CH639994A5 - Antiflooding composition for coloured pigments - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Mittel zum Verhindern des Ausschwimmens von farbigen Pigmenten in Celluloseäther enthaltenden wässrigen Kunststoffdispersionsfarben, Leimfarben oder Kunststoffputzen und die Verwendung dieses Mittels.
Beim Anfärben Celluloseäther enthaltender weisser Kunststoffdispersionsfarben, Leimfarben oder Kunststoffputze lassen sich oftmals die zum Anfärben verwendbaren, handelsüblichen konzentrierten Pigmentteige trotz sorgfältigen Rührens nicht gleichmässig genug einarbeiten. Dieser ungewollte und beim Mischen zunächst nicht erkennbare Effekt macht sich aber meist erst beim Aufstreichen, Aufrollen oder einem andersartigen Auftragen der Farben oder Putze auf eine Unterlage, beispielsweise auf eine Wand oder Tapete, dadurch bemerkbar, dass der Farbton nicht einheitlich ist. Der Farbton verändert sich dabei, abhängig von den beim Auftragen der Farben oder Putze auftretenden Reibekräften, an Intensität mehr oder weniger stark. Die bearbeiteten Flächen sehen dann im Farbton ungleichmässig und scheckig aus. Diese üblicherweise unerwünschte Auswirkung wird in der Fachsprache als «Rub-Out» oder als Ausschwimmen der Pigmente bezeichnet. Es ist bereits eine Vielzahl von Zusätzen, meist oberflächenaktive anionische, kationische oder nichtionische Substanzen beschrieben und/oder am Markt angeboten worden, die dieses Ausschwimmen verhindern sollen. Doch haben die Verbraucher nach wie vor mit teilweise unüberwindlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, da die bekannten Substanzen beispielsweise entweder nur von Fall zu Fall wirksam sind, in zu hoher und deshalb bestimmte ben auf der Basis eines Blockpolymerisats aus einem Di- oder Polyamin und angelagerten Alkylenoxideinheiten, dadurch gekennzeichnet, dass das Blockpolymerisat der allgemeinen Formel II
(II)
15
gewünschte Eigenschaften der Farbe oder des Putzes beeinflussender Menge zugesetzt werden müssen oder eine deutliche Verminderung der Wasserfestigkeit der getrockneten Farbe oder des getrockneten Putzes bewirken.
2o Die Pigmentpasten der DE-AS 1165 544 enthalten in Wasser, Benzol oder in Benzin lösliche Stoffe, die durch Einwirkung von Propylenoxid auf weniger als 8 C-Atome enthaltende wasserlösliche aliphatische Verbindungen, die mindestens ein aktives Wasserstoffatom besitzen, erzeugt werden 25 können. Als geeignete aliphatische Verbindungen werden ein-und mehrwertige Alkohole, partielle Äther mehrwertiger Alkohole, Amine und Alkylolamine aufgeführt. Die derart hergestellten Pigmentpasten sollen nicht zum Schäumen neigen und sich durch Rühren oder Kneten in den üblichen 30 Medien - aufgeführt sind Wasser und verschiedene organische Lösemittel - sehr fein verteilen lassen.
Aus der DE-AS 2156603 oder der US-PS 3 841888 sind wässrige Pigmentdispersionen bekannt, die in Celluloseäther enthaltenden Kunststoffdispersionen oder Leimfarben nicht 35 geflockt werden sollen. Diese wässrigen Pigmentdispersionen enthalten 20 bis 55 Gew.-% eines feinverteilten Pigments, 5 bis 25 Gew.-% eines oberflächenaktiven Mittels oder eines Gemisches solcher Mittel und 40 bis 75 Gew.-% Wasser oder eine Mischung aus Wasser und Wasserrückhaltemitteln. Die 40 oberflächenaktiven Mittel sind Umsetzungsprodukte aus bestimmten aliphatischen Di- oder Polyaminen, aromatischen oder cycloaliphatischen Diaminen mit 3 bis 50 Mol Propylenoxid und anschliessender Umsetzung mit 2 bis 70 Mol Äthylenoxid (die Molmengen beziehen sich auf je ein Äquivalent 45 reaktionsfähigen Aminowasserstoff), wobei der Anteil an endständigen Polyäthylenoxidblöcken zwischen 40 und 80 Gew.-% beträgt. Als bevorzugtes Verwendungsgebiet der Pigmentdispersionen ist das Färben von Celluloseäther enthaltenden wässrigen bindemittelhaltigen weissen Pigmentfar-5o ben angegeben.
