CH642978A5 - Verfahren zur herstellung von 12-beta-hydroxycardenolidverbindungen. - Google Patents

Verfahren zur herstellung von 12-beta-hydroxycardenolidverbindungen. Download PDF

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Karoly Albrecht
Zoltan Dr Szeleczky
Ernoe Dr Szarka
Attila Dr Szentirmai
Eva Dr Udvardy-Nagy
Maria Trinn
Lajos Nagy
Miklos Budai
Adam Trompler
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Tibor Dr Balogh
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Lajos Ila
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    • C12P33/06Hydroxylating
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur mikrobiologischen Herstellung von Cardenolidverbindungen der Formel I
OH .
CH
CH
OH
R—0
H
worin X Wasserstoff oder eine Hydroxylgruppe und R Wasserstoff oder eine Gruppe der allgemeinen Formel III
CH
OH
OH
HO
(III)
,1
und in der letzteren Formel R1 Wasserstoff oder eine Acetyl-gruppe bedeuten.
Es ist bekannt, dass die im Handelsverkehr zugänglichen Herzmittel Lanatosid-C, Acetyldigoxin und Digoxin aus den Blättern der Pflanze Digitalis lanata gewonnen werden. Die Blätter dieser Pflanze enthalten ein Gemisch der Glykoside
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Lanatosid-A, -B, -C und -D. Es kann aber unter Einwirkung der anwesenden hydrolysierenden Enzyme auch eine Abspaltung des Glykose-Teils und der Acetylgruppe eintreten, wodurch dann neben den erwähnten primären Glykosiden auch die vier entsprechenden sekundären Glykoside Digitoxin, Gitoxin, Digoxin und Diginatin in den Blättern der Digitalis Lanata anwesend sind. Das Mengenverhältnis der primären zu den sekundären Glykoside schwankt in Abhängigkeit von den Züchtungsbedingungen der Pflanze, was aber vom Gesichtspunkt der Technologie der Gewinnung der Glykoside überhaupt nicht vorteilhaft ist. Dabei verbleibt das Lanatosid-A bei der Gewinnung der als Arzneimittel verwendbaren, in der 12ß-Stellung eine Hydroxylgruppe enthaltenden Glykoside als unbrauchbares Nebenprodukt zurück.
Zur Hydroxylierung des Àglykons von 12-Desoxy-Herz-glykosiden können nach den Literaturangaben verschiedene Mikroorganismen verwendet werden. So wurden zu diesem Zweck z.B. Fusarium lini (Helv. Chim. Acta. 41,297 [I960]), Gibberella fujikuroii und Helicostylum piriforme (Nature 184,469 [1959]), Gibberella saubinetti (Chem. Pharm. Bull. 8, 530 [I960], Calonectria decora und Nigrospora sphaerica (Abstr. Symposium on the Chem. of Digitalis Cardiac Glyco-sides, 114 [I960]) vorgeschlagen. Mit der Hydroxylierung des therapeutisch anwendbaren Herzglykosids Digitoxin hat sich aber nur eine japanische Forschergruppe befasst, welche die Mikroorganismenstämme Streptomyces owashiensis, Strep-tomyces diastatochromogenes, Mortierella isabellina, Tri-chocladium asperum und Circinella muscae mit Erfolg zur Herstellung von Digoxin verwendet hat (Agr. Biol. Chem. 29, 783 [1965]).
Das Ziel der vorliegenden Erfindung war die Ausarbeitung eines neuen, einfachen und grossbetrieblich wirtschaftlich anwendbaren Verfahrens zur Herstellung von therapeutisch wertvollen, in der 12ß-Stellung eine Hydroxylgruppe enthaltenden Herzglykosiden.
Die Erfindung wurde dadurch ermöglicht, dass es gelungen ist, aus einem Waldboden einen solchen Streptomy-cesstamm zu isolieren und heranzuzüchten, welcher die Fähigkeit hat, im Laufe einer aeroben Fermentation eine 12ß-Hydroxylgruppe in den Aglykon-Teil von 12-Desoxy-Herzglykosiden einzuführen. Taxonomisch ist der neue Stamm auf Grund seiner nachfolgend ausführlich beschriebenen Eigenschaften als Streptomyces praecox zu betrachten (vgl. Waksman: The Actinomycetes, Vol. 2,1961); der Stamm wurde am 4. Juni 1974 in der Nationalen Mikroorganismen-stammsammlung des ungarischen Landesinstituts für Gesundheitswesen, Gyâli ut 2-6, Budapest, unter Nr. MNG 127 deponiert.
