CH644396A5 - Reinigungsmittel. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Reinigungsmittel zum Entfernen von gegebenenfalls bereits verhärteten Verschmutzungen durch Farbe, Lack o. dgl., insbesondere von Farbrückständen o.dgl. aus Malergeräten, wie Pinsel, Bürsten, Rollen o.dgl. Das erfin-dungsgemässe Reinigungsmittel lässt sich auch zum Entfernen von gegebenenfalls bereits verhärteten Teer- oder Harzabsetzun-30 gen verwenden.
Die bekannten Reinigungsmittel für diesen Zweck bestehen zu 75 bis 98 Gewichtsteilen aus einem Lösungsmittel in Form eines aromatischen und/oder aliphatischen Kohlenwasserstoffes teilweise mit Zusätzen von Butanol oder Glykolen. Durch den Einsatz von Emulgatoren, von denen die verschiedensten Ausführungsformen auf dem Markt frei erhältlich sind, ist es mög-
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die Reste jedoch meist an Ort und Stelle. Dem Heimwerker sind die Sammelstellen meist nicht bekannt, so dass bei dem zunehmenden Anwachsen von Maler-, Lackier- und ähnlichen Arbeiten im Do-it-your-self-Verfahren erhebliche Mengen biologisch nicht abbaubarer Lösungsmittel in das öffentliche Entsorgungsnetz eingeleitet werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Reinigungsmittel vorzuschlagen, das hinsichtlich seiner gesamten Bestandteile biologisch abbaubar ist, so dass es ohne Verletzung bestehender Vorschriften in das Abwassernetz abgeleitet werden kann, jedoch eine hohe Lösekraft aufweist und ohne Einschränkungen anwendbar ist, d.h. praktisch alle auch bereits eingetrockneten Verschmutzungen durch gebräuchliche Farben und Lacke o. dgl. wirtschaftlich und umweltfreundlich zu beseitigen gestattet.
Diese Aufgabe wird gemäss Anspruch 1 gelöst.
DieTatsache, dass Naturterpene Lösungsmittel sind, ist bereits bekannt. So wird in der Zeitschrift «Seifen - Öle -Fette -Wachse-103. Jg. -Nr. 16/1977» auf Seite 470/471 von Kunzmann untersucht, wofür sich Terpenkohlenwasserstoffe als Lösungsmittel eignen. Es wird auch mitgeteilt, dass d-Limonen fast 100%-ig chemisch rein und biologisch abbaubar ist und in der chemisch-technischen Industrie mit Erfolg eingesetzt werden kann.
In dieser Literaturstelle ist j edoch nicht daraufhingewiesen, dass d-Limonen zusammen mit Emulgatoren auch als Reinigungsmittel zum Entfernen von Verschmutzungen auf der Basis von Farben, Lacken o. dgl. verwendet werden kann. Dies ist an sich auch nicht verwunderlich, weil d-Limonen schlechter emul-gierbar und wasserabstossender ist als die bisher in solchen Reinigungsmitteln verwendeten Aliphate, Aromate oder Chlorkohlenwasserstoffe. Der Fachmann sah also keine Möglichkeit trotz derbekannten Lösungsmitteleigenschaften dieses Naturter-pens es für die der Erfindung zugrunde liegenden Reinigungsmittel einzusetzen. Dies galt insbesondere auch deshalb, weil die Mengen des teueren, abbaubaren Emulgators in wirtschaftlich vertretbaren Grenzen gehalten werden müssen und Naturter-pene,jwie d-Lnnonen3allemauch nur einen kleinen Teil der -
~ lieh, mit einem solchen Reinigungsmittel z.B. Pinsel nach Gebrauch einzuweichen und unter fliessendem Wasser auszuwaschen. 40
Anstelle von Aromaten oder Aliphaten setzt man auch Chlorkohlenwasserstoffe ein, wobei das Aufgiessen von Wasser empfohlen wird, um bei in offene Gefässe eingestellten Pinseln o.dgl. die Flüchtigkeit der Chlorkohlenwasserstoffe zu mindern.
Diese Lösungsmittel sind zwar zum Teil nicht unmittelbar 4:1 gesundheitsschädlich, jedoch biologisch im allgemeinen nicht abbaubar, d. h. sie dürfen nach den gesetzlichen Bestimmungen an sich nicht in das Abwasser eingeleitet werden. Es ist auch das Einbringen in das Erdreich oder in öffentliche Gewässer verboten. Die Aufforderung der Hersteller, den im angesprochenen 50 Reinigungsmittel eingeweichten Pinsel o .dgl. unter fliessendem Wasser auszuwaschen, stellt somit praktisch eine Aufforderung zur Übertretung bestehender Gesetze und Verordnungen dar,
weil fliessendes Wasser über Auffangbecken o.dgl. nach Verwendung des Wassers in die öffentliche Kanalisation abgeleitet 55 wird oder in das Erdreich abfliessen kann.
Die biologische Abbaubarkeit ist allenfalls dann gegeben,
wenn verhältnismässig schwach lösende Kohlenwasserstoffe, wie Solvent-Naphtha, mit vergleichsweise hohen Mengen an Emulgator kombiniert werden. Das so entstandene Reinigungsmittel 60 löst jedoch nur einen verhältnismässig kleinen Teil der gebräuchlichen Lacke, wenn diese schon etwas angetrocknet sind, d. h. ist zum Entfernen bereits verhärteter Verschmutzungen in den meisten Fällen nicht mehr geeignet, also nicht universell anwendbar. 65
In Lackierbetrieben, z. B. Autolackierereien, werden verschmutzte Lösungsmittel den amtlichen Sammelstellen zur Vernichtung zugeführt. Bei Aussenarbeiten am Bau verschwinden gebräuchlichen Farben, Lacke o. dgl. löst.