Die wässrige Pigmentdispersion gemäss der DE-PS 2414455 enthält neben üblichen Zusatzstoffen Pigmente, Kondensationsprodukte aus Naphthalin, Formaldehyd und Schwefelsäure, Äthylenoxidaddukte an langkettige Amine 55 und Polymerisationsprodukte aus Äthylenoxid und Propylenoxid mit endständigen Polyäthylenoxidblöcken. Diese wässrige Pigmentdispersion soll als Pigmentteig ein gutes Fliessverhalten, keine Reagglomeration der Pigmentteilchen, keine Stippenbildung und damit keinerlei Verringerung der Farb-60 stärke zeigen; beispielsweise soll sich eine derart hergestellte Pigmentzubereitung sehr gut zum Anfärben von wässrigen Anstrichfarben auf Basis von Kunststoffdispersionen und mit besonderem Vorteil zum Anfärben von Tapetenanstrichfarben auf Basis von Kunststoffdispersionen und Cellulosederi-t>5 vaten eignen.
Die DE-OS 2500865 lehrt ein Verfahren zur Herstellung einer trockenen, in Wasser dispergierbaren Pigmentmasse, das folgende Stufen umfasst: a) Mischen von einem Pigment,
(OC2H4)ai (C2H40)a3— (C3H60)b3H
\ I
N-(R-N)X— (C2H40)a4— (C3H60)b4H
(OC2H4)a2/
3
639 994
Wasser und - bezogen auf das Gewicht des Pigments - 15 bis 45% eines nichtionischen Dispergiermittels, 10 bis 70% eines in Wasser dispergierfähigen, nichtionischen Polymerisats und gegebenenfalls bis zu 40% eines nichtionischen Kolloids, b) Entfernen des Wassers aus der Mischung bis zum Erhalt einer s Trockenmasse bestimmter Zusammensetzung. Als nichtionische Dispergiermittel sind die folgenden aufgeführt: Polyätheralkohole, Alkylenoxid-Alkylendiamin-Blockpoly-merisate und Polyoxy-äthylenglykol- oder -glycerinester,
wobei die Blockpolymerisate durch Addition von Propylen- io oxid an Äthylendiamin mit anschliessender Addition von Äthylenoxid hergestellt werden. Zu den nichtionischen Polymerisaten zählen die folgenden: wenigstens partiell hydroly-sierte Polymerisate von Vinylacetat oder deren Ätherderivate, Polymerisate des N-Vinylpyrrolidons oder deren Copolymeri- is sate mit anderen Vinylverbindungen. Als nichtionische Kolloide sollen Celluloseäther, Stärken und Stärkederivate, natürliche Harze usw. verwendbar sein. Die derart hergestellte Pigmentmasse soll leicht wieder in Wasser dispergiert werden können, mit Latexsystemen und anderen wässrigen 20 Systemen verträglich sein und eine gute Ausflockbeständig-keit aufweisen.
Neben den vorher aufgeführten Hilfsmitteln sind noch weitere sogenannte «Ausschwimmverhinderungsmittel», z.B. aus den Lackrohstofftabellen von E. Karsten, 6. Auflage, Curt 25 R. Vincentz Verlag Hannover, 1976, bekannt, davon einige ausdrücklich fijr wasserverdünnbare Systeme bzw. für löse-mittel- und wasserverdünnbare Systeme. Die praktische Erfahrung zeigt jedoch, dass bis heute keine Mittel mit einer solchen Wirksamkeit gefunden werden konnten, die auf dem 30 Gebiet der cellulosätherhaltigen Kunststoffdispersionen,
-putze und Leimfarben in möglichst vielen Fällen ein Ausschwimmen der zugesetzten Farbpigmente oder Farbpigmentteige verhindern. Dies gilt beispielsweise nicht nur für die vorbeugende Behandlung des anzusetzenden farbigen Disper- 35 sionsgemisches, sondern in besonderem Masse auch für die nachträgliche Behandlung von solchen angesetzten farbigen Dispersionsgemischen, die bei der praktischen Verwertung, z.B. einem Aufstreichen auf die Wand oder die Tapete, ein Ausschwimmen der Farbpigmente zeigen. 40
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Mittel zum
Verhindern des Ausschwimmens von Pigmenten vorzuschlagen.
