielsweise Glucose, Saccharose oder Melasse, enthält. Der so gezüchtete Pilz wird geerntet und dem cyanursäurehaltigen Abwasser zugesetzt.
c) Abbau von Cyanursäure mit immobilisierten Zellen
Der wie unter b) beschriebene vorgezüchtete Pilz wird auf einen geeigneten Träger, auf dem er durch chemische oder physikalische Bindung fixiert werden kann, aufgebracht. Geeignete Träger sind beispielsweise Polyacrylamid-Gele, wie z.B. N,N'-Methylen-bis-acrylamid und Diacryl-amiddimethyläther, sowie N',N'-Diallyltartardiamid. Der mit dem Pilz beladene Träger wird dann mit dem cyanursäurehaltigen Abwasser, beispielsweise in einer Kolonne, in Kontakt gebracht. Diese Arbeitsweise kommt insbesondere für die kontinuierliche Durchführung des Verfahrens in Betracht.
d) Abbau von Cyanursäure mit Enzym-Präparaten
Der wie unter b) vorgezüchtete Pilz wird geerntet und nach üblichen Methoden, beispielsweise durch Ultraschall oder French-Presse aufgeschlossen. Das so gewonnene Enzym-Präparat wird auf einem geeigneten Träger fixiert, wobei als Träger Silica Gel, DEAE-Sephadex und durch Brom-cyan aktivierte Cellulose in Betracht kommen. Der mit dem Enzym-Präparat beladene Träger wird dann, beispielsweise in einer Kolonne, mit dem cyanursäurehaltigen Abwasser in Kontakt gebracht. Diese Arbeitsweise kommt ebenfalls für die kontinuierliche Durchführung des Verfahrens in Betracht.
Der erfindungsgemässe Abbau von Cyanursäure unter Verwendung eines Pilzes der Gattung Sporothrix kann bei
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Temperaturen von 5 bis 35 °C, vorzugsweise 25 bis 35 °C, durchgeführt werden. Der Abbau mit wachsenden Zellen gemäss Variante a) wird vorteilhaft bei 20 bis 35 °C, vorzugsweise bei 30 °C, durchgeführt.
Der Salzgehalt des zu reinigenden Abwassers ist nicht kritisch. Beispielsweise beeinträchtigen 2 Gew.-% Natriumchlorid die Abbauleistung nicht. Die Konzentration von Cyanursäure kann bis zu 0,3 Gew.-% (Löslichkeitsgrenze) betragen. Die Anwesenheit anderer Triazinverbindungen stört die Durchführung des erfmdungsgemässen Verfahrens nicht.
Wenn das zu reinigende Abwasser neben Cyanursäure noch Ammeiin und Ammelid enthält, besteht eine vorteilhafte Variante des erfmdungsgemässen Verfahrens darin, dass man für den Abbau dieser Verbindungen neben einem Pilz der Gattung Sporothrix einen zweiten Mikroorganismus verwendet, der mit dem Pilz verträglich ist und der den Abbau von Ammeiin und Ammelid zu Cyanursäure bewirkt. Ein geeigneter Mikroorganismus dieser Art ist Bakterium NRRL B-11 308.
Es wurde am 6.6.1978 beim USDA hinterlegt (Northern Regional Research Center, Peoria, Illinois 61604).
Dieses Bakterium ist mit Pilzen der Gattung Sporothrix verträglich und zur Bildung von Mischkulturen befähigt.