Es ist überraschend, dass durch die erfindungsgemässe Kombination der angegebenen Gewichtsanteile anNaturterpenen, vorzugsweise an d-Limonen und Glykolen die Lösekraft eines derartigen Reinigungsmittels so erhöht wird, dass praktisch auch bereits eingetrocknete Rückstände aller gebräuchlichen Farben und Einkomponentenlacke entfernt werden können, ohne dass die auf das d-Limonen zurückgehende gute biologische Abbaubarkeit und physiologische Verträglichkeit des erfindungsgemäs-sen Reinigungsmittels beeinträchtigt wird.
Ein besonderer Vorteil des Reinigungsmittels nach der Erfindung ist darin zu sehen, dass es trotz stark erhöhter Lösekraft sehr langsam verdunstet und damit geringste Mengen des Reinigungsmittels genügen, um zum gewünschten Reinigungseffekt zu kommen. Dies macht den Einsatz des erfindungsgemässen Reinigungsmittels besonders wirtschaftlich, aber auch besonders umweltfreundlich, weil auf diese Weise nur geringe Mengen an Reinigungsmittel in das Kanalisationssystem gelangen.
Man kann unter Herabsetzung des Emulgatoranteils auf bis zu ca. 5 Gewichtsteile den Butanolanteil auf ca. 49 Gewichtsteile anheben, wenn an das Reinigungsmittel nur geringere Anforderungen gestellt werden, d.h. keine schwer lösbaren eingetrockneten Lackrückstände zu entfernen sind.
In weiterer Ausbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, bis zu 10 Gewichtsteile Diacetonalkohol dem erfindungsgemässen Reinigungsmittel zuzusetzen.
Ein solcher Zuzsatz ist bisher noch niemals bei derartigen Produkten in Erwägung gezogen worden. Er verbessert aber nicht nur die Wasseraufnahmefähigkeit des Lösungsmittelgemisches, sondern unterstützt auch die Diffusion und Unterwanderung der getrockneten Lackfilme so erheblich, dass nach einer
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644 396
solchen Rezeptur schliesslich ein Reinigungsmittel, insbesondere ein Pinselreiniger und Pinselenthärter ensteht, der allen Praxisanforderungen gerecht wird.
Mit einem solchen Reinigungsmittel sind beispielsweise auch nicht mehr lösbare Zwei-Komponenten-Lack-Rückstände zu beseitigen. Das Reinigungsmittel unterwandert nämlich solche Rückstände und hebt sie von der verschmutzten Fläche und auch von Pinselhaaren o.dgl. ab.
Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele für erfindungsgmässe Reinigungsmittel angegeben:
Beispielsgruppe I
a b
c d
e f
Emulgator
10
20
15
15
20
12
D-Limonen
70
60
50
55
50
48
Methylglykol
10
10
15
10
Äthylglykol
10
20
20
20
Butanol
10
10
10
20
Äthylglykolacetat
10
10
15
Da die Wahl des Emulgators beliebig ist und beispielsweise unter Hoechst Emulgator Arkopal N-080; Hoeachst Emulgator Sapo-genat A konz. oder Dehydag Emulgator Dehydol 100 jeder Emulgator mit ähnlichen Eigenschaften mit gleichem Erfolg angewendet werden kann, wird in der Beispielsgruppe I nur allgemein von Emulgator gesprochen, ohne auf einen besonderen, im Handel erhältlichen Emulgator hinzuweisen. Das gleiche gilt auch für die folgende
Beispielsgruppe II
a b
c d
e f
g h
Emulgator
15
20
14
10
12
12
20
15
D-Limonen
50
50
50
40
40
50
40
45
Butanol
10
10
10
10
14
15
10
10
Äthylglykol
5
4
10
6
10
5
5
Äthylglykolacetat
15
10
16
20
20
10
20
20
Diacetonalkohol
10
5
6
10
8
3
5
5
20
Bei den in den Beispielen und Ansprüchen angegebenen Zahlenwerten handelt es sich immer um Gewichtsteile.
M
Claims (5)
- 644 396PATENTANSPRÜCHE1. Reinigungsmittel zum Entfernen von Verschmutzungen durch Farben, Lacke und Farbrückstände aus Malergeräten, bestehend zu 75 bis 90 Gewichtsteilen aus einem Lösungsmittel 5 und bis zu 25 Gewichtsteilen aus einem Emulgator, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel eine Kombination aus 40 bis 70 Gewichtsteilen N aturterpen und 4 bis 30 Gewichtsteilen Glykolen umfasst.
- 2. Reinigungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich- 10 net, dass das Lösungsmittel zusätzlich bis zu 20 Gewichtsteile Aethylglykolacetat enthält.
- 3. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel zusätzlich bis zu 20 Gewichtsteile Butanol enthält. 15
- 4. Reinigungsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Naturterpeti d-Limonen ist.
- 5. Reinigungsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel zusätzlich 20 bis zu 10 Gewichtsteile Diacetonalkohol enthält.25
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| PL | Patent ceased | ||
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