Die Erfindung geht aus von einem Mittel zum Verhindern des Ausschwimmens von farbigen Pigmenten in Celluloseäther enthaltenden wässrigen Kunststoffdispersionsfarben, Kunststoffputzen oder Leimfarben auf der Basis eines Blockpolymerisats aus einem Di- oder Polyamin und angelagerten Alkylenoxideinheiten.
Das erfindungsgemässe Mittel ist dadurch gekennzeichnet, dass das Blockpolymerisat der im Anspruch 1 angegebenen Formel II entspricht.
Das Blockpolymerisat kann aus einem Mol eines Di- oder Polyamins der allgemeinen Formel I
H2N-(R-NH)X-H
(I),
in der R einen Alkylenrest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und x eine ganze Zahl von 1 bis 4 bedeuten, durch Umsetzung mit 5 bis 50 Molen Äthylenoxid und daran anschliessender Umsetzung mit 5 bis 100 Molen Propylenoxid hergestellt werden.
Als Di- oder Polyamine der allgemeinen Formel I als Startmolekül zur Herstellung der erfindungsgemäss eingesetzten Blockpolymerisate sind beispielsweise Propylendi-amin-1,3, Butylendiamin-1,4, Diäthylentriamin, Dipropylen-triamin, Triäthylentetramin, Tetraäthylenpentamin und insbesondere Äthylendiamin-1,2 geeignet. Auf ein Mol dieser Amine der allgemeinen Formel I wird z.B. nach dem Verfahren der DE-OS 2165586 zunächst zur Absättigung der am Stickstoff gebundenen Wasserstoffatome nur ein verhältnismässig geringer Anteil an Äthylenoxid eingesetzt. Danach kann man die nun vorliegenden alkoholischen Hydroxylgruppen in den derart synthetisierten Molekülen z.B. durch Einwirkung von Natriummethylat alkalisieren, bevor dann dieses Produkt mit weiterem Äthylenoxid bis zur gewünschten Äthylenoxidaufnahme umgesetzt werden kann. Abschliessend erfolgt die Anlagerung von Propylenoxid bis zum vorgesehenen Molekulargewicht des Endprodukts.
Die - wie vorstehend beschrieben - hergestellten Biock-oder auch Pfropfpolymerisate entsprechen der folgenden allgemeinen Formel II
H(°C3H6>br<0C2H4>
H<0C3H6>b2-(0C2H4>:
\
<C2H4°>a3- <C3H6°>b3H
N— (R-N)— (C2H40)a- f CjHgO ) b^H
(II)
in der die Indizes ai bis a4 jeweils ganze Zahlen sind und die Summe (ai + a2 + a3 + a4) = 5 bis 50, vorzugsweise 10 bis 40 beträgt, und die Indizes bi bis b4 ebenfalls ganze Zahlen sind und ihre Summe (bi + b2 + b3 + b4) = 5 bis 100, vorzugsweise 40 bis 70 beträgt und R und x die weiter oben angegebene Bedeutung besitzen.
Die wässrigen Kunststoffdispersionsfarben, Kunststoffputze und Leimfarben werden im allgemeinen in weisser Form geliefert. Ihre Zusammensetzung kann aus DIN 18363 «Anstricharbeiten» vom September 1976 entnommen werden: Kunststoffdispersionsfarben enthalten Kunststoffdispersionen, Pigmente (meist weisse Pigmente, wie Titandioxid, Lithophone und Kreide), Füllstoffe, z.B. Calciumcarbonate,
55
Quarzmehl, Schwerspat, Faserstoffe, Granulate und Hilfsstoffe, z.B. Fungizide; sie können dünnflüssig oder pastös sein und werden nach ihrer Zusammensetzung in die Gruppen waschbeständig, scheuerbeständig und wetterbeständig 60 eingeteilt.