Der neue Stamm zeigt die folgenden charakteristischen Eigenschaften:
Morphologie: die aus den Hyphen der Luftmyzelien entspringenden Sporenträger zeigen monopodiale Verzweigungen, die einzelnen Zweige sind kurz, in etwa 50% ranken-förmig, in 50% bestehen sie aus lockeren oder kompakten, 2 bis 3 Schleifen zeigenden Spiralen. Die Sporen sind glatt-wändig, ellipsoidförmig; ihre Grösse ist 0,95-1,00x1,10-1,28 p..
In Saccarose-Nitrat-Agar zeigen die Kolonien nur zerstreutes Wachstum, das Luftmyzelium ist kremfarbig, die Nährbodenmyzelien haben eine helle Zimtfarbe; kein lösliches Pigment wird gebildet.
An Tyrosin-Agar: kein Wachstum.
An Nähr-Agar wächst der Stamm mit mittelmässiger Geschwindigkeit. Es entwickeln sich keine Luftmyzelien, die Nährboden-Myzelien sind farblos, mit wachsartiger Oberfläche; es entsteht kein lösliches Pigment.
An Glucose-Asparagin-Agar zeigt der Stamm sehr schnelles Wachstum, die Luftmyzelien haben staubige Oberfläche und spinnengewebeartige Form; sowohl die Luftmyzelien, als auch die Nährbodenmyzelien sind drappfarbig; es entsteht kein lösliches Pigment.
An Bouillon-Agar wachsen die Kolonien schnell; es entsteht kein Luftmyzelium, die Nährbodenmyzelien bilden eine sehr dünne Schicht und sind schleimig; kein lösliches Pigment diffundiert in das Agar.
Kartoffel-Glucose-Agar: schnelles Wachstum; die Luftmyzelien sind anfangs weiss, später zimtfarbig und schliesslich drapp. Die Nährbodenmyzelien sind drapp- bzw. zimtfarbig; es entsteht kein lösliches Pigment.
Sabouraud-Glucose-Agar: der Stamm wächst mit mittelmässiger Geschwindigkeit, Luftmyzelien bilden sich nur langsam und spärlich aus mit weisser Farbe; die Nährbodenmyzelien sind kremfarbig; kein lösliches Pigment.
Löffler'scher geronnener Molke-Nährboden: gutes Wachstum, kein Luftmyzelien, die Nährbodenmyzelien sehen aus wie Bakterienkolonien und haben wachsartige Oberfläche; es entsteht kein lösliches Pigment, die proteolytische Wirkung ist minimal.
Cellulose als einzige Kohlenstoffquelle: gutes Wachstum.
Gelatineverflüssigung: positiv.
Kartoffelschnitt: schnelles Wachstum; zimtfarbige Luftmyzelien, kein lösliches Pigment.
Blut-Agar: graubraune Kolonien mit wachsartiger Oberfläche, 1 mm Durchmesser; nach einwöchiger Inkubation bei 26°C keine Sporenbildung, schwache Beta-Hämolyse.
Assimilation von Kohlenstoffquellen:
D-Glucose
+
Melesitose schwach
D-Galaktose
+
lösliche Stärke
+
Saccharose
+
D-Xylose
+ +
Maltose
4- +
L-Arabinose
+
Laktose
+ +
L-Rhamnose
-
Raffinose
-
Galaktit
-
Sorbose
-
N-Mannit
+
Cellobiose
+
Inosit
+ +
Trehalose
+ +
Salicin
©
Melibiose
-
a-Methyl-D-glucosid schwach
© im Nähr-Agar gut diffundierendes braunes Pigment + bzw. ++: gute bzw. sehr gute Assimilation.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist also ein neues Verfahren zur Herstellung von Cardenolidverbin-dungen der oben definierten allgemeinen Formel I auf mikrobiologischem Weg, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man Herzglykoside der allgemeinen Formel II
CH
OH
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worin R und X die bei der allgemeinen Formel I angegebenen Bedeutungen haben, in wässrigem Medium mit einer sub-mersen, belüfteten und gerührten Kultur des Stammes Streptomyces paraecox (MNG 127, deponiert in der Ungarischen Nationalen Sammlung von Mikroorganismen) in Berührung bringt und dann das entstandene, biologisch aktive, hydroxy-lierte Produkt aus dem Reaktionsgemsich abtrennt.