Der Bakterienstamm NRRL B-l 1 308 wurde aus Klärschlamm von Abwässern von Anlagen zur Herstellung von Triazin-Herbiziden der Ciba-Geigy AG, Werk Kaisten, Schweiz, isoliert und bisher nicht näher identifiziert. Es handelt sich vermutlich um ein gramnegatives Bakterium. Der Wachstumtest auf «Oxi/Ferm-Tubes» bzw. «Entero Tubes» (Hoffmann-La Roche & Co., Basel) ergab nur bei Harnstoff und Zitrat eine positive Reaktion, d.h. der Stamm ist fähig, Harnstoff zu spalten und Zitrat zu verwerten. Weiterhin wurde festgestellt, dass der Stamm auf Glucose gut, auf Saccharose jedoch sehr schlecht wächst. Als gute Stickstoffquellen dienen Ammoniumnitrat, N-Äthylharnstoff, Harnstoff und Biuret, während auf Barbitursäure und Uracil nur sehr schlechtes Wachstum festzustellen ist. Der Stamm kann morphologisch wie folgt beschrieben werden:
Wachstum auf Platten
Auf Mineralsalzmedium, dem 0,06 Gew.-% Ammoniumnitrat, 0,2 Gew.-% Hefeextrakt, 0,5 Gew.-% Glucose und 2 Gew.-% Agar zugesetzt wurden, wächst der Stamm bei 30 °C innerhalb von einem Tag zu Kolonien von 0,5 bis 1 mm Grösse. Nach 3 Tagen erreichen die Kolonien eine Grösse von 3 bis 5 mm. Die Kolonien zeigen orange-beige Farbe und einen scharf begrenzten Rand. Sie sind nicht strukturiert und erscheinen leicht gewölbt, glatt, glänzend und wässrig. Diese Eigenschaften verändern sich im Verlauf des Kolonienwachstums kaum.
Als besonders geeignet zur Reinigung von Abwässern, die neben Cyanursäure Ammeiin und Ammelid enthalten, hat sich die von Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307 und Pseudomonas sp. 123 B NRRL B-l 1 308 gebildete Mischkultur erwiesen.
Das erfindungsgemässe Verfahren zeichnet sich gegenüber bekannten, mikrobiellen Verfahren zum Abbau von Cyanursäure durch eine wesentlich verbesserte Abbauleistung aus. So werden bei Verwendung von Pilzen der Gattung Sporothrix Abbauleistungen von 20 bis 30 mg Cyanursäure pro g Trockengewicht und Stunde erreicht. Durch diese Abbauleistung werden kurze Behandlungszeiten ermöglicht. Ein weiterer Vorteil des erfmdungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass durch Verwendung von Mischkulturen auch Abwässer gereinigt werden können, die neben Cyanursäuren noch Ammeiin und Ammelid enthalten. Ein weiterer Vorteil des erfmdungsgemässen Verfahrens besteht schliesslich darin, dass wohohl die Pilze der Gattung Sporothrix als auch das Pseudomonas sp. 123 B NRRL B-l 1 308 Nitrat- und Ammoniumionen als Stickstoffquelle verwerten und aus dem Abwasser entfernen.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
Abbau von Cyanursäure zu Kohlendioxid mit wachsenden Zellen von Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307 Eine einer stationären Kultur entnommene Probe des Stammes Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307 wurde in Basis-Medium der Zusammensetzung Kaliumdihydrogenphosphat 0,30 g/1
Dinatriumhydrogenphosphat-dodecahydrat 2,00 g/1 Magnesiumsulfat-Heptahydrat 0,05 g/1
Calciumchlorid-Dihydrat 0,05 g/1
Diverse Spurenelemente 3,4 mg/1
eingeimpft, das 0,5 Gew.-% Glucose und 1000 ppm demarkierte Cyanursäure enthält. In Abständen von einer Stunde wurden Proben entnommen, in denen die relative Pilzmenge durch Messung der optischen Dichte (OD 546 nm) und die Menge der restlichen Cyanursäure durch Dünnschichtchromatographie und radioaktive Bilanzierung bestimmt wurde.
Die Versuchsergebnisse sind im Diagramm der Zeichnung I dargestellt, wobei sich die durchgezogene Kurve auf die spezifische Abbauleistung und die gestrichelte Kurve auf das Wachstum, ausgedrückt durch die optische Dichte bei 546 nm bezieht.