Kunststoffputze unterscheiden sich von den Kunststoffdispersionsfarben durch das Vorhandensein von strukturgebenden Füllstoffen. Leimfarben enthalten Leim, Pigmente (meist weisse) und Füllstoffe, z.B. Faserstoffe. Zu den Kunst-o5 stoffdispersionen zählen viele der Dispersionen aus filmbildenden Homo- oder Copolymerisaten aus Acrylsäureestern, Methacrylsäureestern, Acryl- und Methacrylsäure, Styrol, Äthylen, Butadien, Acrylnitril, Vinylacetat, Vinylpropionat,
639 994
4
Vinylester von langkettigen verzweigten Carbonsäuren oder Maleinsäureestern. Zu den Leimen gehören allgemein Bindemittel wie wasserlösliche Celluloseäther, Stärke, Dextrin, Pflanzenleime, Knochen- und andere tierische Leime. Um das Wasserrückhaltevermögen, die Verarbeitungseigenschaften und die Haftung solcher Farben oder Putze zu verbessern, werden diesen neben oberflächenaktiven Stoffen wasserlösliche Celluloseäther, wie Methylcellulose, Methyl-hydroxyal-kylcellulose, Carboxymethylcellulose, Hydroxyäthylcelhilose oder deren Gemische zugemischt.
Beim Zusammengeben - d.h. Anfärben der weissen Farben oder Putze - der verschieden dispersen Systeme : weisse Farbe oder Putz einerseits und farbiger Pigmentteil andererseits können die eingangs besprochenen Nachteile auftreten.
Die farbigen Pigmentteige, die üblicherweise zum Anfärben von weissen Farben oder Putzen verwendet werden, enthalten neben einem anorganischen oder organischen Pigment meist ein Tensid, ein organisches Lösemittel und/oder Wasser und Konservierungsmittel. Als Pigmente sind dabei unter den anorganischen z.B. Russ, Zinksulfide, Cadmiumsulfide, Ultramarin, Eisenoxide, Nickel- oder Chromatitangelb, Kobaltblau, Chromoxide oder Chromate zu nennen. Als organische Pigmente sind z.B. solche der Azo-, Anthrachi-non-, Azaporphin-, Thioindigo-, Chinacridon-, Dioxazin-, Naphthalintetracarbonsäure-, Perylentetracarbonsäure- oder der Phthalocyanin-Reihe gebräuchlich.
Das erfindungsgemässe Mittel zum Verhindern des Ausschwimmens von farbigen Pigmenten kann den Celluloseäther enthaltenden, wässrigen, bindemittelhaltigen Farben oder Putzen, insbesondere Kunststoffdispersionsfarben, Kunststoffputzen oder Leimfarben, entweder im Zustand der weissen Farbe oder des weissen Putzes bereits beim Hersteller, Konfektionierer oder Verbraucher oder im Zustand der bereits mit farbigen Pigmenten angefärbten Farbe oder des entsprechenden Putzes beim Konfektionierer oder Verbraucher beigemischt werden. Die letztgenannte Möglichkeit ist vor allem deshalb wichtig, weil damit bereits verdorbene Ansätze, d.h. solche, die ohne zugesetztes Mittel ein Ausschwimmen der farbigen Pigmente zeigen, wieder in eine gebrauchsfähige Form gebracht werden können. Es ist neben den vorher vorgeschlagenen, bevorzugten Verwendungsmöglichkeiten des erfindungsgemässen Mittels auch ein Zusatz zum farbigen Pigmentteig selbst denkbar. Zweckmässig werden vom erfindungsgemässen Mittel, bezogen auf das Gewicht der Farbe oder des Putzes im gefärbten Zustand, 0,1 bis 2,0 Gew.-% zugesetzt, oftmals genügt bereits ein Zusatz von etwa 0,2 bis 0,5%.
Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile liegen insbesondere darin, dass
- das erfindungsgemässe Mittel universell in den verschiedenen Stufen der Färb- oder Putzzubereitung eingesetzt werden kann und nicht auf eine oder wenige Farbstoffklassen beschränkt ist,
- das erfindungsgemässe Mittel nicht oder nur in geringem Masse zum Schäumen neigt, so dass die sonst oftmals auftretende Schaumbildung beim intensiven Rühren der Farben oder Putze nicht oder kaum verstärkt wird,
- das erfindungsgemässe Mittel auch ohne die Einwirkung starker Scherkräfte wirksam werden kann, so dass ein Einrühren in die Farbe oder den Putz bei niedrigen Dissolver-drehzahlen oder auch von Hand ausreichend ist und
- der Einfluss des erfindungsgemässen Mittels auf die Wasserfestigkeit der Farben oder Putze vertretbar ist.