Bei der praktischen Durchführung des erfindungsge-mässen Verfahrens können der Stamm Streptomyces praecox oder Varianten davon unter Verwendung von zum Züchten von Streptomyzeten bekannterweise geeigneten Nährbodenbestandteilen gezüchtet werden. So kann man als Energiequellen vorteilhaft Glucose, Maltose, Galaktose, Laktose, Stärke, oder Dextrin einsetzen. Als Stickstoffquelle können organische Stoffe natürlicher Herkunft, wie Kaseinhydro-lysat, Sojamehl, Erdnussmehl, Maisquellwasser, Pepton oder Hefeextrat, ferner synthetische Produkte, wie Aminosäuren, Harnstoff oder Ammoniumsalze dienen. Die Nährbodenbestandteile können in verschiedenen Kombinationen verwendet werden. Es ist zweckmässig, dem Nährboden auch anorganische Salze, besonders Phosphate, Kalium-, Calcium-, Magnesium und/oder Eisensalze, zuzusetzen. Die Mengen und das Mengenverhältnis der Kohlenstoffquelle und der Stickstoffquelle im Nährboden kann zwischen weiten Grenzen (etwa 0,5% bis 4%) variieren. Das Absinken des pH-Wertes der Fermentationsflüssigkeit kann durch das Zusetzen von Calciumcarbonat zum Nährboden verhindert werden.
Die Fermentation kann zwischen 20°C und 40°C, besonders aber bei der für Streptomyzeten günstigen Temperatur von 28-30°C ausgeführt werden. Die Züchtung erfolgt in geschüttelten Erlenmeyerkolben oder in mit Rührwerk ausgerüsteten Fermentoren. Die Luftzufuhr kann durch intensives Schütteln der Kolben, bzw. bei submerser Fermentation in Fermentoren durch Einblasen von Luft in das Fermentationsmedium erfolgen. Die hydroxylierende Aktivität der Mikroorganismen kann durch mehrmaliges Umimpfen der Kultur auf frischen Nährboden gesteigert werden.
Das zu hydroxylierende Substrat kann zu der schon voll entwickelten Kultur oder während der Phase des intensiven Wachstums zugegeben werden; dasselbe Ergebnis wird aber auch dann erzielt, wenn man das Substrat schon vor dem Anfang des Wachstums zu dem Nährboden zusetzt, da das Wachstum der Kultur durch die Anwesenheit von Herzglyko-siden nicht beeinflusst wird. Man kann ferner auch so arbeiten, dass man die ausgewachsene Kultur von dem Nährboden durch Filtrieren abtrennt und in einer Pufferlösung suspendiert und dann das Substrat zu dieser Suspension zusetzt. Die Sauerstoffversorgung des Reaktionsgemisches und die geeignete Temperatur muss aber in jedem Fall gesichert werden.
Als Substrat können beliebige 12-Desoxy-Herzglykoside der allgemeinen Formel II, oder auch die entsprechenden Aglucone selbst, also a-Acetyl-digitoxin, Digitoxin oder Digitoxigenin eingesetzt werden. Die als Substrat einzusetzende Verbindung wird zweckmässig in einem mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel, z.B. in Äthanol oder Methanol, gelöst und in dieser Form dem Fermentationsmedium zugeführt; die Reaktion kann aber auch dann mit gutem Ergebnis ausgeführt werden, wenn man die fein gepulverte Verbindung in Wasser suspendiert und in dieser Form dem Fermentationsmedium zusetzt.
Die als Produkt des Fermentationsverfahrens erhaltene, in der 12ß-Stellung eine Hydroxylgruppe enthaltende Verbindung der allgemeinen Formel I kann durch Extraktion mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel, vorteilhaft mit Chloroform, Dichlormethan oder Äthylacetat, aus der Fermentationsflüssigkeit gewonnen werden. Nach dem
Einengen der so erhaltenen organischen Lösung und nach Chromatographieren des Rückstandes kann das erhaltene rohe Produkt durch Umkristallisieren gereinigt werden.
Der wichtigste Vorteil der Erfindung ist, dass sie die wirtschaftliche Herstellung von therapeutisch wirksamen Herz-glykosiden ermöglicht. Bei der Gewinnung von Lanatosid C aus der Pflanze Digitalis lanata bleiben immer grosse Mengen von dem therapeutisch wertlosen Lanatosid A zurück, während bei der Herstellung von Digoxin das therapeutisch ebenfalls wertlose Digitoxin als Nebenprodukt erhalten wird; durch die Anwendung des erfindungsge-mässen Verfahrens kann man aus diesen wertlosen Nebenprodukten therapeutisch wertvolle Herzglykoside erhalten.