Der Versuch wird unter Verwendung von 200 ppm demarkierter Cyanursäure und zusätzlich 600 ppm Am-moniumnitrat wiederholt. Auch die hierbei erhaltenen Ergebnisse sind im Diagramm der Zeichnung I dargestellt, wobei sich wiederum die durchgezogene Kurve auf die spezifische Abbauleistung und die gestrichelte Kurve auf das Wachstum, ausgedrückt durch die optische Dichte bei 546 nm, bezieht.
Beispiel 2
Abbau von Ammeiin zu Cyanursäure durch Bakterium
NRRL B-l 1308 Eine Probe des Bakteriums NRRL B-l 1 308 wird auf einem Vollmedium, bestehend aus einem Basismedium der in Beispiel 1 gegebenen Zusammensetzung, Glucose (1 Gew.-%) und Hefeextrakt (0,5 Gew.-%) mit 20 ppm Ammeiin wachsengelassen. Nach Erreichen der stationären Wachstumsphase (OD 546 nm-20.0) werden der Kultur 5 ppm 14C-markiertes Ammeiin zugegeben. Anschliessend werden der Kultur stündlich Proben entnommen, in denen die Meta-bolitenverteilung durch Dünnschichtchromatographie bestimmt wurde.
Die Versuchsergebnisse sind in dem Diagramm der Zeichnung II dargestellt.
Beispiel 3
Abbau von Ammeiin zu COa mit Mischkulturen der Stämme Sporothrix schenkii NRRL B-l 1 307 und Bakterium NRRL B-ll 308 Die Stämme Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307 und Bakterium NRRL B-ll 308 werden auf einem Vollmedium, das aus dem in Beispiel 1 angegebenen Basismedium 1 Gew.-% Glucose und 0,5 Gew.-% Hefeextrakt besteht, wachsengelassen und mit dem gleichen Medium auf eine optische Dichte OD 546 nm von 1 verdünnt. Von der erhaltenen Mischung wird für die Überimpfung eine Mischreihe hergestellt, in der der Anteil von Bakterium NRRL B-l 1 308 in Schritten von 10% von 100% auf 0% abnimmt und korres
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bei die Impfmenge einem Zehntel der erhaltenen Kultur entspricht. Nach 2 Tagen wird die restliche Radioaktivität der einzelnen Mischungen bestimmt. Die Versuchsergebnisse sind in folgender Tabelle dargestellt.
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638470 PATENTANSPRÜCHE
1. Mikrobielles Verfahren zum Abbau von Cyanursäure in Cyanursäure enthaltendem Abwasser, dadurch gekennzeichnet, dass das Abwasser mit abbauenden Enzymen aus dem Pilz der Gattung Sporothrix in Kontakt gebracht wird.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die abbauenden Enzyme in Form der Pilzkulturen eingesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man das Abwasser mit einem Pilz der Gattung Sporothrix animpft und den Abbau der Cyanursäure mit wachsenden Zellen des Pilzes der Gattung Sporothrix durchführt.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man das Abwasser mit einem Pilz der Gattung Sporothrix animpft und den Abbau der Cyanursäure mit ruhenden Zellen des Pilzes der Gattung Sporothrix durchführt.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man den Abbau der im Abwasser enthaltenden Cyanursäure mit immobilisierten Zellen des Pilzes der Gattung Sporothrix durchführt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Temperaturen von 5 bis 35 °C arbeitet.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Temperaturen von 25 bis 35 °C arbeitet.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Pilze der Gattung Sporothrix solche der Art Sporothrix schenkii verwendet.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass man als Pilze der Gattung Sporothrix schenkii die Stämme CBS 472.48, CBS 539.36 und NRRL Y-l 1 307 verwendet.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass man als Pilze der Gattung Sporothrix den Stamm Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307 verwendet.
11. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man daneben zum gleichzeitigen Abbau von Ammeiin und Ammelid zu Cyanursäure einen zweiten, mit dem Pilz verträglichen Mikroorganismus verwendet.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Mikroorganismus das Bakterium NRRL B-11308 ist.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Mischkultur des Pilz-Stammes Sporothrix schenkii NRRL Y-l 1 307 und des Bakteriums NRRL fili 308 verwendet.
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