Einige der in den obigen Ausführungen verwendeten Begriffe können auch aus der DIN 55945 «Anstrichstoffe und ähnliche Beschichtungsstoffe» vom Oktober 1973 entnommen werden, z.B. «Ausschwimmen» ist das sichtbare Entmischen der Pigmente im Anstrichstoff beim Lagern oder im Anstrich während des Trocknens; «Bindemittel» ist der nichtflüchtige Anteil eines Anstrichstoffes ohne Pigment und Füllstoff, aber einschliesslich Weichmachern, Trockenstoffen und anderen nicht-flüchtigen Hilfsstoffen, das Bindemittel 5 verbindet die Pigmentteilchen untereinander und mit dem Untergrund und bildet so mit ihnen gemeinsam den fertigen Anstrich.
Die in den folgenden Beispielen angezogene DIN 53778 befasst sich in ihrem Teil 2 vom September 1976 mit Kunst-io stoffdispersionsfarben für Innen und der Beurteilung der Reinigungsfähigkeit und der Wasch- und Scheuerbeständigkeit von Anstrichen. Die zu bestimmende Wasch- bzw. Scheuerbeständigkeit ist dann die Eigenschaft eines Dispersionsfarbenanstrichs, sich durch eine zeitlich begrenzte Beanspruchung 15 in einem festgelegten Scheuerprüfgerät nicht mehr als um ein bestimmtes Mass durchscheuern zu lassen.
Das farbige Pigment, das in den folgenden Beispielen immer verwendet wird, ist bekannt dafür, dass es dem Konfektionierer oder Verbraucher grosse Probleme bezüglich sei-20 nes Ausschwimmens bereitet. Die verwendeten Mengen des zugesetzten erfindungsgemässen Mittels können deshalb nicht als beispielhaft für die Verarbeitung der meisten anderen farbigen Pigmente oder Pigmentteige gelten, sie liegen in den Beispielen sehr hoch und sonst meist niedriger. Prozent-25 angaben sind immer Gew.-%.
Beispiel 1
Einer weissen Dispersionsfarbe für Innen (nach DIN 53788 waschbeständig) der folgenden Zusammensetzung
Wasser einer wässrigen 10%igen
Na-polyphosphat-Lösung eines NH-t-Salzes einer Polyacrylsäure als
Dispergiermittel
Konservierungsmittel (Bakterizid)
einer wässrigen 10%igen NaOH-Lösung
Titandioxid kristallines CaCCb amorphes CaCCb, chemisch gefällt
Kaolin (Al-Silicat)
Entschäumer
Methyl-hydroxyäthyl-cellulose in 2,5%iger wässriger Lösung (mittlere Viskosität 6000 cP in 2%iger wässriger Lösung bei 20 °C) Styrol-Acrylat-Copolymerdispersion Butyl-diglykol-acetat als Filmbilde-Hilfsmittel
45
170
Gew.-Teile
10
Gew.-Teile
5
Gew.-Teile
1
Gew.-Teil
1
Gew.-Teil
75
Gew.-Teile
400
Gew.-Teile
50
Gew.-Teile
25
Gew.-Teile
1
Gew.-Teil
160
Gew.-Teile
90
Gew.-Teile
7
Gew.-Teile so werden auf 100 g der weissen Dispersionsfarbe 2 g eines farbigen Pigmentteiges aus 25% Di-oxazin(carbazol)-violett ( = C.I. 51319), 13% Tensid, 46,3% Äthylglykol, 15% dest. Wasser und 0,7% Na-pentachlorphenol als Konservierungsmittel zugesetzt und von Hand mit dem Spatel verrührt. In diesem 55 Gemisch liegt das violette Pigment flokkuliert, d.h. ausgeschwommen vor. Von diesem inhomogenen Gemisch werden 2 Ansätze erstellt und je 50 g abgenommen und mit 0,5 bzw. 0,75 g ( = 1% bzw. 1,5%, bezogen auf das Gewicht der angefärbten Dispersionsfarbe) eines Blockpolymerisats, hergestellt 60 aus folgenden Mengenanteilen der Komponenten: 1 Mol Äthylendiamin, etwa 30 Mole Äthylenoxid und etwa 60 Mole Propylenoxid, versetzt. Das Blockpolymerisat kann wie folgt hergestellt werden:
Bei 70 °C wird ein Gemisch aus 14,4 Gew.-Teilen einer »5 80%igen wässrigen Äthylendiamin-Lösung und 0,13 Gew.-Teilen einer 80%igen wässrigen Hydrazinhydrat-Lösung (als Farbverbesserer) mit 42,7 Gew.-Teilen Äthylenoxid begast. Das erhaltene Zwischenprodukt weist einen Gesamtstick
stoffgehalt von 9,35% auf, der Anteil tertiären Stickstoffs beträgt 99%. Zur Alkalisierung werden zu diesem Zwischenprodukt 14,4 Vol.-Teile (Vol.-Teile:Gew.-Teile wie l:kg) Natriummethylatlösung eines Na-Gehalts von 12,8% gegeben; die Alkoholatbildung wird durch Trocknen über 5 Std. vervollständigt. 25,7 Gew.-Teile dieses alkalisierten Zwischenprodukts werden mit 22,7 Gew.-Teilen Äthylenoxid bei 120 bis 130°C zur Reaktion gebracht, das Anlagerungsprodukt aus Äthylendiamin und Äthylenoxid besitzt einen Gesamtstickstoffgehalt von 2,08%, entsprechend einem Molekulargewicht von 1345 und einem Anteil von 29,2 Molen angelagertem Äthylenoxid. 28,5 Gew.-Teile dieses Zwischenprodukts werden bei 130° bis 135°C mit 71,5 Gew.-Teilen Propylenoxid umgesetzt. Die Analyse des Reaktionsproduktes ergibt einen Gesamtstickstoffgehalt von 0,57%, der einem Molekulargewicht von 4910 und einem Anteil von 61,4 Molen Propylenoxid entspricht.
Von den Gemischen ohne Zusatz des erfindungsgemässen Mittels und von den Gemischen mit Zusatz des erfindungsgemässen Mittels werden Proben entnommen und mit einem Handrakel in etwa 200 um Nassfilmdicke auf Testkarten aufgezogen. Bevor die Filme trocken sind, d.h. innerhalb von 5 min, wird ein beliebiger Teilbereich der Nassfilme mit der Fingerkuppe gründlich verrieben. Nach Trocknung der Filme wird visuell beurteilt, ob der ausgeriebene und der nicht-ausgeriebene Teilbereich des Films farbgleich sind oder ob die Farben sich unterscheiden. Das zugesetzte Mittel hat dann seine volle Wirksamkeit erreicht, wenn die ausgeriebenen und nicht-ausgeriebenen Teilbereiche des Films farbgleich sind. Der Zusatz von 1% des erfindungsgemässen Mittels ändert bereits das ohne Zusatz starke Ausschwimmen des violetten Pigments zu einem nur noch schwachen Ausschwimmen: bei einem Zusatz von 1,5% des erfindungsgemässen Mittels tritt Farbgleichheit, d.h. kein Ausschwimmen des violetten Pigments auf.
Beispiel 2 .
Um die Beeinflussung der Scheuerbeständigkeit der Dispersionsfarben bei verschiedenen Zusatzmengen an erfin-dungsgemässem Mittel zu untersuchen, werden einer nach Beispiel 1 angefärbten Dispersionsfarbe 0,75%, 1%, 1,5% und 2% des Mittels, bezogen auf das Gewicht der angefärbten Dispersionsfarbe, zugesetzt. Bei der Prüfung der Scheuerbeständigkeit nach DIN 53778 können ohne Zusatz und mit einem Zusatz von 0,75%, der in den in der Regel weniger schwierigen Fällen ausreichenden Menge, Scheuercyclen von etwa 1200 erreicht werden; bei 1% Zusatz verringert sich die Zahl der Scheuercyclen auf etwa 930, bei 1,5% auf etwa 425 und bei 2% auf etwa 250.
Vergleichsbeispiele VI bis V19
Es wird eine violette Dispersionsfarbe nach den Angaben des Beispiels 1 hergestellt und mit ebenfalls 1% bzw. 1,5% eines bekannten Ausschwimmverhinderungsmittels versetzt. In allen Fällen tritt keine Farbgleichheit der Teilbereiche der Testfilme auf, so dass die bekannten Mittel in der mit dem erfindungsgemässen Mittel vergleichbaren Menge das starke Ausschwimmen des violetten Pigmentes nicht verhindern.