Die praktische Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird durch die nachstehenden Beispiele näher veranschaulicht.
Beispiel 1
Der Stamm Streptomyces praecox MNG 127 wird auf einem
1,0% Glucose 0,2% Casamin 0,1% Fleischextrakt 0,01% Lanatosid A und 1,7% Agar enthaltenden Nährboden gezüchtet. Eine mit 5 ml destilliertem Wasser von Schrägagar hergestellte Sporenab-schwemmung wird als Impfstoff der Submerkskultur verwendet.
100 ml Nährlösung «S», welche 2% Sojamehl, 3% Glucose und 0,5% Calciumcarbonat enthält, werden mit 1 ml der obigen Suspension beimpft. Vor dem Impfen wird der Nährboden, dessen pH-Wert 7 ist, bei 120°C 25 Minuten sterilisiert. Die Züchtung der Streptomyceten erfolgt bei 28°C, an einem Schütteltisch mit 2,5 cm Ausschlag, 300 U/min. Nach 2 Tagen Inkubation wird die Kultur mit der Lösung von 50 mg Digitoxin in 2 ml Methanol versetzt und die Kultur bei 37°C weiter geschüttelt. Das Fortschreiten der biochemischen Reaktion wird durch die dünnschichtchromatographische Analyse des Chloroformextraktes von täglich entnommenen Mustern des Mediums verfolgt. Zu diesem Zweck werden Kieselgel-HF254-Platten (E. Merck, Darmstadt, BRD) verwendet; Laufmittel: 35:55:10-Gemisch von Cyclohexan, Äthylacetat und abs. Äthanol. Die Flecke des Umsetzungsprodukts werden durch die Anwendung von essigsaurer Anisaldehydlösung bei 105°C sichtbar gemacht. In dem auf Grund der dünnschichtchromatographischen Analyse als vom Gesichtspunkt der Digoxinbildung günstigsten erscheinenden Zeitpunkt, etwa 90 Stunden nach der Zugabe von Digitoxin, wird die Fermentation beendet; aus den aus 40 geschüttelten Kolben erhaltenen 4 Liter Fermentationsflüssigkeit werden durch Zentrifugieren die sich absetzenden Bestandteile abgetrennt, mit 500 ml Methanol extrahiert und die Methanollösung zur Trockne eingedampft. Die bei der Zentrifugierung erhaltene supernatante Flüssigkeit wird mit je 3 Liter Chloroform dreimal extrahiert und die Extrakte vereinigt. In dieser vereinigten Chloroformlösung wird auch der trockene Rückstand des obigen Methanolextrakts gelöst, die Lösung über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und im Vakuum bei 40°C eingedampft. Der ölige Rückstand wird in 10 ml l:l-Gemisch von Chloroform und Methanol aufgenommen und an 20 g Silicagel (zur Säulenchromatographie geeignete Qualität) getrocknet. Das das rohe Produkt enthaltende Silicagel wird in eine Säule von 70 cm Höhe und 4 cm Durchmesser eingetragen; das Chromatographieren wird mit trockenem Träger begonnen und in aufsteigender Richtung
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durchgeführt. Anfangs wird ein 35:55:2,5-Gemisch von Cyclohexan, Äthylacetat und abs. Äthanol verwendet, welches dann bis zum Erreichen von 1100 ml EluationsVolumen linear auf 35:55:10 modifiziert wird. Dann bleibt das Verhältnis der Lösungsmittel während der weiteren Eluie-rung unverändert, aber die anfängliche Durchflussgeschwindigkeit von 30 ml/h wird auf 20 ml/h reduziert. Das unverändert gebliebene Digitoxin erscheint in den Fraktionen zwischen 960 ml und 1070 ml, dann wird aus den Fraktionen zwischen 1070 und 11150 ml das Hauptumsetzungsprodukt Digoxin und aus den nachfolgenden Fraktionen das ebenfalls gebildete 7ß-Hydroxydioxin erhalten.
Die Digoxin enthaltenden Fraktionen werden 2 Tage lang bei -20°C gehalten; während dieser Zeit scheidet sich das rohe Digoxin (330 mg) in Form von nadeiförmigen Kristallen aus. Die Mutterlauge wird im Vakuum eingedampft, der ölige Rückstand in 5 ml Chloroform gelöst und die Lösung tropfenweise mit Cyclohexan bis zur beginnenden Trübung versetzt. Die Trübung wird durch die Zugabe von einigen Tropfen Methanol aufgelöst, das Gemisch auf -20°C abgekühlt und zum Kristallisieren stehen gelassen. In zwei Tagen scheiden sich 140 mg Digoxin in kristalliner Form aus. Die beiden rohen Produkte werden vereinigt und aus heissem 80%igem Methanol umkristallisiert. Es werden auf diese Weise 450mg kristallines Digoxin erhalten; F.: 245-250°C; Md = +10,8° (c = 1, Pyriden).
IR (KBr): 3400,3510,3090, 1720,1620,1400, 1270, 860,
820-'.
Das aus dem erhaltenen kristallinen Produkt durch saure Hydrolyse hergestellte Genin zeigt die folgenden Spektraldaten:
Spitzenwerte des Massenspektrum: 390 (M+), 372 (30%), 354 (70%), 262 (42%), 219 (40%), 201 (100%), 147 (40%), 111 (41%).
UV (in cc. H2SO4): W: 228,317,388 nm.
NMR (in Dimethylsulfoxyd): 8 = 0,7 s (18-Me), 0,9 s (19-Me), 3,85 (3-H, 4,05 s (14-OH), 4,2 d (3-OH), 4,6 d ( 12-OH), 4,9 d (21 -H, 5,8 s (22-H) ppm.
UV (in cc. H2SO4): Àmax.: 228,317 und 388 nm.
Aus dem Eindampfrückstand der 7ß-Hydroxy-digoxin enthaltenden Fraktionen werden nach Umkristallisieren aus 80%igem Methanol 175 mg kristallines Produkt erhalten;
F.: 210-217°C; [afe0 = +16,1° (c = 1, Pyridin).
Das aus dem erhaltenen kristallinen Produkt durch saure Hydrolyse hergestellte 7ß-Hydroxy-digoxygenin zeigt die folgenden Spektraldaten:
Spitzenwerte des Massenspektrums: 403 (M+, 3%), 281 (36%), 278 (30%), 163,145 (43%).
IR (KBr): 3570,3370,2910,1710, 1600,1430,1310, 860, 825 cm-1.
NMR (in Dimethylsulfoxyd): 5 = 0,7 s (18-Me), 0,9 s (19-Me), 3,9 (3-H), 4,25 d (3-OH), 4,65 d (12-OH), 4,9 s (21-H), 5,3 s (14-OH), 5,5 d (7-OH), 5,8 s (22-H) ppm.
UV (in cc. H2SO4) Imax.: 230,380 und 460 nm.
Beispiel 2
Die Züchtung des Stammes Streptomyces praecox (MNG-127) und die mikrobiologische Umsetzung des zugesetzten Substrats werden unter den im Beispiel 1 beschriebenen Verhältnissen durchgeführt. Zu der ausgewachsenen Kultur werden als Substrat auf jede 100 ml der Kultur 20 mg a-Ace-tyldigitoxin in 1 ml Äthanol gelöst zugegeben. Die Fermentation wird 4 Tage lang fortgesetzt, dann wird das erhaltene Produkt auf die im Beispiel 1 beschriebene Weise extrahiert und chromatographisch gereinigt, mit dem Unterschied, dass der Lösungsmittelgradient derart eingestellt wird, dass das anfängliche Volumenverhältnis 35:55:2,5 des Gemisches von Cyclohexan, Äthylacetat und abs. Äthanol bis zum Abfliessen von 1600 ml Eluat auf 35:55:8 verdünnt sein soll; im weiteren Verlauf des Eluierens wird dann dieses Verhältnis beibehalten. Die zwischen 1550 ml und 1770 ml Eluat-volumen gesammelten Fraktionen werden vereinigt und eingedampft; der Rückstand wird aus 80%igem Methanol kristallisiert; das erhaltene kirstalline Produkt kann auf Grund seiner dünnschichtchromatographischen Eigenschaften als a-Acetyldigoxin identifiziert werden. Das Produkt wird durch präparative Dünnschichtchromatographie weiter gereinigt. Das auf diese Weise erhaltene analytisch reine a-Acetyldigoxin schmilzt bei 224-229°C;
[a]o = 18,2° (c = 1, Pyridin).
Das nach Hydrolyse dieses Produkts erhaltene Genin zeigt dieselben physikalisch-chemischen Daten, wie das nach Beispiel 1 erhaltene Digoxygenin.