5 639 994
Tabelle zu den Vergleichsversuchen
Nr. des Chemischer Aufbau des veröffentlicht in
Vergleichs- zugesetzten Mittels
Versuchs
Blockpolymerisat aus DT-AS 2156603
Äthylendiamin, Propylenoxid und Äthylenoxid mit 40%
Äthylenoxidanteil
Blockpolymerisat aus Dt-AS 2156603
Äthylendiamin, Propylenoxid und Äthylenoxid mit 40%
Äthylenoxidanteil und höherem Molekulargewicht als bei V 1
Blockpolymerisat aus DT-AS 2156603
Äthylendiamin, Propylenoxid und Äthylenoxid mit 40%
Äthylenoxidanteil und höherem Molekulargewicht als bei V 2
Blockpolymerisat aus DT-OS 2500865
Äthylendiamin, Propylenoxid und Äthylenoxid mit 10%
Äthylenoxidanteil
Blockpolymerisat aus DT-OS 25 00 865
Äthylendiamin, Propylenoxid und Äthylenoxid mit 20%
Äthylenoxidanteil
Naphthalinsulfosäure-Formal-DT-PS 2414455 dehyd- Kondensationsprodukt Na-Alkylpolyglykoläthersulfat -mit etwa 2 Molen Äthylenoxid Na-Alkylpolyglykojäthersulfat -mit etwa 3 Molen Äthylenoxid Nonylphenol-oxäthylate mit etwa 8 bis 30 Molen Äthylenoxid
Kresol-Nonylphenol-Formal-dehyd-oxyäthylat Tributyl phenol- oxäthylat etwa 50 Molen Äthylenoxid Oleylfettalkohol-oxäthylate mit etwa 8 bis 25 Molen Äthylenoxid
Cocosfettalkohol-oxäthylate mit etwa 8 bis 25 Molen Äthylenoxid
Stearylalkohol-oxäthylate mit etwa 15 bis 25 Molen Äthylenoxid Talgfettalkohol-oxäthylate mit DT-OS 2500865 etwa 11 bis 25 Molen Äthylenoxid
Iso-tridekanol-oxäthylate mit DT-OS 2500865
etwa 8 bis 15 Molen
Äthylenoxid
Oleylamino-oxäthylate mit DT-PS 2414455
etwa 5 bis 25 Molen
Äthylenoxid
Cocosfettamino-oxäthylate DT-PS 2414455
mit etwa 2 bis 25 Molen
Äthylenoxid
Na-Ligninsulfonat
V 1
10
V 2
15
V 3
20
V 4
25
V 5
30
V 6
V 7 35 V 8
V 9
40 V 10
V II
V 12
45
V 13 5o V 14
V 15
55
V 16
V 17
bO
V 18 »5 V 19
DT-OS 2500865
DT-OS 2500865 DT-OS 2500865
DT-OS 2500865
DT-OS 2500865
Claims (6)
- 639 994iPATENTANSPRÜCHE 1. Mittel zum Verhindern des Ausschwimmens von farbigen Pigmenten in Celluloseäther enthaltenden wässrigen Kunststoffdispersionsfarben, Kunststoffputzen oder Leimfar-H(OC3H6)bl—^(oc3H6)b2entspricht, in der die Indizes ai bis a4 und bi bis b4 jeweils ganze Zahlen sind, die Summen (ai + a2 + a3 + a4) = 5 bis 50 und (bt + bz + bj + b4) = 5 bis 100 betragen, R einen Alkylenrest von 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und x eine ganze Zahl von 1 bis 4 bedeuten.
- 2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Summen (ai + a2 + a3 + a4) = 10 bis 40 und (bi + bi + bj + b4) = 40 bis 70 betragen.
- 3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass R einen Äthylenrest und x = 1 bedeuten.
- 4. Verwendung des Mittels nach Anspruch 1 für zu färbende oder bereits gefärbte Celluloseäther enthaltende, wäss-rige, bindemittelhaltige und ohne farbigen Pigmentzusatz weisse Farben oder Putze.
- 5. Verwendung nach Anspruch 4 des Mittels nach Anspruch 1 oder 3.
- 6. Verwendung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass man 0,1 bis 2,0 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Farbe oder des Putzes im gefärbten Zustand, des Mittels zusetzt.
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