Beispiel 3
Von einer an Kartoffelextrakt und Glucose enthaltenden Schrägagar gewachsenen, 5 bis 6 Wochen alten Kultur des Stammes Streptomyces praecox MBG 127 wird mit 10 ml sterilem destilliertem Wasser eine Suspension hergestellt. Mit je 1 ml dieser Suspension werden in 500 ml Erlenmeyer-Kolben je 100 ml sterilisierte PS-Nährlösung (enthaltend 0,8% staubförmigen Sojaextrakt und 3% Glucose) eingeimpft. Die Nährlösung, dessen pH-Wert vor dem Sterilisieren 7,0 war, wurde vor dem Impfen 45 Minuten bei 120°C sterilisiert; die Sterilisierung der zu der Nährlösung zuzusetzenden Glucose erfolgte separat, in 50%iger Lösung, 30 Minuten bei 120°C.
Der staubförmige Sojaextrakt wird auf die folgende Weise hergestellt: extrahiertes Sojamehl wird durch ein Sieb mit 0,4 mm Maschenweite durchgesiebt und in Leitungswasser suspendiert. Die 10% Mehl enthaltende Suspension wird eine Stunde unter einem Überdruck von 1 bar erhitzt, dann auf 37°C abgekühlt und mit 0,4% Pankreatin 2 Stunden lang unter ständigem Rühren hydrolysiert, wobei der pH-Wert des Reaktionsgemisches mit nach Bedarf zugesetztem Natriumhydroxyd während der Hydrolyse zwischen 7,5 und 8,0 gehalten wird. Nach Beendigung der Hydrolyse wird das Gemisch zentrifugiert und die supernatante Flüssigkeit unter Zerstäubung getrocknet. Der Stickstoffgehalt des auf diese Weise gewonnenen pulverförmigen Sojaextrakts ist 9%.
Die Bebrütung des Treptomyces Stammes in dem beimpften Kolben erfolgt bei 32°C an einem Schütteltisch mit 2,5 cm Ausschlag und 3000 U/min. Mit der unter solchen Umständen in 24 Stunden voll ausgewachsenen 400 ml Schüttelkultur werden in einem gläsernen Laboratoriumsfer-mentor mit 1-1 Rauminhalt 51 PS-Nährboden beimpft. Ausser den Sojaextrakt und Glucose werden in diesem Fall dem Nährboden auch 0,2% Palmöl zugegeben, um das Schäumen zu verhindern. Die Fermentation wird bei 32°C, unter Belüftung mit 51/min steriler Luft und unter Rühren mit 350 U/min einen Tag fortgesetzt, dann wird die Temperatur der Kultur auf 37°C erhöht und es wird die durch Filtrieren sterilisierte Lösung von 2,5 g Digitoxin in 100 ml Methanol zugesetzt. Nach 2 Tagen Inkubation wird die Fermentationsflüssigkeit abfiltriert und das Filtrat zweimal mit je x/i Vol. Benzol und anschliessend dreimal mit je V3 Vol. Chloro-from extrahiert. Aus dem Chloroformextrakt werden 750 mg Digoxin und 440 mg 7ß-Hydroxydigoxin erhalten.
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Claims (3)

  1. 642 978
    PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Herstellung von Cardenolidverbin-dungen der Formel I
    O
    OH
    CH
    CH
    OH
    R—0
    H
    worin X Wasserstoff oder eine Hydroxylgruppe und R Wasserstoff oder eine Gruppe der Formel III
    CH
    OH
    OH
    HO
    (III)
    und in der letzteren Formel R1 Wasserstoff oder eine Acetyl-gruppe bedeuten, dadurch gekennzeichnet, dass man Carde-nolidverbindungen der Formel II
    0
    CH
    CH
    OH
    O
    H
    worin R und X die bei der allgemeinen Formel I angegebenen
    Bedeutungen haben, in wässrigem Medium mit einer sub-mersen, belüfteten und gerührten Kultur des Stammes Strep-tomyces praecos MNG 127, deponiert in der Ungarischen Nationalen Sammlung von Mikroorganismen, in Berührung bringt und dann das entstandene, biologisch aktive, hydroxy-lierte Produkt aus dem Reaktionsgemisch abtrennt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Digitoxin als Cardenolidverbindung der allgemeinen Formel II einsetzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man a-Acetyldigitoxin als Cardenolidverbindung der allgemeinen Formel II einsetzt.
CH477179A 1978-05-23 1979-05-22 Verfahren zur herstellung von 12-beta-hydroxycardenolidverbindungen. CH642978A5 (de)

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